DEWEZET - Bad Pyrmont - 19. Dezember
Eine schöne Bescherung noch kurz vor dem Fest / Stadtsparkasse verteilt 9000 Euro auf 13 Organisationen
Bad Pyrmont (kf).
Zum Ende eines ereignisreichen Jahres konnten sich noch einmal 13 Vereine und Institutionen der Stadt über einen "warmen Geldregen" von der Stadtsparkasse Bad Pyrmont freuen. Fördermittel in Höhe von 9000 Euro aus der Lotterie "Sparen und Gewinnen" konnte Martin Lauffer, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse, verteilen. "Das ist nicht nur seit Jahren eine schöne Tradition, sondern auch eine angenehme Aufgabe für die Stadtsparkasse", erklärte Lauffer den erfreuten Vereinsvertretern. Martin Lauffer betonte, dass sein Geldinstitut die Zuwendungen nicht nur als eine selbstverständliche Sache betrachte: "Für uns ist es auch wichtig, dass die Unterstützung dahin geht, wo sie erforderlich ist."
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...der NABU Bad Pyrmont (Anschaffung von Fledermauskästen zur Europäischen Fledermausnacht 2008).
 
DEWEZET - Coppenbrügge - 13. Dezember
Robuste Sorten ausgewählt / Letzte Biotop-Pflegeaktion der heimischen Naturschützer
Coppenbrügge/Salzhemmendorf (red).
Zur letzten Biotop-Pflegeaktion des Jahres trafen sich Aktive der NABU-Gruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf. Unbeeindruckt vom Wetter griffen sie zum Spaten, um die NABU-Streuobstwiese in Dörpe, auf der seit zwei Jahren 20 hochstämmige Obstbäume alter Sorten stehen, um weitere 20 zu bereichern. Mit ihrer Lauensteiner Streuobstwiese haben die Naturfreunde insgesamt 70 seltene, fast schon in Vergessenheit geratene Raritäten gepflanzt, erklärte Vorsitzender Günter Blötz. Von der Kasseler Renette, dem Danziger Kantapfel, dem Seestermüher Zitronenapfel, dem Bremer Rosenapfel bis zum Haldener Rotfranch, um nur einige Sorten zu nennen, sind gezielt alte robuste Sorten ausgewählt worden, die teilweise nur noch älteren Menschen bekannt sind, im Supermarkt sind sie nicht zu finden. Vor der Aktion in Dörpe hatten sich Naturschützer auch getroffen, um - drei Jahre nach dem Pflanzen der 28 hochstämmigen Apfelbäume - in Lauenstein das erste Mal zur Baumschere zu greifen. Wer an einer Apfel- oder Birnbaum-Patenschaft interessiert ist, kann sich bei Blötz melden.
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 12. Dezember
Kletterer säubern heute Storchennest
Hessisch Oldendorf (red).
Im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont saniert am heutigen Donnerstag eine Spezialfirma aus Hildesheim das Sorchennest auf dem Schornstein der früheren Molkerei. Dabei werden erstmals Kletterer zum Einsatz kommen. Seit Jahren betreuen und beobachten die Untere Naturschutzbehörde und der NABU das Storchennest, welches seit vielen Jahren Brut-, Aufzucht- und sommerliche Wohnstätte eines Weißstorchenpaares bildet. 2007 blieb das Nest leer. Dies führte dazu, dass es zuwucherte. Um 10 Uhr werden die Kletterer mit ihrer Arbeit beginnen.
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 03. Dezember
Schlafplatz für die Fledermäuse / NABU-Kids bauen Nistkästen und lernen viel über das nachtaktive Tier
Hessisch Oldendorf (fr).
Im Winter bereiten sich die meisten Tiere auf die kalte Jahreszeit vor. So auch die Fledermäuse, die in der Riesenberghöhle am Süntel ihren Winterschlaf halten. Doch wohin sollen sie im Frühjahr, wenn es draußen wärmer wird und sie tagsüber schlafen müssen? Die natürlichen Schlafplätze, wie Dachböden, verschwinden immer mehr. Die NABU-Kids sorgten schon mal vor. Rund zehn Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren bauten im Werkraum der Wilhelm-Busch-Realschule Fledermauskästen, Nistkästen für Mauersegler und andere tolle Sachen, zum Beispiel Bilderrahmen aus verschiedenen Naturmaterialien. "Es war der Vorschlag der Kinder, Kästen zu bauen", berichtet Sonja Wissel, Referentin für Jugendarbeit des NABU Hameln (Anmerkung Webmaster: Hessisch Oldendorf).
Mit Hilfe von Jürgen Wissel, Maren Clavey, Rüdiger Beiersdorfer und einigen Eltern schraubten die Kinder fleißig die Fertigbausätze zusammen. Nebenbei gab es noch reichlich Informationen über Fledermäuse und Mauersegler, wobei die Kinder ihr Wissen  einbringen konnten. Insgesamt war es ein erfolgreicher Nachmittag, fanden auch die Geschwister Carolin (8) und Christopher (11) Meyer: "Wir waren schon im Oktober beim Insektenhotelbau dabei, heute hat es uns genauso viel Spaß gemacht." Die fertigen Kästen durften die Kinder behalten und bei sich zu Hause im Garten unterbringen oder an einer anderen Stelle, an denen Fledermäuse nisten, plazieren. Dieses war das letzte Treffen der NABU-Kids in diesem Jahr. Das nächste findet am 23. Februar statt. Dann wollen die Kinder einen Krötenzaun in Wahrendahl und Zersen ziehen. Für Mai ist eine Übernachtung im Schneegrund zum Thema Gewässer geplant.
 
DEWEZET - Emmerthal - 01. Dezember
NABU pflanzt "1000-jährige Esche"
Ohr (gm).
Im Sommer 2004 feierten die "Ohrschen" ihr 1000-jähriges Dorfbestehen und beschlossen, zum Andenken an dieses Fest, einen Baum zu pflanzen. Mit zweieinhalb Jahren Verspätung pflanzte der NABU-Ortsverein Emmerthal nun endlich eine "1000-jährige Esche". Als Standort wurde ein Platz am ehemaligen Fährhaus in Ohr ausgewählt, der einer Genehmigung des Wasser- und Schifffahrtsamtes bedurfte. "Deswegen hat das wahrscheinlich auch so lange gedauert", scherzte NABU-Vorsitzender Oliver Gockel. Die vier Meter hohe Esche, die bereits acht bis zehn Jahre alt ist, kann sich jetzt an der Weser so richtig entfalten.
 
NDZ - Bad Münder - 26. November
Auf 4700 Quadratmeter geht es zurück zur Natur / Naturschutzbund kultiviert Ausgleichsflächen für den Erweiterungsbau des Schnelle-Areals
Bad Münder (gho).
Eine fleißige Truppe des Naturschutzbundes (NABU) Sünteltal mit ihrem Vorsitzenden Matthias Großmann ist gegenwärtig mit Schaufeln, Spaten und anderen Geräten dabei, "Ahlkens Winkel" aufzuforsten. Auf 4700 Quadratmetern einer ehemaligen Weihnachtsbaumkultur mit einigen Teichen sind die Naturschützer an mehreren Wochenendeinsätzen dabei, 320 junge heimische Laubgehölze der Arten Erle, Esche, Weide, Hainbuche, Eiche, Linde, Haselnuss, Weißdorn, Pfaffenhütchen und Wasserschneeball in die Erde zu setzen. Die Setzlinge stammen aus einer Baumschule.
Vorstandsmitglied Gerd-Dieter Walter und seine Vereinskameraden machten sich mit dem Spaten ans Werk und hoben Löcher aus, Biologin Viola Bachmann versah die jungen Stämmchen mit Verbiss- und Fegeschutz, während Lothar Czock den Vorschlaghammer schwang und Pfähle einschlug. Das Gelände wurde dem NABU als Ausgleichsfläche für den Erweiterungsbau des Schnelle-Areals erst vor Kurzem übereignet.
Den Naturschützern indes ist das Gebiet nicht fremd, sind sie doch dort schon seit gut zwanzig Jahren ehrenamtlich tätig, nachdem keine Weihnachtsbäume mehr gepflanzt wurden. "Bis zu 3000 Kröten. Frösche und Molche haben wir schon gezählt, wenn diese auf ihrer Laichwanderung vom Süntel die Teiche in Ahlkens Winkel aufsuchen", erläutert Anneliese Zuzmann, als Vorstandsmitglied auch zuständig für den Amphibienschutz.
In enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont hat die hiesige NABU-Gruppe einen der Teiche als Vorklärbecken gestaltet, worin sich Sedimente aus den umgebenden landwirtschaftlichen Flächen absetzen können.
Die NABU-Mitglieder sind sich sicher, am Rande der Stadt zur Vernetzung der natürlichen Wanderwege und Rückzugsgebiete der Tierwelt beizutragen und damit ein Kleinod zu schaffen.
 
NDZ - Bad Münder - 13. November
Geschenke gibt´s nicht: Ausschuss will tauschen / Diskussion über Grundstück am Deisterhang
Bad Münder (ric).
Es ist zwar nur ein kleines Stück Land, dennoch wollen es die Mitglieder des Lehen-Ausschusses nicht einfach so aus der Hand geben: Diskutiert wurde im Gremium um zwei schmale Flurstücke am Deisterhang mit einer Gesamtfläche von 838 Quadratmetern.
Das Grundstück nahe der Ziegenbuche ist nach Ansicht der Geschäftsführerin der St.-Annen und St.-Bartholomäi-Lehen, Karin Kurdzel, weder als Wald- noch als Ackerfläche eigenständig nutzbar, würde jedoch eine - wenn auch geringe - Grundsteuer kosten. Dem Vorschlag, die Flurstücke notfalls unentgeltlich an die Stadt geben, stimmten die Mitglieder nicht zu, schlugen vielmehr einen Tausch gegen andere Flächen vor. Möglich sei aber auch die Vergabe an eine Umweltgruppe wie den BUND oder den NABU - vielleicht sei eine ökologische Nutzung möglich.
Weil die Zeit nicht drängt, will der Ausschuss das Thema erneut behandeln. Die nächste reguläre Sitzung findet in einem Jahr statt.
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 11. November
Auf 3700 Quadratmeter Fläche in Friedrichsburg wachsen nun verschiedene Früchte
Friedrichsburg (ubo).
Auch wenn das Wetter einen kleinen Strich durch die Rechnung machte und den Boden aufweichte, so konnten Dietmar Meier und Christian Weigel eine Fläche oberhalb von Friedrichsburg mit Obstbäumen bepflanzen. "Auf diesen Flächen, insgesamt rund 3700 Quadratmeter, standen zuvor Weihnachsbäume und Fichten, die gefällt wurden", erklärt Forstamtsleiter Christian Weigel vom Forstamt Oldendorf. Die Flächen gehören zu einem Biotopkomplex im Bereich der Revierförsterei Heßlingen. In Zusammenarbeit mit dem Naturschutzverband Deutschland (NABU) wurden die Möglichkeiten einer Nutzung im Rahmen einer Renaturierungsmaßnahme geprüft. "Wir kamen überein, Streuobstwiesen anzulegen und mit alten Sorten zu bepflanzen. Dabei haben wir bewusst robuste Sorten gewählt, die auf diesem Standort mit Mergelboden und Waldrandlage wachsen können", ergänzt Dietmar Meier, Artenschutzreferent beim NABU, der die Planung der Streuobstwiese übernahm. Vor der Bepflanzung wurde eine Schicht aus gehäckselten Weihnachtsbäumen aufgebracht. Die Anlage der Streuobstwiesen wurde von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Hameln-Pyrmont gefördert.

Die Mitarbeiter des NABU wählten für die Standorte die Apfelsorten "Jakob Lebel" und "Kaiser Wilhelm" sowie die Zwetschgensorten "Mirabelle von Nancy" und die "Wangenheims Frühzwetschge" aus, ferner die Kirschsorten "Rote späte Knorpelkirsche"und die "Gro0e Germersdorfer" und die Birnensorten "Gellerts Butterbirne" und die "Gute Graue". Die jeweiligen Sorten stellen geringe Ansprüche an den Boden und stammen hauptsächlich aus dem 17. und 18. Jahrhundert.
Insgesamt wurden 29 so genannte Hochstämme gepflanzt. Die Wurzeln der Hochstämme werden mit einem Drahtkäfig als Schutz vor der Schermaus (Wühlmaus) geschützt. In rund drei Jahren tragen die ersten Bäume Früchte und bereichern damit die Artenvielfalt und das Nahrungsangebot für die Tiere. Auch die Dorfgemeinschaft Segelhorst pflanzte wieder wie in jedem Jahr sechs Obstbäume auf ihre Streuobstwiese. In Gemeinschaft mit dem Schützenverein wurde eine Eiche auf der Bauernmasch gepflanzt, welche auch noch mit einer Sitzgruppe vervollständigt werden soll. Da die Landesstraße am Friedhof sehr unruhig ist, pflanzte die Siedlergemeinschaft am Brunnen einen vier Meter hohen Lebensbaum, dem in den nächsten Wochen noch weitere Bäume folgen.
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 10. Oktober
30 Nilgänse, 30 Sturmmöwen und 20 Kormorane gesichtet / Jährliche Vogelzählung des Kreisverbandes des NABU an vier Standorten in Weibeck und Fischbeck durchgeführt
Fischbeck (ubo).
Vier Standorte hatte sich der Ortsverein Hessisch Oldendorf des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) für seine alljährliche Vogelzählung vorgenommen. Gemeinsam mit Hans und Inge Arend suchten vier Helfer Standorte bei Weibeck und Fischbeck auf, um heimische und Zugvögel zu beobachten und zu zählen. "Bei unserem ersten Standort am Weseraltarm bei Weibeck konnten wir aufgrund des Nebels keine Zählung durchführen", bilanzierte der Vorsitzende des NABU-Kreisverbandes Hameln-Pyrmont, Hans Arend. Am Kiessee bei Fischbeck zählten die Naturschützer 15 Nilgänse und zwei Schwärme Sturmmöwen mit insgesamt 30 Tieren im Nebel.
Eine wesentlich bessere Bilanz wies die Zählung am Surfsee bei Fischbeck auf. An zwei Stellen wurden 20 Kormorane, 15 Nilgänse, zwei Bussarde, ein Graureiher, sieben Haubentaucher, sowie Stock- und Reiherenten und Blessrallen notiert. Als vierter Standort wurde der Angelteich bei Weibeck für die Zählung ausgewählt. Dort standen am Ende ein Turmfalke, ein Rotmilan und ein Graureiher neben Singvögeln auf der Liste.
Hans Arend zog denn eine positive Bilanz der Zählung: "Wir konnten gegenüber dem Vorjahr keine gravierenden Veränderungen feststellen."
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 06. Oktober
NABU zählt Zugvögel / Am Sonntag mit dem Fahrrad zu den Teichen
Hessisch Oldendorf (pj).
Der Herbst ist da und wie jedes Jahr starten wieder Millionen Zugvögel in Mittel- und Nordeuropa zu ihrer alljährlichen Reise in den warmen Süden. Aus diesem Anlass greifen Vogelfreunde in ganz Europa zum Fernglas, um Gänse, Enten, Greifvögel, Stare und viele andere Vögel auf ihrem Weg gen Süden zu erleben und zu zählen.
Die NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf beteiligt sich an dieser Aktion und bietet eine Fahrrad-Exkursion zu den Fischteichen bei Fischbeck an. Die Teilnehmer treffen sich am Sonntag um 9:30 Uhr auf dem Marktplatz in Hessisch Oldendorf und beginnen dort mit ihren Beobachtungen, denn die spektakulären Formationsflüge der Gänse, Kraniche, Kiebitze oder Stare bieten auch für den Laien ein faszinierendes Erlebnis. Jeder Interessierte kann am 'BirdWatch-Day', der etwa drei Stunden dauern wird, mitmachen. Man benötigt dazu nicht mehr als ein Fahrrad und ein Fernglas. Unterlagen für die Zählaktion stellt die NABU-Gruppe zur Verfügung. Diese Jahr gibt es auch Preise für die teilnehmenden Gruppen.
 
