Presse-Archiv 2012


DWZ - Bad Münder - 29. Dezember

Streit um das Holz aus Deister und Süntel / Greenpeace-Vorstoß findet nicht nur Unterstützung

VON MARKUS RICHTER

Bad Münder.

Der Plan von Umweltschützern, den kompletten Süntel und den gesamten nördlichen Teil des Deisters am Nienstedter Pass vollständig aus der Bewirtschaftung herauszunehmen, stößt bei den heimischen Landesforsten auf massive Gegenwehr. "Wir lehnen die gesamte Forderung ab", sagt Forstsprecher Joachim Hansmann.

Nach einem erbitterten Streit im Bayrischen Wald und jüngsten Kartierungen auf eigene Initiative im Solling hat Greenpeace jetzt zusätzlich den Bereich rund um Bad Münder ins Auge gefasst. Gesche Jürgens und ihre Mitstreiter prangern an, dass bislang erst vier Prozent des niedersächsischen Waldes unter Schutz gestellt seien - die Landesregierung unter Ministerpräsident David McAllister weigere sich, die von der Bundesregierung beschlossenen Ziele zum Waldschutz umzusetzen. Dieser Beschluss, die sogenannte Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, sehr nämlich vor, bis spätestens 2020 zehn Prozent aller Buchenmischwälder sich selbst zu überlassen.

Ein Gutachter nahm bundesweit über 100 Waldgebiete unter die Lupe und filterte aufgrund ökologischer Kriterien auch die heimischen Wälder heraus, erklärt Oliver Salge, Teamleiter Wälder bei Greenpeace Deutschland, im Gespräch mit dieser Zeitung. "Die Forstwirtschaft zerstört die Chance, die Natur zu genießen."  Außer dem Harz gebe es zu wenige zusammenhängende Waldgebiete - den Süntel als Schutzgebiet umzuwidmen, die Kettensägen und Schaufelbagger zu verbannen, sei vor allem im Sinne der Menschen notwendig. "Einer der wichtigen Gründe ist die Erholungsfunktion, der Schutz schließt den Menschen ein", meint Salge. Tiere und Pflanzen würden unter den Eingriffen leiden - die alten Wälder seien es, die Lebensgrundlagen bieten, micht die Aufforstungen mit jungem Bestand. Und: Es gebe zu wenig Schutzgebiete, deren Pflanzen Kohlendioxid speichern können. Die Aktivisten verlangen zudem einen sofortigen Einschlagstopp für alle öffentlichen Buchenwälder, die über 140 Jahre alt sind.

Andere Verbände schließen sich an: Der Bund für Umwelt- und Naturschutz hat wie berichtet die Landesforsten verklagt und will ein Mitspracherecht bei der Erstellung von Bewirtschaftungsplänen erreichen. Beim Naturschutzbund (NABU) Bad Münder verfolgt man die Vorstöße mit Interesse. "Wir benötigen einen schonenden Umgang mit Ressourcen", sagt Matthias Großmann. Der NABU-Vorsitzende hat festgestellt, dass etwa im Deister "wild herumgeforstet" worden sei - augenscheinlich nur nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten. "So kann man nicht weitermachen." Der NABU unterstütze den Prozess des Umdenkens, fordere jedoch keine radikale Reform wie Greenpeace. Großmann: "Ein Kompromiss muss her."

Kein Verständnis für die Greenpeace-Offensive hat Horst Ebeling, der für die Bakeder Forstgenossen im Süntel aktiv ist. Er verweist auf Forstwirtschaftspläne, die auf zehn Jahre angelegt werden  und auf die Richtlinien, die die PEFC-Zertifizierung vorgibt. Was ihn ärgert: Eigentümer wie die Forstgenossen sollen zwar mit einem Einschlagstopp belegt werden, würden aber gleichzeitig mit kostenintensiven Problemen wie dem Eschen-Triebsterben alleine gelassen.

Der Schutz des Altholzes ist für Ebeling auch nicht neu: Seit rund 20 Jahren gibt es bei Beber ein 1,1 Hektar großes Gebiet, in dem das Land für das Belassen alter Bäume im Bestand eine Entschädigung zahle.

DWZ - Hameln - 15. Dezember 

Vogelfütterung - Samen und Früchte geben Energie / Hans Arend vom NABU Hameln-Pyrmont gibt Tipps zur richtigen Verpflegung von wildlebenden Vögeln im Winter

Hameln (jbr).

Als Alina und Reiner Treike am Morgen aus dem Fenster ihres Hauses in Klein Berkel schauen, wunsern sie sich nicht schlecht, wer da an den Apfelstücken knabbert, die sie auf ihrer Terrasse eigentlich für kleine Drosseln angelegt hatten - ein Fasan hatte die Leckerbissen entdeckt und sich zugleich darüber hergemacht. Jetzt fragt sich das Ehepaar, ob es überhaupt gut ist, Vögel im Winter zu füttern. "Auf jeden Fall", sagt Hans Arend, Pressesprecher des Naturschutzbundes (NABU) Hameln-Pyrmont Anmerkung Webmaster: Pressesprecher der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln und Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes Hameln-Pyrmont. "Bei Schnee und Eis haben die Tiere einen sehr hohen Energiebedarf, den sie in unserer ausgeräumten Landschaft kaum mehr decken können." Damit dabei keine Fehler passieren, gibt Arend Tipps, worauf bei der Winterfütterung zu achten ist.

"Es dürfen auf keinen Fall Speisereste verfüttert werden", sagt er. Nur artgerechtes Vogelfutter gehöre in die Futterstellen. Arend: "Energiereiche Samen und Nüsse sind am besten geeignet." Dazu zählen unter anderem Hafer, Sonnenblumenkerne, Maisflocken, ungesalzene Erdnüsse und Haselnüsse. Ganz wichtig laut Arend: "Die Mischung macht's." Damit zum Beispiel Feinfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunelle und Erlenzeisig nicht ausgeschlossen werden, sollte die Fütterung nicht nur mit einer Futterstelle erfolgen. Auch Fettblöcke und -kolben seien hervorragende Energiebomben für Meisen und andere Vögel. Es gibt sie in verschiedenen Varianten, auch mit Insekten- und Waldfruchtanteil. Arend: "Auch Futterringe sind sehr gut, denn sie verfügen neben Fett über einen hohen Saatanteil." Eine gute Vitamingabe, die besonders gern auch von Amseln genutzt werde, seien zudem getrocknete und ungeschwefelte Rosinen und Apfelhälften, die einfach auf den Boden gelegt werden. "Beim Vogelfutter unbedingt auch darauf achten, dass das Haltbarkeitsdatum nicht überschritten ist", mahnt der NABU-Mitarbeiter.

Bei der Einrichtung der Futterplätze sei es wichtig, dass keine Massenfutterplätze entstehen. Denn die begünstigen die Verbreitung von Krankheiten, weiß Arend: "Besser als große Futterhäuser sind Säulen und Trichter, in denen das Futter trocken nachrutschen kann und gegen Verschmutzung geschützt ist." Zudem sollten, laut Arend, mehrere Futtersäulen und -trichter in Abstand zueinander gebracht werden, damit möglichst viele Vögel die Chance haben, sie zu nutzen. Wenn etwas auf den Boden landet, sei das auch kein Problem, denn: "Amseln, Wacholderdrosseln und andere Arten nutzen das heruntergefallene Futter", sagt Arend. Für Fasane, Rebhühner und Co. können sogenannte "Bodenschütten" aufgestellt werden, in denen das Futter ebenfalls nachrutscht. "Es ist möglich, diese auch an Feldhecken und Waldrändern zu installieren", so der Tierschützer. "An ihnen sammeln sich oft Mäuse - wiederum eine willkommene Nahrung füu "hungernde" Greifvögel und Eulen.

Bei der Einrichtung der Futterstellen sei darauf zu achten, dass sie katzensicher angelegt sind. Zudem sei es laut Arend ratsam, die Futtertrichter und -häuser bereits am Abend zu füllen - das hat einen einfachen Grund: "Vögel sind schon in den frühen Morgenstunden aktiv und haben dann einen großen Energiebedarf." Natürlich müssen die Futterstellen auch gereinigt werden. "Dazu aber nur warmes Wasser und gegebenenfalls eine Bürste benutzen - niemals Seife oder Chemikalien verwenden," empfliehlt der Experte.

Die beste aller Vogelfütterungen sei allerdings die "vorausschauende Winterfütterung", nämlich ein naturnaher Garten. Arend: "Unter altem Laub finden die Vögel im Winter viele Insekten und Spinnen." Zudem würden Beeren und Früchte einen willkommenen und vor allem lange gedeckten Tisch gewährleisten.

  • Übrigens: Am Freitag, 4. Januar, startet der Naturschutzbund die bundesweite Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel". Bis Sonntag, 6. Januar, kann sich jeder an der Aktion beteiligen und die Vögel zählen, die er von seinem Balkon oder in seinem Garten sieht. Auch die Vögel ikn öffentlichen Parks sollen erfasst werden, so dass auch hier gezählt werden darf. Mit der Aktion möchte der Naturschutzbund Aufschluss erhalten über Qualität und Quantität des Vogelbestandes in der gesamten Bundesrepublik.

DWZ - Hameln - 03. Dezember 

NABU lädt zum Treffen

Hameln.

Der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln lädt seine Mitglieder zu einem Treff ein. Diese neue Form der Mitgliederinformation findet zum zweiten Mal statt, und zwar am morgigen Dienstag, 4. Dezember, um 19 Uhr im Natur- und Umweltschutzzentrum am Berliner Platz.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 28. November 

Teures Naturerleben an der Weser

Hessisch Oldendorf (doro/ ch).

Tafeln, die die Natur erklären, und Türme zur Beobachtung von Vögeln bilden das Kernstück des Projekts „Radroute WeserErleben“. Die Route, die als Rundkurs über 30 Kilometer zwischen Hessisch Oldendorf und Rinteln verläuft, soll 15 Naturerlebnisorte innerhalb der Weserniederung „wie eine Weser-Perlenkette“ erschließen und miteinander verbinden, heißt es in der Projektbeschreibung. Aufgestellt werden sollen die Objekte hauptsächlich am Weserradweg, aber auch abseits, zum Beispiel zwischen Hessisch Oldendorf und Großenwieden.
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Besonders viel Geld soll in Hohenrode investiert werden, dort, wo der NABU dem Unternehmen AHE Schaumburger Weserkies Kiesteiche abgekauft hat, um eine einmalige Auenlandschaft entstehen zu lassen. Doch auch um dorthin zu gelangen, müsste der Radtourist den Radweg verlassen. Die Alternativroute zum bestehenden Weserradweg bestünde in einem Stichweg mit Aussichtstürmen.
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Wilhelm Kuhlmann, als Gast des Kreistages, vertritt die Gegenposition: Natur gebe es entlang des Weges, „aber Erklärungen, was es zu erleben gibt, die fehlen“. Und Naturerleben sei dem Land Niedersachsen schließlich so wichtig, dass es den EU-Fördertopf noch aufgestockt habe.

Ähnlich sahen es auch die Mitglieder des Hameln-Pyrmonter Kreistages. Bis auf Heinrich Fockenbrock stimmten alle für das Projekt „Radroute WeserErleben“.

DWZ - Aerzen - 27. November 

Wie steht es um den Schutz der Dohlen in Aerzen?

Aerzen (red).

„Eine der intelligentesten heimischen Vogelarten, die trotz ihrer Anpassungsfähigkeit immer weniger Nistmöglichkeiten findet, ist die Dohle, Vogel des Jahres 2012“, erklärt Christian Weidner vom Naturschutzbund NABU Hessisch Oldendorf/Hameln. Als Kulturfolger hatten sich die ursprünglichen Steppenbewohner in der menschlichen Nachbarschaft gut eingerichtet: Hohe Gebäude boten ihnen vorzüglichen Unterschlupf und Weiden, Felder und Wiesen mit Käfern, Heuschrecken, Würmern und Schnecken. Für die Landwirtschaft waren sie nützliche Helfer bei der biologischen Schädlingsbekämpfung.

„Doch nun versiegeln wir immer mehr Grünflächen rund um unsere Ortschaften für den großflächigen Anbau von Energiepflanzen – vor allem Mais und Raps – und setzen großflächig Pestizide ein. Damit verschwinden auch viele Insekten als Nahrungsgrundlage“, erklärt Weidner. „Deshalb sinkt die Zahl der Dohlen in vielen Regionen.“ Der Dohlenbestand in Deutschland wird auf rund 100 000 Brutpaare geschätzt. Größere Dichten erreicht die Art nur noch regional, etwa am Niederrhein. Dohlen stehen bereits in mehreren Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten oder auf der Vorwarnliste.

Zu dem Artenschwund tragen aktuell auch viele Gebäudesanierungen bei, die zwar wichtigen Energiesparzielen dienen, aber den Dohlen Brutplätze in Nischen, Mauerlöchern und Dachstühlen versperren. Wegen ihrer Vorliebe für Kirchtürme nannte man sie früher „des Pastors schwarze Taube“, doch die Türme vieler Gotteshäuser wurden inzwischen zur Taubenabwehr vergittert.

Der NABU möchte zeigen, was getan werden kann, um den Lebensraum der Dohle zu schützen. Dazu bietet die NABU-Gruppe einen Powerpoint-Vortrag über die Dohle in Aerzen an. Der Vortrag findet am Mittwoch, 28. November, ab 19 Uhr in der Gaststätte „Zum alten Forsthaus“, Tannenweg 8, statt

DWZ - Hessisch Oldendorf - 26. November

Bufdis Im Einsatz für Natur und Umwelt / Bundesfreiwilligendienst beim NABU

Hessisch Oldendorf (red).

Die NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln hat sich erfolgreich als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst beworben und hat jetzt die Genehmigung dafür erhalten. Ab sofort können Mitarbeiter eingestellt werden.

Der NABU sucht für die Einsatzgebiete in Aerzen, Hameln und Hessisch Oldendorf zwei Mitarbeiter. Bewerben können sich Frauen und Männer ab 16 Jahren, nach oben gibt es keine Altersbegrenzung. Der Bundesfreiwilligendienst ist der Ersatz für den abgeschafften Zivildienst.

Neben dem Freiwilligen Sozialen Jahr und Ökologischen Jahr sollen sich die Mitarbeiter nun um das Gemeinwohl engagieren. Die Dauer kann flexibel gestaltet werden: von sechs Monaten bis maximal zwei Jahren kann die Arbeit durchgeführt werden. Im Regelfall soll es ein Jahr sein. Die Obergrenze der Vergütung beträgt zurzeit 336 Euro. Unterkunft und Verpflegung kann beim NABU nicht gestellt werden, heißt es in der Mitteilung des NABU.

Aufgabenbereiche sind unter anderem beim Amphibienschutz, bei der Anlage und Pflege von Streuobstwiesen, bei der Landschaftspflege, beim Fledermaus- und Vogelschutz, bei der Kinder- und Jugendarbeit und bei der Öffentlichkeitsarbeit.

Bewerbungen werden erbeten unter www.freiwillige-im-naturschutz.de oder info@NABU-hamelnpyrmont.de, weitere Informationen gibt es auf der Homepage des NABU Hameln-Pyrmont www.NABU-hamelnpyrmont.de

DWZ - Hessisch Oldendorf - 20. November

Vortrag über Schleiereulen

Hameln.

Mit ihrem herzförmigen Gesicht und den kleinen dunklen Augen ist die Schleiereule vielleicht unsere schönste Eule. Allerdings setzen harte Schneewinter dem Bestand regelmäßig besonders stark zu, so dass sie so gut wie kein Fettpolster anlegen kann. Auch der zurückliegende Winter dürfte den Bestand der Schleiereulen merklich reduziert haben, fürchtet der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln. Deshalb bietet er einen Vortrag morgen um 19 Uhr im Energietreff der Stadtwerke Hameln an.

HALLO SONNTAG - Hessisch Oldendorf - 18. November

NABU bietet zwei Bufdi-Einsatzstellen an / Verschiedene Arbeitsgruppen sollen gebildet werden

Hessisch Oldendorf (kl).

Über 1200 Mitglieder zählt die NABU-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf/Hameln. 560 Mitglieder kommen aus Hessisch Oldendorf. Anmerkung Webmaster: über 1500 in der NABU-Gruppe und 710 in Hessisch Oldendorf. "Das ist das Ergebnis einer Mitgliederwerbung, die eine Firma alle vier Jahre für uns durchführt", erzählt Hans Arend während eines Treffens im Werkhaus. Zwar habe man viele Mitglieder, aber es würden Aktive fehlen.

"Wir wollen Arbeitsgruppen zu verschiedenen Arbeitsgebieten wie zum Beispiel Botanik, Vögel oder Amphibien bilden, aber dazu müssen wir auch Leiter haben, die Verantwortung übernehmen", so Arend.

Überhaupt ist beim NABU in Hessisch Oldendorf derzeit einiges im Umbruch. Der Vorsitzende, Hans-Jürgen Wissel, ist erkrankt und kann sein Amt nicht mehr ausüben. "Zum Glück haben wir einen potentiellen Nachfolger gefunden. Christian Weidner wird sich bei der nächsten Jahreshauptversammlung im März 2013 zur Wahl stellen", erklärt Arend.

Außerdem sucht die NABU-Gruppe ein "Zuhause" in Hessisch Oldendorf. Zum Beispiel ein Ladengeschäft in der Langen Straße. "Aber das muss selbstverständlich finanzierbar sein", so Arend. Dort will der NABU ein Büro als Anlaufstelle einrichten und als Einsatzstelle für einen Bufdi.

"Wir sind nämlich als Einsatzstelle für den Bundesfreiwilligendienst anerkannt und suchen jetzt zwei Mitarbeiter für den NABU Hessisch Oldendorf/Hameln, die wir sofort einstellen können", erklärte Arend. Ihr Einsatzgebiet im Natur- und Umweltschutz ist Aerzen, Hameln und Hessisch Oldendorf. Bewerben können sich Frauen und Männer ab 16 Jahren, nach oben gibt es keine Altersbegrenzung. Der Bundesfreiwilligendienst ist der Ersatz für den abgeschafften Zivildienst.

Die Dauer kann flexibel gestaltet werden: von 6 Monaten bis maximal 2 Jahren kann die Arbeitszeit durchgeführt werden. Im Regelfall sollte es ein Jahr sein. Die Obergrenze der Vergütung beträgt zurzeit monatlich 336 Euro. Unterkunft und Verpflegung kann beim NABU Hessisch Oldendorf/Hameln nicht gestellt werden. Aufgabenbereiche sind unter anderen beim Amphibienschutz, bei der Anlage und Pflege von Streuobstwiesen, bei der Landschaftspflege, beim Fledermaus- und Vogelschutz, bei der Kinder- und Jugendarbeit und bei der Öffentlichkeitsarbeit.

"Lautlose Jäger der Nacht", heißt der Vortrag über Schleiereulen, zu dem der NABU am Mittwoch, 21. November, um 19 Uhr in Hameln im Energietreff der Stadtwerke einlädt. Referent ist das NABU-Mitglied Christian Weidner.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 07. November

NABU informiert

Hessisch Oldendorf (red).

Der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln lädt seine Mitglieder zu einem NABU-Treff ein. Diese neue Form der Mitgliederinformation findet zum ersten Mal statt. Das Treffen findet Dienstag, 13. November, in Hessisch Oldendorf statt. Treffpunkt ist um 19 Uhr der Baxmannsaal im Werkhaus. Alle Mitglieder der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln sind dazu herzlich eingeladen.

DIE WOCHE AKTUELL - Salzhemmendorf - 31. Oktober 

Auszeichnung für die St. Vituskirche / Fledermausplakette für die Funktion als Wochenstube

Hemmendorf.gs

Fledermäuse, Wesen der Dunkelheit - so oder anders wurden die Fledermäuse im Mittelalter mythisiert. So wurden schon früh Teufel und andere Dämonen mit Fledermausflügeln dargestellt. Und auch Vampire verwandeln sich in Fledermäuse, um sich sie wie sie unauffällig fortzubewegen und durch die Nacht zu fliegen. Dabei tut man ihnen Unrecht, denn Fledermäuse sind in der Regel nachtaktive Tiere. Zum Schlafen ziehen sie in Höhlen, Felsspalten, Baumhöhlen oder menschengemachte Unterschlüpfe (Dachböden, Ruinen oder Minen) zurück. Die meisten Fledermausarten ernähren sich von Insekten, die sie teilweise im Flug erbeuten. Größere Arten fressen auch kleinere Säugetiere wie Nagetier und andere Fledermäuse, Frösche und Fische. Sie gehören damit eher zur Gruppe der Nützlinge. Entsprechend sind sie auch unter Schutz gestellt.

Die Fledermäuse in unserer Region haben einen vom Klima bestimmten Jahresablauf. Daher benötigen sie Quartiere, die ihnen Schutz vor schlechter Witterung und vor Feinden bieten. Im Flecken ist es die St. Vituskirche in Hemmendorf, die sich die heimischen Fledermäuse nun schon bereits seit Jahren als Quartier ausgesucht haben. Die erste Meldung, die beim Naturschutzbund Deutschland einging, stammt aus dem Jahr 2000. Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz zählte dabei in der Wochenstube 23 Alt- und 20 Jungtiere. Jetzt erhielt die Kirchengemeinde Hemmendorf aus den Händen von Dr. Ernst-Hermann Solmsen und Rainer Marcek vom NABU Niedersachsen als Auszeichnung eine Fledermausplakette.

Sie kennzeichnet die Kirchengemeinde als eine der Wochenstuben für das Große Mausohr, das Braune Langohr und Zwergfledermäuse, die das Überleben auf Dauer sichern. Die evangelische Kirchengemeinde Hemmendorf engagiert sich im hohem Maße für den Schutz. Auch die Konfirmanden und Vorkonfirmanden zeigen dabei großes Interesse, denn sie sind bei den Konfirmanden-Projekten "Fledermausnächte" immer in großer Anzahl dabei.

DIE WOCHE AKTUELL - Salzhemmendorf - 31. Oktober 

Kinder pressen sich ihren Saft selber

SALZHEMMENDORF.gs

Das Milch nicht von lila Kühen und Apfelsaft nicht aus dem Tetrapack vom Supermarkt kommt, wissen wohl alle Kinder. Wie entsteht aber solch' ein leckeres Getränk wie Apfelsaft? Schmeckt selbst gepresster Saft so wie aus der Tüte? Was muss man alles machen, um an den Saft zu kommen? Solche und weitere Fragen wurden jetzt im Kindergarten in Salzhemmendorf beantwortet. Eingeladen von der Kindergartenleitund, stand Günter Blötz, Vorsitzender vom Naturschutzbund Deutschland aus Coppenbrügge, nicht nur Rede und Antwort - es wurde auch alles gleich in die Praxis umgesetzt. "Die Praxis und das Verständnis den Kindern näher zu bringen, ist unser Anliegen. Solche Aktionen wie Saft pressen ist gelebte Umweltpädagogik und damit auch Umweltschutz", meinte Blötz. Es ging auch dann ganz schnell zur Sache, denn die zuvor mit den Eltern geernteten Äpfeln mussten schnell verarbeitet werden. Dass es echte Handarbeit und damit nicht ganz leichte Arbeit werden sollte, merkten die Kinder rasch. Je mehr die Äpfel manuell mit der Presse zusammengedrückt wurden, umso mehr Kraft musste man aufwenden. Aber am Ende hatte es sich gelohnt: Jedes Kind konnte eine Flasche vom selbst gepressten Saft mit nach Hause nehmen. Und der schmeckte dann selbstverständlich auch viel besser als der vom Supermarkt.

DWZ - Bad Pyrmont - 24. Oktober 

Walgeister und Feen basteln

Bad Pyrmont.

Zum Basteln von Feen, Gnomen und Waldgeistern aus Naturmaterialien aus dem Pyrmonter Wald lädt der Naturschutzbund Bad Pyrmont heute Familien und Kinder (unter 6 Jahren nur in Begleitung) ein. Treffpunkt ist heute um 10 Uhr der Parkplatz der DAK-Klinik. Infos unter Tel. 05281/168145 oder 0163/2920584 bei Holm Rengstorf.

HALLO SONNTAG HAMELN - Hameln-Pyrmont - 21. Oktober 

1000. neues Mitglied / Pyrmonterin will Kinder- und Jugendgruppe im NABU aufbauen

Hameln-Pyrmont (red).

"Gehofft haben wir es ja - aber geglaubt nie", freut sich Hans Arend, Vorsitzender des NABU Kreisverbandes Hameln-Pyrmont, und bedankt sich bei den über 1000 neuen Mitgliedern, dass sie ihr Herz für den Naturschutz geöffnet haben und den NABU unterstützen wollen - ob nun passiv oder aktiv.

In Bad Pyrmont, wo das erfolgreiche Werbeteam zuletzt geworben hatte, konnte nun das 1000. neue Mitglied geehrt werden: Angela Vollbrecht. Holm Rengstorf, Vorsitzender der NABU-Gruppe Bad Pyrmont, überreichte ihr einen Blumenstrauß und einen Nistkasten, der seinen Platz in ihrem Naturgarten finden wird. Rengstorf bedankte sich bei Angela Vollbrecht, die auch aktiv in der Gruppe mitarbeiten möchte. Sie möchte in Bad Pyrmont eine neue Kinder- und Jugendgruppe aufbauen, damit auch in Bad Pyrmont endlich Kinder- und Jugendarbeit stattfinden kann.

Angela Vollbrecht war mehrere Jahre beruflich im Deutschen Entwicklungsdienst in Westafrika für den Naturschutz aktiv tätig. Während ihres Aufenthaltes in den Niederlanden hat sie mit Jugendlichen viel für die dortige Natur geleistet. Schon als Kind hat sie ihre Begeisterung für das Wandern entdeckt und war neben dem heimatlichen Harz auch auf dem Jakobsweg  und im Himalaya unterwegs.

PYRMONTER NACHRICHTEN - Bad Pyrmont - 18. Oktober 

Neues aus der Nachbarschaft

Bad Pyrmont

Wann haben Sie, liebe Leserin, lieber Leser, eigentlich das letzte Mal mit Ihrem Nachbarn gesprochen? Das ist schon ein, zwei Wochen her? Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen, denn vielleicht haben Sie etwas Interessantes verpasst, das sich direkt hinter Ihrem Gartenzaun ereignet hat. Sie haben selbst etwas Besonderes erlebt oder gesehen? Dann rufen Sie an (05281/ 9368616), schicken eine E-Mail (pn-redaktion@dewezet.de) oder einen Brief (Redaktion Pyrmonter Nachrichten, Rathausstraße 1, 31812 Bad Pyrmont). Oder werden Sie selbst zum Reporter: Unter www.wesio.de können Sie Ihre Bilder, Texte oder Videos auch direkt ins Internet stellen.

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„Gehofft haben wir es ja – aber geglaubt nie“, freute sich jetzt Hans Arend, Vorsitzender des NABU Hameln-Pyrmont, als es galt, das 1000. Mitglied im Kreisverband des Naturschutzbundes willkommen zu heißen. Angela Vollbrecht bekam von Holm Rengstorf, dem Vorsitzenden der Pyrmonter Ortsgruppe, Blumen und einen Nistkasten überreicht, der seinen Platz in ihrem Naturgarten finden wird. Die Neue scheint übrigens ein echter Gewinn zu sein, denn sie will in der Kurstadt eine NABU-Kinder- und Jugendgruppe aufbauen. Angela Vollbrecht war mehrere Jahre beruflich im Deutschen Entwicklungsdienst in Westafrika für den Naturschutz tätig und hat sich auch schon in den Niederlanden mit Jugendlichen für die Natur engagiert. Die Pyrmonter NABU-Gruppe hat durch die aktuelle Werbeaktion des NABU-Kreisverbandes jetzt über 500 Mitglieder.

NDZ - Bad Münder - 17. Oktober 

Exkursionen zeigt die Artenvielfalt im Reservat

Nettelrede (mow).

Erst die Theorie, dann die Praxis: Nachdem die Mitglieder des örtlichen NABU Michael Meiers Vortrag über die Süntelbuchen lauschten, haben sie sich jetzt in Nettelrede am Süntelbuchenreservat zusammengefunden. Vor Ort erläuterte der mündersche Heimatbund-Chef die Bemühungen seines Vereins zum Erhalt dieser Art.

40 Altbäume existierten noch in der Region, dabei seien viele an der Altersgrenze von 250 Jahren angekommen und würden vermutlich in den kommenden Jahren sterben. Das Genmaterial dieser Bäume zu erhalten, sei vorrangiges Ziel des Freundeskreises Süntelbuchen-Reservat, so Meier. Er machte deutlich, dass es eben nicht nur die Süntelbuche gebe, sondern viele verschiedene Arten. So seien im Reservat viele verschiedene Sorten zu erkennen von rotblättrigen über kleinblättrige – einige sind bereits herbstlich gelb, andere noch sattgrün.

Diese Biodiversität zu erhalten und dabei die Bäume eben nicht nur zu pfropfen, sondern auf „eigene Füße“ zu stellen, stellt die Mitglieder des Heimatbundes vor schwierige Aufgaben. So erprobt Gerhard Stauder zurzeit, ob die Methode des „Abmoosens“, von ihm erfolgreich bei Linden und Erlen angewandt, auch bei den hartholzigen Buchen Erfolg zeigt. Dabei befreit er einen Teil des Astes von der Rinde, streift einen Blumentopf darüber, den er mit Moos füllt, und schließt das Ganze mit Folie ab. Jeder Versuch wird genauestens dokumentiert, um feststellen zu können, welche Befüllung, welcher Standort oder auch welcher Blumentopf das beste Ergebnis geliefert hat.

