Wasservögel im Wesertal...

...zwischen Hohenrode und Tündern.


Die Kiesteiche bei Rinteln im Ortsteil Hohenrode bilden die größte zusammenhängende Landschaft an der Weser mit 115 Hektar Fläche - die "Auenlandschaft Oberweser" - und sind von internationaler Bedeutung. Dieses Gebiet hat der NABU Niedersachsen gekauft und es der NABU-Gruppe Rinteln übergeben, die es zu einem wertvollen Lebensraum entwickeln soll. Mehr...

FOTO: NABU Rinteln


Kiessee zwischen Großen- und Kleinenwieden

FOTO: Antje Rinne


Singschwan (Cygnus cygnus) Wintergast

FOTOS: Dietmar Meier (NABU Hessisch Oldendorf/Hameln),

Janquen, Pascale Alexandre und Andreas Trepte, http://photo-natur.de/ (auf dem Foto befindet sich am rechten Rand ein Höckerschwan) 

(Quelle: Wikipedia)

Singschwäne sind Brutvögel der osteuropäischen und sibirischen Taiga. Im Herbst und Winter sind diese Schwäne auch in Mitteleuropa zu beobachten. In Küstengebieten und im norddeutschen Tiefland sind sie regelmäßiger Wintergast. Zunehmend kommt es aber auch zu Übersommerungen und vereinzelten Bruten in Mitteleuropa. Der Zug aus den Wintergebieten setzt im Oktober ein. Sie kehren ab März in ihre Brutgebiete zurück.

Singschwäne erreichen eine Größe von 145 bis 150 cm, eine Flügellänge von 59 bis 61 cm, eine Flügelspannweite von nahezu 200 cm sowie ein Gewicht von 7 bis 12 kg. Weibchen sind deutlich kleiner und leichter als Männchen, ansonsten weisen Singschwäne keinen auffallenden Merkmale auf.

Das Gefieder dieser Schwäne ist reinweiß. Der Schnabel ist schwarz, Wachshaut und Schnabelbasis gelb, und weist eine Länge von 9 bis 12 cm auf. Die Augen liegen gleich oberhalb des Schnabelansatzes und sind recht klein. Anders als beim Höckerschwan ist der Hals gerade und nicht s-förmig.

Die Dunenjungen sind oberseits grauweiß, wobei der Kopf und der Hals etwas dunkler sind. Die Körperunterseite ist weiß. Bei frisch geschlüpften Singschwänen ist der Oberschnabel pinkfarben und ist am Ende dunkelgrau mit einem grauen Nagel. Der Unterschnabel ist gleichfalls pink mit einem grauen Rand. Beine, Füße und Schwimmhäute sind kräftig fleischfarben. Bei heranwachsenden Singschwänen wird der Oberschnabel zunehmend pink mit einer schwarzen Schnabelspitze. Der Unterschnabel wird schwarz. Beine, Füße und Schwimmhäute verändern ihre Farbe zu einem eher dunklen Graurosa. Ihre Iris ist dunkelbraun. Junge Singschwäne weisen ein schiefergraues Gefieder auf, während Jungvögel des Höckerschwans eher braun befiedert sind. Der Schnabel der jungen Singschwäne ist zu diesem Zeitpunkt noch überwiegend graugrün. Im 1. und 2. Jahreskleid wird das graue Jugendgefieder allmählich durch weiße Federn ersetzt. Der Schnabel färbt sich fleckartig in Gelb um.

Je nach Jahreszeit sind Singschwäne sowohl tag- als auch nachtaktiv. Außerhalb der Brutzeit sind sie durchaus gesellig und vertragen sich mit Artgenossen. Ab Oktober ziehen sie in ihre Winterquartiere, die sich entlang der Küsten und großen Seen Nordeurasiens erstrecken. Trotz ihrer Größe sind sie ausgesprochen gute und ausdauernde Flieger.

Auch im Wesertal sind diese Vögel regelmäßig zu sehen. Tagsüber sieht man die Schwäne hier meist auf den Rapsfeldern. Besonders gerne mögen sie aber den Mais, den sie auf abgeernteten Maisfeldern teilweise auch im Winter noch vorfinden.

In der Abenddämmerung starten die Schwäne nach und nach von den Feldern in Richtung Kiesteiche, wo sie die Nacht verbringen. In den Morgenstunden folgt der Wechsel zurück auf die Felder. Der Abendflug der Singschwäne ist ein Naturschauspiel der besonderen Art. Während von den Höckerschwänen nur ein Zischen zu hören ist, erklingen weithin hörbar die nasalen Laute der Singschwäne. Vogelzählungen des NABU haben ergeben, dass durchschnittlich etwa 60 bis 80 Singschwäne im Wesertal zwischen Großenwieden und Hameln überwintern. In milden Wintern ist die Zahl kleiner, da viele Schwäne an der Leine, an der Aller und vor allem an der Elbe überwintern. In starken Wintern weichen viele an Lippe, Ems und an den Rhein vor der Kälte aus.


Unterschiedsmerkmale zwischen Sing- und Höckerschwan:

Singschwan                                                                    Höckerschwan

FOTO: Janquen                                            Markus Krötzsch

Quelle. wikipedia


Höckerschwan (Cygnus olor) Standvogel und Wintergast

FOTOS: Adrian Pingstone, Markus Krötzsch,

Adrian Pingstone und Jörg Hempel (Quelle: Wikipedia)

Bild 1: Symbol für Schönheit und Anmut: Der Höckerschwan.

Bild 2: Der namensgebende schwarze Höcker ist beim Männchen ausgeprägter als bei weiblichen Schwänen.

Bild 3: Im Flug erzeugen Höckerschwäne ein singend-pfeifendes Fluggeräusch...

Bild 4: ...während auf dem Wasser und an Land nur fauchende und zischende Laute möglich sind.

FOTOS: NABU/Frank Derer

Als halbdomestizierter Vogel ist er heute in weiten Bereichen Mitteleuropas beheimatet. Er hält sich bevorzugt auf Seen, Park- und Fischteichen, in seichten Meeresbuchten und im Winter auch auf offenen Flussläufen auf. Schwäne haben in Mitteleuropa nur wenige Fressfeinde und werden kaum bejagt, obwohl sie zu den jagdbaren Tierarten gehören. Zu einer Bestandsregulierung kommt es durch die stark ausgeprägte Territorialität der Schwäne während der Brutzeit sowie durch Verluste in strengen Winterhalbjahren.