NDZ - Bad Münder - 05. Oktober
Saftpresse bringt Äpfel und Beeren ins Glas / Naturentdeckergruppe der B.I.K. stellt frischen Apfelsaft her Gelee wird gleich probiert
Bad Münder (jhr).
Zur Obsternte werden die Kinder der Naturentdeckergruppe der B.I.K. zu Feinschmeckern: "Vom Apfel in die Flasche" war das Thema, das Barbara Bachmann ausgegeben hatte - und die jungen Teilnehmer entpuppten sich als wahre Genießer einer einmaligen Spezialität: Naturreiner Apfel-Holunderbeersaft vom B.I.K.-Gelände.
Bevor der besondere Tropfen jedoch probiert werden konnte, waren Kletterkunst und Geschick mit dem Apfelpflücker gefragt. Schnell war eine ganze Schubkarre voller Früchte gesammelt, dann wurde das Obst in großen Wannen gewaschen. Kleingeschnitten wanderten sie mit den mitgebrachten Holunderbeeren in die Saftpresse, die der NABU zur Verfügung gestellt hatte. Als Lohn der harten Arbeit durfte der Saft gleich probiert werden, der restliche Saft wurde abgefüllt oder zu Gelee verarbeitet und gleich gekostet - ein Genuss auf frischen Brötchen. Jedes Kind nahm eine Portion Saft und ein Glas Gelee mit nach Hause. In den nächsten Wochen steht ein weiteres Treffen der Naturentdecker an - Kinder ab sieben Jahren können sich bei Barbara Bachmann anmelden.
 
DEWEZET - Emmerthal - 01. Oktober
Erntefest - Erlebnistag für die ganze Familie / Zahlreiche Mitwirkende sorgten gestern für Vielfalt im Museum für Landtechnik und Landarbeit
Börry (gm).
Trotz des bedeckten Himmels und kühlen Wetters strömten die Menschen wieder in Massen ins Börryer Museumsdorf. Bereits nach zwei Stunden bilanzierte der Vorsitzende des Fördervereins, Rolf Keller, einen ausgezeichneten Besuch. In und vor den historischen Gebäuden des Museums für Landtechnik und Landarbeit erlebten sie alte Handwerkskunst, wie sie vor über 100 Jahren betrieben wurde. Bildhauer, Uhrmacher, Schmiede sowie Korb- und Stuhlflechter ließen sich über die Schulter schauen und erklärten dabei ihre Arbeit. Im Einsatz war eine 76 Jahre alte Dreschmaschine, die über einem 74 Jahre alten Traktor angetrieben wurde. "Was früher 16 Erwachsene mit dieser Maschine an einem Tag geschafft haben, produziert heute der Mähdrescher in einer Stunde", erklärt Museumswart Dieter Brockmann. In der Spinnstube drehten sich die Spinnräder, und nebenan durften die Kinder selbst einmal ihr Können am Webstuhl unter Beweis stellen. Eine heimische Bäckerei bot frischen und noch warmen Butterkuchen aus dem alten Steinbackofen des neuen Backhauses an, und alle ortsansässigen Vereine sorgten vom Kasslerbraten über Fischbrötchen bis hin zu leckeren Waffeln für kulinarische Vielfalt.
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Am Stand des NABU-Ortsvereins Emmerthal durften Kinder Apfelhäuschen bauen. "Wir können wieder einmal rundum zufrieden sein", freute sich das Ehrenmitglied des Fördervereins, Martin Delker. "Alle örtlichen Vereine haben sich in vorbildlicher Weise engagiert und unser Erntefest wieder zu einem Erlebnistag für die ganze Familie gemacht".
 
DEWEZET - Hameln - 28. September
Zum Pausenbrot gab es Saft der Marke "Eigenbau" / Günter Blötz presste Drittklässlern Apfelsaft
Wangelist (git).
Im Klassenraum der 3a und 3b der Grundschule Wangelist liegen Äpfel über Äpfel, sie stapeln sich in Eimern und großen Wannen. Auf den Tischen der Schülerinnen und Schüler liegen Bretter, Schalen und kleine Messer. Außerdem hat jedes Kind einen leeren Trinkbecher vor sich stehen. Dieser soll zunächst allerdings noch an die Seite geschoben werden, die Kinder brauchen Platz zum Arbeiten. Bei dem
Sachkundeunterricht steht an diesem Tag Günter Blötz vom Naturschutzbund Coppenbrügge auf dem Platz ihrer Lehrerin Ute Freißler und Sabine Wulf. Der Naturfreund hat eine Apfelpresse mitgebracht. "So etwas gib es nicht mehr oft, denn jeder von euch trinkt meistens den industriell verarbeiteten Saft aus dem Supermarkt", erklärt er. "Heute sollt ihr genau verfolgen können, wie wir gemeinsam Apfelsaft herstellen."
Zunächst müssen die Äpfel gewaschen werden. Dann dürfen die Kinder vierteln und achteln. Gespannt warten die Kleinen nun auf den Einsatz der Apfelpresse. Im Kreis dürfen sie sich um die Presse stellen. Zuerst wird die trichterförmige Mühle gefüllt. Sie zerkleinert die von Kindern vorbereiteten Apfelstücke und transportiert sie weiter in ein rundes Holzgefäß, das mit einem Tuch ausgelegt ist. Danach dürfen die Kinder kurbeln und später pressen.
Nun kommt der Becher zum Einsatz
Dann läuft der goldene Saft in den dafür bereitgestellten Behälter. Nun kommt auch der Trinkbecher von den Schultischen zu seinem Einsatz. Jedes Kind möchte den selbstgemachten Saft probieren. Einige riechen erst daran, einige probieren gleich, es schmeckt allen. "Es ist total saftig, so einen leckeren Apfelsaft habe ich noch nie getrunken", beschreibt Ilriana aus der 3a den frischen Apfelsaft. Als es zur Pause klingelt, dürfen alle Kinder ihren Becher noch einmal füllen, und an diesem Tag gibt's ihr Pausenbrot mit ganz frischem Apfelsaft, natürlich selbst gemacht.
"In der heutigen Zeit ist es wichtig, den Kindern die natürliche Lebens- und Ernährungsweise näher zu bringen und Entstehungsprozesse selber zu beobachten", erklärt Schulleiterin Sabine Wulf.
 
DEWEZET - Coppenbrügge - 26. September
Apfelmost - frisch gepresst ein Hit / 3000 Besucher beim Fest in Ockensen / Nachfrage nach Natur-Säften steigt
Ockensen (sto).
Obwohl er etwa zu 85 Prozent aus Wasser besteht, steckt er voller Kraft und Gesundheit. Der kleine Star, der es faustdick unter der Schale hat, kam am Wochenende ganz groß heraus. Beim zweitägigen Mostfest in der Mosterei Ockensen zeigte sich der Apfel von all seinen Seiten - frisch und knackig zum Reinbeißen, als Füllung im Kuchen, als Gelee oder zu leckerem Most verarbeitet. Und der floss in Strömen aus der Saftpresse.
Saison 2007 gut angelaufen
Gern verweilten die großen und kleinen Besucher - insgesamt kamen über 3000 - in der Mosterei, um den Werdegang eines Apfels vom Baum zum Saft in der Tüte zu verfolgen. Zuschauen war ausdrücklich erwünscht. "So können sich die Leute überzeugen, dass in den Saft wirklich nur das reinkommt, was an Flüssigkeit aus der Frucht herauskommt", erklärte Olaf Seifert. Der Inhaber und Gründer der seit sieben Jahren bestehenden Mosterei freute sich über das große Interesse der Besucher an der Saftherstellung. Immer größer werde die Nachfrage nach frisch gepressten und naturbelassenen Säften. "Zurück zur Natur ist im Hinblick auf immer wieder auftretende Lebensmittelskandale angesagt bei den Kunden", weiß Seifert. Äpfel gäbe es genug. Auch in diesem Jahr. Obwohl die Prognosen nach dem außergewöhnlich guten Apfeljahr 2006 nicht so gut ausgesehen haben, sei die Mostsaison 2007 gut angelaufen. "Speziell die Birnenernte wird wohl in diesem Jahr reichlich ausfallen", vermutet Seifert. In seiner Mosterei werden zwar vorwiegend Äpfel vermostet, aber auch andere Früchte, wie beispielsweise Birnen, Beeren, Quitten oder neuerdings auch Weintrauben.
Das Motto "Zurück zur Natur" verwirklicht Seifert nicht nur an der Saftpresse, sonder auch mit der "Renaissance" alter Apfelsorten. So wachsen auf einer von ihm angelegten zwei Hektar großen Streuobstwiese "Rheinische Schafsnasen", Hildesheimer Renetten" und andere in Vergessenheit geratene Sorten im Laufe der nächsten Jahre zu wohlschmeckenden Früchten heran. Seiferts Lieblingssorte ist der Boskoop. "Zu sauer? - Nicht in Form von Saft, da tritt eine leichte Süße hervor", schwärmt der Apfelkenner. Sein Tipp: Puren Saft immer mit Wasser mischen, um einen idealen und gesunden Durstlöscher zu erhalten.
Das Mostfest erwies sich als Besuchermagnet. Für eine bunte Produktvielfalt war an 18 Ständen mit selbst gemachten Marmeladen, Kürbisprodukten, Handarbeiten, Holzschnitzarbeiten, Schmuck, Kunsthandwerk, Blumen, Honig, Wein und vielem mehr gesorgt. Kürbisschnitzen, eine Strohburg oder das Zimmern eines "Insektenwohnzimmers" mit der NABU-Ortsgruppe Coppenbrügge-Salzhemmendorf sorgte bei den Kindern für Kurzweil.
 
DEWEZET - Bad Münder - 13. September
Neues Konzept geht auf: Besucher drängen in die Innenstadt / Bauernmarkt erstmals mit verkaufsoffenen Sonntag kombiniert
Bad Münder (oe).
Die Besucher drängten sich schon vormittags in der Altstadt. Das blieb auch so bis zum Abend, als die Einzelhändler ihre Türen schlossen. Sie hatten einen erheblichen Anteil am gesteigerten Besucherinteresse bei der 26. Auflage des Bauernmarktes.
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Auch zahlreiche Vereine und Verbände präsentierten sich bei dieser Gelegenheit. So auch der Naturschutzbund mit seiner Ortgruppe Sünteltal. Ihre Mitglieder machten auf die beginnende Pilz-Saison aufmerksam und luden zum Seminar am kommenden Wochenende ein.
 
NDZ - Bad Münder - 13. September
Planlos im Unterholz kann gefährlich werden / Naturschutzbund läd zu Führung mit Pilzexperten / Gewächse oft zum Verwechseln ähnlich
Von Markus Richter
Bad Münder.
Am Waldrand wachsen sie jetzt wie wild, recken keck ihr Köpfchen gen Himmel, laben sich an der hohen Luftfeuchtigkeit, manche verstecken sich hingegen lieber unter Sträuchern und Wurzeln - die Pilzsaison ist eröffnet, und zwar deutlich früher als üblich. Das liegt vor allem an der warmen Feuchtigkeit, wissen Sammler wie der Münderaner Michael Exner. Er ist demnächst wieder als einer der Fachleute bei der NABU-Pilz-Exkursion dabei. Denn nicht jeder Freund der mysteriösen Gewächse kennt sich damit aus. Bei vielen Speisepilzen hat sich die Natur einen bösen Scherz erlaubt und einen giftigen Bruder ins Rennen geschickt. So ist das bekömmliche Stockschwämmchen dem todbringenden Nadelholzhäubling zum Verwechseln ähnlich. Und bisweilen landet der fiese Knollenblätterpilz anstatt des schmackhaften Champignons im Körbchen. Jedes Jahr gibt es Menschen, die sich mit dem Verzehr von Pilzen eine Vergiftung zuziehen. "Ich hatte einmal Kunden von mir einen Korb Pilze geschenkt, das waren krummstielige Anis-Egerlinge", erinnert sich der Bautischler. Im nächsten Jahr wollten sich die Beschenkten revanchieren - und brachten anstatt des Leckerschmeckers den giftigen Karbol-Egerling bereits geputzt vorbei - "das war sehr gefährlich und hätte ins Auge gehen können", warnt Exner.
Wie viele Arten es zwischen Deister und Süntel gibt, ist schwer zu bestimmen, mehrere hundert auf jeden Fall. "Bei der Exkursion lernen die Teilnehmer, zwei oder drei Arten sicher kennen, mehr wäre unrealistisch", meint Exner, dessen Lieblinge übrigens Stockschwämmchen und Speisemorcheln sind. "Ein wenig Salz dazu, dann in die Pfanne und fertig." So entfalte sich der leckere Eigengeschmack am besten. Doch Naturfreund Exner mag Pilze nicht nur ihres Geschmacks wegen: "Es gibt beispielsweise die gelbe Lohblüte, einen Pilz, der nur ein bis zwei Tage blüht. Der sieht einfach unbeschreiblich schön aus." Und Anne Zuzmann vom NABU Bad Münder findet er "klasse, wenn sich jemand so auskennt." Sie lädt alle Interessierten ein: "Pilze finden, Pilze bestimmen" heißt es am Freitag und Sonnabend, 28. und 29. September beim NABU. Am ersten Abend ist um 18 Uhr Treff im Hotel Deutsches Haus zum theoretischen Teil, am zweiten Tag geht es dann "in die Pilze".
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 01. September
Adebar vermisst - im Storchennest wächst eine Birke / Meier erhofft Hinweis auf "Adele"
Hessisch Oldendorf (pj/dm).
Erstmals seit 1990 kam Storch "Adebar" im Frühjahr nicht mehr zurück in die Weserstadt. Wo er geblieben ist, ob dem Weißstorch auf dem Flug in den Süden, im Winterquartier oder auf dem Rückflug ins Weserbergland etwas zugestoßen ist, Storchenvater Dietmar Meier kann auch keine Antwort auf diese Frage geben. Auch das Storchenweibchen "Adele" kam nicht zurück nach Hessisch Oldendorf.
"Alljährlich kommen viele Störche auf den langen Flügen ums Leben", weiß der Storchenbeauftragte des Naturschutzbundes. Bis zuletzt hatte der Storchenvater auf die Rückkehr der "Klappermänner" gehofft. In den vergangenen Jahren waren sie einige Male erst recht spät zu ihrer "Sommerresidenz" auf dem hohen Schornstein der ehemaligen Molkerei an der Ecke Lange Straße/Münchhausenring zurückgekehrt.
Im letzten Winter saß ein einzelner Storch auf dem Nest. Im Frühjahr zog er dann mit Artgenossen weiter. Das Nest in der Kernstadt wurde im Frühjahr von keinem Weißstorch angesteuert. Lediglich auf der früheren Molkerei in Höfingen wurden zwei der großen schwarz-weißen Vögel gesichtet. Im Herbst, wenn die Brut- und Zugdaten der Störche bei den staatlichen Vogelschutzwarten eingegangen sind, wird Dietmar Meier versuchen, anhand der abgelesenen Ringziffern Informationen über den Verbleib der Störchin "Adele" zu bekommen. Sie trägt den Ring mit der Kennung "Hiddensee C 537". Der Storchenmann ist unberingt. "Vielleicht ist sie ja wohlauf und hat an einem anderen Ort gebrütet", sagt Meier.
Das Storchenpaar blieb weg, und im Nest wuchern Gras und Sträucher. Diese zu entfernen, ist nur mit einem Kran möglich. Und dies kostet. Dietmar Meier hofft auf großzügige Hilfe.
 
DEWEZET - Coppenbrügge - 29. August
Zeitreise in das Dorfleben um 1800 / Kinder fuhren mit dem NABU nach Detmold
Coppenbrügge/Salzhemmendorf (red).
Eine Zeitreise in das Landleben um 1800 unternahm die NABU-Gruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf mit den Ferienpasskindern in das Freilichtmuseum Detmold. In Deutschlands größtem Freilichtmuseum unternahmen die jugendlichen Teilnehmer eine Entdeckungstour ins historische Dorfleben und Wirtschaften. In den erhaltenen traditionellen Dorfanlagen konnte sich jeder ein Bild des gemeinsamen Wohnens von Menschen und Haustieren unter einem Dach, den herrlichen, aber auch zum Überleben notwendigen Bauerngärten und der Vielfalt der damaliger, heute beinahe ausgestorbener, Haustierrassen machen. Vom schweren Kaltblutpferd über die Milchkuh, die Milchziege ("die Kuh des kleinen Mannes"), bis zum Geflügel, alles war in Natura zu bestaunen. Wer kannte schon vorher eine Hühnerrasse, die "Westfälischen Totleger" die ihren Namen der Tatsache verdankt, dass die Hennen mindestens alle zwei Tage, eine damals scheinbar beängstigende Leistung, ein Ei legten. Wenn das unsere heutigen Legehennen wüssten...
Besonders reizvoll waren die Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, eine Kappenwindmühle in den Wind zu drehen oder Meister alter Handwerksberufe wie den Schmied oder den Schuhmacher in ihren originalen Werkstätten zu beobachten. Und als abschließender Höhepunkt der Besuch bei der Korbflechterin des Museumsdorfes, um unter ihrer sachkundigen Anleitung selbst einen Korb zu flechten. Alle waren mit Feuereifer bei der Sache, wollten sie doch zu Hause ihren Schmuckkorb präsentieren. Auch wenn es sich dabei nur um ein kleines "Körblein" handelte, bekamen alle einen Eindruck von der Mühe, die aufzuwenden ist, um die großen ausgestellten Wirtschaftskörbe zu fertigen. Alle waren nach getaner Arbeit sicher: Nächstes Jahr kommen wir wieder und dann wird der Korb größer.
 