Auch versuchen die Akteure des Heimatbunds, Auflieger zu vermehren. „Allerdings kann man diese Methode nicht an frei stehenden Bäumen anwenden, da unter Garantie der nächste neugierige Passant den abgesenkten Ast aus dem Kübel zieht“, erklärt Meier. Aus diesem Grund kommen vermehrte Bäume erst dann in das Reservat, wenn sie zu groß sind, um geklaut zu werden.

Ein Teil der gepfropften Bäume soll im kommenden Jahr das Reservat verlassen, um Platz für einen Fahrweg und neue Bäume zu schaffen. „Dankenswerterweise hat die Firma Siemen sich bereit erklärt, uns hierbei zu unterstützen und die Bäume an anderer Stelle wieder einzusetzen, sie sollen etwa an Ortseinfahrten stehen“, berichtet Meier.

Neben der Süntelbuche werden andere genetische Besonderheiten Platz auf dem Gelände finden, so stehen dort bereits schlitzblättrige Birken und ein zweigriffliger Weißdorn. Die Waldjugend wird die Fläche unter den Buchen mit Frühblühern impfen, um so Kleinstlebewesen anzusiedeln. Im vergangenen Jahr übernachtete sie sogar in den kuscheligen Höhlen unter den Süntelbuchen. „Die Verbundenheit mit der Natur kann nur durch Erleben, durch Emotionen geschaffen werden. Deshalb ist es wichtig, den Kindern so etwas zu ermöglichen, damit sie als Erwachsene für den Erhalt kämpfen.“ Mit diesen Schlussworten bedankte sich NABU-Sprecherin Anne Zuzmann bei Michael Meier für die Führung und würdigte dabei das besondere Engagement des Freundeskreises.

DWZ - Hameln - 11. Oktober 

Über das Leben der Fledermäuse

Hameln.

Am Freitag, 12. Oktober, um 19:30 Uhr wird der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln im Energietreff der Stadtwerke über das Leben der Fledermäuse berichten. Referent ist Dr. Ernst-Hermann Solmsen. Am Beispiel des Nahrungserwerbs wird der Biologe über die vielfältigen Anpassungen von Fledermäusen an unterschiedlichste Lebensräume sprechen.

DWZ/NDZ - Bad Münder - 09. Oktober 

Ein besonderes Stück Heimat - die Süntelbuche

Bad Münder (jhr).

Mit dem Herbst werden die Tage kürzer – die Süntelbuchen noch schöner. Derzeit verfärbt sich das Laub der Exemplare im Reservat bei Nettelrede, und die seltenen Bäume zeigen sich in voller Pracht. Der NABU Bad Münder will heute und am Sonntag über die Arbeit zum Erhalt der Süntelbuche informieren und lädt zu einem Vortrag und zu einer Exkursion ein.

Als Referenten hat der NABU Michael Meier vom Heimatbund gewinnen können, engagierter Streiter für den Erhalt der Süntelbuche. Er wird im Hotel Deutsches Haus heute ab 19.30 Uhr über die Verbreitung der speziellen Buchenart und die Bemühungen zur Erhaltung im Reservat bei Nettelrede berichten.

Bei der Beschäftigung mit der Entwicklung der Süntelbuche blickt Meier auch zurück – etwa auf die Jahre 1842 und 1843, als eine mindestens 200 Hektar große Fläche oberhalb von Hülsede und Meinsen abgeholzt wurde. „Bis vor 170 Jahren war der Süntel wahrscheinlich eines der Hauptverbreitungsgebiete der Süntelbuche in Europa“, sagt Meier – nach der Abholzungsaktion existierten in der Region heute maximal 40 unterschiedliche Bäume höheren Alters, bei denen es sich um natürliche, sogenannte wurzelechte Sämlinge handele. Zum Teil befänden sich diese Altbäume noch an ihrem natürlichen Standort. Oft seien sie aber auch vor mehr als 100 Jahren im Wald ausgegraben und in Parks verpflanzt worden.

„Die Zahl dieser Altbäume nimmt seit einigen Jahren rapide ab. Derzeit sind fast jährlich Ausfälle zu verzeichnen, so dass davon auszugehen ist, dass der wertvolle genetische Pool der ältesten Buchen in einigen Jahrzehnten verschwunden sein wird“, fürchtet Meier. In seinem Vortrag wird er erläutern, welche Anstrengungen der Heimatbund Bad Münder unternommen hat, um den genetischen Verlust zu verhindern. So haben Helfer damit begonnen, systematisch die letzten Altbäume zu klonen. Neben dem bekannten Verfahren des Pfropfens werden dazu auch andere neue Methoden angewendet. „Ziel dieser Anstrengung soll schließlich sein, das genetische Material der verstreut stehenden Einzelbäume aus der Region an einem Punkt in einem Reservat oberhalb von Nettelrede zusammenzuführen“, erklärt er.

Ergänzend zum Vortrag wird eine Exkursion angeboten – dazu treffen sich die Teilnehmer am Sonntag, 14. Oktober, um 11 Uhr am Reservat. Es liegt am Weg Nettelrede Richtung Steinriepen.

DWZ - Hameln-Pyrmont - 05. Oktober

Vom Wunder Vogelzug / NABU und Birdlife präsentieren "Birdwatch"

Weserbergland (red).

Jetzt, da sich die warme Jahreszeit in Europa dem Ende entgegen neigt, treten wieder Millionen von Zugvögeln ihre Reise in südliche Gefilde an. Birdlife International und sein deutscher Partner, der Naturschutzbund NABU. laden Vogelfreunde in ganz Europa dazu ein, bei diesem Spektakel dabei zu sein. Dabei sollen die spektakulären Formationsflüge der Gänse, die Wanderung von Alpenstrandläufern, Staren und zahlreicher anderer Vogelarten beobachtet und festgehalten werden.

Wie schon in den vergangenen Jahren findet der European Birdwatch 2012 wieder am ersten Oktoberwochenende, also am 6. und 7., statt.

Auch in Hameln-Pyrmont sind alle interessierten Vogelfreunde aufgerufen, sich der Vogelbeobachtung des NABU Hessisch Oldendorf/Hameln im Wesertal anzuschließen. Unter fachkundiger Anleitung von Vogelexperte Hans Arend erhalten sie dabei Einblicke in die Bestimmung und Zählung von Zugvögeln und können sich von der Schönheit dieses Naturphänomens faszinieren lassen.

Interessierte treffen sich am 6. Oktober um 16 Uhr in Hameln an Töneböns Teichen, Treffpunkt Parkplatz Gaststätte Seehotel, und am 7. Oktober um 10 Uhr in Großenwieden, Treffpunkt Fähranleger. Das Mitbringen eines Fernglases wird empfohlen.

NDZ - Bad Münder - 02. Oktober 

Vielfalt des Apfels spricht Jung und Alt an

Eimbeckhausen (bdi).

Ein Apfel ist meist rund, es gibt ihn in verschiedenen Farben und Geschmacksrichtungen. Und er ist unglaublich vielseitig: Er kann direkt vom Baum gegessen, gepresst und zu Saft verarbeitet, zusammen mit Farbe als Stempel benutzt oder gestampft, gekocht und gebacken werden. Aus dieser Vielseitigkeit heraus hatte der SPD-Ortsverein Eimbeckhausen-Beber/Rohrsen zu seinem Apfelfest eingeladen, an dem sich viele Vereine beteiligten.

Hochzufrieden zeigte sich Organisatorin Kirsten Bodtmann vom SPD-Ortsverein, die mit Ortsratsmitglied Gisela Hahne das Fest im und um das Stuhlmuseum herum auf die Beine gestellt hatte: Vom Vormittagsprogramm, das mit einem Gottesdienst der Kirchengemeinde St. Martin startete, bis zum Abend, an dem unter anderem der beste Apfelkuchen prämiert wurde, boten die Aktionen den zahlreichen Besuchern reichlich Abwechslung.

Während im Café ein Kuchenbüfett – natürlich mit Apfelkuchen jeglicher Art – die Erwachsenen lockte, konnten die Kinder am Stand des NABU selbst Hand anlegen und sich eigenen Apfelsaft pressen. Die Pfadfinder aus Altenhagen I luden den Nachwuchs ein, einen Apfel aufzuschneiden, anzumalen und dann als Farbstempel zu benutzen.

DWZ - Emmerthal - 01. Oktober

Alter Benzinmotor treibt Schrotmühle an

Börry (gm).

Die Premiere entwickelte sich zur Hauptattraktion im Börryer Freilichtmuseum: Ein alter Benzolmotor von 1906, der mit Propangas angetrieben wurde. Kurt Schriegel aus Grohnde hatte rund 60 Stunden Arbeit investiert, um den „Balduin Bechstein Motor“ aus dem thüringischen Altenburg wieder flott zu kriegen. Schriegel nannte diesen Motor mit ungefähr zehn bis zwölf PS liebevoll seine „Dampfmaschinenfabrik“. „Mit diesem 1,8 Tonnen schweren Motor treiben wir heute beim Erntedankfest unsere Schrotmühle an“, erzählte der gelernte Maschinenbauer den zahlreichen Besuchern während des Börryer Erntedankfestes.

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Apfelmost aus eigener Herstellung, hausgemachte Lebensmittel, Kürbisse in allen Größen und Varianten, wunderschöne herbstliche pflanzliche Accessoires, aber auch Modernes wie Perlen, Schmuck, Tupperware sowie sogar Ledergürtel und Petroleumlampen wechselten den Besitzer. „Wenn du heute so etwas ankündigst, musst du auch eine Vielfalt an modernen Produkten vorhalten“, sagte Rolf Keller, Vorsitzender des Museum-Fördervereins und Ortsbürgermeister. Besonders stolz war Keller, dass sich wieder das DRK, die Landfrauen und der Sportclub am kulinarischen Treiben beteiligt hatten. Für Unterhaltung sorgten Kurt Schriegel auf seinem Akkordeon, die Oldstyle Couple-Dancers und der Drum&Beagle Corps „The Lions“, während der Emmerthaler NABU mit den Kindern Nistkästen baute. „Unsere Aktion mit dem alten Benzolmotor war eine wirkliche Attraktion“, meinte Keller und sieht das als Ansporn. „Im nächsten Frühjahr, beim Handwerkertag, gibt es garantiert wieder etwas Neues.“

DWZ - Emmerthal - 28. September 

Viel los im Museum / Erntedankfest mit traditinellen Handwerk

Börry (gm).

Ein abwechslungsreiches Programm erwartet die Besucher wieder beim Erntedankfest am Sonntag, 30. September, im Museum für Landtechnik und Landarbeit in Börry. Auftakt ist um 10.30 Uhr der Erntadankgottesdienst in der Museumskirche. Danach stehen die Handwerker wie Schmied und Stellmacher für Gespräche bereit und lassen sich in den historischen Werkstätten bei der Arbeit zusehen. Zum ersten Mal wird ein alter Benzolantriebsmotor von 1906 vorgeführt, in der Schmiede erlebt eine historische Stauchmaschine Premiere. Mehrere Marktstände laden zum Verweilen ein, außerdem kündigt Födervereinsvorsitzender Rolf Keller musikalische Unterhaltung an - ab 16 Uhr mit dem Drum & Beagle Corps "The Lions". Für das leibliche Wohl ist gesorgt, im Backhaus gibt es frischen Blechkuchen und Brot. Der Emmerthaler NABU-Ortsverein baut mit den Kindern Nistkästen.

DWZ/NDZ - Bad Münder - 27. September 

Umweltausschuss lässt Gelbbauchunken-Projekt erläutern / Holger Buschmann stellt Bedeutung heimischer Steinbrüche vor

Bad Münder/Hameln (jhr).

Ein Projekt das dem NABU Niedersachsen ganz besonders am Herzen liegt: das Überleben der Gelbbauchunke. Gestern stellte NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann dem Umweltausschuss des Kreises vor, mit dem neue Lebensräume für die vom Aussterben bedrohten Froschlurche geschaffen werden sollen. Er warb für das bundesweit angelegte Projekt, für das auch Abbaugebiete in Hessisch Oldendorf und Bad Münder eine zentrale Rolle spielen sollen.

Das Vorhaben des NABU war in Bad Münder im Zuge der Diskussionen um eine Asche-Verfüllung des Steinbruchs Hamelspringe bereits bekannt geworden. Buschmann erläuterte dem Ausschuss, warum der Nabu so großen Wert auf eine Einbeziehung des am Süntelrand gelegenen Areals legt. Dazu skizzierte er die Grundpfeiler des Projektes „Stärkung und Vernetzung von Gelbbauchunken-Vorkommen in Deutschland“. Wichtig sei die Schaffung von „Trittsteinen“ zwischen einzelnen Gelbbauchunken-Lebensräumen, auf diese Weise könnten isolierte Populationen miteinander verbunden und so ein genetischer Austausch ermöglicht werden. Im Landkreis Schaumburg seien bereits große Erfolge erzielt worden – nun will der Nabu Bereiche wie die Steinbrüche in Pötzen und Segelhorst, aber auch die ehemalige NATO-Station auf dem Süntel oder den Steinbruch Hamelspringe einbeziehen. Eines von zahlreichen Problemen, die sich für die Naturschützer allerdings ergeben: Vorgesehen ist nach Ende des Gesteinsabbaus zumeist die Rekultivierung, oftmals in Form einer Verfüllung mit Boden und Bepflanzung mit Bäumen. Die Erfahrung der Naturschützer: Wertvolle Lebensräume entstehen aber vor allem dann, wenn die Flächen nach dem Abbau in erster Linie sich selbst überlassen, also renaturiert werden.

Buschmann berichtete über Kontakte mit der für den Gesteinsabbau in Hamelspringe zuständigen Firma, die sich sehr gesprächsbereit gezeigt habe. Auch die Forstgenossen Bakede, Eigentümer des Steinbruchs, hätten erklärt, nicht gegen die Ansiedlung der Gelbbauchunke zu sein – allerdings liege den Forstgenossen „die Diskussion um die Ascheeinlagerung noch schwer im Magen“, so Buschmann.

Der NABU-Vorsitzende ging auf Nachfragen von Ausschussmitgliedern ein, Projektmitarbeiter Christian Höppner erläuterte, warum der NABU die Politik gerne schnell mit im Boot hätte: „Im Winter sollen im Steinbruch Hamelspringe schon erste Flächen rekultiviert werden – an Stellen, die für das Projekt wichtig wären“, erklärte er. Der Umweltausschuss will sich auf Vorschlag der Vorsitzenden Barbara Otte-Kinast im November auf einen Besichtigungstermin im Frühjahr verständigen, dann soll der Steinbruch Liekwegen besucht werden, wo das Projekt bereits erfolgreich läuft.

DWZ - Salzhemmendorf - 24. September 

Naturkost beim Fest der Sinne sehr gefragt / Mosterei Ockensen lockt am Wochenende mit vielseitigem Angebot / Feuerwerk als Höhepunkt

Ockensen (sto).

Wie kommt der Saft in die Tüte? Wie schmeckt Honig mit Chili? Wie fühlt sich der weich gepolsterte Inhalt eines Meisennistkastens an? Warum riechen manche Trockengestecke nach Sommerwiese? Wer aufmerksam von Stand zu Stand bummelte, nach dem „Wieso“, „Weshalb“, „Warum“ fragte, zu einem mit Frucht-Senf oder mit anderen Leckereien bestrichenen Probierhäppchen nicht Nein sagte und gern ein Glas frisch gepressten Apfelsaft kostete, erlebte das Mostfest in der Mosterei Ockensen als ein Fest für alle Sinne.
Darüber hinaus bewies die Veranstaltung am vergangenen Wochenende, dass Selbsthergestelltes im Zeitalter der Billigläden wieder gefragt ist und mehr und mehr wertgeschätzt wird. Auch das Interesse an der Natur scheint wieder zugenommen zu haben, denn dicht umlagert von Jung und Alt war der Stand der NABU-Ortsgruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf. Holzschnitzarbeiten oder Anschauungsmaterial wie beispielsweise diverse Vogelnester oder ein kunstvoll gebautes Hornissennest zogen vor allem die kleinen Besucher in den Bann.

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Schon seit Jahren mit einem Stand vertreten ist beim Mostfest das Taubblindenwerk Fischbeck. Erstmalig jedoch machte die Einrichtung auf ihren im vergangenen Jahr eröffneten „Werkstattladen“ aufmerksam. Einige Arbeiten wie beispielsweise K-Lumet Ofenanzünder sind übrigens ganzjährlich in der Mosterei in Ockensen zu erhalten. „Es ist uns ein großes Anliegen, die Arbeit in dem Heim zu unterstützen“, betonte Olaf Seifert, Betreiber der Mosterei. Alljährlich kommen blinde und taube Menschen sogar mit eigenem Obst zum Mosten.

DWZ - Hameln - 20. September 

Wir von Hier

Ein grünes Händchen hat Otto Helms vom Lindenweg in Hameln. In Hochbeeten wächst sein Gemüse, rein biologisch werden seine Pflanzen gedüngt. Jetzt entdeckte der ehemalige Kraftfahrer des Kreises Raupen, die "aussehen wie Glühwürmchen". Zur Identifizierung befragt er Mitglieder vom Naturschutzbund Hessisch Oldendorf und Bad Pyrmont Anmerkung Webmaster: Stefan Habenicht und Hans Arend. Die Naturschützer meinten, dass es sich um Raupen des Schwalbenschwanzes handele. Der bunte Schmetterling mit den gezackten Flügeln sei hier mittlerweile eine Rarität. Die feinen Blätter von Dill und Mohrrüben haben den Raupen in Otto Helms's Hochbeet besonders gut geschmeckt, vor der Ernte will er die Raupen in einen vor Vögeln und Igeln geschützten Holzstapel setzen, damit sie sich verpuppen können und überwintern.

DWZ - Salzhemmendorf - 19. September 

Mostfest in Ockensen

Ockensen.

Ein Mostfest der Mosterei Ockensen findet am Samstag, 22. September, und Sonntag, 23. September, in Ockensen statt. Die Besucher können im Mostereibetrieb beim Schaupressen zusehen, wie aus dem Apfel der fertige Apfelsaft wird, und die neue Saftsorte Apfel-Aronia probieren oder erleben, was aus einem Kuhstall so werden kann. Neben Ständen mit Pflanzen, Ölen, Marmeladen, Honigprodukten, Naturfloristik und landwirtschaftlichen Erzeugnissen bietet der NABU eine Kinder-Bastel-Aktion an, zudem werden Planwagenfahrten zum Wasserbaum und Kinderschminken angeboten und für Kinder gibt es eine große Hüpfburg aus Stroh. Das Fest beginnt am Samstag um 14 Uhr, um 20 Uhr spielt die Gruppe "Ein Fall für 3", gegen 22 Uhr gibt es ein Feuerwerk. Am Sonntag beginnt das Mostfest um 11 Uhr mit einem Frühschoppen bis 13 Uhr. Es gibt Musik von den Musikzügen Dörpe und Gronau. Die Ausstellung und das Kinderprogramm enden um 18 Uhr.

HALLO MITTWOCH - Hameln-Pyrmont - 12. September 

Naturschutz braucht mehr Rückenwind / NABU in Hameln-Pyrmont mit über 700 neuen Mitgliedern

Hameln-Pyrmont (red).

In nur etwas mehr als sechs Wochen konnte der NABU Hameln-Pyrmont über 700 neue Mitglieder in seinen Reihen begrüßen. Mohammad Wahhoud hatte mit seinem Team bei allen NABU-Gruppen, außer in Emmerthal, erfolgreich geworben. Nachdem das Team mit den jungen Studenten, die sich in den Dienst der guten Sache stellen, ging es jetzt in die Kurstadt Bad Pyrmont, „wo die NABU-Gruppe im nächsten Jahr 30jähriges Bestehen hat und eine Kinder- und Jugendgruppe ins Leben rufen möchte,“ sagte Holm Rengstorf, Vorsitzender des NABU Bad Pyrmont.

„Wir starten jetzt regelrecht durch“, berichtete Kreisvorsitzender Hans Arend: „Unsere Erfolge im Natur- und Artenschutz brauchen dringend weiteren Rückenwind aus der Bevölkerung. Ein Schwerpunkt ist der weitere Ausbau der Kindergruppenarbeit, denn wenn Kinder keinen Bezug zur Natur finden, hat die gesamte Gesellschaft in Zukunft ein großes Problem.“ Arend berichtete, dass die „erschreckende Entfremdung vieler heutiger Kinder so weit geht, dass sie zwar dreißig Handy-Klingeltöne, aber keine drei Baum- und keine zwei Vogelarten kennen – eine Zeitbombe für die Zukunft, denn wer Natur nicht kennt, wird sie nicht entbehren, und wer sie nicht entbehrt, wird sich nicht für ihren Schutz einsetzen!“ Zudem wolle der NABU seine bereits erfolgreichen Artenschutzprojekte weiter ausbauen.

Ein weiterer Schwerpunkt sei die Pflege der NABU-eigenen Flächen an vielen Stellen des Landkreises. „Seien es Feuchtwiesen, die für Wiesenbrüter, wie den gefährdeten Kiebitz spät gemäht werden, seien es Hecken, die für Rotkehlchen, Igel und Co gepflanzt werden – die NABU-Reservate sind eine Perlenkette des Lebens in Hameln-Pyrmont“, sagte Arend. „Aber Naturschutz kostet Geld, und unsere Aktivitäten benötigen dafür viele neue Unterstützer. Deshalb hoffen wir, dass wir die bislang knapp 2.000 Mitglieder im Landkreis um weitere 1.000 erhöhen können - Kiebitz, Lerche, Zaunkönig & Co brauchen sie. Aber ganz besonders die vielen Kinder, denen wir Natur näherbringen möchten und klarmachen wollen, dass Kühe in Wirklichkeit nicht lila sind, und dass Igel, Frosch, Eiche, Linde und Buche nicht nur im Internet existieren.“

„Wir freuen uns, tüchtige Studentinnen und Studenten dafür gewonnen zu haben, als Studentenjob für die gute Sache einzustehen und an den Türen zu klingeln. Dieses Engagement hilft dem Naturschutz vor der Haustür, denn wir stehen für konkrete Maßnahmen. Deshalb hoffen wir, dass sich die Herzen vieler Menschen öffnen werden. Unsere Studenten sind an ihrer Dienstkleidung und dem mitgeführten Ausweis erkennbar. Die Studenten dürfen kein Bargeld annehmen“, erklärte Arend. Er dankt allen neuen Mitgliedern, dass sie den NABU unterstützen wollen, egal nun ob aktiv oder passiv.

„Auf unserer Homepage www.NABU-hamelnpyrmont.de kann alles über die Werbung nachgelesen werden.“

DWZ - Bad Pyrmont - 08. September 

Studenten setzen sich für NABU ein

Bad Pyrmont

In Bad Pyrmont werden in den nächsten Tagen Studenten im Auftrag des Naturschutzbundes (NABU) unterwegs sein, um neue Mitglieder zu werben. "Nach dem Motto Projekte und Vorhaben gibt es genug - die Zahl der Unterstützer könnte aber noch größer sein; wird sich die Ortsgruppe Bad Pyrmont vorstellen," so der Vorsitzende Holm Rengstorf. Die Studenten sind für eine Woche in Bad Pyrmont und den Ortsteilen unterwegs.

DWZ - Weserbergland - 07. September

Auf der Flucht

Kanadische Wildbiologen haben herausgefunden: Rothirsche und Wapitis die vor Jägern wegrennen, werden häufiger erlegt, als Artgenossen die sich wegducken. Die Jagd hat sich im Laufe der Zeit verändert - von Pfeil und Bogen zum Gewehr. Dabei scheiden sich seit Jahren die Geister, wenn es um die Frage geht: Tiere jagen, ja oder nein?

VON JENNIFER BREMER

Was vom Gesetzgeber erlaubt und durch das Bundesjagdgesetz reglementiert ist, stößt bei Tierschützern oft auf vehemente Kritik und sorgt sogar vor dem Europäischen Gerichtshof für Streit. Dieser hatte erst im Juni geurteilt, dass Grundstückeigentümer die Jagd auf ihrem Gelände nicht uneingeschränkt dulden müssen, sofern sie dies aus Gewissensgründen ablehnen. Denn bisher waren die Grundstücksbesitzer, deren Grundstücksflächen kleiner als 75 Hektar sind, automatisch Mitglied einer Jagdgenossenschaft - ob sie wollten oder nicht.

So gegensätzlich die Positionen von Jagdbefürwortern wie -gegnern auch sind, immer wieder fällt ein Stichwort, das sich beide Seiten zu eigen machen, um ihre Argumente zu untermauern: der Naturschutz. Auch Jürgen Ziegler, Kreisjägermeister im Landkreis Hameln-Pyrmont, nennt Naturschutz als einen Teilaspekt der Jagd und weiß, welche anderen Punkte, zumindest aus Sicht der Waidmänner, noch für das Jagen sprechen: "Sie schützt die Landwirtschaft vor übermäßigen Ernteeinbußen, regliert Wildbestände, trägt zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und sorgt für gesunde Tierpopulationen." Außerdem werden bei der Jagd die Brut- und Setz- sowie die Schonzeiten der Tiere berücksichtigt. "Das schreibt das Jagdgesetz vor," sagt er. Und deshalb ist es ein klarer Fall für den Kreisjägermeister: "Jagd ist Naturschutz".

Ziegler gibt ein Beispiel: "Wenn wir der Natur freien Lauf ließen, würde die Wildschweinpopulation innerhalb eines Jahres um 300 Prozent, bezogen auf den Frühjahrsbestand, ansteigen." Grund: Wildschweine finden im Weserbergland ideale Lebensbedingungen vor: Die Natur bietet zu jeder Jahreszeit ausreichend Nahrung." Sei es der Raps im Frühjahr, der Weizen im Sommer oder der Mais im Herbst. "Und auch klimatisch herrschen für sie beste Verhältnisse", fügt Ziegler hinzu. Für die Landwirtschaft, aber auch für die Tiere selbst wäre ein drastischer Populationszuwachs folgenschwer, so Ziegler. "Die Bauern hätten erhebliche Ernteinbußen, Wildunfälle würden sich häufen und die Natur würde den Bestand durch Futternot und Seuchen regulieren". Alle vier "Katastrophen" wehre man duch die Jagd auf das Schwarzwild ab, argumentiert der Kreisjägermeister für die Jagd.

So weit, so gut. Doch nicht selten posieren Jäger neben ihrer frisch geschossenen Beute, halten das Geweih eines Hirsches voller Stolz in die Kamera oder reihen zahlreiche Tierkadaver in Reih und Glied auf, um anderen ihren Jagderfolg möglichst eindrucksvoll zu präsentieren - klickt man sich durchs Netz, stellt man fest, dass das noch die harmloseren Aufnahmen sind, die im Internet von Jagderfolgen kursieren. Doch nicht nur Bilder werden dazu benutzt, Beute zu präsentieren: Manche legen sich Tierfelle in die Wohnung, hängen Geweihe, Hörner oder ganze Tiere an die Wand. Ist das auch Naturschutz, der diese Jäger antreibt?

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Doch auch unter Tierschützern gibt es unterschiedliche Meinungen. Hans Arend, Sprecher des Naturschutzbundes Hameln-Pyrmont (NABU) Anmerkung Webmaster: Vorsitzender des Kreisverbandes, steht dem Jagen nicht ablehnend gegenüber wie die Mitglieder der Initiative: "Ich kann die Frage, ob wir, der NABU Hameln-Pyrmont, für die Jagd sind, mit einem klaren 'Jein' beantworten", sagt er. "Jein" bedeute, dass man im Kreisverband das Jagen nicht generell "verteufeln", bestimmte Dinge jedoch nicht akzeptiere. "Die sogenannten Hobbyjäger machen uns die meisten Sorgen", sagt er über die Schwierigkeiten, die immer wieder auftauchen, und führt ein Beispiel an: "Es gibt Gattungen einer Tierart die sich besonders ähnlich sehen und wovon nicht selten die eine Art geschossen, die andere nicht geschossen werden darf." Bei Gänsen beispielsweise komme es häufig zu Verwechselungen und das sei mehr als ärgerlich: "So etwas darf einfach nicht passieren", sagt Arend. Bis auf ein "paar Kleinigkeiten" habe der NABU Hameln-Pyrmont jedoch nichts gegen die Jagd. "In machen Fällen sind wir sogar ausdrücklich dafür." Auch nennt er das Wildschwein als Beispiel, das unbedingt geschossen werden müsse. Zudem würden entsprechende Jagdgesetze dazu beitragen, dass das Vorgehen in einem bestimmten rechtlichen Rahmen ablaufe, so Arend.

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DWZ - Hameln - 05. September 

"Kühe sind nicht lila, und Frösche gibt's nicht nur im Internet"

Hameln (nb).

In nur etwas mehr als vier Wochen hat der heimische Naturschutzbund NABU mithilfe von Studenten 500 neue Mitglieder gewonnen Anmerkung Webmaster: Es wurde das 500. Neumitlied geehrt, davon allein 200 in Hameln. „Wir starten jetzt regelrecht durch“, berichtete Kreisverbandsvorsitzender Hans Arend. „Unsere Erfolge im Natur- und Artenschutz brauchen dringend weiteren Rückenwind aus der Bevölkerung.“ Ein Schwerpunkt ist nach seinen Worten der Ausbau der Kindergruppenarbeit, „denn wenn Kinder keinen Bezug zur Natur finden, hat die gesamte Gesellschaft in Zukunft ein großes Problem“. Arend bedauert, dass Kinder heute zwar 30 Handy-Klingeltöne, aber keine drei Baum- und keine zwei Vogelarten kennen – „eine Zeitbombe für die Zukunft“.

