DWZ - Hameln-Pyrmont - 29. Dezember
Schleiereulen droht der Hungertod / NABU bittet Landwirte um Hilfe / Sonst im Kreis noch keine Notzeit für Wild
Weserbergland (zsg).
Eisige Temperaturen und die geschlossene Schneedecke machen Schleiereulen schwer zu schaffen: Ihnen droht der Hungertod, da sie im hohen Schnee keine Mäuse finden. "Im Gegensatz zu anderen Tieren können Schleiereulen keine nennenswerte Fettreserven anlegen. Daher drohen sie rasch zu verhungern, wenn der Futter-Nachschub eine Zeit lang ausfällt", erklärt Karl-Friedrich Alms vom NABU Hameln-Pyrmont. Auch für andere Mäusejäger seien schneereiche Tage besonders hart. So müssten bei der aktuellen Witterung auch Waldkäuze und Mäusebussarde ums Überleben kämpfen.
Natürlicherweise gleichen Schleiereulen hohe Winterverluste durch viel Nachwuchs wieder aus. "Leider kämpfen unsere Schleiereulen jedoch in Sachen Nachwuchs damit, dass sie nur noch wenige geeignete Brutplätze finden. Diese Mehrfachbelastung aus schneereichen Winter, spärlichen Brutplätzen und wenig Nahrung in unseren oftmals naturfernen Landschaften, die immer mehr zu Maiswüsten degradiert wurden, macht den Tieren schwer zu schaffen", erklärt Alms, Experte für Tag- und Nachtgreife beim NABU.
"Jetzt im Winter können vor allem Landwirte helfen. Indem sie die Tore ihrer Scheunen öffnen, können die Vögel "indoor" jagen. Vorteil für den Bauern: Schleiereule & Co. dezimieren kostenlos, giftfrei und zuverlässig den Mäusebestand in der Scheune. Im Umfeld bekannter Eulenbrutplätze können die Landwirte zudem Flächen vom Schnee zu befreien und dort Heu, Stroh und Körner auslegen. Das lockt Mäuse an, die den Vögeln dann als Beute dienen.
Dass es für die Schleiereulen eine schwere Zeit ist, kann der Obernkirchener Schleiereulen-Experte Klaus Otten nur bestätigen. Es ist fast das dritte Jahr in Serie, in dem die Tiere mit der Natur zu kämpfen haben. Es begann 2008, als die Mäusepopulation zusammenbrach und den Schleiereulen die Nahrung fehlte. Doch die Tiere gleichen das aus: "Schleiereulen steuern ihre Population über das Nahrungsangebot", erklärt Otten. Salopp gesagt: Gibt es weniger zu futtern, wird sich weniger fortgepflanzt. Sehr viele NABU-Gruppen haben daher in den vergangenen Jahren Nistkästen für Schleiereulen installiert, sodass sich dort die Bestände der Schleiereulen wieder nach oben orientieren.
Dazu kam erschwerend hinzu, dass der Winter 2009/2010 sehr lang war. Und wenn es damals auch oft getaut hat, so hat es ebenso oft wieder geschneit: Ist der Neuschnee dann vereist, kommen die Tiere zu ihrer Nahrung, die sie unter der Schneedecke hören können, nicht mehr durch. Otten beschreibt die Folgen so: "2010 gab es nur einen sehr geringen Bestand an produktiven Alteulen." Es werde weniger gebrütet, aber dafür fielen dann die Bestände größer aus: Otten hatte in einem Bestand elf Jungvögel gezählt, sein Kollege aus Minden zählte gar 13 Tiere. Das sei aber, so Otten, kein Schaumburger Phänomen, sonder bundesweit zu beobachten.
Das Schleiereulen hier nicht beheimatet sind, sondern eigentlich aus Südeuropa stammen, wirft trotz aller Angepasstheit ein Problem auf: Sie besitzen nur eine geringe Fettschicht. "Finden sie nicht jeden Tag Nahrung", sagt Otten "wird's schnell eng."
Dass die Zahl der Schleiereulen zurückgeht, merkt Otten auch an einem anderen Ort: In der Wildtierstation Sachsenhagen, wo er ehrenamtlich arbeitet, kümmerte er sich in diesem Jahr um vier Eulen - in anderen, besseren Jahren mit wärmeren Wintern waren es um die 30.
Während im Nachbarlandkreis Holzminden der dortige Kreisjägermeister Ludwig Hundertmark bereits Notzeit fürs wintergestresste Wild ausgerufen hat, sieht Hameln-Pyrmonts Kreisjägermeister Jürgen Ziegler hierfür noch keine Veranlassung: Noch herrsche in heimischen Revieren kein Jagdver- und Fütterungsverbot. Anders als das Rotwild im Solling fänden hier vorkommende Rehe und Schwarzkittel noch ausreichend Nahrung, so Ziegler. Und während sich Treibjagden derzeit aus tierschützerischer Sicht verböten, seine Ansitzjagden durchaus noch waidgerecht.
Dennoch rät der Kreisjägermeister besonders Autofahrern, auf das derzeit veränderte Verhalten von Rehen und Damwild, die auf der Suche nach Futter sind, zu achten: So vermeldete die Polizei bereits sechs winterbedingte Autounfälle mit Rehen. Und auch das Damwild hat begonnen, aus den Wäldern über Straßen ins mildere Wesertal zu ziehen.
DWZ - Bad Münder - 27. Dezember
NABU lädt zur "Stunde der Wintervögel" / Naturschützer bitten um Unterstützung
Bad Münder (jhr).
Jens Becker hat schon einmal vorgelegt: Seinen Sohn auf dem Schoß hat der stellvertretende Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Bad Münder Anmerkung Webmaster: Sünteltal die Vögel am Futterhaus vor dem Fenster gezählt und seinem Kind die einzelnen Arten erläutert. "In kurzer Zeit habe ich zwölf Arten gezählt, darunter sogar einen Kernbeißer", schwärmt der NABU-Vertreter. Seine Ortsgruppe lädt Münderaner dazu ein, sich an der erstmals deutschlandweit stattfindenden Aktion "Stunde der Wintervögel" zu beteiligen.
Vom 6. bis 9. Januar ruft der NABU Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt stehen dabei die Vogelarten, die auch bei Schnee und Kälte in heimischen Breitengraden ausharren oder sie als Wintergäste besuchen. Die Naturschützer erwarten aus den Beobachtungen neue Erkenntnisse unter anderem darüber, welche Arten Gäste am Futterhaus sind und wie sich der Klimawandel schon heute auf die Vogelwelt im Winter auswirkt.
Weitere Informationen zur Aktion: www.stundederwintervoegel.de

DWZ - Hameln - 22. Dezember
Von standhaften Gästen und seltenen Vögeln / An Futterstellen gibt's jetzt viel zu sehen / NABU lädt Anfang Januar zur großen Winterzählung ein
Hameln (kar).
Jetzt brauchen sie uns: Wenn der Boden tief gefroren ist und die letzten Beeren unter dicken Schneehauben verschwinden, sind die Vögel in freier Wildbahn auf die Hilfe des Menschen angewiesen. In Gärten, auf Balkons und Terrassen stehen wieder Vogelhäuschen, kleine Futtersilos, Teller und Schälchen mit Haferflocken, Nüssen, Samen und Rosinen, baumeln Fettbällchen und Meisenringe an Zäunen und Zweigen. Eine Winterfütterung, von der Tiere und Menschen gleichermaßen profitieren; lassen sich an Futterstellen doch die Vögel aus nächster Nähe beobachten. Amseln, Meisen und Rotkehlchen werden jetzt viel zutraulicher und tauchen immer häufiger an geschützten Futterstellen auf.

An Vogelhäuschen herrscht an diesen klirrenden Frosttagen reges Leben. Wer jetzt regelmäßig füttert und die Augen offen hält, wird vielleicht neben vertrauten und weit verbreiteten Standvögeln wie Kohlmeise und Blaumeise auch den einen oder anderen seltenen Gast beobachten können, wie zum Beispiel Bergfink, Erlenzeisig oder Seidenrotschwanz. Anmerkung Webmaster: Seidenschwanz.

Das will sich der Naturschutzbund NABU zunutze machen, wenn er Anfang des neuen Jahres, vom 6. bis 9. Januar 2011, erstmals zur "Stunde der Wintervögel" aufruft. Pate für diese Winteraktion stand die "Stunde der Gartenvögel", die große Naturschutz-Mitmachaktion zur Erfassung der in Deutschland brütenden Arten, die alljährlich im Mai stattfindet und an der regelmäßig mehr als 40 000 Naturfreunde teilnehmen. Jetzt soll die Stunde der Vögel auch im Winter schlagen. "Wir möchten erreichen, dass sich in dieser Zeit rapide zurückgehender Artenkenntnis möglichst viele Menschen mit den im Winter zu beobachteten Vogelarten beschäftigen", sagt Hans-Jürgen Wissel vom NABU Hessisch Oldendorf/Hameln. Der Winter biete sich dafür ganz besonders an, weil man dann am besten Kenntnisse darüber bekomme, welche Vogelarten auch während der kalten Jahreszeit hier bleiben, argumentiert der Naturschutzexperte. Gut zu beobachten sind jetzt nämlich nicht nur die Dauergäste, die sogenannten Standvögel, sondern auch Gastvögel aus nordischen Regionen, die im Winter zu uns kommen, wie Bergfink oder Erlenzeisig. "In manchen Jahren kann man sogar sogenannte Invasionsvögel sehen, wie den prächtigen Seidenschwanz", erklärt Wissel. In diesem Winter seien hier allerdings erst sehr wenige dieser Tiere eingeflogen.

Meist sind es vertraute und weit verbreitete Vogelarten, die sich an den Futterstellen einfinden: Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen. Aber wo genau kommen sie vor? Wo sind sie häufig und wo selten geworden? Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Wintervögel aus? Fragen, die sich der NABU stellt und auf die er sich von der Wintervogelzählung Antworten erhofft. "Je mehr wir wissen, umso besser können wir uns für den Schutz der Vögel stark machen", betont Wissel.

Eine spezielle Qualifikation außer Freude und Interesse an der Vogelwelt ist für die Teilnahme an der Zählung nicht nötig. Die Auswertung der Meldungen soll im Internet live zu verfolgen sein. Und natürlich können sich nicht Einzelpersonen, sondern auch Schulklassen, Vereine und Betriebe an der Aktion beteiligen.
 Wie die Winterzählung funktioniert: Von einem ruhigen Platz aus wird von jeder Vogelart die höchste Zahl notiert, die im Laufe einer Stunde entdeckt werden kann. Die Beobachtungen können telefonisch (die kostenlose Rufnummer 0800-1157-115 ist am 8. und 9. Januar von 10 bis 18 Uhr geschaltet) oder auch im Internet unter www.stundederwintervoegel.de gemeldet werden. Zur Unterstützung stehen online eine Zählhilfe, Porträts, der häufigen Arten sowie Tipps zur Winterfütterung und zum vogelfreundlichen Garten zur Verfügung.

Bis dahin gibt's an vielen Futterstellen schon viel zu sehen und gewiss auch den einen oder anderen überraschenden Gast am Vogelhäuschen. Was man bei der Winterfütterung beachten muss:
>>> Wildvögel bei Frost und Schnee regelmäßig füttern. Denn die Vögel verbrauchen jetzt viel Energie, um ihre Körpertemperatur von rund vierzig Grad gegen die Kälte der Umgebung aufrecht zu erhalten.
>>> Ideal sind Futterspender wie Silos, bei denen die Tiere nicht im Futter herumlaufen und es mit Kot verschmutzen können. Die Futterspender so anbringen, dass das Futter auch bei starkem Wind, Schnee und Regen nicht durchnässt werden kann, da es sonst verdirbt oder vereist.
>>> Das Futterhäuschen regelmäßig reinigen, damit sich Keime nicht ausbreiten können. Und täglich nur wenig Futter nachlegen.
>>> Für Körnerfresser wie Finken, Spatzen und Ammern sind Sonnenblumenkerne und Freiland-Futtermischungen geeignet. Für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Heckenbraunellen, Meisen, Amseln und Zaunkönige sind Rosinen, Obst, Haferflocken, Kleie oder Meisenknödel perfekt. Keinesfalls salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln anbieten. Und auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt.
 Ein Termin, den sich alle Vogelfreunde schon vormerken können, wenn sie nicht gerade mit Zählen beschäftigt sind: Am Sonntag, 9. Januar, bietet der heimische NABU von 10 bis 11 Uhr einen vogelkundlichen Spaziergang im Park der Neurologischen Klinik in Hessisch Oldendorf an.

DWZ - Emmerthal - 18. Dezember 
Bleibt der Kormoran an der Emmer weiter auf der Abschussliste? / Fischereigenossenschaft: Zwingend notwendig / Landkreis sieht keinen Bedarf
Emmerthal (cb).
Sollen die Jäger weiter Kormorane an der Emmer abschießen dürfen, weil die Vögel als Fischräuber den seltenen Bestand der Äsche immer mehr gefährden? Das jedenfalls ist die Forderung der Fischereigenossenschaft der Emmer. "Sonst droht der Äschenbestand ausgerottet zu werden", sagt Vorsitzender Lippold von Klencke aus Hämelschenburg. Beim Landkreis als Unterer Naturschutzbehörde, der den Abschuss genehmigen müsste, zeigt man sich in dieser Einschätzung allerdings zurückhaltend. Aus Sicht der Behörde "für den Bereich der Emmer grundsätzlich keine sogenannte Kormoranproblematik gesehen," meint Rainer Halbauer, zuständiger Fachdienstleiter im Kreishaus.
Da der Kormoran besonders geschützt ist, gilt seine Bejagung rechtlich nur ausnahmsweise möglich ist. Darüber hinaus macht das Land den öffentlich umstrittenen Abschuss des Vogels in Naturschutzgebieten wie an der Emmer genehmigungspflichtig. Laut Landkreis verfügt die Fischereigenossenschaft seit 2004 und im Jahr 2007 verlängert bis Dezember über die naturschutzrechtliche Genehmigung. Sie erfolgte, um "zu prüfen, ob tatsächlich der Kormoran verantwortlich ist für den Rückgang des naturschutzfachlichen wertvollen Äschenbestandes in der Emmer", erläutert Halbauer.
Eine Frage, die von Lippold von Klencke ganz eindeutig zu beantworten ist. "Wir haben festgestellt, dass der Kormoran ein intensiver Jäger ist", sagt der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft. Seit Anfang der 90er Jahre sei der Bestand der Kormorane, "die hier seit Menschengedenken nicht anzutreffen waren", an der Emmer stetig angewachsen. Und die Äsche ist ein wertvoller Fisch, der für den Kormoran eine leichte Beute ist", sagt er. Deshalb sei in den Vorjahren der Abschuss des Vogels beantragt worden, wofür nun für die Folgezeit ein weiterer Antrag gestellt werde. "Das ist zwingend notwendig", meint von Klencke. 

Gerade in diesem Jahr war erneut ein Streit zwischen Anglern und Naturschützern ausgebrochen, nachdem der NABU den Kormoran zum "Vogel des Jahres 2010" ausgerufen hatte. Im Gegenzug haben jüngst der Verband der Deutscher Sportfischer, das Österreichische Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz, das Bundesamt für Naturschutz und der Verband Deutscher Sporttaucher die Äsche zum Fisch des Jahres 2011 gewählt. "Äschenschutz ist notwendig, und die Wahl zum Fisch des Jahres kann und wird die Bemühungen hoffentlich auch vorantreiben", kommentiert der NABU diese Entscheidung. Die Wahl als Vehikel zu benutzen, um Rückenwind zur Verfolgung von Kormoranen zu bekommen, wäre jedoch verkehrt. "Warum sollten wir nicht zulassen, dass sowohl die Äsche als auch der Kormoran in den Zahlen leben, die ihnen unsere Lebensräume ermöglichen?", fragt der NABU. "Das wir dafür nicht nachlassen dürfen, die Qualität diese Lebensräume nachhaltig zu verbessern, ist ein gemeinsames Ziel, das uns alle verbinden kann.

Ungeachtet der Differenzen im Hintergrund zwischen den unterschiedlichen Interessen, muss der Landkreis prüfen, inwieweit an der Emmer der Abschuss erlaubt werden darf, sobald ein neuer Antrag vorliegt. Ohnehin gab es bisher bei der naturschutzrechtlichen Genehmigung die Nebenbestimmungen, dass zunächst sogenannte Vergrämungsmaßnahmen vorzunehmen sind, wie Halbauer einschränkt. Das bedeutet, dass beispielsweise Klangattrappen mit Warntönen von Fressfeinden oder bei anderen Störungen die Kormorane zu vertreiben sind. "Ein ganz schwieriger Prozess", meint hingegen von Klencke, weshalb dann Jäger gezielt den Abschuss vornehmen durften. Auch wenn dies nicht einfach sei, seien beispielsweise vor zwei Jahren im Bereich der Emmer im Pyrmonter Bereich 18 Kormorane getötet worden. Aktuellere Zahlen, besonders im Emmerthaler Bereich, liegen dem Vorsitzenden nicht vor.

Der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis sind die jährlichen Abschusszahlen vorzulegen. Außerdem interessiert er sich für den Mageninhalt der erlegten Kormorane. Dieser könnte eventuell ein Beleg dafür sein, ob die Vögel sich auf die Äsche als Nahrungsmittel spezialisiert haben, erläutert der Fachdienstleiter. Allerdings: Dem Landkreis sei mit weniger als zehn Tieren jährlich nur eine sehr geringe Kormoranabschusszahl für das gesamte Emmertal gemeldet worden, bilanziert Halbauer. Und: Die ebenfalls nur in sehr geringer Zahl vorgelegten Magenanalysen ließen nicht belegen, dass der Kormoran eine ausschließliche Präferenz für die Äsche habe. "Zwar ist in den Wintermonaten nicht auszuschließen, dass durch die Kormoran-Winterzieher aus dem Nordosten Deutschlands ein verstärkter Fraßdruck auf den Fischbestand in der Emmer erzeugt wird", räumt Halbauer ein. Dennoch: Ein Problem mit dem Kormoran werde an der Emmer nicht gesehen. 