Der Höckerschwan kann eine Körperlänge von bis zu 160 Zentimetern erreichen. In der Regel wiegen ausgewachsene Männchen zwischen 10,6 und 13,5 Kilogramm, maximal sind für Männchen 14,3 kg nachgewiesen worden. Das Körpergewicht der Weibchen bleibt erheblich darunter und beträgt in der Regel nicht mehr als 10 Kilogramm. Der Höckerschwan ist damit in Mitteleuropa der größte heimische Wasservogel und gehört zu den schwersten flugfähigen Vögeln weltweit.

Höckerschwäne erreichen oft ein Alter von 16 bis zu 20 Jahren. Der älteste jemals entdeckte Schwan wurde Anfang 2009 nahe der dänischen Hafenstadt Korsor gefunden. An ihm wurde ein Ring mit der Kennung „Helgoland 112851“ (angebracht am 21. Februar 1970 in Heikendorf an der Kieler Förde) gefunden, was bedeutet, dass er 40 Jahre alt wurde.

Erwachsene Vögel besitzen ein einheitlich weißes Gefieder. Durch den orange-rot gefärbten Schnabel mit schwarzer Schnabelspitze und -wurzel kann er von anderen Schwänen unterschieden werden. Der schwarze Schnabelhöcker ist am stärksten bei Männchen während der Brutzeit ausgebildet. Weibchen haben im Schnitt außerdem eine etwas geringere Körpergröße, ansonsten bestehen keine auffälligen Merkmale. Die Füße und Beine sind bei beiden Geschlechtern schwarz. Die Augen sind haselnussfarben.

Höckerschwäne tragen ihren Hals häufig S-förmig gebogen. Während der Brutzeit ist häufig eine Imponierhaltung zu beobachten, bei der der Hals stark zurückgebogen, der Schnabel nach unten gesenkt und die Schwingen segelartig gelüftet sind.

Höckerschwäne mausern einmal im Jahr ihr Gefieder. Sie sind dann für einen Zeitraum von sechs bis acht Wochen flugunfähig. Bei brütenden Weibchen beginnt die Mauser, noch während die Dunenküken klein sind. Die Mauser der Männchen solcher erfolgreicher Brutpaare beginnt, wenn beim Weibchen die Flugfedern wieder nachgewachsen sind.

Die Vögel halten sich das ganze Jahr im Wesertal auf und brüten dort an fast allen Kiesseen. Aber auch im Winter kommen einige in unseren Bereich. Vogelzählungen des NABU haben ergeben, dass durchschnittlich etwa 100 bis 120 Höckerschwäne im Wesertal zwischen Großenwieden und Hameln überwintern.


Graugans (Anser anser) Standvogel und Wintergast

FOTOS: Daniel Ullrich, Andreas Trepte, http://photo-natur.de/

Sannse und Aiwok (Quelle: Wikipedia)

Bild 1: Graugänse sind tag- und nachtaktiv.

Bild 2: Und sie haben eine Flügelspannweite von 1,60 Metern.

Bild 3: Der relativ große orangefarbene Schnabel ist typisch für Graugänse.

Bild 4: Seit einigen Jahrzehnten verbringt der ursprüngliche Zugvogel die Winter immer häufiger in Europa.

FOTOS: NABU/Frank Derer

Graugänse zählen zu den häufigsten Wasservögeln und sind die zweitgrößte Gänseart in Europa. Sie sind neben den Schwanengänsen (Anser cygnoides), auf die vor allem asiatische Hausgänse zurückgehen, die wilden Vorfahren der domestizierten Hausgänse. Mitteleuropa gilt als die Region, in der diese Gans domestiziert wurde.

Die Graugans ist heller als die anderen grauen Gänse. Der Hals wirkt relativ dick und durch die streifige Anordnung der Federn leicht längsgestreift. Die Vorderflügel sind auffällig hell und der Bauch hat mehr oder minder stark ausgeprägte schwarze Flecken. Der Schnabel ist relativ groß und klobig. Sie erreicht eine Länge von 75 bis 90 cm, eine Flügelspannweite von 147 bis 180 cm und ein Gewicht von 2 bis 4 kg. Ganter sind dabei schwerer als Weibchen und wiegen in der Regel zwischen 3 und 4 Kilogramm. Die leichteren Weibchen dagegen kommen auf 2 bis 3,5 Kilogramm.

Frisch geschlüpfte Gänsejungen sind an der Oberseite olivbraun. Dies ändert sich später zu einem schmutzigen graubraun. Die Bauchseite ist von einem dunklen rahmweiß. Der Kopf, der Hals und die Körperseiten sind grünlichgelb. Das Jugendkleid ist verglichen mit adulten Vögeln etwas brauner. Der Bauch ist noch ohne schwarze Fleckungen. Der Schnabel ist zunächst grau und färbt später gelblich um. Die Füße sind olivgrau. Im 1. Jahreskleid gleichen die Jungvögel weitgehend den Altvögeln. Sie haben lediglich nur wenige oder gar keine schwarzen Bauchfedern.

Graugänse können bis zu 17 Jahre alt werden. Bekanntester Laut ist das auch von Hausgänsen bekannte „ga-ga-ga“, jedoch verfügt die sehr rufaktive Graugans über mehr als ein Dutzend verschiedener Lautäußerungen. Dabei gibt es individuelle Unterschiede. Einige Graugänse rufen immer in einer sehr hohen Kopfstimme, während andere eher geräuschhaft knarrende Laute von sich geben. Sie haben jedoch auch laut trompetende Rufe im Repertoire. Gelegentlich kommt es zu einem duettartigen Rufen zwischen zwei Individuen, wobei die Gänse dabei jeweils im Wechsel rufen.

Die Graugans ist Bruitvogel an den Kiesseen im Wesertal.

Saatgans (Anser fabalis) Wintergast

FOTOS: Andreas Trepte, http://photo-natur.de/ und Adrian Pingstone (Quelle: Wikipedia)

Die Saatgans ist vor allem im Norden Mitteleuropas ein Durchzügler und Wintergast. Vereinzelte Brutansiedelungen, die möglicherweise von Gefangenschaftsflüchtlingen oder verletzten Wildvögeln ausgehen, gibt es 1993 in den Niederlanden. Der deutsche Begriff Saatgans hat sich eingebürgert, weil man diese Gans häufig auf Wiesen und Getreidefeldern bei der Nahrungssuche beobachten kann.

