PYRMONTER NACHRICHTEN - Bad Pyrmont - 21. Dezember
NABU macht die Arbeit mit Kindern zum neuen Schwerpunkt / Holm Rengstorf ist neuer Vorsitzender der Pyrmonter Ortsgruppe
Bad Pyrmont (yt).
Holm Rengstorf ist neuer Vorsitzender der Bad Pyrmonter Ortsgruppe des Deutschen Naturschutzbundes (NABU). Der diplomierte Gartenbauer löst Stefan Habenicht ab, der nach zwei Jahren in diesem Amt nicht erneut kandidierte. Gemeinsam mit Udo Brandt, der zum zweiten Vorsitzenden gewählt wurde, will Rengstorf sich nun um die Aufgaben des rund 300 Mitglieder starken Vereins kümmern.
Vor allem wünscht sich Rengstorf, der bislang als Habenichts Stellvertreter tätig war, dem Nachwuchs die Natur näher bringen zu können. Ein Schwerpunkt der Ortsgruppe werde in Zukunft die Arbeit mit Kindern sein, kündigte er an. Rengstorf selbst hat schon Erfahrung damit. Er gestaltete mit Schülern den Garten der Pyrmonter Herderschule. Außerdem will der NABU unter anderem Waldführungen anbieten und sich um die Pflege der Biotope kümmern. Auch vogelkundliche Führungen mit Prof. Dr. Kord Rehn soll es künftig wieder geben, und Stefan Habenicht bleibt seinen Fledermausnächten treu.
Aus dem Jahresbericht 2008 erfuhren rund ein Dutzend anwesender Mitglieder von der Arbeit, die der Verein und Vorstand hinter den Kulissen leistete. Die Gruppe Bad Pyrmont betreut ein vom Landkreis gefördertes Pachtgebiet sowie fünf Biotope und zwei Naturschutzgebiete. Darüber hinaus betreibt sie aktiven Amphibien- und Fledermausschutz. 23 Fledermauskästen werden im Stadtgebiet kontrolliert und gereinigt.
"Nachdem Jörg Schwedhelm leider keine weitere AB-Maßnahme bewilligt wurde, haben wir mit Alexander Jacobi einen engagierten Nachfolger gefunden", berichtete Stefan Habenicht, der sich auch bei Gerhard Rölle bedankte, der den engen Kontakt mit der Naturschutzbehörde pflegt.
Habenicht berichtete, dass sich der Einsatz für Amphibien im Friedensthal offensichtlich lohne. "Nachdem wir vor zwei Jahren rund 2000 Tiere eingesammelt und über die Straße gebracht haben, haben wir im vergangenen Jahr schon über 3000 Tiere gezählt, was auf eine Erholung der Population schließen lässt", freute er sich.
Während Lionel Pracht sich erneut für die Aufgabe des Kassierers zur Verfügung stellte, legte Karin Koch ihr Amt als Schriftführerin nieder. Für sie wurde kein Ersatz gefunden.
An der Versammlung nahm der NABU-Kreisvorsitzende Hans Arend teil, der dem neuen Vorstand seine tatkräftige Unterstützung zusagte.
 
DWZ - Hameln - 30. November
Der Aal - bald gibt es ihn nicht mehr

VON JESSICA JANSON
Der Europäische Aal, Fisch des Jahres 2009, steht kurz vor dem Aussterben. Das ist die Einschätzung des Internationalen Rates für Meeresforschung. Der World Wide Fund for Nature (WWF) fordert nun Fangstopp und Konsumverzicht: Seit den achtziger Jahren soll der Aalbestand um über 90 Prozent zurückgegangen sein. Nicht nur die großen Organisationen, sondern auch heimische Fischfreunde sorgen sich. "Die Entwicklung des Aalbestandes ist dramatisch", urteilt Wilhelm Wehrhahn, 2. Vorsitzender des Sportfischer-Verbandes Hameln und Umgegend.
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Doch auch für die Aale, die alle Fischernetze und Turbinen schadlos überlebt haben, ist die Gefahr noch nicht vorbei. Es lauert noch ein weiterer, nach Wehrhahns Ansicht sogar der schlimmste Gegner: Der Kormoran. Der schwarze Vogel sei ein großes Gefahrenpotential, nicht nur für den Aal, sondern für die gesamte heimische Fischpopulation. Umso unverständlicher ist es für ihn, dass der NABU den Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 gekürt hat.
Das sieht Thomas Brandt, wissenschaftlicher Leiter der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer, jedoch ganz anders. "Der Kormoran frisst Fisch, aber nicht in erster Linie Aal", versichert er. 99 Prozent der Bedrohung des Aales gehe aus den zuvor genannten Gefahren aus, "der Kormoran verursacht allein das übrige Prozent", ist er überzeugt. Studien am Steinhuder Meer belegen zudem, dass der Aalbesatz schon vor Wieder-Auftauchen der ersten Kormorane 1991  nicht ausgereicht hat, um den Bestand zu sichern. "Man kann also die Schuld nicht den Kormoranen zuschieben. Der Beutegreifer gehört einfach in ein natürliches Ökosystem", ist Brandt überzeugt. Er sieht jedoch ein, dass der Kormoran für kleinere Fischteiche ein wirtschaftliches Problem darstellen kann: "Hier muss man gemeinsam nach Lösungen suchen und darf nicht den Kormoran pauschal verteufeln".
Egal durch welche Gefahren: Fest steht, dass es immer weniger Aale gibt, die ihre Geschlechtsreife erreichen und dann ihren mehrere Monate dauernden Weg zurück in die Sargossasee antreten können, wo sie sich fortpflanzen. Dadurch gibt es weniger Nachwuchs, der Aal wird immer teurer, die Fangbemühungen steigen weiter.
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DWZ - Hameln - 27. November
Krähen überall - und sie werfen mit Steinen / Experten vermuten Spieltrieb als Ursache / Vögel aus dem Norden vergrößern Hamelner Kolonien
VON CHRISTA KOCH
Hameln.
Wir nennen ihn Paul. Jeden Tag können wir Paul beobachten, wie er da auf dem Flachdach uns gegenüberhockt. Und mit Steinen spielt. Erst nimmt er sie in den Mund, lässt sie hin und her rollen, als wolle er sie runterschlucken. Und dann - peng! - wirft er sie runter, manchmal haarscharf an parkenden Autos vorbei. Verbieten nützt natürlich nichts. Paul lässt sich von uns nichts verbieten - denn Paul ist eine Krähe.
Wie seine Artgenossen ist Paul äußerst schlau. Hamelner, die in der Nähe eines der beliebten Schlafplätze der Vögel wohnen - rund ums Krankenhaus, am Posthof, auf dem Scharnhorstgelände - wissen ein Lied davon zu singen. Etwa wie Krähen Nüsse knacken. Erst lassen sie die Nuss aus großer Höhe fallen und hoffen, dass sie zerplatzt. Funktioniert das nicht, legen sie die Nuss oft auch direkt vor ein Auto, sobald sie merken, dass der Fahrer losfahren will. Klappt fast immer - Reifen drüber, knack, und schon kommt der Vogel an die begehrte Beute.

Was aber macht er mit Kieselsteinen? "Kieselsteine vom Dach zu werfen, macht wenig Sinn. Es könnte sich deshalb um wenig erfahrene Vögel handeln, die ein beobachtetes Verhalten von Altvögeln wie das Knacken der Nüsse nachahmen und hierfür fälschlicherweise Steine nehmen", vermutet Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland zuständig für Naturschutz und Waldökologie (NABU). Dr. Markus Nipkow, (Ornithologie und Vogelschutz beim NABU), ergänzt: "Rabenvögel, zu denen die Krähen gehören, sind sehr intelligente Tiere und besitzen einen ausgeprägten Spieltrieb. Insofern könne der Kieselstein auch einfach nur als nettes Spielzeug gewesen sein." Er selbst habe kürzlich beobachtet, wie eine Rabenkrähe mehrfach einen Gegenstand, vermutlich eine Walnuss, aus größerer Höhe fallen ließ, ihm dann senkrecht hinterher schoss und noch in der Luft wieder auffing. Und das habe sie mindestens fünfmal wiederholt.
Bekannt ist, dass Krähen äußerst intelligente Tiere sind. Forscher der Universität Oxford untersuchen seit längerem die Rabenvögel und ihr Verhalten und haben bei verschiedenen Experimenten festgestellt, dass Corvidae, wie der botanische Name lautet, in der Lage sind, Werkzeuge benutzen, und zwar auch mehrere hintereinander. So versteckten die Wissenschaftler Nahrung, an die Krähen nur mit einem speziellen Werkzeug herankommen, in einem Loch. Drei verschiedene Werkzeuge waren nötig, um den Leckerbissen zu ergattern - und es klappte.
Trotz vieler Beweise über Intelligenz sind Krähen allerdings nicht besonders beliebt, galten früher gar als Unglücksvögel. Und Hans Arend vom NABU Hessisch Oldendorf weiß, dass Rabenkrähen im Sommer sogar Jungvögel fressen. Tagsüber fallen sie auf den Feldern rund um Hameln ein, wobei besonders die Saatkrähen auffallen.
Haben sie normalerweise ihre Heimat in Skandinavien oder in Sibirien, so ziehen sie jetzt im Winter in Scharen in wärmere Gebiete. Sie fressen, im Gegensatz zu Rabenkrähen, allerdings nur Saat oder Würmer. Saatkrähen sind ausgesprochene Koloniebrüter.
Aber auch die Rabenkrähen lieben es gesellig. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit sammeln sie sich zu Hunderten und sorgen so für Aufsehen. Aus allen Richtungen fliegen sie herbei und lassen mit ihrem lauten Gekrächze wissen, dass sie wieder da sind. Nach vielfachen Hin- und Herfliegen lassen sie sich dann auf ihren Schlafbäumen nieder, derzeit besonders gut zu beobachten, weil die Bäume unbelaubt sind. Das Schwarmverhalten dient übrigens allein der Sicherheit der Vögel. Zwar haben sie in der Stadt so gut wie keine natürlichen Feinde, doch fürchten sie den Habicht, ihren größten Feind. "Der ist inzwischen allerdings seltener geworden", sagt Arend.

Dafür entwickelt sich der Mensch mehr und mehr zum Feind der Krähen. Und das liegt nicht nur daran, dass die Allesfresser mittlerweile auch Komposthaufen und Mülltonnen auf der Suche nach Essbarem durchstöbern. Vielmehr hinterlassen sie Tag für Tag deutlich sichtbare Spuren - Krähenkot bedeckt nicht nur die Gehwege, besonders am 164er Ring am Theater oder am Posthof, sondern verunziert auch sämtliche Autodächer in der unmittelbaren Umgebung der Schlafbäume.
Anders als viele Hamelner vermuten, sind Krähen, zumindest außerhalb der Brutzeit, zum Abschuss freigegeben. Das allerdings gilt nur für die Rabenkrähen.
Die viel selteneren Saatkrähen sind streng geschützt. Zu erkennen und damit von den Rabenkrähen zu unterscheiden sind sie lediglich an einem hellen Fleck über dem Schnabel. Aber so mancher Jäger, glaubt Arend, habe die beiden artverwandten Vögel wohl schon mal verwechselt. Was die Verunreinigungen durch Kot angeht: Auf Straßen und Gehwegen besorgt der Regen meist das Geschäft des Reinigens. Außerdem: "Damit muss man leben. Das ist eben Natur, und das kann man nicht verhindern", meint der heimische NABU-Experte. Schließlich dürfe man ja auch keine Schwalbennester abschlagen, nur weil diese Vögel die Hausfassade mit ihren Hinterlassenschaften verunreinigen.
 
DWZ - Bad Münder - 23. November
Stationsleiter berichtet über "wilde" Arbeit
Bad Münder (st).
In seinem Job geht es schon einmal etwas "wilder" zu. Dr. Florian Brandes aus Sachsenhagen ist Leiter der dortigen Artenschutz- und Wildtierstation. Am Mittwoch, 25. November, ist der Fachmann für Fragen und Probleme im Zusammenhang mit Wildtieren zu Gast im Deutschen Haus in Bad Münder. Ab 19 Uhr erzählt Brandes über die Arbeit in der Station, die auch für die NABU-Gruppe Sünteltal immer wieder Ansprechpartner ist, wenn es um Angelegenheiten mit Wildtieren geht.
Bereits seit 1982 arbeitet der gemeinnützige Verein "Wildtier- und Artenschutzstation" in Sachsenhagen als staatlich anerkannte Pflegestation für verletzte oder verwaist aufgefundene heimische Wildtiere und für behördlich beschlagnahmte Tiere wild lebender Arten und Exoten. In der Einrichtung werden die Patienten tierärztlich versorgt und gepflegt. Die Station kann auch von interessierten Tierfreunden besichtigt werden.
 
SZ (Schaumburger Zeitung) - Schaumburg - 14. November
Ein Herz für den Weißstorch: Nest aufgestellt / Stadtwerke unterstützen Naturschutz
Bückeburg (rd).
Das Wasserschutzgebiet Großenwieden bietet seit Kurzem ein neues Zuhause für den heimischen Weißstorch. Der NABU Hessisch Oldendorf / Hameln hat mitten in der ungestörten Natur ein Storchennest aufstellen lassen, um die Heimkehrer aus dem Süden im Frühjahr dort langfristig anzusiedeln. Die hierfür benötigte Grundstücksfläche haben die Stadtwerke Schaumburg-Lippe gerne und unbürokratisch zur Verfügung gestellt. Unterstützt wurde das Projekt zudem von der Unteren Naturschutzbehörde Hameln.
Anmerkung Webmaster: der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont.
Die ältesten Bewohner aus Großenwieden wissen noch zu erzählen, dass es bereits vor rund 60 Jahren Störche in der Region gab. Ein damals regelmäßig bewohntes Nest fiel jedoch einem heftigen Sturm zum Opfer. Im Wasserschutzgebiet Großenwieden gewinnen die Stadtwerke Trinkwasser. Es wird in drei Brunnen gewonnen, die bis in eiszeitlich abgelagerten Terrassenkiesen der Weser in rund 10 Meter Tiefe hinabreichen. Mit dem Grundwasservorkommen im Bereich des Wasserwerkes Engern/Ahe dient das Förderrevier der Versorgung der Kunden der Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Die Zusammenarbeit zwischen NABU und den Stadtwerken in diesem schützenswerten Gebiet begann vor rund drei Jahren. Der NABU hatte auf dem Gelände Sitzstangen für Greifvögel errichtet. Im Frühjahr dieses Jahres wurde dort das Insektenhotel "Zur wilden Biene" eröffnet.
Im Vorfeld des neuesten Projektes galt es, alle wasserrechtlichen und bautechnischen Bedingungen zu erfüllen, sogar eine Baugenehmigung für das Storchenheim ist eingeholt worden. Das Storchennest ist jetzt von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe - vertreten durch Wassermeister Dietmar Steinmeier und Technikleiter Michael Sokoll - sowie vom NABU-Vertreter Klaus Göring eingeweiht worden. Wenn die Störche im Frühjahr aus ihren Winterquartieren zurückkehren, werden sie hoffentlich das neu angebotene Eigenheim in Großenwieden beziehen.

Der Weißstorch ist einer der imposantesten und bekanntesten Brutvögel. Einst häufig in Deutschland, ist sein Bestand stark gefährdet. Er ist heute ein Symbol für einen bedrohten Lebensraum. Langjährige Eingriffe des Menschen in die Natur, die vielerorts eine Zerstörung seiner Lebensgrundlagen nach sich zogen, führten zu einem dramatischen Rückgang des Weißstorchenbestandes in Deutschland. Naturbelassene Landschaften mussten intensiver landwirtschaftlicher Nutzung weichen. Viele Pflanzen und in der Folge davon lebenden Tierarten wurde damit der Lebensraum genommen. Der Storch, der am Ende dieser Nahrungskette steht, findet so nicht mehr ausreichend Beutetiere um sich zu ernähren und seine Jungen großzuziehen. Die Nahrung der Störche besteht aus Regenwürmern, Insekten, kleinen Nage- und Säugetieren sowie Amphibien, Reptilien und Fischen - gut, dass in unmittelbarer Nähe zum Nest ein artenreicher See zur Nahrungsaufnahme lockt.
Klaus Görings nächste Idee: Angesichts der Diskussion um die Verteilung von Schulobst könnte er sich gut vorstellen, auf dem Gelände noch eine Streuobstwiese anzulegen.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 12. November
Wildgänse füllen bei Weibeck verlorene Fettvorräte auf / Wer auf die scheuen Vögel schießt, sorgt für größeren Schaden / Durch Aufscheuchen verlieren sie wieder Energie
Weibeck/Fischbeck (doro).
Wer in dieser Zeit den Keil der Gänse am Himmel sieht oder ihre Rufe hört, der weiß, dass sie einen langen Weg hinter sich haben. Ende August verlassen die Wildgänse ihre sibirischen Brutgebiete und brechen zu einer rund 6000 Kilometer langen, beschwerlichen Reise auf. Diese führt sie mit mehreren Zwischenstopps auch nach Deutschland, vor allem nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.
Ein Rastplatz liegt im Moment zwischen Weibeck und Fischbeck. Mehr als 50 Wildgänse lassen sich in einer Senke auf einem abgeernteten Maisfeld jeden Morgen beobachten. Dort fressen sie, um die verlorenen Fettvorräte wieder aufzufüllen. In den äsenden Trupps haben immer einige Vögel die Hälse gereckt und halten Wache. Nähert sich ein Mensch, geben die Wachtiere Alarm, und der ganze Trupp fliegt auf.

"Ich verstehe alle, die sich das Schauspiel der dort rastenden Wildgänse möglichst aus der Nähe ansehen wollen, bitte aber eindringlich, in respektvoller Entfernung stehen zu bleiben, um ein Auffliegen zu vermeiden. Hunde sollten unbedingt an der Leine bleiben", sagt der Vorsitzende der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf, Hans-Jürgen Wissel. "Durch das Auffliegen verbrauchen die Tiere viel Energie, was wiederum zu einer erhöhten Nahrungsaufnahme führt". Als Zugvögel, die zwischen den Brutgebieten Nordeuropas und Sibiriens und den Überwinterungsgebieten in Mittel- und Westeuropa jährliche Wanderungen unternehmen, stellen die Wildgänse einen Teil des internationalen Naturerbes und damit auch Niedersachsens dar. Die rastenden Gänsepopulationen, die aus Brutgebieten kommen, sind von intakten und störungsarmen, vor allen Dingen ausreichend großen Rast- und Nahrungsplätzen abhängig. Der NABU fordert daher die Erhaltung großflächiger Grünlandbereiche. Dadurch könnten ausgedehnte Ruhezonen geschaffen werden, die dazu beitragen, die Wildgänse aus den benachbarten Gebieten mit hohem ackerbaulichen Anteil fernzuhalten.
"Eine Jagd auf Gänse ist als Mittel zur Schädlingsbekämpfung völlig ungeeignet, denn eine Koexistenz von Wildgänsen und Landwirtschaft ist möglich. In den meisten Fällen, wie hier bei uns, erzeugen die extensiv weidenden Gänse keinen Schaden, weil sich die Vegetation erholt, und der Kot als Dünger dient", erklärt der Vorsitzende. Allerdings müssen die Schäden, die nachweislich von Gänsen verursacht würden, durch Ausgleichsmaßnahmen kompensiert werden. Außerdem konterkarierte die Bejagung von Gänsen die Instrumente des Vertrags-Naturschutzes.
 "Hinzu kommt, dass die Jagd in Gänserastgebieten oftmals mit massiven Störungen für andere Vogelarten verbunden ist und gegen die Bestimmungen des Naturschutzrechtes verstößt", führt Hans-Jürgen Wissel weiter aus. Bejagte Gänse werden scheu, flüchten bereits aus großen Distanzen und benötigen durch häufiges Herumfliegen mehr Energie, was durch eine erhöhte Nahrungsaufnahme kompensiert werden muss. Die Tiere konzentrieren sich dann auf ungestörte Nutzflächen und fressen dort länger und häufiger, sodass im Endeffekt höhere Schäden auftreten, die ohne Beschuss hätten vermieden werden können.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 10. November
Wohnung mit Ausblick für Weißstörche / NABU-Mitglied zeigt wieder ein Herz für Tiere
Großenwieden (ah).
Erneut hat NABU-Mitglied Klaus Göring ein Herz für Tiere gezeigt. Er sorgte dafür, dass in Großenwieden nach dem Insektenhotel eine komfortable Unterkunft für Weißstörche auf die Beine gestellt wurde. In neun Metern Höhe befindet sich nun auf einem von den Stadtwerken Schaumburg-Lippe gekauften Gelände am Ende der Straße Ortfeld eine Nisthilfe.
Nach einem Entwurf Rüdiger Beiersdorfers hat Göring auf einem Wagenrad aus frisch geschnittenen Weidensträngen eine Nisthilfe geflochten. Sie ruht auf drei in den Boden verankerten, ehemaligen Strommasten, befestigt mit Schellen, die Wim Ossenkop sponserte und anschweißte. Mithilfe eines Krans wurde die Storchenwohnung aufgestellt; die Kosten übernahm die Untere Naturschutzbehörde. "Hier könnten Störche gut leben", betonte Göring. Nun heißt es abwarten, zum ersten Storchenbeobachter wurde Wilfried Eldracher ernannt.

Jürgen Wissel, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf, erzählte, dass in den 30er Jahren ein mit zwei Jungstörchen belegtes Nest auf der Großenwiedener Kirche bei einem Sturm zerstört wurde. In der danach angebrachten Horsthilfe kehrten keine Störche ein. Für den NABU sei es ein schönes Gefühl, dass die vom Aussterben bedrohten Störche die Menschen so faszinierten, sagte Wissel. "Wir müssen dafür sorgen, dass sie genügend Lebensraum haben." Bevor Klaus Göring bei der Einweihung der Nisthilfe zu Kaffee und Kuchen einlud, äußerte er bereits neue Pläne: Nistkästen für Schleiereulen sollen am Kirchturm angebracht, eine Streuobstwiese könnte angelegt werden.
 