DEWEZET - Bad Pyrmont - 27. August
Nachts am Gondelteich wird's richtig spannend / NABU lud zur Fledermausnacht ein und vermittelte neugierigen Zuhörern viel Wissenswertes
Bad Pyrmont (yt).
Über 40 Fledermausfreunde fanden sich am Freitagabend ein, um gemeinsam die Europäische Fledermausnacht zu begehen. NABU-Vorsitzender Stefan Habenicht freute sich vor allem, dass auch viele Kinder gekommen waren, um die Mini-Säugetiere zu beobachten. Alle hörten denn auch ganz gebannt zu als der Fledermausexperte über das Hochfrequenz-Ortungssystem der Fledermäuse berichtete, über die Fähigkeit, mit den Ohren zu "sehen". Ebenso erfuhren die Zuhörer, dass die kleinen Räuber ihre Beute - noch viel kleinere fliegende Insekten - im Flug fangen und täglich bis zur Hälfte ihres Körpergewichtes vertilgen müssen. So kann eine Fledermaus mehr als 4000 Mücken pro Nacht verspeisen.
Als es dann richtig dunkel wurde, gingen die Fledermausfreunde ans Gondelteich-Ufer, um im Lichtstrahl ihrer Taschenlampen die Flugkünste der Tiere zu beobachten. Die ließen sich überhaupt nicht stören und schossen mit einem Affenzahn knapp übers Wasser hinweg und fischten sich dabei die Insekten aus der Luft. Interessant war auch ein Gerät, das die Echolot-Rufe der Fledermäuse hörbar macht. Die nachtaktiven Jäger können ihre Beute nämlich nicht sehen, sondern rufen mit Lauten von bis zu 200 Kilohertz nach vorn und hören den zurückkommenden Schall. Der ändert sich je nach der Oberflächenbeschaffenheit des reflektierenden Objekts und kommt umso früher zurück, je näher das getroffene Objekt ist. "So erkennt die Fledermaus genau, was sie vor sich hat", erklärt Habenicht. Da die Rufe der Flugsäuger aber für das menschliche Ohr viel zu hoch sind, übersetzt das Gerät sie in für uns hörbare Töne.
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 23. August
Eine Nacht für Ultraschalljäger / Aufräumen mit dem Vorurteil von den Blut saugenden Vampiren
Hessisch Oldendorf (red).
Ob Mausohr, Hufeisennase oder Abendsegler - sie lieben die Dämmerung und sie sind Stars der 11. Europäischen Fledermausnacht, die vom NABU und Euro-bats veranstaltet wird. Mit vielen Aktionen wollen die Fledermausfreunde in ganz Europa das Intersse auf die lautlosen Jäger lenken. So auch in Hessisch Oldendorf.
Die NABU-Veranstaltung findet in der Aula der Realschule statt. Am morgigen Freitag wird ab 20 Uhr mit einem Dia-Vortrag über das Leben der Fledermäuse informiert. "Danach startet die Wanderung, die noch stärker auf Familien ausgerichtet sein wird, als die üblichen Fledermauswanderungen, die sich bleibender Beliebtheit erfreuen", erklärt der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Hans-Jürgen Wissel. "Wir werden während des Dia-Vortrages auch Spiele für Kinder anbieten, die ihnen die Fledermäuse nahe bringen sollen", fügt er an. Allerdings können Kinder erst ab sechs Jahren, natürlich in Begleitung ihrer Eltern, teilnehmen.
"Auch wenn Fledermäuse in den letzten Jahren, zumindest was ihre Akzeptanz in der Öffentlichkeit angeht, große Fortschritte gemacht haben und die Zahl der Menschen, die sich für ihren Schutz engagieren, stetig wächst, gibt es noch viel zu tun", erklärt Wissel. Das Engagement für die lautlosen Nachtjäger trage Früchte. Einige Arten haben sich erholt, die Bestände sind angewachsen, sodass ihre Gefährdungseinstufung in der Roten Liste zurückgenommen werden konnte. Das gilt für die Zwergfledermaus. "Das alle 18 niedersächsischen Fledermausarten weiter auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen, hat verschiedene Gründe. Die Misere reicht von der chemischen Behandlung von Dachstühlen, über die Verluste an Höhlenbäumen bis zu Störungen in den Höhlen und Stollen im Winter. Doch die größten Probleme sind der Mangel an Insektennahrung durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder anderen Chemikalien in der Landwirtschaft und der Verlust an landschaftlicher Vielfalt", erklärt Hans-Jürgen Wissel.
Die Europäische Fledermausnacht am Freitag soll auch helfen, mit Vorurteilen aufzuräumen. Nach wie vor ist nämlich der Aberglaube lebendig, die Tiere wären Blut saugende Vampire und würden in die Haare friedlicher Menschen fliegen.
 
DEWEZET - Coppenbrügge - 15. August
Garantiert dopingfrei - für den Klimaschutz / "TOUR de NABU" führt 2000 Kilometer quer durch Niedersachsen: Station auch in Coppenbrügge
Brüninghausen (ist).
Sie ist zugegebenermaßen keine Tour de France, dafür aber auch nicht skandalträchtig aufgrund von Dopingmissbrauch, nicht wettkampf-, sondern natur und spaßorientiert, rund 2000 Kilometer quer durch Niedersachsen, mit stolzen 99 Etappen - darunter allerdings nur wenige, niedersächsisch äußerst bescheidene, Bergwertungen. Mit der "TOUR de NABU" wirbt der Naturschutzbund Niedersachsen für den Klimaschutz. Anlässlich des 60-jährigen Bestehens soll so auf Forderungen zu umwelt- und naturschutzrelevanten Themen des NABU, an die Niedersächsische Landesregierung gerichtet, aufmerksam gemacht werden.
Am Wochenende war das Team der Ortsgruppe Sünteltal aus Bad Münder in Richtung Coppenbrügge geradelt, um das Tourenbuch und die NABU-Fahnen an die Gruppe Coppenbrügge-Salzhemmendorf zu übergeben. Es wurde jubelnd von knapp 20 Naturschützern, darunter auch Gäste aus Völksen und Springe, am Etappenziel in Brünninghausen begrüßt und mit Erfrischungen und einer Kaffeetafel bewirtet. "Es ist schön, sich auf diese Weise auch einmal direkt mit den NABU-Gruppen der Nachbarschaft austauschen zu können!" freuten sich Gerd-Dieter Walter und Anne Zuzmann aus dem Vorstandsteam der Sünteltaler, die sich schwerpunktmäßig der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinien annehmen. Günter Blötz, 1. Vorsitzender der NABU-Gruppe Coppenbrügge-Salzhemmendorf, Experte für Streuobstwiesen, führte mit seinem Team die Tour nach Emmerthal fort.
"Naturschutzarbeit besitzt neben den häufig anfallenden schweißtreibenden Biotop-Pflegemaßnahmen durchaus auch einen geselligen Spaßfaktor", meinte er bei der Übergabe. Die Tour war am 17. April in Garbsen bei Hannover gestartet worden und wird schließlich am Samstag, 8. September, in Laatzen durchs Ziel gehen.
 
DEWEZET - Coppenbrügge - 24. Juli
Lesewoche - "besser als das Fernsehprogramm" / Bilanz von Heiner stender fällt positiv aus: Kulturinitiative zählt 600 Besucher - so viele wie noch nie
Coppenbrügge (sto).
Das aus sieben Kapiteln bestehende Buch der "9. Coppenbrügger Lesewoche" wurde am Samstagabend von "Unser Dorf liest" mit einer Lesung in Bisperode zugeklappt - schwungvoll, heiter und mehr als zufrieden, denn: "So viele Besucher aus nah und fern, ich schätze es waren insgesamt rund 600, hatten wir noch nie", freute sich Heiner Stender, "Regisseur" der beliebten Veranstaltung, am letzten Leseabend. Im vergangenen Jahr seien es etwa 100 weniger gewesen.
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Und auch einige Vereine und Institutionen sind zu nennen: der Museumsverein, der Kirchen- und Posaunenchor, der Naturschutzbund, Ortsgruppe Coppenbrügge/Salzhemmnendorf, die Dörper Dorfgemeinschaft, der Heimatbund Bisperode sowie die evangelischen Kindergärten.
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NDZ - Bad Münder - 21. Juli
Kunstschule bietet viel Raum für Kreativität / Ferien-Projekt hat noch einige Plätze frei
Bad Münder/Eimbeckhausen (jhr).
Keine gute Nachricht zu Ferienbeginn: Das Zeltlager der evangelischen Gemeinde Eimbeckhausen und des NABU vom 20. bis 24. August fällt krankheitsbedingt aus. Kinder und Jugendliche müssen aber dennoch nicht auf gute Unterhaltung verzichten - die Sommerkunstschule in Eimbeckhausen hat noch Plätze frei.
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NDZ - Bad Münder - 07. Juli
25 Jahre konstruktiv für Umwelt und Natur / Rat vergibt Silberne Stadtmedaille an den NABU Sünteltal / Lob für das Engagement
Bad Münder (jhr).
Manchmal muss es eben Sekt sein: Gemeinsam mit Matthias Großmann, Anneliese Zuzmann, Heinz Osterkamp und Gerd-Dieter Walter stießen die Ratsmitglieder jetzt auf die Verleihung der Silbernen Stadtmedaille an die Ortsgruppe Sünteltal des Naturschutzbundes (NABU) an.
Politiker aller Parteien würdigten das Eintreten der Ortsgruppen-mitglieder für die Belange von Umwelt und Naturschutz. "In 25-jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit haben Sie umfassendes geleistet", dankte Bürgermeisterin Silvia Nieber. Die Mitglieder der Ortsgruppe hätten sich in der Vergangenheit nicht nur für die Aspekte wie den Amphibien- und den Gewässerschutz stark gemacht, sondern auch kritischkonstruktiv den Stadtentwicklungsprozess begleitet. Nieber: "Sie haben mit Ihrer aktiven Arbeit dazu beigetragen, dass Aspekte und Ziele des Umwelt- und Naturschutzes den Menschen vermittelt werden können." Ausdrücklich begrüßte sie das Engagement des NABU im aktuellen Hamel-Projekt.
 
DEWEZET - Emmerthal - 30. Juni
Sie sieht ihr Federvieh als Naturgut / Monika Birke hält gefährdete Nutztiere wie Lippegänse und Ramesloher Hühner
Frenke (gm).
Als die Tier- und Naturliebhaberin Monika Birke aus Fenke sich 1997 ihre erste Lippegans anschaffte, stand für sie bereits fest: Sie will sich für die Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen einsetzen. Heute, gut zehn Jahre später, ist die kaufmännische Angestellte aus dem idyllischen Ilsedorf bereits seit vielen Jahren Sprecherin der "Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V." (GEH). Darüber hinaus ist die 58-jährige zweifache Großmutter Mitglied in drei weiteren Geflügelzuchtvereinen und im NABU.
Über 90 landwirtschaftliche Nutztierrassen stehen auf der "Roten Liste" der GEH, weil sie vom Aussterben bedroht sind. Monika Birke hat sich diesem Verein, der bundesweit mehr als 2100 Mitglieder hat, auf die bedrohten Geflügelrassen spezialisiert. Auf ihrem rund 2800 Quadratmeter großen Grundstück beherbergt die Tierliebhaberin derzeit über 50 Hühner und Gänse. Ramesloher Hühner beispielsweise sowie Lippe- und Leinegänse.
"Diese Tierarten sind besonders, ja sogar extrem vom Aussterben bedroht", verdeutlichte Monika Birke mit ernster Miene. Ihre Augen strahlen aber wieder, wenn sie von ihrem gefiederten Nachwuchs berichtet. "In der Zeit von März bis Mitte Mai wird bei uns gebrütet, was das Zeug hält", berichtet sie.
"Da habe ich manche schlaflose Nacht." Inzwischen ist es ruhiger geworden. Und deutlich geringer schlägt die Geburtenquote im Bereich der Lippe- und Leinegänse zu Buche. Hier ist das Fingerspitzengefühl gefordert, denn alle Eier können nicht von den Gänsen selbst ausgebrütet werden, da diese im Dezember jeden zweiten Tag ein Ei legen. Das ist der Grund, warum sich Monika Birke zwei Brutmaschinen zugelegt hat.
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Züchter, Kindergärten und Schulen sind bei Monika Birker willkommen.
 
DEWEZET - Hameln - 27. Juni
Falkennachwuchs: Im Eulenloch wurde es eng / Bei Familie Römer in Hastenbeck zieht ein Turmfalkenpaar vier Junge groß / Erste Flugversuche
Hastenbeck (kar).
"Wir hatten gehofft, dass wir die Turmfalken dazubekommen, als wir letztes Jahr das alte Haus an der Petersburg in Hastenbeck kauften", erzählt Heike Römer lachend. Damals brütete ein Turmfalken-Pärchen im so genannten Eulenloch zwischen Außen- und Innenmauer des Hauses aus dem Jahr 1903.
Familie Römer wurde nicht enttäuscht. Die Altvögel kehrten zurück. Zogen die Falken im vergangenen Jahr drei Junge groß, so wurde es diesmal noch enger im Nest: Vier Jungvögel schlüpften, die jetzt ihre ersten Flugversuche starteten. "Erst haben die Vögel so eine Art Trockenübung gemacht, und sich dann mit lautem Getöse wagemutig aus dem Loch gestürzt." Dabei hätten die beiden kräftigeren Jungtiere den zwei kleineren Flug-Nachhilfe gegeben.
Nicht nur Carolin, die neunjährige Tochter der Römers und deren Freunde nahmen regen Anteil - auch die Nachbarn erkundigten sich immer wieder oder schauten auch selbst nach den Falken. Das hat die Römers besonders gefreut; denn der Lebensraum dieser kleinen Greifvögel ist eng geworden. Auch wenn der Vogel des Jahres 2007 nicht auf der Roten Liste gefährdeter Arten steht, hat die Zahl der Turmfalken in einigen Teilen Deutschlands in den vergangenen 30 Jahren deutlich abgenommen. "In Baden-Württemberg ist die Zahl der Brutpaare um mehr als die Hälfte zurückgegangen, in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen haben sich die Bestände um mehr als 20 Prozent reduziert", so NABU-Vizepräsident Helmut Opitz. Freie Flächen an den Stadt- und Dorfrändern würden durch Straßen und Neubauten versiegelt, Nistmöglichkeiten an geeigneten Gebäuden bei Sanierungen häufig verschlossen und Kirchtürme oftmals von außen unzugänglich gemacht. Dem Raubvogel, der hoch gelegene Brutplätze bevorzugt, fehle es zunehmend an Nistplätzen und ausreichendem Nahrungsangebot.
 
 
DEWEZET - Bad Pyrmont - 25. Juni
Ministerpräsident Wulff ehrt fünf Ehrenamtliche / Hameln-Pyrmonter bei Preisverleihung in Hannover
Hameln-Pyrmont (CK).
Fünf Mitbürger aus dem Landkreis Hameln-Pyrmont sind am "Tag der Ehrenamtlichen" in Hannover von Ministerpräsident Christian Wulff ausgezeichnet worden. Christian Beermann aus Bad Pyrmont, Dietmar Meier aus Hessisch Oldendorf, Ingrid Scheunpflug, Daniel Siebke und Dieter Pfusch-Boegehold (alle Hameln) empfingen die Ehrung im Deutschen Pavillon auf dem Expo-Gelände.
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Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises nominierte Dietmar Meier für nachhaltige Verdienste als ehrenamtlicher Naturschützer und für die Unterstützung behördlicher Naturschutzarbeit bei der Erfassung der Zug- und Rastvogelbewegungen im Hessisch Oldendorfer Wesertalraum oder bei der Ermittlung von Verdachtsflächen für die Ausbreitung der Vogelgrippe. Außerdem beobachtet und kontrolliert er alljährlich die Weißstorchpopulationen und ihre Nahrungsbiotope (Anmerkung Webmaster: bei der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf).
 