PYRMONTER NACHRICHTEN - Bad Pyrmont - 16. Dezember 
Schöne Bescherung: Schecks für die Vereine / Das Bfw bekommt ein Auto
Bad Pyrmont/Lügde (gm).
Für die kleineren Vereine und Institutionen ist es eine große Summe, für die Großen eher eine Zuwendung. Aber die Freude über die nicht kalkulierte Finanzspritze ist für alle Beteiligten riesig. Insgesamt sind von der Volksbank Hameln-Stadthagen an Vereine in Bad Pyrmont und Lügde 13 480 Euro vergeben worden.
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Aus dem Bereich Bad Pyrmont wurden bedacht: der Förderverein für Kinder- und Jugendprojekte (700), die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew (400), der Sozialverband (580), die NABU-Ortsgruppe (500) und das Blasorchester des TuS Bad Pyrmont (500). Das Berufsförderungswerk bekommt im nächsten Jahr ein Auto im Wert von 9550 Euro.
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PYRMONTER NACHRICHTEN - Bad Pyrmont - 06. Dezember
Die Hygiene am Vogelhäuschen ist das oberste Gebot / Winterfütterung mit Sachverstand
Bad Pyrmont (red).
Der "echte" Winter ist schneller und früher gekommen als in den anderen Jahren. Schwere Schneefälle und Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt bestimmen zurzeit das Wetter. Grund genug für den NABU, darauf hinzuweisen, dass die beliebte Fütterung der Vögel "mit Sachverstand" erfolgen sollte.
Der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes (NABU), Hans Arend, berichtet von zahlreichen Anrufen, die den Naturschutzbund in diesen Tagen erreichen: Gerade in den letzten Wochen häufen sich die Telefonate, in denen nach bestgeeigneten Fütterungsmöglichkeiten gefragt wird. "Die Winterfütterung der Vögel erlebt eine Renaissance", sagt Arend, der dies durchaus positiv sieht: "Durch die Fütterung beschäftigen sich viele Menschen mit der Vogelwelt. Gerade Kinder und alte Menschen finden darüber einen idealen Zugang, um die Vogelarten kennen zu lernen und einen Bezug zur Natur zu bekommen - aus umweltpädagogischer Sicht sehr wertvoll."
Trotzdem müsse Vogelfütterung mit Sachverstand geschehen: "Massenfutterplätze sind denkbar ungeeignet, weil sich in ihnen leichter Krankheitserreger ausbreiten können", sagt Arend. Grundsätzlich sollte penible Sauberkeit oberstes Prinzip jeder Fütterung sein, empfiehlt er.
"Am besten sind Futtertrichter aus Kunststoff und Metall geeignet, weil in ihnen das Futter trocken bleibt und nachrutschen kann." Grundsätzlich sollten keine Speisereste gefüttert werden. Neben den beliebten Erdnüssen und Fettbällen wie Meisenknödel seien Vogelfutter aus Saaten oder auch ein ausgelegter Apfel - eine "Vitaminbombe" für Amsel und andere Gefiederte - gut geeignet. Zu den Körnerfressern zählen vor allem Finken, die sich auch im Sommer vorwiegend von Körnern und Sämereien ernähren. Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amsel, Star, Zaunkönig und Heckenbraunelle suchen sich ihre Nahrung - tierische Kost und sehr feine Sämereien - gerne am Boden. Ihnen kann man eine Zeit lang mit Obststücken, Rosinen, getrockneten Wildbeeren, Kleie oder Mohn aushelfen. In heißem Öl getränkte Haferflocken sind für viele Weichfutterfresser ein besonderer Leckerbissen.
Wer herkömmliche Futterhäuschen benutzt, sollte diese regelmäßig mit heißem Wasser reinigen und nur wenig Futter nachlegen. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Futterstelle frei und an einer für Vögeln überschaubaren Stelle steht. So können sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen. Auch sollten die Futterstellen mindestens zwei Meter von der nächsten Glasscheibe entfernt sein.
PYRMONTER NACHRICHTEN - Emmerthal - 06. Dezember
Emmer einst wertvolles Gewässer für Äsche und Forelle
/ Fischereigenossenschaft hofft auf eine Erholung des Flusses / Kreis Lippe stellt Pläne für den Schiederstausee vor
Hämelschenburg (gro).
Die heimischen Angel- und Fischereivereine setzen große Hoffnungen in die Pläne, die Emmer in einer sogenannten Umflut am Schiederstausee vorbeizuführen. Der Vorsitzende der Fischereigenossenschaft Emmer, Lippold von Klencke, erklärte in Hämelschenburg: Der Erhalt, die Pflege und die Verbesserung eines artenreiches Fischbestandes sei das Ziel der Genossenschaft.
Die Mitglieder würden nicht nur angeln. "Sie hegen den Fischbestand und fühlen sich mit der Natur eng verbunden, verbringen viele Stunden an der Emmer und sind ihr bester Schutz." Der Fluss sei einmal als ein wertvollen Äschen- und Forellengewässer bekannt gewesen - und das solle er auch wieder werden. so von Klencke.
Weiter...Auszug...
In der Diskussion des Arbeitskreises ging es im Wesentlichen um den Erhalt und Schutz der Äsche. Hier ist allen Fischfreunden sehr wichtig, dass insbesondere die "Emmeräsche" gefördert wird. Der Einbau von Totholz in den Fluss soll kleine Strudel und Strömungen erzeugen, damit Kiesbänke wieder freigespült werden, die die Äsche für ihre Brut und Larven benötigt. Als Provokation empfindet Lippold von Klencke aber die Ausrufung des Kormorans als Vogel des Jahres. Er sei ein gefährlicher Räuber. Daher begrüße er die Maßnahme "Vergrämung" des Vogels mit Unterstützung durch den Landkreis, die Jägerschaft und den Naturschutzbund. 
NDZ - Bad Münder - 01. Dezember
NABU-Jugendgruppe geht auf Spurensuche
Bad Münder/Nienstedt.
Trotz des kalten Winterwetters trifft sich die im Herbst neu gegründete Jugendgruppe der NABU-Gruppe Bad Münder am Mittwoch, den 8. Dezember, um 16 Uhr nun bereits zum dritten Mal am Schullandheim in Nienstedt. Gruppenleiter Jörg Neumann plant mit den Kindern - Interessierte sind willkommen - einen Ausflug in den nahen Wald, um nach den Tieren zu schauen, die im frisch gefallenen Schnee ihre Spuren hinterlassen. Anhand der Spuren lassen sich viele Tiere leicht bestimmen. Anschließend verbreitet ein kleines Lagerfeuer wohlige Wärme.
DWZ - Hameln - 30. November
Hygiene am Vogelhaus ist oberstes Gebot / NABU-Tipp: Winterfütterung mit Sachverstand
Hameln (red).
Der "echte" Winter kündigt sich an - die Meteorologen erwarten einen Rückgang der Temperaturen, und die ersten Schneeflocken sind auch schon gefallen. Grund genug für den NABU, darauf hinzuweisen, dass die beliebte Fütterung der Vögel "mit Sachverstand" erfolgen sollte.
NABU-Kreisvorsitzender Hans Arend berichtet von zahlreichen Anrufen, die den Naturschutzbund in diesen Tagen erreichen: Gerade in den letzten Wochen häufen sich die Telefonate, in denen nach bestgeeigneten Fütterungsmöglichkeiten gefragt wird. "Die Winterfütterung der Vögel erlebt eine Renaissance", sagt Arend, der dies durchaus positiv sieht: "Durch die Fütterung beschäftigen sich viele Menschen mit der Vogelwelt. Gerade Kinder und alte Menschen finden darüber einen idealen Zugang, um die Vogelarten kennen zu lernen und einen Bezug zur Natur zu bekommen - aus umweltpädagogischer Sicht sehr wertvoll."
Trotzdem müsse Vogelfütterung mit Sachverstand geschehen: "Massenfutterplätze sind denkbar ungeeignet, weil sich in ihnen leichter Krankheitserreger ausbreiten können", sagt Arend. Grundsätzlich sollte penible Sauberkeit oberstes Prinzip jeder Fütterung sein, emfiehlt er.
"Am besten sind Futtertrichter aus Kunststoff und Metall geeignet, weil in ihnen das Futter trocken bleibt und nachrutschen kann." Grundsätzlich sollten keine Speisereste gefüttert werden. Neben den beliebten Erdnüssen und Fettbällen wie Meisenknödel seien Vogelfutter aus Saaten oder auch ein ausgelegter Apfel - eine "Vitaminbombe" für Amsel und andere Gefiederte - gut geeignet.
Der NABU hat im Natur- und Umweltzentrum am Berliner Platz 4 eine Ausstellung zu besonders gut geeigneten Futtergeräten zusammengestellt. Sie ist ab heute jeweils von Montag bis Freitag zu den Öffnungszeiten von 10 bis 13 Uhr und 14 bis 16 Uhr geöffnet.
Pyrmonter Nachrichten - Bad Pyrmont - 18. November
Neues aus der Nachbarschaft
In der Grundschule Holzhausen fand jüngst ein von der Fachkonferenzleiterin für Sachunterricht, Sonja Schierholz, organisierter Projekttag "Wald" statt. In allen Klassenräumen waren von den jeweiligen Klassen Stationen vorbereitet worden, wie zum Beispiel Basteln mit Blättern und Rinde, es gab Spiele zu Tieren und Bäumen, Bücherkisten zum Thema Wald, zudem galt es Waldgeräusche zu erkennen und vieles mehr. Im Raum der Klasse 2 a gab es außerdem zwei Preisaufgaben: An einer Baumscheibe sollte das Alter des Baumes und in einem Sack die Anzahl der Kastanien geschätzt werden. Mit einem Laufzettel konnten die Kinder des 2. bis 4. Schuljahres selbstständig alle Stationen durchlaufen, lediglich die 1. Klassen wurden von den Lehrern und Helfern begleitet. Besonders beliebt war der Besuch der Schulküche. Dort hatte Holm Rengstorf vom NABU mit zwei Mitarbeiterinnen Stationen zum Thema "Wald mit allen Sinnen erleben" aufgebaut. Reißenden Absatz fanden die von ihm in Teig ausgebackenen Waldkräuter. Im oberen Flur gab es ein von der biologischen Station aufgebautes Schwungrad zum Thema Wal.d;
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DWZ - Hessisch Oldendorf - 01. November
Zug der Kraniche steht unmittelbar bevor / Vorboten kündigen Ereignis an /
Nachmittagsstunden eignen sich besonders zur Beobachtung
Hessisch Oldendorf (dm).
Die ersten Kraniche haben den Zug in die Überwinterungsquartiere bereits Ende Oktober angetreten und sind mit ihren trompetenartigen Rufen über das Weserbergland hinweggeflogen teilt der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln mit. Der Hauptzug steht jedoch unmittelbar bevor. Auf den Rastplätzen in der Rügen-Bock-Region haben sich nach Informationen des Kranich-Informationszentrums Groß Mohrdorf inzwischen über 50000 Kraniche gesammelt. Im Gebiet des Havellandes sind es nur unwesentlich weniger wie aus Fachkreisen verlautete. Aus der Diepholzer Moorniederung wurden rund 33000 Kraniche gemeldet.
Der Zuwachs an Kranichen an den Rastplätzen aus Skandinavien und dem Baltikum ist derzeit größer als das Abwandern in die südlichen Gefilde. Ursache ist die Witterung, da die Kraniche für ihre lange Reise Rückenwind benötigen. Ideale Zugbedingungen herrschen im Herbst bei Nord- bzw. Nordostwinden, welche die Kraniche schnell nach Süden tragen und bei uns deutlich kältere Temperaturen einleiten. Mit der Umstellung der Witterung erfolgt der Abzug der Kraniche dann schlagartig. Zahlen von 2000 bis 3000 Kranichen pro Zugtag allein im hiesigen Raum sind nach Auskunft des NABU Hessisch Oldendorf/Hameln dann keine Seltenheit. Das nächste Etappenziel der Kraniche liegt internationalen Beobachtungen zufolge in Frankreich nahe der luxemburgischen Grenze bei "Lac Du Der", wo sie erst einmal Rast einlegen.
Von dort aus brechen sie wenige Tage später auf zur Überwinterung an der französischen Atlantikküste und in Zentralspanien. Die Müritz- und Havellandkraniche überqueren das Weserbergland hingegen nicht. Sie schwenken weiter südlich bei Kassel in den von Nordost nach Südwest verlaufenden Hauptzugkorridor ein.
Die Kraniche starten meist vormittags an den Rastplätzen in Mecklenburg-Vorpommern, dem südlichen Schleswig-Holstein bei Ratzeburg und in den niedersächsischen Rastplätzen an der Elbe. Sie erreichen das Weserbergland an den Hauptzugtagen erfahrungsgemäß vorwiegend in den Mittags- beziehungsweise frühen Nachmittagsstunden zwischen 12 Uhr und 15 Uhr. Besonders geeignet zur Kranichbeobachtung beim Herbstzug ist in dieser Zeit ein Spaziergang an den Nordhängen der Weserberge. So ist bei guten Sichtverhältnissen von Langenfeld aus ein Blick bis in den Raum Wunstorf möglich. Heranziehende Kraniche sind von hier aus bereits einige Minuten vor dem Eintreffen zu beobachten.
Auch der Weserradweg zwischen Rinteln und Hameln beziehungsweise die Nordhänge des Lippischen Berglandes im Bereich zwischen Heßlingen und Hope eignen sich aufgrund der guten Aussicht gut, um das Naturspektakel zu beobachten.
DWZ - Hessisch Oldendorf - 28. Oktober
Aufbruch in eine neue Zukunfit den Hamelnern Mitgliedern / NABU Hessisch Oldendorf bekommt jetzt Verstärkung
Hessisch Oldendorf (red).
Aufbruch in eine neue Zukunft mit Hameln. Das ist das Motto, unter dem die NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln am kommenden Freitag ihre Mitgliederversammlung durchführt. Die Gruppe Hameln wurde in diesem Jahr aufgelöst, die Mitglieder gehören jetzt zur Hessisch Oldendorfer Gruppe, die seit 1980 besteht, und nun auch die Mitglieder in Aerzen verwalten. Die Gruppe betreut 14 vom Landkreis geförderte Pachtgebiete. Außerdem besitzt sie eigene Grundstücke, die im Rahmen von Bachrenaturierungen gekauft wurden. Die Mitgliederzahl beträgt über 1000.
Bei der Sitzung soll eine neue Satzung beschlossen werden. Neben der Bilanz des vergangenen Jahres ziehen soll der Blick auf das kommende Jahr gerichtet werden. Das Umwelt- und Naturschutzzentrum am Berliner Platz in Hameln wird weiterhin Bestand haben und Anlaufpunkt für Bürger sein, die Fragen zum Umwelt- und Naturschutz haben.
Die Versammlung findet am Freitag um 19.30 Uhr im Baxmannsaal des Werkhauses, Lange Straße 90, statt. Alle Mitglieder aus Hameln und Hessisch Oldendorf sind eingeladen.
DWZ - Bad Pyrmont - 30. Oktober
Durch Auen- und Heckenlandschaft
Bad Pyrmont.
Zu einer drei- bis vierstündigen naturkundlichen Wanderung durch eine Auen- und Heckenlandschaft mit Prof. Kordt Rehn hat der Pyrmonter Naturschutzbund NABU eingeladen. Dazu treffen sich alle Interessierten am morgigen Sonntag um 9 Uhr mit Autos zur Bildung von Fahrgemeinschaften am Eingang zum Pyrmonter Tierpark. Weitere Infos gibt es unter Telefon 05281/168145.
DWZ - Hessisch Oldendorf - 28. Oktober
Aufbruch in eine neue Zukunft mit den Hamelnern Mitgliedern 7 NABU Hessisch Oldendorf bekommt jetzt Verstärkung
Hessisch Oldendorf (red).
Aufbruch in eine neue Zukunft mit Hameln. Das ist das Motto, unter dem die NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln am kommenden Freitag ihre Mitgliederversammlung durchführt. Die Gruppe Hameln wurde in diesem Jahr aufgelöst, die Mitglieder gehören jetzt zur Hessisch Oldendorfer Gruppe, die seit 1980 besteht, und nun auch die Mitglieder in Aerzen verwalten. Die Gruppe betreut 14 vom Landkreis geförderte Pachtgebiete. Außerdem besitzt sie eigene Grundstücke, die im Rahmen von Bachrenaturierungen gekauft wurden. Die Mitgliederzahl beträgt über 1000.
Bei der Sitzung soll eine neue Satzung beschlossen werden. Neben der Bilanz des vergangenen Jahres ziehen soll der Blick auf das kommende Jahr gerichtet werden. Das Umwelt- und Naturschutzzentrum am Berliner Platz in Hameln wird weiterhin Bestand haben und Anlaufpunkt für Bürger sein, die Fragen zum Umwelt- und Naturschutz haben.
Die Versammlung findet am Freitag um 19.30 Uhr im Baxmannsaal des Werkhauses, Lange Straße 90, statt. Alle Mitglieder aus Hameln und Hessisch Oldendorf sind eingeladen.

NDZ - Bad Münder - 25. Oktober
Vogelexperte referiert beim NABU Sünteltal
Bad Münder.
Die NABU-Ortsgruppe Sünteltal hat einen ausgewiesenen Vogelkenner zu Gast. Egbert Günther wird am Montag, 1. November, um 19 Uhr im Deutschen Haus über Waldvögel und den Wald referieren. Insbesondere auch die ornithologischen Besonderheiten des Harzes werden vorgestellt. Interessierte sind eingeladen.
Günther war vor der Wende Assistent im Museum für "Heineanum" in Halberstadt, wo er maßgeblich am Ostdeutschen Brutvogelatlas mitgewirkt hat. Sein Interesse gilt den Waldvögeln, vor allem den Spechten sowie den baumbrütenden Mauerseglern. Für seine Forschung wurde der Abteilungsleiter der Unteren Naturschutzbehörde im Landkreis Harz von der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft ausgezeichnet.

DWZ - Hessisch Oldendorf - 23. Oktober
Weißstörche fliegen verspätet in den Süden / Störche im Raum Hessisch Oldendorf und Aerzen gesichtet / Möglicherweise Durchzügler
Hessisch Oldendorf (dm).
Ein auf dem Weg in den Süden befindlicher Weißstorch nutzte das Storchennest auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei für eine Rast. Bei der Ortsgruppe des NABU Hessisch Oldendorf/Hameln gingen binnen weniger Tage gleich mehrere Anrufe über gesichtete Weißstörche ein. Auch aus dem Raum Aerzen wurde ein Storch gemeldet. Vermutlich handelt es sich dabei um sogenannte Durchzügler, die erst spät zum Zug in die Winterquartiere Afrikas aufgebrochen sind. "Auch im Sommer waren bereits viele Fremdstörche hier", sagt Dietmar Meier vom NABU Hessisch Oldendorf. Jedoch längst nicht alle Störche fliegen mehr in den Süden. Einige der Klappermänner überwintern hier, andere wiederum sind Freiflieger aus Storchengehegen, von denen ebenfalls viele hier vor Ort überwintern. Anhand der Ringablesung eines vor Jahren bei Wehrbergen tödlich verunglückten Weißstorches konnte das festgestellt werden. Dieser stammte aus einer Storchenstation bei Elbrinxen (Kreis Lippe).
Die auf einem Storchennest im Tierpark von Bad Pyrmont frei lebenden Weißstörche sind erst vor gut einer Woche zum Zug in die Überwinterungsgebiete aufgebrochen. Ihre Jungen haben bereits vor vier Wochen das Weserbergland in Richtung Süden verlassen. Der Zugtrieb ist ihnen angeboren. Das Storchenpaar brütete erstmals in Bad Pyrmont und ist erst spät zur Brut geschritten. Drei Junge sind dort Anfang Juli geschlüpft, von denen eins jedoch nicht überlebte. Einer der Altstörche trägt einen Ring der Vogelschutzwarte Hiddensee mit der Kennziffer DEH 5026. Der Storch wurde nestjung am 9. Juli 2006 im Leipziger Land, Sachsen, beringt und ist vermutlich erstmals im Jahr 2010 zur Brut geschritten, da Störche erst im Alter von ca. 3-4 Jahren geschlechtsreif werden, teilt Meier mit. Es handelt sich um einen Ostzieher, der das Mittelmeer östlich umfliegt und in Ost- oder Südafrika überwintert. Nach Auskunft der Vogelschutzwarte konnte dieser Storch am 28. Februar 2008 und am 29. Februar 2008 in Haifa, Iloo (Israel), anhand des Ringes identifiziert werden. Durch die verspätete Brut in Bad Pyrmont sind die Altvögel, die meist erst einige Wochen nach den Jungen in die Überwinterungsgebiete aufbrechen, extrem spät dran. Vielleicht haben die in Hessisch Oldendorf und Aerzen gesichteten Störche aus ähnlichen Gründen Verspätung. Nahrung haben sie derzeit im Überfluss, denn sie ernähren sich vorwiegend von Regenwürmern, die sie jetzt nicht nur auf den Wiesen , sondern auch auf den abgeernteten Äckern finden. Erst wenn der Boden gefroren ist, herrscht für den Storch akuter Nahrungsmangel. Den Hinweisen aus der Bevölkerung wird nachgegangen. Beobachtungen, insbesondere die Schlafplätze der vagabundierenden Störche, sind von Bedeutung, um festzustellen, ob sie gegebenenfalls verletzt sind. Erkennungsmerkmale wie Ringdaten sind für die Vogelschutzwarten und Naturschutzbehörden von Bedeutung.
> Beobachtungen können unter der Telefonnummer 05152/51243 gemeldet werden.
DWZ - Leserbrief - 23. Oktober
Der Sperber bleibt tabu
Zu: "Sie brauchen alte Obstbäume zum Überleben" vom 14.Oktober
Der Gartenrotschwanz ist ein typischer Halbhöhlenbrüter mit leicht zugänglichen Gelegen und Jungvögeln. Es hilft alles nichts: Elstern und Sperber haben auch diese Kleinvogelart bei uns bis an den Rand der Ausrottung reduziert. Dies ist die Folge der Vollschonung der Raben- und Greifvögel seit den 1970er Jahren. Verbandlicher Vogelschutz und dementsprechende Umweltpolitik tragen somit die Hauptschuld am Verschwinden diverser Kleinvogelpopulationen. Ausschlaggebend ist das arttypische Anlegen der jeweiligen Brutstätten. Auch der "Freibau" von Finkenvögeln in Kronenbereichen höherer Bäume kann keinerlei Bruterfolg mehr bringen.
Naturnahe Gruppenleiter in den Ortsverbänden des NABU bestätigen diese eigentliche Ursache und treten regional an Jägerschaften heran, mit der Bitte um Abhilfe. Es gibt inzwischen Lockerungen des Rabenvogelschutzes, aber der Sperber bleibt tabu. Per Jagdgesetz hat in städtischen Bereichen die Jagd grundsätzlich zu ruhen, was den Elsternbeständen zuarbeitet (Depotwirkung). Somit darf der Gartenrotschwanz, als Vogel des Jahres, durchaus auch als "Denkzettel" verstanden werden. Allein durch alte Obstbäume und artgerechte Gärten ist ihm jedenfalls nicht mehr zu helfen.
K.H.Seifert, Hessisch Oldendorf
DWZ - Hameln-Pyrmont - 14. Oktober
Sie brauchen alte Obstbäume zum Überleben / NABU erklärt den im Bestand bedrohten Gartenrotschwanz zum Vogel des Jahres 2011
Weserbergland (vsch).
Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und der Landesbund für Vogelschutz (LBV), NABU-Partner in Bayern, haben den Gartenrotschwanz (Phoenicurus phoenicurus) zum "Vogel des Jahres 2011" gekürt. Der früher weit verbreitete und recht häufige Singvogel mit dem namensgebenden ziegelroten Schwanz ist heute in vielen Regionen selten geworden. Besonders im Westen Deutschlands ist er aus zahlreichen Dörfern und Kleistädten verschwunden. Immer weniger Gärten genügen heute noch seinen Ansprüchen.
"Im Jahr des Gartenrotschwanzes will der NABU auf die Gefährdung dieses farbenprächtigen Vogels aufmerksam machen und zeigen, dass oftmals schon mit einfachen Mitteln neue Lebensräume wie Streuobstwiesen geschaffen werden können", sagt NABU-Kreisverbandsvorsitzender Hans Arend. Gartenrotschwänze brauchen Nisthöhlen, wie sie vor allem in alten Obstbäumen zu finden sind. Streuobstwiesen zählen daher zu den typischen Lebensräumen. Mit ihren hochstämmigen Obstbäumen, die ein hohes Alter erreichen können, bieten sie sowohl geeignete Brutplätze als auch die notwendigen Singwarten, von denen die Vögel nach Insekten jagen.
Neben Obstwiesen sind strukturreiche Kleingartenanlagen mit altem Baumbestand zunehmend von Bedeutung. Hier findet der Gartenrotschwanz oftmals letzte Rückzugsräume. Zum Schutz des schlanken, etwa 14 Zentimeter großen Singvogels, fordern NABU und LBV auch ein Umdenken bei der Gestaltung von Gärten und Parks, denn der Gartenrotschwanz braucht abwechslungsreiche Landschaften. Die sterilen Rasenflächen, fremdländische Gehölze und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln müsse zugunsten von natürlicher Vielfalt verzichtet werden. In passender Umgebung kann dem Gartenrotschwanz auch mit speziellen Nistkästen geholfen werden.
Hans Arend bitte die Bevölkerung des Landkreises Hameln-Pyrmont, im nächsten Frühjahr den Gartenrotschwanz zu suchen und sein Vorkommen an den NABU-Kreisverband Hameln-Pyrmont zu melden. (Telefon 05152/1581 oder E-Mail an
info@nabu-hm.de.)
DWZ - Hameln-Pyrmont - 11. Oktober
Fischen wird der Wasserweg abgeschnitten
Über viele hundert Jahre war die Weser nicht nur die Schlagader des wirtschaftlich aufblühenden Weserberglandes, sondern gleichermaßen artenreiches Biotop mit einer nahezu perfekt organisierten Selbstregulierung. Heute jedoch herrschen unterhalb der Wasseroberfläche apokalyptische Zustände. Ein Tauchgang zwischen Endzeit- und Aufbruchstimmung.
VON MATTHIAS ROHDE
Langsam bugsiert Hartwig Hahn seinen Anhänger mit der kostbaren Fracht über die Feldwege in die Umgebung von Bevern. Eskortiert wird der schleswig-holsteinische Fischzüchter von einigen Sportfischern und Anglern des Weserberglandes.  30000 Junglachse befinden sich in den drei Spezialbehältern. Rund 800000 Lachseier kaufe er jedes Jahr in Schweden. "600000 davon gehen dann gleich weiter in andere Zuchtbetriebe, den Rest ziehe ich selbst auf", erzählt Hahn. Und seit fünf Jahren landet ein großer Teil davon nach rund einem halben Jahr in den Nebenflüssen und -bächen der Weser.
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Wilhelm Kühn, Vorsitzender des Sportfischervereins Bevern ergänzt: "Das Kiesbett des Beverbaches ist für Junglachse genau das richtige Umfeld, denn hier werden sie später ihren Laich ablegen." In rund einem Jahr werden die Junglachse aber zunächst instinktiv ihre neue "Heimat" verlassen, in die Weser streben und versuchen, das offene Meer zu erreichen. Dort sollen sie innerhalb von zwei bis drei Jahren heranwachsen, um dann in das Süßwasser des Weseroberlaufs und seiner zahlreichen Nebenarme zurückzukehren, so der Plan.
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Der zweite Vorsitzende des Sportfischervereins Hameln und Umgebung, Wilhelm Wehrhahn, kennt die Ursachen, warum der Plan seit Jahren scheitert: "Es gibt mehrere Gründe für die dramatische Fischarmut in der Weser: Erstens der hohe Salzgehalt, zweitens der Querverbau der Flüsse und drittens die Kormorane." Von einem Verbrechen an der Natur und insbesondere an der Weser spricht der 78-jährige Ruheständler, der seit seinem sechsten Lebensjahr angelt. "Wie kann man nur den Kormoran zum Vogel des Jahres wählen", fragt er mit unverhohlenem Ärger und ist dabei bemüht, die Fassung nicht zu verlieren.
In Porta Westfalica beobachtet der für das Weserbergland zuständige Bezirksleiter des niedersächsischen Landessportfischerverbandes, Adolf Damitz, die Situation: "Der Kormoran hat zehn Jahrgänge komplett ausgerottet."

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Wie dramatisch sich der Bestand des Aals entwickelt hat, zeigt die Fangquote des Glasaals. Die ist laut der Umweltorganisation Greenpeace, in den letzten 20 Jahren um 99 Prozent zurückgegangen. Zahlreiche Fischereiverbände haben den Aal zum Fisch des Jahres gewählt. NABU und Vogelschützer wählten ihrerseits den Kormoran zum Vogel des Jahres. Für die Fischer ein Affront. Die Fronten seien verhärtet, heißt es aus Anglerkreisen. Und eine Lösung des Problems ist zumindest kurzfristig nicht in Sicht.
Scharfe Kritik am Lachsbesatz hagelt es indes aus den eigenen Reihen, denn einige Fischer bezeichnen den Besatz mit Lachsen in den Nebenläufen der Weser als absurd, weil die heranwachsenden Junglachse, spätestens wenn sie in der Weser gen Norden schwimmen, zum teurem "Vogelfutter" mutierten und damit die Ausbreitung des Kormorans sogar noch begünstigt würde.
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Aber selbst wenn die Weser Trinkwasserqualität erreichen würde, die Zahl der Raubvögel drastisch dezimiert würde und durch den Besatz die ehemalige Artenvielfalt in der Weser wiederhergestellt sei: "Wir können die Fische nicht über die Querverbauungen beamen, sie müssen wandern können, und zwar in beide Richtungen", sagt Arnold Scheuermann, zweiter Vorsitzender des Angelvereins Bodenderder.
Pyrmonter Nachrichten - Bad Pyrmont - 08. Oktober
Waldrallye mit dem NABU
Aus der Nachbarschaft.
 Die erste Überraschung erlebt das dreiköpfige NABU-Team, als es zum vereinbarten Treffpunkt kommt: 18 Kinder stehen wettertrotzend und abenteuerlustig bereit für die Waldrallye. Auf drei Gruppen verteilt, müssen die jungen Walddetektive mehr als 20 Aufgaben erledigen. Augen auf, wer findet die Hinweise zu den Stationen? Kleine grüne Bänder, gelegte Pfeile aus Hölzern oder Zapfen, die Kreidezeichen sind schon fast weggewaschen.
 "Mit allen Sinnen den Wald entdecken", ist das Motto. In den Riechdosen erschnuppern die Kinder unter anderem Waldboden, Pfefferminze und - Vorsicht Nase - sogar Pferdeäpfel! Die Fühlsäckchen warten wassergeschützt in der Tupper-Schatzkiste. Der Zapfen ist schnell erkannt, Bucheckern, Fichtennadeln
und Moos müssen gründlich erfühlt werden. Im alten Baumstumpf steckt ein Tonbandgerät, das Vogelstimmen ertönen lässt. Die Kinder lauschen gebannt und erraten vieles. Wie schwer es ist, mit verbundenen Augen zum Baum-Ziel zu gehen, ist auch eine neue Erfahrung. Immer wieder müssen Bäume am Wegrand benannt werden. Buche, Eiche, Ahorn erkennen viele. Kinder, bei der Wildkirsche und Esche geben die BUND-Betreuer Anmerkung Webmaster: NABU-Betreuer Hinweise.
 "Findet den silbernen Apfel" ist ein Abstecher ins Märchenreich, Froschkönige haben sie sowieso zuhauf gesehen! Nach zwei Stunden Fußmarsch endet die Rallye mit Lagerfeuer in der Jurte. Zum Abschluss gibt's noch die Geschichte "Wie der Holunderbusch zu seinem Namen gekommen ist" und eine Urkunde für alle Waldkinder. "Können wir das noch mal machen?" fragt der siebenjährige Robin. Dann aber zur Abwechslung mit Sonne oder Schnee.
 
Hamelner Markt - Hameln-Pyrmont - 06. Oktober
Salatregal hilft gegen Schnecken

Hameln-Pyrmont (red).
Der Salat aus dem eigenen Garten schmeckt am besten. Wenn da nur nicht der Ärger mit den Nacktschnecken wäre. Da sich die Schnecken aber lieber am Boden aufhalten und keine Wände hoch kriechen, kann ein sogenanntes "Salatregal" das Gemüse von den Tieren fernhalten.
"Das Salatregal kann aus einer alten Holzleiter oder jeder anderen Art von Leiter, auf denen sich Blumentöpfe und Terrakottagefäße stellen lassen, bestehen", erklärt Volker Weiß vom NABU. Der Salat wird in Terrakotta- oder Blumentöpfe gepflanzt und auf die Leiterstufen an ein sonniges Plätzchen gestellt. So entdecken die Schnecken den Salat nicht und das Regal stellt auch noch einen netten Blickfang dar. Es ist auch besser für Balkone geeignet. Wichtig ist, dass man Pflücksalat pflanzt und nur die äußeren Blätter erntet. So müssen nicht immer wieder neue Pflänzchen gekauft werden.
 