NDZ - Bad Münder - 06. November
NABU informiert sich über Umweltamt / Harald Meyer-Archilles berichtet aus seiner Arbeit / Angeregte Diskussion
Bad Münder (jhr).
Naturschutz und Landschaftsnutzung - ein nicht immer konfliktfreier Bereich, wie bei der jüngsten Vortragsveranstaltung der NABU-Gruppe Sünteltal deutlich wurde. In der Diskussion stellten zahlreiche Teilnehmer die von ihnen erkannten Problemfelder vor.
Eingeladen hatte die NABU-Ortsgruppe um den Vorsitzenden Matthias Großmann Harald Meyer-Archilles vom Umweltamt der Stadt, um mit ihm über Naturschutz in Bad Münder zu sprechen. Meyer-Archilles skizzierte den Aufgabenbereich des Amtes, stellte dabei auch die Kernprobleme vor: Fehlende Haushaltsmittel würden den Bereich des Amtes für Bau, Planung und Umwelt immer mehr niederschlagen. "Wir sind in unseren Maßnahmen deutlich eingeschränkter als noch vor etwa zehn Jahren", stellte er heraus. Zu spüren sei dies insbesondere beim Flächenerwerb für Naturschutz-maßnahmen, aber auch bei der Unterstützung der ehrenamtlichen Naturschützer.
Bei seinem Überblick über die Projekte in Bad Münder ging Meyer-Archilles auch auf die Renaturierungsmaßnahme an der Hamel im Bereich der Rahlmühle (NDZ berichtete) ein. Das Vorhaben sei bewusst nicht in diesem Jahr in Angriff genommen worden, da viele Tiefbaufirmen durch Ma0nahmen aus dem Konjunkturprogramm ausglastet seien. "Wir wollen in einem Wettbewerb gerne aussuchen können", so Meyer-Archilles. Die Grundstückskäufe seien allerdings inzwischen abgeschlossen.
Thema des Abend war auch das Biotop an der Wallstraße - nach dem Verschwinden einer Hinweis-Tafel wurde angeregt, möglichst schnell eine neue Tafel aufzustellen, damit sich Passanten über das Projekt informieren können. "So ein Biotop mitten in der Stadt ist sehr selten", betonte der Mitarbeiter des Umweltamtes, stimmte mit den NABU-Mitgliedern darin überein, dass mit einer Erläuterung auf dem Schild dem fälschlichen Eindruck, dass es sich lediglich um eine ungepflegte Grünfläche handle, entgegengetreten werden könne.
Intensiv diskutiert wurde während des Abends die ordnungsgemäße Landwirtschaft, die nicht von allen Landwirten in Bad Münder beachtet werde. "Blühende Wegränder sind eine Seltenheit geworden, oft wird auch der Wegesrand tot gespritzt", kritisierte Michael Meier. Helmut Burgdorf erinnerte an Bauern, die im vergangenen Winter Scharzbrachen liegen ließen - für ihn ein Grund, an die "freiwillige Selbstkontrolle" der Landwirtschaft zu appellieren: "Die Landwirte müssen selbst aufpassen, dass nicht einige wenige schwarze Schafe den in den vergangenen Jahren mühsam wieder erarbeiteten guten Ruf gefährden. Sie stehen unter enormen Kostendruck, aber sie müssen aufpassen, dass ihr Image nicht leidet".
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 27. Oktober
Leserbrief zu: Der Kormoran ist der Vogel des Jahres / Hoffnung auf Regulierung ist gleich null
2010 wird vergeh'n Kormorane bleiben besteh'n. Europaweit hat man das Problem inzwischen erkannt und politische Bemühungen um ein gemeinsames Kormoran-Management in Gang gesetzt. Logisch und konsequent, war doch die EU-Vogelschutzrichtlinie ursächlich für unerwartete Populationsdynamik. Indes ist die Hoffnung noch regulierend gegensteuern zu können, gleich Null.
Grund sind vor allem bundesweite Reserven aus der Verstädterung dieses Einwanderers. Urbanisierte Tierarten werden nicht bejagt. Kormorane, wie am Hamelner Weserwehr zu beobachten, sieht man nun in allen Städten an deutschen Flüssen, ebenso in anderen europäischen Ländern und natürlich auch bei den Nachbarn der Union. Ehemals fischereifachlich gehegte und gepflegte Forellen- und Äschenregionen, Kiesteiche und Seen, sind weitgehend leergefressen. Auch Besatzmaßnahmen laufen ins Leere.
Viele Berufsfischer und vor allem Teichwirte der Forellen- und Karpfenzucht, früher Besatzlieferanten für alle Arten von naturgemäßen Fischen, haben das Handtuch geworfen. Nicht einmal mehr die Jungfische für den eigenen Bedarf können sie wegen der allgegenwärtigen Kormoranplage durchbringen. Anschaulichstes Beispiel ist das traditionelle Karpfenland Bayern.
Erlauben wir uns einen gedanklichen Sprung zu den unlängst elendig verendeten NABU-Heckrindern im Landkreis Leer. Es ist das gleiche, fachlich wenig kompetente System, welches den Kormoran zum Vogel des Jahres 2010 erwählt hat.
K. H. Seifert, Hessisch Oldendorf
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 26. Oktober
TITELSEITE
Streit um Kormoran spitzt sich zu
Weserbergland (kar).
Fischer kontra Naturschützer: Der Ärger um den Kormoran - vom NABU zum Vogel des Jahres 2010 gekürt - geht in die nächste Runde. "Die Leute gehen zum Sozialamt, nur weil die Kormorane fett werden", sagt Norbert Meyer, der mit seiner Firma Aalfang auf der Weser betreibt, über die wirtschaftlichen Folgen durch den Vogel, der für einen Rückgang des Fischbestands sorge. Hans Arend (NABU) weist die Kritik als unbegründet zurück. > Seite 17
Der Kormoran bringt Fischer auf die Palme / Streit um Vogel des Jahres wird hitziger
Weserbergland (kar).
Die hitzige Debatte um den Kormoran, den der NABU zum Vogel des Jahres 2010 gekürt hat, wird schärfer, ruft jetzt auch heimische Fischer auf den Plan: "Dir Leute gehen zum Sozialamt, nur weil die Vögel fett werden", stellt Norbert Meyer, Chef der Fisch Meyer GmbH, bitter fest. Immer mehr Fischereibetriebe müssten in Deutschland dicht machen, weil sie nicht gegen die Kormorane ankommen. Meyer, der auf der Weser Aalfang betreibt, ist selbst betroffen: "Es fehlen Generationen kleiner Aale im Fluss", sagt der Fischer. "Das laste ich den Kormoranen an." Auch den früher üblichen Jung-Zander als Beifang gebe es heute nicht mehr. Und: "Es macht wenig Sinn, Lachse in der Weser wieder auszusetzen, wenn sich 500 Meter weiter die Kormorane den Bauch voll schlagen."
Vor dem Hintergrund der vom NABU aufgeführten Zahlen zum Kormoranbestand in Deutschland macht Meyer folgende Rechnung auf: 24000 Paare - das bedeute 48000 Tiere, von denen jedes 300 Gramm Fisch pro Tag fresse. Dazu kämen 100 Gramm verletzte, nicht lebensfähige Fische. Das ergebe 19,2 Tonnen Fisch täglich, die sich die Kormorane holen würden. Rechne man das Kilo zum Sonderpreis von 4 Euro komme man auf 75000 Euro pro Tag oder 28 Millionen Euro jährlich. Geld, das den Fischereibetrieben durch die Lappen geht. Besonders gravierend seien die Einschnitte in die Teichwirtschaft, wenn dort riesige Schwärme einfallen und alles leer fischen. "Große Teiche kann man nicht wie kleinere Forellenteiche abspannen. Hier muss gejagt werden", fordert Meyer.
Dass es in der Teichwirtschaft durch den Kormoran zu größeren Verlusten kommen kann, räumt Hans Arend vom heimischen NABU zwar ein, alles andere aber sei Quatsch: "2005 konnte die Küstenfischerei trotz Kormorane sogar den zweitbesten Fangertrag seit der Wende vermelden," stellt er fest. Hier lebe auch der Großteil der Vögel. Rückläufige Fischerträge an Binnengewässern sind seiner Ansicht nach auf eine geringere Nährstoffzufuhr bei den Gewässern zurückzuführen: Dadurch gebe es weniger pflanzliches und tierisches Plankton, das die wichtigste Fischnahrung sei. Kormorane fressen nur so viel, wie sie für ihren Lebenserhalt brauchen, so Arend. "Und das sind vor allem häufige, nicht marktfähige Fische."

"Stimmt nicht," hält Gerhard Honig von den heimischen Sportfischern dagegen. "Die Artenverarmung und der Rückgang des ehemaligen Fischreichtums unserer Gewässer ist erst nach dem massiven Auftreten des Vogels des Jahres 2010 eingetreten", sagt Honig und plädiert wie Meyer für die Bejagung des Kormorans, der "einfach nicht in das hiesige Ökosystem passt." In der ehemaligen DDR habe man den "Fischräuber" durch Bejagung kurz halten können. "Nach der Wende aber kam es nach Vollschonung und ungebremster Vermehrung zu der massenhaften Zuwanderung der hier bis dahin kaum bekannten Art", kritisiert Honig. Dem habe die Niedersächsische Naturschutzbehörde mit ihrer bis 2012 geltenden Kormoranverordnung Rechnung getragen, die eine Regulierung der Bestände durch Abschuss erlaubt. Diese Behörde habe auch festgestellt, dass "keine messbaren negativen Effekte durch die Abschüsse für die Brut- und Restbestände des Kormorans in Niedersachsen eingetreten sind."
Sätze, die Hans Arend aufbringen: "Das Kormoran-Management isr der Vorwand für eine rechtswidrige Verordnung, die 2003 erlassen wurde den bestehenden Schutz untergräbt. Damit wird die Tötung der Vögel ohne jeden Schadensnachweis an Fischbeständen ermöglicht." Tausende Kormorane würden so abgeschossen. "Diese Vögel gehören aber in unsere Natur", sagt Arend, kritisiert seinerseits an den Sportfischern: "Wer Fische aus Spaß tötet, hat kein Recht über andere Kreaturen das Todesurteil auszusprechen. Und dies nur, weil sie sein Hobby einschränken." Findet dann aber doch noch versöhnliche Worte: "Wir sollten uns nicht gegenseitig kritisieren, sondern gemeinsam dafür Sorge tragen, dass unsere Gewässer wieder sauberer und in einen ökologisch wertvollen Zustand versetzt werden."
KOMMENTAR
Die richtige Wahl
VON KARIN ROHR
Seit Wochen wird diskutiert und gestritten, liegen sich Fischer und Naturschützer in den Haaren. Schuld ist ein Vogel, der - ähnlich wie die Krähe - immer wieder geschmäht und diffamiert wird: der Kormoran. Hartnäckig wird er zum "Buhmann" gemacht, halten sich viele Vorurteile über diesen Vogel. Grund genug, auf den Kormoran aufmerksam zu machen und über seine Lebensweise zu informieren. Auch wenn der vor Jahrzehnten fast ausgerottete Vogel heute bei uns nicht mehr vom Aussterben bedroht ist und er wie kein anderer zur Polarisierung und Polemisierung reizt - seine Wahl zum Vogel des Jahres war richtig. Nicht zuletzt, um mit vielen Unwahrheiten über dieses kluge Tier aufzuräumen.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 24. Oktober
Mit diesem Baum ist gut Kirschen essen / Vogelkirsche zum Baum des Jahres 2010 gewählt / Warum auch Bienen ihn so lieben
Weserbergland (kar).
Dieser Baum ist immer für Farbe gut: Im Frühjahr schmückt er sich üppigen weißen Blüten, im Sommer trägt er unzählige kleine rote Kirschen, und im Herbst färben sich seine Blätter goldgelb. Die Vogelkirsche, ein auch im Weserbergland heimischer Baum, ist jetzt zum Baum des Jahres 2010 gewählt worden. Doch nicht nur wegen seines prachtvollen Farbspiels. "Der Baum begleitet die Menschen seit Jahrtausenden, ist heute aber nur noch selten zu finden", teilte das Kuratorium "Baum des Jahres" gestern in Berlin mit. Da der Baum Hitze und Trockenheit vertrage, könne er vom Klimawandel profitieren, sagte der Kuratoriumsvorsitzende Silvius Wodarz.
Christian Weidner vom heimischen NABU begrüßt die Wahl der Vogelkirsche, die auch als Wildkirsche bekannt ist, zum Baum des Jahres 2010. "Sie hat als Vorläufer beziehungsweise als Ursprung wichtiger Kultursorten einen hohen kulturhistorischen Wert, ähnlich dem Wild-Apfel und der Wild-Birne, und sollte nicht verloren gehen, da sie unsere heimische Flora bereichert", sagt der Experte für Streuobst und Streuobstwiesen. Er schätze besonders ihre Robustheit , ihre Vielseitigkeit und Ästhetik: "Die Vogelkirsche ist wie die meisten Wildpflanzen pflegeleicht und klimabeständig." Der Baum braucht weniger Nährstoffe und Feuchtigkeit, kann 150 Jahre alt und bis zu 30 Meter hoch werden.
Hummeln und Bienen finden dank der Blütenfülle der Vogelkirsche im Frühjahr reichlich Nektar. Und, so Weidner: "Die Früchte sind wertvolle Vogelnahrung." Der Naturschützer findet, dass der Baum viel zu wenig gewürdigt wird: "Allein das sehr schöne rötliche Nutzholz wäre es wert, sie wieder vermehrt anzupflanzen." Die Möbelindustrie schätzt es vor allem als Furnierholz.
 
DWZ - Bad Pyrmont - 22. Oktober
Energiesparmobil des NABU sagte ab

Bad Pyrmont.
Eigentlich sollte gestern und heute das Energiesparmobil des Naturschutzbundes am Konzerthaus Position beziehen. (PN von gestern). Doch in letzter Minute musste der NABU den Einsatz absagen, weil der Kooperationspartner - der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerverbandes - Probleme hatte, das Mobil personell zu besetzen.
 
DWZ - Bad Pyrmont - 21. Oktober
Tipps auf Rädern - das Energiesparmobil kommt / Wagen des Naturschutzbundes Deutschland macht heute und morgen Station in Bad Pyrmont

Bad Pyrmont (red).
Das Energiesparmobil Niedersachsen des Naturschutzbundes Deutschland - kurz NABU - macht diese Woche Station in Bad Pyrmont.
Am heutigen Mittwoch und am morgigen Donnerstag, 22. Oktober, wird das Mobil, das durch Förderung des niedersächsischen Umweltministeriums mit Projektmitteln des Landes Niedersachsen ermöglicht wurde, anlässlich der Städteversammlung des Niedersächsischen Städtetages in Kooperation mit der Stadt Bad Pyrmont gegenüber dem Konzerthaus an der Hauptallee stehen.
"Noch nie war Energie so teuer wie heute", sagt Hans Arend vom Naturschutzbund-Kreisverband Hameln-Pyrmont. "Dadurch wird immer mehr Menschen bewusst, welch kostbares Gut sie ist, und dass die beste Energiequelle das Energiesparen ist." Darum wollen Mitarbeiter des Naturschutzbundes der Schornsteinfeger-Innung im Energiesparmobil in anschaulicher Art und Weise Einblicke in die Wirkungsweise von Energie und Energiedämmung geben.
"Uns kommt es darauf an, nicht mit erhobenen Zeigefinger, sondern durch einfach zu vermittelnde Beispiele deutlich machen, dass Energieeinsparung oft viel leichter umzusetzen ist, als viele glauben", so Arend.
Dabei reicht der thematische Bogen von den neuralgischen Punkten im Haus, etwa am Dach, an den Wänden und den Fenstern, über die Haustechnik, den Einsatz erneuerbarer Energien, Tipps zur erleichterten Suche nach Fördermitteln und Strom sparen.
Kooperationspartner des Naturschutzbundes für das Mobil ist der Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerk. Fachkräfte des Verbandes bieten darum eine neutrale und kostenfreie Energieberatung für Bauherren und Hausbesitzer vor Ort an.
Geöffnet ist das Mobil heute in der Zeit von 12 bis 18 Uhr und am Donnerstag von 9 bis 14 Uhr. Im Internet gibt es Informationen unter
www.energiesparmobil.de.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 14. Oktober
Geliebt, gehasst, gejagt, geschützt - der Kormoran / Vogel des Jahres 2010 trennt Fischer und Naturschützer
VON KARIN ROHR
Weserbergland.
Es herrscht Krieg zwischen Fischern und Naturschützern. Zumindest dann, wenn es um einen Vogel geht, der vor drei Jahrzehnten so gut wie ausgerottet war: der Kormoran. Der Meistertaucher mit dem schillernden Gefieder, dem prägnanten Schnabel und den grünen Augen polarisiert wie kein anderer fischfressender Vogel - die einen lieben ihn, die anderen hassen ihn. Und seit ihn der NABU zum Vogel des Jahres 2010 gekürt hat, vergeht kaum ein Tag, an dem sich aufgebrachte Fischer und Angler nicht mit den Naturschützern vor Ort beharken.
"Das ist reine Schikane", macht Wilhelm Wehrhahn vom Sportfischereiverein Hameln und Umgebung e.V. seinem Ärger Luft und empört sich: "Das ist ein unseliger Vogel des Jahres, eine ganz schlechte Wahl und eine Provokation für alle Menschen, die Tiere lieben." Was den Sportfischer so aufbringt: "Der Kormoran nimmt alle Fische, die er kriegen kann. Auch Edelfische. Wir haben dadurch bei den heimischen Fischbeständen ganz erhebliche Einbußen."

Fischbestände in Gefahr?
Das sehen die Naturschützer anders: "Kormorane vernichten weder natürliche  Fischbestände noch gefährden sie andere Fischarten", sagt Hans Arend vom NABU Hameln-Pyrmont. Es komme vielmehr darauf an, sich für die ökologische Verbesserung heimischer Gewässer einzusetzen, damit alle Fische und Wasservögel Raum zum Leben hätten, fordert der NABU-Experte und erklärt zur Wahl des Kormorans: "Es muss sich nicht immer um eine bedrohte Vogelart handeln, sondern sie kann auch als Indikator für bestimmte Lebensräume stehen - in diesem Fall für saubere Gewässer." Im Hinblick auf den angeblich so großen Appetit der Fischfresser räumt Arend mit einem Vorurteil auf: "Der Kormoran frisst viel weniger, als immer behauptet wird."
Schützenhilfe bekommt der Hessisch Oldendorfer vom Naturmagazin "Geo": Es widerspricht Sportfischern wie Wilhelm Wehrhahn, die den Hunger der Kormorane auf 500 Gramm Fisch pro Tag schätzen: "Der tägliche Nahrungsbedarf wird inzwischen vielfach mit etwa 300 Gramm angegeben." Bei einer Fraßmenge von 500 Gramm und darüber, müsste der Vogel permanent mehr als 20 Prozent seines Körpergewichts fressen, was physiologisch unrealistisch ist". Das Naturmagazin stellt fest, "dass in natürlichen Gewässern, großen Binnenseen, Flüssen und Küstengewässern, wo sich die meisten Kormorane aufhalten und Nahrung suchen, keine nenneswerten, geschweige denn erhebliche Schäden auftreten". Von der Dezimierung oder gar Ausrottung wertvoller Fischbestände könne keine Rede sein, sagt auch Hans Arend. "Kormorane fischen dort, wo es für sie am leichtesten ist und erbeuten daher viele der häufigen, nicht marktfähigen Fische wie Rotaugen, Brachsen oder Kaulbarsche." Ihr Einfluss auf wirtschaftlich interessante Fische sei je nach Gewässer und dessen Zustand unterschiedlich: "Wenn der Fischbestand an der Weser dezimiert ist, hat das andere Ursachen," ist Arend sicher und denkt dabei an Gewässerverschmutzungen durch Gülle, Pestizide oder auch Kalisalze.
"Das Ökp-System von Weser und Emmer ist nicht mehr intakt", stimmt Volker Brodhage vom Angelfischereiverein Emmerthal zu, findet aber: "Da kommen die Kormorane dann noch erschwerend hinzu." Weil der Vogel in einem Übermaß auftrete und in Scharen jage, übe er einen großen Fraßdruck an heimischen Flüssen aus. Brodhage glaubt: "Der Kormoran ist schädlich für unser Öko-System", findet seine Wahl zum Vogel des Jahres 2010 "unschön" und das er bejagt werden dürfe, richtig. Genau dagegen wehren sich die Naturschützer vehement: "Es muss Schluss sein mit dem sinnlosen Töten", fordert Arend und seine Mitstreiter. Wehrhahns Vorwurf, dass die Vögel "krankhaft überschont" werden und die NABU-Angabe von 24 000 Brutpaaren in Deutschland "stark untertrieben" sei, weist Arend von sich: "Wir können uns falsche Zahlen gar nicht leisten." Nach einem rasanten Bestandsanstieg in den 80er und 90er Jahren hätten sich die Kormoranzahlen heute stabilisiert. Zur Endlos-Auseinandersetzung mit den Fischern sagt Arend: "Das müssen wir aushalten."

Für viele Angler, die an Weser und Emmer ihre Rute auswerfen, sei der Kormoran kein Thema, ist Brodhage sicher: "90 Prozent der Kochtopf-Angler werden sich nicht darüber aufregen." In der Fischerei und Teichwirtschaft aber sehe das anders aus.
GEWINNSPIEL
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DWZ - Hameln-Pyrmont - 09. Oktober
Frag mal! / Johan Sonnenkalb (8) fragt: "Warum kippt ein Vogel beim Schlafen nicht vom Baum?"

Es antwortet Hans Arend vom Naturschutzbund Hameln-Pyrmont: "Lieber Johan, tagsüber flattern unsere gefiederten Freunde munter durch die Gärten. Doch wer weiß schon, was sie nachts machen. Schlafen sie? Und wenn sie schlafen, wie kommt es dann, dass sie nicht vom Ast fallen?
Jeder, der schon mal im Sitzen eingeschlafen ist, weiß, wie schwierig es ist, dabei seinen Körper aufrecht zu halten. Schnell wird man zum Gespött der Klasse, wenn dann der Kopf nach vorne oder zur Seite kippt oder man sogar komplett vom Stuhl purzelt.
Vögeln kann dies nicht passieren. Ein raffinierter Klammermechanismus der Zehen sorgt dafür, dass sie ohne Kraftanstrengung auf dem Ast hocken bleiben und ruhig schlafen können. Bevor der Vogel wegfliegt, muss er den gesamten Lauf aufrichten, um den Klammerfuß zu öffnen. Dies geschieht oft mithilfe einiger Flügelschläge.
>Frag doch auch mal!
Telefon 05151/200-420, E-Mail
redaktion@dewezet.de; die Antwort erscheint freitags hier.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 07. Oktober
Frühaufsteher auf der Suche nach Kranich und Wildgans / Europaweiter Tag der Vogelzugbeobachtung / Star beim "Internationalen Birdwatch" am häufigsten gemeldet
Großenwieden (ubo).
Es ist frisch und stürmisch, als die sieben Vogelfreunde und der Vogelbeauftragte des NABU Hessisch Oldendorf, Hans Arend, sich morgens am Großenwiedener Fähranleger treffen. Nicht früher Vogel fängt den Wurm, sondern Frühaufsteher entdecken Vögel ist das Motto der Männer, die gekommen sind um den Vogelzug im Rahmen des "World Birdwatch" zu beobachten.
Der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln richtet diesen Tag, der international im letzten Oktoberwochenende Anmerkung Webmaster: im ersten Oktoberwochenende angesiedelt ist, in Großenwieden aus. Hans Arend bedauerte in diesem Zusammenhang, dass der Tag des Vogelzuges international und nicht regional festgelegt werden kann. So dämpfte er auch die Hoffnung, Vögel zu sehen. "Zum einen ist das Wetter recht stürmisch, zum anderen sind die typischen Zugvögel wie Kranich und Wildgans noch nicht zu sehen", erklärt Arend.
Aufmerksamkeit erregte ein großer Schwarm von rund 60 Kormoranen. Doch statt zu landen, starteten die Vögel durch und kreisten über den Teichen. Hans Arend vermutete, das die Umgebung und auch die Anwesenheit der Gruppe die Tiere störten. Auch ein Autofahrer, der ständig hupte, wird die Tiere nicht beruhigt haben, so Arend.
Die Interessierten nahmen die fehlenden Zugvögel gelassen hin. ihnen bleib ein rund zweistündiger Spaziergang an den Großenwiedener Kiesteichen.
Bundesweit ruhiges Birdwatch-Wochenende
Auch bundesweit verlief das "Birdwatch-Wochenende" in diesem Jahr sehr ruhig, kommentierte der Ornithologe und NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow die ersten Ergebnisse, die bis Sonntagnachmittag um 17 Uhr vorlagen. Gemessen an der Zahl der bisher ausgewerteten Meldungen wurde gegenüber dem letzten Jahr nur etwa ein Viertel an ziehenden Vögeln registriert.
"Wir erwarten zwar noch etliche Meldungen von Vogelfreunden, die an einer der rund 100 Birdwatch-Exkursionen teilgenommen oder auf eigene Faust Zugvögel beobachtet haben, doch insgesamt scheint es in Deutschland ein Wochenende mit nur geringem Vogelzug gewesen zu sein", so die erste Bilanz Nipkows.
Auf Platz eins der Meldungen landete erneut der Star, der Anfang Oktober traditionell in besonders großen Schwärmen bei uns anzutreffen ist. Zu den am häufigsten gemeldeten Vögeln zählten außerdem Graugänse, Stockenten, Kiebitze und Buchfinken. Der Birdwatch bietet auch Gelegenheit, besondere Vorkommnisse zu registrieren wie verspätete Mauersegler, die meist im August ihre Brutgebiete verlassen.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 01. Oktober
Vögel ziehen in den Süden
Hessisch Oldendorf (red).
Über 50 Millionen Zugvögel, schätzt der Naturschutzbund, verlassen jedes Jahr allein in Deutschland ihre Brutgebiete und ziehen gen Süden. Hinzu kommen Millionen Vögel aus dem Norden Europas, die über Deutschland hinwegziehen oder hier rasten. Jedes Jahr bieten die großen Vogelzüge ein faszinierendes Schauspiel, das sich auch in unserer Region gut beobachten lässt. Zum Beispiel an den Großenwiedener Kiesteichen. Dorthin lädt der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln am Sonntag, 4. Oktober, zu einer kostenlosen Exkursion unter der Leitung des Kreisverbandsvorsitzenden Hans Arend ein. Treffpunkt ist um 9 Uhr am Fähranleger in Großenwieden. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, aber: "Ein gutes Fernglas sowie ein Bestimmungsbuch sind hilfreich", sagt Arend. Und unbedingt an festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung denken!
 