NDZ - Bad Münder - 20. Juni
Bunte Ferienbetreuung gegen Langeweile / Jetzt anmelden: Vier Angebote entlasten Eltern / Kunst, Spiel, Spaß und Zelten in der Natur
Bad Münder (ric).
Nie zuvor war das Ferienangebot größer - Bad Münder will den Ruf nach einer familienfreundlichen Stadt verstärkt nachkommen. Gestern stellte die Gleichstellungsbeauftragte Ulrike Hoffmann-Bürrig das Programm vor, das von den lokalen Bündnissen für Familien erarbeitet wurde. Vier Angebote, die Eltern entlasten und Kindern Freude bereiten sollen. "Der Bedarf ist riesig groß", hat Hoffmann-Bürrig festgestellt. Die Ferienangebote sollen das Programm der Stadtjugendpflege ergänzen, nicht aber damit konkurrieren. Die Projekte im Einzelnen:
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Zeltlager in Mardorf: Die Kirchengemeinde Eimbeckhausen und der NABU Sünteltal bieten vom 20. bis 24. August erstmals ein Zeltlager am Steinhuder Meer für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren an - ein spannendes Programm für die älteren Schüler. Kosten: etwa 60 Euro.
 
NDZ - Bad Münder - 18. Juni
Renaturierte Hamel - ein Paradies für Tiere / NABU-Aktion: 26 Vogelarten in zwei Stunden gezählt / Veranstaltungen an den nächsten Sonnabenden
Bad Münder (ric).
Inmitten der Stadt Bad Münder ist Kritikern zum Trotz ein kleines Paradies für Tiere entstanden. Die Ortsgruppen Bad Münder und Springe im Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben sich mit dem Ornithologen Christoph Adler an der renaturierten Hamel im Bereich der Wallstraße und Süntelstraße auf die Suche nach Vögeln gemacht. Vom Ergebnis waren sie positiv überrascht. So wurden in nur zwei Stunden 26 Arten gesichtet - darunter die für Fließgewässer typischen Vögel Gebirgsstelze und Sumpfrohrsänger. "Nachbarn des wertvollen Biotops haben außerdem von Beobachtungen des Eisvogels sowie die Wasseramsel berichtet", sagt Anne Zuzmann vom NABU Sünteltal. Die Naturschützer wollen diesen Beobachtungen nachgehen, weitere Bestandsaufnahmen sollen folgen. "Die stadteigene Fläche ist zu einem Lebensraum mit einer großen biologischen Vielfalt geworden", mein Zuzmann.
50 Tonnen Kies für den Flusslauf
Die Hamel soll als einziges Gewässer im niedersächsischen Mittelgebirgsraum vorrangig Lachs und Meerforelle eine neue Heimat bieten. Mit dem "Pilotprojekt Hamel" wird eine Verbesserung des ökologischen Zustands des Flusses im Deister-Sünteltal angestrebt. Am Sonnabend, 9. Juni, gehen die Arbeiten in die nächste Runde: Ab 9 Uhr treffen sich die Mitglieder des NABU und des Fischreivereins am Absturz der Kläranlage. In einem gemeinsamen Arbeitseinsatz bringen sie 50 Tonnen Kies in die Hamel ein. Damit soll die ökologische Durchwanderbarkeit und die Gewässerstruktur verbessert werden. Schon eine Woche später, am 16. Juni, steht der "Tag der Hamel" auf dem Programm. In Hachmühlen wird von 14 bis 17 Uhr eine Ausstellung auf dem Dorfplatz mit Aktionen für Jung und Alt gezeigt. Dazu gibt es Aktionen rund um die Tier- und Pflanzenwelt der Hamel, ein Infomobil ist vor Ort. Kinder und Jugendliche können die Welt der Kleinlebewesen im Gewässer kennen lernen, dazu wird der Fluss chemisch und biologisch genau unter die Lupe genommen.
Gleichzeitig lädt auch die OEWA zum Tag der offenen Tür an der Kläranlage ein. Bei einer Fahrzeug- und Technikschau sowie bei Führungen durch das Werk können sich Besucher informieren.
 
DEWEZET - Bad Pymont - 18. Juni
Plötzlich kreisten 30 Gänsegeier überm Berg
Köterberg-Wirt und etliche Besucher beobachteten eindrucksvolles Schauspiel
Köterberg (jl).
Ein höchst beeindruckendes Naturschauspiel konnten Ausflügler am Samstag auf dem Köterberg erleben: Über dem Gipfelplateau schwebten am frühen Abend bis zu 30 Gänsegeier. "Sie kamen im Tiefflug in nur 30 bis 50 Metern Höhe von Norden", sagt Köterberg-Wirt Rudolf Brand (72). "Dann kreisten sie eine halbe Stunde lang vollkommen lautlos über dem südlichen Hang." Brand und die anderen Augenzeugen machten Tiere unterschiedlichen Alters aus,
die sich farblich unterschieden. "Die Jungvögel sind heller im Gefieder", weiß der Gastronom, der gleich im Bestimmungsbuch nachschlug, um die Identität der exotischen Gäste Gewissheit zu klären.
Nachdem die Geier eine Weile über dem etwa 500 Meter hohen Berg gesegelt waren, ließen sie sich bei Einbruch der Dunkelheit in einem nahen Wald nieder. Was Rudolf Brand besonders freute: "Am Sonntagmorgen konnten wir zehn von ihnen nochmals über dem Berg kreisend beobachten, bevor sie in Richtung Süden abflogen."
Mit "So etwas ist wirklich eine absolute Sensation", wertete gestern Umweltberater Friedel Rädecker vom NABU Kreisverband Hameln-Pyrmont die Beobachtung. Allerdings seien heute aufgrund des Klimawandels auch hierzulande immer mal wieder Arten zu entdecken, die früher nicht zu sehen gewesen seien.
Und Bärbel Rogoschik, Leiterin des NABU-Artenschutzzentrums Leiferde bei Gifhorn, ergänzte: "Die Nahrungsflüge dieser wohl im Alpenraum lebenden Tiere können sehr lang sein. Da kommt es auf ein paar hundert Kilometer kaum an." Futter zu finden sei für die Aasfresser nämlich nicht einfach, denn es würden kaum mehr Kadaver liegengelassen.
 
NDZ - Bad Münder - 18. Juni
So sieht es aus: Infos zur Hamel aus erster Hand / Naturschützer stellen Vorhaben vor
Von Ernst August Wolf
Hachmühlen/Bad Münder.
Die Münderaner verfolgen mit großem Interesse, was sich in und an "ihrem" so tut. Zum "Tag der Hamel" strömten am Sonnabend zahlreiche Besucher zur zentralen Veranstaltung nach Hachmühlen und informierten sich über den Zustand des Gewässers und geplante Aktivitäten.
Das "Ah" und "Oh" der Zuschauer auf der Brücke über der Hamel an der Dorfstraße wollte kein kein Ende nehmen, als Andy Krüger vom Fischereiverein Hannover ein Fisch ins Netz ging, dessen Ausmaße wohl keiner für möglich gehalten hätte. Doch nicht nur die "Vor-Ort-Elektrobefischung" des Gewässers fand reges Publikumsinteresse, auch der Videofilm des 80-jährigen Karl-Heinz Haverkamp aus Springe stieß auf große Resonanz. In ihm zeigt der in der Region als "Nistkasten-Papst" bekannte Naturfreund Aufnahmen von Mikroorganismen aus der Hamel. Alles was in Sachen Naturschutz Rang und Namen hat, war zum Festplatz an der Mühle gekommen: der NABU Deister-Sünteltal, die Jägerschaft des Landkreises, die Landwirte, die Fischereivereine aus Hannover und Hameln und neben dem Vertreter des Unterhaltungsverbandes Ilse-Hamel auch zahlreiche Kommunalpolitiker.

"Es geht nicht um die Verbesserung der Wasserqualität, die in der Hamel ohnehin schon gut ist, sondern vor allem um die Erhöhung der Durchlässigkeit des Gewässers, um den Fischen so wieder Zugang zu den am Oberlauf gelegenen Laichplätzen zu ermöglichen", erklärte der Vertreter des Umweltministeriums, Joachim Wöhler. Die Hamel sei auch deshalb als Modellprojekt ausgesucht worden, da sich durch von lokalen Organisationen durchgeführten ehrenamtlichen Maßnahmen die neue Wasserrichtlinie hier mit besonders großer Aussicht auf Erfolg umsetzen lasse. Das geschehe, so Wöhler, "bootom up", also nicht per Gesetzt oder Anordnung von oben, sondern im gemeinsamen Verbund durch die Betroffenen vor Ort von unten.
Bürgermeisterin Silvia Nieber zeigte sich in ihrem Grußwort erfreut darüber, dass nun auch einmal Mittel der EU direkt wieder in ein Projekt in der Region zurückflössen.

Neben der Welt der Mikroorganismen, der Wirbellosen und der Fische galt die Aufmerksamkeit der Naturfreunde auch den Uferbereichen. Zu deren Pflege etwa habe die Jägerschaft des Landkreises eine hohe Summe zur Verfügung gestellt, erklärte Ratsherr Rainer Klockemann.
Insbesondere für Kinder und Jugendliche wurde ein abwechslungsreiches, interessantes Programm geboten: Neben ausgestopften Wildtieren am Info-Mobil der Landesjägerschaft faszinierte insbesondere das Elektrofischen, aber auch die chemische und biologische Wasseruntersuchung begeisterte die jungen Teilnehmer. Ach die negative Wirkung einer Staumauer wurde veranschaulicht. "Nachts stehen hier Hunderte von Fischen, die stromaufwärts wollen und nicht weiterkommen", so die Fischerei-Experten.
Auch am Münderaner Klärwerk brauchte sich Betriebsleiter Jörg Knebel nicht über mangelndes Interesse zu beklagen, denn die Führungen durch die Anlage sowie die Fahrzeug- und Technikschau ("Was ist ein Vorfluter?") fanden gleichfalls rege Publikumsbeteiligung. Am Marienthaler Wehr in Afferde konnte die neue Fischaufstiegsrinne besichtigt werden. Dort stellte man sich die frage: "Wie kommt  der Lachs in die Hamel?". Wenn die Umsetzung der neuen Wasserrahmenrichtlinie der EU nicht beim "Tag der Hamel" gezeigten Eifer aller Beteiligten weiter verfolgt wird, dann ist die Zeit, in der in der Hamel wieder Lachse schwimmen werden, nicht mehr fern.
 
DEWEZET - Hameln-Pymont - 17. Juni
Schwalbennester: Die Angst vor Verschmutzung führt oft zu Zerstörung / Streng verboten: Das Abschlagen von Schwalbennestern / Behörden drohen mit bis zu 5000 Euro Bußgeld
Hameln-Pyrmont (kar).
Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Laut Volksmund ist der erst da, wenn mehrere dieser eleganten Segler am Himmel Insekten jagen. Wenn es denn noch genug von ihnen gibt. Der Bestand der Schwalben nämlich ist gefährdet: Sie zählen zu den Sorgenvögeln des Naturschutzbundes, obwohl sie wie Mauersegler und Haussperling zu den Kulturfolgern gehören, aus Dörfern und Städten nicht wegzudenken sind. Fehlende Brutmöglichkeiten aber schränken ihren Lebensraum immer mehr ein. Was viele nicht wissen oder einfach ignorieren: "Das Abschlagen oder Zerstören von Schwalbennestern ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng verboten", stellt Friedel Rädecker vom Hamelner Natur- und Umweltschutzzentrum klar. Wer dabei ertappt wird, wie er ein Schwalbennest zerstört, in dem gerade gebrütet wird oder Jungvögel aufgezogen werden, muss zahlen.
"Bis zu 5000 Euro Bußgeld können verhängt werden", sagt Rainer Halbauer, Chef der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. Sie ahndet Naturfrevel in der Region Hameln-Pyrmont. Für Verstöße im Stadtgebiet ist das städtische Pendant zuständig. Der Bußgeld-Katalog aber ist identisch. Und Ermessenssache, wenn es um das Abschlagen von Schwalbennestern geht. "Wird uns ein Fall gemeldet, leiten wir ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein und legen, je nach Schwere die Bußgeldhöhe fest", sagt Halbauer. Die bewege sich zwar im vierstelligen Bereich, könne aber deutlich höher ausfallen.
Meist ist es die Angst vor Verschmutzung der Hausfassade durch den Kot der Vögel, der Menschen zur Zerstörung der Nester treibt. "Dabei braucht man eigentlich nur ein Brett unter das Nest zu setzen, dann wird der Kot aufgefangen", sagt Rädecker vom NABU Hameln. Natürlich erst, nachdem die Vögel flügge sind. Grundsätzlich sollte ein Nest an Ort und Stelle bleiben, findet er; denn im Gegensatz zu Amseln, die fast nie eine ehemalige "Kinderstube" beziehen, kehren Schwalben zurück. Das liegt an der extrem aufwändigen Bauweise dieser Nester aus Lehm. "Die Altvögel säubern dann bei ihrer Rückkehr das Nest und polstern es gegebenenfalls aus", weiß Rädecker. Brütende Vögel müssen grundsätzlich in Ruhe gelassen werden. Das gilt auch für Hecken auf Privatgrundstücken. Zwar könne man niemand untersagen, diese zu schneiden, so Rädecker, aber sein dringender Appell: "Vorher nachschauen, ob Vögel dort brüten."
 
NDZ - Bad Münder - 12. Juni
50 Tonnen Kies und ein gemeinsames Ziel / Naturschützer des NABU und der Fischereivereine Hameln und Hannover arbeiten an der Hamel
Bad Münder (gho).
Schwitzen in den kühlen Fluten der Hamel - für 25 Naturschützer kein Widerspruch. Sie beteiligten sich jetzt an der gemeinsamen Auftakt-Aktion zur Verbesserung der Durchwanderbarkeit des Baches für Fische und Kleinlebewesen, Teil des Modellprojektes Hamel. Mitglieder der NABU-Ortsgruppe Sünteltal und der Fischereivereine Hameln und Hannover waren mit Schaufeln, Spitzhacken und Schubkarren angerückt, wurden im und am Gewässer oberhalb der Kläranlage am Osterberg aktiv. Rund 50 Tonnen grober Kies waren angefahren worden und mussten ins Bachbett gekarrt und mit dicken Steinen verbaut werden. Zuvor waren an dieser Stelle das alte Stauwehr mit dem Presslufthammer entfernt worden. Ziel der Aktion: Der Bach soll wieder durchgängig werden. Mit dem groben Kies soll den heimischen Bachforellen und sogar den über die Weser aufsteigenden Meerforellen Laichmöglichkeiten geschaffen werden.
Heinz Pyka und Andy Krüger, Gewässerwarte des Fischereivereins Hannover, und Jens Becker, stellvertretender NABU-Vorsitzender, hoben besonders die erste gemeinsame Arbeit ihrer Verbände hervor. Der alte Spruch: "Gemeinsam sind wir stärker" werde hier sinnfällig umgesetzt. Als Koordinator aller mit dem Modellprojekt zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie zusammenhängenden Arbeiten war Dr. Michael Franke vom Planungsbüro GEUM.tec vor Ort und machte sich auch mit der Schaufel nützlich. Franke wies besonders auf den "Tag der Hamel" mit zahlreichen Aktivitäten in Hachmühlen, Afferde und Bad Münder am kommenden Sonnabend, 16. Juni, hin.
 
NDZ - Bad Münder - 06. Juni
"Wir können viel zum Schutz der Arten tun" / 25 Jahre für Umwelt und Natur in Bad Münder: Ein Rückblick auf die Arbeit des NABU Sünteltal
Bad Münder (ric).
25 Jahre NABU Sünteltal, das sind 25 Jahre praktische Naturschutz-arbeit in und um Bad Münder. Ein Rückblick zum Jubiläum:
1982: Deutschland verliert das Finale der Fußball-WM gegen Italien, Nicole trällert in England "Ein bisschen Frieden", der Natur- und Umweltschutz etabliert sich als relevantes gesellschaftliches Thema. Eine Gruppe aus Bad Münder schließt sich zu diesem Zweck zusammen - der Ursprung des NABU Sünteltal, obwohl die Bezeichnung Naturschutzbund erst im Jahr der Deutschen Wiedervereinigung eingeführ wird. "Natur- und Umweltschutz ist ein komplexes Netzwerk aus vielen verschiedenen Faktoren, wie Artenschutz, Landschaftsschutz, Reinhaltung von Flüssen, Meeren, Luft und Boden", sagt Matthias Großmann, der Vorsitzende zurückblickend. Wo immer Tierarten bedroht sind, wo Lebensräume durch den Menschen zerstört sind, wo Aufklärungsarbeit zu leisten ist: Die Naturschützer versuchen, ihren Einfluss geltend zu machen. "Während wir auf die Dinge vor Ort nur geringen oder indirekten Einfluss haben, können wir viel zum Schutz von Arten und Landschaft tun", meint Großmann. Der NABU sucht das Gespräch mit allen Gruppen und Institutionen, wird politisch anerkannt. "Von Anfang an haben wir es als unsere Aufgabe angesehen, die Belange des Natur- und Umweltschutzes unseren Kommunalpolitikern und der Verwaltung aufzuzeigen und auf eine notwendige Berücksichtigung bei vielen wichtigen Entscheidungen zu drängen." Oft seien so zumindest "tragfähige Kompromisse" erzielt worden.

