Weißstörche in Hessisch Oldendorf


Storchenbetreuer

 

Dietmar Meier

Hessisch Oldendorf OT Rohden

Tel.: 05152-51243

info@NABU-hamelnpyrmont.de


Bruten ab 1990

Jahr Ankunft Adebar Ankunft Adele Ring-Nr. Junge geschlüpft Junge ausgflogen Besonderheiten
1990 13. Mai 13. Mai   3 2  
1991 7. Mai 24. Mai        
1992 Karfreitag 21. April       Nestkämpfe
1993 25. April 25. April   3 3  
1994 17. April 21. März   3 2  
1995 23. April 16. April   3 2  
1996 21. April 11. April   3 2  
1997 --- 23. April        
1998 7. Mai 11. April   3 1  
1999 1. Mai 30. April   2   Nestkämfe
2000 16. April 16. April   4 3  
2001 5. April 13. Mai        
2002 19. April 19. April HI C 537 4 4  
2003 21. April 1. Mai        
2004 1. April 1. April HI C 537 4 4  
2005 --- 5. März        
2006 5. April 5. April   2   Nestkämpfe
2012  2. März 2. April   1 1  
2013  31. Mai  14. März   2 2  
2014  5. März  14. März DER AF 106  1 ?    Nestkämpfe
2015  27. Februar  8. März    ?  1  
2016  26. Februar  26. Februar        Nestkämpfe
2017  23. Februar  20. Februar   4 3  
2018            

Jahresbericht 2014

Weißstorchbetreuung im Landkreis Hameln-Pyrmont

Hessisch Oldendorf

In Hess. Oldendorf erfolgte die Ankunft des Storchenmännchens am 05.03.2014. Die Ankunft des Storchenweibchens erfolgte am 14.03. Bei der am rechten oberen Fuß mit den Kennziffern „DER AF 106“ beringten Störchin handelt es sich um das Storchenweibchen vom Vorjahr. Sie wurde in Gundelfingen bei Freiburg am 17.06.2010 Nestjung beringt, Erstmals schritt sie im Jahr 2012 in Hess. Oldendorf zur Brut und kehrte somit das 3. Jahr in Folge in die Weserstadt zurück.

Das unberingte Storchenmännchen in Hess. Oldendorf hingegen ist neu mit unbekannter Herkunft. Er löste den 2011 in Wehrendorf bei Bad Essen beringten Storch mit den Ringinitialen DEW 9X224 vom Vorjahr ab.

Das Brutgeschäft begann am 02.04.2014. Am 17.05. wurde ein Storchenküken auf dem Nest beobachtet. Trotz der kühlen und nassen Witterung Anfang Mai hatten die Störche einen Bruterfolg zu verzeichnen. Die tatsächliche Anzahl der geschlüpften Jungen konnte aufgrund der mangelnden Einsicht in das hoch auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei befindliche Nest nicht bestimmt werden.

Auch im Jahr 2014 wurde der Neststandort in Hess. Oldendorf Austragungsort von zahlreichen Nestkämpfen. Am 23.05.2014 wurden die Jungstörche in Hess. Oldendorf Opfer der Neststreitigkeiten infolge von Fremdstorcheinwirkungen, so dass in Hess. Oldendorf in diesem Sommer keine Jungstörche ausgeflogen sind.

FOTOS: NABU/D.Meier

Lachem

In Lachem, einem Stadtteil von Hessisch Oldendorf, wurde im Frühjahr 2013 auf Privatinitiative auf einem Bauernhof eine Nisthilfe für den Weißstorch installiert. Im Mai 2014 begannen zwei Weißstörche auf der Nisthilfe Nistmaterial aufzutragen. Sie brachen den Ausbau des Nestes jedoch weinige Tage später ab. So blieb eine Neuansiedlung von Weißstörchen im Jahr 2014 in lachem leider aus.

Wehrbergen

In Wehrbergen, einem Ortsteil der Stadt Hameln, wurde aufgrund einer mehrwöchigen Anwesenheit eines Einzelstorches im Sommer 2013 auf dem Schlauchturm des ehemaligen Feuerwehrgerätehauses noch im November des Jahres auf Initiative des Eigentümers eine Nisthilfe für Weißstörche installiert. Um im Falle der Rückkehr des Storches rechtzeitig vorzubeugen und dem Angebot an Nisthilfen gegenüber der wachsemden Anzahl an wildlebenden Weißstörchen im hiesigen Raum in angemessener Weise zu begegnen, wurde das Vorhaben naturschutzfachlich befürwortet. Der Erfolg der Artenschutzmaßnahme ließ nicht lange auf sich warten. Am Abend des 22. April 2014 nahm ein unberingter Weißstorch die Nisthilfe in Besitz. Am 22. Mai folgte die Partnerin. Trotz mehrfach beobachteter Kopulationen kam es aufgrund der fortgeschrittenen Jahreszeit nicht mehr zur Brut. Es ist daher als sogenanntes Verlobungspaar einzustufen. Das Storchenpaar weilte den ganzen Sommer 2014 über in Wehrbergen und kehrte auch regelmäßig zum Nest zurück. Es ist davon auszugehen, dass die beiden Störche im nächsten Jahr zur Brut schreiten.

Bad Pyrmont

Im Tierpark von Bad Pyrmont sind im Sommer 2014 wieder zwei unbekannte Wildstörche zur Brut geschritten. Ihre Ankunft aus dem Winterquartier wurde nach Angaben der Tierparkleitung auf den 12. März 2014 und am 19. April datiert. Da die beiden unberingten Störche geschlechtsspezifisch nicht sicher voneinander zu unterscheiden sind, konnte nicht ermittelt werden, welcher der beiden Störche zuerst am Neststandort in Bad Pyrmont eingetroffen ist. Wenige Tage nach der Ankunft begannen sie mit dem Brutgeschäft. Bei einer Nestkontrolle am 18. Mai während der Brutzeit konnte dort nur ein einzelner Storch beobachtet werden. Laut Auskunft der Tierparkleitung verließen die Störche während des Brutgeschäftes mehrfach zugleich das Nest was ungewöhnlich ist. Dementsprechend blieb der Bruterfolg in Bad Pyrmont im Sommer 2014 aus.

Bericht erstellt: Dietmar Meier 2014

Am 26. August haben zehn Weßstörche eine Rast in der Nähe von Gut Echtringhausen (Westendorf) eingelegt.