Zudem will der NABU seine Artenschutzprojekte weiter ausbauen. Als Beispiel nannte Arend den Schutz bedrohter Eulenarten wie der Schleiereule und den Steinkauz. „Im Naturschutz braucht man einen langen Atem“, betonte Arend. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Pflege der NABU-eigenen Flächen, seien es Feuchtwiesen, die für Wiesenbrüter wie den gefährdeten Kiebitz spät gemäht werden, seien es Hecken, die für Rotkehlchen, Igel und Co. gepflanzt werden – die NABU-Reservate hält er für eine „Perlenkette des Lebens“.

Aber Naturschutz kostet Geld, „und unsere Aktivitäten benötigen dafür viele neue Unterstützer. Deshalb hoffen wir, dass wir die bislang knapp 2000 Mitglieder um weitere 1000 erhöhen können – Kiebitz, Lerche, Zaunkönig & Co. brauchen sie“. Aber besonders richtet sich der Naturschutzbund an Kinder, denen er die Natur näherbringen und klarmachen möchte, dass Kühe in Wirklichkeit nicht lila sind, und dass Igel, Frosch, Eiche, Linde und Buche nicht nur im Internet existieren“.

„Wir freuen uns, tüchtige Studentinnen und Studenten dafür gewonnen zu haben, mit einem Job für unsere Sache einzustehen und an den Türen zu klingeln. Dieses Engagement hilft dem Naturschutz vor der Haustür, denn wir stehen für konkrete Maßnahmen. Deshalb hoffen wir, dass sich die Herzen vieler Menschen öffnen werden. Unsere Studenten sind an ihrer Dienstkleidung und dem mitgeführten Ausweis erkennbar“, so Arend. Und beruhigt: „Die jungen Leute dürfen kein Bargeld annehmen.“

DWZ - Hessisch Oldendorf - 05. September

Frühreif: Zweijährige Storchdame zieht Junges groß / "Alfred" bereits auf dem Flug in den warmen Süden / Altpaar stärkt sich vor dem Start ins Überwinterungsgebiet

Hessisch Oldendorf (pj).

Die Storchendame, die erstmals in der Weserstadt gebrütet hat, stammt aus Südbaden. "Nach Auskunft der Vogelschutzwarte in Radolfzell, wurde unsere Störchin am 17. Juni 2010 in Gundelfingen bei Freiburg im Nest beringt", erklärt Dietmar Meier. Der Ring mit dem Initialen  "DER AF 106" wurde von Fenja Vogel bereits im Mai abgelesen. Ihre Angaben konnten von Storchenvater Dietmar Meier anschließend bei Freilandbeobachtungen mehrfach eindeutig bestätigt werden.

Eigentlich heißt es in der Literatur, das Störche erst mit drei- bis fünf Jahren geschlechtsreif werden. Die also frühreife, erst zwei Jahre alte Storchendame hat mit ihrem Partner im Horst auf dem Schornstein über der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf ein Junges aufgezogen.

Nahrungsprobleme gab es in diesem Jahr nicht, der Nachwuchs gedieh prächtig. Der Jungstorch, der den Namen "Alfred" erhielt, wurde am 15. August das letzte zusammen mit seinen Eltern gesehen. "Er befindet sich derzeit auf der Reise in die Überwinterungsgebiete", erklärt Dietmar Meier.

Die Verletzung der Störchin, die deutlich oberhalb des linken Auges (wir berichteten) zu sehen war, ist den letzten Beobachtungen zufolge vollständig verheilt. Fremde Störche hatten das Paar auf dem Horst attackiert. Das kam auch in den Jahren zuvor einige Male in Hessisch Oldendorf vor. Nicht immer ging es so glimpflich aus, Eier wurden dabei schon zerstört, Jungtiere aus dem Nest geworfen. Die junge Storchendame hatte Glück im Unglück. Die Verletzung, die sie davongetragen hat, war nicht ohne. Läuft es unglücklich, kommt sie bei der Verteidigung ihres Jungen ums Leben.

Die beiden Altstörche konnten nach dem Abflug ihres Jungvogels in den Süden die reiche Nahrung allein für sich in Anspruch nehmen. Man konnte beobachten, dass sie bei der Nahrungssuche den Traktoren, als die abgeernteten Felder bearbeitet wurden, folgten, um sich vor der langen Reise zu stärken. Inzwischen sind die Vögel mit der Flügelspannweite von über zwei Metern gestartet, "Bleibt zu hoffen, dass sie im nächsten Frühjahr wohlbehalten zurückkehren", erklärt Dietmar Meier.

DWZ - Hameln - 31. August

Schichtwechsel am abendlichen Himmel / Fledermäuse übernehmen von den Schwalben die Insektenjagd / Heute Exkursion mit Experten vom NABU

Hameln (red).

An lauen, noch hellen Sommerabenden ist das Geschehen am Himmel besonders gut zu beobachten: Zwischen den letzten noch jagenden Schwalben erscheinen Schnellflieger, die zwar ähnlich, aber doch etwas anders aussehen und fliegen – es ist Schichtwechsel bei den Insektenjägern der Lüfte. Mit zunehmender Dunkelheit schwindet der Jagderfolg der Augenjäger wie Schwalben und Mauersegler, und es kommt die Zeit der Ultraschall-Echojäger, der Fledermäuse, die dann aus ihrer Tageslethargie erwachen.

Die ersten Nachtarbeiter bei der Schicht sind Abendsegler, die unter den Fledermäusen die Hoheitsrechte des freien Luftraums gepachtet haben und mit den Mauerseglern leicht zu verwechseln sind. In der Höhe oberhalb der Baumkronen stellt sich ihnen nichts in den Weg. Die Echoortung der Abendsegler ist diesem Jagdraum angepasst: Um bei ihrem rasanten Flug möglichst weit ‚vorauszuschauen‘ nutzen sie sehr laute niederfrequente Ultraschallrufe, die von der Luft weniger gedämpft werden. Im freien Luftraum ist jedes zurückkommende Echo gewöhnlich ein potenzielles Beuteinsekt. „Die Ultraschallrufe der Abendsegler erreichen den Schalldruck eines Presslufthammers. Nur Kinder mit noch unbelastetem Gehör können die bei 15 bis 18 Kilohertz liegenden Rufe der Abendsegler noch wahrnehmen – es ist der obere Grenzbereich der menschlichen Hörfähigkeit“, erläutert Rainer Marcek, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Fledermausschutz in Hameln.

Die langen, schmalen und spitzen Flügel der Abendsegler sind darauf abgestimmt, schnell zu fliegen. Ein enges Manövrieren in der Vegetation liegt den ‚schnellen Riesen‘ nicht, denn mit einer Größe bis 85 Millimetern sind sie neben dem Mausohr die größte heimische Fledermausart. Nicht nur die Flügel, auch das kurze, eng anliegende Fell ist auf gute Aerodynamik getrimmt. Abendsegler sind schnell und ausdauernd: Bei den Ausflügen zur nächtlichen Beutejagd erreichen sie mühelos Geschwindigkeiten von 50 Stundenkilometern. Die Abendsegler gehören zu den im Herbst wandernden Arten und legen dabei Distanzen von 1600 und mehr Kilometer zurück, um ihre Überwinterungsquartiere zu erreichen.

„Beide Abendseglerarten haben ihre Wochenstubenquartiere mit Vorliebe in Baumhöhlen der Marke Specht. Der leistet als Baumeister die Vorarbeit, Pilzbefall und witterungsbedingte Stammrisse bewirken ein Übriges, sodass die verwaisten Spechthöhlen von Fledermäusen als Nachmieter bezogen werden können. Der Mietvertrag wird aber nicht auf Lebenszeit abgeschlossen. Viele, vor allem baumbewohnende Fledermausarten, wechseln ihre Quartiere während des Sommers“, weiß Marcek. Den Abendseglern dienen Baumhöhlen nicht nur als Kinderstube, sondern auch als Balzquartier im Herbst und manchmal sogar als Überwinterungsmöglichkeit. Sie leben in der insektenarmen Zeit von ihren im Sommer angefressenen Fettreserven und ruhen den Winter über in dichten Trauben eng aneinander in der Baumhöhle. „Dabei wärmen sie sich gegenseitig, um die kalte Jahreszeit unbeschadet zu überstehen“, erklärt der Fledermausexperte.

Im August kann man Abendsegler, Maus- und Langohren, Zwergfledermäuse und andere heimische Fledermausarten auf den Veranstaltungen zur 16. Internationalen Fledermausnacht im August entdecken. In Hameln findet auch eine Exkursion statt. Nach einer kurzen Einführung wird bei einer Exkursion auf dem Werder mit dem Bat-Detektor nach den Jägern der Nacht Ausschau gehalten. Treffpunkt ist die Brücke zum Werder am heutigen Freitag um 21 Uhr statt. Gegen 21.30 Uhr beginnt die Exkursion. Es können Taschenlampen mitgebracht werden. Informationen unter www.batnight.de oder www.NABU-hamelnpyrnomt.de.

HALLO MITTWOCH - Hessisch Oldendorf - 22. August

Fledermausnacht wurde abgesagt / NABU nimmt 2013 wieder teil

Hessisch Oldendorf (red).

Die 16. Internationale Fledermausnacht in Hessisch Oldendorf findet in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen nicht statt. Die Veranstaltung, die am 24. August im Rahmen der Ferienpassaktion der Stadt Hessisch Oldendorf stattfinden sollte, muss leider abgesagt werden.

Der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln bedauert die Absage und wird im nächsten Jahr wieder an der Aktion teilnehmen. Er bittet alle Kinder, Jugendliche und Eltern, die sich schon auf diese Fledermausnacht gefreut haben, um Verständnis.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 21. August

Fledermausnacht abgesagt

Hessisch Oldendorf (pj).

Wie der Naturschutzbund mitteilt, muss die Fledermausnacht aus organisatorischen Gründen abgesagt werden. Die Veranstaltung sollte am Donnerstag, 24. August Anmerkung Webmaster: am Freitag, im Rahmen der Ferienpassaktion stattfinden. Der NABU bittet um Verständnis für die Absage.

DWZ/NDZ - Bad Münder - 13. August

Auf der Suche nach Gemeinschaft / Der Streit um eine Aschedeponie hat tiefe Gräben aufgerissen

Bakede/Hamelspringe (jhr).

Mag sein, dass es nicht beabsichtigt war - aber mit dem Strei über eine Ascheeinlagerung im Steinbruch Hamelspringe hat sich dennoch ein tiefer Riss in der Gemeinschaft gleich mehrerer Süntelorte aufgetan. Zwei Monate nach dem Aus für die Deponiepläne ist das Thema zwar aus den Schlagzeilen verschwunden, nicht aber der Ärger über Positionen und Verhaltensweisen aus den Köpfen. Um in diese Richtung ein Zeichen zu setzen, haben Vertreter der Forstgenossenschaft Bakede-Böbber-Hamelspringe und einhalb Egestorfer Bürgermeister Hartmut Büttner und die Ortsbürgermeister Susanne Bubath-Hahn und Rolf Wittich eingeladen und sich mit ihnen an einen Tisch gesetzt. Die zentralen Botschaften des Gesprächs, wie sie Bubat-Hahn jetzt weitergab: Es solle ein Schlussstrich gezogen werden, die Forstgenossen seien einem guten Einvernehmen ebenso interessiert wie die Bürgermeister. "Die letzten Monate waren ein ziemlicher Schock für uns alle, auf beiden Seiten. Keine angenehme Zeit", sagt Bubath-Hahn. Im Gespräch habe der Vorstand der Forstgenossen noch einmal unterstrichen, dass die Verfüllung des Steinbruchs mit Filterasche vom Tisch sei.

"Für die Laufzeit der bestehenden Verträge bis 2025 auf jeden Fall", erklärt der Vorsitzende der Forstgenossenschaft, Werner Speer. Auch dem Vorstand sei daran gelegen, dass wieder Ruhe einkehre am Süntelrand, dass es wieder ein Miteinander statt des Gegeneinanders der vergangenen Monate gebe. Dass das nicht immer leicht wird und auch nicht wieder sofort eitel Sonnenschein herrschen kann, ist Speer klar, der auch persönlich von Gegnern der Aschedeponie-Pläne stark angegangen wurde. "Es hat viele Verletzungen gegeben, einige sitzen sehr tief. Das wird seine Zeit dauern".

Die Situation im Blick

"Die Vertreter der Forstgenossenschaft haben glaubhaft versichert, dass das Thema Einlagerung nicht weiter verfolgt wird", erklärt Bürgermeister Hartmut Büttner. Er weiß um die Schwierigkeiten, die mit der Auseinandersetzung um die Asche-Deponie zwischen Nachbarn in den Orten am Süntelrand entstanden sind. "Wir werden das weiter beobachten und im Blick behalten", sagt er.

Steinbruch bleibt aktiv

Dass im Steinbruch gerade erst schwere Betonfundamente von Anlagen abgebrochen wurden, bedeutet keineswegs, dass dort kein weiterer Gesteinsabbau mehr vorgesehen ist. "Es gibt heute mobile Anlagen, die je nach Bedarf eingesetzt werden können", erklärt Andreas Strauß aus der Liegenschaftsabteilung der Basalt-Actien-Gesellschaft. Ihr Tochterunternehmen, die Norddeutsche Naturstein GmbH, ist Pächterin des Steinbruch-Areals.

Platz für die Unke?

Die Gelbbauchunke soll im Steinbruch Hamelspringe heimisch werden - das ist zumindest das Ziel, das sich die NABU-Ortsgruppe Bad Münder gesetzt hat. Der Steinbruch am Süntelrand könnte als "Trittstein" für eines bundesweit angelegten Projektes fungieren, das die vom Aussterben bedrohte Tierart retten soll. Erste Gespräche in dieser Richtung hat der NABU bereits mit den Forstgenossen geführt, weitere sollen folgen. "Ohne die Eigentümer geht aber nichts", sagt NABU-Ortsgruppenchef Matthias Großmann.

Der Verein macht weiter

280 Mitglieder zählt die "Schutzgemeinschaft Sünteltal", die sich aus Protest gegen die Deponie-Pläne formiert hat. Auch nach dem "Aus" für die Pläne soll es weitergehen, wie Sprecherin Ines Dreyer erklärt. Eine Wanderung um den Steinbruch und Themenabende sind für die nächste Zeit vorgesehen. "Dass vier Dörfer an einem Strang ziehen, hat es so noch nicht gegeben", sagt Dreyer. Sie findet es immer noch bedauernswert, dass es keine tatsächliche Abstimmung über den Deponie-Plan gegeben hat, sagt aber auch: "Es muss wieder Ruhe einkehren. Ich hoffe, dass wir in zwei bis drei Jahren alle darüber schmunzeln können."

NDZ - Bad Münder - 10. August

Tierische Einwanderer machen sich breit

Bad Münder (jhr).

Klappern. Hastiges Getrippel auf dem Fußboden Richtung Katzenfressnapf. Und als Marion Reimann dann nachts in ihrer Küche das Licht anknipste, starrte sie da nicht wie erwartet eine Katze aus der Nachbarschaft, sondern ein Waschbären-Weibchen aus dunklen Knopfaugen an und floh auf die Gardinenstange. Nach dem ersten Schreck bugsierte Reimann den ungebetenen Gast mit einem Besen wieder durch die Katzenklappe ihres Hauses nach draußen – und hielt in den kommenden Nächten die Klappe verschlossen, denn: Es gibt nicht viele Möglichkeiten, gegen die geschickten Räuber vorzugehen.

Seit 1934 die ersten Waschbären Mitteleuropas am Edersee ausgesetzt wurden, sind sie auf dem Siegeszug – und längst sind sie an Deister und Süntel angekommen, wie auch eine Vielzahl anderer umstrittener tierischer Neubürger. Sie werden als Neozoen bezeichnet. Tiere, denen der Mensch in eine Gegend verholfen hat, in die sie von alleine nicht gekommen wären.

Die Waschbären führen die Hitliste der tierischen Immigranten an, beliebt sind sie nicht unbedingt: Sie sehen zwar putzig aus, plündern aber gerne Mülltonnen, vervielfachen sich im Nu und gelten als Gefahr für Vögel, Kleinsäuger und Amphibien. Längst sind sie als jagdbare Tierarten ins Niedersächsische Jagdgesetz aufgenommen worden, für Jungtiere gelten nicht einmal Schonzeiten.

6088 Waschbären liefen den niedersächsischen Jägern im vergangenen Jahr vor die Flinte oder in die Falle, wie der aktuelle Jagdbericht des Landes ausweist. 31 davon finden sich im Bericht des Hegerings 8 Bad Münder wieder. „Tendenz deutlich steigend“, wie die Jäger betonen. Rainer Klockemann, Leiter des Hegerings, berichtet von der Schwierigkeit, die kleinen Bären mit der Maske zu fangen. Sie halten sich sehr häufig in der Nähe von Häusern auf, klettern auf Bäume und auf Dachböden. „Es muss schon darauf geachtet werden, dass sie nicht zu stark werden“, sagt Klockemann. „Ein Problem, das schwierig zu lösen ist“, erlärt auch Matthias Großmann, Vorsitzender des NABU Bad Münder. Wegen ihrer Anpassungsfähigkeit – Waschbären fressen so gut wie alles, was ihnen in die Pfoten kommt und haben zwischen Deister und Süntel keine natürlichen Feinde – vervielfacht sich im Nu ihre Population.

HALLO SONNTAG - Hameln-Pyrmont - 05. August

Studenten werben für den NABU / Neue Projekte sollen anlaufen


Hameln-Pyrmont (red).


Der Naturschutzbund will im Landkreis weiter wachsen. Dabei sollen ihm junge Studenten helfen, dieses Ziel zu erreichen. In den nächsten Wochen werden sie deshalb an vielen Türen im Landkreis den Einwohnern die vielen Aktivitäten und Aufgaben des Naturschutzbundes näher bringen, um den NABU noch bekannter zu machen und dabei um Unterstützung bitten. Die Werbung beginnt am 30. Juli in Bad Münder.

Der NABU möchte zum einen die Landkreisbewohner auf neue Projekte aufmerksam machen und zum anderen weitere Unterstützer gewinnen. Der Schutz heimischer Vögel bildet diesmal den Schwerpunkt der Aktionen. Nachdem die Nachbargruppe Rinteln gerade ein großes Schutzgebiet bei Hohenrode erworben hat, soll der Vogelschutz in Hessisch Oldendorf verstärkt werden. Ein Steinbruch in Bad Münder soll vor dem Verfüllen von Asche bewahrt werden, damit er für einen Trittstein für das bundesweite Gelbbauchunken-Projekt genutzt werden

kann. Auch die NABU-Gruppen in Aerzen, Bad Pyrmont, Coppenbrügge, Emmerthal, Hameln und Salzhemmendorf bemühen sich um neue Projekte.


Um nicht mit anderen, möglicherweise unlauteren Werbern verwechselt zu werden, können sich die jungen Leute – alle tragen weiße oder blaue T-Shirts mit dem NABU-Aufdruck – ausweisen. Und: „Wir dürfen selbstverständlich kein Bargeld annehmen“, betont Mohammad Wahhoud, dessen Team aus jungen Studenten besteht. Er freut sich schon auf seine Arbeit im Weserbergland und möchte dabei auch große Erfolge erzielen.

Nachdem die Studenten in Bad Münder alle Haushalte besucht haben, werden sie auch die anderen NABU-Gruppen im Landkreis bewerben.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 03. August 

Jungvogel flügge - Storchendame verletzt / Kämpfe im Nest über der alten Molkerei beobachtet / Alttiere verteidigen den Nachwuchs

Hessisch Oldendorf (pj).

„Eine Kopfverletzung der Störchin sorgte in den vergangenen Tagen für Aufregung, die eine erhöhte Intensität an Freilandbeobachtungen nach sich zog“, erklärt Dietmar Meier vom Naturschutzbund. Eine Hessisch Oldendorferin hatte erkannt, dass die Storchendame über dem linken Auge eine Hieb- und Stichverletzung hat. „Die genaue Ursache ist unbekannt“, sagt Storchenvater Meier. Zeitweilig halten sich im Stadtgebiet fremde Störche auf. Auch Nestkämpfe waren zu beobachten. Es ist daher nicht ausgeschlossen, dass die Störchin bei der Verteidigung ihres Nachwuchses einen derben Treffer von einem fremden Artgenossen einstecken musste, der ihr linkes Auge um wenige Zentimeter verfehlte.

Bei Kämpfen setzen die Störche ihren kräftigen Schnabel auch als Waffe ein. „Manchmal enden derartige Auseinandersetzungen tödlich“, weiß Dietmar Meier. „Unsere Störchin ist augenscheinlich aber auf dem Wege der Besserung. Sie steht jedoch aufgrund einer nicht auszuschließenden Infektionsgefahr unter erhöhter Beobachtung. Bislang schwächelt sie aber nicht oder zeigt sich verhaltensauffällig in Bezug auf die Verletzung“, führt Storchenvater Meier aus. Eine Notwendigkeit, weitere Maßnahmen zu veranlassen, bestehe daher nicht.

Das Weißstorchenpaar auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei hat in diesem Sommer lediglich einen Jungstorch aufgezogen. Dabei ist es ungewiss, ob tatsächlich nur ein Junges geschlüpft ist oder ob die Geschwister der schlechten Witterung zum Opfer gefallen sind. „Das von den Storcheneltern ausgebesserte Nest ließ aufgrund des hohen Nestrandes keine Einblicke in die Kinderstube der Störche zu“, sagt Storchenvater Dietmar Meier von der Ortsgruppe Hessisch Oldendorf-Hameln des Naturschutzbundes. Erst mit dem Heranwachsen des Jungstorches wurde klar, dass der Nachwuchs in diesem Jahr eher bescheiden ausfällt. Der junge Vogel mit dem schwarz-weißen Federkleid ist nun flügge geworden und folgt den Eltern in die Nahrungsgebiete. Er wird aber weiterhin von den Altvögeln gefüttert. Nahrungsengpässe gab es aufgrund der niederschlagsreichen Witterung in diesem Sommer nicht.

Die elfjährige Hobbyornithologin Fenja Vogel hat ein Foto schießen können, auf dem der Ring der Storchendame am rechten Bein abgelesen werden kann. Der Ring trägt die Initialen „DER AF 106“. Wobei „DE“ die Bezeichnung für Deutschland ist und „R“ für die Vogelschutzwarte Radolfzell steht. Die Daten wurden weitergeleitet. Die erstmals in Hessisch Oldendorf brütende Störchin scheint demnach im süddeutschen Raum um den Bodensee als Nestjunges beringt worden zu sein. Die Antwort der dortigen Vogelschutzwarte mit den Daten, woher die Storchendame stammt, steht aber noch aus, wie Dietmar Meier erklärt.

Das Nest auf dem Molkereischornstein wird in den nächsten Tagen zunehmend verwaist sein, denn der Jungstorch folgt den Altstörchen immer länger zur Nahrungsaufnahme. Eines Abends wird er nicht mehr zum Nest zurückkehren, denn oftmals ziehen die Jungstörche vor den Altvögeln in den Süden. „Dann nehmen unsere Klappermänner das Nest auch wieder in Besitz“, führt Meier aus. Derzeit nächtigt das Altpaar aus Platzgründen auf dem Dach des ehemaligen Postamtes in der Bahnhofsallee. Ist der Jungstorch auf die weite Reise in wärmere Regionen gestartet, können Adebar und Adele wieder Kräfte sammeln, um kurz darauf, so Anfang September, dem Jungstorch in den Süden zu folgen.

HALLO MITTWOCH - Hameln-Pyrmont - 01. August

NABU bittet um Unterstützung / Werbung um neue Mitglieder


NABU

Hameln-Pyrmont (red).

„Der Naturschutzbund will im Landkreis weiter wachsen“, wie der Kreisverbandsvorsitzende des NABU Hameln-Pyrmont, Hans Arend, erklärte. Dabei sollen ihm junge Studenten helfen, dieses Ziel zu erreichen. In den nächsten Wochen werden sie deshalb an vielen Türen im Landkreis den Einwohnern die vielen Aktivitäten und Aufgaben des Naturschutzbundes näher bringen, um den NABU noch bekannter zu machen und dabei um Unterstützung bitten.

Die Werbung beginnt am 30. Juli in Bad Münder. Der NABU möchte zum einen die Landkreisbewohner auf neue Projekte aufmerksam machen und zum anderen weitere Unterstützer gewinnen. Der Schutz heimischer Vögel bildet diesmal den Schwerpunkt der Aktionen. Nachdem die Nachbargruppe Rinteln gerade ein großes Schutzgebiet bei Hohenrode erworben hat, soll der Vogelschutz in Hessisch

Oldendorf verstärkt werden. Ein Steinbruch in Bad Münder soll vor dem Verfüllen von Asche bewahrt werden, damit er für einen Trittstein für das bundesweite Gelbbauchunken-Projekt genutzt werden

kann. Auch die NABU-Gruppen in Aerzen, Bad Pyrmont, Coppenbrügge, Emmerthal, Hameln und Salzhemmendorf bemühen sich um neue Projekte.

Um nicht mit anderen, möglicherweise unlauteren Werbern verwechselt zu werden, können sich die jungen Leute – alle tragen weiße oder blaue T-Shirts mit dem NABU-Aufdruck – ausweisen. Und: „Wir

dürfen selbstverständlich kein Bargeld annehmen“, betont Mohammad Wahhoud, dessen Team aus jungen Studenten besteht. Er freut sich schon auf seine Arbeit im Weserbergland und möchte dabei auch große Erfolge erzielen.

Nachdem die Studenten in Bad Münder alle Haushalte besucht haben, werden sie auch die anderen NABU-Gruppen im Landkreis bewerben. Der NABU Landesverband hat derzeit über 72 000 Mitglieder und ist der größte Naturschutzverband in Niedersachsen.

DWZ/NDZ - Bad Münder - 31. Juli

NABU stellt Projekte vor und wirbt um Unterstützung / Kreisvorsitzender Arend: "Wir wollen weiterwachsen" / Studenten im Auftrag des Naturschutzbundes unterwegs


NABU

Bad Münder (jhr).

Projekte und Vorhaben gibt es genug - die Zahl der Unterstützer aber könnte noch größer sein. Der Naturschutzbund (NABU) im Landkreis Hameln-Pyrmont startet daher eine große Mitglieder-Werbeaktion.

Gestern begrüßte Hans Arend, Vorsitzender des NABU Hameln-Pyrmont, und Anne Zuzmann von der Ortsgruppe Bad Münder die Studenten, die sich in ihren Semesterferien für ein Anwachsen der Mitgliederzahl einsetzen wollen. Für rund zwei Wochen werden sie in Bad Münder unterwegs sein, dann auch in anderen Teilen des Kreises für den NABU werben.

"Der Naturschutzbund will im Landkreis weiter wachsen", erklärt Arend. Die Studenten sollen im Auftrag des NABU an vielen Türen klopfen, den Münderanern die Aktivitäten und Aufgaben des Naturschutzbundes näher bringen und dabei auch um Unterstützung bitten.

"Wir wollen zum einen die Landkreisbewohner auf neue Projekte aufmerksam machen und zum anderen weitere Unterstützer gewinnen. Der Schutz heimischer Vögel bildet diesmal den Schwerpunkt der Aktionen", erläutert Arend. Nachdem die Nachbargruppe Rinteln gerade ein großes Schutzgebiet bei Hohenrode, die "Auenlandschaft Oberweser", erworben hat, soll der Vogelschutz in Hessisch Oldendorf verstärkt werden. In Bad Münder liegt ein Schwerpunkt auf dem bundesweiten Gelbbauchunken-Projekt Der NABU möchte den Steinbruch in Hamelspringe als Trittstein in das Projekt integrieren und den vom Aussterben bedrohten Unken dort Lebensraum anbieten. Auch die NABU-Gruppen in Aerzen, Bad Pyrmont, Coppenbrügge, Emmerthal, Hameln und Salzhemmendorf Anmerkung Webmaster: Aerzen und Hameln gehören zu der Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln und Salzhemmendorf zur Gruppe Coppenbrügge bemühen sich um neue Projekte, erläutert Arend.

Die Studenten, die im Auftrag des NABU werben, können sich ausweisen, tragen zudem blaue Hemden mit dem NABU-Logo. Und: "Wir dürfen selbstverständlich kein Bargeld annehmen", betont Mohammad Wahhoud, der das Engagement von sechs weiteren Studenten in Bad Münder koordiniert.

Kreisverbandschef Arend hofft auf "viele neue Mitglieder, die unser Gewicht stärken - ganz gleich ob aktiv oder passiv". Schließlich sei der NABU Landesverband mit mehr als 72.000 Mitgliedern der größte Naturschutzverband in Niedersachsen, sein Wort hat Gewicht. In Bad Münder zählt der NABU derzeit rund 370 Mitglieder, erläutert Zuzmann.

DWZ/NDZ - Bad Münder - 28. Juli

14-Hektar-Areal bietet neue Hoffnung für die Gelbbauchunke

NABU Bad Münder unterstützt "Trittstein"-Projekt bei Langenfeld - und hofft auf eigene Flächen im Süntel

Bad Münder (jhr).

14 Hektar Fläche bei Langenfeld. Ein besonderes Fleckchen Erde für den NABU Bad Münder, soll es doch einen „Trittstein“ bilden im Bestreben, die in Niedersachsen als „vom Aussterben bedroht“ eingestufte Gelbbauchunke zu retten. Die Münderaner beteiligen sich an dem Projekt auf der anderen Seite des Süntels, weil es die Verbindung schaffen kann zu zwei Gebieten, in denen ebenfalls Gelbbauchunken wieder heimisch werden sollen: die ehemalige Nato-Station auf der Hohen Egge und der Steinbruch bei Hamelspringe.