DWZ - Salzhemmendorf - 25. September
Mostfest in Ockensen
Ockensen.
In Ockensen drehjt sich am Samstag und Sonntag alles um den Apfel. In der Mosterei gibt es ein Schaupressen. Auch der NABU und die Kreisjägerschaft sind dabei. Beginn ist morgen um 14 Uhr. Um 20 Uhr spielen die "Brassberries", gegen 22 Uhr wird ein Feuerwerk abgebrannt. Am Sonntag ist von 11 bis 18 Uhr geöffnet.
 
NDZ - Bad Münder - 23. September
Waldkinder machen Programm / Steinhof-Parkplatz beim Bauernmarkt fest in Kinderhand
Bad Münder (jhr).
Das passt sich gut. Seit zehn Jahren besteht der Waldkindergarten Bad Münder inzwischen - ein solches Datum muss mit einem Fest gefeiert werden. Und weil zum Bauernmarkt am Sonntag ohnehin zahlreiche Besucher in der Innenstadt erwartet werden, organisiert der Waldkindergarten ein abwechslungsreiches Kinderfest auf dem Steinhof und beteiligt sich so am Bauernmarkt-Programm.
Ab 13 Uhr erwarten vor allem die jungen Besucher Spaß und ein Hauch von Abenteuer: Gemeinsam mit dem NABU lädt der Waldkindergarten zur Verkostung von absolut frischem Apfelsaft ein, die Äpfel, die auf dem Steinhof in die Presse wandern, wurden gestern von Rose und den anderen Waldkindern gesammelt.
Vor dem Verwaltungssitz soll den ganzen Tag über ein Lagerfeuer brennen, an dem Stockbrot gebacken werden kann. Barfuß kann ein Sinnespfad erkundet werden, bei dem Kies, Rindenmulch und anderer Untergrund auseinandergehalten werden muss. Im Tipi präsentieren die Organisatoren verschiedene Vogelstimmen, echte Waldkinder können einige Vögel an ihrem Ruf unterscheiden. In Pagodenzelten wird unter Anleitung gebastelt - Traumfänger sollen entstehen. Wer sich über die Idee hinter dem Projekt Waldkindergarten und die Geschichte der Einrichtung informieren möchte, hat dazu im kleinen  Bauwagen Gelegenheit, dort wird eine Ausstellung gezeigt.
 
NDZ - Bad Münder - 23. September
Sammler müssen in dieser Saison genau suchen / Wenig Pilze nach trockenem Sommer / Michael Exner weiß, wo es dennoch leckere Schwammerln gibt
Bad Münder (st).
Der August war eindeutig zu trocken. Pilzsammler finden in den Wäldern momentan noch wenig leckere Speisepilze, die in dieser Jahreszeit bereits Saison haben. Der Münderaner Experte Michael Exner hofft auf Niederschlag in den kommenden Tagen und Wochen. "Die Pilze stecken in den Startlöchern, die brauchen nur ein wenig Feuchtigkeit." Wer es jetzt schon nicht mehr abwarten könne, müsse genau hingucken, so Exner, und die kleinen Tricks und Kniffe des erfahrenen Pilzsammlers kennen, um ein paar leckere Exemplare in seinen Korb zu bekommen.
"Es sind weniger Pilze da als üblich, aber es sind genügend vorhanden, wenn man weiß, wo man suchen muss", macht der Kenner neugierig. Es gelte, die Stellen ausfindig zu machen, an denen sich auch bei relativ wenig Niederschlag Wasser ansammeln kann. "Gerade an den Traufkanten der Wälder, in Mulden und Tälern ist auch nach dem trockenen Sommer genügend Feuchtigkeit für verschiedene Pilze da."
Unterwegs im Wald oberhalb Bad Münders an der Bergschmiede findet Exner auf Anhieb zahlreiche leckere und weniger leckere - weil giftige - Pilze. Es sind Rinnen mit modernden Baumstämmen oder kleine Pfützchen auf Lichtungen an denen Exner fündig wird. Er sammelt Stockschwämmchen, Rotfußröhrlinge, kahle Kremplinge und Sommer-Austernsaitlinge. Stehen lässt er einen äußerst giftigen Knollenblätterpilz.
 Doch so ein voller Pilzkorb sei für ihn nicht alles, erklärt derNaturliebhaber. "Wenn ich zum sammeln in den Wald gehe, will ich auch die Natur erleben. Ich höre das lautlose Rauschen des Waldes, das Flattern der Flügel eines Kolkraben oder die Rufe der Wildtiere. Wenn ich mich darauf nicht einlasse
, sondern nur die Pilze raffen will, dann könnte das zur Zeit ein unbefriedigter Ausflug werden." In Seminaren und geführten Pilzwanderungen vermittelt Exner im Auftrag des NABU Sünteltal seine Kenntnisse und seine Liebe zur Natur den Teilnehmern. Ein Seminar beginnt morgen Abend um 19 Uhr im Deutschen Haus mit der Theorie, bevor es am Sonnabend raus in den Wald geht.
 
DWZ - Hameln - 21. September
"Attraktive Alternative zum Hottenbergsfeld" / Mehrheitsgruppe teilt Bedenken der Grünen und der Umweltschutzorganisationen nicht
Hameln (ni).
Grünes Licht für die umstrittene Ausweisung des Baugebietes "Riesackweg" gab der Hamelner Bauausschuss bei seiner jüngsten Sitzung. Die Grünen scherten bei der Abstimmung aus der Mehrheitsgruppe aus sprachen sich zusammen mit der Bürgerliste gegen das Vorhaben aus. Die Christdemokraten vereinten sich mit SPD und Liberalen und besiegelten damit das Projekt.
Weiter...Auszug...
Zum Riesackweg waren im Rahmen der frühzeitigen Beteiligung der Bürger an der Bauplanung zahlreiche Bedenken im Rathaus eingegangen. Vor allem die Umweltschutzorganisationen BUND und NABU hatten in ausführlichen Stellungnahmen ihre Einwände gegen eine Umwandlung des bisherigen Naherholungsgebietes in einer Wohnsiedlung begründet. Die Verwaltung kam bei ihrer Rüfung der Bedenken zu dem Ergebnis, dass diese zum überwiegenden Teil nicht berücksichtigt werden müssten. Der Erste Stadtrat Eckehard Koss zog in der Sitzung das Fazit: "Das Baugebiet hat nicht nur Vorteile, aber man muss abwägen". In Politik und Verwaltung fiel diese Abwägung zugunsten einer "Wohnsiedlung Riesackswes" aus.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 09. September
Pfui Spinne!? Die Baumeister auf acht Beinen lassen keinen kalt / Einige lieben sie, viele hassen sie, manche fürchten sie: Die Krabbler sind im Altweibersommer wieder auf dem Vormarsch / Viele große Netze
VON KARIN ROHR
Hameln-Pyrmont.
Nachts werden sie schlagartig aktiv, huschen lautlos umher oder lauern in ihren Netzen auf Beute: Spinnen werden von einigen geliebt und von vielen gehasst. Es gibt Völker, die sie regelrecht vergöttern und als Glücksbringer verehren, andere, die sie als Delikatesse schätzen. Bei uns sind sie eher unpopulär, werden als lästig oder sogar als eklig empfunden. Bei Menschen mit Phobie löst schon der Anblick einer einzigen Spinne blankes Entsetzen und Panikattacken aus. Pfui Spinne!?
Dabei sind die heimischen Arten überwiegend harmlos, als Baumeister filigraner Netze eine echte Sensation und überdies wichtige Nützlinge. "Spinnen vertilgen Unmengen von Insekten, die wir als störend empfinden", erklärt Stefan Habenicht vom NABU Hameln-Pyrmont und stellt fest: "Sie sind ein wichtiges Glied im Nahrungsnetz und erhöhen die Stabilität eines Ökö-Systems."
Herbstzeit ist Spinnenzeit: Da hängen die zarten Gespinste unübersehbar an Sträuchern und Bäumen, überziehen Blumenrabatten und Wiesen, sitzen an Zäunen und in Hausecken, sind einfach überall. Derzeit soll es sogar eine ungewöhnliche Invasion der bei vielen so unbeliebten Tierchen geben. "Das ist mir noch nicht aufgefallen", verneint Habenicht, schließt aber nicht aus, dass die Wahrnehmung von Spinnen im Altweibersommer geschärft ist: "Man sieht durch Morgennebel und Tau die Netze besser." Hinzu komme, dass die großen Netze, die erwachsene Spinnen im Herbst bauen, natürlich eher auffallen als kleine von jüngeren Tieren. Entscheidend aber ist die Witterung im Herbst mit seinen kühlen Nächten. Trifft dann feuchte und wärmere Luft auf die kalten Spinnenfäden, so entstehen Tautropfen, die die Netze gut sichtbar machen: Ein typisches Phänomen im Altweibersommer, das man im Frühjahr bei ähnlicher Witterung nicht beobachten kann, weil die Netze noch klein sind.
Spinnengespinste sind vielfältig, reichen von Rad- bis zu Baldachinnetzen, bestehen aus einem Eiweiß, das auch als Spinnenseide bezeichnet und erst in der Luft fest wird. 20 Meter Faden und rund 40 Minuten Zeit benötigt etwa eine Kreuzspinne für ihr Netz. Entstehende Risse werden sofort ausgebessert. Ist die Beschädigung zu stark, frisst die Spinne einfach ihr "Bauwerk" wieder auf - und beginnt erneut mit ihrem Werk. Perfektes "Recycling". Bis zu 1000 Netze baut eine Kreuzspinne auf diese Weise in ihrem Leben.

Beutetiere werden von den Spinnen ausgesaugt
Die Liste der Spinnentiere (Arachnida) ist lang, vielfältig und komplex. Die bekannteste Ordnung sind die Webspinnen (Araneae), die im Volksmund auch gern als echte Spinnen oder einfach nur als "Spinnen" bezeichnet werden. Man kennt mindestens 40000 Arten in 3700 Gattungen. Sie leben räuberisch und ernähren sich vor allem von Insekten, die sie aussaugen. Dabei werden die Beutetiere zunächst mit einem enzymhaltigen Verdauungssaft aufgelöst, den die Spinne ihren Opfern einflößt. Viele Spinnenarten bauen Netze, um ihre Beute zu fangen. Es gibt aber auch Arten, die vagabundieren und ihre Beute im Lauf oder Sprung überfallen. Fast alle sind Landtiere, die sich am Tage lieber verborgen halten und nur in der Dämmerung oder nachts auf Jagd gehen.
Auch im Haus. Dort machen sie sich nicht nur der Vertilgung von lästigen Insekten wie Eintagsfliegen oder Mücken nützlich, sondern gelten auch als Umweltindikator: "Angesichts des Chemikaliencocktails an Farben, Putz- und Lösungsmitteln, den viele Menschen in ihrer Wohnung verwenden, ist der Zeitpunkt der Besiedlung durch Spinnen ein gutes Indiz für ein gesundes "Wohnklima", hat Diplom-Biologe Wolfgang Dötsch Vom Nürnberger Naturschutzbund festgestellt und beklagt, dass die meisten Bürger vor harmlosen Spinnen deutlich mehr Angst hätten als vor den gefährlichen Umweltgiften. "Wenn man beobachtet, dass eine Hausspinne wächst, dann findet sie auch reichlich Nahrung", macht sich der Pyrmonter NABU-Experte Stefan Habenicht für die unpopulären Haustiere stark und plädiert dafür, abzuwägen, ob man sie wegen ihres ungeheuren Appetits auf Insekten im Haus duldet oder sie trotzdem lieber raussetzt: "Aber bloß nicht töten", macht sich Habenicht für die Nützlinge stark.
Lebensgefährlich wie viele der tropischen Verwandten sind die heimischen Spinnen nicht. Auch nicht, wenn sie beißen. "Theoretisch kann das jede Spinne", sagt Habenicht, "Aber bei uns gibt es fast keine Spinne, deren Beißwerkzeuge tief genug in unsere Haut eindringen können, um uns Schaden zuzufügen." Zumindest nicht im Weserbergland, wo die berüchtigte Dornfinger-Spinne oder die Schwarze Witwe nicht vorkommen. Beide findet man nur in wärmeren Gefilden: "In Süddeutschland am Kaiserstuhl zum Beispiel", wie Habenicht erklärt, das die Schwarze Witwe diesen Namen trage, weil das Weibchen nach der Paarung oft das kleinere Männchen auffresse und räumt ein: "Sie kann aber wie die Dornfinger-Spinne empfindlich beißen".
Attacken von Spinnen muss hierzulande niemand fürchten, denn die Tiere beißen nur, wenn sich selbst extrem bedroht oder angegriffen fühlen. Trotzdem sitzt die Abneigung gegen Spinnen bei vielen tief, äußert sich mitunter gar in panischer Angst.
Warum Frauen öfter an Spinnenphobie leiden

15 Prozent der Deutschen leiden generell an Phobien, etwa 5 Prozent fürchten sich vor Spinnen. Frauen mehr als Männer. Das belegt eine Studie der Universität Pittsburgh (USA). Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Mädchen, die jünger als 11 Monate sind, lernen, Spinnenbilder mit etwas Furchteinflößendem zu assoziieren. Bei Jungen im gleichen Alter ist das weniger der Fall. Millionen Jahre der Evolution hätten Frauen vorsichtiger vor potentiellen Tieren gemacht. "Das ist ein tiefsitzendes psychisches Muster", ist Stefan Habenicht überzeugt: Die Evolution des Menschen muss also sehr lange in Bereichen stattgefunden haben, wo sich gefährliche Spinnen aufgehalten haben." Und diese Tiere haben in prähistorischen Zeiten eine enorme Bedrohung für Frauen und ihre Kinder dargestellt, glaubt auch der britische Psychologe David Rakison, der sich mit dem Phänomen Spinnenangst intensiv auseinander gesetzt hat. Männer folgert er, wären durch die Jagd nach Tieren abgehärtet worden und hätten ihre Angst vor Krabbeltieren ablegen müssen. Bestätigt sieht er sich durch Tests mit Kleinkindern. Demnach haben Mädchen schon als Babys Angst vor Spinnen. Da männliche Kleinkinder beim Anblick der Krabbeltiere völlig gelassen bleiben, vermutet der Forscher, das bei Frauen die sogenannte Arachnophobie bereits angeboren ist. Für die Untersuchung zeigte Rakison zehn Mädchen und Jungen im Babyalter Spinnenbilder, auf denen außerdem ein trauriges und ein lächelndes menschliches Gesicht zu sehen war. Mädchen starrten dabei die fröhlichen Gesichter bei weitem länger als die traurigen an. Rakison nimmt daher an, dass dieser Gemütszustand in Verbindung mit Spinnen für sie undenkbar ist.
Schmerzhaft, aber für Menschen nicht tödlich: Bisse heimischer Giftspinnen / Die gefährlicheren Arten kommen nur in wärmeren Regionen Deutschlands vor
Die gute Nachricht vorweg: Tödliche Giftspinnen gibt es in Deutschland icht. Keine der heimischen Spinnenarten zeigt eine Giftigkeit, die lebensbedrohlich ist. Die schlechte Nachricht aber lautet: Ihre Bisse können durchaus schmerzhaft sein und Beschwerden verursachen.
Normalerweise beißen die heimischen Giftspinnen nicht. Sie sind eher scheu und verhalten sich ähnlich wie Bienen und Wespen: Wenn sie sich bedroht fühlen, werden sie immer die Flucht dem Angriff vorziehen, es sei denn, sie fühlen sich in einer auswegslosen Lage, die für sie lebensbedrohlich erscheint.
Kommt es dann doch mal zu einem Biss, gilt, dass der Biss der größeren Spinnenarten aufgrund der größeren Kiefer meist schmerzhafter ist als der von kleineren Arten. Der Schmerz eines Spinnenbisses wird gern mit dem Stich einer Biene verglichen, mit dem Unterschied, dass die Spinne keinen Stachel hinterlässt und eine Giftwirkung meistens ausbleibt.
Von den heimischen Arten werden zwei als schwachgiftig eingestuft: die Kreuzspinne und die Wasserspinne. Als ziemlich giftig und unangenehm
gilt dagegen der Biss des sogenannten Dornfingers, wobei diese Spinnenart ebenso wie die Schwarze Witwe nur in sehr warmen Gegenden Süddeutschland wie zum Beispiel am Kaiserstuhl vorkommt. Sie lebt versteckt und kommt normalerweise mit Menschen nicht in Berührung.
Die Schwarze Witwe: In Europa ist sie in gemäßigten bis warmen Zonen zu finden, rund um das Mittelmeer, aber auch in der französischen Bretagne. Mit ihren Giftklauen kann sie durch die Haut des Menschen beißen. Ihr Gift ist für Kinder gefährlich, Erwachsene bekommen starke Schmerzen, örtliche Lähmungen, manchmal auch Krämpfe und der Blutdruck steigt. Die Schwarze Witwe kommt in Deutschland nur in den wärmeren Regionen wie am Kaiserstuhl vor.
Die Wasserspinne: Ihr Biss ist vergleichbar mit dem der Kreuzspinne, jedoch ist ein Biss dieser Spinne wesentlich unwahrscheinlicher, da sie sich Zeit ihres Lebens im Wasser, besonders in moorigen und an moorigen Gewässern aufhält und die wenigsten Menschen mit ihr überhaupt in Kontakt kommen.
Die Dornfinger-Spinne: Eindeutig die giftigste Spinne unserer Fauna. Vergiftungserscheinungen werden mit anfänglichen brennenden und stechenden Schmerzen an der Bissstelle beschrieben. Die Bissstelle verfärbt sich in manchen Fällen blaurot und schwillt an. Übelkeit, Kopfschmerzen und Erbrechen, sogar Erhöhung der Körpertemperatur sind möglich, müssen aber nicht auftreten. Die Symptome klingen nach etwa drei Tagen ab. Die Bissstelle kann noch längere Zeit geschwollen oder gerötet sein. Bei stärkeren Beschwerden nach einem Biss empfiehlt sich der Besuch eines Arztes.
Die Kreuzspinne: Ihr Biss ist schmerzhaft, ähnlich wie ein Bienenstich. Eine toxische Wirkung erfolgt in der Regel nur im Bereich zarter Hautstellen. Hier ist eine starke Schwellung mit vorübergehender Lähmung in der Umgebung der Bissstelle möglich. Sollte man gebissen werden, reichen kühlende Umschläge vollkommen aus. 
Die Röhrenspinne ist eine der schönsten Spinnen Europas. Bei uns kommt sie nur in bestimmten Wärmeinseln wie zum Beispiel am Kaiserstuhl vor. Da sie in Deutschland so extrem selten ist, steht sie hier auf der roten Liste und ist streng geschützt.
kar
 
DWZ - Hameln - 07. September
Umwelttag - Bitte anfassen und ausprobieren / Besucher können E-Bikes fahren und auf Zapfen gehen / 26 Aussteller informieren über Öko-Themen
Hameln (gh).
Nein, Informationen zur Öko-Birne gab es in diesem Jahr nicht wieder auf dem Tag der Umwelt, denn die Energiesparlampe kennt nun jeder. Wie nachhaltig ist aber zum Beispiel die Nutzung von Brennholz? Was steckt hinter dem Begriff Pedelec und was passiert mit dem Inhalt des Gelben Sacks?
Der dritte Tag der Umwelt am gestrigen Sonntag in Hamelns Bürgergarten war ein gut geschnürtes Umweltpaket von 26 Ständen zum Informieren, Anfassen und vor allem zum Ausprobieren.
Weiter...Auszug...
Besucher Marcel Kaufmann nahm die Aufforderung zum Ausprobieren wörtlich und zog am Stand von NABU und BUND den Fühlkasten für Kinder, dem Barfußparcours, vor. "Wir waren letztes Jahr auch da, ich finde es sehr schön, dass es hier so viel zum Thema Umwelt zum Probieren und Testen gibt," freut sich seine Mutter Birgit.
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DWZ - Hameln - 05. September
Information und Spaß am Tag der Umwelt / Programm zum Mitmachen am Tag der Umwelt im Bürgergarten
Hameln (red).
Über Bio-Most, die Pflanzen im Stadtwald, Fahrräder mit Elektromotor und die Qualität des Leitungswassers können sich die Hamelner an diesem Sonntag, dem Tag der Umwelt, informieren. "Natur - Nachhaltig - Nutzen", unter diesem Motto treten etliche Organisationen und Firmen von 11 bis 17 Uhr im Bürgergarten an. Wert legen die Veranstalter, die Stadt Hameln und Radio Aktiv, auf den Mitmachfaktor. Zum Beispiel am Stand der Stadt, an dem die Projektmanagerin Klimaschutzkonzepte zur Energieeinsparung vorstellt. Die Umweltverbände BUND und NABU lassen Interessiert auf einem E-Bike durch den Bürgergarten radeln. Wer mit eigenem Fahrrad kommt, kann es auf dem Stand des ADFC gegen Diebstahl codieren lassen. Die LUFA bietet an, Leitungswasser per Schnelltest auf den Kalkgehalt untersuchen zu lassen. Außerdem gibt es Aktionen rund um das Gewässermobil, Vorführungen von Elektrotransportern und Solarbooten sowie eine Lenkdrachen-Show.
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Hamelner Markt - Coppenbrügge - 02. September
Bürgerpreis vergeben / Wettbewerb "für mich, für uns, fürs Weserbergland"
Coppenbrügge (red).
In einem feierlichen Rahmen wurde in der Spiegelbergschule in Coppenbrügge die Gewinner des Bürgerpreises der Bürgerstiftung Weserbergland "für mich, für uns, fürs Weserbergland" geehrt.
Zur Erinnerung: Im März rief die Initiative "für mich, für uns, für alle", zu der sich die Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller und Hans-Peter Thul, der Landrat Rüdiger Butte und der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Weserbergland Friedrich-Wilhelm Kaup zusammengeschlossen haben, dazu auf, sich um die Auszeichnung für innovativste Bürger-Engagement zum Thema "Umwelt schützen - Zukunft sichern" zu bewerben. 21 Bewerbungen sind eingegangen. Daraus die vierköpfige Jury nun vier Preisträger ausgewählt: In der Kategorie Junior gewann die Spiegelbergschule Coppenbrügge, beim Aktiven Mittelstand siegte die Dorfmosterei Ockensen, in der Kategorie Alltagshelden siegte Hans Arend aus Hessisch Oldendorf und in der Kategorie Lebenswerk Horst Wißmann aus Hessisch Oldendorf. Mit dem Bürgerpreis "für mich, für uns, fürs Weserbergland" will die Initiative die Leistungen des ehrenamtlichen Engagements öffentlich würdigen. Die Sieger des Wettbewerbs haben sich für die bundesweite Schlussrunde qualifiziert, deren Sieger im Dezember in Berlin geehrt werden. Der nationale Bürgerpreis ist mit Sachpreisen im Wert von 35.000 Euro dotiert. Die bundesweite Initiative "für mich, für uns, für alle" wurde im Frühjahr 2003 von Abgeordneten des Bundestags, den Städten, Landkreisen und Gemeinden sowie den Sparkassen gegründet.
 
