Der NABU Hameln-Pyrmont in der Presse

Alle Berichte in der Deister- und Weserzeitung - Berichte in anderen Zeitungen sind entsprechend gekennzeichnet.

Bad Pyrmont hat inzwischen eine eigene Homepage, deshalb hier keine Berichte mehr.


Coppenbrügge, den 16.10.2017

Man kann wie Claas Henneck - jüngstes Mitglied der NABU-Ortsgruppe - auch darauf spielen. Aber eigentlich soll der Lesesteinhaufen Reptilien und Solitärbienen als Lebenraum dienen. FOTO (3): DWZ/br
Man kann wie Claas Henneck - jüngstes Mitglied der NABU-Ortsgruppe - auch darauf spielen. Aber eigentlich soll der Lesesteinhaufen Reptilien und Solitärbienen als Lebenraum dienen. FOTO (3): DWZ/br

NABU richtet Wildgarten ein

 Freie Entfaltung für Tiere und Pflanzen

 VON BURKHARD REIMER

 DÖRPE.

  Von oben ähnele das Gelände einem „immergrünen Finger, der in die intensiv genutzten Ackerflächen in der Gemarkung ,Kamp‘ in der Hanglage südlich des Osterwaldes bei Dörpe hineinragt“. So beschreibt NABU- Kreis- und Ortsvorsitzender Günter Blötz die Fläche, auf der der Verein nun einen Wildgarten angelegt hat.

  Mit einem „Wiesenfest“ ist das etwa ein Hektar große Projekt kürzlich der Öffentlichkeit vorgestellt und übergeben worden.

 Die Naturschützer verstehen unter „Wiesenfest“ und Wildgarten“ jedoch etwas anderes, als manch anderer. Denn erstens hatte das Wiesenfest, abgesehen davon dass es dabei Brezel und ein paar Biergartengarnituren als Sitzgelegenheiten gab, nichts mit bayerischen Saufgelagen in überfüllten Bierzelten gemein, zweitens geht es im „Wildgarten“ weder um den stolzen Zwölfender noch um scheue Rehlein, also ums heimische Wild, sondern darum, dass sich dort die heimische Flora – mehr oder minder – „wild“ aussähen und entwickeln soll.

Sabine Wulf (li.) verpachtet das Wildgarten-Gelände für eine symbolischen Euro. Günter Blötz bedankt sich.
Sabine Wulf (li.) verpachtet das Wildgarten-Gelände für eine symbolischen Euro. Günter Blötz bedankt sich.

 Ermöglicht wird das dadurch, dass Eigentümerin Sabine Wulf das Gebiet für einen symbolischen Euro auf mindestens 25 Jahre an die Naturschützer verpachtet hat.

  Ganz früher einmal war das Gelände ein riesiger Obstgarten. Er wurde von Schweinen beweidet, die damit in geradezu paradiesischer Umgebung ihr Leben genießen konnten. Dann folgte eine rund 40-jährige Phase, während der das Areal als Weihnachtsbaumplantage genutzt wurde. „Bis nach Hannover und Bad Pyrmont gingen damals Nordmanntannen und Blaufichten und schmückten dort zu Weihnachten die Wohnzimmer“, erzählt Günter Blötz. Und Käthe Thielke aus Coppenbrügge, Aktivposten in der Künstlervereinigung „artes wesera“, erinnert sich gern: „Damals haben wir da immer unsere Tannenbäume geholt. Wir haben das jedes Mal gemeinsam mit Freunden als Ausflug gestaltet, Glühwein und Kuchen mitgenommen und an Ort und Stelle erst einmal ein gemütliches Winter-Picknick abgehalten.“

  Dann aber wurde die Plantage aufgegeben. Sich selbst überlassen, erreichten die nicht geschlagenen Nadelbäume „Kathedralengröße, ansonsten hatten Birken und Brombeerranken die Fläche übernommen“, beschreibt der NABU-Vorsitzende den Zustand des Geländes zum Zeitpunkt der Übernahme durch die Ortsgruppe.

  Ungeachtet aller Überlegungen hinsichtlich einer künftigen Nutzung stand für die Naturschützer fest: Das Gelände sollte auf gar keinen Fall von den ringsum gelegenen Ackerflächen vereinnahmt werden. Auch eine erneute Nutzung als Nadelbaum-Plantage kam nicht infrage. Stattdessen sollten die verbliebenen Nordmanntannen künftig als Schutz gegen den ortsüblichen und immer häufiger auch stürmischen Westwind dienen.

NABU-Hummelexpertin Gertrud Glaubitz (li.) erläutert einer Besucherin Aufbau und Funktion eines Hummelkastens.
NABU-Hummelexpertin Gertrud Glaubitz (li.) erläutert einer Besucherin Aufbau und Funktion eines Hummelkastens.

