Chronik des NABU Hessisch Oldendorf


1974

  • Die Anfänge des N A B U reichen bis zum Jahr 1971 zurück, denn bereits in diesem Jahr finden naturkundliche Wanderungen in Rinteln statt. Es gibt einen Schaumburger Vogelzucht- und -schutzverein. Er meldet sich durch Egbert Schulz (langjähriger NABU Landesvorsitzender in Niedersachsen) aus Rinteln, als Gruppe beim damaligen Deutschen Bund für Vogelschutz DBV an.

1975

  • Eine vogelkundliche Wanderung zum Naturschutzgebiet Hohenstein ist ein Riesenerfolg und musste wiederholt werden, außerdem bringt sie viele neue Mitglieder. In der Stadtsparkasse wird zum ersten Mal eine Vogelschutz-Ausstellung gezeigt.

1976

  • Eine nochmalige Ausstellung trägt zur weiteren Erhöhung der Mitgliederzahlen bei. Im Stadtgebiet kann ein Vogelschutzlehrpfad eingerichtet werden, zu dem auch eine Schautafel gehörte, die heute noch funktionsfähig ist und auch benutzt wird.

1977

  • Bei der Gruppe findet der erste Dia-Vortrag mit dem Thema "Belauschte Natur im Weserbergland" statt. Hingegen konnten Pläne, den Erhalt der Natur an den Oldendorfer Kiesseen zu sichern, nicht realisiert werden - ein Angelverein kaufte die Teiche.

1978

  • Es wird das erste Grundstück, ein 9 Morgen großer Weseraltarm im Ortsteil Weibeck gepachtet.

1979

  • Am Jahresende trennen sich der Vogelzucht- und der Vogelschutzverein Schaumburg und es entstehen zwei eigenständige Vereine. Der eine bleibt im Schaumburger Land und wird die DBV Gruppe Rinteln, der andere orientiert sich nach Hameln-Pyrmont und dort entsteht die DBV Gruppe Hessisch Oldendorf.

1980

  • Am 18. Januar wird die Gruppe aus der Taufe gehoben. Es wurde sofort mit der Arbeit begonnen. Beim Artenschutz wurden Steinkauzöhren im gesamten Stadtgebiet angebracht und im OT Weibeck konnten Kopfweiden geschneitelt werden. Bei der Naturschutzlotterie verkaufte die Gruppe über 5 000 Lose und in der Stadtsparkasse wurde eine Ausstellung "Schutz der Tiere und Pflanzen in ihren Lebensräumen".

1981

  • Zum ersten Mal erhält die Gruppe ein Grundstück kostenlos von der Stadt - Die ehemalige Badeanstalt im OT Barksen. Das ist der Anfang des Fließgewässer-Renaturierungsprogrammes. Dafür werden auch Kartierungen durchgeführt und eine Greifvogelerfassung rundete außerdem das Programm ab. Die Mitgliederzahl steigt auf über 200.

1982

  • Es wird damit begonnen, den Amphibien mit einem Krötenzaun zu helfen und in der Stadsparkasse wird eine Ausstellung über den "Vogel des Jahres" 1981, dem Schwarzspecht durchgeführt und mit dem Unterhaltungsverband "Exter-Wesertal" über 700 Erlen an zwei Bächen gepflanzt. Die Gruppe betreut sieben Schutzgebiete mit etwa 2,5 Hektar Fläche.

1983

  • Zum ersten Mal beteiligt sich die Gruppe an der Sammlung der Deutschen Umwelthilfe. Es wurde ein Natur- und Umweltschutzpreis für Nichtmitglieder ausgelobt. Die Stadt Hessisch Oldendorf erhielt als erste den Preis für ihre Unterstützung der DBV Gruppe sowie für die Einführung einer Baum- und Heckenschutzverordnung im Stadtgebiet.

1984

  • In Zusammenarbeit mit der Forstverwaltung wird in Hessisch Oldendorf eine Ausstellung über das Waldsterben gezeigt. Unter der Schirmherrschaft von FOR Jürgen Bosse werden mehrere Exkursionen in bedrohte Teile unserer heimischen Wälder sowie Vorträge über das Waldsterben gehalten. Die Ausstellung wird im gesamten Landkreis gezeigt und findet viel Beachtung sowie Anerkennung. Eine Amphibien-schutzaktion, sie wurde bereits zum drittenmal Mal durchgeführt, rettete 2. 300 Tiere und zusammen mit der Jägerschaft können mehr als 7 000 Sträucher und Bäume gepflanzt werden.