Das Gefieder ist grundsätzlich graubraun, am Hals und dem eckigen Kopf dagegen dunkelbraun. Dies unterscheidet die Saatgans von der Blässgans und der Graugans. Brust und Bauch sind hellbraun, zum Schwanz hin sogar weißlich gefärbt, die Flügel dagegen wieder dunkelbraun. Sowohl an den Flanken als auch an den Außenseiten der Flügel und an der Schwanzspitze finden sich im Gefieder feine weiße Linien.

Der mit gezähnten Seitenkanten versehene Schnabel ist am Ansatz und der Spitze schwarz, dazwischen befindet sich eine je nach Unterart verschieden breite orangefarbene Markierung. Von derselben Farbe sind auch die mit breiten Schwimmhäuten versehenen Füße. Augenfarbe ist Dunkelbraun.

Die Dunenküken sind olivbraun auf der Körperoberfläche. Die Körperseiten sind grüngelb, die Körperunterseite ist weißlich. Durch das Auge verläuft ein dunkler Streifen. Der Schnabel ist bis zu dem Zeitpunkt, zu dem die Jungvögel flügge werden, dunkelgrau und hat einen hellrosa bis cremefarbenen Nagel. Die Jungtiere haben dagegen ein unauffälliges olivbraunes Tarnkleid aus Dunenfedern mit schwarzen Streifen in der Kopfregion. Füße und Schnabel sind mausgrau.

Die durchschnittliche Größe der Vögel beträgt 65 bis 90 cm bei einer Flügelspannweite von 140 bis 170 cm; vom Aussehen dem Männchen gleichend ist das Weibchen meist etwas kleiner. Ausgewachsene Tiere wiegen etwa 3 bis über 4 kg. Von beringten Saatgänsen weiß man, dass sie in freier Wildbahn über zwanzig Jahre alt werden können.

Bläßgans  (Anser albifrons) Wintergast

FOTOS: Andreas Trepte, http://photo-natur.de/ und Adrian Pingstone (Quelle: Wkipedia)

In Mitteleuropa ist die Blässgans regelmäßiger Wintergast und Durchzügler im Tiefland. In den Niederlanden gibt es seit 1977 eine Brutvogelpopulation, die vermutlich ursprünglich von Gefangenschaftsflüchtlingen abstammen.

Die Blässgans ist dunkel graubraun gefärbt mit einer meist hellen Unterseite sowie unregelmäßigen schwarzen Querflecken am Bauch. Adulte Vögel haben eine weiße Blesse, die von der Schnabelwurzel bis zur Stirn reicht. Die Blesse ist jedoch nicht so groß wie bei der Zwerggans, wo sie bis über die Augen reicht. Der Schnabel der Blässgans ist rosa, die Füße sind orange. Jungvögel tragen die charakteristische Stirnzeichnung ("Blässe") im Herbst noch nicht, ebenso fehlen die Bauchstreifen. Diese Kennzeichen bilden sich mit der Kleingefiedermauser im Laufe des ersten Winters heraus. Jungvögel weisen eine schwarze Schnabelspitze ("Nagel") auf.

Der Schnabel ist blassrötlich bis zartrosa (Unterart Europäische Blässgans) oder gelborange (Unterart Grönland-Blässgans), die Beine orange gefärbt. Sie ist etwa 65-76 cm groß, das Gewicht liegt bei 1900-2400 g (Ganter) und 1600-2100 g (Gans), die Grönland-Blessgans ist etwas schwerer. Die Flügelspannweite beträgt zwischen 130 und 165 Zentimeter.

Blässgänse sind sehr ruffreudige Gänse. Ihr Distanzruf ist höher und hat eine schnellere Abfolge als der der Graugans. Es sind zum Teil auffallend helle und überwiegend zweisilbige Rufe ("Kli-lick, kil-lick"). Dreisilbige Rufe sind seltener zu hören. Weidende Blässgänse geben ein graugansartiges gragagaga von sich.

Kurzschnabelgans (Anser brachyrhynchus) Wintergast

FOTOS: Ken Billington und Robert Lorch (Quelle: Wikipedia)

In Mitteleuropa überwintern die Brutvögel Spitzbergens. Sie können in den Niederlanden sowie Belgien und in harten Wintern auch an der Küste Nordfrankreichs beobachtet werden. Im mitteleuropäischen Binnenland sind sie seltene Irrgäste. So wurden beispielsweise in Bayern in den Jahren zwischen 1900 und 1980 in achtundzwanzig Jahren bis zu 21 Individuen dieser Art beobachtet.

Die Kurzschnabelgans sieht der Saatgans sehr ähnlich, von der sie sich äußerlich vor allem durch die rosa- und nicht orangefarbenen Füße, das auf dem Rücken aufgehellte graue, sonst graubraun gestreifte Gefieder, den dunkleren Kopf und den leicht kürzeren und mit einem rosafarbenen Band versehenen Schnabel unterscheidet. Mit einem Gewicht von etwa 2,5 bis 3,5 Kilogramm, ihrer Körperlänge von durchschnittlich 66 Zentimeter und einer Flügelspannweite von ca. 1,30 bis 1,70 Metern ist sie auch etwas kleiner als diese.

Wildvögel durchlaufen um Mitte Juli die Schwingenmauser. Dies fällt in eine Zeit, in der die Gössel etwa seit zwei bis drei Wochen aus den Eiern geschlüpft sind. Die Altvögel sind dann etwa 25 Tage lang flugunfähig. Die Mauser des Kleingefieders und der Steuerfedern folgt anschließend.

Die Dunenküken weisen ein sehr variables Gefieder auf. Sie sind aber gewöhnlich an der Oberseite braun und haben auch eine braune Kopfkrone sowie einen braunen Augenfleck. Auf der Körperunterseite sind sie weißlich bis grüngelblich. Einigen Individuen fehlt dieser gelbliche Anstrich. Zum Zeitpunkt des Schlupfes ist der Schnabel grauschwarz mit einem rosa bis cremefarbenen Nagel. Die Füße, Beine und Schwimmhäute sind dunkelgrau. Zu dem Zeitpunkt, zu dem die jungen Kurzschnabelgänse flügge werden, sind nur noch die Schnabelbasis und die Schnabelspitze grauschwarz. Ansonsten ist der Schnabel fleischfarben. Die Füße und die Schwimmhäute sind graurosa. Die Iris ist braun.