1987 räumt die Stadt Bad Münder als eine der ersten Kommunen in Niedersachsen dem NABU die Möglichkeit ein, ein beratendes Mitglied im Planungs- und Umweltausschuss zu entsenden. Fortan wurde auch die Arbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis intensiviert. "Der Landkreis unterstützt und fördert uns bei einer Reihe von Maßnahmen, wie Anpachtung wertvoller Flächen und dem Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern, sowie der Bereitstellung der Amphibienzäune", berichtet Großmann.
2007 feiert der Naturschutzbund Ortsgruppe Sünteltal sein 25-jähriges mit mittlerweile 500 Mitgliedern, in der Sparkasse wird eine Ausstellung eröffnet. Einen Schwerpunkt der Aktivitäten stellen die Arbeitseinsätze dar: So treffen sich regelmäßig Mitglieder, um praktischen Arten- und Biotopschutz zu betreiben - Nistkästen reinigen, Krötenzäune aufstellen, Bäume pflegen. Ein Schwerpunkt-Projekt liegt im Bereich der Landschaftsschutzgebietes Böbberbach-Niederung, wo ein Biotopverbund geschaffen werden soll.
Am 5. Juli wird die Arbeit des NABU mit der Vergabe der silbernen Stadtmedaille durch den Stadtrat gewürdigt.
 
DEWEZET - Hameln - 28. Mai
Klimawandel: Die Natur als Verschiebebahnhof / Gewinner und Verlierer: Wer sich anpasst, hat die besseren Chancen / Vogelkundler berichten
Von Frank Westermann
Die Prognosen im Klimaschutzbericht der UNO sind alarmierend: Die Temperaturen werden steigen, die Sommer heißer und die Winde stürmischer. Ursache, so heißt es, sei der vom Menschen verursachte Ausstoß von Treibhausgasen wie Kohlendioxid. Die Dewezet beschäftigt sich in einer Serie mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Region und mit Möglicheiten, auch als Einzelner einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.
Hameln.
Pünktlich zur Stunde der Gartenvögel war auch der Kuckuck wieder heimgekehrt. Marc Jameson, 18-jähriger Naturschützer, hat ihn deutlich gehört, das Tier ist aus Afrika zurück. Wie oft er in den nächsten Jahren noch den Kuckucks-Ruf vernehmen wird, steht allerdings in den Sternen, denn das Tier ist ein Verlierer des Klimawandels, der die heimischen Vögel längst erreicht hat. Der Kuckuck etwa gehört zu den Vögeln, die relativ spät im Jahr zurückkehren. Da aber durch die milde Witterung die Brutsaison drei bis vier Wochen früher begonnen hat, ist die Zahl der Nester, in denen er sein Ei ablegen und bebrüten lassen kann, deutlich geringer geworden.
Zu den Gewinnern des Klimawandels zählt Jamesen Vögel wie das Rotkehlchen, die Meisen oder den Schwarzstorch, der im letzten Jahr einen guten Monat später in den Süden aufbrach und jetzt - ebenfalls vier Wochen früher als 2006 - zurückkehrte. Jameson: "Er konnte so vier Wochen länger Kraft anfuttern, und wer weiß, ob er nicht im Norden Afrikas überwintert und so zusätzlich Kraft gespart hat?" Hitzewellen, Stürme, Überschwemmungen, schmelzende Gletscher, Erdrutsche und Lawinen: Die Vielfalt der in Deutschland lebenden Tier- und Pflanzenarten würde bis 2080 im Mittel um 30 Prozent zurückgehen, wenn sich die globale Erwärmung ungebremst fortsetzt, hat das Umweltbundesamt jüngst mitgeteilt. In der heimischen Vogelwelt sind die Veränderungen nicht nur feststellbar, sondern auch, dass sich die Zusammensetzung der Vogelwelt verändert. Zu den Verlierern zählen vor allem Vögel, die sich schlecht an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen: Pirol, Gartenrotschwanz, Nachtigall, Trauerschnäpper haben dabei gleich mehrfach mit dem globalen Temperaturanstieg zu kämpfen. Weil sich die Wüstengebiete ausdehnen, werden ihnen immer höhere Flugleistungen abverlangt. Und nach ihrer Rückkehr fehlen ihnen die Insekten, die sich wegen des milderen Klimas bereits früher entwickelt haben. Und: Aufgrund der milderen Winter brüten Stanvögel wie Kleiber und Meisen früher - die zurückkehrenden Vögel müssen dann mit ihnen um geeignete Brutplätze konkurrieren.

"Wir sehen deutliche Zeichen", erklärt Dr. Holger Buschmann vom NABU. Generell könne man in zwei Gruppe unterscheiden: Die Kurzstreckenzieher seien die Gewinner unter den Vögeln die Verlierer des Wandels. Buschmann nennt ein Beispiel: Die Population der Rohrsänger nehme deutlich ab. Die Langstreckenzieher, denen hier die Insekten fehlen, könnten sich deutlich schlechter anpassen - und würden öfter verlieren. Buschmann spricht von "Ubiquisten", wenn er die Gewinner benennen will. Tiere, die sich einfach gut an die Veränderungen anpassen können. "Die Natur präsentiert sich als Verschiebebahnhof", erklärt Buschmann: Die einen kommen aufs Abstellgleis, die anderen haben weiterhin freie Fahrt.
Denn Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen und Heckenbraunellen überwintern seit einigen Jahren nicht ohne Grund verstärkt bei uns. Städte bieten bei Kälte einen guten Schutz; unter anderem durch die Winterfütterung und ein mildes Mikroklima. Einige Vögel wie die Kohlmeisen würden wesentlich früher mit der Brut beginnen.
Die "Stunde der Gartenvögel", so erklärt Ulrich Thüre als Pressesprecher des NABU-Landesverbandes Niedersachsen, habe jedenfalls bisher noch keine Hinweise ergeben, dass der Wandel auch zahlenmäßig bei den Vögeln durchschlage. Allerdings sei die Zählung noch nicht abgeschlossen, anschließend würden sich die Experten in Bundes- und Landesverbänden mit den Ergebnissen befassen. "Natürlich haben auch wir den Aspekt Klimawandel auf dem Schirm."  "Von dem verfrühten Frühling profitieren Überwinterer und Kurzsteckenzieher, da die Insekten schon eher verfügbar sind", ist sich auch Marc Jameson sicher. "Nach der Ankunft der Langstreckenzieher ist aber die beste Zeit schon vorbei." Er verweist auf eigene Beobachtungen: Viele Vogelarten, die einst nur einmal im Sommer gebrütet hätten, würde heute zweimal ihren Nachwuchs aufziehen - das milde Klima macht es möglich. Jameson: "Das sind Gewinner."
Forscher des Max-Planck-Institutes für Ornithologie haben unterdessen herausgefunden, dass Münchener Amselmännchen sesshafter werden, weil ihnen das mildere Klima in der Stadt Vorteile gegenüber den fortziehenden Artgenossen bringt. Dieses Verhalten sei zum Teil schon genetisch bedingt. Marc Jameson würden diese Ergebnisse auch für Hameln nicht überraschen: Der Mensch war und ist die treibende Kraft der Evolution.
 
DEWEZET - Bad Pymont - 20. Mai
Walcker überlässt Jüngeren das Feld / NABU würdigt langjährige Vorsitzende / Kröten-Tod im Schellental
Bad Pyrmont (Hei).
Mit einem großen Dankeschön wurde Dorothea Walcker als Vorsitzende der Naturschutzbund-Ortsgruppe (NABU) von ihrem Stellvertreter Stefan Habenicht  aus dem Amt verabschiedet. 16 Jahre lang habe sie aktiv in der Ortsgruppe mitgearbeitet, seit 1994 als zweite, seit 2003 als erste Vorsitzende, bilanzierte Habenicht bei der Hauptversammlung im Tierpark-Café und überreichte Dorothea Walcker symbolträchtig ein "Fleißiges Lieschen". Ihrem Wunsch, die Leitung der Ortsgruppe in jüngere Hände zu legen, entsprachen die Mitglieder bei der Vorstandswahl. Stefan Habenicht wurde einstimmig als Nachfolger nominiert, zu seinem Stellvertreter wurde Holm Rengstorf gewählt. Lionel Pracht löste die ebenfalls langjährige Schatzmeisterin Petra Otte ab, neue Schriftführerin wurde Karin Koch,
Ausgiebig diskutiert wurde in Gegenwart des Kreisvorsitzenden Arend die vielfältigen Aktivitäten und Aufgaben der 280 Mitglieder starken Ortsgruppe wie Biotop-Pflege, Vogel-Exkursionen und die "Nacht der Fledermäuse". Beklagt wurde ein vielfach beobachtetes massives Krötensterben im Schellental, wo NABU-Mitglieder in einigen Nächten schon bis zu 300 überfahrene Exemplare gezählt hätten. Eine partielle Straßensperrung sei nur möglich mit dem Einverständnis der Anwohner, berichtete Habenicht.
Problematisch sah man auch die Nähe des Naturschutzgebietes zur neuen Siedlung am Holzhäuser Friedhof: Spielende Kinder aus der Siedlung würden immer wieder ins Gebiet laufen und dort Müll zurücklassen, wurde beanstandet. Die neue Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Monika Brinkmann-Muchow, regte an, gemeinsam mit den Schulen und Kindergärten die Natur nahe zu bringen und sie über den Schutz von Fauna und Flora eingehend zu informieren, statt Verbotsschilder aufzustellen.
 
NDZ - Bad Münder - 10. Mai
Erfolgsgeschichte: 25 Jahre NABU-Arbeit / Einsatz zur Renaturierung der Hamel gewürdigt / Ausstellung "Für Mensch und Natur"
Bad Münder (oe).
Die Naturschutzbund (NABU) - Gruppe Sünteltal ist 25 Jahre alt geworden. "Das bedeutet auch 25 Jahre Natur- und Umweltschutz in Bad Münder", sagt der Vorsitzende Matthias Großmann jetzt beim Empfang in der Zweigstelle der Sparkasse Weserbergland. Großmann begrüßte zahlreiche Gratulanten aus Politik und dem Landesverband. Für die Stadt sprach der stellvertretende Bürgermeister Detlef Olejniczak von einem Umdenken in der Natur- und Umweltschutzpolitik in den letzten Jahrzehnten. Diese habe auch das Verhalten der Stadt und sogar sein privates Verhalten beim Anlegen des eigenen Gartens verändert. Und gerade bei der Erziehung der Kinder sei ein Anschauungsbeispiel in der Natur wertvoller als jeder theoretische Unterricht. Der stellvertretende Landesvorsitzende des NABU-Niedersachsen, Hans-Jürgen Wissel, lobte die Süntelgruppe mit ihren über 500 Mitgliedern wegen ihrer besonderen Aktivität. Ausdrücklich nannte er die Verdienste beim Amphibienschutz und die Initiative der Mitglieder bei der Renaturierung der Hamel.
Jörg Janning, Referatsleiter im Niedersächsischen Umweltministerium, berichtete über die Zusammenhänge des Natur- und Umweltschutzes im Europäischen Kontext. Das Übertragen der EU-Richtlinien in die nationale Gesetzesgebung gestalte sich nicht immer einfach, weil bei den Maßnahmen oft viele Länder betroffen seien. "Große Flüsse halten sich dabei nicht an nationale Grenzen", wie er meinte.
Sparkassen-Marktbereichsleiter Jens Hahne stellt als Sponsor des NABU die Räumlichkeiten für eine Ausstellung zur Verfügung, die noch in den nächsten vier Wochen gezeigt wird. Auf den Schautafeln werden die NABU-Projekte der vergangenen 25 Jahre mit Fotos und Fakten vorgestellt. Rechtzeitig zum Jubiläum hat die Gruppe Sünteltal auch eine Broschüre veröffentlicht, die eine Chronik und die Auflistung der Projekte in Bad Münder umfasst. Darin enthalten sind auch Tipps und die nächsten Termine der Gruppe. Am Sonnabend, 2. Juni, findet ab 13 Uhr eine vegetationskundliche Exkursion unter der Leitung von Christina Voigt statt. Treffpunkt ist am Bahnhof Bad Münder.
 
DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 08. Mai
NABU lädt zu Open-Air-Konzert ein / Vom 11. bis 13. Mai schlägt die "Stunde der Gartenvögel"
Hessisch Oldendorf (red).
In der Vorgruppe spielen Kohlmeisen, den Hauptakt bestreiten Spatzen und Buchfinken oder umgekehrt. Wer den Ton angibt, entscheidet sich am Konzert-Wochenende vom 11. bis 13. Mai. Von Freitag bis Sonntag lädt der NABU zum fünften Mal zur "Stunde der Gartenvögel" ein. Jeder kann mitmachen, das große kostenlose Open-Air-Konzert genießen und auch noch gewinnen.
Und so geht´s: Man sucht sich einen ruhigen Platz, von dem man die Vögel gut beobachten kann - im Garten, Park oder vom Balkon. Notiert wird, wie oft eine Vogelart im Laufe einer Stunde zu hören war. Auf
www.stunde-der-gartenvoegel.de sind Vögel detailliert beschrieben und es gibt jede Menge Tipps zur Vogelbestimmung. Die Meldung kann per Internet, Post oder aber auch telefonisch erfolgen. Am 12. und 13. Mai werden die Daten von 10 bis 18 Uhr unter der kostenlosen Nummer 0800/1157115 entgegen genommen. Es gibt über Hundert Preise zu gewinnen, die dem NABU von Sponsoren zur Verfügung gestellt wurden. Der Hauptpreis ist eine fünftägige Reise an den Kaiserstuhl für zwei Personen im September dieses Jahres.
Fünf Tage an den Kaiserstuhl
Einsendeschluss für die Meldebogen ist der 19. Mai. Die Stunde der Gartenvögel macht nicht nur Spaß, die Daten liefern Wissenschaftlern wichtige Erkenntnisse über das Vorkommen von Vögeln und damit auch über den Zustand unserer Umwelt. Je mehr Menschen mitmachen, desto genauer die Ergebnisse. Die große Anzahl an Meldungen gleicht falsche Angaben aus. Es gibt zwei Wege, um an der Aktion teilzunehmen: Zum einen kann jeder auf eigene Faust Vögel beobachten und zählen. Meldebogen und weitere Informationen gibt es im Internet
unter www.stunde-der-gartenvoegel.de oder www.NABU-hm.de. Zum anderen können Interessierte an einer der Veranstaltungen des NABU Hessisch Oldendorf mitmachen. Am Sonntag, 13. Mai, geht es los. Um 10.30 Uhr findet im Park der Neurologischen Klinik die offizielle "Stunde der Gartenvögel" in Hessisch Oldendorf statt. Bereits am frühen Sonntagmorgen können Interessierte an einer vogelkundlichen Wanderung zum Naturschutzgebiet Hohenstein teilnehmen. Auch hier werden innerhalb einer Stunde alle Vögel gezählt, die auf der Wanderung gesehen werden. Treffpunkt ist um 5 Uhr am Parkplatz des Baxmannbades. Schon am Samstagnachmittag schlägt um 14 Uhr für die NABU-Gruppe die "Stunde der Gartenvögel" im Park der Neurologischen Klinik. Treffpunkt ist der Parkeingang. Alle Veranstaltungen werden von Hans Arend geleitet.
 