„Der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen sind die Hauptfaktoren, die zu dem eklatanten Rückgang der Gelbbauchunke geführt haben“, sagt Matthias Großmann, Vorsitzender des NABU Bad Münder. Mit 5000 Euro unterstützt seine Gruppe den NABU Niedersachsen beim Kauf der Fläche in Langenfeld, die im Rahmen des bundesweiten NABU-Projektes zum Schutz der Gelbbauchunke als neuer Lebensraum für den Froschlurch mit der charakteristisch gelb-schwarzen Unterseite hergerichtet werden soll. Beim Ortstermin auf dem Areal ließ sich der Vorstand der münderschen NABU-Gruppe jetzt vom Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann vorstellen, wie das Gelände verändert werden soll.

Das gekaufte Gelände wird derzeit im unteren Teil noch landwirtschaftlich genutzt, Getreide steht auf dem steinigen Schlag. Im oberen Teil von dichten Hecken umgeben, finden sich insbesondere Weiden, aber auch zwei Weidetümpel. Ein Bereich, der bereits erahnen lässt, wie sich in einigen Jahren das gesamte 14-Hektar-Gebiet präsentieren könnte. Dass es dazu aber noch einiger Anstrengungen bedarf, ist Buschmann und seinen Mitstreitern klar. „Allein 20 Jahre wird es wohl dauern, bis die stark gedüngten Böden wieder so verkarstet sind, dass sich seltene Wiesenblumen wieder ansiedeln.“

Damit das Areal für die Gelbbauchunke attraktiv wird, müssen die NABU-Mitglieder nachhelfen. Weitere Hecken werden gepflanzt werden müssen, und auch mit schwerem Gerät werden die Helfer anrücken und tiefe Reifenspuren in den Rand der später extensiv zu bewirtschaftenden Wiesen fahren: „Die Gelbbauchunke benötigt strukturreiche Lebensräume mit Offenbodenflächen und einer hohen Dichte an unterschiedlichen Kleinstgewässern“, erklärt Buschmann. Ursprünglich seien Gelbbauchunken in erster Linie in Flussauen beheimatet gewesen und hätten sonnenexponierte Kleinstgewässer besiedelt, die für eine erfolgreiche Fortpflanzung entscheidend seien. Wassergefüllte Fahrspuren und Wegpfützen, auch Weidetümpel, hätten diese Aufgabe ebenfalls erfüllt, nur: Durch die Begradigung von Fließgewässern, durch die Intensivierung der Landwirtschaft und durch die Befestigung von Wegen finden Gelbbauchunken heute kaum noch geeigneten Lebensraum. Geeignete Tümpel und Fahrspuren finden sich meist nur noch in Bodenabbaugebieten und auf Truppenübungsplätzen.

„In Langenfeld will der NABU die historische Kulturlandschaft nachspielen“, kündigt Buschmann an. Das sei attraktiv für die Unken, aber auch für Menschen, „ist der Intensivierungsdruck in der Landwirtschaft mit Grünlandumbruch und Vermaisung doch auch längst im Süntelvorland angekommen“, sagt er. „Vielleicht gelingt es uns hier, ein kleines, aber feines Gegengewicht zu schaffen und damit einen weiteren Baustein für einen sanften naturverbundenen Tourismus in der Region zu legen“, so seine Hoffnung.

Gefördert wird das Vorhaben wie auch andere in acht Projektregionen in fünf Bundesländern im Rahmen des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ mit Mitteln des Bundesumweltministeriums.

DWZ - Hameln - 21. Juli 

Vom Ausgeben bedrohte Gelbbauchunken

…und andere bemerkenswerte Randnotizen –

Der Wochenrückblick der Redaktion

Überschrift der Woche:

Eine bemerkenswerte Überschrift, die in der nachrichtenreichen Woche etwas untergegangen ist: „3,2 Millionen für die Gelbbauchunke.“ Der NABU will mit der sehr opulenten Summe zur Vermehrung des seltenen Froschlurchs beitragen. Unkenrufen zufolge ist die Tierart dadurch regelrecht vom Ausgeben bedroht. So viel Geld (sorry für die zoologisch gewagte Pointe) für die paar Kröten? Aber falsch gedacht, familienpolitisch nämlich greift die Lurchenförderung viel zu kurz. Immerhin laichen die Lustmolche bis zu dreimal im Jahr, Unsummen an Betreuungsgeld würden dadurch fällig. Und kaum in der U-3-Betreuung, sind die Unken schon geschlechtsreif und damit wiederum leistungsberechtigt. So gesehen sind drei Millionen nur ein Tropfen auf den heißen Stein – für Amphibien ein Skandal!

DWZ - Hameln - 16. Juli

Heute kommen die russischen Waisen

Hameln (sto).

Auch in diesem Jahr hat der Verein „Freunde für Kinder in Brjansk“ wieder russische Waisenkinder, Kinder aus einem Reha-Zentrum sowie aus Familien zu einem Erholungsaufenthalt nach Hameln in das Jugendzeltlager Tönebön-Camp eingeladen. Erwartet werden 32 Mädchen und Jungen sowie elf erwachsene Betreuer. Sie kommen am heutigen Montag und fahren am Sonntag, 29. Juli, wieder zurück nach Brjansk.

Im Mittelpunkt des Aufenthalts steht auch diesmal der „Tag der offenen Tür“ am Sonntag, 22. Juli, von 11 bis 18 Uhr im Tönebön-Camp. Die Veranstaltung ist ein Familienfest für Kleine und Große, für Vereinsmitglieder und für Nichtmitglieder. „Wir freuen uns über jeden, der unsere russischen Freunde und unsere Arbeit kennenlernen möchte“, betont Vorsitzender Wilfried Schwark.

Eröffnet wird die Veranstaltung um 11 Uhr mit Musik der Bigband „Starlight Swing Orchestra“ aus Alfeld. Von 14 Uhr bis 17 Uhr spielt das Duo „Sunflower“ aus Bad Münder. Zu hören sind unter anderem Country, Oldies und Rock’n’Roll. Zwischendurch bitten die Kinder aus Brjansk um Aufmerksamkeit für eine kleine musikalische Darbietung. Gegen 14.30 Uhr findet die fast schon traditionelle „amerikanische Versteigerung“ eines Fußballes mit Originalunterschriften der Spieler von Hannover 96 statt. Auktionator ist wie immer Gerd Paschwitz.

Während der gesamten Veranstaltung werden kulinarische Leckerbessen serviert, und auf der großen Wiese wird ein buntes Unterhaltungsprogramm für Kinder angeboten: eine Hüpfburg, Kinderschminken, Lederarbeiten und andere Dinge zum Selbermachen, Gipsfiguren bemalen oder Mitmach-Aktionen mit der NABU-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf/Hameln. Einblicke in das Leben der Wikinger gewähren die „Wikinger von der Leine“, genannt „Laginga Ulko“. In ihrem Lager laden sie zu Mitmach-Aktionen ein.

...

DWZ - Weserbergland - 02. Juli 

Bei dieser Unke sehen die Feinde gelb

Von XENIA BALZEREIT

Hameln.

„Uh Uh Uh“ rufen die männlichen Gelbbauchunken, wenn sie nach einem Weibchen suchen. Gerne liegen sie in trüben Pfützen und Tümpeln und lassen sich die Sonne auf den verwarzten, grau-braunen Rücken scheinen. Früher hörte man den dumpfen Ruf der Unke oft, heute gibt es im Bereich Hameln Anmerkung Webmaster: Hessisch Oldendorf und Rinteln nur noch wenige Populationen mit wenig Individuen.

So wenige, dass sie in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen als vom Aussterben bedroht eingestuft werden. So dramatisch ist der Rückgang der Populationen, dass ihr Schutz zu einem bundesweiten Förderprojekt gemacht wurde. Projektträger ist der Nabu Niedersachsen, der neun Projektpartner und viele Kooperationspartner hat. Insgesamt gibt es acht Projektregionen und 130 Projektgebiete in fünf Bundesländern. Gefördert wird es vom Bundesamt für Naturschutz und den Ländern Niedersachsen, Nordrhein Westfalen und Baden-Württemberg. Das Projektbüro liegt in Rinteln und damit in der Projektregion „Nördliches Weserbergland“, wo der Rückgang der Gelbbauchunke besonders stark ist. Aber es ist nicht nur die Gelbbauchunke, die hier geschützt wird.

„Die Lebensräume der Gelbbauchunke sind besonders artenreich. Werden diese gesichert und gepflegt, erhöht das die gesamte Artenvielfalt in den Projektregionen“, sagt Dr. Mirjam Nadjafzadeh, Projektleiterin. Die Leit- und Zielart Gelbbauchunke hebt sich jedoch von den anderen Arten, die ihren Lebensraum teilen, ab. Zum einen ist sie besonders selten, zum anderen besitzt sie eine leuchtend gelb-schwarz gemusterte Färbung an der Unterseite. Ähnlich wie bei einem Fingerabdruck beim Menschen ist die Färbung am Bauch individuell, keine gleicht der anderen. Wittert die Unke Gefahr, nimmt sie die sogenannte Kahnstellung ein. Dabei macht sie ein Hohlkreuz und dreht ihre Gliedmaßen nach außen. Die nun sichtbare gelb-schwarze Zeichnung soll Fressfeinde warnen: „Vorsicht, ungenießbar.“ Entscheidet sich doch ein Vogel sie zu verspeisen, sondert die Unke ein Gift ab, das Haut und Schleimhäute reizt.

Bis in die erste Hälfte des Zwanzigsten Jahrhunderts kam die Unke vor allem in dynamischen Auenbereichen vor. Die Gelbbäuche bevorzugen Kleinstgewässer und Rohbodenflächen zur Fortpflanzung. Durch Hochwasser wurden diese Möglichkeiten geschaffen. Heute, wo viele Fließgewässer begradigt und die Ufer zu steil sind, fehlen ihnen die Lebensräume.

Paradox: Gerade die schweren Bagger an Abbaugruben, über die Tierschützer sich vielfach beschwert hatten, schaffen neue Lebensräume für die Unken. Ausgerechnet dort, wo man am wenigsten kleine Lebewesen vermutet, siedeln sich die Unken am liebsten an und pflanzen sich fort. Das sind Ton-, Sand- und Kiesgruben oder Steinbrüche. Da ist nämlich noch Dynamik vorhanden. Kleine Tümpel entstehen in den Reifenspuren der schweren Fahrzeuge, die Landschaft verändert sich stetig. Flach und sonnenbeschienen müssen die Tümpel oder Pfützen sein, dann fühlen sich die Gelbbäuche wohl. Dort ist die Zahl der Fressfeinde der Unke auf ein Minimum reduziert und sie stellen damit deshalb hervorragende Laichgewässer für die Gelbbauchunke dar.

Insgesamt gibt es im Hamelner und Rintelner Raum nur sehr wenige Populationen, die zudem zu weit voneinander entfernt liegen. Deswegen kann kein genetischer Austausch stattfinden, die Population pflanzt sich nur untereinander fort und ist dadurch benachteiligt im Kampf ums Überleben.

„Wir wollen bestehende Populationen der Unken stärken, aber auch Trittsteine zwischen Lebensräumen anlegen. Teilweise soll die Art auch wieder angesiedelt werden, um isolierte Populationen zu verbinden“, erläutert Nadjafzadeh.

Deutschland hat bei der Erhaltung der Art eine besondere, internationale Verantwortung. Ein bedeutender Teil des Gesamtareals konzentriert sich auf die Bundesrepublik, die Region Weserbergland stellt die nördlichste Grenze der Verbreitung der Art dar.

„Das Projekt ist nicht nur eine gute Möglichkeit eine stark gefährdete Amphibienart zu schützen, sondern schafft gleichzeitig Lebensräume für viele weitere seltene Tier- und Pflanzenarten. Mit den geeigneten Maßnahmen an richtiger Stelle können wir somit große Artenschutzerfolge erzielen“, sagt Nadjafzadeh.

Wo genau diese Erfolge bei Populationen erzielt werden sollen, ist geheim. Immer wieder gibt es Menschen, die die außergewöhnlichen Tiere in ihrem Gartenteich sehen möchten, ungeachtet dessen, dass die vegetations- und fischreichen Gartenteiche keinen geeigneten Lebensraum für die Gelbbauchunke darstellen. Andere verkaufen sie für viel Geld.

DWZ - Hameln - 27. Juni 

Zeigt der Siebenschläfer den Sommer an?

Hameln (CK).

Sieben Wochen strahlender Sonnenschein oder grau verhangene Regenwolken? Vor dieser bangen Frage stehen wir jedes Jahr wieder, wenn es auf den Siebenschläfer-Tag am 27. Juni zugeht. Angeblich bleibt uns das Wetter, wie es heute in Hameln herrscht, von diesem Tag an sieben Wochen erhalten. Doch stimmt die Bauernregel wirklich? Und was machen die Siebenschläfer, die zu der Familie der Bilche gehören, an diesem Tag?

„Das, was sie an jedem Tag machen: Schlafen!“, schmunzelt Hans Arend vom heimischen Naturschutzbund (NABU). Die sogenannten Bilche würden deshalb bezeichnenderweise auch „Schlafmäuse“ genannt. Sie halten nicht nur einen ausgedehnten, etwa siebenmonatigen Winterschlaf, sondern verschlafen auch während des Sommers den hellen Tag. Erst, wenn es Nacht wird, werden die kleinen Langschläfer aktiv und verlassen ihre Nester, die sie in Baumhöhlen, Felsspalten oder Nistkästen anlegen. „Dann wird gefressen, was vor das spitze Näschen kommt, damit im Herbst die Speckschicht für den langen Winterschlaf ausreicht“, erläutert Arend. Entgegen der landläufigen Meinung würden die Schlafmäuse aber schon etwa Mitte Mai und nicht erst jetzt zum Siebenschläfer-Tag aus dem Winterschlaf erwachen.

Der Siebenschläfertag, der 27. Juni, geht nach Arends Worten vielmehr auf eine altchristliche Legende zurück. „Während der Christenverfolgung versteckten sich sieben Jünglinge in einer Höhle, schliefen dort ein und wurden eingemauert. 200 Jahre später sollen sie bei der Öffnung der Höhle zunächst noch lebendig vorgefunden und erst dann – von einem Heiligenschein umgeben – gestorben sein“, erzählt Arend.

Der putzige graue Siebenschläfer, wie er bei uns vorkommt, hat typisch dunkle Augenringe und turnt mit seinem langen, buschigen Schwanz in den Baumkronen lichter Laubwälder, in Parks und auf Obstbäumen herum. „Auf seinem Speisezettel stehen vorwiegend Früchte, Knospen und Nüsse. Er vertilgt aber auch Insekten, Eier und Jungvögel“, weiß Arend zu berichten. Ein notorischer Nesträuber sei der Siebenschläfer jedoch nicht, bei ihm gelte eher die Regel: „Gelegenheit macht Diebe.“

Sein nächster Verwandter, der Gartenschläfer, ist lebhafter gefärbt. Dieser schwarz maskierte Langschläfer ist ein großer Liebhaber tierischer Kost. Von Schnecken über Würmer und Mäuse bis hin zu Jungvögeln sei letztlich nichts vor ihm sicher, so der NABU-Vertreter. Die Haselmaus ist das kleinste Mitglied der geschützten Bilche. „Sie klettert flink und sieht mit ihrem rotbrauen Fell einem jungen Eichhörnchen sehr ähnlich. Die Haselmaus ist ein wahrer Baumeister“, zeigt sich Arend beeindruckt; „sie baut in Hecken und Sträuchern kunstvolle, kugelige Nester.“

Der Verlust von Höhlenbäumen, Streuobstwiesen oder von strukturreichen Hecken mit Beeren und Wildfrüchten reduziert den Lebensraum der munteren Schlafmäuse und vieler anderer Tiere. „Deshalb kümmern sich die NABU-Gruppen im heimischen Raum auch besonders um den Erhalt und die Wiederherstellung solcher Biotope“, berichtet der Naturschützer von den Aktivitäten seiner fünf Gruppen. „Jeder Gartenbesitzer“, sagt Arend, „kann den liebenswerten Kerlchen zu einer neuen Heimat verhelfen – mit einem naturnahen, giftfreien Garten.“

Mehr Informationen hierzu finden sich in der umfangreichen NABU-Broschüre „Gartenlust – für mehr Natur im Garten“, die es im Naturschutzzentrum Hameln am Berliner Platz 4 gibt, oder gegen Einsendung von 5 Briefmarken zu je 55 Cent beim NABU Hameln-Pyrmont bestellt werden kann.

DWZ - Emmerthal - 26. Juni 

Für die Natur legen sie sich mächtig ins Zeug

Emmerthal (gm).

Beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) ist auch bei den 67 Mitgliedern der Emmerthaler Ortsgruppe tatkräftige Arbeit gefragt. Vorsitzender Oliver Gockel verweist auf 15 bis 20 Prozent der Mitglieder, die übers Jahr aktiv sind. „Drei bis sechs Leute gehören immer zum harten Kern“, sagt der 47-Jährige aus Amelgatzen. „Auf sie ist auch generell und überall Verlass.“ Immerhin 21 Hektar, das sind stolze 210 000 Quadratmeter, betreut die Emmerthaler Gruppe. „Ob nun bei Arbeitseinsätzen oder aber auch bei der logistischen Arbeit im Hintergrund – unsere Mannschaft ist zusammengewachsen, und wir sind doch ein recht tolles Team“, freut sich Gockel, der beruflich als selbstständiger Landschaftsplaner tätig ist. Als Diplom-Ingenieur für das Landschaftswesen kann er sein Hobby, die Liebe zur Natur, mit seinem Job verbinden.

Die 21 Hektar umfassen auch einige Gewässer und ein Quellmoor, das sich in der Möhrte, unweit vom Kirchohsener Schützenhaus, befindet. „Unsere Schwerpunkte liegen im Biotopschutz und der daraus resultierenden Pflege“, verdeutlicht Gockel, der in Amelgatzen beheimatet ist. Das Ziel beim Biotopschutz ist die Erhaltung von Populationen gefährdeter und schutzwürdiger Tier- und Pflanzenarten durch den Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume. Von den 21 Hektar Landfläche befinden sich 4 Hektar im Eigentum der Naturschützer, die als Ortsverein in diesem Monat auf ihr 25-jähriges Bestehen zurückblicken. „Die anderen Flächen haben wir durch einen Nutzungsvertrag von der Gemeinde Emmerthal gepachtet“, erklärte Gockel, der sich besonders positiv über die Kooperation der beteiligten Landwirte äußert. Die Areale liegen in den Bereichen Börry, Bessinghausen und Esperde sowie auf der anderen Weserseite in Kirchohsen, Emmern und Ohr.

Zu den etwa 350 bis 400 Stunden Arbeitseinsatz, die die Emmerthaler Naturschützer jährlich ehrenamtlich leisten, gehört auch die Betreuung der Krötenwanderung im Frühjahr. „In Voremberg und Bessinghausen haben wir Mitglieder und engagierte Bürger, die im Frühjahr alljährlich annähernd 500 Tiere sicher über die Straßen begleiten“, berichtet der Vorsitzende. Die Dohle, Vogel des Jahres 2012, sei übrigens kein natürlicher Feind der Kröten. Laut Information von Gockel sind Dohlen zwar Allesfresser, halten sich aber nur vereinzelt in offenen ländlichen Gebieten auf. „In alten Gemäuern und Kirchtürmen fühlen sich die Dohlen sicher, hier bei uns an Emmer und Weser kann man sie zwar gelegentlich sehen, aber es sind keine größeren Vorkommen bekannt“, berichtet er.

Dafür gehören Fledermäuse zum Steckenpferd von Oliver Gockel. Seit über zehn Jahren arrangiert Gockel regelmäßige Fledermausexkursionen im Rahmen der Emmerthaler Ferienpassaktionen. Außerdem bietet er Gewässeruntersuchungen mit Amelgatzer Grundschülern an der Emmer oder Fossiliensuche im Ith-Steinbruch.

Was ihm allerdings die Schweißperlen auf die Stirn treibt, sind Umweltsünder, die ihre Abfälle unkontrolliert in der Natur entsorgen. Für den engagierten Naturschützer, der das gesamte Areal der Ortsgruppe mindestens einmal monatlich in Augenschein nimmt und kontrolliert, gibt es nichts Schöneres als eine saubere Natur mit einer gesunden Population von Fauna und Flora.

DWZ - Hameln - 22. Juni 

Nachwuchs gedeiht im Schutz des dichten Balttwerks

Hameln (red).

Der heimische Naturschutzbund NABU bittet Gartenbesitzer, sich noch mit dem Hecken- und Strauchschnitt bis Ende Juni, mindestens aber bis zum Johannistag am 24. Juni zu gedulden. Derzeit brüten viele Singvögel im Schutz des dichten Blattwerks. Sie können durch Schnittmaßnahmen so sehr gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben, warnen die Naturschützer.

Das Wetter habe viele Freibrüter wie Amsel, Singdrossel oder Buch- und Grünfinken schon zu einer zweiten Brut. Wer jetzt seine Sträucher schneide, riskiere den Nachwuchs der fröhlichen Sängerschar,“ betont Hans Arend vom NABU-Hameln-Pyrmont. Auch fänden Beutegreifer die Gelege viel einfacher, wenn schützende Zweige weggeschnitten würden.

Wer erst im Juli oder später schneide, spare auch erhebliche Arbeit, so Arend. Die Pflanzen befänden sich derzeit im zweiten Wachstumsschub des Jahres. Wer zu früh die Heckenschere auspacke, müsse sie deshalb noch ein zusätzliches Mal einsetzen. „Auf jeden Fall gehört für naturfreundliche Gärtner vor dem Schnitt eine intensive Suche nach belegten Nestern in den Sträuchern dazu. Denn auch im Juli findet man noch frische Dritt- oder Ersatzgelege“, so der Vogelfreund.

In den Nistkästen können nach seinen Worten alte Nester noch verbleiben und müssten nicht entfernt werfen. In der Regel werde von den höhlenbrütenden Meisen, Staren und Kleibern das zweite Nest einfach auf das erste gebaut. In der Natur mache auch keiner die Höhlen sauber. „Das ist ein besonderer Service des Menschen für die Vögel. Wer sicher sei, dass der Nistkasten nicht mehr belegt sei, könne aber das alte Nest auch entfernen. „Gerade für Kinder ist es sehr spannend, die oft kunstvollen Gebilde in den Händen zu halten“, empfiehlt Arend.

Die beste Zeit für die Nistkasten-Reinigung sei laut NABU jedoch der Herbst: „Dann brütet garantiert keiner mehr darin.“ Dabei brauche nur das Nest entnommen zu werden. Ein Ausschrubben mit Wasser oder gar Putzmitteln sei unnötiger Arbeitsaufwand. Bei besonders starkem Parasitenbefall könne ein Kasten schnell mit einer Lötlampe ausgeflämmt werden.

Aus dem Nest gefallene Jungvögel sollten auf keinen Fall mit nach Hause genommen werden, sagt Arend. „Die verlassen wirkenden Nestlinge werden am Boden weiter gefüttert. Wer als Mensch versucht, Vogel-Eltern zu ersetzen, wird meistens scheitern. Schließlich fliegt ein Meisenpaar täglich über 600 Mal zum Füttern ein“, informiert Arend. Weitere Tipps zum naturnahen Gärtnern finden sich im Naturschutzzentrum am Berliner Platz.

DWZ - Hameln - 18. Juni

Der ganze Hafen wird zur großen Bühne

Hameln (hx).

„I’m singing in the rain“ wäre ein gutes Motto des diesjährigen Hafenfestes gewesen, trübten doch ständig Wolken und Regenschauer die ansonsten super Stimmung im alten Hafen. Aber bereits am frühen Nachmittag trafen trotz der kühlen Witterung die ersten Gäste ein, um Informationen über die Arbeit des NABU und des Hafenvereins zu bekommen. Mal ganz etwas anderes war am Nachmittag ein Schachturnier in der ungewohnten Atmosphäre des Hausbootes vom Hafenverein, der „TASK“. Dass der Verein sich nicht nur für den Naturschutz im Hafen engagiert, wurde dadurch unterstrichen, dass der Erlös einer Tombola dem heilpädagogischen Kindergarten zufließt und Insektenhotels der Paritätischen Werkstätten angeboten wurden.

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DWZ - Weserbergland - 14. Juni 

Häufig zwitschert der Haussperling

Hameln-Pyrmont (red).

Am Spatz kommt in Hameln-Pyrmont keiner vorbei. Bei der Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“, liegt der Seriensieger Haussperling erneut vor allen anderen Arten. Das Endergebnis der Stunde der Gartenvögel 2012 zeigt, dass die Gartenvögel trotz härterem Winter gut durch die kalte Jahreszeit gekommen sind. Auch bei den Zugvögeln zeigen sich im Wesentlichen keine größeren, besorgniserregenden Trends.

Auf den Spitzenplätzen hat sich nicht viel getan: Die fünf bisherigen Spitzenreiter, Haussperling (Anzahl verdoppelt), Amsel (gleichbleibend), Kohlmeise (leicht zugenommen) und Mehlschwalbe (leicht abgenommen) haben die Plätze getauscht und der Star (gleichbleibend) aus dem Jahr 2011 bleiben auch in diesem Jahr auf dem Siegertreppchen. „Diese Resultate beweisen, wie groß das Interesse der Menschen im Land an den Vögeln ist“, so NABU-Kreisvorsitzender Hans Arend: „Die Ergebnisse geben uns wichtige Hinweise zur Situation der Vogelwelt in Städten und Dörfern und helfen uns, sinnvolle und notwendige Schutzstrategien zu entwickeln.“ Erschreckend ist das Ergebnis in Hameln-Pyrmont bei den Schwalben, während die Mauersegler leicht zugenommen haben. Die Mehlschwalbe liegt nach dem landesweiten Endergebnis auf Platz 10, mit einer erheblichen Abnahme von 26 Prozent und mit einem Exemplar pro Garten bei den Meldungen. Der NABU Niedersachsen führt den Rückgang auch auf das kühle Wetter am Beobachtungswochenende im Mai zurück. Gründe können weiterhin Störungen in den afrikanischen Winterquartieren, schlechtes Wetter auf dem Zugweg oder auch der anhaltende Mangel an Brutmöglichkeiten sein. Generell gilt es, für den Mehlschwalbenschutz in Niedersachsen aktiv zu werden. Schwalben sind sehr ortstreue Weltenbummler und kehren viele Jahre im April wieder in die Gegend ihres Brutplatzes zurück.

DWZ - Coppenbrügge/Salzhemmendorf - 12. Juni 

Samstag heißt es wieder Schlange stehen

Coppenbrügge (sto).

Noch sechs Wochen Geduld, dann sind sie wieder zu hören, die Jubelrufe „Hurra, endlich Ferien!“ Die Vorfreude auf die Sommerferien hat bei vielen Schülern und Schülerinnen aber bestimmt schon eingesetzt. Spätestens dann, wenn in den Städten und Gemeinden die Veranstaltungshefte für den Ferienpass 2012 verteilt werden, rückt die schönste Zeit des Jahres immer näher. In der Gemeinde Coppenbrügge ist die Jugendpflege derzeit vollauf beschäftigt, die heiß ersehnten Hefte „unter die Leute“ zu bringen und Plakate aufzuhängen. Der Startschuss für die Anmeldung erfolgt am Samstag, 16. Juni. Von 9 bis 12 Uhr werden im Coppenbrügger Rathaus Anmeldungen von mehreren Mitarbeitern entgegengenommen.

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In den vergangenen Jahren ist der Ferienpass „immer dicker geworden“. Dieses Jahr umfasst er 51 Seiten und enthält 88 Aktionen. Eine Aktion mehr als im Vorjahr. Beteiligt an dem Programm sind 33 Vereine und Institutionen. „Es gibt Altbewährtes und Neues“, betont Rauer. Erstmalig oder nach längerer Pause wieder angeboten werden diesmal beispielsweise Töpfern mit Elke Ehlers (Ausrichter Museumsverein Coppenbrügge), eine Fahrt zur „Gamescom“ nach Köln (Ausrichter Jugendpflege Coppenbrügge), Feuerbekämpfung mit der Jugendfeuerwehr Coppenbrügge, Schwingen und Balancieren im „Niedrigseilgarten“ des Waldkindergartens Coppenbrügge, eine Fahrt mit dem „Hannover Indiansbus“ zum Freizeitpark Sottrum (Ausrichter Reservistenkameradschaft Brünnighausen), eine moderne Schnitzeljagd mit dem Verein zur Förderung von Jugend- und Kulturarbeit Harderode, eine naturkundliche Waldrallye und naturkundliches Basteln mit dem NABU, Ortsgruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf, ein Kinderdartturnier mit der SSG Marienau und eine Spiel- und Spaßaktion mit dem Sportclub Diedersen. Außerdem wurden vier zusätzliche Ferienbetreuungen in das Programm aufgenommen.

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DWZ - Salzhemmendorf - 05. Juni 


Salzhemmendorf (gök).

Die kleine Kira schnuppert neugierig an der Pflanze. „Das riecht ja wie in der Küche“, ist sie ganz begeistert von dem Duft an der neuen Kräuterschnecke. Zusammen mit zahlreichen Eltern haben die Vorstandsmitglieder und Angestellten des Kindergartens Kansteinzwerge in Salzhemmendorf Arbeiten am Außengelände des Kindergartens durchgeführt. Nachdem das Gebäude in den vergangenen Monaten mit der Krippeneinrichtung ganz auf die Bedürfnisse der Eltern zugeschnitten worden war, ist jetzt der Außenbereich neu gestaltet worden. Der Kindergarten scheint gut angenommen zu werden – alle 70 Plätze sind belegt. Ein gutes Außengelände scheint da unverzichtbar.