Nilgans (Apolochen aegyptiacus) Standvogel

FOTOS: Andreas Trepte, Christophe Eyquem,

Andreas Trepte, http://photo-natur.de/ und Kolago (Quelle: Wikipedia)

Ausgehend von Gefangenschaftsflüchtlingen breitet sich die Nilgans in den letzten Jahren zunehmend in Mitteleuropa aus. In zahlreichen mitteleuropäischen Städten existieren mittlerweile verwilderte Parkpopulationen. Der im Deutschen übliche Begriff Nilgans leitet sich vom Fluss Nil in der ägyptischen Heimat dieser Art ab.

Charakteristisch für die Nilgans sind ihre verhältnismäßig hohen Beine sowie der dunkle Augenfleck.

Beide Geschlechter gleichen sich, nur ist das Männchen unwesentlich größer. Die vergleichsweise „bunte“ Färbung der adulten Tiere stellt sich mit etwa vier bis fünf Monaten ein, wenn sich Augen- und Brustfleck voll entwickelt haben. Neben der gewöhnlichen Färbung tritt auch eine etwas grauere Morhe auf, die verschieden stark ausgeprägt sein kann. Auch die Färbung des Schnabels variiert von blassrot bis tiefrot. Gefangenschaftsflüchtlinge weisen meist sehr rote Schnäbel auf. Fliegende Nilgänse haben ähnlich wie die Rostgänse ein großes weißes Armflügelfeld.

Die Vollmauser der adulten Vögel setzt gegen Ende der Fortpflanzungszeit ein. Sie beginnt mit dem Wechsel des Kleingefieders. Danach werden die Schwingenfedern abgeworfen und die Steuerfedern gewechselt. Die Jugendmauser beginnt, wenn die Jungvögel etwa drei Monate alt sind. Dabei wird zunächst der braune Augenfleck und in einem Alter von etwa fünf Monaten der Brustfleck durchgemausert.

Auch im Wesertal hat sich diese Art stark verbreitet und brütet an allen Kiesseen..

Kanadagans (Branta canadensis) Wintergast

FOTOS: Chuck Szmurlow, Andreas Trepte, http://photo-natur.de/

Donna Dewhurst und Dori Merr (Quelle: Wikipedia)

Auf dem letzten Foto sind an den Oldendorfer Kiesseen von Antje Rinne 35 Exemplare fotografiert worden.

In Europa wurde die Kanadagans zum Teil gezielt angesiedelt. Ein großer Teil der heute vor allem in Großbritannien, Irland, Skandinavien und den Niederlanden existierenden Populationen sind auch auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückzuführen. Seit den 1970er Jahren ist sie auch in Deutschland als Brutvogel vertreten. Die Kanadagans wird etwas größer als die Graugans und ist damit die größte Gänseart, die in Europa in freier Wildbahn zu beobachten ist.

Charakteristische Merkmale der Kanadagans sind der schwarze Kopf und Hals und das ausgedehnte weiße Kinnband, das sich von der Kehle bis hinter die Augen erstreckt. Die schwarze Halsbefiederung ist scharf gegen die graue Brust abgesetzt. Füße und Schnabel sind ebenfalls schwarz. Die Iris ist dunkelbraun. Weibchen und Männchen sind gleich gefärbt, bei einigen Unterarten sind die Ganter deutlich größer und langhalsiger als die Weibchen.

Die Färbung der Körperoberseite variiert je nach Unterart zwischen Grau- und Rotbraun. Die oberen Schwanzdecken sind bei den in Europa vorkommenden Gänsen ebenso wie der Bauch und die Brust grau bis fast weiß, die Körperoberseite graubraun. Bei einigen der in Nordamerika zu beobachtenden Unterarten ist auch die Körperunterseite bräunlich gefärbt und damit so dunkel wie die Flanken.

Die Körperlänge der Gans beträgt 90 bis 100 Zentimeter, die Flügelspannweite 160 bis 175 Zentimeter. Das Gewicht variiert erheblich. Männchen wiegen in der Regel zwischen 3,5 bis 6,5 Kilogramm, während die Gewichtsspanne der Weibchen zwischen 3,0 und 5,5 Kilogramm liegt.

Die Kanadagans ist im Wesertal ein Standvogel und Wintergast.


Kranich (Grus grus) Durchzügler

FOTOS: Andreas Trepte, http://photo-natur.de/, Marek Szczepanek,

Andreas Trepte, http://photo-natur.de/ und Christian Pagenkopf (Quelle: Wikipedia)

Die Schönheit der Kraniche und ihre spektakulären Balztänze haben schon in früher Zeit die Menschen fasziniert. In der griechischen Mythologie war der Kranich Apollon, Demeter und Hermes zugeordnet. Er war ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit und galt als „Vogel des Glücks“.

Der Kranich ist wie alle Vertreter der Gattung Grus ein großer Schreitvogel mit langen Beinen und langem Hals. Kennzeichnend sind die schwarz-weiße Kopf- und Halszeichnung und die federlose rote Kopfplatte. Der keilförmige, schlanke Schnabel ist über zehn Zentimeter lang. Das Gefieder hat abgesehen vom Kopf eine hellgraue Färbung in vielen Abstufungen. Sehr selten sind fast weiße und sehr dunkle Vögel. Der Schwanz sowie die Hand- und Armschwingen sind schwarz. Die Humeralfedern variieren farblich von Grau bis Schwarz und hängen bei Altvögeln als „Schleppe“ über den Schwanz hinweg. Zur Brutzeit wird der Schulter- und Rückenbereich mit Moorerde hell- bis dunkelbraun gefärbt. Die Geschlechter sind äußerlich schwer zu unterscheiden. Männchen sind jedoch durchschnittlich etwas größer als Weibchen. Erstere wiegen fünf bis sieben Kilogramm, letztere fünf bis sechs. Der Kranich erreicht eine Höhe von 110 bis 130 cm. Die Flügelspannweite beträgt etwa 220 bis 245 cm.