1985

  • Bei den Planungen zur Nordumgehung der B 83 haben wir dem Straßenbauamt einen schwerwiegenden Planungsfehler vorgeworfen. Dadurch ist es zu einem Umschwenken auf die Südumgehung gekommen. Wir haben zum ersten Mal ABM-Kräfte eingestellt. Neben 2 Mitarbeitern haben wir auch den Biologielehrer Bernd Lampe eingestellt, der für uns die Gewässerproblematik bearbeiten soll. In der Volksbank zeigten wir eine Ausstellung zum Thema Wasser und Gewässer.

1986

  • Der DBV Landesverband veranstaltet seine Vertreterversammlung in der Stadthalle Hessisch Oldendorf. Die Gruppe kann die Zahl der Schutzgebiete auf 24 erhöhen und mit der ABM-Kraft Bernd Lampe werden die Fließgewässer untersucht. In Hemeringen beginnt am Osterholzer Bach eine Serie von Fließgewässer-Renaturierungen, die über den Höllenbach in Langenfeld bis ins Jahr 2010 mit dem Barkser Bach reicht. Am 26. April tritt um 1:23 Uhr in Tschernobyl der Super-GAU ein.

1987

  • Die Gruppe veröffentlicht die Fliessgewässer-Untersuchungen in einer 86-seitigen Broschüre - die 600 Exemplare werden in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland verteilt. Das Pilotprojekt eines privaten Naturschutzverbandes findet Anerkennung und große Beachtung in der Fachwelt.

1988

  • Es werden zwei Räume im "Werkhaus" angemietet, um den hauptamtlichen Mitarbeitern der Gruppe eine Bleibe zu schaffen. In der Volksbank wird eine Ausstellung über Orchideen gezeigt und im Herbst nehmen zwei Teilnehmerinnen am "Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ)" ihre Arbeit auf. Der Landkreis kauft ein Grundstück nur für Naturschutzzwecke und stellte es der Gruppe kostenlos zur Verfügung.

1989

  • In Bonn erhält die Gruppe einen Europäischen Umweltpreis für ihre Fliessgewässer-Untersuchungen. Es stehen weitere Renaturierungen an Bächen im Stadtgebiet an. Die Gruppe beteiligt sich erstmalig am "Birdwatch-Day" und führt vogelkundliche Wanderungen an den Kiesteichen bei Großenwieden durch.

1990

  • Die Gruppe feiert ihr 10-jähriges Jubiläum in der Stadthalle und als Krönung kehrte nach über 50 Jahren ein Weißstorchpaar zurück und beginnt auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei mit der Brut. Das Umweltministerium stellt der Gruppe 32.000 DM aus dem Gewässer-Randstreifenprogramm für den Kauf eines Grundstückes zur Verfügung, damit dort eine Bach-Renaturierung durchgeführt werden kann. In Worms wird der Deutsche Bund für Vogelschutz umbenannt in Naturschutzbund Deutschland N A B U.

1991

  • Mit Sonja Wissel stellt die Gruppe eine neue ABM-Kraft ein. Sie soll eine Jugendgruppe aufbauen und mit den Kindern und Jugendlichen Aktionen durchführen.

1992

  • Umweltminister Klaus Töpfer löste sein Versprechen aus dem Jahr 1989 ein und pflanzte mit Kindern der Jugendgruppe einen Baum in Hessisch Oldendorf. Bei Rumbeck wird ein Schutzzaun der Krötenaktionen durch eine feste Einrichtung, einer ausgediente Straßenleitplanke, ersetzt.

1993

  • Die AB-Maßnahmen der Gruppe laufen aus, es kann jedoch eine neue Maßnahme mit dem Dipl. Ing. Michael Güttler durchgeführt werden. Dieser hat mit einer neuen Gewässeruntersuchung begonnen. Die Jugendgruppe macht einen Gegenbesuch bei Umweltminister Töpfer in Bonn und nimmt an einem Zeltlager sowie einer Fahrt von Lübeck entlang der Elbe zu den Meißendorfer Teichen und Gut Sunder teil.

1994

  • Auf der ehemaligen Schule im Ortsteil Rumbeck wird zusammen mit der Hilfe des Landkreises, der Stadt Hessisch Oldendorf und einer hiesigen Dachdeckerfirma ein Kunsthorst für Weißstörche errichtet.

1995

  • Die Schüler und Schülerinnen des Schiller-Gymnasiums in Hameln erhalten den Natur- und Umweltpreis der Gruppe, den diese seit 1983 verleiht. Der Biologie-Leistungskurs pflanzte am Barkser Bach eine Hecke und entfernte dort Bongossi-Faschinen bei der Renaturierungsmaßnahme. Die Gruppe stellt Überlegungen an, was mit den 55 Naturschutzflächen geschehen soll. Mit 16 Hektar Größe können die erforderlichen Pflegemaßnahmen nicht mehr durchgeführt werden, weil auch die Bereitschaft der Mitglieder nicht mehr vorhanden ist.