Für die Neugestaltung wurden 15 Meter neue Beete und eine Kräuterschnecke angelegt. „Ganz besonders freuen sich die Kinder über den Hügel mit der Aussichtsplattform und den Baustellenbereich“, sagt Kindergartenleiterin Cornelia Werner. Auf dem Spielplatz direkt vor der Kindertagesstätte sorgten die Helfer mit der neuen Feuerstelle und der Pflanzung eines Apfelbaumes für das passende Ambiente. „Dankbar sind wir auch dem NABU, der uns 20 Sträucher geschenkt hat, damit vielleicht die Haselmaus hier wieder ein Zuhause findet“, sagt Werner.

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DWZ - Hessisch Oldendor - 1 Juni 

Störche haben Nachwuchs

Eltern haben ein tiefes Nest auf dem Molkerei-Schlot gebaut

Hessisch Oldendorf (die).

Die Störche auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf haben Nachwuchs. Die genaue Zahl konnte trotz umfangreicher Beobachtungen noch nicht ermittelt werden. Ein Junges schaut zeitweilig über den Nestrand hinaus. Es ist nicht ausgeschlossen, dass noch mehr Junge im Nest sind. Die Altstörche waren fleißig und haben viel Nistmaterial auf das Nest getragen. Somit sitzen die Jungen sehr tief im Nest, was die Beobachtungen deutlich erschwert.

Die Nahrungssituation ist derzeit nicht schlecht, da mit dem Schlüpfen der Jungen ab dem 18. Mai die Mahd in der Weserniederung begonnen und sich somit die Nahrungssituation signifikant verbessert hat. Der Regen sorgte dafür, dass die beiden Altstörche viele Regenwürmer für den Nachwuchs erbeuten, denn die kleinen Störche sind meist noch nicht in der Lage Kleinsäuger wie Mäuse zu fressen. Regenwürmer stellen demnach derzeit die beste Nahrungsgrundlage dar. Die niedrigen Temperaturen der letzten Zeit hingegen waren für das Überleben der Jungen jedoch grenzwertig. Oft kommt es bei derartigen Witterungsverhältnissen zu Verlusten beim Nachwuchs.

Die Störche haben am 15. April begonnen zu brüten. Am Vortag haben die Altstörche zum letzten Mal das Nest gemeinsam verlassen. Die Brut dauert 32 Tage. Die Eiablage erfolgt innerhalb von 48 Stunden, wobei nach einschlägiger Literatur drei Eier eine Einheit bilden und ein Gelege bis zu sechs Eier umfassen kann. Durch den Abstand der Eiablage schlüpfen die kleinen Klappermänner nicht zeitgleich, und so gibt es Altersunterschiede von bis zu mehreren Tagen, wenn nicht alle Eier befruchtet wurden. Seit dem 18. Mai füttern die Störche ihren Nachwuchs.

Die Nestkämpfe haben sich in dieser Brutsaison auf ein Minimum beschränkt. Fremdstörche waren im Nahrungsraum unserer Störche jedoch häufiger zu beobachten. Vier Fremdstörche waren in der letzten Maiwoche westlich der Stadt im Raum Großenwieden. Sie nächtigten zeitweilig auf den Hausdächern in Großenwieden. Wie Bürger berichteten, auch auf einem Haus in der Burgstraße. Diese Störche stellen für die Brut in Hessisch Oldendorf jedoch keine ernste Gefahr mehr dar, weil ab Mitte Mai die Intensität der Nestkämpfe naturgemäß nachlässt. Die vagabundierenden Störche haben das Stadtgebiet bereits verlassen. Des Öfteren ist die Brut durch Fremdstörche in der Vergangenheit aufgegeben worden. Der letzte Bruterfolg unserer Störche liegt inzwischen sechs Jahre zurück.

Es sind andere Störche, die diesmal in Hessisch Oldendorf brüten. Die Identität der Störchin konnte noch nicht geklärt werden. Über das Schicksal von "Adebar und Adele" ist auch nichts bekannt. Gemäß der Alterserwartung und vieler Gefahren auf dem Zug werden sie sicherlich nicht mehr leben.

DWZ - Emmerthal - 29. Mai 

Umflut für bessere Wasserqualität der Emmer

Emmerthal (gm).

Ende April wurde im benachbarten Schieder, in Ostwestfalen, der erste Spatenstich für die Umflut des Schiedersees getätigt. Ein Projekt mit ökologischem Nutzen für die Emmer, die mit der geplanten Fertigstellung der Umflut Mitte 2014 durch einen Trenndamm am Nordufer des Stausees vom verbleibenden Schiedersee abgekoppelt werden soll. Hierzu soll eine Stahlspundwand vom Wasser aus in den See eingebracht und mit einer Felsanschüttung versehen werden, um die Wasserqualität des Flusses zu verbessern.

Die Emmer, ein Fließgewässer von zirka 62 Kilometer Länge, das in Emmern in die Weser mündet, entspringt im Bad Driburger Stadtteil Langeland in den Höhen des Eggegebirges. Zumindest bis zur Vollendung des Naherholungsgebietes Schiedersee im Jahr 1982, war die Emmer ein sauberes und klares Fließgewässer, in dem sich die Tierwelt geborgen fühlte und die Flora sich dem gesunden Flussverlauf anpasste. „Mit dem Stausee, der sicherlich ein ideales Naherholungsgebiet auch für uns Emmerthaler ist, gelangten jedoch immer mehr unnatürliche Sedimente in die Emmer, die dem ökologischen Gleichgewicht des Flussverlaufes Schaden zugefügt haben“, verdeutlicht Oliver Gockel, Vorsitzender des Emmerthaler NABU Ortsvereins.

„Bei sommerlichen Temperaturen erwärmt sich der Stausee und der Sauerstoff im See verringert sich stark – zum Leidwesen der Fische, die an kühle Fließgewässer gewohnt sind“, betont der aktive Naturschützer. Dennoch beurteilt Gockel die Wasserqualität der Emmer mit der Güteklasse 2 bis 3. „Unsere Gemeinde wurde von der Politik beauftragt, einen Gewässerentwicklungsplan zu erstellen“ berichtet er. „So etwas kann man zwar nicht von heute auf morgen umsetzen, aber wir erhoffen uns doch langfristig eine Verbesserung für den Flussverlauf und die Flora am Uferrandbereich der Emmer.“ Ganz so optimistisch sieht es die Amelgatzer Anglerlegende Erich Röttger, der vor über 60 Jahren als Jugendlicher die Fische in der Emmer mit der bloßen Hand gefangen hat, nicht. „Obwohl wir regelmäßig Jungtiere einsetzen, die Äsche auch nicht beangeln dürfen, ist dieser Edelfisch hier in der Emmer vom Aussterben bedroht“, sagt Röttger mit ernster Miene. „Früher zählte unsere Emmer neben der Eder zu den besten Salmonidengewässern in Deutschland“, so Röttger weiter. „Aber davon sind wir mittlerweile weit entfernt.“ Zwar gebe es sie noch, aber nach Röttgers Aussage wird die Fischpopulation in der Emmer immer geringer. Bachforellen, Zander, Rotfedern, Döbel, Barsche, Hechte, die Elritze oder auch die Groppe sind im Fluss ansässig. „Gelegentlich fängt man auch schon mal einen Aal, aber meistens waren da die Kormorane schneller, genauso wie bei der Äsche, die wir hier nur noch ganz vereinzelt haben“, bedauert der Angler.

Für den 75-jährigen Vorsitzenden des Angelvereins Amelgatzen bedeutet die Fertigstellung der Umflut um den Schiedersee aber nicht eine schnelle Verbesserung der Wasserqualität. „Das dauert mindestens noch drei bis fünf Jahre, bis sich die Emmer wieder regeneriert hat“, sagt der erfahrene Fischereisportler. Gockel sieht das nicht ganz so pessimistisch. „Wenn der Oberlauf der Emmer um den Schiedersee herumgeleitet wird und den Unterlauf mit frischem Quellwasser versorgt, hat der Fischbestand auch wieder genügend Grundnahrung und die Population wird sich alsbald regenerieren“, ist sich NABU-Vorsitzender Gockel sicher.

In einem sind sich die beiden Amelgatzer allerdings einig: „Einen großen Anteil an der doch relativ schnellen Umsetzung der Stausee-Umflut hat der Hämelschenburger Schlossherr und Vorsitzende der Fischereigenossenschaft der Emmer, Lippold von Klencke. „Wir als Fischereigenossenschaft haben bereits vor 20 Jahren unsere Bedenken zum Stausee angemeldet und uns hartnäckig für die Umflut eingesetzt“, sagte von Klencke auf Anfrage. „An den Vorplanungen zur Umflut waren wir regelmäßig beteiligt und wir können den Behörden in Nordrhein Westfalen für die recht schnelle Umsetzung unseren Dank aussprechen.“

HAMELNER MARKT - Hessisch Oldendorf - 16. Mai 

Jede Menge Programm / Ferien(s)pass für Hessisch Oldendorfs Schüler im Sommer

Hessisch Oldendorf (red).

Endlich ist es wieder soweit - das Schuljahr geht zu Ende, die großen Ferien stehen vor der Tür. "Wenn am 23. Juli der Startschuss für die Sommerferien fällt, können Hessisch Oldendorfs Kinder und Jugendliche aus dem Ferien(s)pass 208 Veranstaltungen auswählen. Angesagt sind Spiel, Spaß und Abenteuer, und egal ob das Wetter mitspielt oder nicht - Langeweile wird garantiert nicht aufkommen", zeigt sich Hessisch Oldendorfs Stadtjugendpfleger Tarik Oenelcin sehr zufrieden mit dem Angebot, das er jetzt in tagelanger Kleinarbeit koordiniert und jüngst in gedruckter Form allen Interessenten vorgelegt hat.

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Der Ferien(s)pass wartet dieses Mal mit vielen Neuigkeiten auf. Erstmals im Angebot sind: Spielfest im Süntelbad, Nistkästen bauen, Wasser-Erlebnistag auf dem NABU-Gut Sunder, Papierträumereien, Systema-Entspannung, Fitness und Selbstverteidigung, "Facebook - aber sicher!?", Kinder backen für sich und ihre Eltern....

Die Broschüre zum Ferien(s)pass liegt im Rathaus der Stadt Hessisch Oldendorf aus und ist auchin den Schulen im Stadtgebiet erhältlich. Weitere Infos: bei Tarik Oenelcin unter: (05152) 782-156.

DWZ - Hameln - 10. Mai 

Vogelkinder - niedlich, aber meist nicht hilflos / Warum man Jungtiere am Boden in Ruhe lassen soll / Gefahr droht in der Stadt durch Katzen und Autoverkehr

Hameln (kar).

„Och, ist der süüüß!“ – der kleine Piepser, der da so tollpatschig auf dem Boden hockt und lauthals nach seiner Mutter schreit. Allein und verlassen scheint er zu sein. Doch dieser Eindruck täuscht in den meisten Fällen. „Finger weg von dem Winzling“, rät denn auch der heimische NABU. Vermeintlich hilflose Vogelkinder sollte man in der freien Natur lassen: Nur ganz selten handele es sich um verlassene, verletzte oder geschwächte Tiere. Denn nicht immer, wenn der Nachwuchs am Boden sitzt und um Futter bettelt, ist er schon flugfähig. „Manche Vogelarten verlassen das Nest bereits, bevor sie fliegen können“, erklärt Kreisverbandsvorsitzender Hans Arend. „Dazu zählen nicht nur typische Nestflüchter wie Enten, Fasane oder Kiebitze, sondern auch einige Singvogelarten.“

Im Stadtbereich handelt es sich meistens um Jungamseln, die oft schon eine Woche bevor sie flügge werden dem engen Nest entfliehen. "Wer genau hinschaut, wird feststellen, dass diese unbeholfenen Federknäule mit ihren noch viel zu kurzen Schwänzchen durchaus nicht verlassen sind", sagt Arend, "sondern weiter von ihren Eltern betreut und gefüttert werden." Damit sie nicht verloren gehen, lassen die Kleinen fast unablässig sogenannte "Standortlaute" hören. Gefahr droht den Vogelbabys in der Stadt vor allem von herumstreunenden Katzen. Die Naturschützer bitten Katzenbesitzer daher, während der Brutzeit Hauskatzen das Anpirschen an Jungvögel zu erschweren - "zum Beispiel duch das Umhängen eines Glöckchens", rät Arend. Droht so einem Winzling Gefahr durch Katzen oder an viel befahrenen Straßen auch durch den Autoverkehr, könne man die Tiere ruhig aufnehmen und ins Geäst des nächsten Busches setzen. Arend: "Man kann Jungvögel problemlos berühren, der Geruchssinn ist bei den Vögeln im Vergleich zu Säugetieren sehr gering ausgeprägt. Die Eltern nehmen ihre Brut nach einer kurzen Berührung wieder an."

Auch junge Greifvögel und Eulen durchlaufen ein sogenanntes „Ästlingsstadium“, wo sie noch im Dunenkleid in den Zweigen herumturnen. Auch sie werden normalerweise von ihren Eltern betreut. Auch hier gilt also: „Finger weg!“ Hilfe sei erst notwendig, wenn nach längerer Beobachtung aus angemessener Entfernung festgestellt würde, dass es sich wirklich um einen verlassenen oder kranken Vogel handele, sagt der Naturschutzexperte. Wer keine Erfahrung mit der Aufzucht solcher Findelkinder hat, sollte dies Fachleuten überlassen. Das gilt vor allem für seltene und geschützte Arten: „Jungvögel sind Wildtiere, man darf ihnen nur im echten Notfall helfen und sie nicht dauerhaft halten“, betont Arend. Auch, wenn sie noch süß sind.

PYRMONTER NACHRICHTEN - Bad Pyrmont - 10. Mai 

Bio-Pils und Musik für die Umwelt

Bad Pyrmont (gol).

Party machen und gleichzeitig etwas für den guten Zweck tun. Geht nicht? Geht doch! Bei der „Green Party“ in Bad Pyrmont. Veranstalter Fabian Sieland hat sich gemeinsam mit der „Grünen Jugend Bad Pyrmont“ das Konzept ausgedacht: Die Kurstadt-Teenies dürfen feiern – und der Naturschutzbund (NABU) Bad Pyrmont kassiert den Erlös. „Wir wollen hier einfach gute Laune verbreiten und eine Veranstaltung auf die Beine stellen mit guten Getränken und guter Musik. Der erwirtschaftete Gewinn soll für den Naturschutz gespendet werden“, erklärt der 21-Jährige.

Seit mehr als einem halben Jahr sitzt Fabian Sieland nun schon für die Grünen im Pyrmonter Stadtrat. „Ich habe mir Sponsoren und Unterstützer gesucht, sodass wir an dem Abend regionale und qualitativ hochwertige Getränke anbieten können – speziell Bio-Getränke“, so der Chemiestudent weiter.
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Die Resonanz ist groß: Auf der sozialen Internet-Plattform „Facebook“ gibt es aktuell schon mehr als 250 Zusagen – über 1000 Antworten stehen noch aus. Auch die „Grüne Jugend Niedersachsen“ wirbt für die Teilnahme.

Organisator Sieland will mit seiner „Green Party“ beweisen, dass das Thema Bio und Nachhaltigkeit durchaus mit einer fetten Party vereinbar ist. Die startet übrigens am Samstag, 19. Mai, ab 19 Uhr im Lindenhof (Grießemer Straße 53). Der Kartenvorverkauf läuft ab sofort in der Tourist-Info. Tickets gibt’s hier für 5 Euro, an der Abendkasse für 6 Euro.

DWZ - Hameln - 10. Mai 

WIR VON HIER

Futter für Haselmäuse

Fischbeck.

15 kleine "Mäuse" des katholischen Kindergartens in Fischbeck machten sich auf in den nahegelegenen Wald, um auf dem Gelände der Waldgenossenschaft Fischbeck Sträucher zu pflanzen.

Die Leiterin des Marienkindergartens, Anja Keenan, hatte diese Aktion gemeinsam mit den Forstgenossen und dem Forstamt Oldendorf vorbereitet. Sie erfolgte vor dem Hintergrund der "Großen Nussjagd in Niedersachsen", zu der seit 2010 die Naturschutzjugend (NAJU) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz Niedersachsen (BUND) aufgerufen haben. Anja Keenan berichtete, dass die Kinder bereits im Herbst auf Nussjagd waren: "Unter einem Haselstrauch haben wir viele Nüsse und auch die typischen Fraßspuren der Haselmaus entdeckt. Das Pflanzen von Haselsträuchern und Weißdornen rundet nun das Projekt ab." Die begleitenden Förster Heiko Brede und Frank Heepe waren vom Eifer der Kids begeistert. "Solche Aktionen passen perfekt in das Waldpädagogik- und das Naturschutzkonzept der Niedersächsischen Landesforsten," sagte Brede. Er konnte den Kindern auch die Lebensweise eines von ihnen entdeckten Bergmolchs erklären.

Mit dem Projekt "Große Nussjagd" wollen NAJU und BUND Kinder in die Naturschutzarbeit mit einbinden, um mithilfe vieler kleiner Forscher das Vorkommen dieser streng geschützten Art nachzuweisen und das lückenhafte Datennetz zu vervollständigen. Die nur daumengroße Haselmaus ist biologisch gesehen gar keine Maus, sondern eine kleine Verwandte des Siebenschläfers. Sie lebt meist hoch über unseren Köpfen in den Kronen der Bäume und meidet den riskanten Weg über den Erdboden. Da man sie kaum beobachten kann, ist über die Verbreitung dieses possierlichen Tieres nur wenig bekannt.

DWZ - Emmerthal - 05. Mai

Geld macht zusälziche kleine Aufgaben möglich

Emmerthal (gm).

Trotz leerer Kassen stellte die Gemeinde Emmerthal dem Ortsrat des Kernbereiches wieder 6350 Euro für Vereine, Verbände und die Seniorenbetreuung zu Verfügung. Diese finanziellen Unterstützungen befürwortete der Ortsrat Emmerthal einstimmig bei seiner jüngsten Zusammenkunft.

Bei der Förderung des Sportes wurde der größte aller Emmerthaler Vereine, die TSG, mit 250 Euro bedacht. Der Angelfischereiverein Emmerthal, die Angelfreunde Emmern, die Kanu- und Wassersportfreunde Emmerthal, der Reiterverein Emmerthal und die Schützenvereine aus Kirchohsen, Emmern und Ohr dürfen sich über jeweils 50 Euro freuen. Ebenfalls 50 Euro erhalten die Jugendfeuerwehren aus Hagenohsen und Kirchohsen, der SoVD Emmerthal, die Emmerthaler Reservistenkameradschaft und die NABU-Ortsgruppe Emmerthal.

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DWZ - Hameln - 03. Mai 

WIR VON HIER

Hameln.

Die Kinder der Altstadtmäuse pflanzten 20 Sträucher, um der Haselmaus Lebensraum und Nahrung zu bieten. Die Waldmausgruppe mit 25 Kindern unter der Leitung von Christiane Sievers hat auf dem Gelände am Finkenborn mit Unterstützung der Väter die Sträucher gepflanzt. Die Naturschutzaktion ist ein Teil der Projekts "die Nussjagd in Niedersachsen" vom Bund für Umwelt und Naturschutz und der Naturschutzjugend Anmerkung Webmaster: NAJU Niedersachsen mit dem Ziel, mehr über die vom Aussterben bedrohten Haselmäuse herauszufinden. Dabei geht es auch darum festzustellen, wo in Niedersachsen die Haselmaus noch vorkommt. Dazu sollen die Kinder auf "Nussjagd" gehen und beobachten, ob die Nüsse angeknabbert sind, was ein Indiz dafür ist, dass die Haselmaus an dem Standort noch lebt.

DWZ - Weserbergland - 02. Mai

NABU und Angler streiten um Auenlandschaft

Hameln-Pyrmont/Landkreis Schaumburg (pk).

Der Naturschutzbund (NABU) will die Kiesseen in Hohenrode kaufen - dieses Ansinnen ist bei den Anglern in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Schaumburg auf scharfe Kritik gestoßen. "Die Pläne des NABU könnten sich zu einem ökologischen Bumerang mit fatalen Folgen für die Artenvielfalt entwickeln", heißt es in einer Presseerklärung von Thomas Klefoth vom Landessportfischereiverband. Der Verband interessiere sich "ebenfalls für einen Kauf der Auenlandschaft". Der NABU verfolge "fast ausschließlich Schutzziele für wenige prestigeträchtige Vögel- und Säugetierarten". Die Auenlandschaft sei besonders wertvoll, da sie ein Zusammenspiel vieler hoch gefährdeter Tiere und Pflanzen erlaube. "Dies gilt insbesondere auch für bedrohte Fischarten", schreibt Klefoth. Bei einseitiger Fokussierung auf den Schutz einzelner Arten sei die Biodiversität gefährdet, da nur begrenzt vorhandene Ressourcen unausgewogen verteilt würden. "Kurzerhand degradiert man bedrohte Fische und Amphibien zu Vogelfutter", so Klefoth.

Dagegen verfolge der Sportfischerverband „einen ganzheitlichen Ansatz im Naturschutz“, bei dem „der Mensch als Teil der Natur behutsam in die Ökosysteme integriert“ und ein „gesundes und artenreiches Zusammenspiel mit gegenseitigem Nutzen angestrebt“ werde.

Abgesehen davon verfüge der NABU derzeit nicht über die finanziellen Mittel, die Auenlandschaft, wie von Eigentümer Dieter Eggersmann von AHE Schaumburger Weserkies veranschlagt, für 350 000 Euro zu kaufen.

Der NABU, der derzeit noch Spenden für den Kauf sammelt, weist unterdessen die Kritik der Sportfischer als „bloße Polemik“ zurück. „Woher die Sportfischer ihre unberechtigte und harsche Kritik nehmen, ist uns nicht erklärlich“, schreibt Nick Büscher, der Vorsitzende der NABU-Gruppe in Rinteln. Die Naturschützer sehen in der vom Landessportfischerverband geäußerten Absicht, die Kiesseen zu kaufen, „eine Gefahr für die heimische Artenvielfalt“. Dabei habe die „bestehende Ruhe und Störungsfreiheit (...) größte Bedeutung“. „Das heißt, dass keine fischereiliche Nutzung stattfinden darf, sondern lediglich die gesetzlich vorgeschriebene Hege durchgeführt werden soll“, sagt der Landesvorsitzende des NABU, Dr. Holger Buschmann. „Auch der Fischbestand soll sich in der Auenlandschaft natürlich entwickeln dürfen – ohne unsachgemäßen Fischbesatz und ohne selektiven Fang.“ Von Fischen als „Vogelfutter“, wie es der Landessportfischerverband nannte, könne daher keine Rede sein.

Der Landkreis Schaumburg erarbeitet derzeit die Verordnung zu den Landschaftsschutzgebieten. Daher ist das letzte Wort über das vom NABU geplante Angelverbot an den Kiesteichen noch nicht gesprochen. „Im Moment wird bei der Abwägung der Interessen von Jägern, Anglern und Naturschützern viel diskutiert“, sagt Ursula Müller-Krahtz, Dezernentin des Landkreises. Würden in der Verordnung beispielsweise festgelegte Bereiche zur Angelnutzung freigegeben, könnte der NABU als möglicher Besitzer diese Freigabe nicht aufheben.

Ein Einlenken des Landessportfischerverbandes – er könnte sich laut Thomas Klefoth „auch eine umfassende Pacht des Fischereirechts“ oder einen gemeinsamen Kauf des Geländes mit dem NABU vorstellen – stößt unterdessen bei den Naturschützern auf Ablehnung. Der Vorschlag sei keine Option, da die Ziele der Naturschützer dann „nicht erreicht werden“ könnten.

Davon abgesehen wolle AHE Schaumburger Weserkies ohnehin daran festhalten, die Seen an den NABU zu verkaufen. Dem NABU habe man jedoch schon zugesagt. „Und wir halten uns an unsere Zusagen“, betont Geschäftsführer Sascha Wagener.

DWZ/NDZ - Bad Münder - 30. April 

Bereits 439 Unterschriften gegen Deponiepläne / Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Errichtung einer Aschedeponie / Bitte an Forstgenossen, Pläne zu überdenken

Hamelspringe (lil).

Sie wollen nur eins: Weiterhin ruhig in ihrem Dorf leben, ohne Lärm, Feinstaub und verunreinigtes Trinkwasser. Dass die rund 20-köpfige Interessengemeinschaft mit ihrem Wunsch nicht alleine dasteht, zeigte sich bei ihrer Veranstaltung zur Gründung einer Bürgerinitiative gegen die Aschedeponie in Hamelspringe. Rund 300 Bürger sowie Vertreter aus Ortsräten, Stadtrat, Kreistag und Landtag waren der Einladung in die Turnhalle gefolgt.

„Auch wollen wir weiterhin friedlich neben den Forstgenossen wohnen, denn das sind unsere Nachbarn“, betonte Ines Dreyer von der Bürgerinitiative in Gründung „Schutzgemeinschaft Sünteltal“. Dreyer: „Wir wollen keinen Streit vom Zaun brechen, sondern nur zeigen, dass wir gegen die Errichtung einer Aschedeponie in unserem Steinbruch sind.“ Auch die Forstgenossenschaft Bakede-Böbber-Hamelspringe und einhalb Egestorf habe eine Einladung zu der Veranstaltung erhalten. „Aber die hat heute Abend in Bakede ihre eigene Versammlung mit Dr. Michael Zingk – ein Schelm, wer Böses dabei denkt.“

Den Initiatoren war es wichtig, den Inhalt ihres Anliegens sachlich darzustellen. Prägnant informierten sie etwa über die aktuelle Situation des Steinbruchs, die Gefahren der Ascheeinlagerung durch die Firma GFR, das Genehmigungsverfahren zur Errichtung der Deponie sowie eine mögliche Alternativnutzung des Steinbruchs.

Vorsteher Peter Meyer äußerte die Bedenken seines Wasserbeschaffungsverbands. „Ich habe den Vortrag der GFR mehrfach gehört, aber niemand konnte mir die Garantie geben, dass nicht doch nach Jahren durch Auswaschungen und Versickerungen das Grundwasser in unserem Wassereinzugsgebiet nachhaltig kontaminiert wird.“ In den vergangenen Jahrzehnten habe der Verband Trinkwasser in bester Qualität gemäß der Trinkwasserverordnung geliefert. „Das muss auch für unsere nachfolgenden Generationen so bleiben.“

Nach jahrelanger Belastung durch den Gesteinsabbau sei es „relativ ruhig geworden im Ort“, erklärte Dragutin Trajlovic von der Bürgerinitiative in Gründung. „Es werden keine nennenswerten Mengen mehr abgebaut, das Maß der Belastung ist kaum wahrnehmbar.“ Deutlich wahrnehmbar wären die 30 GFR-Lastwagen, die täglich Asche anlieferten. Der Schwerlastverkehr verursachte nicht nur Lärm und Feinstaub, sondern wäre eine Gefahr für die Kinder auf ihrem Schulweg. Florian Petersen von der Bürgerinitiative in Gründung betonte, dass es sich bei der GFR um eine GmbH handele. „Wenn es die Firma nicht mehr gibt, wer steht dann für den Steinbruch gerade?“

NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann stellte das Artenschutzprojekt „Gelbbauchunke“ vor. Sollte der vom Aussterben bedrohte Lurch im Steinbruch angesiedelt werden, wären die Pläne der GFR nicht realisierbar (wir berichteten). „Wir werden alles tun, um die Einlagerung zu verhindern“, so Buschmann. „Die Gelbbauchunke könnte unser Maskottchen werden“, schlug Dreyer vor.

In einem offenen Brief an die Forstgenossen, den Martina Hilger vortrug, äußert die Bürgerinitiative in Gründung ihre Bedenken. Die Forstgenossen werden gebeten, das „lukrative Angebot“ der GFR abzulehnen. Bereits 439 Bürger unterstützen die Aktion mit ihrer Unterschrift.

Die Formalitäten zur Gründung einer Bürgerinitiative sollen am Donnerstag, 24. Mai, um 19 Uhr im Landgasthaus Badukun in Bakede geklärt werden.

DWZ - Bad Pyrmont - 27. April 

NABU-Wanderung in den Frühling

Bad Pyrmont.

Am Sonntag, 29.April, veranstaltet der NABU Bad Pyrmont eine Frühlings-Wanderung unter der Führung von Prof. Rehn. Sie startet um 8.30 Uhr auf dem Parkplatz am Tierpark.

DWZ - Hameln - 26. April

WIR VON HIER

Naturschutzbund erweitert den Vorstand seiner Ortsgruppe

Hameln.

Die Naturschutzbundgruppe Hessisch Oldendorf/Hameln hat ihren Vorstand erweitert. Christian Weidner aus Klein Hilligsfeld, der bisherige Ansprechpartner für den Bereich Hameln, wurde zum Beisitzer gewählt. Als neues Mitglied im Vorstand wurde Ulrich Schaper-Krieglsteiner aus Hameln als Schriftführer gewählt. Er löst Hans Arend ab, der das Amt nur kommissarisch inne hatte, berichtet Ferdinand Alm. Anmerkung Webmaster: Hans-Jürgen Wissel

Arend übernimmt das bisher nicht besetzte Referat „Presse- und Öffentlichkeitsarbeit“. Einstimmig wiedergewählt wurden der Vorsitzende Hans-Jürgen Wissel, der stellvertretende Vorsitzende Karl-Friedrich Alms, Kassierer Fritz Söhlke, die Referentin für Jugendarbeit Maren Clavey und Gerhard Rehbein als Beisitzer. Der langjährige Referent für Biotop- und Artenschutz, Dietmar Meier, stellte sich nicht mehr zur Wiederwahl. Dieses Referat bleibt derzeit unbesetzt.