Flügge Jungvögel zeigen eine gleichmäßige hellgrau-braune Färbung und haben noch keine Schleppe. Der Kopf ist einfarbig rötlich sandfarben ohne Schwarz-Weiß-Zeichnung. Bei einjährigen Jungvögeln bildet sich eine schwache Hell-Dunkel-Zeichnung an Kopf und Hals heraus. Sie haben noch ein geringeres Gewicht als Altvögel. Zweijährige Jungvögel ähneln abgesehen von einer weniger ausgeprägten Schleppe den Altvögeln.

Die Mauser des Kleingefieders findet jährlich vom Frühjahr bis in den Herbst statt. Altvögel mausern im Drei- bis Vierjahreszyklus.


Silberreiher (Egretta alba)

FOTOS: Andreas Trepte, http://photo-natur.de/, Lukasz Lukasik,

Lukasz Lukasik und Maik Bird  http://www.flickr.com/people/72825507@N00 

(Quelle: Wikipedia)

Die Art hat ein sehr großes Verbreitungsgebiet, das weite Teile Ost- und Südeuropas, Nord-, Mittel- und Südamerika, Asien und Afrikas umfasst. In Mitteleuropa ist der Silberreiher ein lokal verbreiteter und häufiger Brut- und Jahresvogel. Die Art zeigt eine ausgeprägte Neigung zu Wanderungen und wird in zunehmender Zahl auch in den Regionen Mitteleuropas beobachtet, in der sie kein Brutvogel ist.

Der Silberreiher ist ein großer, weißer Reiher mit gelbem Schnabel und dunklen Beinen und Füßen. Seine Länge beträgt 85 bis 100 Zentimeter, die Flügelspannweite beträgt 145 bis 170 Zentimeter und das Gewicht 1 bis 1,5 Kilogramm.

Anders als die Reiherarten der Gattungen Ardea und Egretta weist der Silberreiher keine Schmuckfedern am Hinterkopf aus. Er bildet statt dessen zur Brutzeit lange lockere Schulterfedern aus, die lange Seitenäste haben. Während der Balz werden diese radförmig gespreizt. Die Nominatform Casmerodius albus albus hat dunkel grünlichgraue oder schwarze Beine, die Iris ist gelb und der Schnabel zur Brutzeit schwarz mit einer gelben Basis. Außerhalb der Brutzeit ist der Schnabel gelb bis orange-gelb. Viele Individuen haben eine dunklere Schnabelspitze. Der nackte Zügel und der Orbitalring ist außerhalb der Brutzeit grünlich-gelb und während der Brutzeit hell smaragdgrün.

Graureiher (Ardea cinarea) Standvogel

FOTOS: J.M. Garg (2),

IB Rasmussen und A. Birken (Quelle: Wikipedia)

Bild 1: Ihren Namen verdanken Graureiher der überwiegend grauen Färbung...

Bild 2: ... die am Kopf durch zwei schwarze Nackenfedern unterbrochen wird.

Bild 3: Die Lebensraumgeneralisten leben sowohl im Landesinneren als auch in Küstenregionen.

Bild 4: Im Flug erkennt man Graureiher an der typischen Körperhaltung mit eingezogenem Kopf.

FOTOS: NABU/Frank Derer

Der Graureiher, umgangssprachlich auch Fischreiher, ist eine Vogelart aus der Ordnung der Schreitvögel (Ciconiiformes). Er ist in Eurasien und Afrika weit verbreitet und häufig.

Der Graureiher erreicht eine Körperlänge von 90 bis 98 Zentimeter und wiegt zwischen 1.020 und 2073 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt zwischen 175 und 195 Zentimeter. Ein auffälliger Geschlechtsdimorphismus besteht nicht. Die Männchen sind im Durchschnitt allerdings etwas größer. Er gleicht mit diesem Aussehen sehr dem nordamerikanischem Kanadareiher, der dort eine ähnliche ökologische Nische wie der europäische Graureiher besetzt.

Das Gefieder des Graureihers ist auf Stirn und Oberkopf weiß, am Hals grauweiß und auf dem Rücken aschgrau mit weißen Bändern. Er hat schwarze Augenstreifen sowie drei lange schwarze Schopffedern, die einen Federbusch bilden, eine dreifache schwarze Fleckenreihe am Vorderhals sowie schwarze Schwingen. Der lange Schnabel ist gelblich und geht auf dem Schnabelfirst ins bräunlich über. Die Wachshaut ist gelb und wird Richtung Auge grünlich. Einzelne Individuen können von diesem Graureiher-typischen Gefieder jedoch deutlich abweichen und ein anderes Verteilungsmuster aufweisen. Die drei langen Vorderzehen sind am Stelzenbein weit auseinander gespreizt und verhindern das Einsinken in den weichen Untergrund. Der Schnabeltyp ist der Pinzettenschnabel.

Der Graureiher besitzt nur eine sehr verkümmerte Bürzeldrüse, weshalb er Puderfedern an seiner Brust und in den Leisten besitzt, an denen er gelegentlich seinen Kopf reibt und sie damit zerbröselt. Diese sind sehr fetthaltig, weshalb er das entstandene Pulver über seinen Körper verteilt um sich vor Nässe zu schützen. Die Puderdunen wachsen ständig nach und fallen auch nicht während der Mauser aus.

Der Abflug wird oft mit einigen Sprüngen eingeleitet. Graureiher fliegen mit langsamen Flügelschlägen und bis auf die Schultern zurückgezogenem Kopf und einem s-förmig gekrümmtem Hals. Nur während des Abflugs und bei der Landung ist der Hals vorgestreckt. Während des Fluges ist regelmäßig ein lautes, raues chräik zu hören. Beim schnellen Gehen ist eine balanciende Halsbewegung zu beobachten. Während der Nahrungssuche schreiten sie in der Regel langsam mit vorgestrecktem Hals.

Im Wesertal ist der Graureiher sehr häufig anzutreffen. Er brütet in Kolonien.


Stockente (Ardea cinarea) Standvogel

FOTOS: Alan D. Wilson www.naturespicsonline.com , Andreas Trepte, http://photo-natur.de/, Alan. D. Wilson und Andreas Tepte, http://photo-natur.de/ (Quelle: Wikipedia)

Bild 1: Männliche Stockenten haben einen auffallig grün-blau schimmernden Kopf.