1996

  • Bei der beginnenden Renovierung des Schwimmbades in Hessisch Oldendorf werden auf Initiative des NABU 10.000 Amphibien gerettet und können an andere Standorte gebracht werden. Die Untere Naturschutzbehörde verfügt nach der Fertigstellung eine Sammelaktion für die Lurche, an der sich die Stadt und der NABU Hessisch Oldendorf beteiligten.

1997

  • Im Ortsteil Großenwieden findet zum ersten Mal ein sogenannter "Bird-Watch-Day" statt, bei dem eine naturkundliche Wanderung an den dortigen Kiesteichen durchgeführt wird. Die erneuten Gewässeruntersuchungen werden wieder in einer Broschüre veröffentlicht und eine im Rahmen eines Tierartenerfassungs-Programmes von Dietmar Meier herausgegebenen Dokumentation über Kraniche wird von der Stadtsparkasse gefördert.

1998

  • 10 vom Landkreis und der Deutschen Umwelthilfe geförderte Steinkauzröhren werden im gesamten Stadtgebiet von Hessisch Oldendorf angebracht. Zusammen mit den Kindern, den Eltern, den Lehrern, dem Hegering und der NABU Gruppe wird der Schulhof der Grundschule in Großenwieden naturgerecht umgestaltet.

1999

  • Das Storchennest auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei drohte herunterzufallen. Unter Mithilfe der Feuerwehr, der Unteren Naturschutzbehörde sowie dem "Storchenvater" Dietmar Meier kann der Horst gesichert werden. Auf dem Wochenmarkt verschenkt die Gruppe 100 Nisthilfen während einer einstündigen Life-Sendung des Radiosenders "Radio Aktiv".

2000

  • Die Gruppe stellt 10 Jahre nach der Rückkehr der Weißstörche, eine Schautafel mit Hinweisen auf die Störche am Bahnhof und nimmt erstmalig mit eigenen Detektoren zur Fledermausbestimmung an der bundesweiten "European Bat-Night" teil. Im Kreisverband wird die zweite Werbeaktion zur Gewinnung neuer Mitglieder mit der Gruppe durchgeführt. Mit der Jahreswende beginnt ein neues Jahrtausend mit der Hoffnung auf mehr Verständnis für die Natur und eine bessere Welt für Menschen, Tiere und Pflanzen.

2001

  • Die Renaturierung des Barkser Baches kann in diesem Jahr beendet werden. Mit den Mitteln der Stadt Hessisch Oldendorf, der Bingo-Lotterie (25.000 DM), einem Zuschuss der Bezirksregierung und Eigenmitteln (10.000 DM) des NABU kann die Gesamtmaßnahme abgeschlossen werden.

2002

  • Eine Bestandsaufnahme der Oldendorfer Störche hat ergeben, dass im Durchschnitt 1,7 Jungtiere aufgezogen wurden. In diesem Jahr konnten die Weißstörche vier Jungstörche erbrüten und auch aufziehen.  Hans Arend erhält aus der Hand des stellvertretenden Landrates, Klaus Arnold, den Niedersächsischen Verdienstorden für seine Verdienste im Natur- und Umweltschutz.

2003

  • Zusammen mit dem Forstamt Hessisch Oldendorf und der Fledermausgruppe Hameln wird in der Stadtsparkasse eine Ausstellung über Fledermäuse gezeigt, die neben vielen Besuchern auch 15 Schulklassen und zwei Kindergartengruppen besucht haben.

2004

  • Im Ortsteil Zersen wird eine etwa 50 Meter lange Ampibien-sperreinrichtung fest eingebaut. Damit hat Gruppe die letzte Schutzeinrichtung bei ihren Krötenaktionen fertiggestellt. Der Kreisverband führt seine dritte Mitglieder-Werbeaktion mit allen Gruppen, außer Emmerthal, durch.

2005

  • Die Gruppe feierte ihr 25jähriges Jubiläum mit einem Festakt in der Stadthalle. Zu Gast war unter anderem der Niedersächsische Umweltminister Hans-Heinrich Sander. Die Gruppe hat im NSG Hohenstein das Wassertretbecken im Bereich des Blutbachtales mit Unterstützung der Sparkasse Weserbergland renaturiert.

2006

  • Das Weißstorchpaar hatte das letzte Mal auf dem Schornstein der Molkerei gebrütet und ist 2007 nicht mehr zurückgekehrt. Der Kreisverband stellt sich und seine Gruppen ins Internet.