DEWEZET - Bad Pyrmont - 04. Mai
Nach 35 Jahren auf dem Dachboden endlich Ruhe / Mardervergrämer verjagt Quälgeister von Haus und Hof
Bad Pyrmont (rom).
Der Mensch gräbt den Tieren mehr und mehr den Lebensraum ab. Mehrere Marder machten aus der Not eine Tugend und quartierten sich nacheinander 35 Jahre lang auf dem Dachboden eines Hauses in der Kurfürstenstraße ein. Was die Eigentümer auch ausprobierten, die kleinen Quälgeister wollten sich nicht vertreiben lassen. Bis zu dem Tag im Januar, als Ehrfried Seehafer aus Hachmühlen das Haus betrat. Seitdem ist der Marder verschwunden.
"Faule Eier, Hundehaare, Gardinen, Draht, Giftfallen - wir dachten schon, jetzt sei endlich Ruhe. Aber das war nur für einen Sommer", erinnert sich die Hauseigentümerin an ihre erfolglosen Versuche, die Marder zu verscheuchen. "Ich war in der Bredouille." Bis sie den Artikel in der Zeitung über Ehrfried Seehafer las.
Der Hachmühlener ist seit fast drei Jahren professioneller Mardervergrämer. Er bekämpft quasi Feuer mit Feuer. Denn um Marder in die Flucht zu schlagen, legt er einfach präparierte Duftnoten anderer Artgenossen aus. "Marder sind jagdbare Tiere. Das heißt, sie dürfen nicht gefangen werden und woanders ausgesetzt werden", erklärt der Fachmann den Rückgriff auf das "Vergrämen" der Tiere. "Der ausgesetzte Marder würde unter Umständen in das Revier eines anderen gelangen. Dann bleibt einer auf der Strecke", sagt das NABU-Mitglied. Daher sei es schön, dass durch das Vergrämen auch keine Tiere getötet würden.
Aufmerksam wurde er auf diese Art der Schadensvermeidung durch Dr. Egon Müller aus Burgwedel. Der passionierte Jäger hat sich jahrelang mit dem Verhalten von Madern befasst. Seine Erkenntnis: Spezielle Gerüche mag der Marder gar nicht. Zur Vertreibung der Tiere setzen Müller und Seehafer eine Warnduftnote ein, die bei Mardern alle Alarmglocken schrillen lässt, und ihn letztendlich in die Flucht schlägt. Produzenten dieses Duftes sind gefangene Tiere, die diese bei Stress produzieren.
Weniger wird die Arbeit Seehofers wohl nicht. "Der Bestand des Steinmarders ist sehr gut", weiß Bärbel Pott-Dorfer vom niedersächsischen Landesbetrieb für Naturschutz. Allerdings sei der Marderbestand in den letzten Jahrzehnten bundesweit zurückgegangen. Nicht so aber in der Kurstadt. "Bad Pyrmont ist voll von Mardern", weiß Seehafer, der sich seine Dienste bezahlen lässt. Wie viel er nehme, hänge von der Größe und Beschaffenheit des Hauses ab. Einige Hundert Euro dürften es schon sein.
Nach vorübergehendem, stressbedingtem Abnehmen legt das Häschen jetzt jeden Tag zu - 15 bis 20 Gramm täglich. Sechs Wochen muss der Kleine noch bleiben. "Bevor er nicht 1000 Gramm auf die Waage bringt, wildere ich ihn nicht aus," sagt Rädecker. Inzwischen knabbert der Hase schon Kohlrabi-Blätter und tollt herum. So lieb Rädecker "Paulchen" auch hat - schmusen ist tabu: "Sonst gewöhnt er sich an den Menschen und hat Probleme beim Auswildern." Wie schwierig es ist, Wildtiere aufzuziehen, weiß auch Biggi Neugebauer. Inzwischen ist die Hamelnerin zwar eine richtige Eichhörnchen-Expertin. Der Weg dahin aber war nicht ohne Kummer. Die ersten zwei Eichhörnchen, die sie aufpäppelte, starben. Bei zwei weiteren klappte dann die Aufzucht. "Ich habe viel lernen müssen," sagt die Mutter vonzwei Kindern. Ihrem Mann Hellward Broszio war ein Eichhörnchenbaby von einem Spaziergänger im Wald in die Hand gedrückt worden. Biggi Neugebauer informierte sich über das Internet, versuchte ihr Möglichstes bei der Aufzucht. Alle zwei Stunden wurde das kleine Eichhörnchen mit einer speziellen Nährlösung gefüttert. Zunächst mit Erfolg. Biggi Neugebauer: "Ich hatte da praktisch einen zweiten Säugling." Dann starb das Tier überraschend. Die Trauer in der Familie war groß. Heute rät die junge Frau: "Nur nicht selbst herumexperimentieren, immer einen Tierarzt aufsuchen." Meist hätten die Tiere Parasiten, die medikamentös behandelt werden müssen. Guter Rat ist da oft teuer. "Viele Tierärzte geben Medikamente für Wildtiere aber auch kostenlos ab", hat Biggi Neugebauer erfahren. Ihr Tipp für Eichhörnchen-Freunde, die mehr über die Vierbeiner mit den niedlichen Pinselohren wissen möchten: "Im Internet auf www.eichhoernchen-schutz.de klicken. Da erfährt man ganz viel über die Tiere."

DEWEZET - Coppenbrügge - 23. April

Kinder lernen in der Natur / Frühlingsaktion der NABU-Ortsgruppe: Infotafel an der Streuobstwiese

Salzhemmendorf (red).

Ober- und unterhalb der Streuobstwiese an der Straße 'Am Vogel-sang' zieren weißblühende Schlehenhecken das Landschaftsbild. In der Nähe der Straße plazierte die NABU-Gruppe Coppenbrügge/ Salzhemmendorf zusammen mit dem Förderverein 'Kindergarten Lauenstein' jetzt eine entsprechende Infotafel. Im Herbst vor zwei Jahren pflanzten sie gemeinsam mit dem Kindergarten auf der 5000 Quadratmeter großen Fläche 30 Obstbäume fünfzehn alter Sorten, beispielsweise rote Gravensteiner. Der Vorsitzende der NABU-Gruppe, Günter Blötz, berichtete begeistert über den prunkvollen Anblick, den die Wiese schon von Weitem biete. Die Kinder können direkt miterleben, wie die Früchte in der Natur heranreifen. Wenn das Obst zur Ernte ansteht, können sie es auch verzehren. Damit sie es hier draußen auch richtig gemütlich haben, wurde an ein Tipi gedacht und mehrere Weiden gepflanzt. Nun werden die größten Pflanzen in Form eines Tipis zusammen gebunden. Im Laufe der Zeit wird ein von Regen schützender, trockener Raum entstehen.

DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 23. April

Mit der Gruppe Hessisch Oldendorf des Naturschutzbundes einen Verschmelzungsvertrag geschlossen

Hessisch Oldendorf (red).

Die in Schwierigkeiten geratene Gruppe Hameln und die Ortsgruppe Hessisch Oldendorf des Naturschutzbundes haben in den Jahreshauptversammlungen einmütig eine Verschmelzung beschlossen. Wie der Vorsitzende der Gruppe Hessisch Oldendorf, Hans-Jürgen Wissel, erklärte, werden die Naturschützer aus der Rattenfängerstadt in den nächsten Jahren versuchen, wieder eine funktions-fähige eigene Gruppe aufzubauen.
Die Gruppe Hameln des Naturschutzbundes hat vom Finanzamt die Gemeinnützigkeit wegen fehlender Jahresabschlüsse aberkannt bekommen. Das bringt die Gruppe in finanzielle Probleme. Außer-dem hatten sich sich in den letzten beiden Jahresversammlungen keine Mitglieder gefunden, die Vorstandsämter übernehmen woll-ten. Nach der Entlastung der verbliebenen beiden Vorstandsmit-gliedern in der letzten Jahresversammlung - sie fand im Februar 2007 statt - sind diese zurückgetreten. Die Mitglieder der Gruppe Hameln hatten am 23. Februar in ihrer Jahresversammlung einen Verschmelzungsvertrag mit der Gruppe Hessisch zugestimmt. Auch die Hessisch Oldendorfer Ortsgruppe willigte jetzt ein, nachdem Notar Constantin Anger in der Jahresversammlung den Verschmelzungsvertrag verlesen hatte.
Der Referent für Biotop- und Artenschutz des Naturschutzbundes Hessisch Oldendorf, Dietmar Meier, führte aus, dass im Vorjahr eine ganze Reihe von Stellungnahmen zu Eingriffen in die Natur und Landschaft angefordert waren. Etliche Stunden kamen beim Instandsetzen der Amphibiensperreinrichtungen und beim Auf

hängen und Auswechseln von Steinkauzröhren zusammen.
Die Winterstörche, die in Hessisch Oldendorf gesichtet wurden, waren nach Dietmar Meiers Einschätzung Fremdstörche. Eine genaue Identifikation der Störche war auch dem Fachmann diesmal nicht gelungen. Der Storchenvater hofft, dass nach der Installation eines Storchennestes auf der ehemaligen Schule in Rumbeck wie-der mehr Ruhe einkehrt.
Im vergangenen Jahr haben Fremdstörche das Hessisch Oldendorfer Storchenpaar Adebar und Adele bei der Aufzucht der Jungen gestört. Der Nachwuchs kam dabei ums Leben. Das Nest in Rum-beck konnte mit der Unterstützung der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises hergerichtet werden.
Die Gruppe des Naturschutzbundes will am Weserradweg eigene Hinweisschilder aufstellen, die auf Schönheiten der Natur im Bereich Hessisch Oldendorf aufmerksam machen. Die Gruppe bietet auch 2007 wieder vogelkundliche Wanderungen in Großenwieden und Barksen an, wie der Vorsitzende erklärte. Hinzu kommen zwei Veranstaltungen zum 60-jährigen Bestehen des NABU Niedersachsen und die Beteiligung an der Ferienpassaktion der Stadtjugendpflege. Gemeinsam mit dem Forstamt Oldendorf ist geplant, eine Streuobstwiese anzulegen. Auch die Kindergruppe des Naturschutzbundes hat in den nächsten Wochen und Monaten einiges vor. Die Themen des Nachwuchses sind zunächst "Erlebter Frühling" und "Insektenhotel".

DEWEZET - Coppenbrügge - 16. April

Pflege der Streuobstwiesen ist ein Arbeitsschwerpunkt / Versammlung der NABU-Gruppe Coppenbrügge/Salzhemmendorf in der Mosterei Ockensen / Pläne für 2008

Salzhemmendorf (red).

In der Mosterei Ockensen traf sich die NABU-Gruppe Coppenbrüg-ge/Salzhemmendorf. Der Vorsitzende Günter Blötz begrüßte neben den Mitgliedern als Gäste den Vorsitzenden des NABU-Kreisverbandes, Hans Arend, und Friedel Rädecker, der als Referent nach dem offiziellen Teil der Tagesordnung einen informativen und spannenden Vortrag über den Vogel des Jahres 2007, den Turmfalken.
Der Veranstaltungsort in Ockensen war gut gewählt, liegt doch der Arbeitsschwerpunkt der NABU-Gruppe im Erhalt, der Pflege und der Anlage neuer Streuobstwiesen. Außerdem hatte die überwältigende Obsternte des letzten Jahres etliche Besuche bei der Mosterei not-wendig werden lassen, da man hier den eigenen naturreinen Saft erhält.
In einer Vorschau auf das Jahresprogramm wies Blötz auf weitere Aktionen auf den vereinseigenen Obstwiesen hin. Weitere Aktivitäten wie die Vogelstimmenwanderung am Ith im Mai, die naturkundliche Radtour zu den vereinseigenen Obstwiesen im Juni, Bio-toppflegemaßnahmen und einen Infostand beim dritten Apfelfest in Ockensen im September werden folgen. Auf Anregung aus der Versammlung soll geprüft werden, ob während der nächsten Krötenwanderung 2008 ein Amphibienschutz am Gut Spiegelberg bei Lauenstein, wo immer wieder hunderte von wandernden Kröten überfahren werden, gewährleistet werden kann.
Zum Abschluss der Veranstaltung erläuterte der Besitzer der Mosterei, Olaf Seifert, den NABU-Mitgliedern das schonende Press- und Abfüllverfahren seiner Mosterei und bot auch eine Verkostung unterschiedlicher Säfte an.

DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 10. April

Mitgliederzahl der NABU-Ortsgruppe gesunken

Hessisch Oldendorf (red).

Jürgen Bosse bekam in der NABU-Jahreshauptversammlung für sein Engagement die silberne Ehrennadel des Naturschutzbundes Deutschland durch Hans-Jürgen Wissel, den Vorsitzenden der Orts-gruppe überreicht. Seit Gründung der NABU-Gruppe im Jahre 1980 ist Jürgen Bosse im Beirat tätig. Ebenso wie Margret Stoppel bekam er auch die Treuenadeln für langjährige Mitgliedschaft verliehen.

In seinem Jahresbericht gab der Vorsitzende einen Überblick über die Veranstaltungen des letzten Jahres, berichtete über die Betreu-ung der Amphibiensperreinrichtungen an der Bannsieks Mühle, in Hemeringen-Forellental und Wahrendahl, von zahlreichen Arbeitseinsätzen, von Vorträgen an den Schulen und die Zusammenarbeit mit der Realschule. Die Mitgliederzahl der Ortsgruppe ist leicht gesunken und liegt jetzt bei 447.

DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 07. April

Nest für Weißstörche hergerichtet / Storchenvater Meier: Das ist eine bedeutende Artenschutzmaßnahme

Hessisch Oldendorf (dm).

Der Naturschutzbund veranlasste 1994 auf dem Dach der ehemaligen Schule in Rumbeck eine Nistplattform für Weißstörche zu schaffen. "Grund für diese Maßnahme war, die Ansiedlung weiterer Weißstörche im Wesertal zu fördern und die häufigen Nestkämpfe um den Horst auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei in der Kernstadt durch das Angebot von Alternativstandorten zu vermindern", erklärt Storchenvater Dietmar Meier vom NABU.
Stürme und Witterung haben im Laufe der Jahre dazu beigetragen, dass nahezu kein Nistmaterial mehr auf der Brutplattform lag. "Nun können sich die Störche wieder ins gemachte Nest setzen", sagt Dietmar Meier. Mitarbeiter der Dachdecker-Firma Junker aus Hessisch Oldendorf haben das von Robert Ariessen und Karl-Friedrich Alms aus Weidenschnittgut gefertigte Nest mit einem Kran auf die Plattform gehoben und dort befestigt. Das Schnittgut für den Nestbau hatte die Dorfgemeinschaft Barksen zur Verfügung gestellt.
"Auch wenn in Rumbeck bislang noch keine Weißstörche das Nest bezogen hatten, handelt es sich allein schon wegen der Nestkämpfe, die häufig mit dem Verlust von Jungstörchen einhergingen, um eine bedeutende Artenschutzmaßnahme", betont Meier. Die Naturschutzbehörde des Kreises Hameln-Pyrmont fördert finanziell die NABU-Aktion. Schon 1994 unterstützte der Landkreis die Installation der Nestplattform. Rainer Halbauer, Leiter der Unteren Naturschutzbehörde, war dabei, als das Nest wieder hergerichtet wurde. Dabei waren auch der Vorsitzende der NABU-Ortsgruppe Hessisch Oldendorf, Hans-Jürgen Wissel und seine Vorstandskollegen. Aufmerksame Beobachter waren die Mädchen und Jungen, die den Kindergarten in der alten Schule besuchen.
Mit anderen aus dem Süden zurückkehrenden Störchen ist auch der Adebar, der bis vor 14 Tagen ständig auf dem Nest in der Hessisch Oldendorfer Kernstadt verweilte, wieder weggeflogen.

NDZ - Bad Münder - 29. März

NABU will Amphibien schützen / Tunnelbau zum Schutz geplant / Projekte mit der Grundschule Bakede

Bad Münder (red).

Amphibienschutz zählen zu den vordringlichen Aufgaben im Frühjahr - und so stört es die Mitglieder der Ortsgruppe Sünteltal des Naturschutzbundes (NABU) ehr wohl, dass das Speditionsunternehmen Schnelle seinen Betrieb in der Süntelstraße erweitern möchte (wir berichteten).
Während der Jahreshauptversammlung wurde der Unmut der Naturschützer deutlich. Ihre Befürchtung: Die Fläche, auf der sich das Speditionsunternehmen will. ist von einem Laichgewässer und einen Biotop umgeben und dort sei eine große Amphibienwanderung zu verzeichnen. Die NABU-Gruppe sieht die Gefahr, dass durch den LKW-Verkehr "tausende Tiere einfach platt gefahren werden", bedauert der Vorsitzende Matthias Großmann. Der NABU befürchtet, das Erweiterungsvorhaben nicht verhindern zu können und will daher Amphibientunnel bauen, um die Tiere zu schützen.
Auch der Schutz von Amphibien beschäftigte die Teilnehmer der Versammlung. "Auf Grund der warmen Wetterlage haben die Kröten bereits Anfang Februar mir der Wanderung begonnen. "Wir haben wieder Zäune aufgestellt und Betreuung geleistet", so Großmann. Einer der Helfer ist Michael Exner, der die Betreuung eines Krötenschutzzaunes übernommen hat und abends die Straße mit Erlaubnis der Stadt sperrt.
Verschiedene Projekte an der Grundschule Bakede, die von Peter Klaus betreut werden, sollen den Kindern den Umgang mit den Tieren näher bringen. "Wir hoffen, dass die Kids auch einiges an ihre Eltern weiter geben und dass die Menschen dadurch aufmerksamer werden", so Klaus.
Auch das Projekt "Renaturierung der Hamel" gehört in diesem Jahr zu den wichtigsten Aufgaben der Gruppe Sünteltal. In verschiedenen Arbeitsgruppen wollen die Mitglieder den ökologischen Zustand des Gewässers verbessern. "Wir liegen gut in der Zeit. In zwei Jahren werden sich in Niedersachsen die Wasserrahmenrichtlinien ändern und dann werden alle auf die Fördertöpfe zugreifen", erklärt Jens Becker. "Den Vorsprung müssen wir nutzen und mit der Arbeit beginnen."