DWZ - Bad Münder - 05. Oktober
Leinen los für die NABU-Jugend im Sünteltal / "Überleben in der Wildnis" soll Begeisterung wecken / Zyklen und Zusammenhänge der Natur werden erlebbar

Nienstedt (oe).
Die NABU-Gruppe Sünteltal hat eine neue Kinder- und Jugendgruppe ins Leben gerufen. Zusammen mit Jörg Neumann, Umweltlehrer am Schullandheim Nienstedt, wollen sich die Kinder und Jugendlichen einmal pro Monat treffen, um die Geheimnisse der Natur im Deister kennen zu lernen.
Nach der Gründungsversammlung im September trafen sich die Aktivisten nun zum ersten Mal am Schullandheim und erkundeten die dortigen Biotope. Mit einem Floß überquerten sie den Schulteich, studierten die Flora und Fauna der Uferböschungen.
Dann wurde es richtig spannend. Neumann zeigte, wie man im Wald auch ohne Streichhölzer und Feuerzeug eine Flamme entfacht werden kann. Und was im Notfall so alles als Nahrung zum Überleben dienen kann, konnte sich zuvor auch kaum jemand vorstellen.
Die Aktivitäten der Gruppen werden sich hauptsächlich draußen abspielen, sodass der Jahreszyklus der Natur erfahren werden kann. "Das Wildnissurvival steht dabei im Vordergrund, denn wer es versteht, in der Natur zu überleben, erarbeitet sich dabei einen großen Wissensschatz über die Tiere, Pflanzen und Pilze und deren ökologische Zusammenhänge", so Neumann.
Die Grundprinzipien des Naturschutzbundes gehen von einer respektvolleren Haltung und Wertschätzung der Natur gegenüber aus, wenn man sie kennt und im Wortsinn begreifen lernt.
Die Idee zur neuen Gruppe kam aus der Umweltstation des Schullandheims, die in den letzten Jahren verstärkt den Bereich Natur- und Wildnispädagogik und damit auch das Wildnissurvival ausgebaut hat. Neumann und die im Landheim angestellten Freiwilligen im Ökologischen Jahr (FÖJ) betreuen die Wildnisgruppe, die sich über weitere Mitglieder freuen würde. Sie trifft sich jeden zweiten Mittwoch im Monat von 16 bis 18 Uhr. Mitzubringen sind regenfeste Kleidung und Schuhwerk, das auch dreckig werden darf. Die Teilnahme ist kostenfrei. Anmeldungen sollten mindestens eine Woche zuvor unter Telefon 05042/8450, Stichwort Wildnisgruppe, gemacht werden. Weitere Auskünfte erteilt die Umweltstation, Telefon 05042/8392, von 8 bis 16 Uhr.
 
DWZ - Emmerthal - 05. Oktober
Mit 79 Jahren noch mächtig auf Touren / Alte Dreschmaschine kommt in Börry erneut zum Einsatz - und fasziniert die Zuschauer
Börry (gm).
Die Weizengarben hatten die Vorstandsmitglieder des Fördervereines des Museums für Landtechnik bereits mit ihrem alten Selbstbinder geerntet. Beim Erntefest legten sie sich dann mächtig ins Zeug und droschen mit der 79 Jahre alten Fricke-Dreschmaschine das Korn nach traditioneller Landwirtskunst. Angetrieben durch einen etwa fünf Meter langen Transmissionsriemen, der am Schwungrad eines historischen elf PS starken Kramer-Treckers befestigt war, bewegte sich das alte Schätzchen leicht röhrend, aber gleichmäßig und trennte die Spreu vom Weizen. Oben auf der Dreschmaschine schnitt Volker Meyer die gebündelten Garben auf und fütterte das Mähwerk einheitlich mit dem Getreide.
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"Besonders froh sind wir natürlich darüber, dass sich unsere örtlichen Vereine wieder an der Logistik beteiligt haben", sagte Rolf Keller.
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DWZ - Hameln-Pyrmont - 02. Oktober
Der Ruf der Ferne: Zugvögel sind startklar
Eigentlich logisch: Wo es genug Nahrung gibt, lässt es sich gut leben. Wird diese saisonal knapp, heißt es weiterziehen. Dann kommt Bewegung ins Reich der Vögel. Sie machen sich bereit für den großen Abflug - für den Vogelzug, der sie meist in wärmere Gefilde führt. Jetzt ist es soweit: Kranich & Co. sammeln sich an der Ostseeküste für ihre Reise ans Mittelmeer - nach Nordafrika, Spanien oder Südfrankreich.
VON KARIN ROHR
Heimlich, still und leise machen sie sich nicht aus dem Staub - im Gegenteil: Wenn die Kraniche im Herbst ihren Weg ins Winterquartier antreten, ist nicht zu überhören. Laut trompetend ziehen die Schwärme in V-Formation gen Süden. Kraniche sind die "Könige" unter den Zugvögeln. Bei ihnen, aber auch bei vielen Teilziehern, tickt jetzt die innere Uhr. Denn bei Kälte wird die Nahrung knapp. "Das ist denn auch der Grund für den Vogelzug", erklärt Hans Arend vom NABU Hessisch Oldendorf/Hameln: "Die Kälte selbst könnten die Tiere problemlos verkraften."
Der Vogelzug. Noch immer gibt er Rätsel auf, auch wenn er die Menschen schon seit grauer Vorzeit fasziniert. Erst im 18. Jahrhundert aber begann man, ihn wissenschaftlich genauer zu untersuchen. Doch je mehr man den Vogelzug erforschte, desto unglaublicher wurde er, stellt Hans Ewers vom NABU Schleswig-Holstein fest: "Orientierung und Navigation bei Tag und Nacht, bei bedecktem Himmel oder Sonnenschein über Tausende von Kilometern. Nonstop-Flüge über Wüsten, Ozeane und Gebirge. Pünktliche Ankunft an den Brutplätzen, oft auf den Tag genau, nach Reisen von 8000 bis 10000 km." Ein spektakuläres Wanderverhalten, das vermutlich vor 25 Millionen Jahren seinen Anfang nahm und sich im Zuge der Evolution immer weiterentwickelt hat: Der Vogelzug steckt in den Genen der Zugvögel. Die Distanzen, die sie dabei bewältigen, sind beeindruckend: "Allerdings geht die globale Erwärmung nicht spurlos an ihnen vorbei", meint Arend: "Die Zugvögel stellen sich auf den Klimawandel ein." Einige wenden sich neuen Zielen zu: Die Mönchsgrasmücke macht nicht mehr Winterurlaub am Mittelmeer, sondern in Devon und Cornwall. Und auch die Stare zieht's inzwischen ins golfstrommilde Südengland. Oder nur bis Holland. "Andere Vogelarten bleiben sogar ganzjährig bei uns", sagt Arend. Die Amsel, zum Beispiel. Sie ist zum Standvogel geworden und muss als Dauergast an den Vogelhäuschen auch im Winter keine Not leiden. "Insektenfresser aber haben dann Nahrungsprobleme", erklärt Arend. So sind Mauersegler und Rauchschwalben schon längst in sonnigere Gefilde geflüchtet. Und auch die Störche sind fort. Die wenigen, die jetzt noch anzutreffen sind, wie Adebar in Bad Nenndorf, werden bleiben. Wenn das Wetter mitspielt und sie genug Futter finden, zieht es sie nicht unbedingt nach Afrika: Mithilfe von Mäusen lässt es sich auch in Deutschland überwintern. "Die meisten Störche, die hier bleiben, sind allerdings von Menschen aufgezogen oder nach Verletzungen gepflegt worden", erklärt Thomas Brandt dieses untypische Verhalten. Der Diplom-Biologe und wissenschaftliche Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer in Winzlar weiß, dass der Storch von Bad Nenndorf aufgrund menschlicher Kontakte im Winter bleibt. "Im nebenan gelegenen Kleinzoo findet er genug Nahrung", so Brandt. Da werde er praktisch mit anderen Tieren durchgepäppelt.
Die globale Erwärmung allein will Brandt nicht für ein verändertes Wanderverhalten bei Zugvögeln verantwortlich machen: "Ein bisschen Klimawandel spiel sicher eine Rolle, aber das Ganze wird vom Wetter überprägt. Ein richtig kalter Winter wirkt sich stärker aus." Ein warmer Winter auch. Und der verleitet womöglich ein paar Zugvögel zum Ausharren. "Solche Ausprobierer unter den Zugvögeln gibt es immer wieder," sagt Brandt. Allerdings: "Gibt's was auf die Mütze, kann sich das auch schnell wieder ändern", weiß der Biologe. Das Ganze sei ein dynamischer Prozess.
 Im Moment ist "mächtig Bewegung" in der Vogelwelt: "Die ersten Gänsesäger sind da", hat Brandt am Steinhuder Meer beobachtet: "Das sind typische Wintergäste." Die nordischen Gänse lassen noch auf sich warten, Graugänse aber bevölkern schon zu Hunderten unüberhörbar die Meerbruchwiesen. "Es sind vor allem heimische Graugänse", sagt Brandt. Während zwei Fischadler-Paare schon Richtung Westafrika verschwunden sind, bleiben die beiden Seeadler-Paare da. Verstärkung haben die heimischen Kormorane durch "Kollegen" aus Holland und Dänemark bekommen: Zu Hunderten kann man sie jetzt am Steinhuder Meer beobachten. Und auch ein Exot, der schon fast ausgerottet war, lässt sich dort wieder blicken: der schneeweiße Silberreiher: "Vor 100 Jahren wäre er wegen der schönen Federn fast der Hutmode zum Opfer gefallen", erzählt Brandt. Als die ersten dieser majestätischen Vögel an Norddeutschlands größten Binnensee auftauchten, sei die Aufregung groß gewesen: Selbst aus Skandinavien seien Vogelkundler angereist, um dieses Wunder zu sehen. Jetzt hat Brandt schon einmal 300 dieser auffallenden Reiher an einem einzigen Tag gesichtet: "10 bis 30 Silberreiher überwintern hier", sagt er. Das Charakteristische sei, dass diese Vögel nicht nach Süden ziehen, sondern nach Mitteleuropa: "Sie kommen meistens aus Osteuropa und bleiben bis April".
Auch die ersten Kraniche sind schon auf den Meerbruchwiesen eingetroffen: "80 bis 150 überwintern in der Regel am Steinhuder Meer", weiß Brandt aus Erfahrung. Trotzten früher nur wenige dieser klassischen Zugvögel dem Winter in norddeutschen Niederungen, so wurden in den letzten Jahren immer mehr gesichtet, die den Trip nach Südfrankreich, Spanien oder Marokko scheuten. Noch aber rüsten sich die meisten für den Abflug Richtung Süden: "Sie sammeln sich jetzt an der Boddenküste", sagt Hans Arend. Von Tag zu Tag werden es mehr: Wurden Ende August nicht einmal 2000 Kraniche gezählt, so hatte sich diese Zahl bereits zwei Wochen später mehr als verdreifacht: "Am 15. September waren es schon 10640 Kraniche", weiß der NABU-Experte. Wann sie auf ihrem Weg in den Süden bei uns eintreffen, steht allerdings noch in den Sternen. "Wir wissen nicht, wann sie starten", sagt Arend. "Das hängt vom Wetter ab." Zwar würden die Vögel auch bei Regen oder Nebel fliegen - aber: "Bei Windstärke 7 ist Schluss." Gegen Sturm kommt kein Kranich an. Entscheidend für den Aufbruch sei aber letztlich, wie schnell es richtig kalt werde.
Und so könnten durchaus schon die ersten keilförmigen Kranichschwärme über das Weserbergland ziehen, wenn Naturfreunde beim "Birdwatch" ihre Ferngläser zücken. Diese vom NABU-Dachverband Birdlife traditionell auf das erste Oktober-Wochenende festgelegte Aktion zielt darauf ab, Arten und Anzahl der Zugvögel, die über Deutschland ziehen oder hier rasten, zu bestimmen und zu dokumentieren: Am morgigen Sonntag, 3. Oktober, treffen sich heimische Naturfreunde um 9.30 Uhr beim Fähranleger in Großenwieden zur Exkursion zu den Kiesteichen mit dem NABU Hessisch Oldendorf/Hameln. "Formationsflüge sind auch für Laien ein faszinierendes Erlebnis", hofft Exkursionsleiter Hans Arend auf eine rege Beteiligung. Mitzubringen sei lediglich ein Fernglas. Und selbst wenn Kraniche, Gänse, Kiebitze & Co. dann nicht gerade ziehen sollten - zu sehen gibt's genug, ist Arend sicher.
Thomas Brandt von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer kann das nur bestätigen: "Für uns ist hier jeden Tag Birdwatch-Day."
 
DWZ - Coppenbrügge - 25. September
Schaupressen und Apfelmostbrot / Obst steht in Ockensen im Mittelpunkt - Fest mit buntem Programm

Ockensen (red).
Eine Woche vor dem Erntedankfest findet in der Mosterei Ockensen das frühherbstliche Mostfest mit einem umfangreichen Programm statt. An diesem Wochenende, am Sonnabend, 25., und Sonntag, 27. September Anmerkung Webmaster: Sonntag, 26. dreht sich unter dem Motto "Apfel + essen + trinken" alles um den Apfel und um das, was man aus ihm machen kann.
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Auch der Naturschutzbund mit dem Bienehotelbau und die Kreisjägerschaft mit ihrem Infomobil sind heute und morgen in Ockensen mit dabei.
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DWZ - Bad Münder - 24. September
Ein Stück vom Tafelsilber - Waldverkauf steht an / Politik nimmt Beratungen auf / Mehrere Interessenten für Flächen am Deister und Osterberg
Bad Münder (jhr).
Beim Wald scheiden sich die Geister. Während sich Rat und Verwaltung Stück für Stück vom Wald trennen wollen, um den desolaten Haushalt mit dem Verkauf zumindest teilweise zu sanieren, verfolgen andere Münderaner teilweise besorgt die Entwicklung. In den kommenden Wochen wird das Thema die mündersche Politik intensiv beschäftigen, eine Entscheidung noch im Oktober scheint möglich.

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Beobachtet wird der geplante Waldverkauf auch von der NABU-Ortsgruppe Sünteltal. Deren Vorsitzender Matthias Großmann hat keinerlei Präferenzen, was den künftigen Besitzer betrifft - wichtig sei dem NABU lediglich, dass der Wald in Zukunft möglichst schonend bewirtschaftet werde.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 18. September
Bisam & Co. werden langsam zur Plage

Die heimische Tierwelt verändert sich. Eingewanderte Arten wie Bisam, Waschbär und Marderhund vermehren sich rasant und erobern immer größere Areale. Ihre natürlichen Fressfeinde haben sie in ihrer Heimat zurückgelassen, und mit ihren Eigenschaften als Generalisten, die hinsichtlich Lebensraum und Nahrung nicht wählerisch sind, machen sich bei uns breit und verdrängen heimische Arten.
VON BARBARA JAHN-DETERDING

Niedlich sind die Tiere ja - von Weitem. Das ist die Feststellung eines geplagten Hausbesitzers aus Dehrenberg, der einen Waschbären als Obermieter auf seinem Dachboden hat. Bis vor wenigen Jahren hatten im Weserbergland nur wenige Menschen die Gelegenheit, eines der possierlich aussehenden Tiere zu Gesicht zu bekommen. Doch nun sind sie schon fast zur Plage geworden.
Der ursprünglich aus Nordamerika stammende Kleinbär gehört zur Gruppe der Neozoen. Das sind Tierarten, die direkt durch die Wirkung des Menschen in andere Gebiete eingeführt worden sind und sich dort fest etabliert haben. Mitte der 1930er Jahre gab es in Deutschland gerade mal zwei Waschbär-Paare, eines wurde am Ederseee ausgesetzt, das andere entwich in Brandenburg aus einem Gehege. Seitdem hat sich der Bestand stark vermehrt. Heute zieht sich die Population von Berlin-Brandenburg in einem Band über Niedersachsen bis nach Hessen.

Der Waschbär ist mit einer Körperlänge zwischen 41 und 71 Zentimetern und einem Gewicht zwischen 3,6 und 9 Kilogramm der größte Vertreter der Familie der Kleinbären. Die anpassungsfähigen Tiere finden in den heimischen wasserreichen Laub- und Mischwäldern gute Lebensbedingungen. Während sich die Waschbären im Frühjahr hauptsächlich von Insekten und Würmern ernähren, bevorzugen sie im Herbst kalorienhaltige pflanzliche Kost wie Obst und Nüsse, um sich ausreichend Winterspeck anzufressen. So mancher Gartenbesitzer hat sich schon über abgeerntete Obstbäume gewundert, ohne zu ahnen, dass der nachtaktive Räuber der Übeltäter ist. Umgeworfene und ausgeräumte Mülltonnen sind ein weiterer Hinweis auf die nächtlichen Beutezüge des Waschbären in der Stadt und in den Dörfern. Die menschenähnliche Handhabung von Gegenständen wird den Waschbären durch das für sie typische, besonders ausgeprägte haptische Wahrnehmungsvermögen der Vorderpfoten ermöglicht, das sie in die Lage versetzt, Größe, Kontur, Gewicht und Oberflächenstruktur zu erfühlen. Bemerkenswert ist auch das gute Gedächtnis der Tiere, die sich in Versuchen auch noch nach drei Jahren an die Lösung einer früher gestellten Aufgabe erinnern konnten. Die Tiere mit ihrer charakteristischen schwarzen Gesichtsmaske sind Allesfresser und ernähren sich zu ungefähr 40 Prozent von pflanzlicher Kost, zu 33 Prozent von Weichtieren und zu 27 Prozent von Wirbeltieren.
Während Waschbären, die frei leben, an Land gefundene Nahrung nie zu einer Wasserstelle bringen, tauchen in Gefangenschaft gehaltene Tiere ihre Nahrung oft unter Wasser, was als "Waschen" gedeutet wurde und dem Tier seinen Namen gab. Sehr wahrscheinlich ist es aber eine Leerlaufhandlung zur Imitation der Nahrungssuche an Fluss- und Seeufern, wo der Raccoon, so der Name in seiner Heimat, unter Steinen und anderen Verstecken tastend nach Krebsen oder anderer Nahrung sucht. Raccoon bedeutet "der mit seinen Händen reibt, schrubbt und kratzt".
Seit 2001 steht der Waschbär in der Liste der jagdbaren Arten. "In ganz Hameln-Pyrmont hat sich die Zahl der Tiere deutlich erhöht", betont Kreisjägermeister Jürgen Ziegler. Die Statistik der Jägerschaft Hameln-Pyrmont ist eindeutig: Auf der Liste des erlegten und auf andere Art zu Tode gekommenen Wildes steigt die Zahl der Waschbären kontinuierlich. 1995/96 wurde ein Waschbär geschossen, in der Jagdsaison 2000/01 waren es schon 27 - und in der Jagdsaison 2002/03 43 Tiere, Im vergangenen Jahr stand der Raccoon mit 240 Exemplaren, das Jahr zuvor sogar 245 auf der Liste der Kreisjägerschaft. Ebenso wie die Jägerschaft vertritt Dietmar Meier, Referent für Biotop- und Artenschutz beim NABU in Hessisch Oldendorf, die Meinung, dass der Waschbär "hier nicht hergehört, weil er heimische Arten bedroht". Meier begründet das unter anderem damit, dass der Waschbär ein Nesträuber sei, sowohl bei den Bodenbrütern als auch bei Vögeln, die in Bäumen und in Gebäuden nisten.

Und schon droht der nächste Fremdling, in deutschen Wäldern und Siedlungen sein Unwesen zu treiben: der Marderhund. Marderhunde werden häufig mit waschbären verwechselt. Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg haben seit der Jahrtausendwende schon arge Probleme mit dem zur Hundefamilie gehörenden Raubtier. Aus Polen kommt der Marderhund über die Grenze, ist eigentlich ein in Asien heimisches Tier, das immer weiter Richtung Westen vordringt. Bundesweit belegt die Statistik, dass im Jahr 2001/2002 schon 12000 Tiere erlegt wurden. Noch Mitte der 90er Jahre hatte der Marderhund kaum eine Rolle gespielt.
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Der Marderhund ist ein scheuer und nachtaktiver Bewohner von Wäldern und Regionen mit viel Unterholz. Er ist monogam und bleibt ein Leben lang als Paar zusammen. Wo einer auftaucht, ist der Partner nicht weit.
Wenn sich die Schaukommissionen des Unterhaltungsverbandes Exter-Wesertal trifft, geht es auch immer um den Bisam. Seit 1905 gibt es ihn in Europa, Fürst Colloredo-Mansfeld brachte von einer Jagdreise aus Alaska einige Exemplare mit und setzte sie auf seinem Gut bei Prag aus. 1950 tauchten die ersten Exemplare am Regen in Bayern auf. Entlang der Bäche und Flüsse bis hin zur Elbe und zur Weser erfolgte die
rasche Ausbreitung. Die Probleme an den Ufern wurden deutlich sichtbar. Die große Wühlmaus mit dem begehrten Fell ist eine große Gefahr für Deiche, Dämme und Ufer, die sie unterwühlen.
An den Ufern der Bäche im Bereich des Unterhaltungsverbandes Exter-Wesertal konnten in den letzten Jahren stets zwischen 50 und 90, der kleinen possierlichen aber auch gefährlichen Pelztiere gefangen werden, erklärt Verbandsvorsteher Werner Buchmeier. Bisamjäger Gerhard Kampmeier aus Möllenbeck, spricht von einem "teilweise starken Befall" an den Bächen im Bereich Rinteln und Hessisch Oldendorf.
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Der Bisam hat eine Körperlänge von rund 35 Zentimetern und eine Schwanzlänge von etwa 22 Zentimetern. Er ist damit größer als eine Wanderratte, etwa so groß wie ein Wildkaninchen. Das Gewicht liegt zwischen 800 Gramm und maximal 2,3 Kilogramm. Er ist von gedrungener, rattenartiger Gestalt, der kurze und dicke Kopf geht äußerlich ohne Hals in den Rumpf über, der Schwanz ist fast nackt und abgeplattet. Der Bisam, der das Wasser als Lebensraum braucht, hat keine Schwimmflossen, wie viele glauben. Charakteristisch für ihn sind die kurzen Schwimmborsten. Er ernährt sich hauptsächlich von Wasser- und Uferpflanzen. In Wintermonaten gehören auch Muscheln, Larven von Wasserinsekten, Krebse, Wasserschnecken, selten auch Frösche und Fische zum Nahrungsspektrum. Als Delikatesse verputzt der Bisam auch Apfel, Möhre und Sellerie. Das machen sich die Jäger zu Nutzen: Sie beködern die fallen damit.
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Wie der Waschbär, so war auch der Bisam im Weserbergland ursprünglich nicht heimisch, ist es inzwischen aber geworden.
 
DWZ - Bad Münder - 31. August
Flatterhafte Schatten am Nachthimmel über dem Park / Kleine Naturentdecker der BIK auf Fledermausexpedition
Bad Münder (bdi).
"Brrr, knack, knister" - die Kästen, mit denen die Kinder im Dunkeln durch den münderschen Kurpark laufen geben seltsame Geräusche von sich, zu sehen ist wenig - höchstens einmal ein verhuschter schwarzer Schatten. Die Naturentdecker der Bürgerinitiative für die Kinder (BIK) sind unterwegs - und sie suchen Fledermäuse.
Die Gruppe um Barbara Bachmann streift zu einem besonderen Termin durch die mündersche Nacht: Es ist "14. Europäische Fledermausnacht" - ein gutes Omen. Schon zu Beginn der Suche bekommen die Teilnehmer die Flattermänner, die rund um das alte Kurhotel ihrer Nahrung, den Mücken, nachjagen, zu sehen und auch zu hören. Die knatternden Geräusche der kleinen Nachtwanderer machen die für das menschliche Ohr nicht wahrnehmbaren Ultraschallgeräusche der Fledermäuse hörbar. "Diese Geräusche werden von den Flugkünstlern ausgesendet, um sich in der Dunkelheit zu orientieren", berichtet der Vertreter des Naturschutzbundes Karsten Passior. Der ortsunkundige Passior, passionierter Fledermausforscher- und -pfleger, leitet die Entdeckungstour und erläutert zu Beginn einige interessante Fakten über Fledermäuse. Mitgebracht hat er ein lebendes Exemplar zum Anschauen und ein totes, getrocknetes zum Anfassen.
Das Gerücht von des blutsaugenden Vampirfledermaus kann Passior auflösen: Es ist keines, es gibt sie wirklich. Allerdings nicht in der Gegend. Münderschen Beobachtern rät er: Über dem Feuerteich sind vor allem während der Sommermonate viele der Flattertiere zu beobachten, das stehende Gewässer bietet viel Nahrung, viele Mücken schlüpfen dort.
 
DWZ - Hameln - 28. Ausust
Saubere Luft mit Pedelec und Klimakiste / Wie jemand den Kohlendioxyd-Ausstoß verringern kann / Umwelttag im Bürgergarten
Hameln (red).
Auf dem Rathausplatz erfahren die Hamelner derzeit auf der Messe Soltec, wie sie mit ihrer Immobilie die Sonnenenergie nutzen können - im Bürgergarten steht der am Sonntag parallel laufende "Umwelttag 2010" im Zeichen der Elektromobilität.
Elektroautos und Pedelecs - Fahrräder, die durch einen E-Motor unterstützt werden -, gelten als ökologisch empfehlenswerte Fortbewegungsmittel der Zukunft. Zumal dann, wenn der Strom, der sie antreibt, aus nachwachsenden Rohstoffen in der Region erzeugt wird. Auf dem Umwelttag, den die Stadt Hameln und Radio Aktiv organisieren, sind Probefahrten mit beiden Fortbewegungsmitteln möglich. Außerdem gibt es viele Informationen über weitere Umweltthemen, unter anderem von den Vereinen BUND und NABU sowie von der künftigen Klimaschutzagentur im Landkreis Hameln-Pyrmont.
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Auf dem Stand der Stadt Hameln wird eine Klimakiste präsentiert, die sich die Schulen ausleihen können (Kontakt: Tel. 05151/202-1268 oder 1959). Die Box soll Möglichkeiten, Kohlendioxyd einzusparen, sichtbar machen. Enthalten ist zum Beispiel ein Messgerät, das die CO²-Konzentration bei verschiedenen Lüftungsverhalten erfassen kann.
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DWZ - Hessisch Oldendorf - 27. August
Fledermäuse - fliegende Kobolde der Nacht / NABU kümmert sich um die Bestände der nachtaktiven Säugetiere und bietet regelmäßig Exkursionen
VON BARBARA JAHN-DETERDING
Hessisch Oldendorf.
Man nennt sie auch die fliegenden Jäger der Nacht. Das nächtliche und zurückgezogene Leben der Fledermäuse und ihre Vorliebe für Keller, Höhlen oder Grabkammern hat die Fantasie der Menschen von jeher angeregt. Fledermäuse galten als böse Dämonen, nicht selten trägt der Teufel in früheren Darstellungen Fledermausflügel. Häufig haben Fledermäuse auch den Ruf, Blut zu saugen, doch nur in Mittel- und Südamerika gibt es drei Arten sogenannter Vampire.
In Deutschland gibt es derzeit 24 Fledermausarten, davon sind 17 im Landkreis Hameln-Pyrmont nachgewiesen. Die häufigsten Arten im Landkreis sind die Zwergfledermaus, von der viele Wochenstuben bekannt sind, und die Wasserfledermaus, die vom Gewässerreichtum unserer Region profitiert. Innerhalb Niedersachsens ist das Weserbergland zu einem wixhtigen Rückzugsgebiet für das Große Mausohr geworden. In Hessisch Oldendorf gibt es eine große Mausohrwochenstube, die Nahrung finden ihre Bewohner in den umliegenden Buchenwäldern. Mit ihrer nächtlichen Nahrungssuche haben sich die Fledermäuse eine ökologische Nische erschlossen, denn Vögel, die ebenfalls Insekten fressen, machen ihnen dann keine Konkurenz.