DWZ - Coppenbrügge - 01. September
Bürgerpreis für Umwelt-Aktive / Ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet / Spiegelbergschule dabei
Coppenbrügge (ros).
Die Spiegelbergschule Coppenbrügge, die Dorfmosterei Ockensen und die Hessisch Oldendorfer Hans Arend und Horst Wißmann sind die Gewinner des diesjährigen Bürgerpreises, der mit jeweils 500 Euro Preisgeld dotiert ist.
Förderschuldirektor Rainer Schlicker war sichtlich stolz, dass von der Bürgerstiftung der Sparkasse Weserbergland die Aula der Spiegelbergschule in Coppenbrügge ausgewählt wurde, um Bürger aus der Region für ihr ehrenamtliches Engagement zu ehren. Grund: Die Coppenbrügger Schüler und ihre Lehrer zählten zu den Gewinnern des diesjährigen Bürgerpreises. Aus 21 Bewerbungen wählte die vierköpfige Jury - die Bundestagsabgeordneten Gabriele Lösekrug-Möller (SPD) und Hans-Peter Thul (CDU), Landrat Rüdiger Butte sowie Sparkassen-Chef Friedrich-Wilhelm Kaup - die vier Preisträger aus. Horst Wißmann wurde für sein Lebenswerk geehrt. "Unter ihrer Leitung entstand in den vergangenen 20 Jahren zwischen Hemeringen und Lachem ein 32 Hektar großes Biotop, in dem sich 40 Vogelarten heimisch fühlen", lobte Kaup den 73-jährigen Hessisch Oldendorfer. Den Preis in der Kategorie Alltagshelden übereichte Landrat Rüdiger Butte an den Kreisvorsitzenden des Naturschutzbundes, Hans Arend. Seit 1971 setzt sich der 68-jährige aus Hessisch Oldendorf für Naturschutzverbände ein. Anmerkung Webmaster: Für den Naturschutzbund (NABU).
"Saft aus eigener Herstellung schmeckt einfach besser", sagte Hans-Peter Thul, der Olaf Seifert von der Dorfmosterei Ockensen den Preis in der Kategorie "Aktiver Mittelstand" überreichte. Es sei lobenswert, dass Seifert großen Wert auf den Aufbau von alten Apfelsorten lege.
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DWZ - Hameln - 01. September
Der kleine Horror macht vielen Freude / Breites Interesse an Fledermäusen / Das Weserbergland mögen die Flugsäuger besonders gerne
VON INKEN PHILIPPI
Hameln.
Sie haben die Dinosaurier zwar um 15 Millionen Jahre verpasst - für erdgeschichtliche Verhältnisse war das knapp -, aber immerhin den Säbelzahntiger und das Mammut überlebt: die Fledermäuse. Seit 40 Millionen Jahren bevölkern sie die Erde, und allabendlich, im Sommer, wenn es dämmert, schlägt ihre Stunde. Im Rahmen der "European Bat-Night", der alljährlichen europäischen Fledermausnacht, informierte auch die "Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz Hameln" über die kleinen Säugetiere. Im Spiegelsaal der Rattenfängerhalle erklärte AG-Leiter Rainer Marcek seinem Publikum die Welt der Fledermäuse. 23 verschiedene Arten sind in Deutschland bekannt, ganze 16 davon treten aktuell im Raum Hameln-Pyrmont auf. "Die reichstrukturierte Landschaft im Weserbergland ist das Geheimnis der großen Artenvielfalt hier", berichtet der Fachmann. Berge, Auen und Höhlen böten optimale Lebensbedingungen für die kleinen Säuger. Ihr Jahresrhythmus teilt sich auf in Sommerquartier, Winterquartier und Jagdbiotope. Insbesondere das Winterquartier der Fledermäuse erfordert erhöhte Aufmerksamkeit, betont der Experte. Frostfreie Höhlen, stillgelegte Bergwerke oder verlassene Tunnel seien ihre bevorzugten Aufenthaltsorte in der kühleren Jahreszeit. Und die gelte es zu schützen, "denn die Tierchen brauchen absolute Ruhe im Winterschlaf und überleben Störungen oft nicht".
Vor 25 Jahren war die Lage dramatisch
Marcek und seine Kollegen, deren AG unter dem Dach des Naturschutzbundes (NABU) tätig ist, sind deshalb ständig im Einsatz und kontrollieren die Quartiere. Tunnelzugänge haben sie schon vergittert oder bis auf kleine Einfluglöcher gleich ganz zubetoniert, "sonst gibt es immer wieder böse Überraschungen, weil viele Leute trotz eindeutiger Beschilderung die Tiere nicht zufrieden lassen". Vor 25 Jahren, als der Bestand der kleinen Säugetiere dramatisch zurückgegangen war, begannen die niedersächsischen Naturschützer ihre Arbeit. Alles was gedeihen soll, braucht Pflege, das wissen auch die engagierten Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft in Hameln und kümmerten sich deswegen ehrenamtlich mit hohem Zeitaufwand um den heimischen Fledermausbestand. Mit großem Erfolg, wie der Artenreichtum erkennen lässt.

Zusammengefaltet sind sie sehr klein
Im Sommer bewohnen die Tierchen hohle Bäume. alte Feldscheunen und andere stille Nischen, gern auch an Wohnhäusern. Dabei reichen sogar Spalten von zwei Zentimetern, denn Fledermäuse sind "zusammengefaltet" sehr klein. Beliebt sind aber auch die von Naturschützern aufgehängten Fledermauskästen in denen sich die kleinen Raubtiere nach erfolgter Insektenjagd tagsüber aufhalten. "Im September ist es wieder soweit", erklärt Marcek seine aufmerksamen Zuhörern. Dann nämlich kontrollieren die Mitarbeiter der Arbeitsgemeinschaft die 300 Fledermauskästen, die sie im Landkreis betreuen. "Wir nehmen auch gerne interessierte Leute mit", lässt der Tierschützer seine Zuhörer wissen, und spätestens an dieser Stelle kommt Bewegung in den Saal. Ein großer Teil des Auditoriums sind nämlich Kinder - und die würden nichts lieber tun, als nach dem reich bebilderten Vortrag nun auch in freier Natur Fledermäuse zu sehen.
Da sind sie richtig bei Marcek an diesem Tag an der richtigen Adresse. Ausgerüstet mit festem Schuhwerk, Taschenlampen und nunmehr auch dem entsprechenden theoretischem Wissen, machen sie sich auf den Weg zum Weserufer. Und tatsächlich: Dort sind sie zu sehen. Die Säuger fliegen knapp über die insektenreiche Wasseroberfläche und sind mit dem Lichtkegel der Taschenlampen gut einzufangen. Und Marcek hat ein weiteres Ass im Ärmel: mit Ultraschall-Detektoren macht er die lautlosen Tiere hörbar: "Zwischen 35 und 50 Kilohertz ist die optimale Frequenz, um die Arten, die wir hier vermuten, zu orten." "Kurz vor der alten Eisenbahnbrücke in der Nähe der Sumpfblume sind sie zum ersten Mal zu hören: erst ein leichtes, dann ein lauter werdendes Knacken im Gerät. "Da ist eine!" - die Begeisterung der Kinder ist riesig.
Seit 1936 stehen die Fledermäuse europaweit unter strengem Naturschutz. Damit die kleinen Säuger auch weiterhin umfangreich geschützt werden können, sind die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesen. "Wir können immer Hilfe gebrauchen", lässt Marcek wissen, "aber wir helfen auch selbst gern weiter, nämlich immer dann, wenn es Fragen rund um die Fledermaus gibt.
Auch die neunjährige Mona aus Hameln, die mit ihrer Mutter die Bat-Night mitmacht, verfolgt gebannt die zuckenden Flugbahnen im Lichtschein der Lampe. Sie ist ein Fan der nächtlichen Flieger und bedauert, dass man sie nicht wie ihre Wellensittiche zu Hause halten kann. "Nein das geht nicht", meint Rainer Marcek lächelnd. Es gibt eben Dinge, die sich auch in 40 Millionen Jahren nicht geändert haben.
Kontakt: Interessierte können die Fledermausexperten im Internet über
www.NABU-hm.de erreichen - oder im Natur- und Umweltschutzzentrum in Hameln, Berliner Platz 4, Telefon 05151/13671.
Anmerkung Webmaster: Die heimischen Fledermäuse können sie auf diesen Internetseiten unter "NABU vor Ort - Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln" nachsehen.
 
DWZ - Hameln - 27. August
Fledermausnacht mit Exkursion
Hameln.
Die Arbeitsgemeinschaft Fledermausschutz im NABU Hameln lädt morgen um 20 Uhr zu einem Diavortrag in den Spiegelsaal der Rattenfängerhalle ein. Im Rahmen der "Nacht der Fledermäuse" referiert Rainer Marcek über heimische Fledermausarten. Der Eintritt ist frei. Im Anschluss ist für etwa 21 Uhr eine Fledermausexkursion im Bereich des Weserufers geplant.
 
DWZ - Coppenbrügge - 26. August
Mit Dörpern ist gut Kirschen essen / Allee offiziell eingeweiht
Dörpe (ist).
Zu einem sonnigen Picknick nach viel schweißtreibender Arbeit trafen sich die 14 Dörper Kirschalleegärtner und Mitglieder der NABU-Gruppe Coppenbrügge auf Einladung von Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka. Seit Frühjahrsbeginn ackerten sie an der Kirschallee, und nun ist sie endlich fertig und eingeweiht worden.
Vor über 50 Jahren wurde das Obstgehölz von Schlesien nach Dörpe hinübergerettet und hinter dem Ort gepflanzt. Die historischen Kirschbäume sind seit 1951 fruchtiger Schatz des Dorfes und saftiger Beweis, dass in Dörpe immer gut Kirschen essen war. Und weil das auch weiterhin so bleiben soll, müssen die Bäume gepflegt werden. Unter fachkundiger Anleitung ging's an Spaten und Hacke und an die über die Jahre gelichteten Gehölzreihen. Die Allee mit den verschiedenen Kirschbaumsorten wurde in diesem Jahr in ihren Urzustand versetzt: Gelbe und schwarze Knorpelkirschen sind wieder vollzählig, frühe und späte Sorten sorgen für eine ausgedehnte Saison. Finanziert haben das Projekt Bingo-Lotto-Stiftung und Gemeinde. Das ehrenamtliche Engagement der Bürger sei aber auch ausdrücklich anzuerkennen, so Peschka. Nur so sei diesem historischen Pfad Zukunft gegeben.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 21. August
Wenn die Glücksbringer zur Plage werden... / Explosionsartige Vermehrung von Asiatischen Marienkäfern macht den heimischen Arten zu schaffen
VON KARIN ROHR
Hameln-Pyrmont.
Eigentlich sollen sie ja Glück bringen. Falls das so ist, müssten wir darin schwelgen: Denn Marienkäfer gibt es derzeit wie Sand am Meer. Sie bevölkern Garten und Zäune, kleben an Tür- und Fensterritzen, Häuserfassaden und Dächern, sind einfach überall. So massiv ist ihr Auftreten, dass die meisten lieber auf die Glücksbringer pfeifen würden. "Wenn ich durch den Wald gehe, habe ich sie gleich überall an den Armen", sagt Mike Amberg vom Natur- und Umweltschutzzentrum Hameln und erinnert sich: "Im letzten Jahr war das auch schon so." Schuld sind die asiatischen Verwandten unserer heimischen Marienkäfer, die sich explosionsartig vermehrt haben und so zu einer regelrechten Plage geworden sind, da sie große Schwärme bilden, die gern in Häusern überwintern. "Sie werden wohl langfristig unsere Arten verdrängen", befürchtet Amberg. "Denn sie sind aggressiver, robuster und durchsetzungsfähiger.
Die Verwandten aus Fernost sind robuster

Der Vetter aus Fernost ist etwas größer als der beliebte heimische Siebenpunkte-Marienkäfer, verfügt über eine erstaunliche Formenvielfalt und wird auch als Vielfarbiger Marienkäfer oder Harlekin-Marienkäfer bezeichnet. "Er ist sehr vielgestaltig", weiß Stefan Habenicht vom heimischen NABU. Augenfällig ist das schwarze "M" - beziehungsweise "W"-förmige Zeichen auf dem Halsschild. Die Farbe seiner Deckflügel variiert von Hellgelb bis Dunkelrot. Dabei können die schwarzen Flecken, von denen die Käfer bis zu 21 besitzen, so ausgeprägt sein, dass er aussieht, als ob ein schwarzer rote oder gelbliche Punkte trägt. Habenicht: "Die meisten einheimischen Marienkäfer, von denen es in Mitteleuropa etwa 100 Arten gibt, haben zwischen zwei und sieben Punkten."
Ursprünglich kommen die Neuzugänge aus Japan und China und wurden Ende des 20. Jahrhunderts zunächst in die USA und dann auch nach Europa zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingeführt. Doch vermeintliche Nützlinge können sich durch explosionsartige Vermehrung auch als Schädlinge entpuppen: "Eine Art, die eingeführt wird, bringt ihre Fressfeinde nicht mit", sagt Habenicht. Sie kann sich ungebremst fortpflanzen.
Milde Temperaturen, gepaart mit feuchter Luft, haben in diesem Sommer dafür gesorgt, dass die Leibspeise der Marienkäfer, die Blattläuse, in Hülle und Fülle vorhanden ist. Zwar frisst ein Marienkäfer 50 bis 250 dieser Pflanzensauger täglich, und seine Larven vertilgen bis zu ihrer Verpuppung sogar 400 bis 600 Blattläuse - knapp aber wird das Futter trotz des enormen Appetits der Käfer nicht. Denn: Anders als ihre europäischen Verwandten sind die Käfer aus Fernost wenig wählerisch, was ihre Nahrung anbetrifft. Sie sind besonders gefräßig und neigen zu Kannibalismus. Wenn ihnen die Blattläuse ausgehen, fressen sie auch ihre konkurrierenden Artgenossen und deren Larven. Zur Herbstnahrung der Asiatischen Marienkäfer zählen reife Früchte wie Pfirsiche, Äpfel und Himbeeren. Weinbauern beobachteten, wie sie sich über ihre Trauben hermachten. Und Winzer fürchten sie regelrecht; denn die Käfer geraten bei der Ernte immer wieder in die Weinpressen. Dann schmeckt der Wein bitter und wird ungenießbar.
Die Europäer müssen ums Überleben kämpfen
Natürliche Feinde haben die Zuwanderer wenige, da sie wie die meisten Marienkäferarten bei Gefahr zur Abschreckung von Fressfeinden eine übelriechende Flüssigkeit absondern. Besonders in der Nähe von Städten treten sie massenhaft auf. "In artenarmen Räumen wie in Städten können die Käfer eher überleben", erklärt Habenicht: "Denn auch Blattläuse finden sich häufiger in gestörten Lebensräumen." Stoppen kann die asiatischen Käfer niemand mehr, sind sich die Naturschutz-Experten einig. Wie stark und wie schnell sie die einheimischen Arten zurückdrängen werden, ist zwar noch unklar. Doch eins ist gewiss: Die Europäer müssen jetzt schon ums Überleben kämpfen.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 08. August
Ferienpass 2009 ist der erfolgreichste aller Zeiten / Noch nie gab es so viele Angebote und Aktionen
Hessisch Oldendorf (ah).
Mister Ferienpass, besser bekannt als Stadtjugendpfleger Tarik Oenelcin, ruft - und die Mitglieder aus Vereinen, Verbänden und Kirchengemeinden, ehrenamtliche Helfer und Mitarbeiter der Stadtjugendpflege kommen. Jedes Jahr werden es mehr... Nicht nur auf der traditionellen Grillparty am Abend des ersten Schultages, sondern vor allem, wenn es um die Unterstützung beim Ferienpass geht.
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Obwohl die Schule wieder begonnen hat, stehen noch zwei Veranstaltungen aus: Die DLRG Haddessen lädt ein am Sonntag, 22. August, ab 20 Uhr zur Disco und Nachtbaden im Süntelbad Haddessen und der NABU Hessisch Oldendorf am Freitag, 28. August, ab 18 Uhr zur Europäischen Fledermausnacht.
 
DWZ - Coppenbrügge - 05. August
Den Lebensraum Bach erforschen / Ferienpasskinder fahren mit dem NABU an das Steinhuder Meer
Coppenbrügge/Salzhemmendorf (red).
Mit dem NABU besuchten 18 Ferienpasskinder aus Coppenbrügge und Salzhemmendorf die Ökologische Schutzstation Steinhuder Meer in Winzlar. Dort erfuhren sie viel Interessantes über diesem mit 30 Quadratkilometern größten Flachwassersee in Deutschland.
Hervorzuheben ist seine Bedeutung als international wichtiger Rast- und Überwinterungsplatz für Tausende von Zugvögeln, erklärt Günter Blötz von der NABU-Ortsgruppe. Insgesamt können am Steinhuder Meer 250 verschiedene Vogelarten nachgewiesen werden.
Wasserskorpion und Libellenlarven
Eine Rallye über das Stationsgelände ermöglicht einen Einblick in die Vielfalt seltener Tiere und Pflanzen im Lebensraum Schilfgürtel und Bruchwald am Steinhuder Meer. Spannend wurde es anschließend, als die Ferienpasskinder, ausgerüstet mit Keschern, Transportbecken, Lupen und Bestimmungshilfen, den Lebensraum eines Baches erforschen konnten.
Fachkundig wurde danach begutachtet, welche Gruppe den größten Wasserskorpion, die meisten Libellenlarven und Flusskrebse, den schönsten Stichling gefangen hatte. Selbstverständlich achteten die NABU-Betreuer Edeltraud und Günter Blötz darauf, dass anschließend alle "Forschungsobjekte" wieder unbeschadet im Bachbett ausgesetzt wurden.
Da das Wetter weitgehend mitspielte und auch keiner in den Bach gefallen war, fiel die abschließende Beurteilung dieser Ferienpassaktion einhellig aus: Das Steinhuder Meer ist eine Reise wert, alles war interessant - aber das Keschern war Spitze.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 29. Juli
Großes Grünfinkensterben - NABU mahnt zur Vorsicht / Zehntausende Singvögel seit Frühjahr verendet / Parasit die Ursache / Hameln-Pyrmont noch nicht betroffen
Weserbergland (tk).
Seit dem Frühjahr sterben in Deutschland massenweise Grünfinken und auch andere Singvögel. Zunächst traten die mysteriösen Todesfälle in Schleswig-Holstein, dann auch in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen auf. Mittlerweile liegen Funde aus Bayern und Sachsen vor. An vielen Futterstellen waren tote Grünfinken gefunden worden, ohne dass der Grund dafür ersichtlich war. Jetzt haben Tiermediziner die Ursache gefunden: eine tödliche Parasiten-Infektion.
Verantwortlich ist der Einzeller "Trichomanos gallinae" - ein mikroskopisch kleines Geißeltierchen, das bei den Vögeln Entzündungen im Schlund und im Rachen auslöst. Nach Schätzungen des Natur- und Umweltschutzbandes (NABU) sind bereits mehrere Zehntausende Wildvögel an der Krankheit verendet. Obwohl im Weserbergland noch kein Fall aufgetreten ist, appellieren der Landkreis und der NABU Hameln-Pyrmont an alle Vogelfreunde, jetzt keine Wildvögel zu füttern und Tränken vorübergehend zu schließen, damit sich die Krankheit nicht weiter verbreitet. "Auf jeden Fall sollte auf Sauberkeit der Tränken geachtet werden", sagt Hans Arend, Vogelexperte beim NABU Hameln-Pyrmont. Veterinäre warnen: Futterstellen und Tränken scheinen die Drehscheibe für die Erreger zu sein. Denn vor allem dort kommen viele Tiere zusammen, entsprechend hoch sei die Ansteckungsgefahr - denn der Parasit überlebe auch im Trinkwasser. Außerdem füttere sich der Grünfink gegenseitig. Auch Tauben stehen als Überträger mittlerweile im Verdacht. Bei ihnen sind die Trichomaden als Erreger des sogenannten "Gelben Knopfes" bekannt. Für den Menschen besteht keine Ansteckungsgefahr.
Auch andere Vogelarten betroffen

Anders als bei den Tauben, verläuft die hochinfektiöse Krankheit bei Singvögeln jedoch meist tödlich. Betroffen sind nicht nur die Grünfinken, sondern auch Buchfinken, Kernbeißer, Gimpel, Stieglitz, Dompfaffen, Elstern, Haussperlinge und Amseln. Erkrankte Tiere sind an einem verklebten Schnabel, einem gelblichen Belag auf der Schleimhaut des Schlundes und besonders aufgeplustertem Gefieder zu erkennen. Die meisten Grünfinken sterben nach kurzer Krankheitsdauer, berichtet der NABU. Nur einige Vögel mit besonders starker Immunabwehr könnten länger überleben und werden zu einem Risiko für die Artgenossen.
"Da noch kein Fall des Grünfinkensterbens bei uns amtlich auffällig geworden ist, ergreifen wir auch noch keine speziellen Maßnahmen", sagt Rainer Halbauer, Fachdienstleiter Naturschutz beim Landkreis. Die Ämter seien aber informiert. Nun müsse man abwarten, ob ein Fall eintritt - im besten Falle ginge der Kelch am Landkreis vorüber.
Anders als viele ziehende Singvögel, bleibt der Grünfink auch im Winter in Deutschland, anstatt in den warmen Süden zu fliegen. Geschwächt durch den Parasitenbefall, dürfte es für die Grünfinken-Population ein schwerer Winter werden: denn das Immunsystem der Vögel ist in der kalten Jahreszeit, wenn es zudem nur wenig Nahrung gibt, besonders anfällig für Infektionen. Experten und Naturschützer rechnen daher mit einem vermehrten Sterben der Grünfinken.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 27. Juli
Ruhe und Erholung in märchenhafter Idylle / Naturfreundehaus Schneegrund ist das Ziel von Kindergärten, Schulen, Wanderern und Vereinen
Rohden (ah).
Ein kleines Paradies befindet sich mitten im Naturschutzgebiet Hohenstein am Südhang des Ibergs, umgeben von Wald und Felsvorsprüngen: das Naturfreundehaus Schneegrund, das mit dem Auto nicht zu erreichen ist. Dort wo Siebenschläfer, Fledermäuse oder im Blumenkasten nistende Vögel zu Hause sind, scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Selten Handy-Empfang, kein Internet und keinerlei Autogeräusche - das garantiert Ruhe und Erholung in märchenhafter Umgebung.
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Vor Jahren zog die Höhlengruppe Nord vom Quartier im Schneegrund aus unter der Leitung von Bodo Schillat zum Höhlen-Erforschen los. Heute ist die Schillat-Höhle ein beliebtes Ausflugsziel der Hausgäste, zu Fuß gut zu erreichen ebenso wie die Schaumburg, der Hohenstein oder das Rohdener Waldbad. Gern gebucht werden auch Waldwanderungen mit dem Förster oder dem NABU.
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DWZ - Hameln-Pyrmont - 09. Juli
Löst Pipeline zur Nordsee das Salzproblem? / Runder Tisch beschließt Machbarkeitsstudie / NABU fordert weniger Einleitungen von K+S

Weserbergland (fhm).
Mit großer Mehrheit hat sich der Runde Tisch Gewässerschutz Werra/Weser für eine Fernleitung als einzige Maßnahme ausgesprochen. Diese Pipeline soll die salzhaltigen Abwässer die beim Kalibergbau entstehen, direkt in die Unterweser oder Nordsee entsorgen. Seit zwei Jahren wird intensiv über mögliche Entsorgungsstrategien diskutiert, jetzt hat der Runde Tisch beschlossen, eine Machbarkeitsstudie und eine Untersuchung zur Umweltverträglichkeit durchzuführen. Grund für das Ja für die Leitung zur Nordsee oder Unterweser ist der Umstand, dass damit die gesetzten Umweltziele erreicht werden können. Bis Oktober soll der Düngemittelhersteller K+S ein entsprechendes Konzept vorlegen.
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In einer Stellungnahme machen der NABU und weitere Umweltverbände deutlich, dass eine Nordsee-Pipeline nicht dazu führen dürfe, dass keine weiteren Anstrengungen zur Salzreduzierung durchgeführt werden. Auch dürfe der Bau einer Pipeline nicht die Gewässerbelastung aus Hessen und Thüringen nach Niedersachsen verlagern. Eine Entsorgung der Salzfracht müsse ökologisch vertretbar sein. "Dies wäre aus unserer Sicht, nach sorgfältiger Prüfung der ökologischen und wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit, nur über eine Einleitung in die Nordsee zu gewährleisten", so ein Sprecher der Verbände.
 