FOTO: NABU/Antje Rinne

Ende Mai sind bei Nestkämfen am Horst die Jungstörche leider ums Leben gekommen.

FOTO: NABU/D. Meier

Der zweite Weißstorch ist da.

Obere Reihe: bei der Brut

Mittlere Reihe. Abflug vom Horst

Untere Reihe: bei der Nahrungssuche

Alle FOFOS: NABU/Dietmar Meier

Ein Storch im Tiegflug durch Hessisch Oldendorfer Gärten.

Alle Fotos: NABU/Dietmar Meier

Ein Weißstorch ist in Hessisch Oldendorf eingetroffen.

Ein unberingter Weißstorch ist am 07. März 2014 um die Mittagszeit auf dem Horst in Hessisch Oldemdorf eingetroffen. Dabei handelt es sich vermutlich aber nicht um Adebar aus dem Vorjahr, sondern um einen Fremdstorch. Genaue Aussagen dazu wird Storchenvater Dietmar Meier demnächst machen.

Alle Fotos: NABU/Dietmart Meier


2013

Kunsthorst in Großenwieden

Der künstliche Horst in Großenwieden musste neu "bestückt" werden. Nachdem das Wetter den 2000 erbauten Horst von seinen "Nesteinlagen" befreit hatte, musste jetzt neues Material her. Klaus Göring und Reinhard Weper haben diese Arbeiten mit zuhilfenahme des Hubwagnes der Firma Ossenkopp aus Großenwieden diese Arbeit im September durchgeführt. Nun ist der Horst wieder bereit für die Ansiedlung neuer Weißstörche im Wesertal.

FOTOS: NABU/Reinhard Weper


Jahresbericht 2013

Weißstorchbetreuung im Landkreis Hameln-Pyrmont

Adebar und Adele machen Rast nach der Fütterung.
Adebar und Adele machen Rast nach der Fütterung.

 In Hessisch Oldendorf erfolgte die Ankunft des Storchenweibchens am 14.03.2013. Einen Tag später erfolgte bereits die Ringablesung, welche die Rückkehr der Störchin aus dem Vorjahr bestätigte. Mit Einsetzen des Spätwinters Mitte März wurde sie in den Folgetagen auf dem Horst jedoch nicht mehr gesehen. Vermutlich ist sie der kalten Witterung mit Schneefällen und starken Ostwinden vorübergehend an einem unbekannten Ort ausgewichen. Am 31.03.2013 kehrte sie mit einem unbekannten Partner nach Hessisch Oldendorf zurück. Das Brutgeschäft begann Mitte April. Am 16.05.2013 wurde die erste Fütterung beobachtet. Wenige Tage später stellte sich anhand der Freilandbeobachtungen heraus, dass zwei Jungstörche gefüttert wurden. Die tatsächliche Anzahl der geschlüpften Jungen konnte aufgrund der mangelnden Einsicht in das hoch auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei befindliche Nest nicht bestimmt werden. Das Wechselspiel der Witterung im Sommer 2013 zwischen kalten Tagen mit ergiebigen Niederschlägen und Tagen mit starker Wärmebelastung machten den Jungstörchen sehr zu schaffen. Am 27.07.2013 drohte bei einem extremen Unwetter mit großkörnigem Hagel den Jungen nochmals der Tod. Die Nestkontrolle erfolgte unmittelbar mit Nachlassen des Hagels und Abzug der Gewitterfront. Während eine direkt neben dem Neststandort befindliche Gärtnerei viele durch Hagel zerschlagene Glasscheiben zu beklagen hatte, standen die beiden Jungstörche scheinbar unverletzt auf dem Nest.

Altstörche mit Jungen auf Nahrungssuche.
Altstörche mit Jungen auf Nahrungssuche.

 Die beiden Jungstörche flogen Mitte August aus und haben die Stadt bereits seit der 3. Augustwoche verlassen. Die Altstörche nächtigten in der Zeit der unbewachten Jungenaufzucht auf dem Dach des ehemaligen Postamtes in ca. 50 m Entfernung vom Horst und haben nach dem Abflug der Jungendas Nest wieder in Besitz genommen.

Als bemerkenswert werden auch dieses Jahr wieder die häufigen Störungen durch Fremdstörche eingestuft, welche nicht nur während der Brut, sondern auch noch in der Zeit unbewachter Jungenaufzucht den Altstörchen bei der Verteidigung des Nachwuchses als auch bei der Vertreibung der Eindringlinge zu schaffen machte. So wurde die Jungenaufzucht Mitte Juli hauptsächlich von der Störchin allein durchgeführt. Mehrere Tage lang galt das Storchenmännchen als verschollen, da es nicht mehr abends zum Schlafplatz zurückkehrte. Die Störche suchten in diesem Zeitraum vorwiegend Nahrung an der ehemaligen Zuckerfabrik und überflogen die B 83 neu insbesondere in Höhe der baumfreien Hollenbachbrücke auffallend tief. Es wurde nicht ausgeschlossen, dass der Storch verunglückt war. Die Suche nach ihm blieb erfolglos. Recherchen zufolge hielt er Fremdstörche auf Distanz. Der NABU-Kreisvorsitzende Hans Arend beobachtete 9 Fremdstörche zeitgleich über den Neststandort in Hessisch Oldendorf. Die Beobachtungen bzw. Nestkontrollen erfolgten in Hessisch Oldendorf wohnortbedingt nahezu täglich von Fenja Vogel als Unterstützung.

Schlafplatz auf dem alten Postamt während der bewachten Jungenaufzucht. Alle FOTOS: NABU/Dietmar Meier
Schlafplatz auf dem alten Postamt während der bewachten Jungenaufzucht. Alle FOTOS: NABU/Dietmar Meier

Beide  Hessisch Oldendorfer Altstörche sind am rechten oberen Fuß beringt. Das Storchenweibchen mit den Ringinitialen DER AF 106 stammt aus Gundelfingen bei Freiburg. Sie wurde dort im am 17.06.2010 nestjung beringt und schritt bereits im letzten Jahr erstmals zweijährig zur Brut und brütete im Jahr 2013 abermals in Hessisch Oldendorf erfolgreich.