Im Energietreff der Stadtwerke Hameln führte die NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln ihre Mitgliederversammlung durch. Hans-Jürgen Wissel, seit 1994 Vorsitzender der Gruppe, berichtete über den Vogel des Jahres 2012, die Dohle. Anschließend zeichnete er zwei Mitglieder für ihre über 30-jährige Mitgliedschaft aus. Ulrich Schaper-Krieglsteiner aus Hameln und der Hessisch Oldendorfer Ralf Schulte erhielten die Ehrennadel des NABU. In seinem Jahresbericht zeigte Wissel die vielfältigen Aktionen der NABU-Gruppe auf. Außerdem berichtete er über Grundstückskäufe und Obstwiesen, die in Haddessen und Barksen angelegt wurden. „Wir haben auch zwei Sommerfeste in Klein Hilligsfeld und Barksen gefeiert, bei denen Mitglieder aus Hameln und Hessisch Oldendorf geehrt wurden“, berichtet der Vorsitzende.

Weitere Berichte gab es vom Referenten für Biotop- und Artenschutz, Dietmar Meier und von dem Leiter der Arbeitsgruppe Fledermausschutz, Rainer Marcek. Meier berichtete über die Amphibienschutzmaßnahmen in Unsen, Wahrendahl und Zersen, wo er fleißige Helfer gefunden habe, die die Kröten, Frösche und Molche über die Straßen getragen haben. Marcek berichtete, dass seine Gruppe viele Fledermauskästen kontrolliert habe und den Nachweis der Ansiedlung der Mückenfledermaus erbracht habe. Für die Jugendarbeit gab Hans-Jürgen Wissel für die erkrankte Maren Clavey den Bericht ab.

Wissel kündigte an, dass es wieder Vorträge über Eulen und Fledermäuse, vogelkundliche Spaziergänge, ein Sommerfest im Juli, die bewährten Mitmachaktionen „Stunde der Garten- und Wintervögel“, „Batnight“ und „Birdwatch“ sowie ein Pilzseminar geben wird.

Rainer Marcek berichtete über die Fledermauskastenreviere. So fand die Arbeitsgruppe in den Kästen nicht nur Fledermäuse, sondern auch Hornissennester, Siebenschläfer und die seltene Haselmaus. Marcek bietet im Herbst zwei Termine an, zu denen Interessierte an Kastenkontrollen teilnehmen können und vieles über Fledermäuse erfahren können. Infos stehen auch auf der Homepage unter www.NABU-hamelnpyrmont.de

HAMELNER MARKT - Hameln - 25. April

Waldmäuse pflanzen Sträucher für die Haselmaus / BUND- und NAJU-Projekt zum Schutz des bedrohten Tiers

Hameln (red).

Die Mädchen und Jungen vom Kindergarten Altstadtmäuse pflanzten vergangenen Freitag gemeinsam mit freiwilligen Helfern Sträucher, um etwas für das Überleben der Haselmaus zu tun. In Hameln sollen etwa 20 Sträucher dem Nager neuen Lebensraum und Nahrung bieten. Die Waldmausgruppe mit rund 25 Kindern unter der Leitung von Christine Sievers hatte sich bereit erklärt, im Bereich des Waldes Finkenborn auf dem Außengelände des Waldhauses die Sträucher zu pflanzen. Unterstützt wurden sie dabei von engagierten Vätern.

Die Naturschutzaktion ist Teil des Projektes "Die große Nussjagd in Niedersachsen" von BUND und NAJU mit dem Ziel, mehr über die vom Aussterben bedrohten Haselmäuse herauszufinden. Denn es gibt nicht einmal Erkenntnisse darüber,wo die Tiere in Niedersachsen noch vorkommen. Deshalb besteht das Projekt zum einen aus so genannten "Nussjagden", bei denen Kinder und Jugendliche auf die Suche nach angeknabberten Nüssen gehen. Anhand der charakterristischen Nagespuren der Haselmäuse ist es möglich, auf desem Weg herauszufinden, wo es noch Haselmäuse gibt.

Ein zweiter Teil des Projekts ist die Aktion "Hilfe für die Haselmaus", bei der Gruppen ganz praktisch helfen können, Lebensräume für die Haselmaus zu schaffen. Für diese Naturschutzaktion bieten BUND und NAJU kleine und große Helferpakete an mit Sträuchern zum Pflanzen. Begleitmaterialien mit vielen Informationen oder auch Nistkästen mitsamt Kamera, um die Haselmaus und andere Tiere beobachten zu können.

Seit Juli 2010 haben NAJU und BUND in Niedersachsen alle Kinder aufgerufen, sich an der "Großen Nussjagd" zu beteiligen, Ziel ist es, dei Haselmaus in Niedersachsen nachzuweisen - mithilfe vieler kleiner Forscher. Denn die Daten zur Haselmaus sind lückenhaft, das Vorkommen dieser streng geschützten Art auch aufgrund ihrer heimlichen Lebensweise kaum bekannt. Die Haselmaus hinterlässt aber an Haselnuss-Schalen so charakterristische Nagespuren, dass sie sich daraus nachweisen lässt.

Die nur daumengroße Haselmaus ist gar keine Maus, sondern eine kleine Verwandte des Siebenschläfers. Beide gehören zu den sogenannten Schlafmäusen oder Bilchen. Ihre wichtigsten Gemeinsamkeiten: große schwarze Kulleraugen, buschig behaarte Schwänze und leidenschaftliches Schlafen. Im Unterschied zum 20 Zentimeter großen Siebenschläfer wird die Haselmaus nur acht Zentimeter groß und steckt voller Geheimnisse. Sie lebt meist hoch über unseren Köpfen in den Kronen der Bäume und meidet den riskanten Weg über den Erdboden. Der Kletterkünstler wird daher so gut wie nie beobachtet. Die Verbreitung der Haselmaus ist deshalb auch weigehend unbekannt. Nur manchmal finden Naturschützer bei der Reinigung von Nistkästen Hinweise auf den putzigen Baumkobold. Anmerkung Webmaster: Die Arbeitsgruppe Fledermausschutz Hameln hat Bereich Aerzen Nachweise von Haselmäusen gefunden. Hier sind auch spezielle Nistkästen für Haselmäuse aufgehängt worden.

DWZ/NDZ - Bad Münder - 24. April

Konflikt mit Landwirten durch Gespräche lösen / Unterstützung für "99 grüne Riesen": Studenten stellen Konzepte zum Baumschutz vor

Bad Münder (lil).

Nachdem in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche stattliche, das Landschaftsbild Bad Münders prägende Bäume neuen Ackerflächen zum Opfer gefallen sind, setzt sich seit 2010 eine Initiative für den Erhalt der noch existierenden Gehölze ein. Der Name der sich aus Vertretern von Stadt, Waldjugend, NABU und Heimatbund zusammen setzenden Arbeitsgemeinschaft ist Programm: "99 grüne Riesen".

Unterstützt wird die Gruppe durch Studenten des Bachelor-Studiengangs Landschaftsarchitektur und Umweltplanung der Leibnitz Universität Hannover. Sie haben ein Konzept entwickelt, das den Münderanern den Wert ihrer Großbäume näherbringen und sie zum Schutz anregen soll. Die Ergebnisse wurden jetzt vorgestellt.

Dass der Konflikt zwischen Landwirtschaft und Naturschutz sich trotz guter Ideen nicht von heute auf morgen lösen lässt, ist Harald Meyer-Achilles vom Fachdienst Stadtentwicklung durchaus bewusst.

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Die Arbeitsgemeinschaft wolle nicht nur auf den Erhalt der grünen Riesen setzen, sondern sich auch um die Nachpflanzung bemühen. So wollen die Mitglieder das Gespräch mit Eigentümern und Realverbänden suchen, um geeignete Flächen zu finden. Auch müsse zum Schutz der Bäume etwa über sachgemäße Schnittmaßnahmen aufgeklärt werden. "Das alles kann nur eine Gemeinschaftsaufgabe sein", betont Meyer-Achilles.

DWZ - Hameln - 20. April 

Vogelstimmen erkennen

Hameln.

Wer Lust hat, etwas früher aufzustehen und ein Interesse an der heimischen Natur hat, kann am kommenden Sonntag, 22. April, mit dem NABU an "Töneböns Teichen" einen Vogelstimmenspaziergang unternehmen. Start ist um 7 Uhr auf dem Parkplatz der Gaststätte "Seehof". Die Führung übernimmt der Kreisverbandsvorsitzende Hans Arend. Es wird ein Kostenbeitrag von 3 Euro erhoben, der für NABU-Mitglieder entfällt.

DWZ - Coppenbrügge - 18. April

Rotmilan vom Windrad zerteilt? / Jagdpächter: "Ohne zweifel geschreddert / Tier wird obduziert

(Titelseite)

In Brünninghausen im Flecken Coppenbrügge soll ein Rotmilan von den Rotorblättern eines Windrades zerteilt worden sein. „Ohne Zweifel vom Rotorblatt geschreddert – jetzt ist es auch bei uns soweit“, so Jagdpächter Hans-Jürgen Feuerhake. Nach Angaben des Naturschutzbundes NABU verunglücken die Vögel häufiger an Windrädern. Der tote Rotmilan wurde von der Unteren Naturschutzbehörde und von dort zur Obduktion nach Hannover übergeben.

Toter Rotmilan schreckt Windradgegener auf / Vom Rotor zerteilt /

Naturschützer sichern den Fund für Gerichtsverfahren

Brünnighausen (ist).

Sie weisen seit Jahren mit Nachdruck auf die Gefahr der Windradrotoren für die Vogelwelt, insbesondere die zahlreich geschützten Arten in der Region hin: die Mitglieder der Interessengemeinschaft "Rettet den Ruhbrink" wie Naturschützer allgemein. Jetzt sehen sie sich durch den Fund am Brünnighäuser Windrad bestätigt. Am Karfreitag, wie die Dewezet jetzt erfuhr, hat ein Jäger einen getöteten Rotmilan unter dem Ruhbrinkrad entdeckt. Der zuständige Jagdpächter Hans-Jürgen Feuerhake aus Brünnighausen nahm umgehend das in zwei Hälften zerschmetterte Tier in Augenschein: "Ohne Zweifel vom Rotorblatt geschreddert - jetzt ist es also auch bei uns soweit", sei sein erster Gedanke gewesen.

"Die roten Milane sind wieder da", schon seit Tagen beobachtet, wie sie mit immer weniger Scheu um die Rotoren kreisten. Feuerhake informierte den Sprecher der Interessengemeinschaft und Förster Heiko Brede. Die beiden Rotmilanhäften lagen circa 38 und 90 Meter vom Fundament entfernt", berichtet Brede und weitere Zeugen glauben: "Gefunden wurde der Vogel nur, weil im Moment nur wenig Vegetation auf den Äckern ist. Es ist mit nicht geringer Sicherheit zu befürchten, dass dies nicht der erste und auch nicht der letzte verunglückte Rotmilan war, ist und bleiben wird".

Sollte es sich bei dem Rotmilan um einen der Altvögel aus der Region handeln, werde das natürlich den Ausfall einer Brut zur Folge haben. Der Totfund, so Brede, sei gleichwohl keinerlei Triumph über die Zweifler an der Sinnhaftigkeit der Bedeutung avifaunistischer Untersuchungen potentieller Windenergievorranggebiete Anmerkung Webmaster: der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln hat das Vorkommen von Rotmilanen im Raum Coppenbrügge 2010 untersucht, sondern vielmehr Bestätigung für deren Notwendigkeit. Er bestätigte auch die Beobachtungen des NABU, das der Rotmilan sehr viel häufiger als andere (Greif-)vögel an Windkraftanlagen verunglücke, in deren Nähe er offenbar bevorzugt nach Beutetieren sucht.

2002 wurde der Rotmilan deshalb in die Vorwarnliste der neuen "Rote Liste der gefährdeten Brutvögel" in Europa aufgenommen. "Solange wir solche Naturschätze in der Region haben, sollten wir sie, so gut es geht, vor Schnitzelwerken schützen", so Brede.

Der rote Milan wurde gestern der Unteren Naturschutzbehörde Hameln-Pyrmont übergeben und von dort zur Obduktion nach Hannover übergeben. Das der Vogel nicht durch Gift oder Schrotflinte zu Tode gekommen sei, sei zwar offensichtlich, aber Absicherung, so der IG-Sprecher, sei für alle Seiten, auch für den Landkreis angesichts der Brisanz um die Windenergieanlagen wichtig.

Im Mai stehe wieder eine gerichtliche Auseinandersetzung um weitere genehmigte WEAs auf dem Ruhbrink an. Ein Investor hat Klage gegen den Landkreis eingereicht: Die erheblichen Auflagen zum Vogelschutz beim Anlagenbau minimierten die Wirtschaftlichkeit von vorneherein mit Tendenz gegen null, so der Tenor der Klage.

Ob der Totfund in diesem Verfahren eine Rolle spielen würde, sei allerdings eher fraglich. "Wir jedenfalls bleiben mit Überzeugung bei unserem Standpunkt", stellt Brede für die Interessengemeinschaft fest: "Windkraft ist okay, aber aus Artenschutzgründen bitte nicht noch mehr Anlagen auf dem Ruhbrink. Dieser Totfund kann uns nur bestärken!" Gänzlich anders sieht das Martin Schütte aus Brünnighausen als grundsätzlicher WEA-Befürworter und Landwirt, der den Grund und Boden um die Ruhbrinkanlage verpachtet hat: "Das passiert - auf der Straße werden täglich etliche Tiere totgefahren."

NDZ/DWZ - Bad Münder - 17. April

Das Bewusstsein für besondere Bäume schärfen / Projekt "99 grüne Riesen" wird vorgestellt / Studenten und Wissenschaftler befassen sich mit diesem Thema

Bad Münder (jhr).

"99 grüne Riesen" heißt ein Projekt, an dem Stadt, NABU, Heimatbund und Waldjugend in Bad Münder in den vergangenen Monaten intensiv gearbeitet haben. Jetzt soll das Vorhaben zum Schutz besonderer Bäume im Stadtgebiet, an dem sich auch die Studenten der Universität Hannover beteiligten, vorgestellt werden - am Donnerstag, 19. April, können sich Interessierte ab 18 Uhr über Details ins Bild setzen lassen.

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DWZ - Hameln - 17. April

Lautlose Jäger in Gefahr? / Abriss einer Scheune geplant / Fledermaus-Freunde schlagen Alarm

Hameln (gro).

Was passiert mit den Fledermäusen? Waltraud und Klaus-Peter Schütt, die an der Gröninger Straße gegenüber dem Parkhaus Rondell in Hameln wohnten und dort abends oft Fledermäuse beobachteten, die aus einer Scheune heraus ins Freie flogen, bangten um die nachtaktiven Tierchen, seit sie hörten, dass die Scheune abgerissen werden soll. Zwar wohnt das Ehepaar dort nicht mehr, erinnert sich aber noch gern an die Fledermäuse und deren abendliche Jagd auf Insekten.

Umso entsetzter reagierten die beiden, als sie erfuhren, dass das alte Gebäude einem Wohn- und Geschäftshaus mit Tagespflege der Wohngenossenschaft Hameln (WGH) Platz machen soll. Die Fledermäuse, die in der Scheune wohnen, könnten bei den Abrissarbeiten getötet werden, befürchteten sie: "Man sollte sie einfangen und umsiedeln", meinten die Hamelner und wandten sich an mit dieser Bitte an Volker Theine vom Deutschen Tierschutzbund. Der machte Rainer Marcek, Fledermausbeauftragter des Landkreises Hameln-Pyrmont Anmerkung Webmaster: und Leiter der Arbeitsgruppe Fledermausschutz beim NABU Hessisch Oldendorf/Hameln, auf das Problem aufmerksam. Dieser aber war bereits in Aktion getreten. Was wiederum Familie Schütt nicht wusste. Und so kam es jetzt zu einem Ortstermin in Hameln.

Im Auftrag der WHG hatte sich Marcek bereits im vergangenen Jahr mit einem Ultraschalldetektor auf Spurensuche begeben, um die lautlosen Nachtjäger dort nachzuweisen. Auch nach Kot hatte er auf dem Scheunenboden gesucht. Das Ergebnis gleich null. "Auf so einem großen Boden kann man natürlich nicht jede Fledermaus finden", meint der Experte. Eines könne er den Tierfreunden aber versichern: "Der Boden dort ist auf keinen Fall ein Winterquartier für die Tiere. Dafür ist es dort viel zu kalt." Daher sei es jetzt der beste und günstigste Moment, den Abriss des Gebäudes durchzuführen. Zudem würden die Tiere, falls doch das eine oder andere da sein sollte, durch den Abrisslärm aufgeschreckt und fortfliegen.

Übrigens, wer glaubt, dass Fledermäuse, und hier in der Stadt besonders die Zwergfledermaus, nur in alten Gebäuden unterschlüpfen, der irrt. In Hameln gibt es, hochgerechnet und geschätzt, ungefähr 4000 Tiere, und davon leben auch ganz viele unter Behängen an modernen Gebäuden", weiß Marcek. Das Ehepaar Schütt und Volker Theine konnten jedenfalls nach diesem Termin beruhigt den Heimweg antreten. Marcek habe sie aufgeklärt, sie würden jetzt nicht mehr um die kleinen Flugsaurier bangen müssen. "Gut", zieht Tierschützer Theine Bilanz: "Es war Fehlalarm. Aber lieber einmal zu viel alarmiert, als einmal zu wenig."

HAMELNER MARKT - Hameln-Pyrmont - 11. April

Klammern statt Schmusen / Die Erdkröte ist "Lurch des Jahres 2012" / Oft lauert der Straßentod

Hameln-Pyrmont (red).

Die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT) hat , unterstützt vom NABU, die Erdkröte zum "Lurch des Jahres 2012" gekürt. Erdkröten zählen zu den Arten, die am direktesten vom ehrenamtlichen Engagement profitieren. Kein anderer Verband betreut so viele Amphienschutzzäune und stationäre Anlagen wie der NABU. Abertausende ehrenamtliche Arbeitsstunden werden so Jahr für Jahr geleistet. Zäune aufstellen, Eimer eingraben, über die Straßen tragen - wichtige Aktivitäten wie diese, hat die Erdkröte viele Male vor dem Straßentod gerettet und vor größeren Bestandszusammenbrüchen bewahrt, was die Arbeit rund um die "NABU-Kröte" so unentbehrlich und achtungswürdig macht.

Die gemeine Kröte hat es nicht leicht. Mit ihren mit warzigen Hautdrüsen übersäten Körper und den hervortretenden, meist kupferfarbenen Augen galt der Lurch bis in das Mittelalter hinein als das hässlichste Tier der Schöpfung. Als feuchtliebendes Schattenwesen von recht plumper Gestalt , betrachtete man die Erdkröte als guten Zusatz für Hexensalben und die Volksmedizin.

Dabei hat Bufo bufo, wie die Erdkröte wissenschaftlich heißt, das Zeug zum wahren Herrscher unter den Kröten. Sie ist nicht nur die größte europäische Krötenart, sondern neben dem Grasfrosch auch das häufigste Amphib. In Deutschland ist die Erdkröte flächendeckend vorhanden. In ganz Mittel- und Nordeuropa, sogar bis über den nördlichen Polarkreis, sowie in Nordwestafrika ist dieser ruhige Geselle anzutreffen. Er lebt auf Meeresspiegel-Niveau ebenso wie im Hochgebirge.

Die große Zahl an Erdkröten resultiert vornehmlich aus ihrer Anspruchslosigkeit. Sie akzeptiert alle stehenden Gewässer, seien sie nährstoffarm oder -reich, ja selbst der pH-Wert ist ihr egal. Ob kalkhaltiges Gewässer im Gebirge oder saures Moorgewässer, die Erdkröte legt ihre gallertartigen Laichschnüre überall hinein. Ähnlich erfolgreich wie ihre Besiedlung ist auch die Fortpflanzungsstrategie. Die Erdkröte produziert mit 3000 bis 8000 Eiern pro Weibchen eine riesige Menge an Nachkommen.

Doch bevor es dazu kommen kann, beginnt zunächst die beschwerliche Reise zu den Laichgewässern: Unmittelbar nach der Winterruhe, zwischen Ende Januar und Mitte Februar, wandern die Froschlurche zu nächtlicher Stunde bei ausreichend milden Temperaturen. Am Ziel angekommen, patrouillieren paarungsbereite Erdkrötenmännchen schon vor den Gewässern, so dass die ankommenden Weibchen meist schon vor Erreichen von den schwärzlichen Brunftschwielen der Männchen fest umklammert werden.

"Der Klammereffekt der Erdkrötenmännchen ist legendär. Er auf einem Instinktverhalten, das nur einen geringen Auslösereiz benötigt", erklärt Tom Kirschey vom NABU-Bundesfachausschuss Feldherpetologie. Anders ausgedrückt: Wenn erwachsene Männchen einen gewissen Hormonstatus erreicht haben, wird alles geklammert, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. So kann es auch schon malzu amüsanten Irrläufern kommen: "Ich konnte mal beobachten, wie ein Erdkrötenmännchen ein großes Hechtweibchen besteigen wollte und seine Daumen in die Augengruben gedrückt hat. Dass der Hecht wild um sich schlug, hat das heißgewordene Männchen kaum beeindruckt", schildert Kirschey.

Fehlpaarungen kommen also häufiger vor. Wenn die Männchen aber richtig liegen, dann werden sie von ihren größeren Damen nach erfolgreichem andocken ins Wasser getragen, wo die Eiablage und -befruchtung stattfindet. Da die Weibchen nur alle zwei bis drei Jahre ablaichen, ist der Männchenüberschuss an den Laichgewässern erheblich. Dieser führt zu vielen Kämpfen, aus denen die Stärkeren hervorgehen, die sich dann mit dem Paarungsruf oder einem Befreiungsruf bemerkbar machen. Wer dabei ein lautes Konzert erwartet, irrt jedoch. Das "öök öök" klingt recht verhalten, da Erdkröten anders als Frösche keine äußerliche Schallblase besitzen und immer nur wenige Männchen rufen.

Die abgelegten Laichschnüre und die sich daraus entwickelten Larven könnten ein attraktiver Happen für Fressfeinde sein. Erdkröten sondern allerdings ein verschiedene Gifte enthaltendes Hautsekret ab, das nicht ungenießbar ist, sondern für einige Tiere auch tödlich, wie Kirschey zu berichten weiß. "Es gab mal einen Unfall im Hagenbeck-Zoo, bei dem Erdkröten ins Seelöwen-Gehege geraten sind. Die Seelöwen waren verwundert über die seltsam anmutende Speise, verzehrten sie aber trotzdem, und starben an dem Gift." Selbst als Kaulquappen werden die Erdkröten dank ihres toxischen Schutzschildes von vielen Feinden wie Molchen oder Fischen verschmäht.

Vor dem Eingriff des Menschen in die Natur ist die Erdkröte jedoch nicht gefeit: So ist sie von unserer verstärkten Versiegelung, dem Straßenbau, der zunehmenden Verkehrsdichte und dem Abnehmen der Gewässerlebensräume betroffen. Selbst ein Anpassungskünstler wie die Erdkröte hält nicht alles aus. "Wenn es der Erdkröte schlecht geht, dann ist fast alles zu spät. Auch wenn ihr Bestand bisher nicht gefährdet ist, ist sie in Ballungszentren wie im Ruhrgebiet schon seltener geworden", so Kirschey.

Die größte Gefahr geht vom Straßenverkehr aus, der regelmäßig Opfer hervorruft. "Wenn auf einer Straße neun Autos pro Stunde fahren, was man wohl eher nicht als dicht befahrene Straße bezeichnen würde, liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit der wandernden Erdkröten schon bei unter 20 Prozent. Man kann sich überlegen, wie viel da noch übrig bleibt, wenn die Verkehrsdichte höher ist", macht Kirschey deutlich.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 05. April

Weißstörche zurück im Wesertal

(Titelseite)

Hessisch Oldendorf (pj).

"Storch, Storch bester, bring mir eine Schwester", diesen Spruch können Kinder in diesen Tagen vielfach aufsagen. Besonders in und um Hessisch Oldendorf, ob südlich der Weser oder auf der Nordseite, das Wappentier des Naturschutzbundes ist hier wie dort anzutreffen.Storchenvater Dietmar Meier vom NABU geht davon aus, dass neben dem Weißstorch, der seit Februar auf dem Schornstein der Molkerei in Hessisch Oldendorf lebt, auch Zugvögel hier Rast machen. Übrigens dem Weißstorch wird auch nachgesagt, dass er die Osterhasen unterstützt.

Störche übernehmen auch Aufgaben der Osterhasen / Adebar und weitere Artgenossen im Bereich um Hessisch Oldendorf unterwegs

Schon lange kein Nachwuchs mehr 

Hessisch Oldendorf (pj).

Mal sind die großen schwarzweißen Vögel auf den Wiesen am Herrenteich zu sehen, Stunden später stolzieren sie auf den Feldern oder Wiesen bei Großenwieden umher. Am Regenrückhaltebecken in Fuhlen sind sie genau so zu bestaunen wie am Weseraltarm bei Weibeck. Ende Februar ist in diesem Jahr bereits der erste Weißstorch auf den Nest auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei in der Hessisch Oldendorfer Kernstadt gelandet. Adebar, wie der Storch in der Fabel heißt, wartete dort auf eine Frau, damit die Brut beginnen kann. Immer mal wieder konnten in den vergangenen Tagen zwei Störche hoch oben auf dem Nest beobachtet werden. Dietmar Meier, der Storchenvater des Naturschutzbundes, ist sich sicher, dass Adebar eine Partnerin gefunden hat, denn die Störche tragen Nistmaterial zusammen.

Was die Weißstörche anbelangt, die im Feld oder auf den Wiesen auf Nahrungssuche sind, da könnten sich auch durchziehende Artgenossen oder welche aus Aufzuchtstationen zwischengemischt haben, denn es wurden in den letzten Tagen auch mehrere der großen Vögel gleichzeitig gesichtet. Auch in den vergangenen Jahren waren Vögel aus der Storchenstation bei Elbrinxen im Kreis Lippe an der Weser beobachtet werden.

Im Mai 1990 siedelte sich das erste Storchenpaar in Hessisch Oldendorf an. Davor haben jahrzehntelang keine Störche mehr im Stadtgebiet gesiedelt. Letzte Meldungen über Weißstörche, die im Bereich von Hessisch Oldendorf gebrütet haben. gehen bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. In Großenwieden hatten die Störche damals ihr Nest auf dem Kirchturm, wie sich ältere Dorfbewohner noch erinnern können. Anfang des 20. Jahrhunderts brüteten auch Weißstörche auch auf Gut Stau bei Weibeck und auf der anderen Weserseite in Heßlingen. Veränderungen des Lebensraumes, Entwässerungsmaßnahmen und die intensive landwirtschaftliche Nutzung, welche mit der Umwandlung von Grünland in Ackerland einherging, ließen den Weißstorch für einige Jahrzehnte ganz aus dem Wesertal verschwinden.

Seit 1990 kam Storch "Adebar" in jedem Frühjahr aus dem warmen Süden in die Weserstadt. 2007 kehrte er nicht mehr zurück. Ob dem Weißstorch auf dem Flug in den Süden, im Winterquartier oder auf dem Rückflug ins Weserbergland etwas zugestoßen ist, Storchenvater von der Ortsgruppe Hessisch Oldendorf/Hameln konnte auch keine Antwort auf die Frage geben. Auch das Storchenweibchen "Adele" wurde als vermisst gemeldet. 2004 hatte das Paar vier Junge großgezogen und war im Herbst mit diesen in den Süden gestartet. Im Winter 2007 saß lange ein einzelner Storch auf dem Nest. Im Frühjahr zog er dann mit Artgenossen weiter. Das Nest in der Kernstadt wurde im Frühjahr von keinem Weißstorch angesteuert. Lediglich auf der früheren Molkerei in Höfingen wurden zwei der großen schwarz-weißen Vögel gesichtet.

So ging es weiter - auch im vergangenen Jahr war frühzeitig einer der großen schwarzweißen Zugvögel in der Stadt gelandet. Dietmar Meier hoffte, dass es der Storch mit einer Brut ernst nehmen wird. Bruterfolg konnte er nicht melden. Das Nest auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf, das in der Winterzeit erheblich in Unordnung geraten war, wird auch diesmal von Adebar aufgeräumt. Nun bleibt abzuwarten, wie es weitergeht. Zwar hat sich das Paar gefunden, das Nest wird hergerichtet, Fremdstörche bleiben aber eine Gefahr. Bei Kämpfen auf dem Nest über der Molkerei sind schon mehrmals Eier und auch Junge herausgeschleudert worden.

Kein Problem für die Klappemänner bei der Nahrungssuche. Der Tisch ist gedeckt. Den Namen Klapperstorch hat der Vogel, der eine Flügelspannweite von bis 2,20 Meter hat, durch die Art der Verständigung. Er klappert mit dem Schnabel, wenn er Artgenossen etwas mitteilen will. Übrigens: In der Welt der Legenden gilt der Klapperstorch als Überbringer von neugeborenen Kindern. In manchen deutschen Gegenden wird ihm nachgesagt, dass er auch die Aufgaben der Osterhasen übernimmt.