 Die ursprüngliche Nutzung als (Obst-)Garten brachte die Nabu-Mitglieder schließlich auf den Gedanken einer erneuten Nutzung als Garten – allerdings dachten sie nicht etwa an einen ordentlich angelegten und brav gepflegten Haus- oder Nutzgarten. Nein, etwas möglichst Naturnahes sollte es sein – eben ein Wildgarten, in dem lediglich zurückhaltend in den Wildwuchs eingegriffen werden soll. Dazu Günter Blötz: „Der heute oft benutzte Begriff der Biodiversität, sprich: Artenvielfalt, soll auf diesem Gebiet verwirklicht werden.“

  Artenvielfalt, das bedeutet für Günter Blötz und seine NABU-Mitstreiter, dass auf dem Gelände zum Beispiel diverse Wildgehölze zu finden sind, die für ein natürliches Nahrungsangebot für Vögel und Insekten sorgen. Zudem wurde ein so genannter Lesesteinhaufen angelegt. Er hat seinen Namen, weil er aus von Feldern aufgelesenen Steinen zusammengetragen und über einer sandigen Grundlage errichtet worden ist. So bietet er sich heimischen Reptilien wie auch Solitärbienen als Lebensraum an. Gleiches gilt für den Hummelgarten, in dem eine entsprechende Bepflanzung sowie zwei Hummelkästen für Nahrung und Unterkunft sorgen. Und schließlich hat die NABU-Ortsgruppe noch einen Baumlehrpfad angelegt. Er präsentiert 13 verschiedene Nadel- und Laubbäume. Sie sind Gehölze, die eher selten geworden und in der Vergangenheit schon als „Bäume des Jahres“ ausgezeichnet wurden.

Weserbergland, den 09.10.2017

Gut getarnt können Besucher des Naturschutzgebietes jetzt die Vogelwelt aus nächster Nähe beobachten. FOTO: DWZ/NABU Kathy Büscher
Gut getarnt können Besucher des Naturschutzgebietes jetzt die Vogelwelt aus nächster Nähe beobachten. FOTO: DWZ/NABU Kathy Büscher

„Pünktlich zur Zugvogelzeit“: Beobachtungshütte an der Auenlandschaft Hohenrode

Geschützter Blick zum See im Naturschutzgebiet

HOHENRODE.

 Jetzt steht die neue wetterfeste Beobachtungshütte in Hohenrode an der Auenlandschaft, die Vogelfreunden erlaubt, die Artenvielfalt gut getarnt zu beobachten. „Pünktlich zur Zugvogelzeit“, freut sich Dr. Nick Büscher, Vorsitzender des NABU Rinteln.

 Durch die Sehschlitze können die Besucher des Naturschutzgebietes wettergeschützt und ohne von den scheuen Vögeln bemerkt zu werden, aus nächster Nähe die Gänse- und Entenarten, Kormorane, Flussuferläufer, Kiebitze und Reiher beobachten und fotografieren, ohne die Tiere zu beunruhigen.

 Die Baumaßnahme wurde durch eine Spende der Firma „AHE Schaumburger Weserkies“ und aus Eigenmitteln des NABU Rinteln finanziert. Diese Hütte soll demnächst noch im Rahmen des Projektes „Weser erleben“ des Naturparks Weserbergland mit Informationstafeln ausgestattet werden. Die Hohenroder Auenlandschaft ist ein beliebtes Ausflugsziel für Naturfreunde geworden.

 Die Akte Kiesabbau in Hohenrode ist jetzt auch offiziell abgeschlossen. Es habe inzwischen ein „Abnahmetermin“ stattgefunden, informierte Ortsbürgermeister Achim Heger. Dabei gewesen seien unter anderem Vertreter des Unternehmens AHE Schaumburg Weserkies, des NABU, des Landkreises und des Ortsrates. Er habe vorgetragen, dass es für die Hohenroder Einwohner wichtig sei, dass der Rundweg instandgehalten werde. Der NABU habe zugesagt „Sichtfenster“ mit Blick auf den See offen zu halten. Vorgeschlagen habe man außerdem, zumindest am Weg entlang der Straße weitere Obstbäume anzupflanzen.       red

Coppenbrügge, den 07.10.2017

Das FFH-Gebiet, das an den Steinbruch grenzt, könnte Gegenstand einer Klage von "Rettet den Süntel" werden. FOTO: DWZ/dana

„Rettet den Süntel“ will als Verein gegen die Steinbrucherweiterung klagen

 Ist die Erweiterung des Steinbruchs doch noch aufzuhalten?