Das Storchenmännchen mit den Ringinitialen DEW 9X224  stammt laut Auskunft der Vogelwarte Helgoland aus Wehrendorf bei Bad Essen in der Nähe von Osnabrück und wurde dort im Juni 2011 nestjung beringt. Das Storchenmännchen schritt bereits ebenfalls wie die Störchin im Alter von nur zwei Jahren erfolgreich zur Brut.

Beitrag erstellt 2013: Dietmar Meier

Bei der großen Hitze fand ein Storch in einer alten Flutmulde der Weser auf einem Rübenacker westlich von Hessisch Oldendorf seinen Badespaß. Die Beine sind aufgrund der Hitze "bekalkt" - der Ring ist nicht ablesbar.

FOTOS: NABU/Fenja Vogel

Wie lerne ich fliegen?

Die Weißstörche auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei haben mit den Flugübungen begonnen. Ein Jungstorch hat am Donnerstag, 1. August, seinen Jungfernflug gemacht und promt eine Notlandung auf dem Glasdach der Gärtnerei Hennecke gemacht. Etwas später, bei der Suche nach ihm, war er zunächst verschwunden. Eine spätere Kontrolle vor Mitternacht ergab, dass er auf dem Lichtsinn-Gebäude nächtigte. Am Freitag waren dann aber wieder beide Jungstörche auf dem Horst.

FOTOS: NABU/Dietmar Meier

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Adebar ist wieder da!

Storchenmännchen hat Fremdstörche auf Distanz gehalten

Der Storchenmann hatte alle "Flügel und Schnäbel" voll zu tun, um Fremdstörche vom Nest fernzuhalten. Nachts hielt er sich in der Nähe der fremden Störche auf. Am Donnerstag, 26. Juli, kreisten acht!!! Weißstörche über dem Nest auf dem Schornstein der alten Molkerei.

und die Jungstörche gedeihen prächtig.

FOTOS: NABU/Fenja Vogel

Die Weißstörche vor der Paarung, bei der Paarung und bei der Brut...

FOTOS: NABU/Dietmar Meier

...beim Abflug und in der Luft...

FOTOS: NABU/Dietmar Meier

...und in den Nahrungsgebieten.

FOTOS: NABU/Dietmar Meier und Fenya Vogel (die beiden letzten Fotos)


Jahresbericht 2012

Weißstorchbetreuung im Landkreis Hameln-Pyrmont

Ankunft

Am 02.03.2012 nahm ein unberingter Storch das Nest auf dem Schornsteinder ehemaligen Molkerei in Besitz. Am 02.04.2012 traf ein zweiter Storch mit Ring am Nest ein. Es folgte eine Paarbildung.

Die Identität der Störche war im Ankunftszeitraum nicht bekannt. Unklar war, ob es sich um den unberingten Einzelstorch vom Vorjahr handelte. Ferner galt es die Identität des am oberen rechten Fuß beringten Storches zu klären.

In diesem Zusammenhang wurden zu Beginn der Storchensaison umfangreiche Freilandbeobachtungen und Nestkontrollen (hier am 04.04.2012, 06.04.2012, 07.04.2012, 08.04.2012 und am 18.04.2012 durchgeführt. Im Zuge der Beobachtungen galt es festzustellen, ob es sich bei dem beringten Storch um das Weibchen oder das Männchen handelt.

Paarung

Die beobachteten Kopulationen am 06.04.2012 und am 08.04.2012 brachten die Erkenntnis, dass es sich bei dem beringten Storch um die Storchendame handelt.

In der Zeit der Ankunft der Störchin Anfang April war ca. eine Woche lang auch ein Fremdstorch beobachtet worden, welcher auf dem Dach des Münchhausenhofes in ca. 300 m Entfernung vom Storchennest entfernt mindestens eine Nacht lang verweilte. Nestkämpfe wurden in diesen Tagen nicht beobachtet. Nach wenigen Tagen war der dritte Storch weitergezogen.

Die Brut begann am 15.04.2012. Am 18.05.2012 wurde die erste Fütterung beobachtet. Um die Anzahl der geschlüpften Jungstörche festzustellen, wurden die Freilandbeobachtungen abermals intensiviert. Nach der Auswertung der Beobachtungen war es ungewiss, ob tatsächlich nur ein Junges geschlüpft war oder ob die Geschwister des Jungvogels seinerzeit der schlechten Witterung zum Opfer gefallen sind. Das von den Storcheneltern ausgebesserte Nest ließ aufgrund des hohen Nestrandes keine Einblicke in die Kinderstube der Störche zu. Erst mit dem Heranwachsen des Jungstorches wurde klar, das der Nachwuchs in diesem Jahr mit einem Jungen eher bescheiden ausfällt. Erst am 28.05.2012 wurde erstmals der Kopf eines Jungstorches beobachtet In der Zeit vom 08.06.2012 bis zum 11.06.2012 war der heranwachsende Jungstorch schon mehrere Minuten lang auf dem Nest zu sehen. Am 19.06.2012 wurde erstmals beobachtet, wie er im Nest steht. Am 24.06.2012 war bereits so groß, dass er ständig beobachtet werden konnte. Einen Monat später am 28.07.2012 unternahm er regelmäßig Flugübungen.

"Storchenhochzeit"

Fremdstörche

Fremdstörche bei Welsede.

Aufzucht

In der letzten Maiwoche wurden über fünf Tage hinweg vier Fremdstörche bei Großenwieden beobachtet. Einer der Störche trug einen Ring am linken unteren Fuß, der jedoch nicht abgelesen werden konnte. Die Fremdstörche wurden am 30.05. und am 31.05.2012 im Bereich des Weseraltarmes zwischen Hess. Oldendorf und Großenwieden, sowie anschließend an der B 83 neu in Höhe der Anschlussstelle Welsede gesehen . Nestkämpfe in Hess. Oldendorf wurden nur sporadisch beobachtet.

Während der Jungenaufzucht fanden die Altstörche genügend Nahrung. Neben ausreichend Niederschlägen, die den Störchen viele Regenwürmer bescherten, war es zudem auch ein gutes Mäusejahr. Weitere Nahrungstiere wie Amphibien wurden bei den Beutefangreaktionen kaum beobachtet und sind auf das im Stadtgebiet von Hess. Oldendorf nur mangelnd vorhandene Feuchtgrünland oder gar fehlende Flachwasserbereiche der in Horstnähe befindlichen Weserniederung zurückzuführen.