Bild 2: Weibchen haben ein eher unscheinbares Aussehen.
Bild 3: Stockenten können bis zu 110 Kilometer pro Stunde fliegen.

Bild 4: Am wohlsten fühlen sich die typischen Schwimmenten jedoch im Wasser, wo sie nach Nahrung „gründeln“ können.

FOTOS: NABU/Frank Derer

Die Stockente ist die größte und am häufigsten vorkommende Schwimmente Europas und die Stammform der Hausente. Ausgewachsene Männchen sind mit ihrem grünmetallischem Kopf, dem gelben Schnabel und dem weißem Halsring unverwechselbar. Die Weibchen sind unscheinbarer hellbraun mit einer dunklen Längsstreifung. Im Flug wird bei beiden Geschlechtern der blaue Flügelspiegel sichtbar, der weiß umrandet ist. Der Flug ist schnell und gerade. Stockenten fliegen fast senkrecht auf.

Sie kommt im größten Teil Eurasiens, im äußersten Norden Afrikas sowie weiten Teilen Nordamerikas vor und ist auf Neuseeland und in Australien als Brutvogel eingeführt. Ihre Häufigkeit ist darauf zurückzuführen, dass sie sowohl bei der Art ihrer Brutplätze als auch ihrer Aufenthaltsorte wenig anspruchsvoll ist. Sie besiedelt sowohl Gewässer aller Art in der Großstadt als auch Kleinstgewässer der Ackerflur. Ähnlich anspruchslos ist sie in ihrer Nahrung. Sie ist eine ausgesprochen omnivore Art, die alles frisst, was sie hinreichend verdauen und ohne große Aufwendungen erlangen kann. Neue Nahrungsquellen werden von dieser Art schnell erkannt und unverzüglich genutzt.

Die Stockente wiegt 700 bis 1500 Gramm. Ihre Länge beträgt maximal 58 Zentimeter und ihre Flügelspannweite bis zu 95 Zentimeter, und sie kann maximal 110 Kilometer pro Stunde schnell fliegen. Ihre Lebenserwartung beträgt bis zu 15 Jahre.

Das Prachtkleid des Männchens (Erpel) ist grau mit brauner Brust, bräunlichem Rücken und schwarzen Ober- und Unterschwanzdecken. Der Kopf ist metallisch grün mit weißem Halsring darunter, der Schnabel grün-gelb. Am Hinterrand der Flügel befindet sich ein metallisch blaues, weiß gesäumtes Band, der „Spiegel“. Die Schwanzspitzen sind aufgerollt (Erpellocken). Das Männchen trägt im Zeitraum zwischen Juli und August sein Schlichtkleid und sieht dabei dem Weibchen zum Verwechseln ähnlich. Lediglich die Schnabelfärbung liefert den Hinweis auf das Geschlecht: der Schnabel des Männchens ist weiterhin deutlich gelb, wogegen der Schnabel des Weibchens dunkelgrau bis braun ist. Eine Besonderheit bei den Stockenten und einigen anderen Entenvögeln ist, dass sie – eine Analogie zu den Säugetieren – einen Penis besitzen.

Das Weibchen ist nicht so prächtig gefärbt und hat eine braun-grau gesprenkelte Tarnfärbung. Das einzig Auffällige ist der Flügelspiegel, der dem des Männchens entspricht.

Beim Mauserverlauf gibt es erhebliche individual- und populationsspezifische Unterschiede. Bei mitteleuropäischen Stockenten wechseln die Erpel zu Beginn der praenuptialen Mauser im Zeitraum von Juli bis August das Schwingengefieder und sind dann für drei bis fünf Wochen flugunfähig. Anschließend erfolgt der Wechsel des übrigen Gefieders, was sich bis zum Beginn des Dezembers hinzieht. Die Enten tragen ab dann das vollentwickelte Pracht- beziehungsweise Brutkleid. Die postnuptiale Mauser beginnt bei Stockentenerpeln bereits Mitte Mai mit dem Abwurf der mittleren Steuerfedern, während die Weibchen noch brüten. Es folgt dann die Mauser des Kleingefieders. Bei Weibchen findet die Schwingenmauser im September statt und der Kleingefiederwechsel in Brutkleid im Zeitraum zwischen Oktober und November.

Die Enten haben etwa 10.000 Daunen und Deckfedern, die sie vor Nässe und Kälte schützen. Sie fetten ihr Federkleid immer ein, damit kein Wasser durch das Gefieder dringt. Die Bürzeldrüse an der Schwanzwurzel liefert das Fett. Die Ente nimmt das Fett mit dem Schnabel auf und streicht es damit ins Gefieder. Auf dem Wasser wird die Ente von einem Luftpolster getragen. Die Luft hält sich zwischen dem Daunengefieder, und die Deckfedern schließen die Daunen ab. Zusammen mit dem Fettpolster unter der Haut verhindert die eingeschlossene Luftschicht, dass die Ente auskühlt. Luft und Fett sind schlechte Wärmeleiter, dadurch geht kaum Körperwärme verloren.

Die Bezeichnung Stockente hat sich erst im 20. Jahrhundert als die übliche deutsche Bezeichnung durchgesetzt. Der Name kann als Hinweis auf ihre Brutplätze verstanden werden, zu denen auf Stock gesetzte Weiden, Weidengebüsch als auch Reisighaufen gehören. Stockenten brüten zwar nicht häufig darauf, das Verhalten ist aber für eine Entenart so auffällig, dass sich daraus eine in der deutschen Sprache häufige Bezeichnung entwickelte. Gebräuchlicher war über lange Zeit der Name „Wildente“, was aus ornithologischer Sicht eine unbefriedigende Bezeichnung ist, da dieser Name artübergreifend auch für alle übrigen wilden Enten gilt. Die Stockente ist die häufigste Entenart an den Kiesseen, aber auch anderswo, wo es Wasser gibt.