VON JENS SPICKERMANN

LANGENFELD.

 Ist die Erweiterung des Steinbruchs Segelhorst juristisch noch zu stoppen? Diese Frage beschäftigt die Bürgerinitiative „Rettet den Süntel“, die sich inzwischen für eine Klage entschieden hat. Anlass zur Hoffnung bieten der Initiative vor allem rechtliche Unklarheiten um den Teil des FFH-Gebietes, das Teil des erweiterten Steinbruchs werden soll.

 Um vor Gericht klagen zu können, wollen sich die Mitglieder zum Verein umfirmieren und den Naturschutzverband Niedersachsen als Dachorganisation annehmen – so hätten sie eine größere Organisation unterstützend an ihrer Seite. Das beschloss die Initiative bei der jüngsten Mitgliederversammlung; die formelle Vereinsgründung soll am 17. Oktober stattfinden.

 „Der Verband hat uns juristische und naturschutzfachliche Unterstützung zugesichert“, sagt Brigitte Klein, die Sprecherin der Initiative. „Die warten nur darauf, dass wir diesen Verein gründen.“

 Die Wahl des Naturschutzverbandes als Dachorganisation fiel nicht zufällig: Entschieden hatte sich dieser Verein in einer Stellungnahme gegen die Steinbrucherweiterung stark gemacht und um eine Beteiligung an dem Verfahren gebeten. Im Gegensatz zum NABU und dem BUND war die Einbindung des Naturschutzverbandes in das Genehmigungsverfahren vom Gewerbeaufsichtsamt aber abgelehnt worden, weil bereits zwei andere Umweltschutzorganisationen mit im Boot waren.

 Fachliche Beratung kann der zukünftige Verein „Rettet den Süntel“ gut gebrauchen, denn die juristische Einschätzung des Sachverhaltes ist schwierig: Eigentlich wäre die Genehmigung der Erweiterung kaum zu verhindern, denn im Bodenstoffsicherungsplan des Landes ist das Gebiet eindeutig für den Gesteinsabbau vorgesehen. In einem Gutachten wurden sämtliche potenziell auftretenden Beeinträchtigungen von Mensch und Natur untersucht und Ausgleichsmaßnahmen erarbeitet. Ein handwerklicher Fehler, den wahrscheinlich das niedersächsische Umweltministerium zu verantworten hat, könnte den Naturschützern aber als Hebel dienen, das Genehmigungsverfahren doch noch ins Wanken zu bringen: Der Erweiterungsplan schließt einen kleinen Teil eines FFH-Gebietes mit ein, das aber gleichzeitig auf der Rohstoffsicherungskarte für den Gesteinsabbau vorgesehen ist. Vor Jahren war die 1,4 Hektar große Fläche Teil der Gebiete, die das Umweltministerium als Flora-und-Fauna-Habitat bei der Europäischen Union vorschlug. Niedersachsen war dazu verpflichtet, Gebiete für die Ausweisung als FFH-Gebiete vorzuschlagen, eventuell war dabei aber übersehen worden, dass der fragliche Waldbereich bereits auf der Bodenstoffsicherungskarte für den Gesteinsabbau vorgesehen war.

Brigitte Klein. FOTO: DWZ/FSP
Brigitte Klein. FOTO: DWZ/FSP

 Doch auch sofern das FFH-Gebiet, nur „versehentlich“ ausgewiesen worden sein sollte, könne es nicht einfach so ignoriert werden, heißt es vom Naturschutzverband Niedersachsen. Für den Gesteinsabbau müsse das FFH-Gebiet zunächst aufgehoben werden – dafür müsse die Untere Naturschutzbehörde des Kreises einen Antrag an das niedersächsische Umweltministerium stellen, das wiederum an das Bundesumweltministerium, welches sich schließlich an Brüssel wenden müsse.

 Die Kreisverwaltung verweist jedoch lediglich darauf hin, dass eine FFH-Verträglichkeitsstudie vorgelegt worden sei, nach der die Schutzziele des FFH-Gebietes durch den Gesteinsabbau nicht beeinträchtigt würden. Insofern stünde der Genehmigung der Steinbrucherweiterung also nichts entgegen. Das niedersächsische Umweltministerium teilt mit, ein Antrag zur Aufhebung des FFH-Gebietes liege derzeit nicht vor. Überlagerungen von FFH-Gebieten und Planungskategorien der Raumordnung würden sich aber nicht grundsätzlich ausschließen. „Man hätte die Pläne harmonisieren müssen“, meint aber Hessisch Oldendorfs Bürgermeister Harald Krüger. Für die Stadt Hessisch Oldendorf selbst gebe es keine Möglichkeiten, die Pläne des Unternehmens zu verhindern. „Wir wollen nicht, dass es zu einer Beeinträchtigung der Menschen kommt“, Krüger. Allerdings habe man nur im Hinblick auf Eigentum und Belange der Stadt eine Handhabe, in das Verfahren einzugreifen. Beispielsweise der Weserberglandweg führe durch das fragliche Gebiet. Die Stadt habe erfolgreich die Wiederherstellung des Weges an anderer Stelle gefordert. Für eine Ablehnung des Erweiterungsantrages hätten die Belange der Stadt aber nicht ausgereicht, so Krüger.