Damit die Tiere in der Dunkelheit ihre Beute finden und sich zwischen Gebäuden oder im Wald sicher bewegen können, nutzen sie ihre Echoortung: Während des Fluges stoßen sie für das menschliche Ohr kaum wahrnehmbare Ultraschalllaute aus. Diese sehr hohen Töne erzeugen ein Echo, wenn sie auf Beute oder Objekte stoßen. Anhand der Lautstärke des zurückkommenden Signals kann die Fledermaus die Größe und Entfernung des Objektes abschätzen. Das Echolautsystem arbeitet so präzise, dass die Tiere damit Gegenstände in der Dicke eines menschlichen Haares erkennen können. "Die Echoortung funktioniert so perfekt, dass die Hörbilder dieser Tiere unserem farbigen Sehen vergleichbar sind", sagt Jürgen Wissel, Vorsitzender des NABU Hessisch Oldendorf. Da die Tiere die Ortungslaute durch das Maul ausstoßen, müssen sie ihre Beute mit den Flügeln, wie mit einem Kescher, fangen. Im Flug führen sie ihre Beute dann blitzschnell zum Maul. Eine Fledermaus jagt in der Nacht bis zu 4000 Mücken oder andere Insekten, die Insektendichte muss allerdings entsprechend hoch sein. Da die Insekten nur bei trockenem, warmen Wetter fliegen, sind die Fledermäuse auf gewisse Temperaturen angewiesen. Im Winter, wenn keine Insekten mehr zu finden sind, halten die Tiere einen bis zu sechs Monaten dauernden Winterschlaf.
 Fledermäuse sind neben den Flughunden, ihren Verwandten aus Afrika, Asien und Australien, die einzigen Säugetiere, die fliegen können. Sie können dabei Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde erreichen. Fledermäuse fliegen mit ihren Händen. Die Finger sind um ein Vielfaches länger als die Arme, zwischen Armen, Fingern und Beinen tragen sie Flughäute. Der Daumen ist wie eine Kralle rund gebogen. Damit klettern die Tiere an Bäumen oder rauen Felswänden entlang, wenn sie ihre Quartiere in dicken Bäumen oder Felsklüften aufsuchen. Solche Felsquartiere von überregionaler Bedeutung gibt es am Hohenstein, hier halten einige Arten ihren Winterschlaf. Winterquartiere sind auch einige Höhlen im Süntel, die von nationaler und internationaler Bedeutung für viele Fledermausarten sind. Hier überwintern Tiere aus anderen Regionen und aus weiter entfernten Gebieten, die Höhleneingänge sind zum Schutz der Tiere mit Gittern verschlossen.

Der aktive Fledermausschutz im Landkreis Hameln-Pyrmont begann 1983 mit der Gründung einer Arbeitsgruppe Fledermausschutz. Ein Schwerpunkt der Gruppe ist die Arbeit im Naturschutzgebiet Hohenstein mit seinen vielen Felsen und Höhlen. Dort wurde 1983 in Zusammenarbeit mit dem damals noch Staatlichen Forstamt Hessisch Oldendorf die ersten Fledermaussiedlungskästen angebracht. Diese Maßnahmen dienen dazu, den geschützten Tieren in ihren Lebensräumen das Überleben zu sichern. Grundlage der Arbeit ist die Erfassung und Kartierung der drei Lebensräume, die jede Fledermausart benötigt. Der Lebensraum der Tiere ist aufgeteilt in das Jagdbiotop, das Sommerquartier und das Winterquartier.
Das Interesse an Fledermäusen ist in den letzten Jahren stark angestiegen. Immer mehr Menschen nehmen die Gelegenheit wahr, sich bei Fledermausführungen über diese faszinierenden Tiere zu informieren. Dazu besteht an diesem Wochenende im Rahmen der 14. Europäischen Fledermausnacht, der "Bat-Night" in Hessisch Oldendorf, Gelegenheit. Ab 18 Uhr kann man einen Fachvortrag zum Thema Fledermaus hören, die Kinder werden mit Spiel und Spaß um das Thema unterhalten. Wenn dann der Abendhimmel dämmrig ist, beginnt eine Exkursion zu den Fledermäusen. "Da es nicht ganz einfach ist, die wendigen Jäger zu erkennen, wird sicher der Ultraschalldetektor zum Einsatz kommen, mit dessen Hilfe man den Fledermäusen bei der Insektenjagd zuhören kann", verspricht Jürgen Wissel und hofft auf viele Interessierte, die in der hoffentlich lauen Augustnacht versuchen werden, die schwarzen Silhouetten am Abendhimmel zu erkennen.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 13. August
Der Bachlauf bietet neuen Lebensraum / Nach vielen Jahren ist das Naturschutzprojekt bald abgeschlossen / Im Herbst folgen Anpflanzungen
Barksen (dm/II).
Seit Beginn der 90er Jahre laufen bereits die Anstrengungen um die Renaturierung des Barkser Baches. Die wesentlichen Arbeiten auf dem 745 Meter langen Gewässerabschnitt zwischen Barksen und Hessisch Oldendorf stehen nun kurz vor dem Abschluss. Erste Erfolge sind erkennbar. "Die renaturierten Flächen haben sich für den Naturschutz bereits gut entwickelt", sagt Hans-Jürgen Wissel von der NABU-Ortsgruppe in Hessisch Oldendorf.
Die Renaturierung des Barkser Baches dient der ökologischen Aufwertung eines weitgehend begradigten und verrohrten Bachlaufes. Mit der Freilegung des verrohrten Gewässers, der Entnahme der Sohlschalen und der Anpflanzung standortgerechter Bäume und Sträucher soll der Barkser Bach nach den Bemühungen des Hessisch Oldendorfer NABU wieder als Lebens- und Rückzugsgebiet unterschiedlichster Pflanzen und Tiere werden. Derzeit werden noch unterhalb des Barkser Sportplatzes einige Wasserbausteine eingebaut, und im Herbst folgt noch eine größere Anpflanzung am Fließgewässer, berichtet Hans-Jürgen Wissel.
Das Kerbtal am Barkser Bach eigne sich jetzt insbesondere wieder zur Naherholung der in Barksen und Umgebung lebenden Menschen. "Das Landschaftserleben hat sich durch die Waldumwandlung und der vielseitigen Maßnahmen des NABU deutlich gesteigert", ist sich Wissel sicher. Bei den vom NABU betreuten Flächen gebe es außer den Waldbereichen auch Freiflächen, die sich selbst überlassen bleiben, erklärt Wissel. Weitere Bereiche dienten als Weide, aber auch viele Obstgehölze wurden angepflanzt. Manchmal ließen sich am Bachlauf auch größere Säugetiere wie Füchse, Dachse, Hasen oder Rehwild beobachten.
Der NABU-Vorsitzende erklärt, dass durch die zeitlich versetzten Renaturierungsabschnitte seit Beginn der 90er Jahre der im Zuge der Waldumwandlung einhergehende Totalabtrieb der Fichten in Etappen für die Tiere sehr schonend vorgenommen wurde. Mit den Neuanpflanzungen habe sich zunächst eine sogenannte "Pioniervegetation", bestehend aus Holunder, Birke und Brennnessel, auf dem Standort mit saurem Boden entwickelt. Inzwischen bilde sich die Pioniervegetation wieder zurück, da sie nun von größeren standortgerechten Laubbäumen überwuchert wird. Erlen etwa, die mit ihren Palisadenwurzeln tief in den Boden reichen, sorgten nun für eine erhöhte Böschungssicherung am Fließgewässer.

Die NABU-Gruppe aus Hessisch Oldendorf verfolgt bereits seit Ende der 80er Jahre das Ziel, erheblich veränderte Gewässer in ihren natürlichen Zustand zurückzuführen. Noch vor wenigen Jahrzehnten sei die Verrohrung und Begradigung derartiger Gewässer wasserwirtschaftlich favorisiert worden, sagt Hans-Jürgen Wissel. Die Erfahrungen zeigten jedoch, dass derartige Maßnahmen nicht zukunftsweisend seien. "Die Gewässer verarmen ökologisch gesehen, die Artenvielfalt und die Selbstreinigungskraft nimmt ab", meint Wissel.
Durch das schnelle Abfließen des Wassers nach Begradigung vieler Gewässer, so Wissel weiter, laufen Hochwasser schneller auf und verschärfen zeitweilig in den Unterläufen der Flüsse die Hochwassersituation. Seit der Renaturierung habe der Barkser Bach mehrere Hochwässer schadlos abgeführt. Denn das Abflussprofil sei gegenüber der Verrohrung jetzt größer.
Nach den Bachrenaturierungen am Höllenbach in Langenfeld und am Osterholzer Bach in Hemeringen stand der NABU vor einer besonderen Aufgabe. Eine Plangenehmigung war erforderlich, das Einzugsgebiet musste ermittelt, Vermessungsarbeiten für Längs- und Querprofile des Baches und Berechnungen zu Abflusswerten im Hochwasserfall mussten erledigt werden. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Hessisch Oldendorf und den Fachbehörden des Landkreises Hameln-Pyrmont habe gut funktioniert, wie der NABU mitteilt. Anpflanzungen am Bachlauf seien vom Landkreis im Zuge der Naturschutz-Förderrichtlinien finanziell unterstützt worden.
Und auch umweltpädagogische Aktivitäten seien von Bedeutung gewesen, sagt Hans-Jürgen Wissel. Die "NABU-Kids" bauten bereits an einem Insektenhotel am Rande des Kerbtales und führten dort Exkursionen durch. Ein Biologie-Leistungskurs des Hamelner Schillergymnasiums pflanzte eine Hecke zum Schutz des Baches vor Einträgen aus der Landwirtschaft.
 
DWZ - Coppenbrügge - 06. August
Das Glück wohnt zigfach direkt unterm Dach / 18 Schwalbennester zählt Isolde Schäfer: So viele waren es noch nie / Seit alters her ein Talisman
Brünnighausen (ist).
Schwalben gelten von alters her als Glücksbringer. "Die kommen schon seit meiner Kindheit jedes Jahr auf unseren Hof", erzählt Isolde Schäfer, die seit ihrer Geburt in einem stattlichen Fachwerkhaus am Nesselberg wohnt. Früher hätte sie für Ruhe vor lästigen Plagegeistern um das Rind in Stallungen und Scheune gesorgt. Später dann, bis heute - ohne Viehwirtschaft - kleisterten die Vögel ihre klebrigen Nestklumpen unter den östlichen Dachvorsprung des Wohnhauses. "Von Ende April bis August ist bei mit insektenfreie Zone": Die 83-Jährige schließt die Küchentür hinter fruchtig dampfender Duftfülle. "Und diese Jahr fliegt selbst bei geöffneten Fenster und Apfelmustopf auf dem Herd nichts durch die Küche." So viele hätte es in all den Jahren nicht gegeben: 18 Schwalbennester auf rund zehn Metern Länge befinden sich hoch oben unter dem Dach. Das bedeutet über den Schnabel gepeilt 100 Mehlschwalben und mehr am Haus - bei 18 Schwalbenpaaren mit mindestens zwei Eiern pro Nest und zwei Bruten pro Saison.
Einen Wecker brauche sie schon lange nicht mehr, während die letzten Jungvögel des zweiten Durchganges noch im Nest gefüttert werden. Eine Schwalbe allein, schmunzelt sie mit Blick auf üppig "bekleckerte" Fassade und Fensterbänke, mache ja bekanntlich noch keinen Sommer - hundert allerdings machten reichlich Dreck zum Gezwitscher. Da müsse man sich schon etwas einfallen lassen. Und das Fensterputzen sei eine echte Herausforderung. Zumindest die beiden Schlafzimmerfenster im Erdgeschoss hat sie durch Kotbretter am oberen Rahmen geschützt. "An die Fenster im Obergeschoss hat sich keiner rangetraut..." Während Isolde Schäfer im Jahrhundertsommer den Grund für den rekordverdächtigen Nestbau - und Fortpflanzungseifer vermutet, favorisiert Günter Blötz, NABU-Vorsitzender Coppenbrügge/Salzhemmendorf, die kapitalen Heckrinder auf dem benachbarten Wiesengelände. "Oberste Priorität hat das Nahrungsangebot: Schwalben ernähren sich von Fliegen und Mücken." Die wiederum sammelten sich haufenweise in der Nähe der Nachfahren der Auerochsen: Glück für die Schwalben, Glück für die Glücksbringer und damit für die Brünnighäuser. Denn die für den Schwalbenbestand so wichtige Rinderhaltung hatte sich auch hier längst verabschiedet.
 
PYRMONTER NACHRICHTEN - Hameln-Pyrmont - 24. Juli
Kampagne gegen das Artensterben
Hameln-Pyrmont.
Im Internationalen Jahr der biologischen Vielfalt geht die NABU-Kampagne gegen das Artensterben in die zweite Runde. Unter dem Motto "Fast weg..." machen neben einem Fernsehspot wieder Großplakate an den wichtigsten deutschen Bahnhöfen sowie Infoscreens in vielen Städten auf das alarmierende Artensterben aufmerksam. Das neue Plakatmotiv ist der von Aussterben bedrohte Apollofalter, der unter einer intensiven Landwirtschaft mit engen Fruchtfolgen und Pestiziden leidet. Insgesamt sind über 4700 Großplakate im gesamten Bundesgebiet zu sehen, davon 28 im Landkreis Hameln-Pyrmont.
 
DWZ - Hameln - 22. Juli
Ein ungewöhnlicher Mitbewohner im Garten / Seltener Nashornkäferaus dem Süden krabbelt mittlerweile auch hier im Weserbergland
Hameln (ohm).
Fröhlich tollen Kaja und ihr Freund Marcel durch den Garten, bis ihnen ein ungewöhnlich großer Käfer auffällt. Vorsichtig nehmen sie ihn auf die Hand, und laufen zu Katjas Mutter, Jana Fritzsch. Die betrachtet das Tier eingehend, vergleicht es mit Fotos und erkennt schließlich an den langen, leicht nach hinten gebogenen Horn, dass es sich um einen Nashornkäfermännchen handeln muss.
In Fachkreisen heißt der Nashornkäfer Oryctes nasicoris und gehört zu der Familie der Blatthornkäfer (Scarabaeidae). Sie werden zwischen 20 und 40 Millimeter lang und haben einen stabilen, zweigeteilten, rötlich-braunen Panzer. Bis aus den zwölf Zentimeter langen Larven jedoch Nashornkäfer schlüpfen, kann es - abhängig vom Lebensraum - rund fünf Jahre dauern. Dieser lange Zeitraum und die relativ kurze Lebensdauer von vier bis fünf Wochen tragen vermutlich zu ihrer Seltenheit bei.
"Der Fund dieses Käfers hier in der Region ist etwas ganz Besonderes", erklärt Christian Wiemeyer von der Unteren Naturschutzbehörde. Gemäß der Bundesartenschutzverordnung seien Nashorn- wie auch Hirschkäfer aufgrund ihrer Seltenheit besonders geschützt.
Grundsätzlich ist der Nashornkäfer hier nicht heimisch, meint Christian Weidner vom NABU. "Diese Tiere sind aus dem Süden hierher eingewandert, aber normalerweise ist ihnen der Winter hier zu kalt", erzählt er. Das Schlupfloch zum Überleben seinen Komposthaufen, in denen selbst im Winter eine moderate Temperatur herrsche. Trotzdem gab es in den letzten Jahren keine Meldungen über Nashornkäferfunde, was, so Wiemeyer, auch mit der Ähnlichkeit zwischen Hirsch- und Nashornkäfer zusammenhängen könne. Die Verwechslung zwischen Hirsch- und Nashornkäfer geschehe leicht und so sei es durchaus vorstellbar, dass einige der gesichteten Hirschkäfer eigentlich weibliche Nashornkäfer gewesen sein könnten.
 Im Gegensatz zu anderen Käfern wie dem Kartoffel- oder Rapskäfer, deren Spuren im Garten und auf den Feldern unübersehbar sind, ist die Ernährung der Nashornkäfer noch weitgehend unerforscht. Wissenschaftler vermuten aber, dass sie entweder komplett auf Nahrung verzichten oder sich von Baumsäften ernähren.

Zu den nützlichen Käfern hierzulande zählen die Marienkäfer, da diese die Fressfeinde vieler Schädlinge in Land- und Forstwirtschaft sind. Doch nicht alle werden ihrem guten Ruf gerecht: Der Vierundzwanzigpunkt-Marienkäfer gilt auch als Schädling, weil er bevorzugt Zuckerrüben, Kartoffeln, Nelken und Dahlien befällt.
Wenn Sie auch einen Nashorn- oder Hirschkäfer gesichtet haben, melden Sie es dem NABU Hameln unter 05151/1 36 71. Ab dem 4. August sind wir wieder für Sie da.
 
DWZ - Coppenbrügge - 19. Juli
Nicht alle Hirschkäfer tragen namensgebendes Geweih / Europas größte Käfer haben eine Lebenserwartung von rund vier Wochen / Auf der Roten Liste bedrohter Arten
VON INGRID STENZEL
Coppenbrügge.
Er gehört zu den größten und beeindrucksten Insekten der deutschen Fauna. Der Hirschkäfer, größter heimischer Käfer mit vier bis acht Zentimeter Länge und der Vorliebe für Totholz und Eichensaft, ist in Deutschland aufgrund intensiver Forstwirtschaft vielerorts schon ausgestorben. Wer ganz viel Glück hat, kann jedoch dessen nicht wirklich schnittigen Torkelflug mit Bruchlandungen in den Abendstunden von Mai bis Juli auch noch im Weserbergland erleben.
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"Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist der größte Käfer Europas." Das hatte die 67-Jährige einige Tage zuvor in der Zeitung gelesen. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont hatte aufgerufen (wir berichteten), eventuelle Funde von Hirschkäfern zu melden. Denn "trotz seiner Größe gibt es über die Verbreitung und den Bestand nur unzureichende Informationen. Eine systematische Bestandaufnahme ist wegen seiner versteckten Lebensweise sehr aufwendig", hatte es geheißen. Margot Sohr meldete den Fund, sammelte Informationen unter anderem bei Günter Blötz, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf. Die Entwicklung vom Ei zum erwachsenen Hirschkäfer dauere bis zu acht Jahren, erfuhr sie bei ihren Recherchen, während der ausgewachsene Käfer dann gerade mal vier Wochen als solcher in maroden Wurzeln und morschen Baumstümpfen zu leben habe. Da habe sie dem Käfer mit einem Tag und einer Nacht schon einen großen Teil seines Lebens gestohlen, meint sie und setzte ihn umgehend auf einen Totholzstumpf im Wald.
Wälder mit abgestorbenen und verrottenden Bäumen besonders Eichen sind der ideale Lebensraum für den Hirschkäfer, der schon seit 200 Jahren unter Beobachtung stehe, so die Auskunft von Dr. Alexander Pelzer, zuständig für fachliche Fragen zum Tierarten-Erfassungsprogramm für wirbellose Tiere beim Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz in Hannover. Zunehmend aufgeräumte Wälder dagegen bedeuten generell nicht gerade bessere Lebensbedingungen für den imposanten Sechsbeiner.

 In der Roten Liste Deutschlands sei der Hirschkäfer daher als "stark gefährdet" eingestuft und gehöre nach Bundesartenschutzverordnung zu den geschützten Käferarten. Darüber hinaus ist er in der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der EU von 1992 aufgeführt, die zur Sicherung der Artenvielfalt die Erhaltung der natürlichen Lebensräume festschreibt. Die Gefährdung des Hirschkäfers könne im Zuge von Erfassungsprojekten mithilfe der Bevölkerung aufgrund der begleitenden Zufälligkeiten und Unwägbarkeiten nicht durch repräsentative Daten belegt werden, betont Dr. Alexander Pelzer. "Aber sie können zeigen, dass es ihn noch gibt", fügt der Mitarbeiter des Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küstenschutz und Naturschutz an.
Informationen zur Situation der Hirschkäfer, zu deren Verbreitung im Landkreis Hameln-Pyrmont und zu den ersten Ergebnissen des Aufrufs konnten aus Urlaubsgründen von der Unteren Naturschutzbehörde derzeit nicht gegeben werden.
 
DWZ - Coppenbrügge - 15. Juli
Ein Tag voller Natur-Wunder / NABU-Ferienpassaktion auf Gut Herbigshagen der Heinz-Siemann-Stiftung
Coppenbrügge.
Gut Herbigshagen bei Duderstadt war das Ziel der NABU-Ferienpassaktion. 16 Kinder aus Coppenbrügge und Salzhemmendorf besuchten das Natur-Erlebniszentrum. Auf dem 110 Hektar großen Gelände der "Heinz-Sielmann-Stiftung" konnten sie vom Aussterben bedrohte Nutztierarten kennen lernen und für den Schutz und Erhalt der Natur sensibilisiert werden, erklärte Günter Blötz von der NABU-Ortsgruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf. Mit den Materialien des Waldes wurden "menschengerechte" Nester gebaut und anschließend wurde spielerisch erforscht, mit welchen Tricks sich Tiere durch Musterung und Farben ideal tarnen, aber im Bedarfsfall auch ihre Fressfeinde durch grelle Farben und Muster abschrecken.
Wie kunstvoll Spinnen ihre Netze anlegen, damit sie ihre Beute überlisten und fangen können, sahen die Ferienpasskinder an vielen Beispielen im Wald in natura. Als sie aber selbst als "Beutetier" auf ein überlebensgroßes künstliches Spinnennetz stießen, mussten sie mit Tricks und Hilfestellung ihrer Mitstreiter diese Hürde überwinden.

In der Reptilienfreianlage sahen die kleinen Naturforscher Zauneidechsen, Smaragdeidechsen, Ringelnatter und Kreuzotter und konnten sich über ihre Lebensweise informieren.
 
DWZ - Hameln - 14. Juli
Wasser-Alarm: Brütende Hitze stresst die Vögel / NABU appelliert an Tierfreunde: Flache Tränken schaffen Badeplätze und können den Durst lindern
VON KARIN ROHR
Hameln.
Die Amsel, die in brütender Hitze auf der Balkonbrüstung sitzt, hat sich dick aufgeplustert und den Schnabel weit aufgerissen. Sie scheint nach Luft zu schnappen, hechelt, um mit den Temperaturen fertig zu werden. 30 Grad und mehr machen den heimischen Vögeln zu schaffen. Schwitzen können sie nicht und so schützen sie sich gegen den Wärmestau unter ihrem Gefieder, indem sie sich aufplustern und hecheln wie Hunde. "Jetzt brauchen unsere Vögel Wasser", sagt Hans Arend vom heimischen NABU. Das sei bei anhaltender Hitze und Trockenheit knapp geworden. Besonders in der Stadt. Pfützen, kleine Gräben und flache Tümpel sind längst ausgetrocknet, und größere Wasserflächen wie Flüsse, Seen und Brunnen nicht überall vorhanden.
 Arend rät deshalb zu Vogeltränken, die man auch auf Balkons und Terrassen problemlos aufstellen kann. "Wenn Vögel keine Wasserstellen finden, kann es für sie lebensbedrohlich werden", weiß der NABU-Experte. Es seine schon Vögel beobachtet worden, die in ihrer Verzweiflung an Glasscheiben leckten, in der irrigen Annahme, es handele sich um Wasser. Deshalb appelliert Arend an Vogelfreunde, jetzt Tränken aufzustellen: "Wichtig ist, dass sie für Katzen nicht erreichbar sind." Die Sauberkeit der Tränke ist oberstes Gebot - zum Schutz der Tiere. Wenn möglich sollte sie täglich mit heißem Wasser gereinigt und mit Frischwasser gefüllt werden, damit sich die Vögel nicht mit Krankheiten infizieren.
Vogelbäder findet man im Handel, geeignet sind aber auch einfache Schalen, Teller und Untersetzer - nur flach müssen sie sein. Kübel und Tonnen können dagegen zu Todesfallen werden.
Da die heimischen Vögel ihre festen Reviere haben, werden Vogeltränken auf Balkonen, Terrassen oder Gärten zur durstlöschenden Anlaufstelle für zahlreiche Vogelarten wie Haus- und Gartenrotschwanz, Amsel, Kohlmeise, Rotkehlchen, Spatz, Zilpzalp, Buch- oder Grünfink. Haben die gefiederten Freunde ihre Wasserstelle erst in Beschlag genommen, können Vogelfreunde sie nicht nur beim Trinken beobachten, sondern auch beim ausgiebigen Baden: Und das ist nicht nur bei Amseln eine ausgesprochene spritzige Piep-Schow...
Keine Probleme mit der anhaltenden Hitze hat das heimische Wild: "Das Rehwild braucht keine Schöpfstellen, ihm reichen Tau, Blätter und Kräuter", erklärt Wilhelm Berger, Förster im Ruhestand: "Damwild, Rotwild und Sauen ziehen dorthin, wo Bäche und Rinnsale sind." Die Stellen würden sie genau kennen und die gebe es auch noch ausreichend in unseren Wäldern. "Die Jägerei muss nichts Künstliches schaffen, es besteht kein Alarm", so Berger.
 