Der einzelne Jungstorch musste die Nahrung bei der Fütterung somit nicht mit gleichaltrigen Artgenossen teilen. Tagsüber wurde die gesamte Storchenfamilie im Nahrungsgebiet an der Zuckerfabrik beobachtet. Ende Juli nächtigten die beiden Altstörche bereits auf dem ehemaligen Postamt in der Nähe des Nestes, um von dem bettelnden Jungstorch nicht bedrängt zu werden. Die Altstörche waren den ganzen Tag lang damit beschäftigt Nahrung für den Nachwuchs zu suchen und legten nur für kurze Zeit nach der Fütterung auf dem Nest oder auf dem Postamt eine Verschnaufpause ein.

Am 27.07.2012 wurde mir von Frau Kullak aus Hessisch Oldendorf ein Foto zugeschickt, auf dem eine Hieb- oder Stichverletzung oberhalb des linken Auges der Störchin zu sehen war. Die Verletzung zog eine erhöhte Intensität an Freilandbeobachtungen nach sich. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Störchin bei der Verteidigung des Jungstorches einen derben „Treffer“ von einem fremden Artgenossen einstecken musste, der ihr linkes Auge um wenige cm verfehlte. An den Folgetagen zeigte sich die Störchin jedoch nicht verhaltensauffällig in Bezug auf die Verletzung. Eine Veranlassung weiterführender Maßnahmen bestand daher nicht. Die Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont wurde von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt. Die Wunde ist vollständig verheilt. Nach einem nächtlichen Starkniederschlag war am Folgetag von der Wunde nur noch ein Brauner Blutfleck auf dem Kopfgefieder zu erkennen. Die Storchendame hat großes Glück gehabt.

 

 

Frühreif:

Zweijährige Storchendame zieht Junges groß

Die Aufnahmen von den Störchen wurden auf einem abgeernteten Feld am Rande der Weststadt von Hessisch Oldendorf gemacht.

Bewachte (oben) und unbewachte (unten) Jungenaufzucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Frühreife allein auf weiter Fur.

Ringablesung

Fenja Vogel hat den Ring der Störchin am 14.05.2012 ablesen können. Der Ring konnte von mir bei weiteren Freilandbeobachtungen mehrfach abgelesen und die Initialen der Erstablesung eindeutig bestätigt werden. Die Störchin trägt einen Ring mit den Initialen „DER AF 106“. Die Herkunft der Störchin konnte inzwischen geklärt werden. Laut Auskunft der Vogelwarte Radolfzell stammt die Störchin aus Südbaden / Freiburg und wurde in Gundelfingen am 17.06.2010 nestjung beringt. Demnach erfolgte die erste Brut bereits nach zwei Jahren, was ich entsprechend einschlägiger Literatur als außergewöhnlich früh einstufe, da die ausgeflogenen Jungen meist erst nach drei Jahren zur Brut schreiten.

Auf Nahrungssuche

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Teich beim Bau-Markt in Hessisch Oldendorf...

FOTO: Fenja Vogel

...bei der Verladestelle an der Weser in Hessisch Oldendorf...

...und im Weseraltarm bei Großenwieden.

Abflug

Der Nahrungssuche erfolgte regelmäßig nahezu in allen der im Zuge der 1990 aufgestellten Aktionsraumanalyse der Störche erfassten Nahrungshabitate vornehmlich im Süden und Westen der Stadt. Es ist von Bedeutung, dass neben dem Erhalt des Neststandortes künftig auch die Nahrungsgebiete den Störchen weiterhin zur Verfügung stehen und die betreffenden Grünländereien erhalten bleiben.

Der Jungstorch flog bereits Mitte August vor den Altstörchen in den Süden. Die Altstörche waren noch bis Ende August im Stadtgebiet zu beobachten. Sie nahmen das Nest wieder in Besitz und folgten bei der Nahrungssuche den Traktoren auf die abgeernteten Felder.

Storchenpaar auf einem Acker bei Brandts Mühle bei Welsede, kurz vor dem Abflug in den Süden.

Alle FOTOS: Dietmar Meier

Beitrag erstellt: Dietmar Meier (2012)

Störchin verletzt

Das Weißstorchweibchen, das auf dem Schornstein der alten Molkerei gebrütet hat, ist am Auge verletzt. Woher die Verletzung stammt, konnte bisher nicht festgestellt werden. Sie hatte zusammen mit ihrem Partner, ein Junges großgezogen. Das "Einzelkind" konnte schnell wachsen und inzwischen auch schon alleine fliegen. Auf den Fotos, die alle Frau Marianne Kullack gemacht hat, befindet sich das Weibchen links, während der Jungstorch rechts zu sehen ist, steht der männliche Storch in der Mitte.

Ankunft

Entgegen erster Beobachtungen trägt der größere Storch doch einen Ring. Die Störche haben inzwischen mehrmals „Hochzeit“ gefeiert und das Nest inzwischen gut ausgebessert. Sie transportieren derzeit viel Nistmaterial heran und sind sehr aktiv. Die Nahrungssituation ist derzeit sehr gut.

FOTOS: NABU/Dietmar Meier

Hat "Adebar" Besuch von "Adele" bekommen? Am 04. April fotografierte Ferdinand Alms aus Barksen dieses Foto auf dem Schornstein der alten Molkerei in Hessisch Oldendorf.

 

 

 

 

Der Weißstorch ist am 2. März auf sein im letzten Jahr fast zugewachsene Nest auf dem Schornstein der alten Molkerei in Hessisch Oldendorf zurückgekeht und wartet nun auf (s)ein Weibchen.


Jahresbericht 2011

Weißstorchbetreuung im Landkreis Hameln-Pyrmont

In Hess. Oldendorf wurde am 11.02.2011 der erste Storch auf dem Nest gesichtet. Die Ankunft eines zweiten Storches erfolgte am 17.02.2011. Im Zeitraum danach folgten zahlreiche Nestkämpfe, bei denen der Besitzer des Nestes mehrfach wechselte. Seit dem 24.03.2011 weilte auf dem Nest ein dominanter Einzelstorch (unberingt), der fortan alle Störche erfolgreich bekämpfte. Fremde Störche flogen den Schornstein der ehemaligen Molkerei bis Mitte Mai an. Der Einzelstorch verließ die Stadt Mitte Juni und wurde seitdem nicht mehr gesehen.

Entsprechend der Zuordnung für die Brutsaison 2011 wurde für Hess. Oldendorf ein Einzelstorch dokumentiert.