Reiherente (Aythya fuligula) Standvogel

FOTOS: Andreas Trepte, http://photo-natur.de/,

Maga-Chan und Andreas Trepte http://photo-natur.de/ (Quelle: Wikipedia)

Die Reiherente ist in Mitteleuropa ein verbreiteter Brut- und Jahresvogel. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt in Ost- und Südmitteleuropa. Im gesamten Mitteleuropa ist sie jedoch ein häufiger Mausergast und als Durchzieher beziehungsweise als Wintergast zu beobachten. Sie gehört zu den Arten, deren Population ansteigt und sich zunehmend nach Westen ausbreitet.

Reiherenten weisen eine Körperlänge zwischen 40 und 70 Zentimeter auf. Bei beiden Geschlechtern sind die Steuerfedern mattschwarz. Die Handschwingen sind grau, allerdings weisen alle Federn eine schwarze Spitze auf. Die äußeren vier bis fünf Federn der Handschwingen haben außerdem schwarze Außenränder. Bis auf die Federbasis und die Spitzen sind die Außenfahnen der inneren Handschwingen weiß, so dass im Flug ein weißes Flügelband erkennbar ist.

Weibchen, die zum Brüten eine bessere Tarnung benötigen, haben bräunlichere Flanke. Auffällig ist bei beiden Geschlechtern das gelb leuchtende Auge. Männchen im Prachtkleid schwarz mit auffallend weißen Flanken. Männchen im Schlichtkleid und Weibchen dunkelbraun mit leicht aufgehellten Flanken. Einige Weibchen mit weißem Schnabelgrund, ähnlich wie bei den Bergenten-Weibchen. Jugendkleid heller, brauner als Weibchen. Gesellig, auf dem Wasser und im Flug zumeist in dicht geschlossenen Trupps. Zwischen Großenwieden und Hameln kann man auf den Teichen im Winter bis zu 50 Tiere beobachten.

Tafelente (Aythya ferina) Standvogel

FOTOS: Jan Sevic http://www.naturfoto-cz.de, Latiche http://www.laitche.com/, LBV (2), Großenwiedener Kiesteiche 2012 (NABU/Antje Rinne)

 

Die Tafelente ist eine Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae) und gehört hier zur Unterfamilie der Enten (Anatinae). Es handelt sich um eine kräftig gebaute Tauchente, die etwas kleiner als eine Stockente ist. Die Tafelente ist hauptsächlich ein Brutvogel der gemäßigten Klimazone der Paläarktis. So ist sie in weiten Teilen Mitteleuropas ein Brut- und Jahresvogel. Sie brütet jedoch auch im mediterranen Bereich sowie an den salzigen und brackigen Gewässern in Steppen- und Wüstenzonen.

Die in der deutschen Sprache übliche Bezeichnung Tafelente ist ein Hinweis auf das als schmackhaft angesehene Fleisch dieses Entenvogels.

Als typische Tauchente ist die Tafelente mittelgroß, hat einen kurzen Schwanz und im hinteren Körperdrittel ansetzende, kräftige Beine. Beim Schwimmen liegt die Art tief im Wasser. Im Prachtgefieder zeigt das Männchen einen kastanienbraunen Kopf und Hals, eine schwarze Brust, einen hellgrau befiederten Rumpf und einen schwarz befiederten Steiß. Die schwarze Färbung des Schnabels wird von einer graublauen Querbinde unterbrochen. Die Iris ist dunkelrot gefärbt. Das Schlichtkleid ähnelt dem Prachtkleid, jedoch ist das schwarze Gefieder an Brust und Steiß durch ein verwaschenes Grau ersetzt.

Die weiblichen Tafelenten sind deutlich unscheinbarer als die Männchen gefärbt, ihr Kopf ist das ganze Jahr über graubraun gefärbt, hinter dem Auge und am Schnabelansatz befinden sich helle, in Einzelfällen fast weiß gefärbte Partien. Die Region unter dem Auge ist im Gegensatz dazu etwas dunkler befiedert. Die Färbung der Brust ist dunkelgrau oder hellbraun, insgesamt kann sich die Farbintensität von einem Individuum zum anderen stark unterscheiden. Der Rumpf der Weibchen ist wie beim Männchen hellgrau gefärbt, wirkt jedoch durch eingestreute hellbraune Federn stets etwas schmutzig. Dunkelgrau setzt sich der Steiß ab. Im Winter weist auch der Schnabel der weiblichen Tafelente eine graublaue Binde auf, diese kann jedoch fehlen. Zur Brutzeit ist der Schnabel stets gänzlich schwarz gefärbt. Die Iris ist braun. Das Schlichtkleid der Weibchen unterscheidet sich vom Prachtkleid nur dadurch, dass Brust und Steiß etwas brauner befiedert sind als im Prachtgefieder. In Großenwieden konnte man früher bis zu 40 Tiere beobachten. In letzter Zeiten machen sie sich jedoch rar.

Spießente (Anas acuta) Wintergast

FOTOS: Dietmar Meier (NABU Hessisch Oldendorf/Hameln), J.M. Garg

und Dietmar Meier (Quelle: Wikipedia)

Großenwiedener Kiesteiche 2012 (NABU/Anje Rinne/2)

Die Spießente ist etwas kleiner als eine Stockente. Der Erpel weist im Prachtkleid einen langen und spitz ausgezogenen Schwanz auf, der zu dem Namen Spießente geführt hat. Das Weibchen hat ganzjährig ein hellbraunes Federkleid, bei dem die einzelnen Federn des Deckgefieders breit grau gesäumt sind.

Spießenten sind Brutvögel der offenen Niederungslandschaften, die größere, stehende Binnengewässer und Überschwemmungsflächen aufweisen. Das Nest wird am Boden gebaut und befindet sich häufig in einiger Entfernung von offenen Wasserflächen. Spießenten ernähren sich überwiegend von Wasserpflanzen, die sie gründelnd aufnehmen. Außerhalb der Brutzeit bilden Spießenten häufig große Schwärme. Im Wolgadelta bestehen diese Schwärme gelegentlich aus 150.000 bis 300.000 Individuen. Die Art gilt als nicht bedroht.