NDZ - Bad Münder - 09. Juli
99 grüne Riesen: Bäume ins Blickfeld rücken / Naturschutzbund, Heimatbund und Stadt wollen mit Experten urwüchsige Schönheiten erhalten
Bad Münder (st).
Früher haben die Menschen sie einmal geschätzt, sie gehegt und ihnen sogar Namen gegeben - heutzutage sie oft nur im Weg und sind auch aus dem Landschaftsbild Bad Münder fast verschwunden: die knorrigen, urwüchsigen Baumriesen. Der Naturschutzbund im Sünteltal, die mündersche Ortsgruppe des niedersächsischen Heimatbundes und die Stadt wollen jetzt im Rahmen eines Projektes noch existierende und potenzielle zukünftige Charakterbäume schützen. Das Unterfangen, für das bereits Experten ihre Unterstützung zugesagt haben, soll den Namen "99 grüne Riesen" tragen.
Entstanden ist die Idee im Rahmen eines Zukunftsentwicklungsprogrammes (ZEP). Prof. Kaspar Klaffke, langjähriger Leiter des Grünflächenamtes Hannover, hatte als externer Experte die Bedeutung der Baumriesen ins Spiel gebracht, Michael Meier vom Heimatbund die Idee sofort aufgegriffen. "Hinter dem Titel verstecken sich zwei Ziele", sagt Meier: "Zum einen soll Kurgästen, Wanderern und Naturliebhabern der Standort besonderer Bäume und Baumgruppen bekannt gemacht werden, zum anderen soll auf die Bedeutung für Natur und Naherholung hingewiesen werden."
Nötig macht diese Maßnahme laut Meier zu großen Teilen die Flurbereinigung im 19. und 20. Jahrhundert, die zum Wohle einer modernen Landwirtschaft keine Rücksicht auf in Jahrtausenden gewachsene Strukturen genommen hat. "Es besteht anhaltend die Tendenz, Hecken und Feldgehölze auszuräumen, um die Arbeit mit immer größeren Maschinen gerecht zu werden", kritisiert der Chef des münderschen Heimatbundes, und er fügt hinzu: "Die Politik versagt hier nahezu völlig, weil immer umfangreichere finanzielle Entschädigungen für den Erhalt der landschaftsprägenden Gehölze, Brut- und Rückzugsrefugien fehlen."
NABU-Chef Matthias Großmann stimmt ein: "Die Politik denkt nur in Wahlperioden. Das ist für einen Baum natürlich ein Witz. Da müssen wir jetzt in Generationen denken." Denn auch folgenden Generationen sollten die Bäume erhalten bleiben, findet Harald Meyer-Achilles vom Umweltamt der Stadt. "Zur Erarbeitung des Konzeptes, das eine Kartierung der 99 Baumriesen auch zur touristischen Nutzung vorsieht, wollen wir die Uni Hannover um Hilfe bitten", sagt Meyer-Achilles. Mithilfe des bereits bestehenden - nicht mehr topaktuellen - Baumkatasters sollen die Riesen erfasst werden. Und zwar aus jedem Ortsteil wenigstens einer.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 17. Juni
Kreis sucht Meldungen über Hirschkäfer
Hameln-Pyrmont (red).
Der Hirschkäfer (Lucanus cervus) ist der größte Käfer Europas. Die Männchen sind anhand ihres stark verbreiterten Kopfes und dem mächtigen geweihähnlichen Oberkiefer einfach zu erkennen. Sie erreichen eine Körperlänge zwischen 30 und 75 Millimeter. Die Weibchen mit ihren normal entwickelten Oberkiefer werden maximal 40 Millimeter groß. Um die Käfer besser fördern zu können, bittet die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pymont daher interessierte Personen, aktuelle und frühere Hirschkäferfunde zu melden. Der Entwicklungszyklus eines Hirschkäfers dauert in der Regel fünf Jahre, von denen die Tiere den größten Teil ihres Lebens als Larve zubringen. Die Lebenserwartungen der erwachsenen Käfer an der Erdoberfläche beträgt dagegen nur drei bis acht Wochen. Zwischen Ende Mai und August, vor allem in den Monaten Juni und Juli, fliegen die dämmerungs- und nachtaktiven Käfer um Baumkronen und sammeln sich an Saftflüssen ihrer Nahrungsbäume.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 07. Juni
Der einsame Weißstorch ist auf und davon / Zugvogel hat seine Brutstätte verlassen, weil er offenbar keinen Partner fand / Nachfolger in Sicht
Hessisch Oldendorf (ll).
Vor ein paar Wochen war Dietmar Meier noch voller Hoffnung, dass der einsame Storch in Hessisch Oldendorf doch noch die Gesellschaft eines Artgenossen finden würde. Der schwarz-weiße Zugvogel, der sein Nest auf dem Schornstein der alten Molkerei direkt in der Kernstadt bezogen hatte, ist jedoch auf und davon. "Es scheint, als hätte es Nestkämpfe gegeben", sagt Meier, beim Hessisch Oldendorfer Naturschutzbund als "Storchenvater" bekannt.
Seit Februar wurde der einzelne Weißstorch immer wieder auf dem Schlot der alten Molkerei gesichtet. Damals glaubte Meier, dass sich der Storch einen gemütlichen Brutplatz auf der alten Molkerei einrichten wollte. Denn trotz des eisigen Winters war der Weißstorch früh zurückgekommen aus seinem Winterlager im wärmeren Süden. "Der Storch wartet wohl auf einen Partner und scheint es mit der Brut sehr ernst zu nehmen", vermutete Meier noch vor ein paar Wochen. Die Partnersuche verlief offenbar erfolglos. "Der Storch ist weg", sagt der Artenschutzbeauftragte des Hessisch Oldendorfer NABU.
Obwohl Störche nur wenig temperaturempfindlich sind, ziehen die meisten von ihnen in ein bis zu 10 000 Kilometer entferntes Winterquartier. Im Spätsommer treten die heimischen Weißstörche ihre lange Reise an, die durchaus bis zu drei Monate andauern kann. Storch-Fachmann Dietmar Meier erklärt, dass man zwischen sogenannten "Westziehern" und "Ostziehern" unterscheiden kann: Während die einen die westliche Zugroute über Spanien und Gibraltar bis nach Westafrika wählen, ziehen die Störche auf dem östlichen Weg über Osteuropa und den Bosporus bis nach Ost- und Südafrika. Durch Beringungen - die Storchenbeine werden mit einem kleinen Metallring als Kennzeichen versehen - könne man die Flugroute nachvollziehen, erklärt Meier.
Störche beweisen auf ihrem langen Weg nach Afrika aber auch ihre ausgesprochen guten Eigenschaften als Segelflieger. Mit einer Flügelspannweite von bis zu zwei Metern nutzen sie aerodynamische Vorteile, um ihre täglichen Etappen von bis zu 300 Kilometern möglichst kraftsparend zu bewältigen. Ohne großartige Flügelschläge gleiten die Zugvögel mithilfe warmer Aufwinde über Land wie ein Segelflugzeug durch die Lüfte. "Das Mittelmeer wird umflogen", erläutert Meier die Zugrouten der Störche. Denn über Wasser sei die Thermik schlecht, ein aktiver Ruderflug über das Mittelmeer würde zu viele Kräfte rauben, die Störche könnten die langen Strecken ins Überwinterungsgebiet letztlich nicht bewältigen. Die Hessisch Oldendorfer NABU-Gruppe versucht derzeit, Weißstörche in der Region anzusiedeln. Erst vor kurzem sei eine Nisthilfe auf der ehemaligen Schule in Rumbeck, die heute als Kindergarten genutzt wird, errichtet worden. Eine andere Nisthilfe haben die Naturschützer in Großenwieden in der Nähe der Trinkwassergewinnungsanlage  aufgestellt. "Die Nisthilfen sind aber noch nicht angenommen worden", erklärt Meier.
Die Ansiedlung sei schwierig, meint er, "weil die feuchten Grünflächen abnehmen". Dies sei etwa intensiver landwirtschaftlicher Nutzung geschuldet. "Die Weißstörche stehen vor einer prekären Nahrungslage", erklärt Meier. Als Liebhaber von Regenwürmern, Mäusen und insbesondere Fröschen müssen Störche lange nach Nahrung suchen. "Das geben unsere Biotope heute nicht mehr her", meint Storchenvater Meier.
Der einsame Storch aus Hessisch Oldendorf ist weg. "Er war ein Westzieher", sagt Meier. Das hat er an dem kleinen Ring erkennen können. Aber es kündigen sich schon neue Artgenossen an: Meier hat mit seinem Teleobjektiv neulich bereits einen anderen Storch, einen ohne Ring am Bein, auf der alten Molkerei gesichtet. Und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die Zugvögel die Nisthilfen des NABU entdecken werden. "Letzte Woche haben wir sechs Störche auf den Wiesen in Großenwieden gesehen", berichtet Meier. Und vielleicht lässt sich auch der einsame Storch wieder blicken, der Hessisch Oldendorf nun verlassen hat. "Eigentlich kehren Störche immer wieder zu ihren Nestern zurück."
 
DWZ - Weserbergland - 29. Mai
Kleine Schleimer mit großem Appetit
Sie haben keine Knochen, einen weichen Körper, robben sich wellenartig voran und hinterlassen deutlich sichtbare Schleimspuren: Schnecken. Die Hitliste der Lieblingstiere führen sie zwar nicht an, aber so widerlich, wie manche Schnecken-Gegner behaupten, sind die kleinen Schleimer nicht. Es gibt sogar sehr hübsche und nützliche Exemplare. Und nicht alle fressen Salatbeete kahl.
VON KARIN ROHR
Mehr als 100 000 Arten gibt es auf der ganzen Welt. Manche tragen ein Haus, andere kriechen nackt durch die Nacht. Denn: Die meisten Schnecken sind nachtaktive Tiere, die sich am liebsten auf feuchten Untergrund fortbewegen und die Sonne meiden, weil ihre Körper so schnell austrocknen. Schnecken können sehr alt werden: Eine Weinbergschnecke soll in einem Terrarium mehr als 30 Jahre gelebt haben. Es gibt Pflanzenfresser, Aasfresser und räuberische Arten. Viele lieben Gräser und Blätter und für einige ist grüner Salat die Lieblingsspeise: Gefräßige Nacktschnecken können Gartenbesitzer glatt an den Rand des Wahnsinns bringen. Wo sie auftauchen, findet Radikalfraß statt.
Schnecke ist aber nicht gleich Schnecke. Manche leben im Wasser, andere an Land. Nur wenige bekommen lebende Junge, die meisten legen Eier. Und, ja, Gehäuseschnecken schlüpfen schon mit einem winzigen Haus aus dem Ei. Aber, nein, sie können ihr Gehäuse nicht verlassen. Leere Schneckenhäuser stammen entweder von gestorbenen oder von gefressenen Tieren. Die Häuschen sind in ihren Farbspielen nicht nur sehr schön anzusehen, sondern auch beliebte Sammelobjekte. Am farbenprächtigsten sind die Gehäuse von Bänderschnecken, die auf Wiesen, in Wäldern, Parks und Gärten vorkommen. Ungewöhnlich haarig sind die Gehäuse von Riemenschnecken, die vorwiegend in Wäldern unter Laub, Fallholz und Steinen leben. An wandelnde Schmucksteine erinnern die Bernsteinschnecken, deren Gehäuseschalen dünn, glänzend und oft durchscheinend sind. Sie kommen in den Uferzonen von Flüssen und Seen, aber auch in Mooren vor. Die Posthornschnecke hat ein Häuschen wie ein Posthorn. Sie ist ein Allesfresser, ernährt sich hauptsächlich von Algen, abgestorbenen Pflanzen und Aas. Nur wenn Nahrungsmangel auftritt, frisst sie auch lebende Pflanzen. Sie gehört zu den wenigen tagaktiven Schnecken und lebt in stehenden und langsam fließenden Gewässern. Als einzige der europäischen Schneckenarten besitzt sie als Blutfarbstoff Hämoglobin und hat deshalb rot gefärbtes Blut.
Die größte und bekannteste Gehäuseschnecke in unserer Region ist die Weinbergschnecke. Sie ist geschützt, darf also nicht gesammelt werden, ihr Bestand im südlichen Niedersachsen ist aber nicht gefährdet.

Das ist nur eine Auswahl attraktiver und ungewöhnlicher Gehäuseschnecken, die bei uns kein Problem darstellen: "Sie richten im Prinzip keinen Schaden an", weiß Gartenbauingenieur Reinhard Arndt, der bei der Emmerthaler Firma Neudorff die Versuchsgärtnerei leitet - "mit der Lizenz zum Töten", wie er in Anspielung auf seine vordringliche Aufgabe, die Bekämpfung  von Schädlingen, sagt. Und da werden bei den Weichtieren, deren größte Gruppe die Schnecken bilden, vor allem zwei Arten von Nachtschnecken lästig: "Die Acker- und Wegschnecke", sagt Arndt. Ackerschnecken würden im Herbst in der Landwirtschaft zum Teil erheblichen Schaden anrichten: "Nachdem die Saat ausgebracht wurde, fressen sie die jungen Pflanzen", so Arndt. Auch in den Gärten machen sich Acker- und Wegschnecke über Salat und Gemüse her. "Trockenheit, Sonne und Wind sind die Feinde dieser Schnecken", erklärt der Gartenbauingenieur. Zum Problem wird zunehmend die Spanische Wegschnecke: "Sie gilt als widerstandsfähiger als unsere, kann aufgrund ihrer iberischen Herkunft Sonne und Trockenheit besser ab und hat scheinbar unsere Arten verdrängt", führt Arndt aus. Sowohl für die Acker- als auch für die Wegschnecke gilt: Bei feuchtwarmen Wetter können sie sich extrem vermehren. "Das, was wir sehen, ist oft nur die Spitze eines Eisberges", bestätigt der Neudorff-Experte: Ackerschnecken kriechen manchmal sogar in Regenwurmgänge und verstecken sich dort."
 Neben biologischen und chemischen "Waffen" im Kampf gegen gefräßige Nacktschnecken haben sich auch Schneckenfallen bewährt. Volker Stieler vom gleichnamigen Fachgeschäft in Hameln rät zu Bierfallen: "Da gehen nur die Wegschnecken ran." Oder auch zu Wacholderzweigen, die man zwischen die Gemüsebeete legt: "Das mögen Schnecken nicht." Ein bewährtes, altes Mittel zum Absammeln lästiger Schleimer ist ein Holzbrett: "Man legt es über Nacht zwischen den Beeten aus und kann am nächsten Tag die Schecken, die darunter sitzen, absammeln", so Stieler.
Doch es gibt auch Nacktschnecken, die nützlich sind: Die auffälligste ist die gefleckte Tigerschnecke, auch Egelschnecke oder Tigerschnegel genannt. Sie wurde aus südlichen Gefilden nach Mitteleuropa eingeschleppt und ist hier eindeutig auf dem Vormarsch. Mit bis zu 20 Zentimetern (!) Länge ist sie größte hier vorkommende Schneckenart, ernährt sich aber fast ausschließlich von Pilzen und toten Pflanzengewebe, grast lästige Algenbeläge von Steinen und Hölzern ab und hat eine erfreuliche Neigung zum Kannibalismus: Sie frisst die ungeliebten anderen Nacktschnecken.
Der NABU empfiehlt schneckengeplagten Gartenbesitzern, die Lebensbedingungen für deren natürliche Feinde zu verbessern: "Igel, Kröten, und Blindschleichen vertilgen Schnecken".
 ls Nacktschneckenvertilger erster Güte haben sich in den letzten Jahren asiatische Laufenten einen Boom erlebt. Wenn diese allerdings zwischen Schnecke und Salat haben, würden sich die meisten für das Letztere entscheiden, haben Laufentenbesitzer festgestellt. Denn: Teilweise haben die Schnecken einen so üblen Schleim und Geschmack, dass er selbst diesen robusten Enten auf den Magen schlägt.
 
Pyrmonter Nachrichten - Bad Pyrmont - 29. Mai
Wildblumen und Kräuter entdecken
Bad Pyrmont.
Wildblumen und Kräuter am Wegesrand entdecken - darum geht es bei einer Exkursion, zu der Naturschutzbund (NABU) Bad Pyrmont Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 15 Jahre eingeladen hat. Treffpunkt ist am Freitag, 4. Juni, um 15 Uhr der Eingang des Campingplatzes am Schellental. Von dort startet die etwa dreistündige Exkursion. Weitere Informationen gibt es bei Holm Rengstorf vom NABU unter Telefon 05281/168145.
 
NDZ - Bad Münder - 20. Mai
Naturschützer gucken sich Pfarrgarten an / Anlage in Beber gilt als wahres Kleinod
Bad Münder (ndz).
Der Naturschutzbund (NABU) Sünteltal bietet am kommenden Sonnabend, 22. Mai, eine Besichtigungstour in den Pfarrgarten in Beber an. Das Kleinod aus dem 19. Jahrhundert samt Pfarrhaus aus dem 17. Jahrhundert zählt zu den historisch und wissenschaftlich bedeutsamen Parkanlagen in Niedersachsen. 2001 wurde der Pfarrgarten unter Denkmalschutz gestellt.
Ein Oval aus hohen Schwarzkiefern, die 200 Jahre alte Hauslinde, Süntelbuchen, Holzskulpturen und die in englischen Parks sehr beliebte Bruchsteingrotte zählen zu den Höhepunkten diese Ortes der Ruhe. Die Führung übernimmt Pastor i.R. Volkhard Löber, der selbst im Pfarrhaus wohnt. Die Teilnehmer treffen sich um 15 Uhr an der Kirche mit dem schiefen Turm in Beber.
 
DWZ - Bad Münder - 18. Mai
Ascher sauer über Zustand des alten Hamellaufes: "Kloake" / "Schandfleck für ein Kurbad" / Mitglied des Kur- und Verkehrsvereines sieht Stadtverwaltung in der Pflege-Pflicht
Bad Münder (st).
Es sei einmal eine der schönsten Stellen der Stadt gewesen, als Kind hat Robert Ascher vom Kur- und Verkehrsverein nach eigenen Angaben oft dort gespielt: Der Hamellauf an der Wallstraße direkt gegenüber der Hinrich-Wilhem-Kopf-Schule. "Da gab es einen kleinen Wasserfall, der Bach floss über Terrassen nach unten", erinnert sich Ascher - "richtig idyllisch". Doch seit der Fluss renaturiert worden sei, würde der alte Lauf ein schreckliches Bild abgeben. "Das ist eine richtige Kloake", wettert Ascher, "ein Schandfleck für ein Kurbad."
Bei stärkeren Regenfällen würde der alte Lauf des Flusses wieder voll laufen, das Wasser anschließend aber nicht vollständig abfließen. "Dann steht das da in kleinen Tümpeln, und die Fische verenden", empört sich der KVV-Mann. Zudem würde das Wasser, das nach einiger Zeit eine eklige grün-braune Färbung annehme, direkt an der Straße einfach hässlich aussehen. "Es ist ein Biotop, da kann man nix dran ändern. Aber ein Biotop muss man auch pflegen", nimmt Ascher die Stadtverwaltung in die Pflicht.
Der alte Lauf ist nach Aussagen des NABU-Mitglieds Gerd-Dieter Walter extra für diesen Zweck erhalten geblieben. Durch den Überlauf ins alte Becken würde verhindert, dass das gesamte Biotop-Gelände aufgewühlt wird und es dadurch zu Schäden kommt.
Walter sagt aber auch: Bei normalen Wasserstand sollte der alte Lauf allerdings trocken sein." In den kommenden Wochen wolle man die Situation an der Überlaufschwelle noch einmal kontrollieren - es könne im Laufe der Zeit zu bautechnischen Verfallserscheinungen gekommen sein.
Ascher hätte eine Zuschüttung des alten Bettes und stattdessen eine bessere Drainage in dem Bereich bevorzugt. Die aktuelle Renaturierung des Hamel-Abschnittes an der Rahlmühle sieht diese Zuschüttung des alten Bettes an der Kreisstraße mit Erdreich vor.
 
DWZ - Coppenbrügge - 07. Mai
Vogelstimmen und Beethovens Fünfte
Coppenbrügge.
Der NABU Coppenbrügge/Salzhemmendorf hat zur Vogelstimmenwanderung auf dem "Bergmannsweg" zwischen Pulvermühle und Salzburg am Sonntag, 9. Mai, eingeladen. Treffpunkt ist um 6 Uhr die Grillhütte in Dörpe. Günter Blötz hat dazu eingeladen: "Das morgendliche Konzert der Vögel hinterlässt nachhaltige Eindrücke bei allen Naturbeobachtern. Oft bemerkt man die Vögel erst dann, wenn man ihre Rufe oder Gesänge hört, und vielfach empfindet man Vogelstimmen als einen ästhetischen Genuss. Aber wer verbirgt sich hinter dem Gesang? Welcher Vogel schmettert Beethovens Fünfte, wer ruft mit seinem eigenen Namen, welcher gefiederte Geselle gehört zu jenem melancholischen Gesang, welcher Vogel ist der beste 'Stimmenimitator'?" Alle Teilnehmer bekommen die Gelegenheit, sich unter kundiger Führung von Paul Honke in das Gebiet der Vogelstimmen einzuarbeiten.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 06. Mai
NABU-Mitglieder sind fassungslos
Hessisch Oldendorf.
Die Mitglieder des Naturschutzbundes Hessisch Oldendorf sind fassungslos. Der Schaukasten an der Wegkreuzung Unter den Tannen und Rohdener Weg wurde zerstört. Die Frontscheiben wurden durch einen Stein zertrümmert. Der NABU schätzt den Schaden auf etwa 250 Euro. Karl-Friedrich Alms, stellvertretender NABU-Vorsitzender, verurteilt diesen "blinden Akt der Gewalt". Er ist enttäuscht darüber, dass die Arbeit der Naturschützer nicht gewürdigt wird und hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung. "Das ist kein Streich, das ist kriminell", so Alms. Der NABU hat Strafanzeige erstattet und will, falls die Täter ausfindig gemacht werden sollten, auch zivilrechtlich gegen diese vorgehen. Viele Arbeitsstunden der Ehrenamtlichen seien hier zunichte gemacht worden, so Alms. Zeugen werden gebeten, sich bei der Polizei unter Telefon 05152/947490 oder unter 05152/61157 zu melden.
 
NDZ - Bad Münder - 06. Mai
Hat das Eis den Eisvögeln den Tod gebracht?/ NABU sorgt sich um den Bestand in der Region
Bad Münder (jhr).
Über die Entstehung seines Namens streiten sich die Experten - sicher aber scheint, dass ausgerechnet das Eis es dem Eisvogel im vergangenen Winter besonders schwer gemacht hat: Längere Frostperioden bedeuten für den Eisvogel oftmals den Tod, denn eine geschlossene Eisdecke trennt sie von ihrer Beute, den kleinen Fischen. Große Sorgen um den Bestand des Vogels des Jahres 2009 in der Region macht sich derzeit der Naturschutzbund (NABU): "Durch den harten und langen Winter dürfte der Bestand sehr gelitten haben", befürchtet der NABU-Kreisvorsitzende Hans Arend. Der Eisvogel sei auf offene Gewässer angewiesen, um auf Nahrungssuche gehen zu können. Die lange Eisperiode könnte für viele Tiere den Tod bedeutet haben. Arend: „Wir befürchten, dass der Bestand sehr stark eingebrochen ist. Deshalb bitten wir die Bevölkerung, uns aktuelle Eisvogelbeobachtungen mitzuteilen, damit wir einen besseren Überblick erhalten.
>Kontakt: Meldungen mit Ortsangabe und Beobachtungsdatum per E-Mail an
info@NABU-hm.de oder unter Telefon 05152/1581.
 
DWZ - Weserbergland - 28. April
NABU fragt: Wer hat einen Eisvogel beobachtet? / Naturschützer sorgen sich nach hartem Winter

Hameln-Pyrmont (red).

Große Sorgen um den Bestand des Eisvogels in Hameln-Pyrmont macht sich der Naturschutzbund (NABU): „Durch den harten und langen Winter dürfte der Bestand sehr gelitten haben“, befürchtet der NABU-Kreisvorsitzende Hans Arend. Der Eisvogel sei auf offene Gewässer angewiesen, um auf Nahrungssuche gehen zu können. Während der langen Eisperiode im Januar und Februar dürfte er es sehr schwer gehabt haben. In dieser Zeit erreichten den NABU Anrufe, wonach der markante Vogel sogar in Innenstädten gesichtet worden sei. Arend: „Wir befürchten, dass der Bestand sehr stark eingebrochen ist. Deshalb bitten wir die Bevölkerung, uns aktuelle Eisvogelbeobachtungen mitzuteilen, damit wir einen besseren Überblick erhalten.
>Kontakt: Meldungen mit Ortsangabe und Beobachtungsdatum per E-Mail an
info@NABU-hm.de oder unter Telefon 05152/1581.