 Rechtlich schwierig einzuschätzen ist hingegen, wie mit dem betroffenen FFH-Gebiet umzugehen ist, welches aber nicht in der Zuständigkeit von Hessisch Oldendorf liegt. „Das ist eines der schwierigsten Rechtsgebiete, die es überhaupt gibt“, sagt Heiko Wiebusch vom Fachbereich Planen und Bauen der Stadt. Besonders fraglich ist der Schutzstatus des Gebietes, weil es zwar von der EU als solches definiert wurde, der Schutzstatus aber nicht, wie beim angrenzenden Naturschutzgebiet, im nationalen Recht umgesetzt wurde.

 Etwas mehr Klarheit erhofft sich die Bürgerinitiative vom Umweltausschuss des Kreises, der Ende November tagen wird. Dort wollen sie dann schon als Verein auftreten.

Coppenbrügge, den 07.10.2017

NABU lädt zum Wiesenfest ein

 Die NABU-Ortsgruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf lädt am Sonntag, 8. Oktober, um 14 Uhr zum Wiesenfest auf dem NABU-Gelände "Kamp" (Verlängerung des Lindenplatzes Dörpe) in Dörpe ein. Vorgestellt wird die Verwandlung einer ehemaligen Weihnachtsbaumwiese in einen artenreichen Wildgarten. Alle Interessierten sind zur Einweihung dieses Projektes eingeladen.

Emmerthal, den 05.10.2017

Oberhalb von Esperde. FOTO: DWZ/AG
Oberhalb von Esperde. FOTO: DWZ/AG

WIR VON HIER

Seit 30 Jahren in Emmerthal aktiv

EMMERTHAL.

 Anläßlich des 30-jährigen Bestehens der NABU-Ortsgruppe Emmerthal hatte der Vorsitzende, seit 1997 und damit 20 Jahre an der Spitze der Naturschützer, zu einer Wanderung rund um Esperde eingeladen. Von den 14 Gründungsmitgliedern, die sich am 24. juni 1987 in Emmern getroffen hatten, um die Idee des heutigen Ehrenvorsitzenden Wofgang Jürgens zu verwirklichen, Naturschutz in Emmerthal einen offiziellen Rahmen zu geben, sind Erich Röttger und Jörg Haasper bei der Wanderung dabei. Wolfgang Jürgens war zehn Jahre bis 1997 Vorsitzender, dann übernahm Oliver Gockel, der seine Berufung zum Familienhobby machte und dafür mit seiner Frau Evelyn für ihren außerordentlichen Einsatz von den Mitgliedern nach der Jubiläumswanderung beim Jägerrouladen-Essen im Museumscafe Börry mit einem Präsent überrascht wurde.    AG

Hessisch Oldendorf, den 05.10.2017

Christian Weigel (re.), Forstamtsleiter von Oldendorf, erläutert (v.li.) Forstminister Christian, Umweltminister Stephan Wenzel und Klaus Merker, Präsident der niedersächsischen Landesforsten, die Entwicklung des Naturwaldes im Süntel. FOTO: DWZ/wft
Christian Weigel (re.), Forstamtsleiter von Oldendorf, erläutert (v.li.) Forstminister Christian, Umweltminister Stephan Wenzel und Klaus Merker, Präsident der niedersächsischen Landesforsten, die Entwicklung des Naturwaldes im Süntel. FOTO: DWZ/wft

840 Hektar Wald im Süntel können sich jetzt frei entwickeln

Mehr Raum für Wildnis

 VON WOLFHARD F. TRUCHSEß

LANGENFELD.

 Der Wald wird wilder am Süntel. Auf 1301 Hektar wird es künftig keine Pflegemaßnahmen und keinen Holzeinschlag mehr geben und der Forst sich zu einem Naturwald entwickeln können.