DWZ - Hameln - 02. April

Naturschützer fürchten um das Leben der Tiere / Holz- und Reisighaufen bieten ideale Verstecke für Igel & Co.

Hameln (sr).

Des einen Freud, des anderen Leid. Während die zahlreichen Osterfeuer-Veranstaltungen alljährlich Tausende von Schaulustigen anlocken, fürchten Naturschützer und Tierfreunde um das Leben von Igel & Co. "Wir haben nichts gegen die traditionellen Osterfeuer. Aber Vorsorge wäre angebracht", sagt Hans Arend, Sprecher des Naturschutzbundes (NABU) Hameln-Pyrmont Anmerkung Webmaster: Vorsitzender des NABU-Kreisverbandes. Wenn das gesammelte Strauchgut tagelang liegen bleibe und nicht bewegt werde, böte es sichere Verstecke für zahlreiche Tiere. Das Abbrennen des Holz- und Reisighaufens werde dann für Käfer, Wildbienen, Kaninchen, Igel, Spitzmäuse und viele Insektenarten alljährlich zu einem Scheiterhaufen.

Der NABU weist darauf hin, dass jetzt viele Vögel mit dem Nestbau beginnen oder schon vollständige Gelege haben. Einige Vogelarten wie Zaunkönig, Rotkehlchen und Heckenbraunelle würden sehr gern in solchen Reisighaufen brüten. Viele dieser Tiere seien gerade im Garten wichtige Helfer bei der Vertilgung unerwünschter oder lästiger Insekten.

Nach Ansicht des NABU dürfen Reisig- und Holzhaufen, die auf diese Weise von Tieren als Brutstätte angenommen worden sind, nicht mehr durch Abbrennen zerstört werden. "Deshalb sollten die Holz- und Reisighaufen entweder sehr spät angelegt oder vorsichtig umgeschichtet werden", betont Arend. Überhaupt sei das Umschichten, am Tag des Entzünden ein Muss. Zuständig dafür seien die jeweiligen Veranstalter, erläutert der NABU-Sprecher Anmerkung Webmaster. Vorsitzender. Allerdings könnten er und seine Mitstreiter aufgrund der großen Zahl von Osterfeuer-Veranstaltungen nicht kontrollieren, ob die Forderungen eingehalten werden.

Der Landwirt Jobst-Werner Brüggemann richtet auf seinem Grund und Boden in Hameln-Rohrsen ein Osterfeuer aus. Er sammelt das Material zum Abbrennen zum größten Teil selbst ein. "Nach Absprache darf auch angeliefert werden. Aber auch dann weiß ich nicht ganz genau, was und wie viel auf den Haufen für das Osterfeuer kommt", betont Brüggemann. Er schichtet am Veranstaltungstag, am Ostersamstag, den Haufen noch einmal um, damit alle Tiere flüchten können. Bei dieser Arbeit sehe er auch, ob sich Abfall oder sogar Plastikmüll in dem Haufen befindet. "In den vergangenen drei Jahren habe ich eine Bambusmatte gefunden, die ich nicht entfernt habe", erinnert er sich.

Denn aus Sicht des NABU ist nicht nur das Leben der Tiere ein negativer Aspekt des Osterfeuers. Sorge bereiten der Organisation auch, dass zwischen dem Brennholz für die Osterfeuer immer wieder Kartons und Plastikhüllen, Spanplatten oder Paletten befinden. Vor allem beim Verbrennen von behandelten Holzstücken könnten giftige Gase entstehen und mit dem Rauch eingeatmet werden.

Buschwerk und Reisig sind laut NABU viel zu schade, um verbrannt zu werden. Schnittholz und Gestrüpp ließen sich im Garten viel sinnvoller verwenden, um Lebensraum und Unterschlupf für Vögel und Kleintiere zu schaffen. Ein von Brombeeren oder Wildrosen überwucherter Reisighaufen ein Holzstoß in einem dichten Gebüsch - mit geringem Aufwand, etwas Fantasie und gutem Willen - ließe es sich so ein Stück Natur zurückholen. Wo sehr viel Schnittholz anfalle, könne zudem der Grundstock für eine "Benjes-Hecke" gelegt werden.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 30. März

Zersener legen Obstbaumwiese an - weitere sollen bald folgen / Hartwig Meier stellt 5200 Quadratmeter zur Verfügung

Zersen(bj).

"Ihr müsst den Baum noch etwas tiefer einsetzen", ruft Friedrich Söhlke, während er schon am nächsten Apfelbaum die Wurzeln einkürzt. Bei herrlichen Frühlingswetter haben sich an einer Brachfläche im Hahnensiek freiwillige Helfer eingefunden, die dort Obstbäume pflanzen.

Hartwig Meier macht diese Aktion möglich, ihm gehört die 5200 Quadratmeter große Fläche. "Ich habe die Fläche dem Landkreis angeboten, aber der hatte kein Interesse. Da habe ich sie dem NABU zur Verfügung gestellt und zwar kostenlos", erklärt der Landwirt aus Zersen. Hans-Jürgen Wissel, Vorsitzender der Ortsgruppe Hessisch Oldendorf/Hameln des Naturschutzbundes, ist hellauf begeistert. "Wir freuen uns, dass wir hier eine Obstbaumwiese anlegen dürfen. Das Obst, dass hier geerntet werden kann, ist das eine, der Lebensraum, der hier für viele Tierarten entsteht, ist das andere", erklärt er. Ausgewählt hat die Bäume, die so klangvolle Namen tragen wie Dülmener Herbstrosenapfel, Kaiser Wilhelm Apfel oder graue Herbstrenette, Friedrich Söhlke aus Barksen. Er ist der Obstbaumexperte der NABU-Ortsgruppe. Söhlke sagt: "Wir pflanzen bewusst die alten Sorten. Sie haben sich über Jahrhunderte entwickelt und bewährt."

Auch Hohensteins Ortsbürgermeister Dr. Dieter Claus gehört zu den Helfern. "Diese Aktion soll der Anfang sein. Wir müssen nun gucken, dass die Obstbaumwiese gepflegt wird. Ich hoffe, dass wir die Dorfgemeinschaft gewinnen können und weitere Aktionen folgen", sagt er. Er freue sich, dass Günter Kottas bereits signalisiert habe, eine weitere Fläche zur Verfügung zu stellen. "Unsere Vision ist dort eine Obstbaumwiese, auf für jedes Kind, das in Zersen geboren wird, ein Baum gepflanzt wird", führt der Ortsbürgermeister aus. Während alle Bäume mit Draht gegen den Wildverbiss durch das Wild geschützt werden, überlegen die fleißigen Helfer schon, ob sich aus der Mirabelle wohl in einigen Jahren ein leckerer Brand herstellen lässt. "Das müssen wir abwarten, aber auf jeden Fall können im Herbst die Kindergartenkinder hierher zur Apfelernte kommen", meint Hartwig Meier.

SCHAUFENSTER HESSISCH OLDENDORF - Hessisch Oldendorf - 29. März

Ein schönes Fleckchen Erde / Am Altarm der Weser befindet sich ein besonders wertvolles Biotop

Unterhalb von Weibeck bei Gut Stau verlief früher einmal ein Arm der Weser. Nach der Heimatsage über "Jobst von Mengersen" gab es dort Streitereien, da seinerzeit wohl des Öfteren Ländereien bei Gut Stau überschwemmt wurden. Schließlich dämmte man diesen Weserarm vom Hauptfluss der Weser ab. Der Sage nach mit einem Pferdekopf. Derart schaurige Geschichten erzählt man sich über das alte Flussbett der Weser, welches zum Teil noch erhalten ist. Auch in Hessisch Oldendorf führte das Abklemmen des ursprünglichen Weserlaufs zu gravierenden Veränderungen. Heute steht das Münchhausenschloss weit ab vom Fluss. Früher floss die Weser dort, wo heute der Münchhausenpark ist, also direkt am Schloss vorbei. Die alten Toiletten an der Fassade des Weserrenaissancebaus weisen noch heute auf die Zeit hin, als der Fluss dort sein Bett hatte,

Die "Alte Weser", so wie der Bereich heute genannt wird, hat keine direkte Verbindung mehr zum Fluss. Nur bei sehr stark ansteigenden Hochwässern stellt die Weser noch Verbindungen zu all ihren Nebenarmen her. Der Altarm wird derzeit nur noch vom Oberflächenwasser gespeist. Die Wasserstände schwanken daher sehr stark.

Altarme haben eine besondere ökologische Bedeutung. An der Weser sind sie meist nur noch sporadisch vorhanden. In der Häufigkeit wie an Rhein oder Donau sind sie bei uns nicht mehr zu finden, erklärt Dietmar Meier vom Naturschutzbund in Hessisch Oldendorf. Wegen der ökologischen Bedeutung pflegt der NABU dieses mit Baum- und Kopfweiden umsäumte Gebiet bei Gut Stau.

Früher einmal dienten die Kopfweiden zur Herstellung von Körben. Ein altes Handwerk, was heute bei uns kaum noch ausgeübt wird. Kopfweiden müssen regelmäßig geschnitten werden, denn sonst würden aus den dünnen Weidenruten nach wenigen Jahren dicke Äste werden. Dadurch wird der Stamm so stark belastet, dass er auseinanderbrechen würde, sagt Dietmar Meier.

So pflegen die Mitglieder des Naturschutzbundes nahezu jährlich die alten Kopfbäume in der Weichholzaue der Weser. Besonders im hohen Alter sind die Kopfweiden mit großem Stammdurchmesser von erheblichen Nutzen für die heimische Fauna. Neben zahlreichen Insekten bieten die Hohlräume in den Weiden im Sommer auch Unterschlupf für Fledermäuse oder gar für Höhlenbrüter wie Steinkauz, eine bei uns seltene Eulenart.

Auch für viele andere Vögel wie zum Beispiel den Weidenlaubsänger bietet das dichte Astwerk Brutmöglichkeiten. Auf der Wasserfläche tummeln sich zahlreiche Enten, bei höheren Wasserständen finden sich auch Graugänse und Singschwäne ein. In den Feuchtgebiet leben aber auch zahlreiche Amphibien. "Rundum ein Biotop mit großer Artenvielfalt", stellt Dietmar Meier fest.

Kiesteiche zum Beispiel sind hingegen wesentlich tiefer als Altarme. Auf ihnen können Enten daher nicht so gut gründeln. Sie haben aufgrund ihres meist stärkeren Ufergefälles in Höhe des Wasserspiegels auch keine so ausgeprägte Schilfzone wie der Altarm bei Weibeck. Flache Ufer sind für die Vogelwelt von besonderem Nutzen, da einige von ihnen im Schilf brüten, wie der Haubentaucher oder das Blässhuhn. Grund genug diesen Altarmrelikt zu erhalten, so der Referent für Biotop- und Artenschutz der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln  Anmerkung Webmaster: Seit der letzten Mitgliederversammlung im März nicht mehr als Referent tätig.

"Die Menschen wissen diese Altgewässer der Weser ebenfalls zu schätzen. Es ist ein großes Rückhaltebecken, welches Oberflächenwasser aufnimmt und nur verzögert an die Weser abgibt", führt Dietmar Meier aus. "Das ist Hochwasserschutz", betont der NABU-Mitarbeiter. Ist der Winter richtig kalt, wie in diesem Jahr, nutzen die Menschen den zugefrorenen Altarm zum Schlittschuhlaufen. Ansonsten genießen viele Spaziergänger die Natur entlang des Weseraltarms unter dem Steilhang der Weserterrasse, einem Überbleibsel aus der Eiszeit, auf dem heute der Ort Weibeck mit seiner alten Dorfkirche steht.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 29. März

Experte berichtet über Zugvögel

Heßlingen.

Friedrich Budde vom Naturschutzbund (NABU) Hessisch Oldendorf Anmerkung Webmaster: Hessisch Oldendorf/Hameln ist zu Gast im Erzählcafé im Senioren- und Pflegeheim "Ramsauers Mühle", Zum Pollhof 9. Der Experte berichtet am Donnerstag, 29. März, in der Zeit von 15.30 bis 16.30 Uhr über die alljährliche Wanderung der Zugvögel. Wegen der begrenzten Anzahl der Plätzen wird um eine Anmeldung unter Telefon 05152/787-0 gebeten.

NDZ - Bad Münder - 22. März 

Kleiner Froschlurch weckt große Hoffnungen

Bad Münder (lil).

Ein kleiner Froschlurch hat jetzt große Hoffnungen bei den Gegnern eines umstrittenen Vorhabens geweckt: Der NABU will sein Artenschutzprojekt „Gelbbauchunke“ im Hamelspringer Steinbruch realisieren. Die von einer Entsorgungsfirma geplante Einlagerung von Asche aus Kohlekraftwerken wäre damit unvereinbar.

NABU-Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann hat das Projekt – Teil des Bundesprogramms „Biologische Vielfalt“ – vor Mitgliedern der NABU-Ortsgruppe und anderen Interessierten vorgestellt. Die Gelbbauchunke ist in Niedersachsen akut vom Aussterben bedroht. Buschmann erklärte die Ursache: „Dynamische Bach- und Flussauen sind heute kaum noch vorhanden, da alles begradigt worden ist.“ Ersatzlebensräume seien Kleinstgewässer wie Traktorspuren, Pfützen und kleine Wassergräben. So habe sich die Gelbbauchunke häufig in Steinbrüchen oder Kiesgruben angesiedelt.

Im ehemaligen Steinbruch Liekwegen (Kreis Schaumburg) sei es den Naturschützern bereits durch gezielte Maßnahmen gelungen, den Bestand dieser Tierart seit Beginn des Projekts im Jahr 2000 kontinuierlich zu erhöhen. Dabei sei die Stilllegung des Steinbruchs für den Artenschutz nicht einmal zwingend erforderlich, so Buschmann. In Liekwegen hätten NABU und Landkreis mit Fördermitteln von EU und Land aber sogar einen Erlebnispfad angelegt, so Buschmann.

Als sinnvoll für Mensch und Tier bezeichnete auch Matthias Großmann, Chef der NABU-Ortsgruppe Bad Münder, das vorgestellte Konzept. Dies sei auch in Hamelspringe denkbar. Das dafür notwendige Umdenken der Forstgenossen als Eigentümer müsse „nicht selbstlos erfolgen“, betonte er. So könnte der NABU Entschädigungen für die Steinbruchnutzung zahlen oder die Fläche gleich kaufen.

Buschmann berichtete von seinem Gespräch mit der Forstgenossenschaft Anfang Februar (wir berichteten). Dieses habe in „sehr freundschaftlicher Atmosphäre stattgefunden“. Die Forstgenossen würden zwar weiter mit dem Entsorgungsunternehmen verhandeln, der Nabu sei aber „in der Rückhand“, so Buschmann. „Wir sind guter Dinge, etwas erreichen zu können.“

Hamelspringes Ortsbürgermeisterin Susanne Bubat-Hahn zeigte sich überrascht von diesem Sachstand. Sie habe nichts vom NABU-Projekt gewusst, die Ausführungen seien aber sehr informativ.

Auch Buschmann ist mit Blick auf die Deponiepläne skeptisch. Beim Hamelspringer Steinbruch handele es sich um ein Vogelschutzgebiet, in dem der Uhu lebe. „Eine Löschung dieses Vogelschutzgebiets ist utopisch.“ Der Steinbruch sei zudem im Landschaftsschutzgebiet Süntel ausgewiesen, erläuterte Harald Meyer-Achilles von der Stadtverwaltung und fügte hinzu: „Eine Deponie ist nicht vereinbar mit der zugehörigen Verordnung.“

DWZ - Emmerthal - 19. März

Fördergelder stehen für die Emmer in Aussicht / Politik befürwortet Gewässersntwicklungsplan / Hoffnung auf langfristige Verbesserungen

Emmerthal (gm).

Der Hochwasserschutz an der Emmer, primär der Alarmierungsplan, den die Gemeinde Emmerthal seinerzeit noch zu Amtszeiten des damaligen Ersten Gemeinderates Wolfgang Hoth ins Leben rief, hat bis heute Bestand. Bereits vor gut sieben Jahren regte das ehemalige Emmerthaler CDU-Ortsratsmitglied Helene Steinmann diese Meldeliste an, bei der jeder Betroffene nach dem Schneeballsystem zu benachrichtigen ist. "Immer wenn der Schiederstausee sein Wasser ablässt, hat sich dieses Frühwarnsystem bewährt", urteilte Ortsbügermeister Rudolf Welzhofer (CDU) bei der jüngsten Zusammenkunft des Emmerthaler Ortsrates Weiter...Auszug...

"Eine erste interkommunale Zusammenkunft mit Vertretern aus Emmerthal, der Stadt Bad Pyrmont, den ansässigen Angelvereinen, den Unterhaltungsverbänden und dem NABU gab es bereits", informierte Bürgermeister Andreas Grossmann im Ortsrat. "Zwar fließen die meisten Gelder des niedersächsische Küsten- und Hochwasserschutzes an die Küsten, aber auch wir hier im Landesinneren haben gute Möglichkeiten auf eine Förderung", verdeutlichte der Bürgermeister. "Der Gewässerentwicklungsplan wird mit 90 Prozent vom Land Niedersachsen gefördert", so Großmann.

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DWZ - Bad Münder - 19. März

Steinbruch wird Thema des NABU

Bad Münder (jhr).

Eine Jahresversammlung mit einem speziellen Vortragspart: Morgen referiert Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU, bei der NABU-Ortsgruppe Bad Münder über Möglichkeiten der zukünftigen Nutzung des Steinbruchs Hamelspringe. Beginn ist um 19.30 Uhr im Deutschen Haus, die Formalien der Jahresversammlung sollen schnell abgehandelt werden. Die Versammlung steht samt Vortrag steht Interessierten offen, macht die Ortsgruppe deutlich. Buschmann beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit der Schaffung von Lebensräumen für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. Gerade Steinbrüche sind dabei ins Blickfeld geraten. Sie bieten nährstoffarme Flächen, zeitweise austrocknende Pfützen und dürftigen Bewuchs.

DWZ - Bad Pyrmont - 16. März

2000 Kröten unterwegs zu Laichplätzen im Schellental / Der Pyrmonter Naturschutz kümmert sich um die Amphibien und lädt heute Abend zu einer "Krötennacht" ein

Bad Pyrmont (red).

Die Zahl ist beeindruckend: bis 2000 Erdkröten machen sich alljährlich im Schellental auf den Weg, um zu ihren Laichplätzen zu kommen. Und damit sie dort heil ankommen, kümmert sich der Pyrmpnter Naturschutzbund (NABU) um die Amphibien und stellt zu deren Schutz in Höhe des Campingplatzes einen Zaun auf.

"Die Tiere wandern besonders an Tagen, wenn es regnerisch ist und die Temperaturen auf über 8 Grad steigen", erläutert Holm Rengstorf vom NABU Bad Pyrmont. "Dann kommt es explosionsartig zu großen Wandertrupps der Kröten." Es liegt auf der Hand, dass sie in diesem Moment Gefahr laufen, von Autos überfahren zu werden. "Traurig ist es, wenn einzelne Autofahrer ganz gezielt die Tiere überfahren", so Rengstorf, der Zeugen dazu ermuntert, dieses Verhalten anzuzeigen, denn es sei strafbar. Die nächsten Tage oder Wochen bieten Eltern eine reizvolle Gelegenheit, ihren Kindern mit der Taschenlampe unterwegs in der Dunkelheit ein aufregendes Naturerlebnis zu bescheren. "Allerdings sollten Amphibien nicht ohne vernünftigen Grund angefasst werden, da Stress, Handschweiß und Handwärme ihrer Gesundheit schaden können", rät der NABU-Experte. Umgekehrt sollte der Urin der Kröten nicht in die Augen gelangen, denn er sei zur Abwehr bestimmt.

Heute bieten Rengstorf und seine Mitstreiter interessierten Pyrmontern im Rahmen einer "Krötennacht im Schellental" die Gelegenheit, mehr über das Verhalten der Erdkröten zu erfahren. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Campingplatz. Dort gibt es eine Einführung, der sich ein einstündiger Abendspaziergang anschließt, der für die ganze Familie geeignet ist. Taschenlampen und gute Schuhe nicht vergessen.

DWZ - Aerzen - 09. März

Mastanlagen: Neues Gesetz kommt im Sommer / Entwurf stellt höhere Anforderungen an Bauten von Ställen / Dehrenberger noch skeptisch

Dehrenberg (jch).

Während der Landkreis Hameln-Pyrmont immer noch darauf wartet, dass ein geänderter Bauantrag für die Hähnchenmastanlage in Dehrenberg durch den Dehrenberger Landwirt eingereicht wird, tut sich was auf höherer politische Ebene: So hat das Bundesbauministerium in Absprache mit dem Landwirtschaftsministerium einen Gesetzesentwurf vorgestellt, der die Voraussetzungen für den Bau von derartigen Ställen neu regeln soll. "Der vorliegende Entwurf zur Entprivilegierung gewerblicher Stallbauten wird von uns ausdrücklich begrüßt," erklärt Dr. Hubert Meyer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied vom Niedersächsischen Landkreistag (NLT), dem auch der Landkreis Hameln-Pyrmont angehört. Weiter...Auszug...

"Wir haben die leise Hoffnung, dass der Antragsteller noch mal in sich geht und keinen neuen Antrag einreichen wird," sagt Frieler. Darauf wetten wollte er aber nicht.

Zur Zeit stehe die Bürgerinitiative in engen Kontakt zum Naturschutzbund und anderen Umweltschutzorganisationen. "Wir wollen überprüfen lassen, wie hoch die Umweltrisiken für Biotope, Wälder und andere Gebiete in der Nähe von Hähnchenmastanlagen sind."

So wolle man auch auf diesem Wege weiter versuchen, einen Bau zu verhindern. Mit der Abstimmung über das Bundesgesetz rechnet der BI-Vorsitzende im Sommer diese Jahres.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 06. März

Adebar zurück im Nest über ehemaliger Molkerei / Indentität des Weißstorches ungeklärt - vermutlich Westzieher / Auf Nahrungssucheim Bereich Herrenteich

Hessisch Oldendorf (pj).

Am Freitag landete ein Weißstorch auf dem Nest der alten Molkerei an der Ecke Lange Straße/Münchhausenring in Hessisch Oldeendorf. Der Storch ist unberingt, seine Identität ist daher unbekannt. "Ob es der Weißstorch aus dem Vorjahr ist, oder ob es sich um einen Durchzügler handelt, der erstmal wenige Tage bei uns rastet, bevor es weitergeht, bleibt abzuwarten", sagt Dietmar Meier. Vieles spreche jedoch dafür, dass er bleiben wird, denn Fenja Vogel von der Ortsgruppe Hessisch Oldendorf/Hameln des Naturschutzbundes konnte den Vogel mit den langen roten Beinen nachmittags bei der Nahrungssuche im Nahrungsgebiet am Herrenteich beobachten. Dort fand Meister Adebar viel Fressbares. Zumeist sind es Regenwürmer, die an diesem Tag zu seinem Speisezettel gehörten. "Die hohe Anzahl der Beutefangreaktionen spricht dafür, dass sein Tisch am Herrenteich reichlich gedeckt ist", erklärte Fenja Vogel.

Der Herrenteich mit seinen grundwassernahen Standorten gilt als optimales Nahrungsgebiet. Aufgrund der dort befindlichen Trinkwasserversorgungsanlage mit Wasserschutzgebiet handelt es sich um extensives Dauergrünland auf dem gewöhnlich wesentlich mehr Nahrungstiere für den Storch leben als anderswo im Stadtgebiet, da hier keine Nährstoffe in den Boden gelangen. "Er scheint sich bei uns auszukennen, da er gezielt dieses Nahrungsgebiet angeflogen hat", sagt Storchenvater Dietmar Meier.

Sollte der Storch in Hessisch Oldendorf bleiben, gehört er mit zu den ersten Weißstörchen, die in diesem Jahr in Norddeutschland eingetroffen sind. "Die frühe Ankunft dieser Störche spricht dafür, dass sie Westzieher sind und somit über Gibraltar und Spanien zu ihren Brutstandorten fliegen. Die über Ostafrika und den Balkan fliegenden und daher als Ostzieher bezeichneten Störche kommen meist erst Ende März/Anfang April bei uns an", erklärt Dietmar Meier.

Es liegt inzwischen schon einige Jahre zurück, dass ein Storchenpaar im Nest auf dem Schornstein der früheren Molkerei Junge großgezogen hat. Fast immer sind es Fremdstörche gewesen, die dem Paar das Nest streitig machten. Dabei kam es zu heftigen Kämpfen, bei denen Eier zerstört oder Junge getötet wurden.

Das Nest über der ehemaligen Molkerei ist in den letzten Monaten mächtig in Unordnung geraten. Deutlich sichbar wachsen darin lange Pflanzen, denn schon früh im letzten Jahr ist der Einzelstorch weitergezogen, der im Frühjahr in die Weserstadt gekommen war. "Es gibt viel zu tun für unseren Klappermann bei der Herrichtung der Wohn- und vielleicht auch künftigen Kinderstube", sagt Diemar Meier. Vielleicht bekommt der Weisstorch in den nächsten Tagen Verstärkung durch eine Artgenossin? Immerhin sind die meisten Störche noch nicht bei uns eingetroffen.

DWZ - Hameln-Pyrmont - 03. März

Klammern, wenn die Hormone schwellen

Von wegen Klammeraffe. Auch Tiere, die nicht zu dieser Primatengattung zählen, können ausgesprochen anhänglich sein. Der Bufo bufo, zum Beispiel, insofern er männlich ist und einen gewissen Hormonspiegel erreicht hat. Dann ist sein Liebesdrang so übermächtig, dass er sich an alles klammert, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Klar, dass es bei so einem Draufgänger auch schon mal zu Fehlpaarungen kommt. Bufo bufo: Gesehen hat ihn fast jeder schon; denn hinter diesem biologischen Namen verbirgt sich die Erdkröte, Lurch des Jahres 2012. Und die ist jetzt wieder huckepack unterwegs - zu den Laichgewässern.

VON KARIN ROHR

"Die Erdkröte ist bei uns praktisch die einzige, die jetzt wandert", erklärt Dietmar Meier, Amphibien-Experte beim NABU Hessisch Oldendorf/Hameln. Gelegentlich würde man auch mal Molche, einen Lurch und vereinzelt Grasfrösche sehen. Aber die Amphibien haben sich rar gemacht in unseren Breitengraden. Veränderte Lebensraumbedingungen und Umweltgifte sind schuld. Grund genug für die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde (DGHT), die Erdkröte mit der Kür zum Lurch des Jahres in den Fokus zu rücken. Diese Kröte steht wie keine zweite Amphibienart für den Naturschutz an den Straßen: In unserer vom Auto geprägten Kulturlandschaft ist sie zum Sinnbild geworden für die Konflikte zwischen Straßenverkehr und heimische Tierwelt.

Dabei hätte Bufo Bufo durchaus das Zeug zu einem Krötenkönig. Der Amphib, der nur zur Fortpflanzung ins Wasser geht, sonst aber die meiste Zeit des Jahres an Land verbringt, ist mit acht bis 12 Zentimeter Länge die größte europäische Krötenart und neben dem Grasfrosch auch die häufigste in Deutschland. Die Kröte gib's praktisch überall: Im Flachland fühlt sie sich genau so wohl wie im Hochgebirge. Sie bewohnt Laub- und Mischwälder, aber auch Parklandschaften und Gärten, wo sie in Erdhöhlen, Baumstümpfen und Komposthaufen überwintern. Im zeitigen Frühjahr, bei Regen und Temperaturen von 5° und 10° Celsius, sind Erdkröten oft in großer Zahl zu den Laichgewässern unterwegs. Dann thront das kleine Männchen auf dem dicken Weibchen und lässt sich von ihr zu den Fischteichen, Weihern oder Seen tragen, wo die Paare innerhalb weniger Tage lange Laichschnüre ablegen, die aus 2000 bis 4000 Eiern bestehen. "Der Klammerreflex der Erdkrötenmännchen ist legendär," erzählt Tom Kirschey vom Bundesfachausschuss Feldherpetologie: "Er beruht auf einem Instinktverhalten, das nur einen geringen Auslösereiz benötigt." Da kann es schnell mal zu Irrläufern kommen. So hat Kirschey einmal beobachtet, wie ein Erdkrötenmännchen ein großes Hechtweibchen bestieg und sich auch durch dessen heftige Gegenwehr kaum beindrucken ließ.

Haben die Erdkröten abgelaicht, wandern sie in ihre Sommerlebensräume weiter. Der aus den Eiern geschlüpfte Nachwuchs bildet oft riesige Kaulquappenschwärme in den Gewässern, bevor er zu jungen Kröten mutiert, die dann im Sommer an Land krabbeln. Ihre Lieblingsspeise: Regenwürmer, Tausendfüßer, Käfer, Spinnen und Schnecken. Kein Wunder, dass Bufo bufo als Schädlingsvertilger im Garten willkommen ist.