 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 20. April
"Zunderschwamm fand man auch bei Ötzi" / Wo man den Pilz findet, wer im Wald lebt, und warum 25 Baumarten auf dem Dachtelfeld nötig sind

Langenfeld (ubo).
Neugierig beugen sich die 13 Kinder über den hohlen Baumstumpf. Ganz vorsichtig hebt Revierassistent Gerd Hoffmann das Moos vom Rand und zeigt auf das verdeckte Leben darunter. Kleine Asseln krabbeln umher. Geduldig und mit einfachen Worten erklärt Hoffmann den Kindern, welche Tiere am und im Stumpf leben. Mit einem Seil, das Gerd Hoffmann aus dem Rucksack holt, führt er die Kinder quer durch den Wald. An einem alten Buchenstamm zeigt Forstassistent den Kindern den Zunderschwamm. "Wir lassen den Baum absichtlich liegen. Nun hat sich der Zunderschwamm an dem Stamm angesiedelt. Das ist ein Pilz, der Weißfäule verursacht", erklärt Gerd Hoffmann den Kindern und auch die Erwachsenen hören sehr interessiert zu. "Früher wurde der Zunderschwamm, auch Feuerschwamm genannt, zum Feuermachen getrocknet und auch zum Feuertransport benutzt. Diesen Zunder fand man auch bei Gletschermann Ötzi." Hoffmann schneidet den Pilz weiter auf. Auf die Frage, wer einen haben möchte, erntet er ein lautes, vielstimmiges: "Ich."
Mit der lehrreichen Waldführung endet die diesjährige Pflanzaktion "Vielfalt schaffen - Vielfalt ernten" der Niedersächsischen Landesforsten in Langenfeld, an der sich 25 Forstämter beteiligten. Jedes Forstamt wählte eine andere Baumart, die auf dem Dachtelfeld auf einer von Kyrill gebeutelten Fläche eingepflanzt wurden.
"Unter den 25 Baumarten befinden sich nicht nur die klassischen wie Eiche und Buche, genauso gepflanzt werden seltene Baumarten wie Elsbeere oder die Walnuss. Auch Arten, die für den Klimawandel gut gerüstet scheinen, wie Roteichen und Douglasien gehören dazu", erklärt Pressesprecher Joachim Hansmann. "Wir haben uns für die Wildbirne entschieden, da die Baumart auf diesem Jurakalkboden auch natürlich vorkommt", erklärt der Hessisch Oldendorfer Forstamtsleiter Christian Weigel vor der Aktion. Die Wildbirne war "Baum des Jahres 1998" und ist sehr lichtbedürftig. Sie wächst als Strauch rund zwei bis vier Meter und auch als Baum acht bis 20 Meter hoch. Aus der Wildbirne wurden die heutigen Birnensorten gezüchtet. Ihr Holz ist hart und haltbar.
Bewaffnet mit Spaten, machen sich 13 Kinder der NABU-Kindergruppe Hessisch Oldendorf mit ihrer Leiterin Maren Clavey und zahlreiche Erwachsene, darunter Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller sowie Bürgermeister Harald Krüger mit Ehefrau Elfi ans Werk, die 200 Wildbirnen einzupflanzen. "Die Kinder sind bereits zum zweiten Mal dabei, und es macht ihnen immer sehr viel Spaß. Dabei lernen sie, und auch wir, nützliche Dinge über die Natur", freut sich Maren Clavey.
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NDZ - Bad Münder - 16. April
Im Eimer: Sicher über die Fahrbahn mithilfe der Freiwilligen / Junge Waldläufer beteiligen sich aktiv am Amphibienschutz
Bad Münder (ndz).
Feucht und warm: Diese Nächte lieben die Amphibien, um zu ihren Laichgewässern zu ziehen. Doch auf dem Weg dorthin lauern Gefahren - neben den Tieren, die Kröten und Molche zum Fressen gerne haben, gehören auch Straßen zu den großen Gefahrenherden für Frosch, Kröte und Molch. In der Dämmerung wird der Waldboden schnell unangenehm kalt, der durch die Sonne beschienene Belag der Straße hingegen lockt die Wärme liebenden Amphibien. Damit nicht zu viele Amphibien den Kampf gegen die Autoreifen verlieren, werden seit einigen Jahren entlang besonders gefährdeter Straßenabschnitte etwa kniehohe Zäune gespannt, die wanderfreudigen Amphibien dann in eingegrabene Eimer gelockt. Die Eimer entleeren Helfer anschließend in der Nähe von Teichen und Feuchtgebieten.
In Zusammenarbeit mit der NABU-Ortsgruppe Sünteltal halfen die jungen Waldläufer der Siebenschläferhorte Bad Münder in den vergangenen Wochen unter Anleitung von Annelise Zuzmann an der Bergschmiede bei der Betreuung des Krötenzaunes. Die gesammelten Tiere wurden nach Art und Anzahl bestimmt, dokumentiert und in Sicherheit gebracht. Allein 2500 Tiere wurden an der Bergschmiede gezählt. Die AIBM Bad Münder sorgte für den reibungslosen Ablauf des Auf- und Abbaus des Krötenzauns. Beteiligt waren neben NABU und Waldjugend auch viele andere Freiwillige, sie unterstützten die Wanderung auch an der Ziegenbuche, am Osterberg und in Nienstedt.
 
DWZ - Emmerthal - 14. April
Zahl der Erdkröten stabilisiert sich wieder / Einsatz der Naturschützer zeigt Wirkung
Voremberg (ubo).
Ein rund 200 Meter langer grüner Zaun ist an der Kreisstraße 16 in Voremberg aufgestellt. Er ist etwa 40 Zentimeter hoch und soll, wie alljährlich seit 1999, die Kröten vor ihrem Verderben schützen - dem Tod auf der Straße. Zudem sind zwei Schilder aufgestellt, die vor der Krötenwanderung warnen. Denn von ihrem angestammten Lebensraum, den Gehölzen, müssen die Kröten die Kreisstraße zu ihren Laichplätzen in den Teichen überqueren. "Wir haben in der Mitte des Ortes drei Teiche, in denen die Kröten ihre Eier ablegen. Zwei der Teiche gehören mir, der andere meines Nachbarn Ernst Wiese", erklärt Klaus Kriwitzki aus Voremberg, Mitglied des Naturschutzbundes (NABU). Er und sein Nachbar haben sich seit Jahren auf ihre Fahnen geschrieben, die Kröten im Bereich Voremberg zu schützen.
Die heimische Erdkröte lebt in selbst gegrabenen Erdhöhlen an schattig-feuchten Orten. Erdkröten sind feuchtigkeitsbedürftige Nachttiere, denen Würmer, Insekten und Schnecken als Nahrung dienen. Zur Laichzeit suchen sie das Wasser in Teichen und Tümpeln auf, in denen sie ihre Eier entwickeln. Besonders bei milder Witterung mit Regenschauern machen sich die Kröten auf den Weg zu den Teichen und Tümpeln. "Dabei wird ein Teil der Tiere leider überfahren, da sie die Straße langsam überqueren", sagt Klaus Kriwitzki.
"Insgesamt hat die Population nachgelassen, jedoch hat sie sich in den letzten zwei bis drei Jahren wieder auf rund 500 Erdkröten im Bereich Voremberg stabilisiert", ergänzt Oliver Gockel, Vorsitzender des NABU Emmerthal. Nach dem Ablaichen machen sich die Kröten auf den Rückweg, wobei der Rückzug über einen längeren Zeitraum erstreckt. "Durch den längeren Zeitraum sinkt das Risiko für die Erdkröten auf der Straße", erklärt dazu Oliver Gockel.
In diesem Jahr kamen die Kröten in vier Schüben, stellten die Naturschützer Kriwitzki und Gockel fest. An einigen Abenden sammelten die Tierliebhaber die Kröten vom Zaun und der Straße auf und brachten sie in die Teiche. "In diesem Jahr konnten wir rund 300 Tiere übersetzen, ich allein habe 65 Tiere gefunden", bilanziert Kriwitzki und fügt schmunzelnd an, dass sogar einige Tiere versuchten, über den Zaun zu klettern oder Lücken im Zaun suchten.
 Doch nicht nur die Erdkröte frequentiert Teich und Tümpel, auch der Grasfrosch und der Bergmolch macht sich im Frühjahr auf den Weg. Sie überqueren die Straßen aber erheblich zügiger. "Der Grasfrosch kann den Zaun Überspringen, so dass uns von diesen Tieren leider keine Zahlen vorliegen", gibt Oliver Gockel achselzuckend zu.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 14. April
Mister Ferienpass übertrifft sich mal wieder selbst / Riesenangebot für die Sommerferien
Hessisch Oldendorf (ah).
Von Jahr zu Jahr wird das Ferienpass-Programm für Kinder und Jugendliche aus dem Stadtgebiet umfangreicher. Diese Erfolgsgeschichte, die eng mit der Person des Stadtjugendpflegers verknüpft ist und ihresgleichen sucht, setzt sich auch in diesem Jahr fort. In tagelanger Kleinarbeit hat Tarik Oenelein das abwechslungsreiche Programm koordiniert und verrät, dass auch im Sommer 2010 Spiel, Spaß und Abenteuer groß geschrieben werden. "Mister Ferienpass" freut sich, dass er 180 Veranstaltungen, eine mehr als im Vorjahr, anbieten kann. Allein 149 davon werden von Ehrenamtlichen aus Vereinen, Verbänden, Kirchengemeinden und ehrenamtlichen Betreuern der Stadtjugendpflege durchgeführt gegenüber 31 der Hauptamtlichen.
Weiter...Auszug...
Den Abschluss bilden traditionell die DLRG Haddessen, die außer Disco und Nachtbaden im Süntelbad zuvor nach Sylt fährt, und der NABU mit der Europäischen Fledermausnacht, der Umweltdetektive auf das NABU-Gut Sunder einlädt.
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DWZ - LESERBRIEF - 09. April
Für Tiere tödliche Tradition
Zu: Osterfeuer oft Scheiterhaufen für Kleintiere, vom 30. März
Zu Ostern loderten in Hameln-Pyrmont über 50 Osterfeuer, um der Überlieferung nach den Winter endgültig zu vertreiben. Es ist eine Tradition, aber eine die zwei Tücken aufweist. Die eine ist, dass sicher die wenigsten über lange Zeit schon aufgeschichteten Holzstöße noch einmal kurz vorm Anzünden umgeschichtet werden, wie es der NABU zu Recht verlangt. So verbrennen unzählige Insekten und auch Kleintiere, wie Igel, Amphibien und Vögel. Sie haben in den gelagerten Totholz bereits Unterschlupf gesucht und ahnen nichts Böses. Sie sitzen jedoch in einer von Menschen gemachten Todesfalle.
Tradition aber kann nichts Schönes sein, wenn Tiere dadurch völlig sinnlos und ganz elendig zu Tode kommen. Hier sind wirklich die Vereine und Feuerwehren gefordert, trotz mühevoller Arbeit die Holzhaufen noch einmal umzusetzen. Eigentlich müsste es gesetzlich vorgeschrieben sein. Das zweite, was ich an dieser Tradition nicht verstehe, ist, dass die Feinstaubbelastung durch Osterfeuer, das ist bewiesen, sehr hoch ist und auch unbeteiligte Menschen durch diese Tradition ihre krebserregende Portion Feinstaub abbekommen. Das ganze Jahr wird von Umweltschutz und Maßnahmen dafür geredet, aber beim Osterfeuer stellen sich die Menschen sogar ganz freiwillig in die Nähe des qualmenden und rauchenden Feuers und atmen extrem schädlichen Feinstaub ein, nur um einer Tradition zu frönen. Kann man das verstehen? Ich kann es nicht.
Helga Kilian, Hameln
 

NDZ - Bad Münder - 07. April
Der Hamel wird das Bett gemacht
Bad Münder (gho).
Die Hamel-Renaturierung wird fortgesetzt: Jens Becker vom NABU-Vorstand der Gruppe Sünteltal erklärte seinen Kollegen jetzt die geplante Fortsetzung des Modellprojekts Hamel zwischen Hamelspringe und der Rahlmühle. Es handelt sich hierbei um das bisher größte Vorhaben zur Renaturierung dieses Fließgewässers mit überregionaler Bedeutung.
Nachdem vor fünf Jahren bereits im Bereich Wallstraße/Süntelstraße dem Bach ein neues, strukturreiches Bett gemacht worden war, wurden im Jahr darauf am Osterberg viele Tonnen Kies und Wackersteine von Anglern und NABU-Helfern in den Bach gebracht, um Laichplätze zu schaffen. Jetzt sollen im Mai die Bagger anrücken, um auf einer Länge von 700 Meter im Bereich Rahlmühle das Projekt fortzusetzen.

Jens Becker freut sich insbesondere darüber, dass von der Stadt ausreichend eigene und erworbene Flächen für die mäanderartige Gestaltung des Bachlaufs zu Verfügung gestellt werden können: „Das Gewässer wird sich hier in seinem ehemaligen alten Bett in eigendynamischer Entwicklung entfalten können, mit Büschen und Bäumen nach und nach zu einem ökologischen Schmuckstück werden. Wir vom NABU werden uns auf jeden Fall an den Arbeiten zur Gewässerrandbepflanzung beteiligen.“
Gegenwärtig schnurgerade und in einem naturfernen Zustand ohne Gehölzsaum läuft derzeitig noch der Bach parallel zur Kreisstraße dicht hinter den Leitplanken – „alles andere als eine Augenweide“. Der ehemalige Mühlschuss werde bei der Baumaßnahme ebenfalls für die Fischwelt passierbar gemacht.
Harald Meyer-Achilles von der Stadtverwaltung schätzt die Baukosten dieses Abschnittes des Pilotprojekts Hamel auf 90 000 Euro, die überwiegend aus einem EU-Landwirtschaftsfonds zur Förderung des ländlichen Raums finanziert würden.
Der Wasserunterhaltungsverband Ilse-Hamel sei selbstverständlich in die Maßnahme mit eingebunden, ergänzte Meyer-Achilles. Die Mittel stünden also bereit, und die Ausschreibung in beschränkter Form sei auf den Weg gebracht.

 
NDZ - Bad Münder - 01. April
NABU fordert Strafen für Osterfeuer-Sünder / Naturschützer warnen: Brauchtum kann für Kleintiere zur Todesfalle werden / Pflicht zum Umschichten
Bad Münder (ndz).
Am Wochenende lodern sie auch im münderschen Stadtgebiet wieder sichtbar - die traditionellen Osterfeuer. Was sich bei den Menschen als altes Brauchtum ungebrochener Beliebtheit erfreut, wird für Kleintiere aber oft zur tödlichen Falle, warnt die NABU-Gruppe Sünteltal.
In einer weitgehend ausgeräumten Landschaft, so die Naturschützer, suchen Insekten, Amphibien, Igel, Wiesel, aber auch Rotkehlchen und Zaunkönig gern Unterschlupf in den für sie attraktiven Totholzhaufen. "Werden diese dann zu früh aufgetürmt oder aber nicht kurz vor dem Entzünden noch einmal komplett umgeschichtet, können die vermeintlichen Verstecke den darin eingenisteten Lebewesen schnell zum Verhängnis werden", weiß Gerd-Dieter Walter von der NABU-Gruppe Sünteltal. Sein Verein fordert daher von den zuständigen Behörden, den Veranstaltern von Osterfeuern nicht nur ein Umschichten vage zu empfehlen, sondern es im Interesse des Tierschutzes ausdrücklich zur Pflicht zu machen. Veranstalter, die sich trotz allem nicht daran hielten, sollten konsequent mit Strafen belegt werden, so Walter. Am besten sei es ohnehin, wenn die für das Feuer bestimmten Reisigberge erst am Tage des Abbrennens aufgeschichtet würden. Der NABU Sünteltal mahnt überdies: Osterfeuer sind keine Müllhaufen! Kunststoffe, Spraydosen, alte Autoreifen und dergleichen sind verboten und gehören nicht ins Feuer.
Eigentlich seien Buschwerk und Reisig viel zu schade, um zum Spaß verbrannt zu werden. Einige Tierarten seien dringend auf dieses Totholz angewiesen. "Grünschnitt und Gestrüpp schaffen Lebensraum und Unterschlupf für Vögel und Kleintiere", so der NABU. 
"Gehäckseltes Schnittholz sollte für den Gartenfreund kein wertloser Abfall sein, sondern ein wertvoller natürlicher Bodendecker und Langzeitdünger."
 
DWZ - Salzhemmendorf - 31. März
Damit Kröten wandern können, wird nachts die Straße gesperrt / Für Autofahrer geht es zurzeit abends von Wallensen nach Ockensen über die Landstraße 462 / Schutzzaun in der Flöthstraße
Wallensen/Salzhemmendorf (gök).
Wer zurzeit abends von Wallensen nach Ockensen fahren möchte, kann nicht mehr den direkten Weg nehmen, sondern muss über die L 462 fahren. Denn die Gemeinde hat zum Schutz der Kröten in den Nachtstunden die Ortsverbindungsstraße gesperrt, damit möglichst viele Kröten passieren können. Morgens werden die Schilder dann von Gemeindebediensteten wieder zur Seite gestellt.
Karsten Appold von den Grünen freut sich über den neuen Krötenschutzzaun in der Flöthstraße in Salzhemmendorf, der vom NABU Springe mit Unterstützung des Vorsitzenden Günter Blötz vom NABU Coppenbrügge/ Salzhemmendorf übernommen wurde und verrichtet jetzt seinen Dienst auf der Höhe des Wehres an der Saale. An den vergangenen Tagen wurden täglich rund 70 Kröten von Freiwilligen am Schutzzaun gesammelt und über die Straße gebracht. "Die Tiere wollten wohl vom Knübel Richtung Saale", sagt Appold.
In den vergangenen Jahren waren etliche Tiere überfahren worden. Der Zaun stammt von der Bundesstraße 217 bei Springe, dort gibt es jetzt einen Krötentunnel.
 
DWZ - Coppenbrügge - 26. März
"Schöpfung bewahren auf der ehemaligen Pastorenwiese" / Neue Streuobstwiese erinnert an frühere Zeiten und soll Reichtum der alten Gärten in Erinnerung bringen
Brünnighausen (gbl).
In den sogenannten alten Zeiten stände der Brünnighäuser Dorfpfarrer reichliche und köstliche Ernte bevor, denn der NABU, Ortsverband Coppenbrügge/Salzhemmendorf, pflanzte jetzt mit fleißigen Helfern aus dem Ort zwölf hochstämmige alte Apfelsorten auf die im Dorf als "Pastorenwiese" bekannte Grünfläche.
Wie Günter Blötz vom NABU erläuterte, gehörte zum früheren Dienstsitz der Dorfgeistlichen neben dem Wohnhaus mit dem Dienstzimmer sowie Stall und Scheune mit einem ausreichend großen Areal mit Garten und Obstwiese.
Denn neben dem in der Regel nicht reichhaltigen Salär war der Pastor mit seiner häufig oftmals großen Familie Selbstversorger aus dem Pfarrgarten, dem Obstgarten auf der Pfarrwiese und eventuell einem kleinen Hühnerhof.
Auch wenn in Brünnighausen das aus dem Jahr 1749 stammende Pastorenhaus inzwischen verkauft wurde und die Kirchengemeinde mit Beginn des Jahres 2000 nicht mehr selbstständig, sondern Teil der Kirchengemeinde Ith-Nesselberg ist, kennt jeder im Dorf die kleine Wiese zwischen dem ehemaligen Gasthaus "Zur Krone" und dem Spielplatz unter dem Namen "Pastorenwiese".
Dort lassen nun alte, vielen unbekannten Obstsorten wie Kaiser Alexander, Charlamowsky, Schöner aus Bath, Nathusius Tauben, Galloway Pepping, Fameuse und andere Apfelsorten, aber auch jeweils zwei Zwetschgen- und Kirschbäume ahnen, wie reichhaltig alte Obstgärten waren.
Die richtige Sortenwahl gewährleistete ein schmackhaftes und vitaminreiches Angebot, lange bevor man auf die Sorten aus Südtirol und Übersee zugreifen konnte. Obstwiesen gehörten früher mit zum typischen Dorfbild und prägten fast jede Hofstelle der Region. So soll die neue Streuobstwiese dazu beitragen, alte Dorfkultur zu bewahren und mit der bewussten Beschränkung auf historische Sorten dennoch den Reichtum alter Obstsorten in Erinnerung bringen, so Blötz. Einen besonderen Dank richtete er an den Landkreis Hameln-Pyrmont, der die Anpflanzung im Rahmen des Heckenschutz- und Anpflanzungsprogramm finanziell großzügig unterstützte.
 
Schaufenster Hessisch Oldendorf - Hess.Oldendorf - 25. März
NABU seit 30 Jahren in Hessisch Oldendorf / Karl-Friedrich Alms von Anfang an im Vorstand
Seit 30 Jahren setzt sich die NABU-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf erfolgreich für Natur- und Umweltschutz im Stadtgebiet ein. In beeindruckenden Bildern und informativen Texten hielt sie ihr Wirken in der Ausstellung "30 Jahre NABU Hessisch Oldendorf" in der Sparkasse Weserbergland fest. Zu sehen waren Aufnahmen von Gewässerrenaturierungsprojekten, Anpflanzungen oder durchgeführte Artenschutzmaßnahmen wie Fledermauskästen, Nisthilfen für den Weißstorch, Insektenhotels oder Krötenzäune.
Bei der Gründung der Gruppe 1980 seien Schutz und Pflege der Natur, besonders der Vogelwelt sowie die Förderung von naturnaher Landschaftsgestaltung als Hauptaufgabe festgelegt worden, erinnerte Hans-Jürgen Wissel. Damals habe der Natur- und Umweltschutz eher ein Schattendasein geführt, fährt Wissel, seit 16 Jahren Vorsitzender der Ortsgruppe, bei der Ausstellungseröffnung fort. Seither habe sich viel verändert, sei das Arbeitsspektrum um viele Tätigkeiten erweitert worden, werde der Einsatz des Naturschutzbundes in Politik und Verwaltung ernst genommen. Die Ortsgruppe leiste mit der einzigen NABU-Kindergruppe des Kreisverbandes gute Nachwuchsarbeit, erklärte Hans Arend. Er ist Mitbegründer der Ortsgruppe Hessisch Oldendorf und heute Kreisvorsitzender.
Laut Dr. Holger Buschmann ist der NABU Hessisch Oldendorf "ein Paradebeispiel für praktische Naturschutzarbeit, die anerkannt, zuverlässig und hervorragend ist." Der NABU-Landesvorsitzende erinnerte an den Europäischen Umweltpreis, den die Ortsgruppe 1989 für die Renaturierung des Hemeringer Bachs Anmerkung Webmaster: Osterholzer Bach erhielt. Auch Sparkassen-Direktionsleiter André Horstmeyer und Bürgermeister Harald lobten die Leistungen der Naturschützer. Der 500 Mitglieder starke Verein trage zur Vielfalt der Landschaft bei, betonte Krüger.

Der Bürgermeister ehrte den stellvertretenden Vorsitzenden der NABU-Ortsgruppe, Karl-Friedrich Alms, der seit 1980 durchgehend auf die ihm eigene besonnene Art im Vorstand arbeitet. in der Öffentlichkeit ist Alms vor allem als Experte für Greifvögel, Eulen und besonders heimische Orchideen bekannt. Auch Hans-Jürgen Wissel dankte seinem Stellvertreter, der immer auf das Wichtige fokussiert sei. Sein Dank ging auch an den Landkreis, insbesondere an die Untere Naturschutzbehörde, die Stadt und das niedersächsische Forstamt für deren Unterstützung. "Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wie etwa dem Ehepaar Haupt, das seit 20 Jahren in Bannensieks Mühle die Krötensammelaktion betreut, wären wir nicht soweit gekommen", erklärt Wissel. Als nächste Projekte der NABU-Ortsgruppe nannte er die Fortführung der Renaturierung Barkser Bach, die Umwandlung einer Fichtenmonokultur in einen Mischwald und die Anlage von Streuobstwiesen, um den Steinkauz wieder heimisch zu machen.
Parallel zur Ausstellung in der Sparkasse, die laut Wissel "sehr gut angenommen wurde", präsentierte der NABU an Stellwänden im Kulturismusforum des Rathauses Wissenswertes über die Kobolde der Nacht, die Fledermäuse. Mittlerweile sind beide Ausstellungen abgebaut, Amphibienschutzmaßnahmen nehmen die Hessisch Oldendorfer Naturschützer, denen sich die Mitglieder der Aerzener und kürzlich aufgelöster Hamelner Gruppe angeschlossen haben, in Beschlag.
 
DWZ - LESERBRIEF - 25. März
Manchmal wie auf einer Schnellstraße
Zu: "Fledermäuse, Fichtenmonokulturen und die Freude an der Natur", vom 9. März
Zuerst einmal meinen Glückwunsch zu 30 Jahre NABU Hessisch Oldendorf. Es ist sehr lobenswert, wenn sich so viele Menschen für den Schutz der Natur einsetzen, aber wer, und diese Frage sei erlaubt, schützt eigentlich die Anwohner, Kunden, Touristen und vor allem die Kinder in Hessisch Oldendorf, in der Langen Straße, Paulstraße usw. vor Feinstaub, Smog durch Autoabgase, Fahrzeuglärm und rasenden Fahrzeugen? Zum Beispiel wurde die Lange Straße vor Umgestaltungsbeginn den Anliegern als "verkehrsberuhigte Zone" verkauft. Wie sieht es aber heute aus? Es wird gerast, so dass die Fußgänger oft nur im Laufschritt die Straße queren können. Manchmal hat man das Gefühl, sich auf einer Schnellstraße zu bewegen. Besonders in den späten Abendstunden und an Sonn- und Feiertagen ist die Lärmbelästigung besonders groß. Außerdem wird auf den Bürgersteigen und vor Schaufenstern geparkt, egal ob die Fußgänger auf der Fahrbahn weitergehen müssen und so das Risiko eingehen, angefahren zu werden. Wenn der heutige Zustand der Langen- bzw. Paulstraße so gewollt ist, dann frage ich mich, warum die Neugestaltung stattfand. Die Straßen hätten dann ja so bleiben können und die Anlieger hätten ihren zu zahlenden Anteil sparen können. Oder?
Fritz Kaiser, Hessisch Oldendorf
 
DWZ - Hameln - 17. März
Schützenswert: Schönbär und Teichmolch
VON CARSTEN HANKE
Der Wanderfalke war das erste Naturobjekt des Jahres. Die Aktion des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) - damals noch Deutscher Bund für Vogelschutz - war ein voller Erfolg. Dank einer geschickten Öffentlichkeitsarbeit bekam der Greifvogel jede Menge Beachtung. Der Titelträger hatte sie bitter nötig, schließlich war er akut vom Aussterben bedroht. Inzwischen ist er von der Roten Liste gefährdeter Arten gestrichen worden.
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Der Vogel des Jahres hat in den vergangenen Monaten mächtig für Wirbel gesorgt. Gemeinsam mit seinem bayrischen Partner, dem Landesbund für Vogelschutz (LBV), erklärte der NABU den Kormoran zum "Vogel des Jahres 2010". Die beiden Verbände begründen ihre Wahl damit, dass der einst gefährdete Vogel nach seiner Rückkehr an Seen, Flüssen und Küsten wieder zu Tausenden geschossen und vertrieben wird. Rund 15 000 Exemplare würden jährlich in Deutschland getötet. "Unter dem Vorwand eines "Kormoran-Managements" haben alle Bundesländer spezielle Kormoran-Verordnungen erlassen, die den bestehenden Schutz der Vögel untergraben", erklärt NABU-Vizepräsident Helmut Opitz.
Wo der Kormoran auftaucht, erhitzen sich die Gemüter. Das schwarze Federvieh frisst Fisch - und das gefällt nicht jedem Angler, Teichwirte und Fischereiverbände betrachten den Kormoran als Schädling, der Fischbestände gefährdet und darum geschossen werden sollte. Naturschützer hingegen wollen verhindern, dass die Art ein zweites Mal an den Rand der Ausrottung gebracht wird. "Für Sportfischer ist der Kormoran ein echtes Hassobjekt", sagt NABU-Pressesprecherin Kathrin Klinkbusch. "Das Benennen des Kormorans zum 'Vogel des Jahres 2010' ist ein Schlag in das Gesicht aller Demokraten und wirklichen Naturschützer", behauptet dagegen der Verband Deutscher Sportfischer (VDSF). "Eine solche Bemerkung zeigt, wie viel Aufklärungsbedarf es noch gibt", kontert Klinkbusch. Die Wahl zum des Kormorans zum Jahresvogel sei keineswegs als Provokation gedacht. "Wir wollen eine sachliche Diskussion anregen." Jedes Lebewesen habe eine Daseinsberechtigung, das gelte auch für umstrittene Tiere wie zum Beispiel Wolf oder Kormoran. Die "heftigen Angriffe" der Sportfischer kann die Naturschützerin nicht nachvollziehen. Für diese sei der Fischfang weniger Existenzgrundlage als Sport und Trophäenjagd. Ein Einwand, den Sportfischer Heinz Pyka nicht gelten lässt. "Wer angeln geht, will Fisch essen. Trophäen waren vor 20, 30 Jahren ein Trend, heutzutage sind es uninteressante Staubfänger", sagt der Referent für Umwelt, Natur- und Artenschutz des Landessportfischereiverbandes Niedersachsen. Für die wirtschaftlichen Nöte der Teichbesitzer hat Klinkbusch Verständnis. "Eine ungesicherte Teichwirtschaft ist für einen Kormoran wie ein Selbstbedienungsladen." Gemeinsam mit den Teichwirten müssten vor Ort Lösungen gefunden werden.