 Nur noch Fichten, Lerchen und die Roteiche sollen bis zum Jahr 2020 geschlagen und damit herausgenommen werden, weil sie nicht zum natürlichen Bestand der heimischen Wälder zählen, wie Forstminister Christian Meyer, Umweltminister Stephan Wenzel (beide Grüne) und Klaus Merker, der Präsident der niedersächsischen Landesforsten, gestern bei einer Besichtigung des Naturwaldes auf der Langenfelder Gemarkung erklärten. Begleitet wurden die beiden Minister auch von Ricky Stankewitz vom Landesvorstand des NABU und Karl-Friedrich Weber, dem waldpolitischen Sprecher des BUND in Niedersachsen.

 Bereits im Jahr 1972 waren 461 Hektar Baumbestand in diesem Bereich zum Naturwald erklärt und aus der Bewirtschaftung genommen worden. Jetzt wurden durch Beschluss der Landesregierung weitere 840 Hektar umgewidmet und damit eine Lücke zu dem Ziel geschlossen, zehn Prozent der in öffentlicher Hand befindlichen Wälder zu Naturwald zu machen. Auf dem Süntel kann sich damit die zweitgrößte Waldfläche in Niedersachsen mit eigener Dynamik entwickeln und Schauplatz einer besonderen Biodiversität werden. Insgesamt wird jetzt in Niedersachsen auf rund 33 000 Hektar Waldfläche auf Pflegemaßnahmen verzichtet und kein Holz mehr geerntet.

 „Wir erhöhen in den alten und neuen Naturwaldflächen entscheidend die Artenvielfalt. Profitieren werden also die vielen im Wald beheimateten, teils sehr seltenen Tier- und Pflanzenarten, denen wir jetzt mehr Lebensraum geben. Zugleich bildet diese Vielfalt wichtige genetische Ressourcen für die Zukunft“, sagte Fortsminister Meyer gestern beim gemeinsamen Waldspaziergang. Zu den ausgesprochen seltenen Pflanzen auf dem Süntel zählen nach Angaben von Christian Weigel, dem Leiter des Forstamtes Oldendorf, das „Westfälische Brillenschötchen“, die „Österreichische Rauke“, der erst im Jahr 2005 entdeckte Milzfarn und der Berglauch. Niedersachsen und der Süntel leisteten damit einen wichtigen Beitrag zur „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt. Sie hat zum Ziel, deutschlandweit fünf Prozent des gesamten Waldes stillzulegen. „Die jetzt beschlossene Gebietskulisse ist ein Meilenstein für den Naturschutz“, betonte Meyer, „die Landesforsten sind damit Vorbild auch für andere Waldbesitzer.

 Nachdem im Jahr 2013 nur rund fünf Prozent des Landeswaldes wirtschaftlich ungenutzt waren, wurden bis 2015 durch ein erstes Auswahlverfahren bereits mehr als acht Prozent der Fläche als Naturwald ausgewiesen. Auch Bürger und die Naturschutzverbände konnten Vorschläge für mögliche Naturwaldflächen im Landeswald machen. Den Vorschlag, die zusätzlichen 840 Hektar auf dem Süntel umzuwidmen, hatte Forstamtsleiter Weigel gemacht.

 „Mit der Schaffung von Naturwäldern kommen wir dem Ziel, den Wald als Zentrum der natürlichen Arten- und Lebensvielfalt dauerhaft zu schützen, wieder ein Stück näher“, erklärte Umweltminister Wenzel. „Bäume reinigen die Luft, spenden Schatten, regulieren den Wasserhaushalt und sind entscheidende Klimaschützer in unserer Natur.“ Der Zustand der Umwelt und die Bedrohung vieler Arten zeigten aber auch, dass noch ein langer Weg vor uns liege.

 Mit dem Verzicht auf Pflegemaßnahmen und der Ernte von Holz verzichten die Landesforsten auch auf erhebliche Einnahmen. Klaus Merker, der Präsident der im Jahr 2005 gegründeten niedersächsischen Landesforsten schätzt den Verzicht auf den jetzt hinzugekommenen 840 Hektar im Süntel auf etwa 8000 Festmeter Holz, die nicht mehr geerntet und vermarktet werden könnten. Für den niedersächsischen Finanzminister bedeute dies einen Einnahmeverlust von jährlich etwa 200 000 Euro, erklärte Wenzel. „Das sieht der zwar nicht besonders gerne, aber er hat dem im Kabinett zugestimmt.“

 Im Süntel wird in Zukunft die Buche der vorherrschende Baum sein. Offen ist noch, ob die Süntelbuche, eine genetische Mutation des Laubbaums und früher als Teufels- oder Hexenbaum bezeichnet, besonderen Schutz im Naturwald genießen und seine direkte Umgebung von Unterholz bereinigt wird. Auch wenn künftig grundsätzlich keine Pflegemaßnahmen erfolgen sollen, fordert Kreisjägermeister Jürgen Ziegler als Teilnehmer des Waldspazierganges, dass auch in Zukunft Flächen im Naturwald vorgehalten werden, auf denen beispielsweise das Schwarzwild mit Drückejagden dezimiert werden kann. „Dazu brauchen wir freies Schussfeld“, erklärte der Kreisjägermeister. „Wenn alles voller Unterholz steht, wird das nicht möglich sein.“ Grundsätzlich werde die Jagd auch im Naturwald möglich sein, betonten die beiden Minister und auch der Präsident der Landesforsten während des Waldspazierganges.