Zugegeben: So niedlich wie der uns fast ausgestorbene, zierliche grüne Laubfrosch ist die korpulente Erdkröte mit bräunlich-grauen Haut und den vielen Warzen nicht. Aber sie ist auch nicht wirklich hässlich mit ihren goldenen Augen. Und schließlich muss ja nur die Prinzessin im Märchen einen Frosch küssen. Anfassen ist dagegen ausdrücklich erwünscht, wenn den Amphibien bei den jetzt einsetzenden Krötenwanderungen über die Straße geholfen werden muss. Hundertausende Erdkröten sterben Jahr für Jahr auf ihrem Weg an die Laichgewässer, werden ebenso wie Millionen winziger Jungtiere, die im Sommer ihre Geburtsgewässer verlassen, von Autos überfahren werden. So ist auch bei dieser insgesamt noch wenig gefährdeten Art ein rückläufiger Trend erkennbar, der nicht nur die Tierschützer vom NABU auf den Plan ruft. "Wenn auf einer Straße neun Autos pro Stunde fahren, was man wohl eher nicht als dicht befahrene Straße bezeichnen würde, liegt die Überlebenswahrscheinlichkeit der wandernde Erdkröten schon unter 20 Prozent", stellt Kirschey fest: "Da kann man sich leicht ausrechnen, wie viel noch übrig bleibt, wenn die Verkehrsdichte höher ist."

Alarmierende Zahlen. Umso wichtiger ist das ehrenamtliche Engagement von Naturschützern, die jedes Jahr zur Krötenwanderung Nacht für Nacht die Tiere an Fangzäunen einsammeln, um sie sicher in Eimern auf die andere Straßenseite zu tragen. Allein in Niedersachsen sind Amphibienschützer in NABU-Gruppen an über 100 Standorten aktiv, stellen Fangzäune auf, sperren Straßen, errichten dauerhafte Leiteinrichtungen und Krötentunnel, von denen auch andere einheimische Arten profitieren, oder legen Ersatzlaichgewässer an. Für drei heimische Regionen legt Amphibien-Experte Dietmar Meier Zahlen vor: In der Region Waldbad Unsen werden durchschnittlich 3000 Tiere gesammelt, zwischen Krückeberg und Zersen etwa 1500 Kröten und im Raum Wahrendahl ca. 2000 Tiere, listet Meier auf.

Ohne das Engagement der Naturschützer wäre es um die heimischen Frösche und Kröten deutlich schlechter bestellt. Denn nicht nur der Straßenverkehr, auch die fortschreitende Zerstörung oder Beeinträchtigung von Gewässern durch Zuschüttung oder die Einleitung von Müll, Dünger und Umweltgiften lässt für die Erdkröte die Überlebenschancen schrumpfen. Auch wenn sie nach dem Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung als "besonders geschützt" gilt, also weder gefangen noch verletzt oder gar getötet werden darf. Und auch mit der Anlage eines Gartenteiches tut man den Amphibien nicht immer einen Gefallen: "So schön und nützlich so ein Teich ist, liegt er in der Nähe einer stark befahrenen Straße, wird es für die Tiere problematisch", erklärt Meier.

Der NABU ermittelt daher im Rahmen der Aktion "Lurch des Jahres 2012", wie viele Erdkröten in einer Laichperiode auf ihren traditionellen Wanderungen auf den Straßen sterben müssen. "Mit einer aussagekräftigen Straßenopferzahl kann der NABU nicht nur die Behörden zu erhöhten Anstrengungen im Amphibienschutz an Straßen auffordern, sondern auch eigene Aktivitäten lenken", erklärt Sascha Schleich den Sinn der Aktion. Um ein  möglichst genaues Ergebnis zu erhalten, bitten die Naturschützer alle, die überfahrene Erdkröten sehen, diese zu zählen und melden - und zwar im Internet unter www.amphibienschutz.de

DWZ - Bad Pyrmont - 10. Februar

Zur Vogelwelt im Winter

Bad Pyrmont.

Der Pyrmonter Naturschutzbund (NABU) hat zu einer winterlichen Exkursion eingeladen. Treffpunkt ist am Sonntag, 20. Februar Anmerkung Webmaster: 19. Februar, um 9.30 Uhr der Eingang des Pyrmonter Tierparks, wo Fahrgemeinschaften gebildet werden. Die Exkursion führt zu ein paar sehenswerter Streuobstwiesen in der Pyrmonter Landschaft, um dort die winterliche Vogelwelt zu erleben.

NDZ/DWZ - Bad Münder - 06. Februar

NABU will "Extrembiotop" statt Asche-Deponie / Steinbruchpläne der Forstgenossenschaft bleiben umstritten

Hamelspringe (jhr).

Ein Steinbruch gehört nicht zu dem, was sich Naturschützer für die Umwelt wünschen. Wenn die heimischen NABU-Mitglieder aber die Wahl hätten, was aus dem Steinbruch Hamelspringe einmal werden soll, dann würden sie ein Belassen im aktuellen Zustand einem Verfüllen aber deutlich vorziehen - insbesondere einem Verfüllen mit Asche aus Kohlekraftwerken. Jetzt trafen sich die NABU-Mitglieder mit den Vertretern der Forstgenossenschaft Bakede, die über eine Deponie für Kohleasche im Steinbruch Hamelspringe nachdenken, zum Gespräch.

"Unsere Position haben wir bereits vor zehn Jahren deutlich gemacht, als Überlegungen zur Renaturierung des Steinbruchs angestrengt wurden", erklärt Matthias Großmann, Vorsitzender der NABU-Gruppe Bad Münder. Zum Gespräch mit der Forstgenossenschaft war er mit seinem Stellvertreter Jans Becker und dem Landesvorsitzenden Dr. Holger Buschmann gefahren - auch, um sich aus erster Hand über die Pläne zu informieren. Die stellt Dr. Michael Zingk von der GFR, der Gesellschaft für die Aufbereitung und Verwertung von Reststoffen, die den Steinbruch als Deponie nutzen möchte, vor.

Die NABU-Vertreter wiesen in ihrem Gespräch auf ihre Idee für den Steinbruch Hamelspringe hin - und die sieht genau das Gegenteil einer Verfüllung vor. "Ein Extrembiotop", erläutert Großmann. Der Steinbruch solle im Wesentlichen so belassen werden, wie er ist, denn die steilen, felsigen Wände hätten sich inzwischen zum Brutgebiet für den Uhu entwickelt. Bei einer Rekultivierung würde der Lebensraum seltener Tiere und Pflanzen verloren gehen.

Das Alternativ-Konzept schütteln die NABU-Vertreter nicht erst als Reaktion auf die Deponie-Pläne aus dem Ärmel, bereits seit geraumer Zeit seien Vertreter im Gespräch mit Steinbruchbetreibern und Landkreisen im Weserbergland. Selbst über Fördermöglichkeiten spezieller Biotope werde derzeit beraten. Als deutlichstes Beispiel galt bislang der Kamm des Messingsberges im Landkreis Schaumburg. Der Steinbruch Hamelspringe könnte aber als Baustein einer Gesamtkonzeption gesehen werden, sagt Großmann. Die Förderung werde wahrscheinlich nicht die möglichen Einnahmen durch die Deponie-Betreiber erreichen, sei aber vielleicht dennoch für die Forstgenossen interessant. "Und wenn die Genehmigung für die Deponie nicht erteilt wird, ist das besser als nichts." Während der NABU-Jahreshauptversammlung am 20.März will der Landesvorsitzende Buschmann über das Vorhaben berichten.

Für Großmann ist auch wichtig, dass sich die GFR parallel zu ihren Bemühungen in Hamelspringe um weitere Standorte bemüht und sie ebenfalls prüfen lässt. Gedanken gemacht hat sich Großmann selbst auch über alternative Standorte. So sei ihm noch nicht bekannt, warum Kohlenasche nicht beispielsweise im Abbaugebiet um Helmstedt eingelagert werden könne. "Da die Asche aus dem Bereich Hannover und Wolfsburg kommen soll, hätte auch den Vorteil, dass keine langen Anfahrtswege abseits der Autobahn genutzt werden müssen," erklärt er. Das Gespräch mit den Forstgenossen sei sehr schlich verlaufen - auf dieser Ebene wolle man gerne die Gespräche fortsetzen.

DWZ - Hameln - 04. Februar

"Tischlein deck dich" mit Körnern, Rosinen und Samen / Vögel sind jetzt auf Fütterung angewiesen / Der strenge Frost macht sie besonders zutraulich

Hameln (kar).

Die Tür zur Terrasse ist nur kurz zum Stoßlüften geöffnet und schon ist sie ins Wohnzimmer gehuscht - die Amsel. Auch Rotkehlchen oder Meise werden jetzt zutraulicher und suchen die Nähe des Menschen. Der Winter ist schuld, die eisige Kälte. Der Boden ist gefroren. Die letzten Herbstbeeren und -samen sind längst vertilgt. Vögel finden jetzt nichts mehr: Sie leiden Hunger und sind auf Winterfütterung angewiesen.

"Zum Glück haben die meisten ihre Freude an der Winterfütterung wiederentdeckt", sagt Hans Arend vom NABU Hameln-Pyrmont. Aus umweltpädagogischer Sicht sei das sehr erfreulich: "Oft ist die Futtersäule oder der Fettkolben vor dem Fenster, im Garten oder auf dem Balkon der einzige Weg für alte Menschen, die nicht mehr so mobil sind, Zugang zu Wildtieren zu finden, und Kinder können über Beobachtungen am Futterplatz die Bandbreite der winterlichen Gartenvogelarten kennenlernen." Das sei ein wertvoller Effekt für Artenkenntnis und Naturschutz, freut sich der Vogel-Experte.

Wichtig sei jedoch, dass geeignete Futtergräte und das richtige Futter verwendet würden. Arend empfiehlt Futtersäulen und Fettkolben mit Sämereien statt Massenfutterplätze und leicht zu reinigende Futterhäuschen mit nachrutschendem Futter. Das kauft man am besten im Fachhandel. Keinesfalls darf man Essensreste verfüttern. Alle gewürzten und gesalzenen Speisen wie Speck oder Salzkartoffeln sind Gift für die Vögel. Das gilt auch für Brot, das im Magen der Vögel aufquillt.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Weichfutterfressern, die ihre Nahrung bevorzugt auf dem Boden suchen. Dazu zählen Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Sie fressen normalerweise tierische Kost oder sehr feine Sämereien und mögen jetzt Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen oder Obst. Ein besonderer Leckerbissen sind in heißem Öl getränkte Haferflocken. Meisen, Spechte und Kleiber stellen sich im Winter auf Körner um und nehmen auch Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn an.

Zu den Körnerfressern zählen Finken, Sperlinge und Ammern. Sie besitzen einen kräftigen Schnabel und fressen Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Sämereien aus Futtermischungen. Für die Weichfutter- und Allesfresser eignen sich auch Fett-Körner-Mischungen wie Meisenknödel oder -ringe. Das Fett ersetzt dabei die tierische Kost.

Weitere Informationen gibt es auf einer speziellen Internetseite der Homepage des NABU-Kreisverbandes Hameln-Pyrmont.

DWZ - Bad Münder - 17. Januar

Geologin warnt vor Deponie  / "Gefahr für Grundwasser und Tierwelt" / NABU will mit Forstgenossen sprechen

Hamelspringe (mf)

Die Pläne der Forstgenossenschaft Bakede, den Steinbruch Hamelspringe als Deponie für Verbrennungsrückstände zur Verfügung zu stellen (wir berichteten), rufen zunehmend Naturschützer auf den Plan. Die mündersche Geologin Angelika Schwager warnt vor schwerwiegenden Folgen für die Umwelt.

Die Sohle des Steinbruchs bestehe aus sogenannten Heersumer Schichten - ein besonderes Kalkgestein, dass extrem wasserdurchlässig sei. "Und maximal zwei Meter unter der Oberfläche befindet sich Doggerton, der wie Schiefer aussieht, aber wasserführend ist", weiß Schwager. Sollte der Steinbruch mit möglicherweise belasteter Asche verfüllt werden, würden die Schadstoffe zwangsläufig bis zur Grundwasserschicht gespült, ist sie überzeugt.

Die Expertin kennt den Steinbruch wie nur wenige andere, erstellt derzeit sogar eine wissenschaftliche Arbeit über seine Entstehung. Unzählige Male war sie dort unterwegs, um im Boden nach seltenen Fossilien zu suchen.

Eine Nutzung als Deponie könnte aber nicht nur das Grundwasser gefährden, fürchtet sie. Vielmehr würde auch der Lebensraum von Tieren zerstört.

"Dort brüten viele Tiere, unter anderem ein Uhu. Aber auch Falken, Rehe und Füchse leben dort. Man sollte den Steinbruch deshalb besser sich selbst überlassen - er ist ein wertvoller Biotop".

Auch der NABU ist "nicht begeistert" von den Plänen, wie Vorsitzender Matthias Großmann einräumt. Allerdings wolle man sich erst nach einem Gespräch mit der Forstgenossenscahft öffentlich positionieren.

Ein Termin sei für den 1. Februar anberaumt. "Bis dahin wollen wir uns nicht an Spekulationen beteiligen. Es gibt schon zu viele, die sich zu profilieren versuchen," meint Großmann.

DWZ - Hameln-Pyrmont - 07. Januar

Der Winter kommt? / "Ich bleib' dann mal hier" Die von ihnen zu überfliegende Sahara wird durch den Klimawandel immer größer, viele Rastgebiete wurden zudem von Menschen zerstört: Einfach zu Hause bleiben wird daher für immer mehr Vögel immer attraktiver. Dabei helfen diverse Überlebensstrategien durch die zuweilen harten Winter, während sich Neulinge plötzlich auf der Speisekarte von Habichten und Wanderfalken wiederfinden.

VON FRANK WESTERMANN

Als der bayrische Bund für Vogelschutz vor sieben Jahren zum ersten Mal die Stunde der Wintervögel ausrief, wollten die Initiatoren Daten über das Verhalten der Vögel sammeln, die sich im Winter in Bayern und Österreich aufhalten. Und Antworten auf Fragen erhalten: Wie wirkt sich die Winterfütterung von Vögel aus, wie die Folgen des Klimawandels, und wie entwickeln sich die Arten in ihren Beständen generell. Das Ergebnis, so erinnert sich Alf Pille als Pressesprecher des Landesverbandes, sei alarmierend gewesen: Der Spatz oder Haussperling, der klassische Stadtvogel, sei in München kaum noch gesichtet worden, für Pille ein eindeutiges Alarmsignal: "Wenn schon ein Allrounder wie der Sperling in der Stadt nicht mehr genug Nahrung und Nischen findet, wie geht es dann anderen Vogelarten?"

Och, ganz gut, würde der Buntspecht dagegen wohl antworten, denn die Zählungen ergaben, dass er sich im Zentrum und am Stadtrand gleich wohlfühlte: Der klassische Waldvogel legt Ende des Jahrtausends seins Scheu vor Menschen ab und richtet sich in den urbanen Zentren häuslich ein. Dabei hilft ihm auch der Mensch, was diesen aber meist ärgert. Doch davon später.

Die Aussagekraft der Zählungen steht im Vergleich zum Vorjahr, sagt Pille: Wie viele Jungvögel sind hiergeblieben? Und wie breiten sich diese Vögel, die nicht wegziehen, aus? Wie und wo überwintern Rebhühner? Und wie passen sie ihre Strategien den unterschiedlichen Wintern an? Denn eins ist mal gewiss, sagt NABU-Experte Pille: "Die Ergebnisse der diesjährigen Zählung werden ganz andere Zahlen als im letzten Jahr geben, denn vor zwölf Monaten hatte der Winter Deutschland fest in seinem eisigen Griff."

Beim Landesverband Bayern haben sie in den letzten Jahren nicht nur gezählt und zählen lassen, welche Vogelarten hier bleiben und welche nicht, sondern auch dokumentiert, wie die Überwinterer in Deutschland Kälte, Futtermangel und vereisten Gewässern trotzen, damit ein großer Teil der Vögel unbeschadet das Frühjahr erlebt. Und dafür haben sie erstaunlich findige Tricks und Strategien im Laufe ihrer Evolution entwickelt.

Etwa das Rotkehlchen. Beim Sitzen den Kopf schön einziehen, Flügel eng anlegen und Gefieder aufplustern - fertig ist die Energie-Sparkugel. So können sie ihren kleinen Körper auch bei minus 15 Grad ohne Frostbeulen durch lange Winternächte bringen.

Ganz anders der Buntspecht, zumindest in der Stadt. Statt in kalte, mühsam zu zimmernde Baumhöhlen einzuziehen, nutzt er modernste Wärmedämmung. Hat er erst einmal eine frische Hausfassade entdeckt, schlägt er oft in weniger als einer halben Stunde eine behagliche Höhle in das weiche Material. Beliebt macht ihn das bei Häuslebauern natürlich nicht.

Kuscheln hilft natürlich auch: Kuschelweltmeister ist der Gartenbaumläufer. Bis zu zwanzig Tiere können sich in einer Baumhöhle zusammendrängen.

Was das Überleben ebenfalls sichern: vorsorgen. Und das kann keiner besser als der Eichelhäher. Er ist im Herbst besonders emsig und versteckt Eicheln, Bucheckern und Nüsse, meist am Fuß von Bäumen. Wird im Winter die Nahrung knapp, lebt er von seinen Vorräten. Er hat ein gutes Ortsgedächtnis und gräbt seine Vorräte unter dicken Schneedecken wieder aus. Meistens, denn er kann sich auch nicht alles merken.

Ähnlich macht es der Kleiber. Unentwegt holt er Körnchen für Körnchen vom Futterhaus und stopft es unter Flechten in der Rinde der Bäume. Er wähnt sein Futter gut versteckt, aber er darf sich dabei nicht zusehen lassen: Andere Vögel sparen sich die mühselige Vorratshaltung, indem sie einfach des Kleibers Körner wieder hervorholen und verspeisen, wenn der mal grad nicht da ist.

Oder man hält es so wie früher und ist einfach mal weg. Fünf Milliarden Zugvögel weltweit treten jedes Jahr eine Flugreise in wärmere Gefilde an. Kälte und Nahrungsmangel können diese Vögel dadurch zwar vermeiden, trotzdem werden gerade die fernreisenden Vogelarten wie die Schwalbe oder der Kuckuck immer seltener, denn der Vogelzug wird immer gefährlicher. Viele Rastgebiete sind inzwischen vom Menschen zerstört worden, und die schwer zu überfliegende Sahara wird durch den Klimawandel immer größer. Die logische Folge: zu Hause bleiben im Winter wird deshalb für einige Vogelarten immer attraktiver. Typische Zugvögel wie Star, Hausrotschwanz oder Zilpzalp werden deshalb immer öfter auch im Winter gesichtet.

Gut möglich, dass demnächst bei der Zählung eine Vogelart auf den Listen landet, die der normale Vogelfreund dort gar nicht erwarten würde, weil er ihn nur aus der Käfighaltung kennt: der Halsbandsittich. Denn nicht nur in der milden Rheinebene leben mittlerweile Tausende wilder Halsbandsittiche - Nachfahren von Tieren, die aus den Käfigen fliehen konnten und sich fröhlich vermehrten. Denn Halsbandsittiche kommen ihrer exotischen Herkunft zum Trotz mit den deutschen (und europäischen) Klima bestens zurecht. Experten schätzen, dass zur Zeit rund 8500 wilde Halsbandsittiche in Deutschland leben, meldete jetzt die "Süddeutsche Zeitung", in Belgien und den Niederlanden sollen es sogar 20000 sein. Die Population der Tiere, die in Städten lebt, habe dabei "stärker zugenommen als die aller anderen Arten", meldet die Süddeutsche. Allein in London soll es 30000 Halsbandsittiche geben, dort dürfen sie mittlerweile abgeschossen werden. "Ja", sagt Alf Pille, "der Halsbandsittich taucht bei den Zählungen auf, Tendenz steigend." Das muss übrigens nicht so bleiben, denn in Heidelberg und Wiesbaden haben Experten festgestellt, dass die Zahl der Tiere wieder zurückgeht. Der Grund sind natürliche Feinde, die die Tiere mit dem grünen Gefieder und dem knallroten Schnabel aus den Savannengebieten Afrikas und vom indischen Subkontinent mittlerweile auch als Leckerbissen für sich entdeckt haben: Die Wanderfalken und Habichte haben den auffälligen Neuling kurzerhand auf ihre Speisekarte gesetzt.

Anders als bei der "Stunde der Gartenvögel", bei der es "nur" um die Brutvögel geht, lassen sich im Winter auch Erkenntnisse über Gäste gewinnen, die aus kälteren Regionen zu uns kommen, erklärt Ulrich Thüre, Pressesprecher des Naturschutzbundes Niedersachsen. Zudem werde man über die Jahre sehen können, inwieweit sich das Zugverhalten mancher bei uns brütenden Arten ändere. Die bisherigen Aktionen würden zeigen, dass immer mehr "klassische Zugvögel" auch im Winter hierbleiben.

Auf ein verändertes Zugverhalten oder sogar die allmähliche Entwicklung vom Zug- zum Standvogel deute die hohe Anzahl im Rahmen der Aktion beobachteter Stare sowie deutlich verfrühter Mönchsgrasmücken - mehr als hundert Tiere in Niedersachsen - sowie von mehr als 250 Rotschwänzen hin. "Hier ist Klimawandel anfassbar geworden", erklärte Dr. Holger Buschmann als NABU-Landesvorsitzender.

Zudem konnte festgestellt werden, dass in Niedersachsen "eine Renaissance der Winterfütterung stattfindet", berichtet Buschmann: "In mehr als vier Fünfteln der Gärten, in denen gezählt wurde, war ein Futterhäuschen vorhanden.

Aus Sicht des Naturschutzes ist das wertvoll, weil dadurch - wenn arten- und tierschutzgerecht gefüttert wird - gerade Kinder und alte Menschen einen Zugang zur Natur finden und sich mit der Verschiedenheit der Vogelarten beschäftigen".

Wo sind Vögel häufig, wo selten geworden?

Von heute bis Sonntag, 8. Januar, findet zum zweiten Mal die "Stunde der Wintervögel" statt. Der NABU Niedersachsen ruft Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Gezählt werden soll ausschließlich im Siedlungsbereich, also nicht im Wald oder im freien Feld.

Und so funktioniert die "Stunde der Wintervögel": Von einem ruhigen Plätzchen aus wird von jeder Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt wird. Die Beobachtungen können im Internet ab 6. Januar gemeldet oder auf einer Zählkarte per Post an den NABU geschickt werden.

 Zur Unterstützung stehen online eine Zählhilfe, Portraits der häufigsten Arten sowie Tipps zur sinnvollen Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur Verfügung. Teilnahmeschluss ist der 16. Januar.

Der Luftraum zählt übrigens dazu: Ein vogel muss sich nicht im Garten oder am Futterhaus niederlassen, es zählt auch, wenn er vorbei- oder darüberfliegt. Ziel der Aktion ist es, ein sowohl deutschlandweites als auch regional möglichst genaues Bild von der Vogelwelt in Städten und Dörfern zu erhalten.

Dabei geht es nicht um exakte Bestandszahlen aller Vögel, sondern darum, Häufigkeiten und Trends von Populationen zu ermitteln. Damit dies repräsentativ ist, sollen die Daten über mehrere Jahre verglichen werden.

DWZ - Hameln-Pyrmont - 02. Januar

Wieder Stunde der Wintervögel

Hameln-Pyrmont.

In die zweite Runde geht in die bundesweite Naturschutz-Mitmachaktion, die "NABU-Stunde der Wintervögel", vom 6. bis 8. Januar. Dazu sind wieder alle Vogelfreunde aufgerufen (Einzelpersonen, Familien, Gruppen, Schulklassen, Vereine) die beobachteten Vögel binnen einer selbst festgelegten Stunde zu melden - mittels eines Teilnahmeblattes oder online. Auch eine Telefonhotline wird beim NABU geschaltet sein. Infos unter www.NABU-hamelnpyrmont.de


DWZ - Hessisch Oldendorf - 02. Januar

Beliebt bei gefiederten Touristen - das Wesertal / Erste Gänse, Sing- und Höckerschwäne eingetroffen / Naturspektakel dauert noch bis März

Hessisch Oldendorf.

Die Gäste aus dem Norden sind da: Gänse, Sing- und Höckerschwäne besuchen zurzeit das Wesertal. Wie jedes Jahr kommen sie in der Zeit des Jahreswechsels aus dem hohen Norden und dem baltischen Raum in die gemäßigten Breiten Norddeutschlands, um hier zu überwintern. Große Ansammlungen haben sich auf den Feldern in der Weserniederung versammelt.

Neben Höckerschwänen haben sich auch zahlreiche Singschwäne eingefunden. Sie sind anhand ihrer Kopfform äußerlich gut zu unterscheiden: Der Höckerschwan hat einen schwarzen Höcker zwischen roten Schnabel und Kopf, der ihm seinen Namen gibt. Der Singschwan ist kleiner und hat einen schwarzgelben Schnabel. Anders als der Höckerschwan, der ein verwilderter Parkvogel ist, sind Singschwäne reine Wildvögel.

Die Vögel aus dem hohen Norden, zum Beispiel Sibirien, sind weit gereiste Gäste, trotzdem kommen auch die jungen Vögel mit. Sie sind an ihrem Gefieder, das noch grau ist, zu erkennen. Tagsüber sieht man die Schwäne hier meist auf den Rapsfeldern. Besonders gerne mögen sie aber den Mais, den sie auf abgeernteten Maisfeldern teilweise auch im Winter noch vorfinden, hat Dietmar Meier vom NABU Hessisch Oldendorf/Hameln in zahlreichen Freilandbeobachtungen festgestellt. "Viele Bauern sehen die Schwäne am liebsten von hinten, aber auf den abgeernteten Maisfeldern können sie schadlos Nahrung aufnehmen", sagt Meier.

In der Abenddämmerung starten die Schwäne nach und nach von den Feldern in Richtung Kiesteiche, wo sie die Nacht verbringen. In den Morgenstunden folgt der Wechsel zurück auf die Felder. Der Abendflug der Singschwäne sei ein Naturschauspiel der besonderen Art, findet Meier. Während von den Höckerschwänen nur ein Zischen zu hören ist, erklingen weithin hörbar die nasalen Laute der Singschwäne. Vogelzählungen des NABU haben ergeben, dass durchschnittlich etwa 60 bis 80 Sing- und etwa 100 bis 120 Höckerschwäne im Wesertal zwischen Großenwieden und Hameln überwintern. In milden Wintern ist die Zahl kleiner, da viele Schwäne an der Leine, an der Aller und vor allem an der Elbe überwintern. In starken Wintern würden viele an Lippe, Ems und an den Rhein vor der Kälte ausweichen, vermutet Meier.

Auch auswärtige Gänse gesellen sich im Winter zu den im Weserbergland heimischen Vögeln. Cirka 40 Graugänse sind ganzjährig im Bereich der Fischbecker Teiche, 80 im Bereich Großenwieden/Hohenrode anzutreffen. Im Winter hingegen sind es Hunderte, die vor allem aus dem baltischen Raum erwartet werden. Der zahlenmäßige Höhepunkt der Besucher ist Ende Februar. Dann kommen noch einmal viele Wasservögel zu Besuch, die vom Rhein bereits in Richtung Osten zurückkehren und an der Weser erst einmal Pause einlegen, bevor sie dann weiter in ihre Heimat fliegen. Neben den Graugänsen sind dann auch viele Saat-, Kurzschnabel- und Bläßgänse auf den Wiesen und Feldern zu beobachten.

"Die Gänse haben ihren speziellen Speisezettel", sagt Meier: Abgeerntete und noch nicht wieder neu bestellte Felder würden sie besonders gerne mögen. So tummeln sie sich bei Hohenrode regelmäßig in großen Zahlen auf den abgeernteten Karottenfeldern. Zum Teil weichen sie aber auch - zum Verdruss vieler Bauern - auf die frisch auflaufende Getreidesaat aus. Vor allem die Saatgänse machen hier ihrem Namen alle "Ehre".

Die Wildgänse sind sehr aufmerksam und vorsichtig - und nachtragend: Oft werden sie beim Fressen tagsüber gestört, zum Beispiel durch laute Schrotschüsse aufgeschreckt. Das stresst sie und sie merken sich die Störungen. Kommen Spaziergängern mit nicht angeleinten Hunden vorbei, kann man beobachten, wie die Gänse zu Hunderten gleichzeitig starten, Tieffliegern weichen sie aus. Teilweise finden sie bei Kirchohsen erst wieder Ruhe, um erst wenige Tage oder gar Stunden später nach Großenwieden zurückkehren. "Nachts landen sie auf den Feldern und holen das nach, was sie durch die vielen zum Teil unnötigen Flugbewegungen am Tage an Energie verbraucht haben", erklärt Meier.

Für die Zukunft erwartet der NABU eine Zunahme der Wasservögel im hiesigen Raum. Ein Grund dafür seien die vielen neuen Kiesteiche, die in der Gegend geschaffen werden. Das hat zur Folge, dass sich das Artenspektrum zugunsten der Gänse, Schwäne und auch zahlreicher Wildentenarten verschiebt. Die Fischbecker, Großenwiedener beziehungsweise Hohenroder Kiesteiche sind Dreh- und Angelpunkt der hiesigen Wasservogelwelt: Was Fraport für die stählernen Vögel in Hessen, ist Hohenrode für die Gänse im Wesertal", schmunzelt Meier. Die geplanten Windkraftanlagen würden voraussichtlich auch zu einer Steuerung der Wildvögel beitragen. Die Windkraftanlagen am Hemeringer Kreisel zum Beispiel wurden im letzten Winter von den Singschwänen weiträumig umflogen. Sie starteten seinerzeit von einem Feld gegen den Wind bei Hemeringen in Richtung Westen, umflogen die Windkraftanlagen weiträumig westlich, nahmen dann Kurs über Fuhlen, um anschließend auf den Fischbecker Teichen zu landen - und das jeden Abend. Der Direktflug wäre für die Vögel etwa ein Viertel kürzer gewesen.

Bis Mitte März ist das Naturschauspiel mit den Gänsen und Schwänen noch zu beobachten. Dann fliegen sie zurück in ihre Brutgebiete.