NDZ - Bad Münder - 09. Juli
Offenlegung von Subventionen in der Kritik / 1,5 Millionen EU-Agrarhilfen gehen nach Bad Münder / Transparenz geht vielen Landwirten zu weit
Bad Münder (jhr).
Es hört sich an, als sei ein Lotto-Jackpot geknackt worden: Rund 1,5 Millionen Euro gingen im vorigen Jahr an die Land- und Forstwirtschaft in Bad Münder. Doch keine Lotterie steckt hinter dieser Summe, sondern oftmals harte Arbeit. Denn es sind Agrarsubventionen der Europäischen Union.
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Von Subventionen für Aufforstungsarbeiten nach dem Sturm Kyrill profitierten auch die Stadt (24 714 Euro), die Reihebürgschaft 36 581 Euro), die Forstgenossenschaft Beber (37 437 Euro), die Interessenforst Neustadt-Hachmühlen (6 258 Euro), die Forstgenossenschaft Flegesen (3 966 Euro) und die NABU-Gruppe Sünteltal (632 Euro).
 
DWZ - Bad Münder - 07. Juli
Das Konzept der Wirtschaftsschau steht / Rund 100 Firmen, Institutionen und Gruppen sollen sich an der Rahlmühle vorstellen
Bad Münder (jhr).
Jetzt wird es konkret: Die Vorbereitungen für die Wirtschaftsschau am ersten Septemberwochenende laufen auf Hochtouren. Nach Angaben von Organisator und Veranstalter Detlef Fuhrmann haben bislang 54 Firmen ihre Teilnahme angekündigt, 34 bereits fest gebucht. Standort für die Wirtschaftsschau ist erstmals der Gewerbepark Rahlmühle.
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Erwartet werden zusätzlich zu den Firmen auch Organisationen und Vereine, die sich mit ihren Angeboten vorstellen - die Zahl von insgesamt 100 Ausstellern peilt Fuhrmann an. Wie beispielsweise das Wisentgehege Springe oder der NABU sollen durch Präsentationen das Messeangebot auflockern, auch Sonderschauen sind geplant. Vereine und Organisationen sollen sich und ihr Leistungsspektrum bei der Wirtschaftsschau präsentieren können.
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DWZ - Hameln-Pyrmont - 04. Juli
Hilfe, Hitze - also hecheln bis der Arzt kommt? / Wenn es dem besten Freund zu heiß wird: Auch Tiere leiden unter dem schwülwarmen Wetter
VON ERIK NEUGEBAUER
Weserbergland.
Jetzt wird es auch ihr zu heiß. Nachdem sich die Mischlingshündin Emma eine ganze Weile auf der Terrasse von der Sommersonne durchgrillen ließ folgt sie ihrer Kollegin, die sich vor einer Viertelstunde unter einen Strauch geflüchtet hat. Nun liegen beide im Schatten, hecheln um die Wette und lassen sich ausnahmsweise auch nicht von ihrer Besitzerin zum Spielen animieren, die erwartungsfroh mit einem Stöckchen vor ihnen herumspaziert. Kein Wunder, vertrauen die Hunde in diesem Fall doch auf eine Strategie, die sich stets bewährt hat: Ruhe bewahren und ein kühles Plätzchen suchen.
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Da auch die heimische Vogelwelt unter Hitze und extremer Trockenheit ganz besonders leidet, schlägt der Naturschutzbund (NABU) in Hameln-Pyrmont Alarm. "Jetzt sollte man an geeigneten Orten Vogeltränken aufstellen", appelliert der Vorsitzende Hans Arend an die Bevölkerung: "Die Gefiederten finden nur sehr schwer offene Wasserflächen. Selbst Gräben und kleinere Bäche sowie Tümpel und Teiche sind ausgetrocknet." Das kann die Vögel in lebensbedrohliche Situationen bringen. "Es wurden schon Vögel beobachtet, die in ihrer Verzweiflung an Glasscheiben leckten, in der Annahme, es handelt sich um Wasser", sagt Arend. Als Vogeltränken geeignet sind flache Schalen, Teller und Untersetzer.
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DWZ - Hameln-Pyrmont - 03. Juli
Wo ist das Tagpfauenauge? / Die Schmetterlinge im Weserbergland haben es nicht leicht

Weserbergland (wol/TT).
Der Weiße Zeh, der Distelfalter, das Ochsenauge - wer kennt sie noch und kann sie im Garten oder auf der Wiese bestimmen? In Deutschland gibt es über 3000 Schmetterlingsarten - die Hälfte ist laut der Roten Liste des Bundesamtes für Naturschutz in ihrer Art gefährdet. Auch im Weserbergland gibt es nach Beobachtungen von Naturschutzbund-Experten mittlerweile weniger Schmetterlinge. Stefan Habenicht vom Naturschutzbund (NABU) Bad Pyrmont: "Ich habe zwar keine Erklärung dafür, aber in der Tat scheinen es in den letzten zwei, drei Jahren weniger Schmetterlinge zu sein." Habenicht nennt den Kleinen Fuchs, das Tagpfauenauge und den Admiral, von denen es nach seinen Beobachtungen weniger gibt als noch vor ein Paar Jahren.
Karsten Heinecke, Schmetterlingsexperte vom NABU Oldenburg: "Allgemein gibt es einen Artenrückgang, bedingt durch die Zerstörung der Lebensräume der Schmetterlinge. Dazu zählt die Überdüngung der Landschaft, die Zerschneidung der Lebensräume und der zunehmende Flächendruck in der Landwirtschaft." Heinecke nennt ein Beispiel: Maisanbau für Biogasanlagen werde immer wichtiger, der Bedarf an Flächen sei dadurch stark gewachsen und immer weniger Flächen dürfen brachliegen. Heinecke: "Das ist schlecht für die Schmetterlinge."
Es gibt sehr unterschiedliche Arten von Schmetterlingen. Man unterscheidet zwischen Ein-Biotop-Schmetterlingen, die auf einen bestimmten Lebensraum wie zuum Beispiel das Hochmoor spezialisiert sind, und Schmetterlinge, die sich in größeren Lebensräumen tummeln. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) hat Prognosen erstellt, welche Arten besonders gefährdet sind. Danach sind vor allem die im Moor lebenden Arten stark bedroht, denn die Hochmoore trocknen in den immer heißer werdenden Sommern zunehmend aus. "Da wird's den spezialisierten Arten ziemlich schlecht gehen", resümiert Heinecke.
Seit 2005 gibt es das sogenannte Tagfalter-Monitoring Deutschland, ein langfristiges Beobachtungsprogramm für Schmetterlinge. 500 ehrenamtliche Helfer zählen regelmäßig nach einer standardisierten Methode Schmetterlinge und beobachten, wie sich veränderte Klima- und Umweltbedingungen auf die Falter auswirken. Danach drängen immer mehr Wärme liebende Arten Richtung Norden vor, Kälte bevorzugende Arten seinen bedroht. Schmetterlinge eignen sich laut UFZ besonders gut als Indikatoren für die Auswirkungen von Umweltveränderungen, "denn sie reagieren schnell und empfindlich."
Heinecke beobachtet jedoch auch eine gewisse Gleichgültigkeit in der Bevölkerung. In den Familien und in den Schulen werde immer weniger Artenkenntnis vermittelt und "es gibt immer weniger Schmetterlingsexperten". Bei ihm selbst sei das noch ganz anders gewesen: "Ich habe mich schon als Kind sehr für die Tiere interessiert, auch für kleine Kriech- und Krabbeltiere. Als Jugendlicher habe ich dann angefangen, Schmetterlinge zu sammeln. Später habe ich Biologie studiert, um das Ganze wissenschaftlich zu betreiben", erzählt Heinecke.

Den Kleinen Fuchs hat jeder schon mal gesehen
Im Weserbergland kommen der Kleine Fuchs, die Kohlweißlinge, der Braune Waldvogel und das Ochsenauge recht häufig vor. Zu den besonders attraktiven Schmetterlingsarten hierzulande zählt Habenicht vom NABU Bad Pyrmont das Tagpfauenauge, den Zitronenfalter, den Aurorafalter, das Landkärtchen und den Weißen Zeh. "Mir persönlich", erzählt Habenicht, "gefällt auch der Kaisermantel gut. Aber der ist leider recht selten geworden".
Jeder kann etwas für die Schmetterlinge tun
Und was kann der Einzelne zum Schutz von Schmetterlingen tun? Hier sei die individuelle Gartengestaltung ganz wichtig. Jeder Garten sollte eine Vielzahl nektarspendender, wohlriechender Blütenpflanzen über das ganze Jahr verteilt vorzuweisen haben. Im Herbst sollte man für überwinternde Raupen das Laub liegen lassen und die abgeblühten Stauden ruhig stehen lassen: "Auch wenn das unordentlich aussieht, aber den Schmetterlingen nützt das", so der Appell von Heinecke. Und sein Kollege Habenicht hat noch einen Tipp und eine Bitte an die Kleingärtner: "Wer Raupen auf Möhren und Dill findet, sollte sie dort belassen, weil das Raupen vom wunderschönen Schwalbenschwanz sind."
 
DWZ - Hameln - 02. Juli
Das große Krabbeln: Invasion der fliegenden Blattläuse / Bei schwül-warmen Wetter werden die saugenden Insekten in Hameln zur Plage / Weniger Stechmücken in diesem Jahr
Hameln (kar).
Sie fliegen ins Gesicht, hängen in den Haaren, lassen sich auf T-Shirts nieder, krabbeln schlichtweg überall - und nerven: fliegende Blattläuse. Passanten fühlen sich in der Hamelner Innenstadt regelrecht überfallen. Nicht nur die Bäckerstraße erlebte jetzt eine Invasion dieser schwarzen und grünen Insekten. Sie schwirren derzeit vermehrt in der Luft.
 Bei schwül-warmen Wetter vermehren sich die Läuse epidemieartig. "Und zurzeit gibt es deutlich zu viele Blattläuse", bestätigt Anasthasia Wagner, Fachberaterin bei der Firma Neudorff in Emmerthal, die auf Schädlingsbekämpfung spezialisiert ist. Wagner: "Bei warmen Wetter wachsen den Läusen Flügel und sie fliegen." Dagegen unternehmen kann man nichts. Erst wenn sich die Plagegeister auf Pflanzen niederlassen, sind Schädlingsbekämpfungsmittel sinnvoll. Auffallend ist: Die Blattläuse tauchen zunehmend in Städten auf, fliegen in riesigen Schwärmen durch die Luft. Auch im angrenzenden Bundesland Nordrhein-Westfalen wird eine Blattlausplage beobachtet.
Doch nicht nur Blattläuse haben sich epidemieartig vermehrt. "Im ganzen Landkreis treten seit etwa 15 Jahren verstärkt lästige Insekten auf, die bei Erdarbeiten massenweise auffliegen", sagt Stefan Habenicht vom heimischen Naturschutzbund. Wiederholt sind dem Pyrmonter solche Schwärme von Hobby-Gärtnern gemeldet worden. Erklären kann er sich das Phänomen nicht: "Vielleicht hängt es mit der Klimaveränderung zusammen."

Auch Invasionen von Fruchtfliegen gibt es immer wieder mal. Habenicht: "Vor allem dort, wo Biomüll nicht abgedeckt in großen Mengen verrottet." Nicht selten seien diese Fliegen ein Hinweis auf fragwürdige hygienische Verhältnisse.
"Wir hatten bisher ein sehr trockenes Jahr", sagt Thomas Brandt von der Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer. Und da gebe es natürliche Arten, die von dieser Trockenheit profitieren: "Der Grashüpfer zum Beispiel." Die gute Nachricht bei dieser Wetterlage: "Stechmücken gibt es weniger", meint der Diplom-Biologe und erklärt: "Die legen ihre Eier nämlich ins Wasser und dort entwickeln sich die Mückenlarven. Ohne Pfützen klappt das nicht." Von einer Insektenplage, die Deutschland in diesem Jahr heimsucht, will Brandt nichts wissen. Das sei Unsinn. Einige Arten treten allerdings periodisch verstärkt auf wie derzeit die kleinen schwarzen Rapsglanzkäfer, die alles lieben, was Leuchtendgelb ist. "Wenn man ein Hemd in der Farbe trägt, krabbeln die sofort auf einem herum", sagt Brandt. Dagegen hilft ein einfaches Mittel: gelbe Kleidung in den Schrank verbannen.
Grundsätzlich gilt: Insekten wie die jetzt vermehrt auftretenden Blattläuse sind wechselwarme Tiere, die von der Temperatur abhängig sind. "Je höher die ist, umso schneller ist auch das Wachstum, da kann es schon mal zu einem Schub kommen", so Brandt.
 
DWZ - Coppenbrügge - 19. Juni
"Litera-Tour" mit Geschichten aus aller Welt / Lesewoche der Kultur-Initiative beginnt am Montag / Veranstaltungen unter freiem Himmel
Coppenbrügge (sto).
Der Sommer beginnt - zumindest laut Kalender - am kommenden Sonntag. Und was gehört in Coppenbrügge zu der schönsten und (hoffentlich) wärmsten Jahreszeit seit zehn Jahren dazu? Die Lesewoche der Kultur-Initiative "Unser Dorf liest". Sie beginnt in diesem Jahr am Montag, 22. Juni und endet am Freitag, 26. Juni.
Weiter...Auszug...
Am Waldrand von Brünnighausen klingt die Lesewoche am Freitag, 26.Juni, aus. Veranstaltungsort ist der Waldparkplatz "Tivoli" am Nesselberg/Ecke Meierweg, der zu erreichen ist über die am Ortseingang von Brünnighausen gelegene Triftstraße. (Bei Regen in der ehemaligen Gaststätte am Nesselberg). Unter dem Motto "Ich ging im Wald so für mich hin - ein literarischer Waldspaziergang" werden zusammen mit der NABU-Gruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf Geschichten rund um den Wald erzählt.
 
DWZ - Hameln - 18. Juni
Ihr Garten rettet die Umwelt / Was Sie zu Hause für den Naturschutz leisten können
Hameln (NABU).
"Was wäre ein blühender Apfelbaum oder ein Rosengarten ohne das Summen von Bienen und Hummeln? Was uns so selbstverständlich erscheint, ist zunehmend bedroht. Die natürlichen Lebensräume der natürlichen Blütenbesucher werden immer kleiner. Monokulturen, Umweltgifte und Gentechnik gefährden das Überleben vieler Insektenarten.
Die urbanen Steppen der Städte bedecken immer größere Flächen. Hecken sind längst verschwunden, weil moderne landwirtschaftliche Ackergeräte nur bei großen Flächen kostneffizient eingesetzt werden können. Insekten finden immer weniger Plätze zum Nisten oder Überwintern.
Wir vom NABU bitten Sie, den Nützlingen in der Natur zu helfen. Ein Insektenhotel, das Sie aufstellen, mag nur ein kleiner Beitrag zur Rettung sein, aber er ist einer und zwar ein wirkungsvoller. Es bietet Platz für Solitärbienen, Grabwespen, Hummeln, Florfliegen, Ohrwürmer und Marienkäfer. Im Garten, auf dem Balkon und dem Fenstersims hat es Platz. Nisthilfen für Insekten sind Naturerlebnis und Beitrag für eine intakte Umwelt. Die Bewohner eines Insektenhotels sind friedliebend, sichern die Erträge unserer Kulturpflanzen und halten Blattläuse und andere Schädlinge in Schach.
Sie wollen allein oder mit Ihrer Schulklasse, Ihrer Kindergarten-Gruppe ein Insektenhotel bauen? Im Natur- und Umweltzentrum (NUZ) am Berliner Platz gibt man Ihnen einen kompetenten Rat. Wenn Sie in einer Internetsuchmaschine "Insektenhotel Baueinleitung" eingeben, kommen Sie direkt zu Bauanleitungen. Ein Tipp: Die Rückwand des Insektenhotels sollte nach Norden zeigen, das schützt weitgehend vor Regen.

wesio.de
 
DWZ - Coppenbrügge - 11. Juni
Windkraft bleibt ein Sorgenthema / NABU: "Todesfalle für Zugvögel"
Brünnighausen (ist).
Verunsicherung, Besorgnis und Ängste - aus verschiedenen Gründen versammelten sich über 60 Coppenbrügger Bürger vornehmlich aus Dörpe und Brünnighausen, auf Einladung der Interessengemeinschaft "Rettet den Ruhbrink" im ehemaligen Gasthaus Quante am Nesselberg. 15 Windräder am Ruhbrink, 10 bis 40 bei den Kastanien, alle 150 oder bis zu 190 Meter hoch? Die Spekulationen um mögliche Dimensionen der ausgewiesenen Vorranggebiete für Windenergieanlagen und ihrer Bestückung schießen in den Himmel und am Boden in Extreme.
Bürger sollen Daten zum Naturschutz sammeln
Sprecher Heiko Brede gab zunächst Informationen über den aktuellen Stand der gemeindlichen Windkraftplanungen und über die Eingaben zur Änderung des Flächennutzungsplanes. Die war notwendig geworden nach dem Vorwurf der Verhinderungstaktik im Ruhbrinkgebiet, was die Gemeinde eine gerichtlich verfügte fünfstellige Eurosumme gekostet habe, erklärte Ratsmitglied Rudolf Stenzel. In der Verpflichtung, Vorranggebiete auszuweisen und in der Verantwortung für den Bürger habe man von weiteren Konfrontationen mit Betreiberfirmen Abstand genommen, die mit Sicherheit gerichtlich erwirkte Regressforderungen für die Gemeinde und damit für den Bürger zur Folge gehabt hätten. Die Einspruchfrist der Bürger, die in "reichlich Informationsveranstaltungen"  (Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka) über Pläne und bauliche Konsequenzen im Rahmen der Bürgerbeteiligung informiert worden waren, hatte am 30. März geendet (die Dewezet berichtete).
Vernachlässigt im Planfeststellungsverfahren, so Günter Blötz vom NABU, habe man den Aspekt des Natur- und Artenschutzes. Der geplante Windrad-Querriegel zwischen Ith auf der einen, Osterwald und Nesselberg auf der anderen Seite, sei eine Todesfalle nicht nur für Zugvögel beim Transit, sondern auch für den Roten Milan, Schwarzstorch und Uhu an Brutstätte und Nahrungsplatz - allesamt europaweit unter besonderen Schutz gestellte Vogelarten (Rote Liste), weiß Förster Brede. Zwar sei die Naturschutzbehörde in das Planungsverfahren involviert gewesen, habe aber nicht über das nötige avifaunistische Datenmaterial verfügen können. Grund: fehlendes ehrenamtlich gesammeltes Beobachtungsmaterial.

Die Bürger werden daher gebeten, Naturschutzdaten über Zugvögel oder geschützte Tierarten in dem Gebiet zu sammeln und an die Interessengemeinschaft (Brede, Forsthaus Eichhorst, Coppenbrügge) weiterzuleiten. Im Auftrag der Gemeinde, so Peschka, sei bereits seit einem halben Jahr ein Biologe aus dem Bereich des öffentlichen Naturschutzes mit der Erstellung eines avifaunistischen Gutachtens beauftragt.  Damit und unter dem Motto der Interessengemeinschaft "Windenergie - ja, wo sie hinpasst! Aber auf dem Ruhbrink passt sie nicht", so die Hoffnung der Interessengemeinschaft kann eine Änderung des Flächennutzungsplanes erreicht werden.
50 freiwillige Datensammler haben sich bereits spontan gefunden. Dass letztendlich allerdings "Tiere wichtiger als Menschen" seien, so Hans Jürgen Feuerhake und Manfred Schimkat aus Brünnighausen, macht nachdenklich.
 