In Bad Pyrmont schritt vermutlich das gleiche Storchenpaar in einem Baum des Tierparks zur Brut wie im Vorjahr. Laut Auskunft der Tierparkleitung sind zwei Junge geschlüpft. Bei einer unmittelbar danach durchgeführten Nestkontrolle am 21.05.2011war das Nest jedoch verwaist. Es konnten keine Jungstörche mehr beobachtet werden. Auch kein Altstorch wurde auf dem Nest gesehen, was für die Zeit der bewachten Jungenaufzucht ungewöhnlich ist. Die Ursache war schnell geklärt. Einer der Altstörche hatte sich eine schwere Beinverletzung zugezogen. Der Storch war aber noch so vital, dass er sich nicht einfangen ließ und davon flog, wenn man ihneinfangen wollte. Alle Versuche den Storch zu Immobilisieren schlugenfehl. Dieser Storch wird aufgrund seiner Verletzung voraussichtlich im Jahr 2012 nicht wieder zu seinem Brutstandort in Bad Pyrmont zurückkehren. Sein Partner hat den Brutstandort bereits Anfang August2011 verlassen.

Für den Neststandort in Bad Pyrmont wurde für die Brutsaison 2011 daher ein Nestpaar mit zwei ausgeschlüpften Jungen, jedoch ohne ausgeflogene Jungstörche dokumentiert.

FOTOS: Dietmar Meier
FOTOS: Dietmar Meier

Ein Fremdstorch sorgte im Herbst 2011 bei Tündern für Aufregung. Eine besorgte Bürgerin aus Tündern, welche den Schlafplatz des Storches einsehen konnte, konnte in der Dämmerung eine Verletzung des Tieres nicht ausschließen. Freilandbeobachtungen des NABU folgen am Tag darauf. Bereits kurz nach Aufnahme der Beobachtungen konnte der Storch schnell auf einem Acker bei Tündern ausfindig gemacht werden. Er flog zunächst bei Starkregen über eine Straße zwischen Hagenohsen und Tündern und landete anschließend auf einem Acker zur Nahrungssuche. Durch den aufgeweichten Acker klebte Erde am Fuß des Storches. Trotzdem konnte er eine Lauf- und Sammeljagd ausüben, ohne zu humpeln. Er war unberingt. Aufgrund seiner gezeigten Flugfähigkeit wurde die Angelegenheit nicht weiter verfolgt. Wenige Tage später wurde er nicht mehr gesehen. Es handelte sich vermutlich um einen Spät- oder Nichtzieher der durch die Lande vagabundiert.

Laut Information des Niedersächsischen Umweltministeriums sollen künftig wenn möglich künftig alle Jungstörche wieder beringt werden.

Beitrag erstellt: Dietmar Meier (2012)


FOTO: Heinz Meier
FOTO: Heinz Meier

Ein unbekannter und unberingter Storch erlitt einen Stromschlag bei Groß Berkel, den er sich vermutlich an einer Freileitung zugezogen hatte. Ein Spaziergänger fand ihn verletzt und flugunfähig im Feld. Er alarmierte sofort den NABU, dessen Mitarbeiter den Storch einfingen und der Wildtierstation in Sachsenhagen übergaben. Nach Auskunft der Wildtierstation ging es dem Storch zunächst noch entsprechend gut und er begann sich in einem Gehege der Station zu erholen. Das Gewebe durch das der Strom abgeflossen ist und Verbrennungen hervorgerufen hat, starb jedoch nach und nach so stark ab, so dass der Vogel später eingeschläfert werden musste.

Storch in Not

Weißstorch in der Feldmark bei Groß Berkel gerettet

Ein Anruf aus Groß Berkel erreichte am Samstag, den 6. August, den NABU Hessisch Oldendorf/Hameln - ein Weißstorch hielt sich flugunfähig in einem Kornfeld auf. "Bewaffnet" mit einem großen Karton, Handschuhen, einem Laken sowie einigen Bindfäden machten sich Hans-Jürgen Wissel, Vorsitzender der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln, und Hans Arend, NABU-Kreisverbandsvorsitzender, auf, um den Storch zu retten. In Groß Berkel erwartete die Beiden Heinz Meyer, der den NABU angerufen hatte. Zu Dritt fuhren sie in die Feldmark in Richtung Laatzen. Unter einer Hochspannungsleitung stolzierte ein ausgewachsener Weißstorch im Kornfeld umher. Ein herabhängender Flügel störte ihn überhaupt nicht beim Herumflattern. Die Rettungsaktion lief an...

FOTOS: Heinz Meyer
FOTOS: Heinz Meyer

...nachdem der Weißstorch mit etwas Mühe eingefangen war, ging es zum Tierarzt nach Hessisch Oldendorf. Dieser bescheinigte den beiden Naturschützern, dass der Weißstorch nur geringfügige Verletzungen hatte. Danach ging die Fahrt zur Wildtier- und Aufzuchtstation nach Sachsenhagen. Dort wurde der Storch noch einmal vom Stationstierarzt untersucht, der feststellte, dass kein Flügel gebrochen war. Der Weißstorch war vermutlich gegen die Hochspannungsleitungen geflogen und hatte sich einen Schock zugezogen. In einer Außenvoliere der Station fand er vorerst ein neues Übergangsdomizil, in dem er sich beruhigen und erholen sollte, bevor er wieder in die Freiheit entlassen werden kann. Weil der Weißstorch keinen Ring am Bein hatte, konnte seine Herkunft nicht geklärt werden.

Der Dank des NABU Hessisch Oldendorf/Hameln gilt Herrn Heinz Meyer, der sich vorbildlich verhalten und bei der Rettungsaktion sogar mit geholfen hat.

Beitrag erstellt: Hans Arend (2011)


Jahresbericht 2010

Ankunft
Die Ankunft der ersten Westzieher in den Brutgebieten Norddeutschlands erfolgte bereits Mitte bis Ende Februar. In Hess. Oldendorf nahm ein Storch am 14.02.2010 das Nest auf der ehemaligen Molkerei in Besitz. Der am linken Bein beringte Storch wurde zuvor noch nicht in Hessisch Oldendorf gesehen. Er kehrte abends regelmäßig auf das Nest zurück und begann auch mit dem Nestausbau.