2007

  • Der Kreisverband begeht sein 25järiges Jubiläum.

2008

  • In Großenwieden errichtet die Gruppe ein Insektenhotel, das dritte nach Barksen im Bereich der Bachrenturierung des Barkser Baches und der Grundschule in Hessisch Oldendorf. Der Kreisverband führt seine vierte Mitglieder-Werbeaktion mit allen Gruppen, außer Emmerthal, durch. Der Kreisverbandsvorsitzende Hans Arend erhielt einen Bürgerpreis des Landkreises in der Kategorie "Alltagshelden" für seine Verdienste im Natur- und Umweltschutz.

2009

  • Die Gruppe beteiligt sich mit 3 Plakaten an der Bundesverbandsaktion "Fast weg...". In Großenwieden errichtet die Gruppe auf einer Wiese im Wasserschutzgebiet einen weiteren Kunsthorst für Störche, der von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises und den Stadtwerken Schaumburg-Lippe gefördert wird.

2010

  • In der Stadtsparkasse feierte die Gruppe mit einer Ausstellung ihr 30jähriges Bestehen. Karl-Friedrich Alms aus Barksen wurde für seine 30jährige Vorstandsarbeit geehrt.

2011

  • Die Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln hat zum ersten Mal ein zweitägiges Pilzseminar durchgeführt. Die Resonanz war sehr groß.

2012

  • Nach sechs Jahren haben Weißstörche wieder das Nest auf dem Schornstein der alten Molkerei in Besitz genommen und einen Jungvogel großgezogen. Hans-Jürgen Wissel ist nach 12 Jahren als Vorsitzender aufgrund einer schweren Erkrankung zurückgetreten. Der Kreisverband führt seine fünfte Mitglieder-Werbeaktion mit allen Gruppen, außer Emmerthal, durch. Außerdem hat der Kreisverband ein von insgesamt 5 Regionaltreffen in der Mensa des Schulzentrums in Hessisch Oldendorf veranstaltet, an dem 16 niedersächsische NABU-Gruppen mit 29 Mitgliedern teilnahmen.

2013

  • Der Kreisverband beteiligt sich am Projekt "Schwalben willkommen in Niedersachsen". Großen- und Kleinenwieden sollen zum "Dorf der Schwalben" werden. Das Projekt läuft über drei Jahre und endet 2015. Es wird eine neue Arbeitsgruppe Vogelschutz gegründet.

2014

  • Günter Blötz hat Hans Arend (32 Jahre Vorsitzender) als NABU-Kreisvorsitzenden abgelöst.

2015

  • Im Ortsteil Großenwieden wurde das erste Schwalbenhaus in Hameln-Pyrmont errichtet. Das Projekt wurde von der Niedersächsischen Bingoumweltstiftung gefördert. Auch die Sparkassenstiftung Weserbergland und einige ansässige Firmen haben sich beteiligt. Sonja Wissel hat im Ortsteil Barksen ein neues Projekt ins Leben gerufen. Zur Einweihung ist Olaf Tschimke aus Berlin gekommen und hat das "Hans-Arend-Generationenprojekt" eröffnet. Die Regional-geschäftsstelle (RGS) Weserbergland nimmt am 1. Mai ihre Arbeit in Rinteln auf. Sie ist zuständig für die NABU-Gruppen in Hameln-Pyrmont, Hildesheim, Holzminden und Schaumburg. Der Kreisverband führt zum sechsten Mal eine Mitgliederwerbung durch, diesmal von der RGS Weserbergland übernommen und alle Gruppen im Kreisverband haben teilgenommen.

2016

  • Auf dem Gelände der Firma Archea (ehemaliges Berliner Kinderheim) wird ein NABU-Zentrum Hessisch Oldendorf eingerichtet.

2017

  • Auf dem Gelände des NABU-Zentrums wird mit der Einrichtung eines Nisthilfe-Lehrpfades begonnen, der von der Bingo-Umweltstiftung gefördert und 2018 eröffnet wurde. Hans Arend stellt beim NDR-Fernsehen Nistkästen vor.

2018

  • In den Grundschulen Fischbeck und Hemeringen wird das Projekt "Bei uns soll's piepen" durchgeführt, dass von der Bingoumweltstiftung gefördert wird. Die 100. NAJU-Gruppe in Niedersachsen, "Die Wasseramseln", wird eingerichtet. Das ZDF dreht zusammen mit der neu gegründeten Kindergruppe im Rahmen der Aktion "NABU-Insektensommer" die Zählung der Insekten.

2019