Der NABU-Bundesverband schlägt vor, Fischteiche mit weitmaschigen Drahtnetzen zu überspannen. "Viele Teichwirte dürfen ihre Gewässer gar nicht überspannen, weil sie in Landschaftsschutzgebieten liegen", erwidert Pyka. Zudem würden sich die Vögel in den Überspannungen verfangen. "Die Installation und Wartung der Drahtnetze ist außerdem sehr teuer."
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 15. März
Weißstorch ist an der Weser angekommen / In der Flussniederung auf Futtersuche / Das Nest auf dem Schlot der Molkerei wird herausgeputzt
Hessisch Oldendorf (pj/dm).
Schon am 24. Februar wurde ein Weißstorch auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei in der Kernstadt von Hessisch Oldendorf gesehen. In den folgenden Tagen flog dieser immer mal wieder die alte Brutstätte seiner Artgenossen an. Storchenvater Dietmar Meier von der Ortsgruppe des Naturschutzbundes hofft, dass der bisher noch unbekannte große schwarz-weiße Zugvogel hier bleibt und sich bald ein zweiter Storch hinzugesellt. Immerhin liegt es einige Jahre zurück, dass Weißstörche im Nest auf dem hohen Schlot eine gefüllte Kinderstube hatten.
Seit der Brutplatzaufgabe von "Adebar" und "Adele" im Sommer 2006 verweilten mehrmals Störche im Stadtgebiet von Hessisch Oldendorf (wir berichteten). "Der neue Storch scheint es mit einer Brut wohl sehr ernst zu nehmen, denn alles deutet darauf hin, dass er auf einen Partner wartet", ist Dietmar Meier optimistisch. Schon zeitig kehrten in diesem Jahr, trotz der Kälte und des Schnees, vielerorts die Störche heim. "Die Ankunft im Februar ist nicht außergewöhnlich für einen Westzieher", erklärt der Storchenvater. Er will aber auch nicht ausschließen, dass der Storch aus einer Gehegezucht stammt und nicht gezogen ist. Inzwischen arbeitet der Storch an Ausbau des Nestes, welches durch Stürme in Unordnung geraten ist. Die auf dem Nest wachsenden Sträucher hat die Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont durch Kletterer einer Spezialfirma bereits im Jahr 2008 entfernen lassen, um den attraktiven Neststandort am Ende der Langen Straße in Hessisch Oldendorf zu erhalten.

Bei Freilandbeobachtungen in der Weserniederung konnte Dietmar Meier erkennen, dass der Storch beringt ist. Während die Störchin "Adele" einen großen Ring mit den Kennziffern C 537 "Hiddensee" am linken Fuß trug, wurde dieser Storch am linken Bein mit einer kleinen Metallring gekennzeichnet. Nähere Informationen zu der Herkunft dieses Storches bekommt der Storchenvater des Naturschutzbundes erst, wenn er lesen kann, was auf dem Ring steht. "Das ist ein schwieriges und zeitaufwendiges Unterfangen", weiß Dietmar Meier.
Der Zug der Störche ist längst noch nicht abgeschlossen. Somit ist es jederzeit möglich, dass ein durchziehender Weißstorch ohne Nestbindung mit diesem Storch zur Brut in Hessisch Oldendorf schreitet. Die Nahrungsgebiete des Storches werden inzwischen lokalisiert. Aufgrund des Hochwassers der Weser konnten bislang nicht alle Habitate erreicht werden. In den letzten Tagen wurde der Storch mehrfach am Stadtrand auf den Überschwemmungsflächen der Weser gesehen.
"Adebar" und "Adele", die beiden Störche, die früher im Nest hoch über der Stadt brüteten, sind meist erst Mitte April eingetroffen. Das deutete darauf hin, dass sie eine lange Zugstrecke zurückgelegt und wahrscheinlich die Wintermonate in Süd- oder Ostafrika verbracht haben. Die westziehende Storchenpopulation hingegen hat ihr Winterquartier in Spanien. Die Störche aus dem Kreis Minden-Lübbecke zählen zu den im Westen überwinternden Störchen. Ihre Zugstrecke ist kürzer und sie treffen demnach früher, meist schon Ende Februar oder im März, an ihren Brutplätzen ein.
Das Nest auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf ist in der Winterzeit erheblich in Unordnung geraten. Der Storch, der sich jetzt dort niedergelassen hat, räumte auf. Kommt ein zweiter Storch und es wird eine Familie gegründet, dann tragen die großen schwarz-weißen Vögel mit den langen roten Beinen Äste auf ihr Heim, um es für die Brut gemütlich zu machen.
Die Voraussetzungen für die Nahrungsbeschaffung sind derzeit recht gut. Der Schnee ist weggetaut, Niederschläge in den Wintermonaten haben die Altarmrelikte der Weser mit Wasser gefüllt. Dort halten sich viele Amphibien auf, die zusammen mit Mäusen und Regenwürmern die Hauptnahrung der "Klappermänner" ausmachen.
Im Mai 1990 siedelte sich das erste Storchenpaar in Hessisch Oldendorf an. Davor haben jahrzehntelang keine Störche mehr im Stadtgebiet gebrütet. Letzte Meldungen über Weißstörche, die im Bereich von Hessisch Oldendorf gebrütet haben, gehen bis in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. In Großenwieden hatten die Störche damals ihr Nest auf dem Kirchturm. Anfang des 20. Jahrhunderts brüteten Weißstörche auch auf dem Gut Stau bei Weibeck und in Heßlingen. Entwässerungsmaßnahmen und die intensive landwirtschaftliche Nutzung, welche vor allem mit der Umwandlung von Grünland in Ackerland einherging, ließen den Weißstorch aus dem Wesertal vollständig verschwinden.
 
DWZ - Hameln - 15. März
"Rosea" oder: Das Rendezvous mit dem Ekel / Spinnen-Phobie schränkt Lebensqualität ein / Die kritischste Zeit ist der Altweibersommer
VON MATTHIAS ROHDE
Hameln.
Ein gellender Schrei dringt durch die morgendliche Straße. Während der Nachbar, aufgeschreckt durch den angsterfüllten Laut, kerzengerade im Bett sitzt, tätschelt seine Frau bereits liebevoll verschlafen seinen Rücken, denn sie weiß: Die Schrecksekunde verdanken sie eigentlich lediglich einer der zahlreichen Spinnen, vor der die schreiende Nachbarin allerdings eine panische Angst hat.
So oder so ähnlich äußern sich der Ekel oder die Experten kennen dieses Phänomen, wobei die Ursachenforschung jedoch keine eindeutige Sprache spricht. Die in Hamburg arbeitende Spinnenexpertin Rebecca Hoffmann sagt: "Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der Spinnenangst: Von einem leichten Ekel über angstähnliche Zustände bis hin zur ausgeprägten Arachnophobie, wie die Spinnenangst medizinisch bezeichnet wird."
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Spinnen begegnet man nicht nur im Keller, auch im Wald gehören sie zum Stammpersonal. Stefan Habenicht vom heimischen NABU-Kreisverband erklärt: "Gerade an Waldrändern, wo die Spinnen ein besseres Nahrungsangebot finden, ist mit einer höheren Population zu rechnen als mitten im Wald." Laut Habenicht sei die ungünstigste Zeit für einen Waldspaziergang für einen an Spinnenangst leidenden Menschen der Altweibersommer. "Die Spinnen klettern dann an den Sträuchern und Bäumen empor, und die Spinnenbrut wird vom Wind in alle möglichen Himmelsrichtungen getragen", sagt der Spinnenfachmann des NABU.
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Expertin Hoffmann: "Ob nun ein verhältnismäßig harmloser Ekel oder eine starke Phobie: Hilfe gibt es für alle, die Spinnenangst leiden." Vor allem die Verhaltenstherapie führe zu großen Erfolgen, sagte sie, jedoch: "Wer sich therapeutisch mit seiner Spinnenphobie auseinander setzt, der sollte bereit sein, seiner Angst zu begegnen." Schritt für Schritt lernen die Phobiker so, ihre Angst zu überwinden, und in Fachkreisen sind sogar Phobiker dokumentiert, die sich nach ihrer erfolgreichen Therapie Spinnen als Haustiere zugelegt haben.
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DWZ - Bad Münder - 13. März
Erschwerte Arbeitseinsätze durch extrem harten Winter / NABU-Ortsgruppe Sünteltal zwar erleichtert über ausgebremste Maststall-Vorhaben, aber Verständnis für Landwirtschaft
Bad Münder (gho).
Der harte und lange Winter ist der Ortsgruppe Sünteltal des Naturschutzbundes (NABU) nicht gerade entgegengekommen. Die Arbeitseinsätze von November bis jetzt in den März hinein seien stark von der unerwartet langanhaltenden Kälte beeinträchtigt gewesen, sagt Vorsitzender Matthias Großmann. Gerade der Baum- und Heckenschnitt - nur bis Ende Februar erlaubt - sei in diesem Jahr stark in Verzug gewesen.
Trotz der Witterung seien Großmann und seine Helfer draußen im Einsatz gewesen, sei es beim Kopfweidenschnitt bei Eimbeckhausen, beim Heckenschnitt in Böbber oder bei Mäharbeiten. Über die extensive Beweidung einer neuen Fläche durch Galloway-Rinder zur sukzessiven Renaturierung, sprach Großmann auf der jüngsten Jahresversammlung des Vereins.
Dort brachte der Vorsitzende auch noch einmal den Fall der vom NABU gesteckten und durch einen Anlieger wieder ausgerissenen Kopfweiden zur Sprache, in dem sogar die Polizei ermittelte (NDZ berichtete). "Schade, um die viele ehrenamtliche Arbeit und das Engagement für die Verbesserung der Natur", resümierte Großmann kopfschüttelnd.
In seine Grußworten berichtete Grünen-Ratsherr Helmut Burgdorf vom aktuellen Stand der geplanten Großstallanlagen in Nettelrede und Eimbeckhausen. Einerseits zeigten die NABU-Mitglieder aus naturschützerischer Sicht erleichtert über die vorerst ausgebremsten Vorhaben am Deisterhang - andererseits brachten sie den Zwängen und Nöten in der Landwirtschaft volles Verständnis entgegen. Insbesondere Heinz Osterkamp vertrat die Meinung, dass Naturschutzarbeit nur mit den Landwirten möglich sei.
Sehr kritisch äußerte sich Großmann zum zunehmenden Maisanbau in der Region. "Maisanbau auf geneigten Flächen in Hanglage ist absolut ungeeignet, da der Boden während des ganzen Jahres stark erosionsgefährdet ist, zudem besteht ein erhöhtes Risiko der Nährstoffauswaschung und Belastung der angrenzenden Gewässer."
Hin zu den Laichgewässern zieht es auch bald wieder die Kröten und Frösche der Region. Gerd-Dieter Walter hofft, dass er bei der diesjährigen Amphibienwanderung ausreichend Freiwillige findet, die sich nicht scheuen, bei Nacht und Nebel oder Regen die Tiere von den Verkehrswegen zu retten. Bei diesem Job setzt er auf die Hilfe der Waldjugend-Gruppe Bad Münder. Für Auf- und Abbau der Krötenzäune rechnet der NABU mit der Unterstützung durch AIBM-Kräfte. Interessierte können sich bei Anne Zuzmann unter Telefon 05042/5560 melden.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 09. März
Fledermäuse, Fichtenmonokulturn und die Freude an der Natur / Naturschutzbund wird 30 Jahre alt / Karl-Friedrich Alms ist Experte für Greifvögel, Eulen und heimische Orchideen
Hessisch Oldendorf (ah).
Hans-Jürgen Wissel stellt erstmal klar: "Fledermäuse sind keine Vampire, sondern niedliche kleine Tiere." Der Vorsitzende des NABU Hessisch Oldendorf zeigt einer Realschulklasse im Kulturismusforum ein präpariertes Exemplar. Er berichtet von Merkmalen und Lebensweise der nachtaktiven Tiere. Dass Fledermäuse bis zu 35 Jahre alt werden können, wussten die Sechstklässler noch nicht. "Der NABU hat den Schulen angeboten, hier mal eine Biologiestunde mit unseren Fledermausexperten stattfinden zu lassen", erläuterte Wissel. Biologielehrerin Corinna von Zobeltitz nahm das Angebot sofort dankend an. Für alle fünften bis siebten Klassen ist der Fledermaus-Unterricht sehr zu empfehlen. "30 Jahre NABU Hessisch Oldendorf" prangt auf einem Banner in der Kundenhalle der Sparkasse Weserbergland. Dort wurde am Freitag eine Ausstellung eröffnet, die das Engagement der Gruppe in beeindruckenden Bildern und informativen Texten festhält. Laut Dr. Holger Buschmann ist der NABU Hessisch Oldendorf "ein Paradebeispiel für praktische Naturschutzarbeit, die anerkannt, zuverlässig und hervorragend ist". Der NABU-Landesvorsitzende erinnerte auch an den Europäischen Umweltpreis, den die Ortsgruppe 1989 erhielt.

Neben Gewässerrenaturierungen und Anpflanzungen sind Fledermauskästen, Nisthilfen für den Weißstorch, Insektenhotels oder Krötenzäune als Maßnahmen für den Artenschutz an vielen Stellen im gesamten Stadtgebiet zu finden. Sparkassen-Direktionsleiter André Horstmeyer und Bürgermeister Harald Krüger lobten die Leistung der Naturschützer.
Der 500 Mitglieder starke Verein trage dazu bei, dass wir eine vielfältige Landschaft haben, hob Krüger hervor. Der Bürgermeister ehrte den zweiten Vorsitzenden Karl-Friedrich Alms, der seit 1980 durchgehend im NABU-Vorstand gearbeitet hat und als Experte für Greifvögel, Eulen und heimische Orchideen bekannt ist. "Bei der Gründung der Gruppe 1980 führte der Natur- und Umweltschutz eher ein Schattendasein", betonte Hans-Jürgen Wissel, der seit 16 Jahren den Vorsitz innehat. Schutz und Pflege der Natur, besonders der Vogelwelt sowie Förderung der naturnahen Landschaftsgestaltung seinen als Hauptaufgabe festgelegt worden. Seither habe sich das Arbeitsspektrum um viele Tätigkeiten erweitert, sagt Wissel. Längst werde der NABU-Einsatz in Politik und Verwaltung ernst genommen. Er dankte dem Landkreis, insbesondere der Unteren Naturschutzbehörde, der Stadt dem Forstamt für die  Unterstützung, aber auch allen tatkräftigen Helfern. Geplant ist die Fortführung der Renaturierung des Barkser Baches, eine Fichtenmonokultur in einen Mischwald umzuwandeln und Streuobstwiesen anzulegen, um dem Steinkauz wieder heimisch zu machen. Wissel Amtsvorgänger und Mitbegründer der Ortsgruppe, der Kreisvorsitzende Hans Arend, drückte seine Freude darüber aus, dass in Hessisch Oldendorf eine aktive NABU-Kindergruppe besteht, die einzige im Kreisverband.
Die Ausstellungen sind noch bis zum 19. März zu sehen.
 
DWZ - Coppenbrügge - 09. März
Knorrige Kopfeschen mit Kettensägen zu Leibe gerückt / Naturschützer machen sich für den Erhalt eines uralten Kulturgutes stark / Früher lieferten Zweige Material für Körbe
Coppenbrügge (gbl).
Ungewohnt lange hielt der diesjährige Winter die Aktiven des Naturschutzbundes (NABU) Coppenbrügge/Salzhemmendorf von dem nicht ganz ungefährlichen Arbeitseinsatz zum Erhalt und zur Pflege der Kopfeschen am Gelbbach in Dörpe ab. Schließlich ließ das Wetter den Einsatz der Naturschützer zu. Ausgerüstet mit Leiter, Hand- und Kettensäge, rückten die Teilnehmer den alten knorrigen Kopfeschen am Gelbbach zu Leibe.

"Kopfeschen und Kopfweiden haben etwas Unheimliches, aber sie sind Charakterbäume und ein uraltes Kulturgut", sagt Günter Blötz vom NABU. Durch den wiederholten Beschnitt finden sie zu ihrer eigentümlichen Form. Früher lieferten die Bäume mit ihren schnell nachwachsenden und zum Teil extrem biegsamen Zweigen den Dorfbewohnern über Jahrhunderte Material für Körbe, Werkzeugstiele und Holzschuhe. Heute allerdings, so Blötz, dient das "Schneiteln" (Rückschnitt) der Bäume dem Erhalt eines nach wie vor markanten Elements unserer Kulturlandschaft und sichert gleichzeitig einen äußerst wichtigen Lebensraum für viele selten gewordene Tierarten. Was bei unbedarften Spaziergängern auf den ersten Blick wie ein Naturfrevel wirken könnte, ist praktischer Naturschutz. Kopfeschen und Kopfweiden sind Heimat von zahllosen Insektenarten, die in den oftmals angefaulten, mulmreichen, zerfurchten und ausgehöhlten Baumrecken ihre Larvenzeit verbringen und von Blüten und Blättern leben. Aber auch viele Vogelarten, die als Höhlenbrüter vorkommen wie Bachstelzen, Gartenrotschwänze und Feldsperlinge, Hohltauben und Meisen und sogar der bedrohte Steinkauz finden dort ein Zuhause. Wenn man dann noch die Fledermäuse, Hornissen, Siebenschläfer, Wiesel und Marder zu den Bewohnern zählt, gibt es kaum einen vitaleren Lebensraum, sagt Blötz. Für die Spaziergänger am Gelbbach bedeuten Kopfeschen gleichzeitig  einen abwechslungsreichen Kontrast. Auf der "kultivierten" Seite die prächtige Allee alter und neuer Kirschbäume, auf der "wilden" Seite zur Uferkante die knorrigen Kopfeschen.
 
DWZ - Weserbergland - 25. Februar
Wenn die Kraniche ziehen, ist der Frühling nah / Zugvögel überqueren das Weserbergland / Mit milden Temperaturen sprießt auch frisches Grün
VON KARIN ROHR
Weserbergland.
Das von Eduard Mörike so schön bedichtete "blaue Band" lässt der Frühling zwar erst zaghaft Flattern, eine Ahnung dieser milderen Jahreszeit aber liegt schon in der Luft. Es gibt sogar handfeste Vorzeichen. Der Frühling naht mit Riesenschritten: Flora und Fauna können sich nicht irren. Während das erste frische Grün aus der Erde sprießt, Winterlinge, Schneeglöckchen und Krokusse in manchen Gärten schon blühende Teppiche bilden, freuen sich Vogelfreunde über ein Naturspektakel, das alljährlich das Ende des Winters markiert: "Ja, die Kraniche ziehen", bestätigt Hans Arend vom heimischen NABU: "Am Montag habe ich die ersten Meldungen bekommen." Unverkennbar: ihr trompetenartiger Ruf und die V-Formation, in der sie fliegen. Kraniche gelten als verlässliche Vorboten des Frühlings. "Und auch Wildgänse  sind schon durchgezogen", sagt Arend.
Beobachtungen zu Störchen liegen zwar noch nicht vor, in anderen Regionen aber sind schon einzelne Exemplare gesichtet worden. Während der Schnee auf dem Rückzug ist, sind andere auf dem Vormarsch: Die ersten Kröten wandern bereits. Bei uns zwar noch nicht, aber: In Nordrhein-Westfalen sind schon Amphibien unterwegs", weiß Arend: "Dafür balzen bei uns Uhus und Singvögel." Morgens veranstalten die gefiederten Freunde atemberaubende Zwitscher-Konzerte.

Ein anderes Phänomen hat Naturfreunde in Hameln auf den Plan gerufen: Wacholderdrosseln, die in große Scharen mitten in der Stadt aufgetaucht sind. Diese größte der fünf Drosselarten, die bei uns vorkommen, ist gut an ihrem ausgeprägten Federkleid zu erkennen. Ursprünglich kam sie vor allem im hohen Norden vor Anmerkung Webmaster: Sie ist hauptsächlich aus dem Osten bei uns eingewandert. Ihr Verbreitungsgebiet scheint sich aber weiter auszudehnen. Dass sie in Massen bei uns auftreten, hat etwas mit dem strengen Winter zu tun. "Als Teilzieher waren die Vögel wohl auf dem Weg zurück nach Skandinavien, wurden aber durch eine Kaltluftfront mit Schnee und Eis aufgehalten", vermutet der NABU-Experte und erklärt: "Wacholderdrosseln leben im Winter in sozialen Großverbänden. Wen n sie draußen nichts mehr zu fressen finden, kommen sie auch in die Städte." Ihre favorisierte Nahrung: Beeren und Äpfel. Zwar ist die Wacholderdrossel auch bei uns heimisch, die zusätzlichen Wintergäste aber ziehen jetzt mit den milderen Temperaturen Richtung Norden weiter. Auch das, sagt Arend, sei ein Zeichen für den nahenden Frühling.
Ein Artgenosse der Wacholderdrossel, die Rotdrossel. beendet jetzt ihre winterliche Stippvisite im Weserbergland. Die kleinste Drossel kehrt zu ihren Brutgebieten in Skandinavien, Schottland und Sibirien zurück.
Wer allerdings bei den von den Meteorologen in Aussicht gestellten milderen Temperaturen am Wochenende schon mit einem Spaziergang durch die Märzenbecher-Blüte auf dem Hamelner Schweineberg liebäugelt, muss sich gedulden. "Da halten sich die Schneereste, da ist nichts zu sehen", sagt Stadtsprecher Thomas Wahmes. Es ist auch noch nicht März...
 
Schaufenster Hessisch Oldendorf - Hessisch Oldendorf - 25. Februar
Forum bietet alles rund ums Energiesparen / Großes Interesse an Ausstellung
Energiesparen ist nach wie vor in aller Munde. Besonders in diesem strengen Winter, der die Heizkosten hochschnellen lassen wird. Kein Wunder, dass viele Haus- und Wohnungseigentümer die Chance nutzen, um sich beim zweiten Energiesparforum, das auch diesmal im Kulturismusforum und im Innenhof des Rathauses durchgeführt wurde, Tipps und Anregungen zu holen.
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Auf dem Außengelände im Innenhof des Rathauses standen Beratungsmobile. So war der Naturschutzbund (NABU) mit einem 18 Meter langen Ausstellungs-LKW angereist.
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NDZ - Bad Münder - 20. Februar
Heckenpflege nicht zu Lasten der Vögel / Naturschutzbund und Landkreis weisen ausdrücklich auf Rückschnittverbot ab dem 28. Februar hin

Bad Münder (st).
Ende des Monats ist Schluss: Am 28. Februar endet die Erlaubnis, in der freien Natur Hecken und Gebüsche zurückzuschneiden, bis zum 30. September. Das sagt das Niedersächsische Naturschutzgesetz - und die Ortsgruppe Sünteltal des Naturschutzbundes (NABU) findet: Das ist auch gut so.
Es gibt laut NABU-Vorsitzenden Matthias Großmann in Bad Münder zahlreiche optimale Brutgebiete für Vögel in Hecken und Gebüschen, die durch großzügigen Rückschnitt verloren gehen könnten. "Eine gewisse Pflege der Hecken und Gebüsche ist durchaus sinnvoll, aber es sollte mit Bedacht und abschnittsweise passieren", sagt Großmann. Daher sei es nur gut, dass in der Brutzeit der Vögel ein Rückschnittverbot herrscht.
"Das bezieht sich allerdings nur auf Flächen in der freien Landschaft", sagt der NABU-Chef. Im eigenen Garten dürften die Münderaner weiter ihre Sträuche beschneiden. "Es wäre aber natürlich wünschenswert, wenn auch Menschen in ihren Gärten den Vögeln und anderen Tieren ein wenig Lebensraum lassen würden."
Die Grundbesitzer, die in der freien Natur für die Hecken- und Knickpflege verantwortlich zeichnen, sollten darauf achten, beim Rückschnitt nicht alles auf einmal abzurasieren, so Großmann. "Die Pflanzen brauchen drei bis vier Jahre ehe sie wieder nachgewachsen sind." Wenn die Pflege Stück für Stück geschehe, dann hätten die Vögel stets wenigstens einen Teil ihres Lebensraumes zur Verfügung. "In unserer dicht besiedelten und intensiv genutzten Landschaft finden die heimischen Tiere nur noch begrenzt Brut- und Aufzuchtstätten. Der Schutz der wichtigen Lebensräume ist deshalb gerade im Frühling besonders wichtig, um allen Tierarten ungestörte Entwicklungsmöglichkeiten zu bewahren", bestätigt Kreissprecherin Anja Hegener für die Untere Naturschutzbehörde.
Hunde- und Katzenhalter sollten ihre Tiere jetzt verstärkt unter Kontrolle halten. Damit Brut und Aufzucht wildlebender Tiere nicht gestört würden, dürfen Hunde in der Zeit vom 1. April bis zum 15. Juli in der freien Natur nur an der Leine geführt werden, so Hegener.
 