Hessisch Oldendorf, den 30.09.2017

Ziehende Vögel beobachten

HOHENRODE.

 Was fliegt denn da? Am Sonntag, 1. Oktober, können Naturbegeisterte gemeinsam mit dem Vogelkundler Hans Arend vom Naturschutzbund Deutschland (NABU) dieser Frage auf den Grund gehen. Im Rahmen der Aktion "EuroBirdwatch 2017" findet in der Auenlandschaft Hohenrode eine geführte Zugvogelbeobachtung statt. Im Vordergrund soll die Freude an der Naturbeobachtung stehen, so der NABU. Die kostenlose Führung beginnt um 10 Uhr auf dem Schotterparkplatz am Ortsausgang in Richtung Rinteln.

Coppenbrügge, den 28.09.2017

Am NABU-Stand wurde Apelsaft gepresst. FOTO: DWZ/Christel Piehl/PR
Am NABU-Stand wurde Apelsaft gepresst. FOTO: DWZ/Christel Piehl/PR

Ein tolles Erlebnis für Groß und Klein

50 Jahre Grenzbegehung

OLDENDORF.

 Gleich drei Veranstaltungen hat der Grenzbeziehung- und Heimatverein Oldendorf im Rahmen seines 50-jährigen Jubiläums organisiert.

 So wurde zur „Längsten Kaffeetafel auf dem Hagenbrink“ eingeladen, doch das Wetter spielte verrückt. Es regnete schon Tage vorher und rauher Herbstwind blies über die Felder. Die verantwortlichen Planer ließen sich davon aber nicht beirren.

 Der zweite Vorsitzende des Vereins, Frieder Strüver, konnte um 13 Uhr auf dem Schulhof weit über 50 große und kleine Wanderer begrüßen. Auch Bürgermeister Thomas Hampe ließ es sich nicht nehmen, eine kleine Ansprache zu halten und gutes Gelingen zu wünschen. Zwar wurde aufgrund der schlechten Witterung die eigentliche Route der Wanderung auf etwas mehr befestigte Feldwege gelegt, aber sie fand statt.

 Mit Regenschirmen, Friesennerzen und teilweise in Gummistiefeln, setzten sich die Grenzbezieher in Bewegung. Die Kindergruppe blieb an der Feldeiche, um hier zu vespern, während die Erwachsenen Richtung Ahrenfeld marschierten. Die Wandergruppe folgte dem Grenzweg bis an die Hemmendorfer Feldgrenze, nahm aber nicht den eigentlichen Weg durch die von der Nässe aufgeweichten Felder, sondern der Weg führte nun zur Ahrenfelder Grillhütte. Hier wartete der Maketender Wagen, um die Wanderer mit Getränken zu versorgen. Eine kurze Zeit des Besinnens und Nachdenkens gab es dann in der Grillhütte beim Feldgottesdienst, den Pastor Limmer hielt. Auf dem Festplatz bei Familie Wöhler herrschte längst reges Treiben, als ein Teil der Wanderer dort um 16 Uhr aus dem Treckeranhänger ausstieg. Die Hartgesottenen wanderten die Tour komplett zu Fuß ab. Alle freuten sich nun auf Kaffee und Kuchen – und das boten die Damen des Roten Kreuzes an. Auf dem Festplatz freuten sich die Kinder sowie auch die Erwachsenen über das Lehrmobil der Jäger mit den vielen heimischen Tieren. Ferner wurde am NABU-Stand von den Kindern Apfelsaft gepresst sowie mit Unterstützung des Kindergartens ganz eifrig gemalt. Klein und Groß drehten emsig am Tombolarad, das der Elternverein der Oldendorfer Schule aufgestellt hatte, um einen Preis zu gewinnen. Am Stand vom Gasthof Petzold gab es Brötchen, gefüllt mit leckerem Krustenbraten und Krautsalat. Die Spendeneinnahmen kommen dem Erhalt des Oldendorfer Sportplatzes zugute.      PR

Emmerthal, den 27.09.2017

Ein Nistkasten für Fledermäuse. FOTO: DWZ/AG
Ein Nistkasten für Fledermäuse. FOTO: DWZ/AG

"Wir arbeiten eher im Verborgenen"

NABU-Ortsgruppe besteht seit 30 Jahren

EMMERTHAL.