DEWEZET - Emmerthal - 28. März

Kunsthandwerk lockte zahlreiche Besucher nach Hämelschenburg / Gemütliche Marktatmosphäre im Sonnenschein bestimmte das Treiben auf der Mühleninsel

Emmerthal (red).

Frühlingssonnenstrahlen und ein buntes Angebot an österlichen Kunsthandwerk lockten am Wochenende wieder einmal zahlreiche Besucher von nah und fern zum Ostermarkt auf die Mühleninsel.
Neben den fröhlich-bunten, handbemalten Holzeiern, mit denen Sabine und Udo Klewe traditionell den Winter vertreiben und das Frühjahr begrüßen, wurde das bewährte Rischmade-Angebot in diesem Jahr um eine kleine, aber exklusive Auswahl an Metall-Dekoartikeln erweitert. "Natur verbunden" präsentierte Manuela Schweigert aus Hameln individuelle kreative Frühlingsfloristik und Dekorationen für das Osterfest. Freunde der traditionellen Ostereier fanden bei Gertrudis Bräunig aus Silixen eine riesige Auswahl.
Mit aufwendigen Bearbeitungsverfahren zauberte die Dipl. Produkt- und Keramikdesignerin unterschiedlichste Oberflächen und Farben auf ihre ovalen Kunstwerke. Von der Natur unverwechselbar gezeichnete Edelsteineier präsentierten Karin und Peter Kujath aus Emmerthal ihrer begeisterten Kundschaft. Ebenso großer Beliebtheit erfreuten sich die lustigen Holzdekofiguren von Evelyn Gockel aus Amelgatzen. Abgerundet wurde das österliche Angebot auf der Mühleninsel durch die Bücherstube Seifert, der Bienenhof am Deister und die Puppenwerkstatt Kassiopeia.
Wer auf kulinarische Leckerbissen während der Fastenzeit nicht ver-zichten mochte, der konnte ohne Reue bei den geräucherten Forellen von Hermann Hollas und Gerd Schneider zugreifen. Auch für die Kleinen hatte der Ostermarkt wieder einmal viel Abwechslung zu bieten. Neben dem Kinderschminken konnte am Stand der NABU-Ortgruppe Emmerthal zu Holz, Hammer und Nägeln gegriffen und unter fachkundiger Anleitung Nistkästen für die kommende Brutsaison gebaut werden.

DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 27. März

Käfer und Co. können nun im Insektenhotel einchecken / Kosten vom Naturschutzbund Niedersachsen übernommen / Eine Bleibe mit vielen verschiedenen Wohnungen

Hessisch Oldendorf (red).

Aufmerksame Beobachter, die zu Fuß von Barksen nach Hessisch Oldendorf unterwegs sind, können seit dem vergangenen unterhalb der Grillhütte das erste Insektenhotel sehen, das direkt neben der malerischen Pferdekoppel gelegen ist.
Die Baukosten für die neue Bleibe der Krabbler und kleinen Flieger übernahm komplett der Niedersächsische Naturschutzbund und unterstützte damit das Projekt der Hessisch Oldendorfer Ortsgruppe des Naturschutzbundes, wie Vorsitzender Hans-Jürgen Wissel betont.
Die bauliche Gestaltung des Insektenhotels mit den einzelnen Fächern wurde hauptsächlich von Robert Ariessen durchgeführt, der zur Zeit ABM-Kraft beim Naturschutzbund Hessisch Oldendorf tätig ist.
Bereits im vergangenen Jahr war von der NABU-Kindergruppe Material für das Insektenhotel gesammelt worden. In den einzelnen Fächern wurden Baumscheiben mit möglichst vielen Löchern, Totholz, Weidengeflecht oder Bausteine installiert, um dauerhaft den unterschiedlichsten Arten von Insekten Unterschlupf zu gewähren. Passend zum Frühlingsanfang nahm die Kindergruppe unter der Leitung von Sonja Wissel letzte Feinarbeiten vor. "Dieses besondere Hotel ist ein Haus mit vielen verschiedenen Einzelwohnungen", sagt Jürgen Wissel.
Die hoffentlich bald zahlreichen Bewohner zählen zu den äußerst nützlichen Insekten. Sie sind später nicht nur für die Bestäubung der Pflanzen verantwortlich, sondern vertilgen auch Schädlinge. Gleichzeitig bilden sie aber auch ein wichtiges Nahrungselement für Vögel und Fledermäuse.
Und die kleinen Naturschützer haben auch weiterhin viel vor: Das nächste Treffen der NABU-Kindergruppe ist am 14. April. Geboten wird Informatives rund um das Thema "Der erlebte Frühling". Bereits am 12. Mai schlägt für die Kindergruppe dann die "Stunde der Gartenvögel".
Weitere Informationen zu der Gruppe gibt es bei Sonja Wissel unter der Telefonnummer 05152 / 1444. "Interessenten, die bei der Betreuung der NABU-Kindergruppe helfen möchten, sind herzlich willkommen und können sich ebenfalls bei mir melden", betont Sonja Wissel.

DEWEZET - Hameln - 08. März

Wo Dosen und Angelschnüre zu tödlichen Fallen werden / Immer wieder verenden Tiere in gedankenlos entsorgten Müll / Lange Verrottungsdauer - NABU setzt auf Aufklärung

Hameln (kar).
"Was Menschen achtlos wegwerfen, ist für Tiere oft eine tödliche Gefahr." Friedel Rädecker, Artenschutzfachmann beim Hamelner NABU hat es oft genug erlebt: Tiere, die in Dosen, Eimern und offenen Mülltüten erstickt sind. Glasscherben und Kronkorken, die Hufe und Pfoten verletzt haben. Zurückgelassene Angel- und Drachenschnüre, die zu Fallen wurden. Schwer verrottbare Materialien, die von Vögeln zum Nestbau verwendet wurden, Wasserstau in der Nestmulde verursachten und so den Jungvögeln zum Verhängnis wurden. "Beispiele gibt es genug", sagt Rädecker.
Im Spätsommer letzten Jahres entdeckte er einen Igel, der aus einem weggeworfenen Sahnebecher die letzten Reste geschlürft hatte. Beim Zurückziehen aus dem Becher aber verhafteten sich seine Stacheln in dem weichen Plastikmaterial. Der Igel war gefangen, wäre ohne menschliche Hilfe qualvoll erstickt.
Neugierig oder auf Futtersuche, werden Tiere immer wieder zu Opfern des Mülls, den Menschen gedankenlos, manchmal gar gezielt in der Natur entsorgen. "Erschreckend die lange Verrottungsdauer auch von Hinterlassenschaften, die als biologisch abbaubar gelten", so Rädecker. Viele Menschen würden sich gern mit den Worten entlasten: "Mein benutztes Papiertaschentuch verrottet doch von selbst." Dabei ahnten die gar nicht, dass so ein Taschentuch drei Wochen brauche, bis es sich aufgelöst hat.
Alarmierend, die Zahlen, die der Deutsche Tierschutzbund im Hinblick auf die Verrottungsdauer achtlos entsorgter Gebrauchsgegenstände veröffentlicht hat:

Papierreste: 3-5 Monate
Zigarettenkippen: 1-5 Jahre
Kaugummi: 5 Jahre
Getränkedosen: 10-100 Jahre
Plastiktüten: 30-40 Jahre
Plastikflaschen: 100-1000 Jahre
Telefonkarten und Styropor: 1000 Jahre
Glas: 4000 Jahre
Zahlen, die der Naturschutzbund gern vor Augen führt. Denn, so Rädecker: "Wir wollen auf die schädlichen Folgen solcher Abfallpraktiken hinweisen." Ziel des NABU: Aufklärung. "Jetzt zum Frühlingsbeginn finden wieder viele Aufräumaktionen in der Natur statt", weiß Rädecker, der selbst beobachtet hat, dass nach der Ankündigung so einer Müllsammelaktion so mancher Zeitgenosse ganz gezielt tags zuvor seinen Müll in der Natur entsorgt hat. "Die Müllmänner gedankenloser, bequemer Mitmenschen wollen wir nicht sein", lehnt der Hamelner Naturschutzbund offiziell solche Sammelaktionen ab, stellt es aber seinen Mitgliedern frei, sich an Aufräumaktionen zu beteiligen. Denn lobenswert seinen sie schon: "Sie fördern den Gemeinschaftssinn in der Gruppe und festigen das Naturverständnis", so Rädecker.
Der NABU-Kreisvorsitzende Hans Arend stellt bei den Aufräumungsaktionen noch einen anderen Aspekt heraus - die meist problematische Terminwahl: "Diese Aufräumaktionen finden von Ende März bis Mai statt. Das ist ungünstig. Da ziehen Vögel und Kleinsäuger an Ufern, Wegrändern und Gebüschen ihren Nachwuchs auf." Durch das Aufstöbern von Abfällen würden sie gestört.
"Muttertiere lassen dann häufig ihren Nachwuchs im Stich", sagt Arend und setzt sich wie Rädecker für Aufklärungsarbeit ein. die dann "hoffentlich zum erfolgreichen Umdenken führt."

DEWEZET - Hameln - 20. Februar

Tierische Begegnungen - mit Herzblut geschrieben / "Tagebuch" des NABU-Vorsitzenden Friedel Rädecker

Hameln (kar).
"Es treibt einem aber auch wirklich die Tränen in die Augen, wenn man trotz unseres Einsatzes die vielen überfahrenen Tiere auf der Straße entdeckt", notiert Friedel Rädecker über die Krötenwanderung am 1. April 1998 in sein Tagebuch. Akribisch hält der heimische NABU-Vorsitzende seit 1997 stichpunktartig seine Beobachtungen, Begegnungen und Aktionen in der Natur fest. Grundlage für sein Buch "Tagebuch der tierischen Begegnungen", in dem er Freud und Leid eines Natur- und Umweltschützers schildert, der sein Herz Igel, Kröte und Co. geschenkt hat. Ein Buch, das er in einem Rutsch, "frei von der Leber weg" schrieb und im Eigendruck herausbrachte.
Es ist der erste Band einer Reihe von Bänden, die Rädecker noch im Visier hat; denn gesehen und erlebt hat der 56-Jährige genug - egal, ob er Junghasen oder -vögel aufgepäppelt oder sich um seine geliebten Stacheltiere gekümmert hat, gilt er doch nicht von ungefähr als Igel-Experte.
Ein gutes Jahr lang nimmt er den Leser in seinem ersten Band an die Hand, schildert seine Tierbeobachtungen und Erlebnisse von September 1997 bis Dezember 1998 - anschaulich, lebhaft, einfühlsam, erfrischend locker. Ein Buch, das mit Herzblut geschrieben wurde. "Die Leute sollen erfahren, wie interessant und erlebnisreich Naturschutzarbeit sein kann", sagt Rädecker und hofft, dass seine Aufzeichnungen dem Leser auch die Augen für eigene alltägliche Wahrnehmungen öffnen.
Achtzig Prozent seiner persönlichen gefärbten Tagebuch-Eintragungen sind Natur und Tieren gewidmet, doch auch Friedel Rädeckers Frau und Kinder kommen immer wieder vor, nehmen sie doch regen Anteil an der Leidenschaft, mit der sich der Familienvater allem widmet, was da kreucht und fleucht.

Ermutigt von Freuden und Mitstreitern im Naturschutz hat sich Rädecker mit seinem ersten Tagebuch einen lang gehegten Wunsch erfüllt, der Anstoß für andere sein mag, sich ebenfalls zu engagieren.
Da sich die Druckauflage des Büchleins nach der Nachfrage richtet, sollten sich Interessenten entweder telefonisch beim Natur- und Umweltschutzzentrum am Berliner Platz (05151/13671) oder per E-Mail (
Umweltzentrum-Hameln@online.de) melden.

DEWEZET - Emmerthal - 15. Februar

Zahlreiche Einsätze auf 19 Hektar / NABU-Ortsverein Emmerthal zog Bilanz / Seit 20 Jahren aktiv

Emmerthal (gm).
Im Juni feiert der Emmerthaler NABU-Ortsverein sein 20-jähriges Gründungsfest. Die Ehrungen für die Gründungsmitglieder nahm der Ortsvereinsvorsitzende Oliver Gockel gemeinsam mit dem NABU-Kreisvorsitzenden Hans Arend bereits bei der Jahreshauptversammlung vor. Klaus Schmieder, Reinhild Bartels, Wolfgang und Thomas Jürgens, Klaus Goslar, Jörg Haasper, Hertha Bode und Erich Röttger erhielten eine Urkunde und einen Gutschein für ein Buch nach Wahl.

In seinem Rückblick erinnerte Oliver Gockel an zahlreiche Einsätze, die im vergangenen Jahr geleistet wurden. "Zurückschneiden von Bäumen und Sträuchern, Mähen von wilden Wiesen, Mithilfe beim Bau eines Fischpasses in Bad Pyrmont, Amphibienbetreuung in Voremberg - für unsere Aktiven gab es das ganze Jahr über reichlich zu tun", sagte Oliver Gockel. Aber auch immer mehr engagieren sich die Naturschützer mit Kindern und Jugendlichen, denen sie die Umwelt bewusst nahe bringen. "Wir sind regelmäßig an der Emmerthaler Ferienpass-Aktion mit Fledermaus-Exkursionen und dem Bau von Nistkästen beteiligt" berichtete der Vorsitzende. "Darüber hinaus führen wir an der Grundschule Amelgatzen ein zweijähriges gewässerkundliches Projekt durch."
Auf einem 19 Hektar großen Areal ist der Emmerthaler NABU aktiv. Zum Jahresende wurden 62 Mitglieder geführt. Mit Amelgatzens Ortsbürgermeister Klaus Hinke konnte auch ein neues prominentes Mitglied gewonnen werden.

DEWEZET - Hameln - 14. Februar

Die Hamel - ein wertvoller Biotop inmitten der Stadt / Stadt sorgt für regelmäßige Pflege

Hameln (kar).
"Die Hamel wird regelmäßig gepflegt", versichert Stadtsprecher Thomas Wahmes. Schließlich wisse man, was für ein Kleinod man mit Gewässer mitten in der Stadt habe. Bei Bedarf wird entschlammt und Kraut entfernt. Zur Zeit ist dies nicht nötig.
Eigentlich ein typischer Niederungsbach, verdankt die Rattenfängerstadt dem "Flüsschen" nicht nur ihren Namen, sondern auch prägend für das Stadtbild. "Die Festungshamel ist der letzte Überrest jener alten Festungsanlage, die 1808 zerstört wurde", sagt Burghardt Sonnenburg vom Hameler Museum. Als Wassergraben umgab die so genannte Stadt-Hamel einst die mächtigen Festungsmauern. Spätere Straßenverläufe wurden angepasst.

"Ein nicht zu unterschätzendes Biotop, das verschiedenen Tierarten als Lebensraum dient", sagt Friedel Rädecker vom Natur- und Umweltschutzzentrum und NABU-Mitglied. Neben Enten und Fischen findet man hier etliche Schmetterlingsarten und stellenweise sogar Libellen, die normalerweise stehende Gewässer für ihre Brut bevorzugen. Selbst der in unseren Gefilden nur selten zu beobachtende Eisvogel ist im Stadtgebiet schon gesichtet worden. Rädecker: "Seit in der Hamel wieder kleinere Fische vorkommen, hat hier der Eisvogel wieder Nahrung gefunden." Brutrevier sei die Hamel für diesen schönen, scheuen Vogel zwar nicht, aber: "Auf Nahrungssuche kann man ihn hin und wieder an der Hamel sehen". So haben Stadtbewohner an dem Gewässer denn auch die Möglichkeit, in Muße Naturbeobachtungen inmitten der Stadt zu machen.
Der Schutz der Hamel, längst städtisches Anliegen, war nicht immer gewährleistet. "Ich kann mich noch genau daran erinnern, dass die Hamel in meiner Kindheit mal blau, mal gelb, mal rot war", erzählt Rädecker. Damals wurden noch die Abwässer von Färbereien eingeleitet und der Fluss war biologisch tot. Das ist heute anders, gibt es doch entsprechende Umwelt- und Naturschutzauflagen.
Längst haben sich so seltene Pflanzen wie die Schwertlilie punktuell angesiedelt, findet man den Wasserhahnenfuß. "Pflanzen bringen Sauerstoff ins Gewässer, sind ein Indikator für die ökologische Qualität", sagt Rädecker. Und Wahmes bestätigt: "Wären sie nicht da, müssten wir uns Gedanken machen." Nur, wenn der Bewuchs überhand nehme, werde eingegriffen, versichert der Stadtsprecher.