NDZ - Bad Münder - 08. Juni
Der Natur im Garten eine Chance geben / NABU-Vorsitzender zeigt eine kleine Oase
Nienstedt (gho).
Seinen blühenden Hausgarten in geschickt genutzter Hanglage präsentierte jetzt der Vorsitzende der NABU-Gruppe Sünteltal, Matthias Großmann, in Nienstedt der Öffentlichkeit. Und das Beste daran: hier darf sich natürliches Leben entwickeln, hier wird nichts weggespritzt oder peinlich genau mit dem Rasenmäher bearbeitet.
Vom Teich, in dem Libellen ihren Entwicklungszyklus vollziehen, über eine artenreiche, bunt blühende Wiese, die nur ein- oder zweimal im Jahr gemäht werden muss, atmet hier alles natürliches Leben. Über verschlungene gemulchte Wege, an denen Beinwell und Kornrade, die blaue Kornblume oder der Diptam blühen und unzählige Insekten anlocken, kommt der Besucher vorbei am Fingerhut, in dem dicke Hummeln brummeln, an Margariten und Trollblumen, wildem Rittersporn und Wiesenknaurie.
Nun ist es aber bei den Großmanns beileibe nicht so, dass der Garten nicht auch praktisch genutzt würde. Apfelbäume, Salat- und andere Gemüsebeete sind selbstverständlich auf dem etwa 1000 Quadratmetern auch vorhanden.
Die Botschaft von Matthias Großmann, beruflich selbst im Garten- und Landschaftsbau tätig: "Ich gebe der Natur in meinem Garten eine Chance und werde reich belohnt." Dies wird jeder bestätigen, der die Parzelle in der Nienstedter Talstraße 7 gesehen hat.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 04. Juni
Seit 30 Jahren für den Naturschutz aktiv / Ehrungen bei der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf/Hameln / Ausblick auf das laufende Jahr
Hessisch Oldendorf (ubo).
Gleich zu Beginn der Jahreshauptversammlung ging es ehrenvoll zu: Hans-Jürgen Wissel, Vorsitzender des Naturschutzbund Deutschland (NABU) Hessisch Oldendorf/Hameln, zeichnete für ihre 30-jährige Mitgliedschaft Karl-Friedrich Alms (auch 29 Jahre Vorstandsarbeit), Rüdiger Beiersdorfer, Friedrich Budde, Helmut Kuhlmann und Fritz Söhlke aus.
"Nacht der Fledermäuse" auch in diesem Jahr
Umfangreiche Berichte und der Ausblick auf das laufende Jahr standen des Weiteren im Mittelpunkt der Veranstaltung. Im Vorstandsbericht blickte Hans-Jürgen Wissel auf das vergangene Jahr und damit viele Veranstaltungen zurück.
Dietmar Meier, Referent für Biotop- und Artenschutz, gab einen umfassenden Überblick auf die Mitteilungen, Anfragen und Stellungnahmen, die an den NABU gerichtet wurden. Ebenso berichtete Meier über die Erfassung von Steinkäuzen, Amphibien und Weißstörchen und die Betreuung des Naturschutzgebietes am Hohenstein.
Rund 10 bis 15 Kinder zwischen drei und zehn Jahren treffen sich regelmäßig, um die Natur spielerisch zu entdecken, wie Jugendreferentin Maren Clavey berichtete. So stand unter anderem das Thema Gewässer und eine Fledermausexkursion auf dem Programm der Kinder.
Der Leiter der Fledermaus AG Hameln. Rainer Marcek, unterrichtete die Versammlung darüber, dass es insgesamt 19 geschützte Quartiere für Fledermäuse im Landkreis Hameln-Pyrmont gibt.
Nach neun Jahren als Kassierer stellte Rüdiger Beiersdorfer sein Amt zur Verfügung. Mit zwei Enthaltungen übernimmt Fritz Söhlke - laut Wissel "Urgestein" - das Amt. Als besondere Höhepunkte in diesem Jahr nannte Hans-Jürgen Wissel neben dem "Sonntag für den Naturschutz" im Mai die "Nacht der Fledermäuse" am 28. August, den "Tag der Umwelt" am 10. September und die "Zugvogelbeobachtung" am 4. Oktober. Im Anschluss zeigte der Vorstand einen Film über Eisvögel, die "fliegenden Diamanten".
 
NDZ - Bad Münder - 04. Juni
Lebensraum für viele Tiere und Pflanzen
Nienstedt.
Um einen wertvollen Lebensraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen zu schaffen, rät der Naturschutzbund (NABU), Gruppe Sünteltal, seit vielen Jahren zur Anlage naturnah gestalteter Gärten. Am Sonntag, 7. Juni, haben interessierte Gartenfreunde die Möglichkeit, sich von 10 bis 13 Uhr und 15 bis 17 Uhr einen solchen Garten in der Talstraße 7 in Nienstedt anzuschauen. "Viele Tier- und Pflanzenarten finden in unserer intensiv bewirtschaften Agrarlandschaft kaum noch Rückzugsräume zum überleben. In unseren Gärten haben wir die Möglichkeit, ihnen einen geeigneten Lebensraum zu bieten", sagt Matthias Großmann vom NABU. "Wir möchten vor Ort zeigen, wie ein solcher Garten angelegt werden kann."
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 16. Mai
Mit dem Naturschutzbund unterwegs
Großenwieden (ah).
Anlässlich der "Stunde der Gartenvögel" zogen Großenwiedener Kindergartenkinder mit Kinderpflegerin Yvonne Ziegner unter fachkundiger Leitung von Hans Arend vom Naturschutzbund los, um Vögel zu beobachten und ihre Stimmen zu erkennen. Und so wurde vorgegangen: Von einem ruhigen Plätzchen aus wurde von jede Vogelart die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde von den Kindern entdeckt wurde. Mit Ferngläsern ausgestattet, entdeckten die zukünftigen Erstklässler Haussperlinge, Mauersegler, Mehlschwalben und Spatzen. 75 Vögel in 14 Arten zählten sie insgesamt.
 
DWZ - Hameln - 12. Mai
Entchen - eine spezielle Delikatesse für Ratten / Naturschützer warnt: Fütterung der Vögel nützt auch den Nagern / Ganze Toastbrote in der Hamel
Hameln (CK).
"Ach, wie niedlich!" Viele, die in diesen Tagen an der Hamel entlang spazieren, sind entzückt - die Enten haben Nachwuchs. So sind derzeit vor allem zwischen Steigerturm und Scharnhorststraße wieder Stockentenmütter mit kleinen Wollknäueln im Schlepptau auf dem Gewässer unterwegs - und werden von Menschen, überwiegend Mütter mit kleinen Kindern, gefüttert. Das aber, so sagen Experten, bringt den Nachwuchs in Gefahr.
Arend: "Das ist eine gefährliche Sache"
"Natürlich kann man den Leuten das Füttern nicht verbieten. Aber man kann sie darüber aufklären, dass das eine gefährliche Sache ist", sagt etwa Hans Arend . Der Kreisvorsitzende des Naturschutzbundes (NABU) weiß nämlich, dass die Tierliebhaber nicht nur die ach so niedlichen Entchen, sondern auch unfreiwillig auch die an der Hamel lebenden Ratten füttern. Und die wiederum fressen dann auch gern mal kleine Entchen. "In aller Regel passen die Eltern zwar auf und verteidigen ihre Brut. Aber wenn sie mal unachtsam sind oder an Land gehen, sind die Kleinen eine leichte Beute", erklärt Arend. Anwohner jedenfalls haben schon in den vergangenen Jahren immer wieder beobachtet, wie Ratten die nur wenigen Tage alten Vögel einfach unter Wasser ziehen und auffressen. Grundsätzlich, so rät der Naturschutzexperte, solle man überhaupt nicht füttern, zumal die Enten, solange sie klein sind, ohnehin natürliche Feinde im Wasser und in der Luft haben. Dazu gehören laut Arend, Hechte, Krähen und sogar Greifvögel, die es auch in der Stadt gibt. Arend: "In der Natur ist alles möglich." Unabhängig davon, dass das Füttern von Enten auf der Hamel - oft werden ganze Toastbrote ins Wasser geworfen - immer wieder für eine Vermehrung der Ratten sorgt, hinterlassen nicht wenige Entenfreunde auch den Abfall. Plastiktüten, in denen sie die Brotreste mitbringen werden anschließend ins Wasser geworfen oder einfach in das Brückengeländer geklemmt. Und steckt dort erst eine Tüte, folgen bald immer mehr.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 08. Mai
Mitzählen bei der Stunde der Gartenvögel
Hameln-Pyrmont (r.).
Der NABU ruft auf zur "Stunde der Gartenvögel" vom 8. bis 10. Mai Vögel in der Nähe zu beobachten, an einer bundesweiten Aktion teilzunehmen, dabei tolle Preise zu gewinnen und die Kenntnisse über unsere Vogelwelt zu steigern. Dabei sind Vogelfreunde quer durch die Republik aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel in ihrem Garten zu notieren und dem NABU zu melden. Die Beobachtungen können per Post, Telefon (kostenlose Rufnummer am 9. und 10. Mai von 10 bis 18 Uhr: 0800-1157-115) oder einfach per Internet unter
www.stunde-der-gartenvoegel.de gemeldet werden.
Für Interessierte biete der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln am 9. Mai in Hameln um 16 Uhr (Parkplatz der Sertürner-Realschule) und am 10. Mai in Hessisch Oldendorf um 10.30 Uhr (Parkeingang der Neurologischen Klinik) fachkundig geführte Führungen an.
 
DWZ - Hameln - 08. Mai
Viele Helfer bauen der Hamel ein neues Bett / Alte Mühle ist ein Wanderhindernis für Fische / Endphase des Modellprojekts hat begonnen
Hameln (tk).
Kleiner Fluss mit Modellcharakter: In den Sommermonaten bekommt die Hamell bei Groß Hilligsfeld ein neues Bett. Dann rollen die Bagger in dem Hamelner Ortsteil an, bewegen 6 000 Tonnen Erde und leiten die Endphase des "Modellprojekts Hamel" ein. Auf einer Länge von 120 Metern soll der Fluss verlegt werden, um das Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu versetzen.
Seit drei Jahren arbeiten mehrere Verbände, örtliche Initiativen und die Kommunen Hameln, Bad Münder und Coppenbrügge als Partner unter der Trägerschaft des Unterhaltungsverbandes zusammen, um das "Modellprojekt Hamel" zu realisieren. Es ist eines von mehreren in Niedersachsen geförderten Pilotvorhaben, in denen effektive Maßnahmen zur künftigen Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU erprobt werden sollen. Diese sieht vor, die Durchgängigkeit für Fische und Pflanzen in den Gewässern zu verbessern.
Baumaßnahme kostet 200 000 Euro
Viel sei bereits erreicht worden, sagt Andreas Bruns, Leiter der Unteren Wasserbehörde in Hameln. "Die umgesetzten Maßnahmen reichen aber noch nicht aus, um den gewünschten Zustand zu erzielen." Bisher wurden an der Hamel Neuanpflanzungen vorgenommen, Kiesbänke eingebracht, Abstürze beseitigt und Wehre aufgelöst. Bis 2015 muss die Lenkungsgruppe, die das Projekt betreut, die Richtlinien umsetzen. Nun steht die Stadt vor einem der größten Vorhaben - die Hamel bekommt in Groß Hilligsfeld auf einer Länge von 120 Metern ein neues Flussbett, denn bisher verhindert die Wehranlage der ehemaligen Mühle die Durchgängigkeit für Fische und wirbellose Tiere. "In der Mühle stürzt das Wasser drei Meter in die Tiefe, keine Chance für Fische, diese Hürde zu überwinden um stromauf- oder abwärts zu schwimmen". so Bruns. Der nördliche Bogen der Hamel soll daher mit dem Aushub des neuen, weiter südlich gelegenen Bachlaufes verfüllt werden, gleichzeitig soll der neue Verlauf ein natürliches Gefälle bekommen: mit Steil- und Gleithängen und Störsteinen, die für die Dynamik sorgen sollen. Außerdem sollen Laichplätze für Lachse entstehen. Die Stadt plant, auf 400 Meter links und rechts des Baches Auenwiesen anzulegen, mit typischen Gehölzarten wie Erlen, Weiden und Eschen - eine Maßnahme, die auch dem Hochwasserschutz Rechnung trägt, erläutert der Fachmann.
Rund 200 000 Euro wird das gesamte Bauvorhaben kosten. Mit 20 000 Euro ist die Stadt Hameln beteiligt, weitere 50 Prozent stammen aus EU-Geldern, 40 Prozent trägt das Land. Bereits im Vorfeld hatte die Kommune die angrenzenden Grundstücke erworben, um dem Projekt ein entsprechendes Landschaftsbild geben zu können.

"Hintergrund der umfangreichen Arbeiten an dem Gewässer ist seine Bedeutung für den Artenschutz. Die Hamel und weitere Bereiche der umgebenden Flächen sind als sogenanntes FFH-Gebiet 'Hamel und Nebenbäche' eingetragen", erklärt Bruns. Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) weist bestimmte Gebiete als besonders schützenswert aus. Als passionierter Angler weiß der Leiter der Behörde, das Groppen und Bachneunaugen in der Hamel leben - beides sind seltene und geschützte Fischarten. Außerdem hätten Untersuchungen des Landes ergeben, dass die Hamel große Potentiale für Auenwälder habe und das bestimmte Staudenarten vorhanden seien, die andernorts nicht mehr existieren. Nun versprechen sich die Planer von der Umleitung der Hamel, dass gerade diese seltenen Fisch- und Pflanzenarten auch von hier aus in andere Bäche wandern und dort wieder heimisch werden.
Daran arbeiten nicht nur die städtischen Mitarbeiter, sondern auch Helfer des NABU, Interessengruppen der Landwirtschaft und Fischereivereine mit. Gemeinsam wollen sie nun die Umleitung stemmen.
 
DWZ - Aerzen - 04. Mai
Auf der Suche nach dem Vogel des Jahres Vogelstimmenwanderung mit dem NABU entlang der Humme  Teilnehmer starten um 6 Uhr
Aerzen (red).
Mit dem Naturschutzbund (NABU) auf der Jagd nach dem Vogel des Jahres heißt es am kommenden Wochenende an der Humme. Der NABU Hessisch Oldendorf/Hameln veranstaltet am kommenden Sonntag, 10. Mai, eine Vogelstimmenwanderung in Aerzen. Um 6 Uhr treffen sich die Teilnehmer auf dem Praxisparkplatz von Dr. Ullrich Händchen und wandern dann etwa zwei Stunden entlang der Humme, um den Eisvogel - der ja schließlich Vogel des Jahres ist - zu erwischen. Nebenbei wird den Stimmen des morgendlichen Vogelkonzertes gelauscht, die vom Experten des NABU, Hans Arend, erklärt werden. Wer Lust hat, früh aufzustehen und Interesse an der Natur hat, sollte sich dem NABU Hessisch Oldendorf/Hameln anschließen und mitwandern. Es wird ein Unkostenbeitrag von drei Euro erhoben, der für NABU-Mitglieder entfällt. Alle Teilnehmer sollten festes Schuhwerk anhaben und ein Fernglas mitbringen - sie erhalten vom Naturschutzbund einen kleinen informativen Vogelführer.
 
NDZ - Bad Münder - 30. April
Kopfweiden sind wieder an ihrem Platz im Biotop
Bad Münder (jhr).
Die 40 Kopfweiden-Stecklinge, die in der vergangenen Woche vom Biotop an der Wallstraße entfernt worden waren, sind wieder an ihrem Platz. Nachdem die NABU-Ortsgruppe Sünteltal und die Stadt die Polizei eingeschaltet hatten, räumte ein Anlieger ein, die Weiden aus der Erde gezogen und weggeräumt zu haben. Am Montagabend stellte der stellvertretende NABU-Ortsgruppenchef Jens Becker fest, dass die Stecklinge wieder an ihrem Platz waren. Gemeinsam mit anderen NABU-Helfern brachte er sie wieder in die Erde - nun hoffen sie, dass die Pflanzen keinen Schaden genommen haben.
 
JOURNAL AM SONNTAG - Hessisch Oldendorf - 26. April
Seltener Besuch: Meister Adebar war da / Stippvisite eines Storches auf altem Meierei-Turm
Hessisch Oldendorf (amg).
Diese nesttreuen Vögel halten was von Bräuchen. Wo es den Störchen gefällt, dahin kehren sie meist immer wieder zurück. Dass auf dem Langstreckenflug aus wärmeren Zonen eine Landung in Hessisch Oldendorf lohnenswert ist, scheint sich unter Störchen "herumgesprochen" zu haben: In dem von viel Natur umgebenen Ort nisten sich die Tierchen gerne ein - schon vor 108 Jahren haben auf dem Gut Stau bei Weibeck sowie in einem Obstbaum in Heßlingen Weißstörche gebrütet. Manchmal allerdings beehren sie die Stadt einfach nur mit einer Stippvisite. So geschehen in der vergangenen Woche, als sich Meister Adebar daran machte, das verlassene Nest auf dem Schornstein der alten Meierei am Münchhausenring - nach Nestkämpfen war es vor zwei Jahren aufgegeben worden - wieder wohnlich zu machen. Doch so sehr das Klappern auch zu des Storches Handwerk gehört, den Paarungswillen vermochte es nicht herbeizulocken. Nach dem Kurzbesuch zog es den langschnäbligen Gast denn auch wieder weiter. "Weißstörche sind wählerisch bei der Partnerwahl", erklärt Dietmar Meier, Artenschutzreferent beim Naturschutzbund Hameln-Pyrmont (NABU) und Storchenexperte. Zwei Artgenossen habe der besagte Weißstorch nicht landen lassen. Trotzdem dürfe man getrost "guter Hoffnung" sein, dass ein anderer Klappermann samt Gattin sich doch noch in der luftigen Stube - übrigens der einzige Stand an der Oberweser - einquartiert. Ein Trupp sei nämlich noch zu erwarten, sagt Meier und erläutert: Man unterscheide zwischen der ostziehenden und der westziehenden Population. Die Weißstörche überwintern in Afrika, fliegen in zwei Zugrouten dorthin. Während die eine Strecke südostwärts über den Balkan, Israel und dem Sinai nilaufwärts nach Ost- und Südafrika führt, ziehen einige Artgenossen über Spanien und die Straße von Gibraltar nach Marokko und Westafrika. Hessisch Oldendorf befindet sich etwa auf der Zugscheide. Die Ostzieher treffen gegenüber den Weststörchen in der Regel erst spät im Frühjahr am Neststandort ein. Da die Störche aus Hessisch Oldendorf zumeist erst Mitte bis Ende April von ihrer langen Reise heimkehren, fliegen sie wahrscheinlich auf der östlichen Strecke. Der Zug ist also noch nicht abgefahren - und vielleicht guckt sich doch noch ein Storchen-Pärchen das Dach der alten Meierei als Sommerresidenz aus...
Wer mehr über Störche im Weserland erfahren möchte, findet weitere Informationen im Internet unter:
www.NABU-hm.de/cache/de/nabuvorort/0161stoerche.php
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 21. April
Adebar thront wieder auf der alten Meierei
Hessisch Oldendorf (boh).
Zwei Jahre war das Nest auf der alten Meierei am Münchhausenring verwaisten, jetzt hat es wieder ein Storch in Beschlag genommen. Adebar hat bereits erste Ausbesserungsarbeiten an seinem neuen Wohnheim vorgenommen und streckt allabendlich seinen Schnabel fröhlich klappernd in den Himmel, um einen potentiellen Partner anzulocken. Ob der Vogel dauerhaft bleibt, ist nicht sicher. Es könnte sich auch um einen vagabundierenden Nestbesetzer handeln, der nur auf Stippvisite in der Weserstadt ist.
 
DWZ - Coppenbrügge - 09. April
Apfelwoche beim NABU: Erste Ernte nach vier Jahren / Rückschau auf erfolgreiche Naturschutzarbeit / Beiträge zum Erhalt der Obstsortenvielfalt / 272 Mitglieder in der Gruppe
Brünnighausen (red).
Zur Jahreshauptversammlung der NABU-Gruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf hatte Vorsitzender Günter Blötz alle Mitglieder in den Clubraum der ehemaligen Gaststätte "Zur Krone" in Brünnighausen eingeladen. In seinem Jahresbericht hielt er Rückschau auf ein arbeits-, aber auch erfolgreiches Jahr für die Naturschutzarbeit im regionalen Wirkungsbereich der NABU-Gruppe.
Die Arbeitsschwerpunkte lagen auch im 26. Jahr der Gruppe in der Anlage und Pflege von Streuobstwiesen, der Erhaltung alter Obstbaumalleen und naturpädagogische Aktionen im Kinder- und Jugendbereich. So hat die NABU-Gruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf im Berichtszeitraum wiederum ihren Beitrag zum Erhalt von alter Sortenvielfalt geleistet und 50 alte, zum Teil in Vergessenheit geratene, hochstämmige Obstsorten gepflanzt. Eine nachhaltige Aktion war die erste Apfelernte auf der im Jahr 2004 angelegten Streuobstwiese in Lauenstein. Bereits bei der Pflanzung vor vier Jahren halfen die Kinder und Eltern des Fördervereins des Kindergartens Lauenstein tatkräftig mit. Deshalb waren die Kids auch selbstredend diejenigen, die die erste nennenswerte Apfelernte erschütteln durften. Anschließend wurde zur Begeisterung der "Erntehelfer" im Kindergarten mit der vereinseigenen Apfelpresse frischer Saft gekeltert.
 Ein weiteres Highlight war die erstmals durchgeführte "Apfelwoche" an den Berufsbildenden Schulen Springe. Eine Woche lang gab es in jeder Pause von Schülerinnen und Schülern selbst hergestellte gesunde Produkte rund um den Apfel. Die Äpfel dazu kamen vom NABU und als Dankeschön pflanzte eine der beteiligten Klassen "ihre" Ananas-Renette auf der NABU-Wiese in Dörpe.
Erfolgreich war die NABU-Gruppe auch in der Mitgliederwerbung, so ist die NABU-Gruppe auf stolze 272 Mitglieder angewachsen. Jedes Mitglied ist wertvoll, erläuterte Günter Blötz. Wünschenswert wäre es, wenn daraus auch eine größere Zahl von Mitgliedern bei der Biotoppflege aktiv mithelfen würden, so der NABU-Vorsitzende. Auch 2009 biete das Jahresprogramm viele interessante Aktionen an, aus der Blötz nur eine kleine Anzahl nannte: Die ornithologische "Männertour" wird dieses Jahr mit dem Fahrrad das Steinhuder Meer umrunden, die Vogelstimmenwanderung findet am Nesselberg statt, und die Ferienpassaktion wird diesmal ebenfalls zum Naturpark Steinhuder Meer führen.
Zum Abschluss wurden langjährige Mitglieder geehrt. Elke Vollmer, Udo Vollmer und Heidrun Schütte erhielten den Dank des Vorsitzenden für ihr langjähriges Engagement im Bereich des Naturschutzes.
 