Identität und Habitatspräferenzen des Einzelstorches

Die Lokalisation der Habitatspräferenzen des Storches war aufgrund eines ausufernden Weserhochwassers schwierig, da nicht alle Nahrungsgebiete angefahren werden konnten. Schließlich wurde Storch auf einer überschwemmten Wiese hinter dem Bauhof am Steinbrinksweg am 10.03.2010 gesichtet. Diese Fläche wurde in dem Überschwemmungszeitraum regelmäßig von dem Storch besucht.

Der Ring des Storches konnte auf die Beobachtungsentfernungen nicht abgelesen werden.

Eine Verwechslung dieses Weißstorches mit der am 29.06.1998 in Seerhausen im Landkreis Riesa-Großenhain, Sachsen nestjung beringten ehemaligen Hessisch Oldendorfer Brutstörchin „Adele“ ist ausgeschlossen, da die Störchin den Ring mit den Kennziffern C 537 Hiddensee am rechten Fuß trägt und nicht am linken Bein. Ein Weißstorch mit einem Ring am rechten Fuß hingegen, der auf die Beschreibung dieser Störchin passen könnte, übernachtete mehrfach auf dem Turmkreuz der katholischen Kirche in der Schilfstraße in Hessisch Oldendorf .

Nestkämpfe

Am 29.02.2010 kam es zu umfangreichen Nestkämpfen. Insgesamt konkurrierten in diesen Tagen bis zu drei Störche untereinander um das Nest auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf. Das Nest wechselte mehrmals den Besitzer (siehe Bild vom Nestkampf auf einem Feld bei der ehemaligen Zuckerfabrik). Trotz der Dynamik zwischen Angriff und Verteidigung des Horstes konnte festgestellt werden, dass keiner dieser Störche einen Ring trug. Der o.g. beringte Storch war entweder weitergezogen oder vertrieben worden. Die Beobachtungen konnten an den Folgetagen nicht fortgesetzt werden. Zu einer Paarbildung kam es im weiteren Verlauf des Sommers nicht. Ein unberingter Einzelstorch residierte jedoch noch bis Anfang Juli auf dem Nest. Der vorzeitige Verlust der Nesttreue ist bei Einzelstörchen zu dieser Jahreszeit normal. Immer wieder hatte der Storch zuvor das Nest ausgebaut und auf einen Partner gewartet. Es ist ein Neuanfang seit der Nestaufgabe im Jahr 2007.

Erneut Fremstörche im Stadtgebiet von Hessisch Oldendorf
Am 28.05.2010 wurden mehrere Fremdstörche aus dem Raum Großenwieden gemeldet. Untersuchungen ergaben, dass bis zu 7 Störche mehrere Tage auf einem Grünlandareal am östlichen Ortsrand von Großenwieden Nahrung suchten. Auf den beigefügten Bildern ist zu erkennen, dass sich ein Storch in einer der Wiesen hingelegt hat. Einige der Störche waren beringt.

In der darauffolgenden Zeit wurden die vagabundierenden Störche bis zu 3 Wochen lang regelmäßig auf dem Grünlandareal des Wasserschutzgebietes „Herrenteich“ westlich von Hessisch Oldendorf gesichtet. Auch im Weseraltarm westlich von Hessisch Oldendorf wurden einige der Fremdstörche gesehen.

 Aufgrund der Dauer des Aufenthaltes kann davon ausgegangen werden, dass sich im nächsten Jahr einige dieser Störche in der Nähe ansiedeln könnten. Bemerkenswert ist noch, dass sich der Neststorch aus Hessisch Oldendorf bei Echtzeituntersuchungen nicht an der Nahrungssuche der Fremdstörche beteiligt hat. Ferner führte er in dieser Jahresszeit keine Nestkämpfe mit den Fremdstörchen.
Bis auf den Storch auf der katholischen Kirche konnte nicht ermittelt werden, wo die Fremdstörche übernachtet haben. Im Juni konnte der Ring am linken Bein von einem der Weißstörche abgelesen werden. Die Initialen des Rings lauten DER A4771. Die Daten wurden an das NLWKN weitergeleitet. Die Herkunft des Storches ist bislang noch unbekannt.

Herbststörche (Nichtzieher oder Spätzügler)

Am 17. Oktober wurde bei Aerzen noch ein Weißstorch gesichtet. Einen Tag später landete ein Weißstorch auf dem Nest der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf, wo er jedoch nicht die Nacht über blieb. Er konnte bei Freiland-beobachtungen nicht ausfindig gemacht werden. In einem Pressartikel der DWZ und Schaumburger Zeitung über diese Herbststörche wurde die Bevölkerung in Sachen Schlafplatzlokalisation um Mithilfe gebeten. Nach Auskunft mehrerer Bürger aus Exten und Rinteln haben in der Zeit vom 20.10.2010 bis 30.10.2010 zwei Weißstörche im „Exter Feld“ zwischen Exten und Rinteln/Weser öfters auf einem Acker gestanden.

 Vorhandene Nisthilfen in Großenwieden und Rumbeck

 Auf der im Jahr 2009 bei Großenwieden errichteten Nistplattform landete ein Storch während sechs seiner Artgenossen auf den umliegenden Grünländereien nach Nahrung suchten. Auf dem Horst der ehemaligen Grundschule in Rumbeck hingegen wurde das ganze Jahr über kein Weißstorch gesichtet bzw. gemeldet.

Neuansiedlung im Tierpark von Bad Pyrmont

Im Tierpark von Bad Pyrmont haben frei lebende Weißstörche einen Horst auf einem Baum in Besitz genommen und erfolgreich gebrütet. Die Störche wurden vermutlich durch die Tierparkstörche angelockt. Anfang Juli sind 3 Junge aus den Eiern geschlüpft. Eines davon überlebte nicht. Die beiden Jungstörche haben laut Auskunft des Tierparks Anfang September den Neststandort verlassen. Die Altstörche folgten ihnen Anfang Oktober. Die Ansiedlung in dem Tierpark erfolgte etwa zu einem Zeitpunkt, an dem auch in Hessisch Oldendorf die Fremdstörche beobachtet wurden (siehe oben).

Einer der Altstörche, vermutlich das Männchen, trägt einen Ring der Vogelschutzwarte Hiddensee mit den Kennziffern DEH 5026. Der Storch wurde Nestjung am 09.07.2006 im Leipziger Land, Sachsen beringt und ist vermutlich erstmals im Jahr 2010 zur Brut geschritten. Es handelt sich um einen Ostzieher.