 Fast genau vor 30 Jahren, am 22. September 1987, wurde die Emmerthaler Ortsgruppe des NABU Deutschland ins Vereinsregister eingetragen. Anlässlich dieses Jubiläums hatte Vorsitzender Oliver Gockel, seit 1997 und damit seit 20 jahren an der Spitze der Naturschützer, zu einer Wanderung rund um Esperde eingeladen, um einen Blick auf die betreuten Naturräume im Ilsetal zu werfen.

 "Wir arbeiten je eher im Verborgenen", so Gockel. Insgesamt werden 18 Flächen im gesamten Gemeindegebiet, davon acht Pachtflächen und vier Eigentumsflächen gepflegt. "Mit zehn Aktiven kümmern wir uns um Grünland und Magerrasen, teilweise Wald und Gehölze, aber auch Moore und Sumpf, Trockengebüsch und Obstbäume." So vielfältig wie die Gegebenheiten der unterschiedlichen Terrains sind, sind auch Flora und Fauna, die sich darin befinden. Davon konnten sich die Mitglieder auf ihrer Wanderung überzeugen.

 "Viele Pflanzen und Tiere, die auf der Roten Liste stehen, geben wir eine Heimat und schützen so wichtige Naturkreisläufe." Auf der Wanderung gab es Bienenvölker zu sehen, die das ganze Jahr draußen stehen sowie Nistkästen für Fledermäuse und Waldkauze. Damit diese Tiere nicht gestört und Pflanzen nicht gepflückt werden, mag der Diplom-Ingenieur der Landschaftsplanung gar nicht so genau sagen, wo man Sumpfdotterblumen und Wiesensalbei oder Neuntöter, Erdeichel-Widderchen und den besonders seltenen Mädesüß-Perlmutfalter in Emmerthal finden kann. Dabei sieht Oliver Gockel in der Sensibilisierung der Menschen für die schützenswerte Natur, neben der Pflege der Flächen, als eine der Hauptaufgaben des NABU. "Nur für das, was man kennt, kann man Verständnis haben und es schützen.

 Mit Fledermausexkursionen und Gewässeruntersuchungen für Schulklassen und Feriepasskindern vermitteln wir deshalb, was es an interessanten Naturerlebnissen bei uns direkt vor der Haustür gibt und wie wichtig es ist, Pflanzen und Tieren ihre Lebensräume zu erhalten", so Gockel. Auch Besuche von Tierauffangstationen oder der Nistkastenbau beim Erntefest im Landwirtschaftsmuseum Börry gehören zum Aktivangebot im Jahresprogramm der Emmerthaler NABU-Gruppe. Und die Aktivitäten sind sehr beliebt.      ag

Hameln, den 07.09.2017

Ein Feuersalamander. FOTO: DWZ/NABU/Bruno Scheel
Ein Feuersalamander. FOTO: DWZ/NABU/Bruno Scheel

Vortrag von Bruno Scheel vom NABU in der „Grünen Gurke“ beim Kleingärtnerverein Riepenbach

Lebensräume für Amphibien

HAMELN.

 In den letzten Jahrzehnten sind in der freien Landschaft im großen Umfang viele Lebensräume – insbesondere für Amphibien – verloren gegangen.

 Dies geschah durch Intensivierung der Landwirtschaft und den Ausbau der Wirtschaftswege, argumentiert Britta Raabe von der NABU-Regionalgeschäftsstelle Weserbergland. Unter anderem seien vielerorts temporär wasserführende Senken durch Verfüllen oder Drainage als Laichgewässer nicht mehr vorhanden. Und auch wasserführende Radspuren auf nicht versiegelten Wegen hätten ihre Funktion als Vernetzungslinien durch Ausbaumaßnahmen verloren. Aus diesem Grund lädt der Kleingärtnerverein Riepenbach zu einer Infoveranstaltung in sein Vereinsheim „Zur Grünen Gurke“, in Wangelist, Senator-Urbaniak-Weg 2, ein. Referent ist Bruno Scheel, der sich ehrenamtlich im Naturschutzbund Deutschland engagiert und viel Wissen aus seiner praktischen Arbeit gewonnen hat. Unter anderem arbeitet er seit Langem für das Gelbbauchunkenprojekt des NABU Niedersachsen. Der Vortrag findet im Rahmen der „Umwelttage Weserbergland 2017“ am Freitag, 8. September, von 18.30 bis 20.20 Uhr statt. Seit einigen Jahren sei dieser negative Trend auch in vielen Waldgebieten zu beobachten, so Britta Raabe. Ließe sich der Verlust von „Gewässern“ auf den Wegen – ausgelöst durch Wegebaumaßnahmen – noch verschmerzen, wiegt der häufig parallel laufende Ausbau der Wegeseitengräben um einiges schwerer. Die Grabensohle wird meist so ausgeführt, dass nur noch selten Wasser dort stehen bleiben kann. Fand man früher in den Gräben noch häufig amphibisches Leben, sei das heute nur noch selten der Fall.