NDZ - Bad Münder - 04. April
Tote Kröten auch auf Böbbers Straßen / Münderscher Amphibien-Schützer Michael Exner sieht wenig Hoffnung auf Warnschilder
Böbber (st).
Gleich vier tote Kröten hat Monika Lüdtke gestern Morgen Am Mühlensiek in Böbber gefunden. Momentan fände sie des Öfteren tote Amphibien, die durch den kleinen Ort hüpfen wollten, sagt Lüdtke. "Hier gibt es viele Gartenteiche, da sind natürlich viele Frösche, Kröten und auch Lurche unterwegs." Häufig stellt Lüdtke fest, dass Autofahrer, die durch den Ort fahren, selbst große Kröten gar nicht sehen und sie einfach überfahren. "Ich kann das nicht verstehen. Da sitzen Mitten auf der Straße, die sieht man doch." Da sie aber selbst weiß, dass nicht alle Autofahrer so achtsam sind wie sie, wünscht sich Lüdtke Hinweisschilder, die die Verkehrsteilnehmer auf die kleinen Hüpfer aufmerksam machen.
Michael Exner aus Bad Münder, Amphibien-Schützer und tatkräftiger Unterstützer des Naturschutzbundes (NABU), kennt das Problem nur zu gut. "Es gibt einige Stellen, da kreuzen Hunderte von Amphibien die Straße." Ein neuralgischer Punkt ist die Rahlmühler Straße zwischen der Kernstadt und Hamelspringe. "Wenn hier morgens 20 Tiere platt auf der Straße liegen, ist hier davon auszugehen, dass nachts über hundert totgefahren sind. Der Rest ist von Krähen oder anderen Aasfressern bereits verspeist worden", so Exner.
Der Experte weiß, dass viele Autofahrer die Kröten nicht sehen, weil sie nicht sensibilisiert sind. "Man muss die Leute einfach immer an die Hand nehmen und sie mit der Nase auf das Problem stoßen." Hinweisschilder könnten schon einen gewissen Nutzen haben, denkt auch der Amphibien-Freund. Er ist aber skeptisch, ob sich die Stadt für Böbber solche Schilder zur Verfügung stellen würde.
Harald Meyer-Achilles vom Umweltamt der Stadt sagt, man müsse darüber nachdenken, wenn dort gehäuft zu Krötenwanderungen käme. Hinweise von den Anwohnern würde man prüfen. Grundsätzlich mache es Sinn, eine solche Aktion gemeinsam mit dem NABU zu organisieren. "Der NABU hat den Schutz der Amphibien supergut organisiert", so Meyer-Achilles.
 Amphibienzäune könnten in diesem Bereich laut Exner nicht errichtet werden. Zudem würde es an freiwilligen Helfern fehlen, die die Zäune regelmäßig abgehen und sich dann um die Tiere kümmern, die zurückgehalten wurden. Meyer-Achilles ist nicht sicher, ob allein die Schilder ausreichen würden, um die Kröten zu schützen - Kostenpunkt für zwei Schilder: rund 400 Euro.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 26. März
"Bienenhotel" - Unterricht wird anschaulicher
Hessisch Oldendorf (ah).
"Höfelmanns wilde Bienen" - so könnte zukünftig der Name der Name des Insektenhotels lauten, das der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf, Hans-Jürgen Wissel, an die Hauptschule am Hohenstein übergab. Möglich wurde diese Spende durch den Überschuss aus dem Verkauf von mittlerweile fast 200 Insektenhotels.
Nach den Plänen des Vorstandsmitglieds Rüdiger Beiersdorfer fertigten NABU-Mitarbeiter Stanislaus Sodoma und die Praktikanten Dannis Hanff und Christian Watermann dieses Sonderexemplar an Schulleiter Günter Höfelmann, selbst Besitzer einer derartigen Immobilie, dankte der Ortsgruppe. "Ich bin gespannt, wer nun alles hier einzieht", sagte er. "Das Hotel ist als Brutstätte für Wildbienen, Florfliegen, Wespen und Hummeln und als Unterschlupf zum Wohlfühlen geeignet", erklärte der NABU-Vorsitzende.
Weitere Informationen dazu gibt ein im Schulflur aufgehängtes Schaubild. "Nun kann im Lichthof vor dem Hotel auch mal eine Biologiestunde stattfinden", schlug Hans-Jürgen Wissel vor. Dort hängen jetzt auch ein Vogelnistkasten und ein Fledermausspaltenkasten.
Noch fehlt der Hotelname, der eingraviert werden soll. Die Hauptschüler können sich etwas Passendes ausdenken; der Namenspate erhält vom NABU einen Bauplan für Nistkästen sowie einen Vogelführer.
 
DWZ - Bad Münder - 26. März
Rücklegung der Hamel steht bevor / NABU Sünteltal bleibt bei ablehnender Haltung zur "Westtangente"
Bad Münder (oc).
"Wenn alles glatt läuft, kann im Sommer mit der Zurücklegung der Hamel in ihr altes Bachbett an der Rahlmühle begonnen werden". Das war die gute Nachricht zu Beginn der Jahresversammlung der NABU-Gruppe Sünteltal in Bad Münder. Der stellvertretende Vorsitzende Jens Becker berichtete über die Fortschritte des seit rund zwei Jahren laufenden Hamelprojektes.
Es werde noch die Genehmigung der unteren Wasserbehörde erwartet. Die Hamel wäre dann wieder von der Quelle in Hamelspringe bis zur Wesermündung "ökologisch durchgängig". Das bedeutet: keine Hindernisse oder Abstürze, die durch Begradigung entstanden sind.
Vorsitzender Matthias Großmann berichtete von den umfangreichen Schittarbeiten an den Kopfweiden und Hecken im Mühlensiek, dem Obstbaumschnitt an der Streuobstwiese Eilenberg und den Anpflanzungen von weiteren Kopfweiden an der Hamel. Weitere Flächen seien angepachtet worden. Die Arbeitseinsätze der freiwilligen Helfer erstrecken sich - jeweils sonnabends - von November bis März.
Es haben im vergangenen Jahr wieder Veranstaltungen, Vorträge und Ausstellungen zu verschiedenen Themen (Rückkehr der Wölfe, Energie aus Biomasse, Begehungen an der Hamel) stattgefunden. Auch mit den Nachbarverbänden in Springe und Rodenberg wurden gemeinsame Aktionen durchgeführt.
"Es bleibt weiter bei unserer ablehnenden Haltung zur Umgehung 'Westtangente'," so Großmann, der auf die Einsicht des Stadtrates setzt. Großmann wurde ebenso wie Becker, Kassierer Heinz Osterkamp und Anneliese Zuzmann (Öffentlichkeitsarbeit) im Amt bestätigt. Die nächste Veranstaltung steigt am Dienstag, 7. April, um 19 Uhr im Deutschen Haus. Thema ist der Naturschutz aus Sicht der Jägerschaft.
 
DWZ - Coppenbrügge - 21. März
Alte Obstsorten neu entdecken / NABU-Ortgruppe pflanzt Apfelbäume auf dem Napoleonsweg
Brünnighausen (red).
Napoleon wäre bestimmt stolz, wenn er die vielen frisch gepflanzten hochstämmigen Apfelbäume an dem nach ihm benannten Feldweg, einer historischen Heerstraße, zwischen der heutigen B 442 und dem Ruhbrink in der Gemarkung Brünnighausen, sehen könnte. Stolz sind aber auf alle Fälle die Aktiven der NABU-Gruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf, die jetzt 14 alte Apfelsorten gepflanzt haben.
"Wir machen keine halben Sachen", bemerkt der Vorsitzende Günter Blötz, "und deshalb haben wir das im April 2008 mit 15 Bäumen begonnene Vorhaben, eine äußerst lückenhafte alte Obstbaumallee neu zu bepflanzen, heute erfolgreich abgeschlossen." Damit will die Gruppe der über Jahrhunderte gepflegten Tradition der Obstalleen eine neu Chance gegeben. Jetzt hat man auf dem Napoleonsweg die Gelegenheit, alte Obstsorten, die in Vergessenheit zu geraten drohten neu zu entdecken, beschreibt Blötz. Nur eine kleine Auswahl der gepflanzten Apfelraritäten soll neugierig machen auf zukünftige Augen- und Gaumenfreuden: Adams Parmäne, Französische Goldrenette, Groninger Krone, Horneburger Pfannkuchen, Landsberger Renette, Edelborsdorfer, Riesenboiken, Altländer Pfannkuchen, Celler Dickstiel, Gravensteiner. Und damit nicht genug: Weitere Obstsorten will der NABU in den nächsten Monaten anpflanzen, um den noch vielen unbekannten Apfelsorten zu Bekanntheit zu verhelfen. Und Äpfel gibt es schon lange. Die älteste dokumentierte Sorte des Kulturapfels ist vermutlich der Borsdorfer Apfel, der bereits 1170 von den Zisterziensern erwähnt wurde. Um 1880 zählte man bereits 20000 Apfelsorten, die gezüchtet wurden, davon allein 2300 in Preußen. Heute gibt es in Deutschland ungefähr 1500 Sorten, von denen aber lediglich 60 wirtschaftlich genutzt werden.
Der NABU Brünnighausen Anmerkung Webmaster: Coppenbrügge/ Salzhemmendorf fühlt sich deshalb verpflichtet, dem Schwund der Apfelsorten entgegenzuwirken und zum Erhalt einer Kulturlandschaft beizutragen. Dabei werden sie von der Gemeinde Coppenbrügge unterstützt, die 200 Euro für die Pflanzaktion investierte. Die restlichen knapp 400 Euro zahlte die Ortsgruppe aus eigener Tasche: eine Investition in die Zukunft auf Grundlage von Tradition und Artenpflege.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 12. März
Neu gepflanzte Erlen einfach wieder herausgerissen / NABU Hessisch Oldendorf wirft Landwirt "Baumfrevel" vor / Stadt: Entnahme ist rechtlich nicht erlaubt gewesen
Hessisch Oldendorf (rk).
In Barksen ist ein Streit um herausgerissene Bäume, die gerade erst gepflanzt waren, entfacht: Vier junge Erlen hatte der NABU Hessisch Oldendorf im Ortskern auf einem Teilstück zwischen Schildstraße und Hohensteinstraße gepflanzt. Damit wollte der Ortsverein die Lücke einer Baumreihe an der Böschungskante einer öffentlichen Grabenparzelle schließen, um "so zum grünen Dorfbild beizutragen", wie NABU-Ortsmitglied Friedrich Alms sagt. Umso erstaunter war er, als am nächsten Tag die vier frischen Bäume samt Pflanzpfählen "fein säuberlich samt Wurzelwerk wieder neben der Straße lagen". Dem Anrainer der öffentlichen Fläche, Landwirt Jörg Holzgräfe, der die Bäume wieder ausgegraben hat, wirft Alms nun "Baumfrevel" vor.
Die Aktion, bei der der NABU eigene Bäume gepflanzt hatte, war vorher mit der Stadt Hessisch Oldendorf koordiniert worden. Manfred Bebermeier, zuständig für den Bereich Straßen- und Gewässerunterhaltung, bestätigt: "Hinsichtlich der Pflanzung hat die Stadt keine Bedenken ausgesprochen. Wir haben Herrn Alms aber aufgefordert, im Vorfeld mit dem Landwirt Absprachen über die Pflanzung zu treffen".
Diese jedoch sei nie erfolgt, hält Landwirt Jörg Holzgräfe dagegen. "In einer Nacht- und Nebel-Aktion hat der NABU die Bäume gepflanzt, ohne mich darüber zu informieren." Aber auch den Sandort der Erlen kritisiert Holzgräfe und begründet damit sein nach seiner Meinung "fachgerecht" ausgeführtes Entfernen der Bäume. Die Bäume stehen in einer Straßenkurve, würden daher den Verkehr behindern. Außerdem hätte der NABU die Bäume zu dicht am Stacheldrahtzaun gepflanzt - in der Folge würde seine landwirtschaftliche Arbeit behindert, meint Holzgräfe. Die nötige elektronische Sicherung auf der Kuhweide sei durch die Nähe der Baumstämme gefährdet, es bestünde daher das Risiko, dass die Kühe die Weide verlassen könnten. Und auch das Rangieren mit dem Landmaschinen würde die Erlen behindern.
Dennoch, Alms pocht auf die Rechtsgrundlage - und die wird von Manfred Bebermeier so bestätigt: "Die Bäume hätten an dieser Stelle nicht einfach wieder entnommen werden dürfen." Denn die Grabenparzelle ist Eigentum der Stadt Hessisch Oldendorf, die dort als Einzige Arbeiten ausführen darf oder die Erlaubnis dazu erstellen kann. Das Gesetz sieht vor, dass bei städtischen Pflanzungen keine Mindestabstände zu etwaigen Nachbarn eingehalten werden müssen. "Dass Herr Alms bis an den Zaun gepflanzt hat, ist damit zumindest rechtlich einwandfrei", sagt Bebermeier. Hinter dem Konflikt vermutet er persönliche Streitigkeiten zwischen den Parteien. "Für die Stadt ist dieser Vorfall kein Thema. Ich empfehle den Parteien aber, sich mit mir und dem Ortsbürgermeister zusammenzusetzen, damit wir die Sache in Ruhe klären können."
 
DWZ - Coppenbrügge - 11. März
NABU sucht Helfer für Pflanzaktion
Coppenbrügge (red).
Der NABU Coppenbrügge/Salzhemmendorf hat wieder zu einer Pflanzaktion aufgerufen. Am Samstag, den 14. März, ab 9.00 Uhr treffen sich die Helfer am "Napoleonsweg", um die im Frühjahr 2008 begonnene Vervollständigung des alten Obstbaumbestandes weiter fortzusetzen. 15 alte Apfelsorten sind bereits gepflanzt worden, mit 14 weiteren Raritäten wird die lückenhafte Obstbaumreihe wieder komplett. Der Feldweg wird im Dorf auch als "Napoleonsweg" bezeichnet. Er verbindet die Kreisstraße 4 (Brünnighausen-Bäntorf) mit der B 442 Richtung Brullsen. Helfer sind herzlich willkommen, Spaten sind mitzubringen.
 
DWZ - Weserbergland - 06. März
Kreis investiert 6200 Euro in den Naturschutz
Hameln-Pyrmont (HW).
Zur Kenntnis genommen haben die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und erneuerbarer Energien im Landkreis Hameln-Pyrmont einen Bericht der Kreisverwaltung über 2008 geförderte Naturschutzmaßnahmen. Wie Rainer Halbauer, Fachdienstleiter Naturschutz/Landwirtschaft im Kreishaus betonte, seien im vergangenen Jahr für 50 Flächenanpachtungen der Naturschutzverbände mit einer Gesamtfläche von gut 44 Hektar insgesamt 6200 Euro aufgewandt worden. Dazu gesellten sich 367,30 Euro an die Kreisjägerschaft für die Erfassung und Beobachtung der in ihrer Art gefährdeten heimischen Rebhühner, 2000 Euro an die NABU-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf für die Beschaffung eines Balkenmähers zur Pflege von Naturschutz-Pachtflächen und 500 Euro an die NABU-Ortsgruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf zur Erweiterung einer Streuobstwiese in Dörpe.
 
NDZ - Bad Münder - 05. März
Bilder aus dem Naturparadies
Lauenau.
Stefan Röhrscheid, Referent der Stiftung Nationales Naturerbe, wird heute um 19.30 Uhr auf Einladung des Naturschutzbundes zu einem Bildervortrag im Bürgerhaus erwartet. Er berichtet über Grünhaus in der Niederlausitz, wo aus einer 20 Quadratkilometer ausgeräumten Landschaft ein vom NABU betreutes Biotop entstanden ist, in dem Wiedehopf, Kranich, Seeadler und Rohrweihe eine Heimat gefunden haben.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 05. März
Auch die Insekten haben nun ihr Ritz-Carlton / Ehemalige Infotafel wird zum Hotel für Bienen und Fliegen
Großenwieden (ah).
Zur Eröffnung des Hotels "Zur wilden Biene" in Großenwieden kamen auf Einladung von NABU-Mitglied Klaus Göringganze Familien, Vertreter vom Ortsrat, Naturschutzbund, Kirche und der Stadtwerke Schaumburg-Lippe. Der Bestand heimischer Wildbienen und vieler anderer Insektenarten, die von großer Bedeutung für den Naturhaushalt sind, sei gefährdet, erklärte Göring. Nahezu die Hälfte aller Bienenarten steht bereits auf der Roten Liste - das belegen Studien. Fast 40 weitere Arten wurden in der Vorwarnliste aufgenommen. Es werde darum höchste Zeit, etwas für diese Insekten zu tun, empfiehlt der NABU Deutschland - schließlich seien Insekten auch Nutz-Tiere.
Da geeignete Nistmöglichkeiten im Umkreis fehlen, entstand die Idee, ein Insektenhotel in Großenwieden anzusiedeln. Als Standort fand sich ein Gelände an den drei Wasserbrunnen, Eigentum der Stadtwerke Schaumburg-Lippe, wo es, umgeben von angepflanzten Hecken - ein idealer Biotop auch für Insekten - aufgestellt wurde.
Wildbienen im Bestand bedroht

Eine ehemalige Informationstafel diente als Fassade für das Hotel. Durch den unermüdlichen Einsatz des Tischlers Werner Beerbom und die Hilfe zahlreicher Kinder, die sich jeden zweiten Sonntag unter Anleitung von Klaus Göring trafen, entstand ein komfortables Domizil für Insekten. Die Kinder ernteten Holunder, Schilf, und Sommerflieder, schnitten die Stängel zu und bohrten Löcher hinein. Heu, Stroh, Holzwolle, Buchenholz, Tonrohre, Lehm- und Gittersteine wurden gespendet, die Materialien bearbeitet und in verschiedenen Etagen und Zimmern des Hotels eingefügt. Eigens für Hummeln wurden drei Zimmer mit Vorbau angebracht und die Florfliegen bekamen eine Lamellenwand, hinter der sie einziehen können. In einer Suite wurden außerdem Reagenzgläser installiert, die die Betrachtung der verschiedenen Entwicklungsstadien der Insekten ermöglichen, was besonders für Kinder von großem Interesse ist.
Ortsbürgermeister Hans-Hermann Beißner übereichte Klaus Göring zur Eröffnung symbolisch einen Schlüssel, damit der Hotelbetrieb losgehen könne. Die neunjährige Céline, die fleißig beim Einrichten der Zimmer geholfen hatte, entdeckte in einem Reagenzglas gleich den ersten Hotelgast, "eine Fliege", wie sie nach genauer Untersuchung feststellte. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, wie gut das vom Heimatverein und NABU finanziell unterstützte Insektenhotel angenommen wird, dann beginnt die Insektensaison.
Bei frühlingshaften Temperaturen gab es im Anschluss an die Hoteleinweihung Kaffee und Kuchen unter freiem Himmel, außerdem konnten Fledermaus- und Vogelnistkästen erworben werden, die die Naturschützer an Schlechtwettertagen gebaut hatten.
 
NDZ - Bad Münder - 28. Februar
Naturschutzbund lädt zum Vortrag ein / Regionale Gruppen treffen sich in Lauenau / Interessierte willkommen
Lauenau (oe).
Auf Einladung der Gruppen Sünteltal, Springe und Rodenberg im Naturschutzbund Deutschland (NABU) berichtet Projektleiter Dr. Sefan Röhrscheid am Donnerstag, 5. März, um 19.30 Uhr im Bürgerhaus in Lauenau über das Naturschutzprojekt \"Naturparadies Grünhaus\". Die NABU-Stiftung "Nationales Naturerbe" baut diese in den stillgelegten Tagebauen bei Finsterwalde auf.
Auf rund 20 Quadratkilometern im NABU-Besitz darf sich die Natur weitgehend ungestört entwickeln. Es brüten schon heute Wiedehopf und Kranich, es jagen Seeadler und Rohrweihe.
Der kostenlose Vortragsabend ist für alle Naturinteressierten offen. Spenden werden im Anschluss gerne genommen. Der Vortrag informiert über die Risiken und Chancen dieser Umgestaltung für die Natur.
 
DWZ - Hameln - 17. Februar
NABU setzt auf Aufklärung mit dem Energiesparmobil / Fahrzeug wird bei den Hamelner Bautagen eingesetzt / Fachkräfte des Schornsteinfegerhandwerks informieren
Hameln (red).
Das Energiesparmobil Niedersachsen des Naturschutzbundes NABU macht Station in Hameln: Vom 20. bis 22. Februar wird das Fahrzeug, das durch Förderung des niedersächsischen Umweltministeriums mit Projektmitteln des Landes Niedersachsen erstellt wurde, bei den Hamelner Bautagen im Freigelände des Weserbergland-Zentrums stehen. Kooperationspartner des NABU für das Mobil ist der Landesinnungsverband für das Schornsteinfegerhandwerk.
"Noch nie war Energie so teuer wie heute", sagt Hans-Jürgen Wissel vom NABU. "Dadurch wird immer mehr Menschen bewusst, welch kostbares Gut sie ist - und das ihre beste Energiequelle das Energiesparen ist."
Daher geben am Energiesparmobil Mitarbeiter des NABU und der Schornsteinfegerinnung Einblicke in die Wirkungsweise von Energie und Energiedämmung in anschaulicher Art und Weise. Dabei reicht der thematische Bogen, der anschaulich und lebendig dargestellt wird, von den neuralgischen Punkten im Haus über den Einsatz erneuerbarer Energien bis hin zu Tipps zur erleichterten Suche nach Fördermitteln.
Das begehbare Energiesparmobil mit seiner Ausstellung und den Info-Materialien zum Mitnehmen sieht Wissel als Beitrag zum Klimaschutz: "Nicht verschwendete Energie schont die Umwelt am besten, und dies spürt man schnell am eigenen Geldbeutel." Der besondere Service für alle Bürger: Fachkräfte des Schornsteinfegerhandwerks bieten kostenfreie Energieberatung für Bauherrn und Hausbesitzer vor Ort an.
 
DWZ - Hessisch Oldendorf - 17. Februar
Informationspunkt Weser mit saisonaler Gastronomie / Planung nimmt Gestalt an / Weg als Verbindung zwischen Stadt und Fluss / Ratsherr fühlt sich übergangen
Hessisch Oldendorf (pj).
Das Leader-Programm bietet die Möglichkeit, die heimische Region auszuwerten und für die Zukunft zu rüsten. Ein Projekt ist für die Schaffung eines Informationspunktes an der Weser in Hessisch Oldendorf. Im Juni wurde das Projekt erstmals bei der Sitzung der Leader-Region Westliches Weserbergland vorgestellt. Projektmanager Heiko Wiebusch betonte damals, dass die Schwierigkeit darin liege, eine Befreiung aus dem Landschaftsschutz zu bekommen. Inzwischen sind Abstimmungsgespräche mit dem Landkreis geführt, wie Planer Peter Flaspöhler in einer Arbeitssitzung mitteilte, an der Vertreter des Hessisch Oldendorfer Ortsrates, der Stadtverwaltung und der Vorsitzende des Planungsausschusses und Hans-Jürgen Wissel vom NABU teilnahmen. "Ziele der Planung sind die Vernetzung der Stadt mit der Weser, die Nutzung landschaftlicher und touristischer Potenziale, die Verbesserung der Angebote und die Beseitigung städtischer Missstände", betonte Flaspöhler. Er betonte auch, dass es zu keiner Einschränkung landwirtschaftlicher Nutzung kommen dürfe. Zum Konzept gehören die Schaffung eines Fußweges vom Bahnübergang über das Industrie-Grundstück Bessmann und eine Brücke über den Hollenbach in Richtung alte Verladestation an der Weser. Vorstellen können sich die Planer und Hermann Faust, im Rathaus für das Leader-Projekt verantwortlich, dass am Informationspunkt saisonale Gastronomie betrieben wird, was bedeutet, dass ein Sondergebiet ausgewiesen werden muss. Da dieses Konzept "nicht mehr dem entspricht, was ursprünglich vorgestellt wurde", wie Jost Beckmann, der Vorsitzende des Planungsausschusses feststellte, formulierte Ratsherr Kai-Uwe Eggers am Tag nach dem Treffen der Arbeitsgruppe in der Sitzung des Planungsausschusses Kritik an der Verwaltung. Das Projekt sei "nicht ganzheitlich behandelt", Politiker seien nicht eingebunden worden, monierte er. Martina Kexel von der Stadtverwaltung beruhigte und sagte, dass erst der Landschaftsschutz aufgehoben werden müsse, bevor weitere Schritte unter Einbeziehung der Politiker erfolgen können.
 