DEWEZET - Hameln-Pyrmont - 22. Januar

Rote Karte für Marder - die Angstduftnote / Problem mit den Raubtieren nehmen in Städten zu / Erfried Seehafer hat mit Vergrämung Erfolg

Hameln-Pyrmont (red).

"Vorsicht! Ein Marder ist häufiger in der Garage gesichtet worden", warnt ein Schild in der Tiefgarage eines Wohnungskomplexes am 164er Ring. Mitten in der Innenstadt von Hameln ist das bei Autofahrern so verhasste Raubtier Nacht für Nacht auf Beutezug. Die bevorzugte Nahrung des Allesfressers: Kaninchen, Vögel, Frösche und Insekten. Gelegentlich dringt er auch in Hühnerställe oder Taubenschläge ein. Gefürchtet aber ist der Marder bei den Menschen vor allem wegen seiner Vorliebe für Autokabel, die er durchbeißt, und für Dämmstoffe in Häusern, wo er sich in Dachböden eingenistet hat. Die Schäden, die er anrichtet, sind gewaltig.

Und kostspielig. Zerfressene Isolierwolle, von Urin und Kot durchweichte Decken haben oft mehrere tausend Euro teure Sanierungsarbeiten zur Folge - die meist nicht versichert sind. Und überdies nicht gewährleisten, dass die Niststätte im nächsten Jahr nicht erneut bezogen werden könnte. Probleme mit Mardern in Wohngebieten nehmen zu. Folge einer Steinmarderpopulation, die Anfang der 50er Jahre noch vom Aussterben bedroht war, inzwischen aber bundesweit auf über 250 000 Tiere geschätzt wird.
Einer, der den Mardern den Kampf angesagt hat, ist Erfried Seehafer aus Hachmühlen. Auf friedliche Art. "Ich habe viel für Tiere übrig", sagt der 63-Jährige. So kommt Tötung für ihn nicht in Frage. Er setzt auf "Vergrämung", um den unliebsamen Räuber loszuwerden.

Auf die Idee gebracht hat ihn Dr. Egon Müller aus Burgwedel, der früher als Schadensdirektor bei der VGH tätig war. Der passionierte Jäger hat sich jahrelang mit dem Verhalten von Mardern befasst, deren Kommunikationssystem untersucht, mit Experimenten im Hinblick auf Duftnoten seine Erfahrungen gesammelt und erkannt: Spezielle Gerüche schlagen Marder in die Flucht. Neugierig geworden, begleitete Seehafer den Marder-Experten Müller ein Jahr lang, assistierte ihm bei seinen Versuchen und bestätigt: "Es funktioniert".
Zunutze machten sich die beiden für die Vergrämung der Räuber die Tatsache, dass Marder Einzelgänger sind, als territoriale Tiere ihr Revier mit dem Sekret von Duftdrüsen markieren und so Informationen an ihre Artgenossen weitergeben. Zur Vertreibung der Tiere setzen Müller und Seehafer eine Warnduftnote ein, die bei Mardern Alarmglocken schrillen lässt.
Zuvor aber wir das betroffene Grundstück und Haus inspiziert. "Erst muss man schauen, ob es sich bei dem Tier, das die Schäden angerichtet hat, tatsächlich um einen Marder handelt", erklärt Seehafer. "Danach gilt es, zu erkunden, wie und wo er ins Haus kommt." Ist das Einstiegsloch entdeckt, Mardergeschlecht und Alter bestimmt und der Aufenthaltsort lokalisiert, wird die Vergrämungs-Taktik gewählt. Seehafer: "Dann kommen speziell präparierte Duftnoten von anderen Mardern zum Einsatz."
Dabei wird unter anderem die Angstduftnote gefangener Tiere ein-gesetzt, die diese unter Stress produziert haben, kommt in hartnäckigen Fallen auch schon mal ein toter Marder zum Einsatz, dessen bestialischer Gestank Fluchtinstinkte auslöst. "Der Todesduft ist die rote Karte für fast alle Marder", hat Dr. Müller beobachtet. Für Nachschub sorgen überfahrene Tiere, die von den Straßenmeistereien eingesammelt werden. Müller friert sie in der Tiefkühltruhe ein und taut sie bei Bedarf auf. Eine etwas makaber anmutende Methode der Mardervergrämung, die aber absolut wirkungs-voll sein soll. "Selbst töten wir keine Tiere", sagt Seehafer.

DEWEZET - Hameln-Pyrmont - 16. Januar

Immer weniger Platz zum Jagen und Brüten / NABU kürt Turmfalken zum 'Vogel des Jahres 2007' / Offene Gebäudenischen fehlen

Hameln-Pyrmont (red).
Er gilt als genügsam und mit einer Körpergröße von 35 Zentimetern als vergleichsweise kleiner Artgenosse. Die Rede ist vom Turmfalken. Der NABU Deutschland hat ihn jetzt zum 'Vogel des Jahres 2007' erkoren. Auch im Landkreis Hameln-Pyrmont sind diese Tiere zu beobachten.
Wie viele Turmfalkenpaare im Kreisgebiet leben, lässt sich nach Auskunft von Hans Arend nicht exakt sagen. "Ein paar Dutzend vielleicht", schätzt der Vorsitzende des NABU Hameln-Pyrmont.
Arend vermutet, dass sich der Bestand der Turmfalken im Landkreis in den vergangenen Jahren nicht nennenswert verändert hat. Wobei es immer wieder zu Schwankungen komme, da die Vögel nicht langfristig an einem Standort bleiben. Gleichwohl sieht der NABU den Turmfalken auch hier als durchaus gefährdet an. Grund: Es gibt immer weniger Brut- und Jagdplätze. Turmfalken nisten gerne in Gebäudenischen oder zum Beispiel in offenen Kirchtürmen. Davon gibt es laut Arend noch eine ganze Menge im Landkreis. Jedoch verschwinden solche Unterkünfte zunehmend. Außer-dem werden im Zuge von Sanierungen Gebäude oft soweit abgedichtet, dass der Turmfalke keinen Platz mehr findet.
Problematisch ist aus der Sicht des NABU-Vorsitzenden die zunehmende Monotonie im Ackerbau. Der frisch gekürte 'Vogel des Jahres' benötigt für die Jagd offene Landschaften, Hecken, einzelne Bäume oder auch Pfähle, von denen aus er sein Revier überblicken kann, sind in der Landschaft immer seltener anzutreffen. Stattdessen nimmt der großflächige Anbau von Mais zu.
Für den Turmfalken - ebenso wie für viele andere Tierarten - ein denkbar ungeeignetes Jagdgebiet, bemerkt Arend. Neue Baugebiete schränken den Greifvogel, der eine Flügelspannweite von 75 Zentimetern erreicht, ebenfalls ein. Schließlich machen ihm auch der Einsatz von Pflanzen- und Insektenschutzmitteln in der Landwirtschaft zu schaffen. So ist es laut NABU immer wieder zu beobachten, dass sich Turmfalken an ihrer Beute regelrecht vergiften.
5000 Paare dieser eleganten Jäger gibt es noch in Niedersachsen, sagt Hans Arend. Bundesweit wird der Bestand mit 50000 Paaren angegeben, wobei in den Ländern wie Baden-Württemberg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern zuletzt ein starker Rückgang registriert wurde.
Mehr Informationen rund um den Turmfalken, seine Lebensweise und die Konflikte mit dem vom Menschen geprägten Umfeld sowie Tipps zum Vogelschutz bietet die 28-seitige farbige Broschüre "Der Turmfalke". Die Broschüre ist im Natur- und Umweltzentrum Hameln für einen Euro erhältlich. Das Zentrum am Berliner Platz 4 ist von Montag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen auch auf diesen Internetseiten.

DEWEZET - Hameln - 12. Januar

Der Frühling ist erwacht - mitten im Winter / Blüten sprießen, Winterschläfer sind putzmunter / Weicher Waldboden beeinträchtigt Holzabfuhr

VON KARIN ROHR

Hameln.

In so frühlingsmilden Grau hat sich der Januar noch nie so präsentiert: 15 und 16 Grad plus mitten im Winter bringen Flora und Fauna gewaltig durcheinander, lassen Blüten sprießen und Tiere an Winterschlaf gar nicht erst denken. Väterchen Frost macht sich rar und will sich, wenn man den Wetterfröschen glauben mag, auch in absehbarer Zeit nicht blicken lassen. Was nicht heißt, dass es nicht doch noch zum Wintereinbruch kommen kann.
Vorerst aber sorgen die ersten Frühblüher, Krokusse, Schneeglöckchen und Winterlinge sowie blühende Gehölze wie Winterduftgeisblatt, Haselnuss oder auch die Zierkirsche für frische Farbtupfer unter einem seit Wochen grauen Zementhimmel. Keine Chance für Sonnenstrahlen, da durchzudringen. Stattdessen: kübelweise Regen und satte Südwestwinde mit stürmischen Böen.

Jede Menge feuchte, milde Luftmassen also. Des einen Freud und des anderen Leid. Denn das Frühlingserwachen mitten im Winter treibt nicht nur frühzeitig ungeahnt schöne Blüten, sondern verleidet den Igeln auch den notwendigen Winterschlaf, lässt Singvögel schon an den Nestbau denken, erste Erdkröten wandern und Insekten schwirren. In ungeheurer Zahl haben sich die Mäuse bereits ver-mehrt. "Die natürliche Auslese durch den Frost fehlt", sagt Friedel Rädecker vom Hamelner Natur- und Umweltschutzzentrum, der bei dauerhaft milden Temperaturen auch eine Explosion bei Schädlingen wie Blattläusen oder Schnecken befürchtet. Daran würde auch ein kurzer Wintereinbruch nichts ändern. Denn: "Bei nur wenigen Tagen Frost friert der Boden drei bis vier Zentimeter tief, und alles, was an Larven darunter sitzt, bleibt", weiß der Umwelt-Experte vom NABU Hameln. Nur eine dauerhafte Frostperiode könne daran etwas ändern. Zur Panik gibt es für Rädecker trotzdem keinen Grund, ist er doch sicher, dass sich die Natur oft ganz von selbst regelt, sprich: Jede Art, die sich stark vermehrt, auch meist wieder auf natürliche Fressfeinde trifft, die sich dann ebenfalls stark vermehren.
Ähnlich sieht das Diplom-Biologe Thomas Brandt, als wissenschaftlicher Leiter der 'Ökologischen Schutzstation Steinhuder Meer' in Winzlar derzeit ein vielgefragter Mann, gibt es doch nicht wenige, die der allzu milde Januar und seine möglichen Folgen beunruhigt. Zwar hat er festgestellt: "Die Insekten sind da." Dass aber eine Plage durch Stechmücken drohe, lasse sich noch nicht vorhersagen. Brandt: "Der Winter allein macht's nicht. Die Häufigkeit der Stechmücken hängt vom Regen ab: Bei einem nassen Frühjahr gibt's viele Mücken". Nun ist es zwar sehr feucht, aber eben noch nicht Frühjahr, also im Hinblick auf die Stechmücken weiter alles offen. Bei den Zecken allerdings teilt der Biologe die Ängste vieler Menschen, sind diese zur Familie der Spinnentiere zählenden Milben, die als gefährliche Krankheitsüberträger gefürchtet sind, doch derzeit putzmunter. "Ein knackiger Winter ist für Zecken ein wichtiger Selektionsfaktor", so Brandt vom NABU Kreisverband Schaumburg. Normalerweise sei für die Blutsauger im Oktober Schluss. Erst im Mai werden sie wieder aktiv.

Aktiv ist auch der Borkenkäfer. Im vergangenen Frühjahr er den hei-mischen Forstleuten schwer zu schaffen. "Die milde Witterung muss aber nicht zur Explosion der Borkenkäfer führen", meint Hamelns Revierförster Ottmar Heise und erklärt: "Förderlich wäre jetzt eine Verpilzung, die ein Feind der Borkenkäfer ist." Feuchtigkeit und milde Temperaturen könnten diese Verpilzung derzeit begünstigen. Gesunde, grüne Fichten, die nicht zu trocken stehen, würden sich überdies durch Verharzung selbst gegen den Käfer wehren. Die kritischen Stellen im Revier haben Heise und seine Leute im Auge. Die Beobachtung fällt allerdings weniger intensiv aus als früher. "In allen Forstämtern wird Personal eingespart. Das wirkt sich negativ aus", bedauert Heise.
Zwar beunruhigt den Revierförster der Milde Januar nicht, dennoch wünscht er sich sehnlichst eine längere Frostperiode: "Weil wir zwar Holz schlagen, aber es nicht rücken können. Der Boden ist zu matschig." "Holz sei genug da: "Aber wir haben Probleme, es mit den schweren Geräten an die Wege zu bekommen ." Die Folge: Lieferschwierigkeiten und ungeduldige Händler. Holz aber wertet Heise als Wirtschaftsfaktor der Region und wirbt daher bei Wanderern um Verständnis für zerfurchte Waldwege: "Wir müssen versuchen, unseren Aufträgen nachzukommen."

DEWEZET - Hessisch Oldendorf - 10. Januar

Nicht alle Weißstörche ziehen im Winter nach Süden / Vagabundierender Adebar findet sich abends im Nest über der ehemaligen Molkerei ein / Probleme im Frühjahr

Hessisch Oldendorf (dm).
Seit Ende Oktober hält sich im Stadtgebiet von Hessisch Oldendorf ein Weißstorch auf. "Seine Herkunft ist unbekannt", sagt Dietmar Meier, Referent für Biotop- und Artenschutz der NABU-Gruppe Hessisch Oldendorf. Zunächst war Meister Adebar abends beobachtet worden, als er auf Dachfirsten in der Innenstadt saß. Seit Dezember fliegt er bei Einbruch der Dunkelheit in das Storchennest auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei.

"Nahrungsprobleme hat er nicht", sagt Storchenvater Meier. Bei der milden Witterung macht der gr0ße schwarzweiße Vogel auf den Wiesen und Feldern reichlich Beute. Nach Informationen, die beim Naturschutzbund eingegangen sind, vagabundieren in diesem Winter einige Störche in der Region. So weiß Dietmar Meier von Störchen im Raum Wunstorf und bei Gronau an der Leine.
Auch im Bereich Schwöbber wurde in den letzten Tagen ein Weiß-storch gesichtet. Wo er herkommt, ob es möglicherweise der Hessisch Oldendorfer Storch auf Nahrungssuche ist, oder ob er viel-leicht aus dem Raum Elbrinxen kommt, vermag auch Dietmar Meier derzeit nicht zu sagen. "Bislang konnte ich den Ring des Storches, der über der alten Molkerei nächtigt, noch nicht entzif-fern", sagt der Hessisch Oldendorfer Storchenexperte. Im September 2003 war in Wehrbergen ein Storch aus dem westfälischen Gehege in eine Oberleitung geflogen und zu Tode gekommen.
Die vagabundierenden Vögel, die nach dem Sommer nicht zum Flug in den Süden antreten, bereiten den Storchenfachleuten Kopfzerbrechen. "Sie sorgen im Frühjahr, wenn die Wildstörche zurückkommen, für erhebliche Probleme", weiß Dietmar Meier.
Auch in Hessisch Oldendorf kam es schon zu heftigen Streitigkeiten um das Nest, die damit endeten. dass Eier zerstört wurden und Jungen hinabstürzten. Auch im vergangenen Jahr gaben das Storchenpaar "Adebar" und "Adele" nach Kämpfen ihre Brut auf.
Die gut genährten Klappermänner, die nicht den langen und zehrenden Rückflug aus dem Winterquartier hinter sich haben, setzen den wilden, meist ziemlich abgemagerten Artgenossen zu und gewinnen den Streit um das Nest.
Dietmar Meier hofft, dass der Storch, der sich zurzeit im Stadtgebiet aufhält, bald wieder das Weite sucht. "In den letzten Jahren waren in den Wintermonaten auch umherziehende Weißstörche in der Gegend, die aber nach wenigen Wochen weitergezogen sind", sagt Meier.