Nach Auskunft der Vogelschutzwarte Hiddensee konnte dieser Storch am 28.02.08 und am 29.02.08 in Haifa, Iloo (Israel) anhand des Ringes identifiziert werden. Die Recherchen hinsichtlich der Ringablesung erfolgten nach einem gemeinsamen Ortstermin mit freundlicher Unterstützung durch Herrn Dr. Reinhard Löhmer.
Nach Informationen des Tierparks wurden die Wildstörche nicht gefüttert. Auf den umliegenden Grünlandarealen im Überschwemmungsgebiet der „Emmer“ zwischen Bad Pyrmont (Niedersachsen) und Lügde (Nordrhein Westfalen) werden die Störche sicherlich ausreichend Nahrung vorgefunden haben.

Jahresbericht 2010 kompakt

14.02. - Ankunft unbekannter und am linken Bein beringter Storch auf Nest in Hessisch  Oldendorf (Ring konnte nicht abgelesen werden).

29.02. - Nestkämpfe, drei unberingte Störche kämpfen um den Horst in Hessisch Oldendorf. Ein Einzelstorch davon bleibt bis Anfang Juli nesttreu jedoch keine Paarbildung.

28.05. - Erneut Fremdstörche bis zu 4 Wochen im Stadtgebiet. Bis zu sieben Individuen zunächst auf Grünland östlich Großenwieden, später im Herrenteich und Weser-Altarm bei Hessisch Oldendorf.

05.06. - Einer der Fremdstörche mit Ring am rechten Fuß übernachtet auf dem Kreuz der katholischen Kirche in der Schilfstraße in Hessisch Oldendorf. Ferner Ringablesung eines Fremdstorche (Kennziffern DER A4771)

Juni - Ansiedlung eines Storchenpaares auf einem Baum im Tierpark von Bad Pyrmont. Insgesamt 3 Junge geschlüpft, davon 2 ausgeflogen. Einer der Altstörche trägt Ring mit Kennziffern DEH 5026 (nestjung beringt). Am 09.07.2006 im Leipziger Land, Sachsen. 2x Ende Februar in Iloo, Haifa (Israel) abgelesen.

17.10. - Einzelstorch bei Aerzen gemeldet.

18.10. - Fremdstorch auf Nest in Hessisch Oldendorf.

20. bis 30.10. - 2 Fremdstörche bei Exten (Rinteln/Weser) gemeldet.

Beitrag erstellt: Dietmar Meier (2011)


15 Jahre mit "Adebar" und "Adele"

Auf unserer Wiese gehet was...
Dem Text eines alten Kinderliedes folgend, beobachteten im Mai 1990 viele Bürger erstaunt das Treiben der beiden Weißstörche auf den Wiesen rund um Hessisch Oldendorf. Seinerzeit wusste noch niemand, dass mit dem Bau eines Nestes auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei eine neue Storchenära im Landkreis Hameln-Pyrmont begonnen hatte.
Was Großvater noch wusste...
Das Weserland ist ein altes Storchenland. Im Jahre 1901 brüteten in Hessisch Oldendorf Weißstörche auf dem Gut Stau bei Weibeck sowie in einem Obstbaum in Heßlingen. Einem Zeitungsbericht zufolge brüteten in den 30er Jahren Weißstörche auf dem Kirchturm in Großenwieden. Auch bei der Domäne Koverden sollen früher einmal Störche gebrütet haben. Die Wiederansiedlung von Weißstörchen im Wesertal darf als Wiederbelebungsversuch der Natur angesehen werden. Die Ausnahme in der seit Jahren rückläufigen Bestandsstatistik des Weißstorches in Deutschland.
Zu Besuch bei den Nachbarn...
In der weitläufigen Umgebung von Hessisch Oldendorf gibt es noch weitere Storchennester. So brüten im Mindener Raum Weißstörche bei Petershagen, Windheim, Dören, Jössen und Schlüsselburg. In Petzen bei Bückeburg haben sich ebenfalls Störche angesiedelt. Auch im Bereich des Steinhuder Meeres und an der Leine schreiten Störche regelmäßig zur Brut.
Es gibt sie nicht nur in weiß...
Im nahegelegenen Deister und Süntel lebt ein naher Verwandter unserer Weißstörche. Es handelt sich hierbei um den Schwarzstorch, der wie sein Name schon sagt, ein vorwiegend schwarzes Federkleid trägt. Als scheuer Waldbewohner ist er eher selten zu beobachten. Seine Nahrung besteht vorwiegend aus kleinen Fischen, die er in Bächen findet.
Der Ring am Fuß als Herkunftszeichen... 
In den ersten Jahren waren unsere Klappermänner lediglich anhand ihrer Größe voneinander zu unterscheiden. Das Männchen "Adebar" war stets größer als seine Gemahlin "Adele" und sein Gefieder war recht schmutzig. Obwohl die Weißstörche aufgrund ihrer starken Bindung zum Nest häufig wiederholt gemeinsam zur Brut schreiten, brachte Adebar im Jahre 2002 eine andere Störchin mit zu seiner Sommerresidenz in Hessisch Oldendorf. Am rechten Fuß trug sie einen Ring mit der Kennziffer "C 537 Hiddensee Germania". Sie wurde im Juni 1998 in Seehausen im Landkreis Riesa-Großenhain in Sachsen nestjung beringt und hatte zwei Geschwisterchen.
Alle Vögel sind schon da...
Nach der Ankunft im Frühjahr reparieren die Störche zunächst einmal ihr Nest auf dem Schornstein, welches regelmäßig durch Stürme im Herbst und Winter erheblich in Mitleidenschaft gezogen wird. In dieser Zeit paaren sich auch die Störche. Zu den Balzflügen nutzen sie die warmen Aufwinde und kreisen dann ausgiebig sehr hoch über ihrem Nest.
Und dann finde ich einen Regenwurm für dich...
Leider finden die Störche nicht mehr überall, was sie zum Leben brauchen. Darum haben die Bestände in den letzten Jahren stark abgenommen. Trotz eines starken Zuzuges von Störchen aus osteuropäischen Ländern, haben sich die Bestände bis heute kaum erholt. Auch im Stadtgebiet von Hessisch Oldendorf mangelt es an Feuchtgebieten. Die Weser wurde bereits vor langer Zeit eingedeicht und Feuchtgebiete vielerorts trocken gelegt.