DWZ - Coppenbrügge - 17. Februar
Dörper Kirschallee um weitere seltene Sorten ergänzt / Historische Anpflanzungen am Feldweg von Dörpe zum Ruhbrink / Familie brachte erste Bäume aus Schlesien mit
Dörpe (ist).
Schon über ein halbes Jahrhundertpräsentiert sie sich in der Coppenbrügger Feldmark im Mai in duftigen Rosa und Weiß, im Juni von gelb über rot bis schwarz beknorpelt: Die Kirschallee am Feldweg von Dörpe zum Ruhbrink, 1951 von der aus Schlesien stammenden Familie Niechziol angelegt, um die Leidenschaft für den Obstbau in die neue Heimat hinüberzuretten, sei für viele Dörper Bürger seit Kindertagen ein "besonderes Juwel" im Ortsbild, sagt Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka. "Ein kleines Wahrzeichen", ergänzt der gebürtige Dörper Friedrich Wilhelm Vespermann und rmmt den Spaten tiefer in den Boden. Die vor 58 Jahren gepflanzten 130 Kirschbäume seien auch für Besucher und Touristen von seltener Attraktivität, für jeden, der jemals als Kind in Dörpe war, beliebte Gelegenheit zum Kirschenklau mit anschließendem Weitspucktrainung, ein "ökologischer Schatz", wie Obstbaumexperte und Baumschulbesitzer Fritz Kewel aus Eldagsen bei einer Begehung im vergangenen Jahr festgestellt hatte. Acht verschiedene historische Kirschsorten konnte er identifizieren - alles andere als gängiges Supermarktsortiment - und allesamt mit langjähriger Kirschtradition, die teilweise zurückreicht bis ins 16. Jahrhundert.

Doch die Jahre haben die reihen von "Große Prinzessin", "Schneiders Späte Knorpel" und anderen gelichtet. Um die Kirschallee als ökologisches Kleinod auch für künftige Generationen zu erhalten, wurden jetzt mit finanzieller Unterstützung der Lottostiftung "Bingo" (2000 Euro), fachkundiger Beratung von Kewel und tatkräftigem Einsatz von gärtnerischem Arbeitsgerät der Dorfgemeinschaft und der NABU-Gruppe Coppenbrügge (Arbeitskosten von insgesamt 900 Euro) die Lücken geschlossen. 31 Kirschbäume, alle mit alten, seltenen Sortennamen, wurden gepflanzt. Die "Große Prinzessin" ist wieder dabei, ebenso wie die "Große schwarze Knorpelkirsche" und "Kassins frühe Herzkirsche". Die Kirschallee, so Kewel, habe bei entsprechender Pflege und gleich bleibender Nutzungsintensität der benachbarten landwirtschaftlichen Flächen durchaus gute Zukunftsperspektiven. Die Kirschernte soll dann zur Mosterei nach Ockensen gehen, der Saft örtlichen Altenheimen und Kindergärten geliefert werden.
 
DWZ - Bad Münder - 10. Februar
Kleine Handwerker bauen Nistkästen
Bad Münder (gho).
Annelie und Constanze präsentieren stolz ihre Nistkästen, nachdem sie und viele andere kleine Handwerker zuvor kräftig gewerkelt haben. Das ganze Kellergeschoss in der Grundschule Bad Münder hallte wider von den Hammerschlägen vieler fleißiger Kinder, als die NABU-Ortsgruppe in den Werkraum eingeladen hatte, um mit den Kleinen die Brutstätten zu bauen. Eingangs hatte der Vogelexperte Karl Haverkamp vom NABU Springe den Kindern und Eltern erläutert, warum manchen Vogelarten Nisthilfen angeboten werden und wie diese beschaffen sein müssen. Alle Kinder waren mit großer Passion dabei, die vorgefertigten Bausätze mit Hilfestellung durch Eltern und die NABU-Vorstandsmitglieder Jens Becker und Gerd-Dieter Walter zusammenzunageln. Auch Neumitglied Rosa Fixel hatte sich als Helferin zur Verfügung gestellt. Das beste für die Kinder war, dass sie sich ihren selbstgebauten Nistkasten mit nach Hause nehmen konnten.
 
DWZ - Hameln-Pyrmont - 06. Februar
Ein Frühling ohne Tschilpen? / Naturschutzbund appelliert an Hamelner wegen Hilfe für den Spatz
Hameln-Pyrmont (red).
Noch vor wenigen Jahrzehnten gab es sogar "Kopfprämien" für ihn, vielerorts galt er als Landplage - obwohl er sich längst die meisten Herzen erobert hat: der Spatz. Heute jedoch sind die für ihr Tschilpen bekannten Feld- und Haussperlinge unter enormen Druck, besonders in dichten Siedlungen sind sie fast verschwunden, bedauern Fachleute. Der Naturschutzbund (NABU) ruft deshalb zu einer "konzertierten Aktion für den Spatz" auf.
Wie Hans Arend, NABU-Vorsitzender in Hameln-Pyrmont, erklärt, gibt es viele Gründe für den Rückgang des Spatzes: "Er findet nicht mehr genügend Insekten als tierische Eiweißnahrung für seine Jungvögel, naturnahe Wegränder mit samentragenden Wildpflanzen sind zur Seltenheit geworden, Nutzgärten weichen exotischem, ökologisch fast wertlosem Einheitsgrün, und Nisthöhlen, etwa in ausgefaulten Astlöchern alter Bäume, fehlen zusehends ebenso wie Einschlüpfe hinter Dachziegeln, weil die Dächer immer perfekter versiegelt werden." Beim Feldsperling komme das "Ausräumen der Landschaft, in der sich Maiswüsten statt artenreicher Grünländer und Feldgehölze ausbreiten" und der Verlust alter Bäume hinzu.
Der heimische NABU appelliert an die Bürger, Gärten, Kleingärten und Grünanlagen naturnah zu gestalten und ein "Spatzenheim" zu bauen. Baupläne für diesen Nistkasten und viele andere Nisthilfen sind in einer 30-seitigen Bauplansammlung des NABU enthalten.
Diese kann wie auch die Broschüre "Vögel im Garten" gegen Einsendung von fünf Euro angefordert werden - und zwar beim NABU, Stichwort "Spatz", Sandstraße 8, 31840 Hessisch Oldendorf.
 
WESERBERGLAND-NACHRICHTEN - Coppenbrügge - 04. Februar
Fliegen die stolzen Kraniche künftig in die mächtige Windradfalle am Rubrink in Coppenbrügge? / Bei Nebel hätten sie keine Chance.
Coppenbrügge (wbn).
VON RALPH LORENZ
Werden dei neuen Windräder im Flecken Coppenbrügge zur Kranichfalle im Weserbergland? Im Zuge des Anhörungsverfahrens für die "Zwangsausweisung" von Windrad-Vorrangflächen in Coppenbrügge ist heute Abend in der Aula der Grundschule am Ith den Bürgern die Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden. Es waren vor allem die Natur- und Landschaftsfreunde, die sich mit kritischem Sachverstand zu Wort meldeten.
Bürger wie Heiko Brede etwa, der seinen forstwirtschaftlichen Hintergrund auf die Barrierewirkung für die Zugvögel im Weserbergland hinwies. Am Ruhbrink bei Brünnighausen und bei den "Kastanien" nahe Herkensen werden "privilegierte" Windenergieflächen im Zuge des Bebauungsplanes ausgewiesen, die im Falle der massiven Umsetzung zu echten Problemen für die Artenvielfalt der Vogelwelt werden könnten. Nicht nur Brede, auch der NABU-Regionalsprecher Günter Blötz äußerte erhebliche Bedenken. Die anmutig ziehenden Kraniche - erst vor kurzem gaben sie am Himmel über dem Weserbergland ein prächtiges Schauspiel ab. Zu Tausenden fliegen sie nach Norden und orientieren sich auf ihrem Fernflug vermutlich auch am Ith-Kamm, der zugleich mit seinen günstigen Windströmungen ordentlich Aufwind unter das Gefieder schaufelt. Und genau in diese Flugbahn hinein könnte ein Sperr-Riegel gewaltiger Windräder mit einer Nabenhöhe von bis zu 150 Metern entstehen.
Die Kraniche fliegen erheblich tiefer, vor allem wenn - wie in den zurückliegenden Tagen beobachtet - Nebel vorherrscht. "Dann können sie schon mal auf Wipfelhöhe herunterkommen um sich besser zu orientieren", meint Brede aus Brünnighausen im Gespräch mit den Weserbergland-Nachrichten. Dann könnten die Windräder unter Umständen auch zur tödlichen Falle werden. Gemeinde-Planer Matthias Reinhold ließen solche Argumente nicht unbeeindruckt. Er wies jedoch auch auf das Dilemma hin, dass im Falle der privilegierten Windenergie - sie hat den machtvollen Rückenwind der Verwaltungsgerichte und der Bundespolitik hinter sich - nicht allgemein gehaltene Bedenken aus Natur- und Landschaftsschutz entgegengebracht werden könnten. Zudem müsse dann immer auch der Einzelfall einer Planung gesehen werden - allgemeines Unbehagen reicht nicht.
Hier prallen die Welten von Öko-Alternativen und Naturfreunden aufeinander, neigen Verwaltungsrichter zu Schreibtischurteilen und verweigern den Gang in die Botanik vor Ort, der möglicherweise eine klare Erkenntnis bringen könnte. Coppenbrügges Gemeindebürgermeister Hans-Ulrich Peschka zuckt hier schon resigniert mit den Schultern. Im Falle Coppenbrügge hätten drei Verwaltungsrichterinnen regelrecht die Ortsbesichtigung verweigert - ansonsten in der Juristerei eine gerechte Form der Urteilsfindung. Sowas sei heute nicht mehr üblich, wurde dem Coppenbrügger Bürgermeister keck beschieden. Peschka, aber auch Ingenieur Reinhold hatten gleichwohl eine klare Botschaft für die skeptische Bürgerschaft: Gerade im Falle der Artenschutzargumente gelte es fleißig Daten und Fakten vorzulegen. Jeder Einzelne sei aufgerufen sein spezielles Wissen um diese Sachverhalte dem Rathaus mitzuteilen. Gerade hierbei zeigt sich die Ohnmacht der Vogelschützer. Es gibt keine wissenschaftlichen Untersuchungen über den Vogelflug und Vogelbestand entlang des Iths. Woher auch? So haben es die Windenergie-Aktivisten samt Verwaltungsrichtern leicht, wenn sie \"Substanz\" in der Argumentation einfordern. Und die Kraniche sind im Nebel verschwunden. Ähnlich verhält es sich mit der Uhu-Population am Nesselberg bei Brünnighausen oder dem Roten Milan.
Am Nesselberg: Windräder kommen 300 Meter an die Bebauung heran...
Zahlen, Fakten wollen die Verwaltungsrichter sehen - das lieben sie. Scheue Lebewesen passen da nicht in die Rechtsnorm. Auch die Spezies Mensch hat da einen schweren Stand. Einerseits wird ein Abstand von mehr als 700 Metern zur nächsten Siedlung versprochen, andererseits müssen Bürger laut Gerichtsurteil hinnehmen, dass eine halbe Stunde am Tag die Schlagschatten von Windrädern für Unruhe hinter hinterm Fenster sorgen können. Um die Mindestdistanz ist auch so eine Sache. Am Nesselberg bei Brünnighausen kommen die Windräder möglicherweise bis auf 300 Meter an die Bebauung heran, was auch wieder zulässig sei, so Planer Reinhold, weil die Einzelbebauung dort nicht als geschlossene Siedlung gelte. Reinhold hatte die undankbare Rolle des Advocatus Diaboli, indem er immer wieder die Sichtweise der nicht immer nachvollziehbaren Gesetzgebung darstellen musste. Dass diese es sich zu einfach macht, verdeutlichte auch Günter Blötz. Da ist von einem Mindestabstand zum Windrad die Rede, wird aber ausser Acht gelassen, dass Feldgehölze mindestens ebenso wichtig sind. Und überhaupt: der Ruhbrink ist ein Jagdgebiet für Greifvögel. Fazit dieses Abends: Der seltene Rotmilan genießt weniger Privilege als ein Windrad. Und der Uhu trotz aller Erhabenheit auch nicht. Schon gar nicht die Kraniche als anmutige Überflieger.
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DWZ - Hameln-Pyrmont - 03. Februar
Grünes Licht für Rast- und Informationsplatz / Kreisumweltausschuss stimmt für Herausnahme der Fläche aus Landschaftsschutzgebiet
Hameln-Pyrmont (HW).
Die Stadt Hessisch Oldendorf kann ihr Projekt im Rahmen der Regionalen Entwicklungskooperation (REK) in die Tat umsetzen und entlang des Weserradweges am Hollenbach einen Rast- und Informationsplatz anlegen. Einstimmig haben die Mitglieder des Ausschusses für Umwelt und erneuerbare Energien im Landkreis Hameln-Pyrmont gestern bei ihrer Sitzung entschieden, dafür eine etwa 6000 Quadratmeter große Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet "Hessisch Oldendorf Wesertal/Mitte" heraus zu nehmen.
"Dieser Platz wäre nach der bereits erfolgten Umgestaltung des Fahranlegers in Großenwieden ein weiterer wichtiger Baustein zur Realisierung des Weser-Landschaftsparks. Eine Projektförderung mit Leader-Mitteln ist angestrebt", sagte Rainer Halbauer im Vorfeld der Abstimmung. Nach Darstellung des Fachdienstleiters Naturschutz/Landwirtschaft im Hamelner Kreishaus habe sich die Stadt Hessisch Oldendorf verpflichtet, zur Aufwertung des Landschaftsbildes großräumig Eschen entlang der bisher nicht mit Begleitgrün ausgestatteten Weserradweges anzupflanzen und auf einer Länge von 600 Metern einen fünf Meter breiten Gewässerrandstreifen entlang des Westufers des Hollenbaches zu schaffen, betonte dabei Halbauer.
Aktion Fischotterschutz sieht negative Einflüsse
Von 13 beteiligten anerkannten Naturschutzverbänden hatten sich nach Darstellung des Fachdienstleiters vier Verbände zu dem REK-Projekt geäußert. Der Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen sowie der Landessportfischerverband Niedersachsen trugen keine Bedenken vor, und der Naturschutzbund Niedersachsen habe Einverständnis signalisiert. "Die Aktion Fischotterschutz e.V. Hankensbüttel kann der Teillöschung nicht zustimmen, da aufgrund der Lage des Planungsbereiches am Hollenbach negative Einflüsse auf Vernetzungslinien für Tierarten nicht ausgeschlossen werden können und die Kompensationsmaßnahmen nicht ausreichend sind", zitierte Halbauer aus dem Schreiben, merkte aber an: "Aus Sicht der Unteren Naturschutzbehörde kann dem Vorhaben zugestimmt werden, da einerseits die Größe des beantragten Teillöschungsbereichs aus dem Landschaftsschutzgebiet nur einen Minimalanteil von 0,6 Hektar umfasst und die Stadt Hessisch Oldendorf sicherstellt, dass Eschen angepflanzt werden."
 
NDZ - Bad Münder - 21. Januar
Wissenschaftlerin bringt NABU-Gästen die Fossa näher / Hamelspringer Biologin forscht über Raubtiere / Thema des Vortrages: "Madagaskar - bedrohte Schätze der Natur"
Bad Münder (hm).
Madagaskar -den meisten Besuchern des Vortrages der NABU-Ortsgruppe Sünteltal nur aus dem Shanty geläufig. Einigen ist Madagaskar als Pfefferlieferant bekannt, andere wissen, dass es sich um die viertgrößte Insel der Welt handelt. Um die Region vor der Ostküste Afrikas ranken sich viele Mythen und Legenden. Fakten stellte die Hamelspringer Biologin Mia-Lana Lührs jetzt den Besuchern der NABU-Veranstaltung im Deutschen Haus vor.
Lührs promoviert derzeit am Deutschen Primatenzentrum der Universität Göttingen. Ein Ziel des Instituts ist es, die europäische Wissenschaft mit grundlagenorientieren biologischen Forschungsobjekte über Primaten zu unterstützen. Ein Netzwerk wurde gebildet, das an der bewaldeten Westküste der Insel, im "Krindy Wald", ein rund 30000 Hektar großes Schutzgebiet ausweisen konnte. Dort werden im Schwerpunkt Primaten erforscht - Lührs erkundetet dort aber auch mithilfe modernster GPS-Technik den Lebensraum der nur auf der Insel lebenden Fossa, auch Frettkatzen genannt. Die Raubtiere erinnern gestaltlich an einen dunklen, kurzbeinigen Puma. "Madagaskar bietet für eine Biologin wie mich das größte Angebot an Themen zur Erforschung der Fossa, die mich schon immer fasziniert haben," erklärt Lührs.
Satellitentechnik ermöglichte bereits Erkenntnisse über den Radius, in dem die Tiere unterwegs sind. So könnten Fossa in drei Tagen und Nächten bis zu 90 Kilometer Jagdstrecke zurücklegen. Ein Schwerpunkt, den die Biologin in ihrer Arbeit legt, ist das Paarungsverhalten der Raubtiere. Sie will künftig als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Auftrage der Republik Madagaskar weiter vor Ort arbeiten und forschen.
 
NDZ - Bad Münder - 16. Januar
Bedroht von den Menschen: Madagaskars einzigartige Natur / Hamelspringerin Mia-Lana Lührs berichtet von Forschungsreise
Bad Münder (ric).
Die Tier- und Pflanzenwelt Madagaskars ist einmalig - aber der Artenschutz gestaltet sich problematisch: Die steigende Bevölkerungszahl verknüpft mit umgreifender Armut und die Abholzung der Regenwälder bedrohen die Naturvielfalt des Landes. Die junge Hamelspringer Biologin Mia-Lana Lührs berichtet beim NABU Sünteltal von ihrer Forschungsreise auf der faszinierenden Insel im Indischen Ozean.
Madagaskar wird auch als der "sechste Kontinent genannt, es wurde vor 150 Millionen Jahren von Afrika und vor 90 Millionen Jahren von Indien getrennt. Die isolierte Entwicklung ermöglichte das, was es anderswo nicht gibt: Tiere und Pflanzen, Arten, von denen neun von zehn ausschließlich dort vorkommen.
Lührs erforscht das Verhalten der größten Raubkatze des Inselstaates: Die Fossa, ein Säugetier mit dem Körper eines kurzbeinigen Pumas und dem Gesicht eines Frettchens, existiert nur auf Madagaskar. Sie ist das größte Raubtier der Insel und ernährt sich vorrangig von anderen Säugetieren. In ihrem Film-Vortrag möchte die Biologin Naturinteressierten einen Überblick über die Vielfalt der Tier- und Pflanzenwelt vermitteln. Darüber hinaus möchte Lührs über die spezifischen Konflikte zwischen Entwicklungspolitik und Naturschutz informieren. Zwar wurde in der Verfassung des Landes Umweltschutz als Staatsziel festgeschrieben, dennoch wird dort auf der Suche nach neuen Ackerflächenwerden immer mehr Regenwälder unwiederbringlich abgeholzt. Seit Besiedelung der Insel durch Menschen fielen bereits 90 Prozent der Wälder der Brand-Rohdung zum Opfer.
Der Film-Vortrag auf Einladung des NABU Sünteltal beginnt am Dienstag, 20. Januar, um 19.30 Uhr im Hotel Deutsches Haus.
 
NDZ - Bad Münder - 07. Januar
NABU-Helfer nutzen den Frost als Helfer / Arbeitseinsatz auf der Feuchtwiese möglich
Böbber (jhr).
Anhaltender Frost und wirklich tiefe Temperaturen - darauf haben die Mitglieder der Naturschutzbund-Ortsgruppe Sünteltal nur gewartet. Gestern starteten sie einen großen Arbeitseinsatz im Bereich der ehemaligen Kläranlage am Mühlensiek.
"Seit zwei Jahren haben wir die Arbeiten zur Landschaftspflege geplant, doch immer wieder hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es war einfach nicht kalt genug", erklärt Matthias Großmann. Gestern griff der Vorsitzende der Ortsgruppe selbst zur Kettensäge - auf der großen Feuchtwiese am Mühlensiek entfernte er gemeinsam mit acht Mitstreitern Totholz. "Es muss wirklich kalt werden, damit wir die Wiese mit dem Traktor befahren können", sagt Großmann - bis zum Wochenende wollte er mit den Arbeiten daher nicht warten. "Ohne den Frost würde der Trecker bis zur Achse versinken", so die Auffassung der NABU-Helfer - und ohne den Trecker wäre es nur mit sehr großem Aufwand möglich, die großen Mengen ausgeschnittener Äste und die Stämme von der Wiese zu holen. Neben dem Totholz entfernten die Helfer auch die Äste von frisch geschnittenen Weiden.
Die Flächen an der ehemaligen Kläranlage gehörten zu den ersten, die die Ortsgruppe Sünteltal nach ihrer Gründung vor mehr als 25 Jahren anlegten. In unmittelbarer Nähe des Böbberbaches wird seitdem vorbildlicher Naturschutz betrieben. Seltene einheimische Pflanzen sind dort zu finden, das Gebiet gilt als Rückzugsmöglichkeit zahlreicher Vogelarten.
Der NABU kümmert sich um Weiden, Hecken und zwei Teiche, außerdem um die Feuchtwiese. Lange Zeit grasten dort Galloways, bis die Wiese selbst für das robuste schottische Rindvieh zu feucht wurde. "Das darf aber auch so sein", sagt Großmann.
 
DEWEZET - Hameln - 05. Januar
Und ewig meckert der BUND - Kritik und Pläne / Umweltschützer Hermes über 2009
Hameln (wul).
Dem Namen nach ist er Bote: Hermes. In der Antike fliegender Götterbote, hier in Hameln aber im irdischen Auftrag unterwegs und in der Rolle des "ewig Meckernden", wie er selbst sagt. Ralf Hermes ist Vorsitzender der Kreisgruppe Hameln-Pyrmont des BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz) und kämpft mal mit fünf, mal mit acht aktiven Mitstreitern dafür, dass sich Klimaschutz und Nachhaltigkeit stärker in den Köpfen der Menschen, allen voran der heimischen Politiker, einnisten. Die dafür selbst auferlegten und vorrangigen BUND-Projekte für das Jahr 2009: Eine Kampagne, mit der Hameln sich zu einer fahrradfreundlicheren Stadt entwickeln soll und: fortlaufendes Kritisieren.
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Neben dem Anliegen, sich gegenüber anderen immer wieder zum Sprachrohr der Umwelt zu machen und auf vermeintliche Fehlentwicklungen hinzuweisen, nimmt der BUND selbst zusammen mit dem Naturschutzbund und dem ADFC auch in diesem Jahr wieder ganz konkrete Aktionen in Angriff: Im Natur- und Umweltzentrum NUZ am Berliner Platz nimmt derzeit das Projekt "Wildniswiesen" Gestalt an. Es richtet sich an Schulklassen und soll den Kindern Natur und Wildnis näher bringen.