DWZ - Hameln - 16. Februar
Das Letzte "wirklich große Abenteuer" / Hamelner Bautage zeigen den Weg zum Eigenheim / Thema Energiesparen im Vordergrund
Hameln (red).
Mit annähernd 100 Ausstellern sind die am Freitag beginnenden Bau- und Energiespartage im Weserberglandzentrum weitgehend ausgebucht. Mehr als ein Viertel der Aussteller sind neu auf den von Rainer Timpe veranstalteten Hamelner Bautagen.
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Die Hamelner Bau- und Energiespartage im WBZ sind am Freitag, 19. Februar, von 13 bis 18 Uhr geöffnet, am Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Informationen auch unter www.rainer-timpe.de.
Das Energiesparmobil Niedersachsen des Naturschutzbundes NABU macht Station in Hameln. Vom 19. bis 21. Februar wird das Gefährt, das mit Mitteln des Landes Niedersachsen erstellt wurde, auf dem Freigelände der Bautage stehen. Kooperationspartner ist der Landesinnungsverband  für das Schornsteinfegerhandwerk. "Noch nie war Energie so teuer wie heute", sagt Hans Arend vom NABU, "dadurch wird immer mehr Menschen bewusst, welch kostbares Gut sie ist und dass die beste Energiequelle das Energiesparen ist." Daher geben Energiesparmobil Mitarbeiter des NABU und der Schornsteinfegerinnung Einblicke in die Wirkungsweise von Energie und Energiedämmung: "Uns kommt es darauf an, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern durch einfach zu vermittelnde Beispiele deutlich zu machen, dass Energieeinsparung leichter ist als viele glauben", so Arend.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 03. Februar
Harte Zeiten für die "fliegenden Edelsteine"

Einer der schönsten Vertreter der heimischen Vogelwelt ist der Eisvogel. Insbesondere der Verlust an geeigneten Lebensräumen hat jedoch auch diese Art auf die "Rote Liste der gefährdeten Brutvögel" gebracht. Strenge Winter tun ihr übriges und gefährden den Bestand des Eisvogels jedes Mal aufs Neue. Doch während ein strenger Winter zu den Launen der Natur gehört, sind verschmutzte Gewässer hausgemacht.
VON MICHAEL WERK
Klirrende Kälte herrscht an diesem Wintermorgen. Dem Eisvogel, der schon eine ganze Weile auf dem aus der Uferböschung ragenden alten Ast sitzt, macht dies anscheinend nichts aus. Aufmerksam beobachtet er den unter ihm liegenden Bach, um dort nach kleinen Fischen Ausschau zu halten. Zwischendurch kontrolliert er aber auch immer wieder die Umgebung und den Himmel, damit er nicht plötzlich von einem Fressfeind wie dem Sperber überrascht wird. Dann - der Eisvogel hat gerade einen Schwarm Jungfische erspäht - kommt Bewegung ins Spiel: Der Vogel fixiert einen der Fische, spannt seinen Körper und stürzt sich plötzlich mit dem Schnabel voran ins Wasser. Ein lautes Platschen, und schon sitzt der Eisvogel wieder auf seiner Sitzwarte - einen zappelnden Fisch im Schnabel haltend. Gezielt schlägt der Eisvogel den Kopf seiner Beute mehrmals gegen den als Sitzwarte dienenden Ast, um den Fisch ins Jenseits zu befördern und ihn danach - mit dem Kopf voran - herunterzuschlingen.
Szenen wie diese sind in der Region nicht allzu häufig zu beobachten. Auf gerade mal 50 Brutpaare schätzt Thomas Brandt, Diplom-Biologe und ehrenamtlicher Geschäftsführer des Kreisverbands Schaumburg des Naturschutzbundes Deutschland (NABU), die Anzahl der hier heimischen Eisvögel. Niedersachsenweit beziffere die Staatliche Vogelschutzwarte den Bestand gemäß der alle fünf Jahre herausgegebenen Roten Liste der gefährdeten Brutvögel dagegen mit lediglich rund 700 Paaren.
Ursächlich für das somit nur "mittelhäufige" Vorkommen des Eisvogels ist in erster Linie die Vernichtung geeigneter Lebensräume , erklärt Brandt. So wurde in den vergangenen Jahrzehnten etwa viele Fließgewässer begradigt und ausgebaut sowie deren Ufer befestigt. Zudem verschwanden zahlreiche stehende Kleingewässer. Zeitweise machte auch eine allgemeine Gewässerverschmutzung und "unsachgemäßer" Fischbesatz den Tieren das Überleben schwer. Dies habe sich aber in den vergangenen Jahrzehnt verbessert, so der Biologe.

Als hoch spezialisierte Art sind Eisvögel jedoch auf das Vorhandensein naturbelassener Fleiß- und Stillgewässer zwingend angewiesen, auch wenn sie bisweilen kurzzeitig sogar an naturfernen Gewässern beobachtet werden können. Denn nur hier finden diese Vögel ausreichend viele kleine Fische - ihre Hauptnahrung - und den Speiseplan bisweilen ergänzende Kaulquappen und Wasserinsekten. Und nur in den Abbruchkanten dynamischer Bäche und Flüsse sowie Steilufern an Teichen und Seen können die Eisvögel die bis zu einem Meter langen Brutröhren graben, in denen sie ihren Nachwuchs aufziehen. Zwei Bruten mit im Schnitt jeweils sechs Jungen sind normal, drei Bruten kommen gelegentlich aber auch vor.
Weil sie vor allem kleine Fische erbeuten, waren Eisvögel noch bis in die siebziger Jahre, aber auch unmittelbar durch den Menschen bedroht: "Seitens der Fischereiwirtschaft wurden sie damals als Schädlinge angesehen und verfolgt", berichtet der NABU-Kreisgeschäftsführer. "Dabei frisst ein Eisvogel gerade mal fünf bis sechs Fische pro Tag, was ja nun wirklich nicht ins Gewicht fällt. Aber die Verhältnisse werden halt leider oftmals überschätzt". Zumal Eisvögel selbst an Fischzuchtanlagen nicht im Schwarm auftreten, sondern die jeweiligen Paare mitunter kilometerlange Territorien besetzen, die sie energisch gegen andere Artgenossen verteidigen. Erfreulicherweise sind diese Zeiten menschlicher Unvernunft jedoch schon lange vorbei.
Aber auch sonst sieht es um die Zukunft der "fliegenden Edelsteine", wie die Eisvögel nicht zuletzt auch aufgrund ihrer blau-türkis schillernden Gefiederfärbung im Volksmund genannt werden, wieder etwas besser aus: Beispielsweise hat der Landkreis Schaumburg in den vergangenen Jahren einige wirkungsvolle Naturschutzmaßnahmen durchgeführt, die auch dem Eisvogel zugute kommen, berichtet Brandt: "Die haben wirklich vorbildliche Sachen gemacht". So wurden etwa ein Teilstück der Bückeburger Aue bei Buchholz ("da war der Bach vorher schnurgerade") und drei Abschnitte in der Bückeburger Niederung renaturiert. Zudem wurden Wehre entfernt oder mit sogenannten Aufstiegshilfen versehen, damit die Fische wieder bachaufwärts wandern können. Beide Bereiche sind dadurch aus der Sicht des Biologen dermaßen aufgewertet worden, dass die Bückeburger Aue heute "eines der wertvollsten Fließgewässer im ganzen Landkreis Schaumburg" sein dürfte.

Aktuell haben die Eisvögel - die mit ihrer speziellen Jagdtechnik eine Alleinstellung unter den in Deutschland heimischen Vögeln einnehmen - somit vor allem unter den klimatischen Bedingungen zu leiden. "Ein harter Winter fordert immer Opfer", weiß der Naturschützer. Denn aufgrund der anhaltenden Minusgrade sind Teiche und andere stehenden Gewässer schon seit Wochen zugefroren, sodass sie als Jagdrevier ausfallen.
Den Eisvögeln bleibt daher nur, in Regionen mit noch offenen Wasserstellen beziehungsweise an noch nicht zugefrorene Bäche und Flüsse abzuwandern. Finden sie allerdings zwei bis drei Tage lang keine Nahrung, wird es "kritisch": Bestandserhebungen zufolge sterben in strengen Wintern mitunter mehr als 90 Prozent einer Eisvogel-Population, sagt Brandt. Inwieweit sich der Bestand wieder erholt, hängt insbesondere von der Qualität der vorhandenen Nahrungsreviere und dem Bruterfolg in dem auf den Winter folgenden Sommer ab.
 
PYRMONTER NACHRICHTEN - Bad Pyrmont - 02. Februar
Naturkundliche Exkursion
Bad Pyrmont.
Eine naturkundliche Exkursion bietet der NABU-Ortsverein Bad Pyrmont am Sonntag, 7. Februar, an. Die Leitung hat Prof. Kordt Rehn, Treffpunkt ist um 9 Uhr der Parkplatz am Tierpark in Bad Pyrmont, wo Fahrgemeinschaften gebildet werden. Für die bis zu drei Stunden lange Winter-Wanderung ist festes Schuhwerk notwendig. Außerdem wird ein Fernglas empfohlen.
 
DWZ - Bad Münder - 30. Januar
Alle Vögel fliegen auf Rohdes Haferflockenmischung / Münderaner misch das Futter selbst

Bad Münder (jemi).
Man nehme: Ein Kilo Haferfocken und etwa 200 Gramm Pflanzenfett. Karl-Ludwig Rohde aus Bad Münder mischt beinah jeden zweiten Tag diese beiden Zutaten zusammen und macht damit die Vögel in seinem Garten "sehr glücklich", sagt er.
Wenn der Boden gefroren ist und eine komplette Schneedecke alle Pflanzen verdeckt, gestaltet sich die Nahrungssuche für die heimischen Vögel als schwierig. "Da kann man ruhig ein wenig nachfüttern", bestätigt Jens Becker vom Naturschutzbund, Gruppe Sünteltal. Allerdings macht er darauf aufmerksam, dass es wichtig ist, den Futterplatz für die gefiederten Tiere sauber und hygienisch zu halten. "Wenn es soviel schneit wie im Moment, dann ist alles feucht. "Das müsse unbedingt vermieden werden, weil sich leicht Schimmel oder Bakterien bilden, erklärt der stellvertretende NABU-Vorsitzende. Am besten sei es, den Platz mit Zeitungspapier auszulegen.
Rohde berichtet, dass häufig sechs bis sieben Drosseln oder Rotkehlchen in seinem großen Vogelhaus sitzen würden. "Gerade die Meisen und Drosseln müssen jetzt bei der Nahrungssuche unterstützt werden. Die fressen eigentlich Larven und Käfer," erklärt der Münderaner. Die gekauften Futterknödel rühren die Vögel, seitdem er seine "Spezialmischung" anbietet, nicht mehr an.
"Nicht nur im Winter sollte der Gartenbesitzer an die Vögel denken", so Becker. In den heimischen Sträuchern und Stauden würden sich die Vögel wohlfühlen. Die sollte man im Garten haben, denn mit einem englischen Rasen können die gefiederten Freunde nicht viel anfangen.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 30. Januar
Kalt erwischt
VON GABRIELE SCHMEDES UND JENS TIPPEL
Immerhin, die Hersteller von Dachrinnenheizungen - dieser innovativen Lösung gegen Eiszapfenbildung - müssen keine Zukunftsängste haben, Energieversorgern wird  warm ums Herz, und auch mit der Produktion von Eiskratzern, Schneeketten und Frostschutzmitteln lag man auf der sicheren Seite und konnte sich die Hände reiben - nicht unbedingt vor Kälte.
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Zerstreuung findet man in solchen Fällen allenfalls beim Vögelfüttern, denn allen Hardliner-Ökologen zum Trotz: das Vogelhäuschen ist zurück!
Seit den siebziger Jahren, als der Naturschutz zum Politikum wurde und jeder menschliche Eingriff dem Ökosystem schadete, blickte man eher verächtlich auf das sentimentale Symbol falsch verstandener Tierliebe. Und patente Familienväter verstauen wehmütig ihre liebevoll im Hobbykeller gearbeiteten Vogelhäuschen, um die Vogelpopulation nicht wohlmöglich noch durch künstliche Futterquellen in ihrem Kampf ums Dasein zu verweichlichen.
Heute scheiden sich zwar die Ökologengeister noch immer über die Notwendigkeit des Zufütterns, aber die ideologischen Fronten sind nicht mehr ganz so verhärtet. Der Naturschutzbund und der deutsche Vogelbund raten zum Füttern bei geschlossener Schneedecke und Temperaturen von minus 5 Grad, während das Max-Planck-Institut für Ornithologie und die Heinz-Sielmann-Stiftung, die in England seit 30 Jahren übliche Ganzjahresfütterung favorisieren, damit sich die Arten, die weniger häufig vorkommen, an die Futterstelle gewöhnen und sich die Bestände erholen können.
Die These, wonach ganzjährig gefütterte Vögel zu bequem würden, die zur Aufzucht der Jungen unerlässlichen Insekten zu fangen, konnte durch Untersuchungen des "British Trust for Ornithology" mittlerweile entkräftet werden - Umweltschützer alter Schule hätten ihren Aktivismus ja auch nicht für eine Beamtenstelle der Bequemlichkeit geopfert, ebenso der Mythos, dass mehr Vögel an falscher Fütterung sterben, als der Hungertod zu erleiden. Mit einer Köpertemperatur von 43 bis 44 Grad ist man widerstandsfähig gegen bakterielle und virale Infekte, von der Vogelgrippe blieben die Singvögel bislang verschont. Und was die sogenannte natürliche Selektion betrifft: Wir sind es schließlich, die das Klima verändern und den Vögeln Lebensraum und Nahrungsgrundlage nehmen - das sollte selbst dem eingefleischtesten Darwinisten schon ein paar Körnchen wert sein.
Aber welche Einstellung Sie auch immer teilen, ob Sie den notleidenden Vögeln helfen oder nicht, in ein paar Wochen wird sich der Frühling nicht mehr aufhalten lassen, die Dachrinnenheizungen sind abgestellt, und unsere gefiederten Freunde werden wieder mehr zum Selbstversorger.
Alles andere ist dann Schnee von gestern.
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DWZ - Hessisch Oldendorf - 30. Januar
Jede Menge Informationen rund ums Energiesparen / Ausstellung läuft noch am heutigen Sonnabend in und rund um das Kulturismusforum des Rathauses
Hessisch Oldendorf (ah).
Nicht wiederzuerkennen ist das Kulturismusforum, das sich in eine Messehalle verwandelt hat. Präsentiert werden seit gestern Wärmepumpen, Kaminöfen, Heizungen, Holz- und Bioenergie-Region ist ebenso vor Ort wie der Verband Wohneigentum und der Naturschutzbund. Anmerkung Webmaster: Das NABU-Energiesparmobil ist vor Ort und informiert durch die Schornsteinfegerinnung über Energieeinsparmaßnahmen.
 
NDZ - Bad Münder - 19. Januar
NABU rasiert die Weiden im Winningstal
Eimbeckhausen (gho).
Sie ließen sich vom pitschnassen Schnee nicht abhalten: Für ihre ersten Naturpflegemaßnahmen des Jahres hatten sich die NABU-Unterstützer um den Ortsgruppenvorsitzenden Matthias Bergmann gegen Kälte und Nässe zu wappnen. Mit vereinten Kräften wurden sie am Flohenbach im Winningstal aktiv, setzten gezielte Schnitte mit der Kettensäge und damit Kopfweiden auf den Stock. Eine Arbeit, die alle fünf bis sechs Jahre erforderlich sei, wenn die landschaftstypischen und ökologisch wertvollen Weiden lange erhalten bleiben sollen, wie Großmann betonte. Hans-Jürgen Imhoff aus Beber hatte seinen Trecker mit Frontgabel mitgebracht, um damit die Berge von abgesägten Ästen und Zweigen vom Ufer wegzubringen. Mitarbeiter des Baubetriebsamtes holen sie zum Schreddern auf der Grünschnittdeponie ab.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 15. Januar
Winternot: Für die Schleiereule wird's jetzt eng / Schnee macht Greifvögeln die Mäusejagd schwer / Rehe, Wildschweine & Co. haben keine Probleme

Weserbergland (kar).
Was Kinder freut und Autofahrer nervt, wird für einige Wildtiere im Weserbergland zum Problem: Schnee. Mäuse als Beute - Fehlanzeige! Unter der geschlossenen Schneedecke sind sie nur schwer zu entdecken. Für einige Eulen und Greifvögel im Landkreis bedeutet das bittere Not. "Wir hatten im vergangenen Jahr ohnehin ein schwaches Mäusejahr", sagt Karl-Friedrich Alms, NABU-Experte für Tag- und Nachtgreife. In früheren Jahren mit deutlich höherem Mäusebestand habe die Zahl der Jungtiere wesentlich höher gelegen. Nur dank der gewachsenen Anzahl der vom NABU betreuten Schleiereulenkästen sei die Zahl der geschlüpften jungen Schleiereulen in Hameln-Pyrmont konstant gehalten worden. "Am stärksten betroffen sind Schleiereule und Mäusebussard", vermutet Alms, der sich nur zu gut an den harten Schneewinter 1979 erinnert: "Damals brach der Schleiereulenbestand im Landkreis weitgehend zusammen." Um ähnlich Schlimmes zu verhindern, bittet der Naturschutzbund die Landwirte, ihre Scheunen zu öffnen, damit die Schleiereule einfliegen und im Inneren die so dringend benötigte Mäuse-Beute fangen kann: "Das hat auch vor mehr als dreißig Jahren vielen Eulen das Leben gerettet," sagt Alms.
"Schleiereulen sind Kulturfolger", bestätigt Kreisjägermeister Jürgen Ziegler. Als Haus- und Hofbewohner hielten sich diese Tiere in unmittelbarer Nähe von Menschen auf, die ihnen in einem harten Winter mit Nahrung helfen können. Beim Uhu aber sieht das anders aus: "Der hat keine Not", so Ziegler. Das Wappentier des Landkreises könne sogar Hasen schlagen. Während Greifvögel wie Mäusebussard und Roter Milan Anmerkung Webmaster: Der Rote Milan ist ein Zugvogel und hält sich im Winter nicht im Landkreis Hameln-Pyrmont auf, die auf die kleinen Nager als Beute angewiesen sind, jetzt Hunger leiden, haben Habicht und Sperber keine Probleme: Sie jagen Singvögel. Keine Probleme sieht der Kreisjägermeister trotz der geschlossenen Schneedecke für Rehe, Wildschweine & Co., obwohl der benachbarte Landkreis Holzminden gerade die Notzeit für Wildtiere ausgerufen hat: "Noch können die Tiere ihre Nahrung durch Scharren freischlagen", sagt Ziegler. Haarig würde es für sie erst bei "starken Tauwetter mit Wiedergefrieren oder bei Eisregen", weiß der Kreisjägermeister aus Erfahrung, weil sich dann die Tiere beim Scharren erheblich verletzen können.
Wird der Kreisjägermeister - wie jetzt im Landkreis Holzminden - die Notzeit ausgerufen, ist die Bejagung von Wild ab sofort ausgeschlossen und es besteht die Pflicht zur Fütterung. Mit artgerechten Futter, versteht sich. Dazu zählen Zuckerrüben und Fasanenfutter wie Heu für Rehe und Damwild, aber auch Mais oder Eicheln für die Wildschweine. "Die Eichelmast war im vergangenen Herbst sehr gut. Da ist der Wald noch voll mit Eicheln und Bucheckern", sagt Ziegler; "An die kommt das Wild bei den derzeitigen Schneeverhältnissen noch problemlos ran." Und auch Brombeeren, die Leibspeise von Rehen, gedeihen in heimischen Wäldern prächtig, "da wir in unserer Region eine üppige Bodenvegetation haben", stellt Ziegler fest. Der freiwilligen Fütterung von Wildtieren aber steht auch jetzt nichts im Weg: "In den Monaten Januar, Februar, März und April ist das erlaubt", sagt Ziegler, der Jägern in diesen Monaten zu einem freiwilligen Jagdverzicht rät.

Auch wenn die klirrende Kälte anhält - physiologisch sind alle Tiere auf den Winter eingestellt: "Sie reduzieren ihren Verdauungstrakt", weiß Ziegler. Und brauchen dann entsprechend weniger Nahrung. Wenn Wildtiere in diesen Tagen häufiger in Wohngebieten gesehen werden, habe das aber nichts mit einer Verlagerung ihrer Jagdgebiete zu tun: "Man sieht sie jetzt einfach besser", sagt der Kreisjägermeister: "Im Schnee und in den klaren, hellen Nächten fallen sie stärker auf."
Entwarnung auch für alle, die sich um Enten und andere Wasservögel sorgen: "Solange die Fließgewässer nicht völlig zufrieren, können sie noch sehr leben", beruhigt Ziegler die Tierliebhaber.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 06. Januar
Wenn es eisig ist, wird ihre Nahrung knapp / Wie man Vögel im Winter richtig füttert und was die einzelnen Arten besonders lecker finden
Weserbergland (kar).
Hecken und Büsche tragen dicke, weiße Hauben. Pflanzen sind unter der Schneelast verschwunden. Der Winter hat das Weserbergland fest in seinem eisigen Griff. Das soll sich auch in den nächsten Tagen nicht ändern. Wer ein Herz für Vögel hat, füttert jetzt. Denn je kälter es ist, desto schwieriger wird es für sie, noch eigenständig Nahrung zu finden. Selbst die letzten Insekten und Spinnen sind in vereisten Winkeln kaum mehr zu entdecken. Und Stängel und Sämereien in Gärten und an Wegrändern machen sich ohnehin rar. "Viele Vögel finden den Tod, wenn sie über längere Zeitabstände keine Nahrung finden", weiß Hans Arend, Vogelschutzexperte beim NABU Hameln-Pyrmont. Der Energiebedarf der gefiederten Freunde sei jetzt sehr hoch. Arend rät daher zu einer "mit Sachverstand durchgeführten Winterfütterung". Und möglichst sofort.
Zahlreiche Anrufe erreichen den Naturschutzbund in diesen Tagen: "Die Leute fragen nach den besten Fütterungsmöglichkeiten", sagt Arend und stellt fest: "Die Winterfütterung erlebt eine Renaissance." Für den Naturschutz-Experten eine gute Nachricht: "Durch die Fütterung beschäftigen sich jetzt viele mit der Vogelwelt, gerade Kinder und alte Menschen lernen dadurch die Vogelarten kennen und bekommen einen Bezug zur Natur. Aus umweltpädagogischer Sicht ist das sehr wertvoll."
Was man bei der Winterfütterung von Vögeln wissen sollte: "Massenfutterplätze sind ungeeignet", sagt Arend, "weil sich in ihnen leichter Krankheitserreger ausbreiten können." Penibel sauber muss der Futterplatz sein. Das gilt vor allem für Vogelhäuschen, weil dort der Kot der Tiere das Futter verschmutzt. Er muss regelmäßig entfernt und alle Gefäße stets sauber gehalten werden. "Am besten sind Futtertrichter aus Kunststoff oder Metall geeignet, weil in ihnen das Futter trocken bleibt und nachrutschen kann", empfiehlt Arend. Fettfutter sollte geschützt aufgehängt werden, zum Beispiel in einem umgekehrt aufgehängten Blumentopf oder einer Kokosnusshalbschale. Meisenknödel kann man fertig kaufen. Auch andere Singvögel mögen diese Mischung aus Körnern und Fett.
Für die meisten Körner- und Weichfresser sind Mischungen aus Haferflocken, Kleie, Sämereien, Sonnenblumenkernen und (salzfreien) Rindertalg geeignet. Fertig zu kaufen gibt es im Fachhandel (ungesalzene) Futter-Erdnüsse, Sonnenblumenkerne, Fettfuttergemisch und Fettbälle.

Auf gar keinen Fall darf man Speisereste, salzhaltige Fette, Brot- oder Kuchenkrümel füttern.
Was unsere Singvögel besonders lecker finden:
Amsel: Äpfel, (ungeschwefelte) Rosinen und Beeren.
Blaumeise und Schwanzmeise: Meisenknödel.
Buchfink: Hanf.
Distelfink: Staudensamen.
Dompfaff: Samen aller Art.
Spatz: Allesfresser.
Kleiber: Baumsamen und Walnusskerne.
Kohlmeise: Fett und Sonnenblumenkerne.
Rotkehlchen: Haferflocken, Fettflocken.
Specht: Haselnüsse.
TIPP: Bereiten Sie selbst eine Mischung für Vögel zu, indem Sie Rindertalg oder ungehärtetes Kokosfett in kleine Stücke schneiden und langsam schmelzen lassen. Unter Rühren Rosinen, Erdnusskerne, Sonnenblumenkerne und Haferflocken zugeben, bis eine zähe Masse entsteht. In eine Form geben und diese geschützt in einen Baum hängen. Katzen dürfen an Futterplätze nicht herankommen.