Grundwassernahe Standorte konzentrieren sich daher zumeist nur noch auf die Altarm-Relikte der Weser und auf den Bereich "Herrenteich" westlich der Stadt. So besteht die Hauptnahrung unserer Störche weniger aus Fröschen, sondern vorwiegend aus Regenwürmern, Mäusen und Insekten, welche sie auf den verbleibenden Grünländereien finden. Noch immer werden auch Wiesen bei uns umgepflügt.
Das Nesthäkchen startet zuerst...
Nur wenige Tage nach der Ankunft der Störche beginnen sie mit der Brut. Die Störchin legt im Abstand von zwei Tagen je ein Ei. Nachdem das zweite Ei gelegt wurde beginnt das Brutgeschäft. Die Gelegegröße beträgt 3 bis 6 Eier. Bei der Brut, die durchschnittlich 31 Tage dauert, wechseln sich die Störche ab. Durch die in Abständen gelegten Eier, schlüpfen auch die Jungen im Abstand von mehreren Tagen und sind daher unterschiedlich groß.
In den ersten vier Wochen werden die Jungen noch von den Altstörchen bewacht und vor extremer Witterung (starke Sonneneinstrahlung oder unwetterartiger Regen) geschützt. Danach sind beide Altstörche gefordert, ausreichend Nahrung herbeizuschaffen. In der Zeit der unbewachten Jungenaufzucht machen dann die Jungstörche das Nest unsicher und unternehmen die ersten Flugversuche. Während die älteren Geschwister bereits erste Flüge zu den Dächern der benachbarten Gebäude unternehmen, enden die Flugversuche des jüngsten Storches meist noch mit kläglichen Flügelschlagen. Auf dem Nest ist es dann bereits so eng, dass die Altstörche auf dem benachbarten Dach des ehemaligen Postamtes übernachten. Die Jungen werden bis zu ihren Abflug in die Überwinterungsgebiete von den Altstörchen zugefüttert.
Der nächste bitte...
Seit dem Bestehen des Neststandortes in Hessisch Oldendorf wurde nur ein Fall bekannt, bei dem einer der Jungstörche in tierärztliche Behandlung gegeben werden musste. So wurde im Sommer 2004 ein orientierungsloser Jungstorch in der Fußgängerzone beobachtet. Sein Startversuch missglückte und er landete in einem Garten in der Bergstraße.
In den Abendstunden wurde der Storch von Dietmar Meier und Thomas Kruse gefangen und in die Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen gebracht. Dort werden Störche unter tierärztlicher Beobachtung in einem Freigehege betreut. Auch unser Storch hat mit zwei weiteren Störchen aus der Station erfolgreich den Flug in sein Überwinterungsquartier angetreten. Er trägt einen Ring mit den Kennziffern "DEW 2x843/04". Ein weiterer Storch verunglückte tödlich an einem Mittelspannmast innerhalb der Ortschaft Wehrbergen. Hierbei handelte es sich nicht um einen Wildstorch, sondern um einen Gehegestorch aus der Storchenstation Elbrinxen nahe Lügde. Er wurde von einem Mitarbeiter des NABU geborgen und ordnungsgemäß den Behörden übergeben. Auch seine Herkunft konnte mittels des Ringes geklärt werden. Ein weiterer Storch wurde bei Heßlingen tot aufgefunden.
Auf Wiedersehen im nächsten Frühjahr...
Weißstörche sind Zugvögel und überwintern in Afrika. Die Störche ziehen dorthin auf zwei Zugrouten, deshalb unterscheidet man zwischen einer ostziehenden und einer westziehenden Population. Während die eine Route südostwärts über den Balkan, Israel und dem Sinai nilaufwärts nach Ost- und Südafrika führt, ziehen einige Artgenossen über Spanien und die Straße von Gibraltar nach Marokko und Westafrika. Die Stadt Hessisch Oldendorf befindet sich etwa auf der Zugscheide. Die Ostzieher treffen gegenüber den Weststörchen in der Regel erst spät im Frühjahr am Neststandort ein. Da die Störche aus Hessisch Oldendorf zumeist erst Mitte bis Ende April von ihrer langen Reise heimkehren, fliegen sie wahrscheinlich auf der östlichen Zugroute.

2007 sind beide Störche nicht zurückgekehrt und ab 2008 sind nur vereinzelt Störche am Horst beobachtet worden.


Der NABU hilft seinem Wappenvogel durch Unterstützung folgender Projekte...

 

  • Stabilisierung des Nestes gegen das Herabfallen durch Stürme mit der Befestigung durch Eisenmanschetten
  • Schaffung eines Kunsthorstes auf dem Dach des Kindergartens in Rumbeck zur Vermeidung von Nestkämpfen
  • Pacht und Ankauf von Grünlandflächen
  • Meldung brutbiologischer Daten an die Behörden
  • Verbändebeteiligung (als anerkannter Naturschutzverband nach §29 Bundesnaturschutzgesetz) bei Planfeststellungsverfahren
  • macht Vorschläge zu den Ausgleichs- und Ersatzflächen bei o.a. Verfahren
  • Lokalisierung und Abstellung von Gefahrenquellen
  • Bergung von verletzten oder toten Störchen

Ein Dankeschön an alle Helfer...

...den vielen Helferinnen und Helfern beim Storchenschutz möchten wir hiermit unseren ganz herzlichen Dank aussprechen, denn nur mit Ihrer Unterstützung konnten die Hilfsprojekte realisiert werden.

Beitrag erstellt: Dietmar Meier (2009)


1990 Storchenausstellung

In der Sparkasse Hessisch Oldendorf wurden die Weißstörche mit einer Ausstellung vorgestellt. Fotos von Dietmar Meier (2. v.li. auf dem unteren linken Foto), der die Ausstellung weitgehend erstellt hat, fanden große Bewunderung und Anklang bei den Besuchern. NABU-Vorsitzender Hans Arend (ganz links auf dem rechten unteren Foto) eröffnete zusammen mit dem Leiter der Sparkasse die Ausstellung, die vier Wochen im Foyer der Sparkasse gezeigt wurde.

FOTOS: NABU/Karl-Friedrich Alms

Nach über über 50 Jahren haben Weißstörche wieder in Hessisch Oldendorf wieder auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei gebrütet und zwei Junge großgezogen.

FOTO: NABU/