 In dem Vortrag wird ausführlich auf diese Problematik eingegangen, aber es werden auch anhand von vielen praktischen Beispielen Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt. Eingegangen wird auch auf das sensible Thema „Rückegassen“ und die damit verbundenen hochverdichteten Radspuren. Selten wird erkannt, dass diese wassergefüllten Radspuren einen ganz besonderen Lebensraum nicht nur für Amphibien darstellen: unter anderem profitieren viele Libellenarten und auch Feuersalamander davon. PR

Hameln, den 06.09.2017

Barbara Schnelle (re.) von den Rattenfängerquiltern gibt die Spende der Besucher vom FIZ am Tag des Nähens jetzt an die NABU-Vertreterin, Sophie Werbeck mit Tochter. FOTO: DWZ/PR
Barbara Schnelle (re.) von den Rattenfängerquiltern gibt die Spende der Besucher vom FIZ am Tag des Nähens jetzt an die NABU-Vertreterin, Sophie Werbeck mit Tochter. FOTO: DWZ/PR

Rattenfängerquilter spenden dem NABU

Tag des Nähens

HAMELN.

 Zum 4. Mal beteiligten sich die Rattenfängerquilter am bundesweiten Tag des Nähens in der Öffentlichkeit vor dem Familienzentrum FiZ in der Osterstraße.

 Dabei konnte jeder den Patchwork-Damen über die Schulter schauen und sehen, wie ein Vogel aus Stoff genäht wurde oder auch selbst mitmachen. Viele Vögel wechselten gegen eine Spende für den ortsansässigen NABU den Besitzer. Dabei ist eine stolze Summe von 150 Euro zusammengekommen, die jetzt beim Sommerfest des NABU Hameln-Hessisch Oldendorf-Aerzen überreicht wurde.     PR

Salzhemmendorf, den 12.08.2017

Kindern bieten sich auf dem Areal viele Spielmöglichkeiten. FOTO: DWZ/pr
Kindern bieten sich auf dem Areal viele Spielmöglichkeiten. FOTO: DWZ/pr

Zeitreise in Historie des Bergbaus

Kindertag im Hüttenstollen

SALZHEMMENDORF/OSTERWALD.

 Eine Zeitreise in die Geschichte des Bergbaus, wie sie das Besucherbergwerk Hüttenstollen in Osterwald bietet, fasziniert Kinder ganz besonders. Daher gibt es im und am Hüttenstollen in jedem Sommer einen Kindertag – nun schon zum achten Mal.

 Dabei stehen neben dem Erlebnis der Untertageführung Spiel und Spaß im Vordergrund. Zum Programm des Kindertages gehören immer einige Mitmachaktionen, die an die Zeit erinnern, als Kinder auch in unserer Region in Bergwerken, Steinbrüchen, Glashütten und Ziegeleien arbeiten und so ihren Teil zur materiellen Existenz ihrer Familien beitragen mussten.

 Spielerisch und nur zum Vergnügen können die jungen – und älteren – Gäste des Hüttenstollens am Kindertag Steine bearbeiten, kleine Lehmziegel anfertigen und erfahren, wie der Arbeitsalltag im Bergwerk früher aussah.

 Natürlich gibt es weitere tolle Aktionen: eine Hüpfburg zum Toben und Herumtollen, einen Sandkasten für die ganz Kleinen, eine Spaßfotowand und viele lustige Spiele.

 Am Kindertag dabei ist auch der NABU – Naturschutzbund Deutschland – mit Infos über Tiere und Pflanzen sowie Angeboten zum Ausprobieren und Basteln.

 In diesem Jahr findet der Kindertag am Sonntag, dem 13. August in der Zeit von 11 Uhr bis 17 Uhr statt. Gäste bis 14 Jahre haben freien Eintritt ins Museum und müssen auch für die Führung durch das Besucherbergwerk nicht bezahlen. Leckere Speisen und Getränke zu kleinen Preisen dürfen selbstverständlich auch nicht fehlen.

 Das Museumsteam freut sich auf viele kleine und große „Freizeitbergleute“.


Deister- und Weserzeitung

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31785 Hameln
Tel.: 05151-200-0

Pyrmonter Nachrichten

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