Die Spießente wirkt sehr schlank und weist einen auffallend langen und dünnen Hals auf. Erpel erreichen ausgewachsen eine Körperlänge von 59 bis 76 Zentimeter. Ihr Körpergewicht liegt in einer Bandbreite von 550 bis 1300 Gramm und beträgt im Durchschnitt etwa 850 Gramm. Die durchschnittliche Flügellänge beträgt bei Männchen etwa 27,5 Zentimeter. Weibchen sind mit einer Körperlänge von 51 bis 64 cm und einer Flügellänge von 26 cm etwas kleiner und mit einem durchschnittlichen Körpergewicht von 735 g (400–1200 g) auch leichter als die Männchen. Ihr Gewichtsminimum weisen Spießenten in der Regel im Februar eines Jahres auf; das Gewichtsmaximum wird von Erpeln im Oktober und von Weibchen im August erreicht.

Im Prachtkleid sind die Männchen an Kehle, vorderem Unterhals und den Kopfseiten dunkelbraun gefärbt. Der Oberkopf unterscheidet sich von den anderen Kopfpartien durch eine nochmals dunklere Färbung. In der Nackenmitte verläuft ein fast schwarzes Längsband. Der Schnabel ist blaugrau. Ein schmaler weißer und deutlich abgegrenzter Keil reicht an den hinteren Kopfseiten bis etwa zur Schnabelhöhe. Aufgrund dieser charakteristischen Kopfzeichnung sind die Erpel der Spießente eindeutig von anderen Entenarten im Verbreitungsgebiet unterscheidbar.

Die Brust und die untere Hälfte des Vorderhalses sind weiß. Die großen Schulterfedern sind stark verlängert und weisen einen breiten, weißgelblichen bis hellbräunlichen Saum auf. Die Flanken sind schmal dunkelgrau-weiß gebändert, die Körperunterseite ist weiß. Vor den scharf abgesetzten, schwarzen Unterschwanzdecken findet sich eine weißgelbliche bis hellbräunliche Federpartie. Die langen und spitz ausgezogenen Schwanzfedern weisen eine Länge von bis zu zehn Zentimeter auf. Die mittleren Steuerfedern sind schwarz; die an die mittleren Steuerfedern anschließenden weisen eine schwarze Außenfahne auf, die Innenfahnen sind dagegen braubraun mit hellbräunlichen Rändern. Die außenliegenden Steuerfedern sind außen dunkel und innen hell braungrau. Im Ruhekleid ähnelt der Erpel dem Weibchen. Einzelne Erpel weisen am Rücken, an den Schultern sowie am Bürzel einzelne schwarzgraue Federn mit einer groben graubraunen und weißen Querwellung auf. Die mittleren Steuerfedern sind beim Männchen auch im Ruhekleid leicht verlängert. Der Wechsel ins Ruhekleid beginnt beim Männchen etwa ab Juni. Die Umfärbung ins Prachtkleid beginnt im Dezember und ist meist im Januar bis Februar abgeschlossen.

Ausgewachsene Weibchen haben ein hellbraunes Gefieder. Das Deckgefieder ist breit grau gesäumt. Sie weisen dadurch insgesamt einen ausgeprägteren Grauton als die Weibchen anderer Arten aus der Gattung der Eigentlichen Enten auf. Weitere Unterscheidungsmerkmale sind der lange Hals und der lange, graue bis bläulich-hornfarbene Schnabel, der im Vergleich zur Stockente deutlich schmaler ist. Wie beim Männchen haben auch die Beine eine graue bis graublaue Farbe. Die Schwimmhäute sind schwärzlich. Bei beiden Geschlechtern ist die Iris braun. Die Spießente ist ein seltener Wintergast im Wesertal mit weniger als 10 Tieren.

Schellente (Bucephala clangula) Wintergast

FOTOS: Maga-Chan, Calibas,

Mehmet Karatay und U.S. Fish and Wildlife Service (Quelle: Wikipedia)

Die Schellente ist eine paläarktisch verbreitete Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Ihr Verbreitungsgebiet ist die nördliche Nadelwaldzone. Die Kurzhalsigkeit und der relativ große Kopf geben der Art ein gedrungenes Erscheinungsbild.

Im Norden Mitteleuropas ist die Schellente ein verbreiteter, aber nicht häufiger Brut- und Sommer- und teilweise auch Jahresvogel. Sie ist außerdem ein häufiger Durchzügler und Wintergast.

Die 45 bis 50 cm große Schellente wiegt 500 bis 1.300 g und erreicht eine Flügelspannweite bis zu 80 cm. Das Männchen hat ein schwarz-weißes Gefieder und einen dunkelgrünen Kopf. Zwischen dem Auge und dem schwarzen Schnabel gibt es einen weißen Fleck. Auffällig sind die leuchtend gelben Augen der Männchen, die auch der Grund für den englischen Namen „Goldeneye“ sind. Im Ruhekleid haben die Erpel ein ähnliches Gefieder wie die Weibchen. Adulte Männchen können von Weibchen jedoch durch das auffällige Flügelmuster unterschieden werden.

Das Weibchen hat ein graues Gefieder und einen dunkelbraunen Kopf ohne weißen Fleck. Von den sehr ähnlichen Weibchen der Spatelente unterscheiden sie sich durch das große weiße Feld auf den mittleren Armdecken. Die Beine sind rötlich gefärbt. Bei den Weibchen sind die Iris perlweiß.

Noch nicht geschlechtsreife Schellenten tragen ein Kleid wie die adulten Weibchen, sind insgesamt etwas bräunlicher. Das weiße Farbfeld im Flügel ist kleiner und weniger auffällig. Die Iris hat eine hellgraue Farbe. Die Männchen unter den Jungvögeln kann man an ihrer etwas größeren Körpergröße von den jungen Weibchen unterscheiden. Im ersten Prachtkleid haben die Erpel noch einen dunkelbraunen Kopf, der von schwarzen Federn durchsetzt ist. Bei einigen Individuen ist der weiße Wangenfleck zu diesem Zeitpunkt nur angedeutet.

Die Schellente kann bis 17 Jahre alt werden. Sie ist vor allem im Frühjahr sehr ruffreudig. Während der Balz ruft das Männchen ein nasales rätsch-rärr und quikiikirr. Zur Balz gehört auch ein auffällig lautes Wasserspritzen, bei dem der Erpel mit beiden Füßen nach hinten stößt (sogenannter Instrumentallaut). Der Ruf des Weibchens klingt wie "garr garr" oder "graar grar", das auch von fliegenden Schellenten zu hören ist. Weibchen, die nach Nisthöhlen suchen, geben ein lang gereihtes gärk-gärk von sich. Im Winter halten sich 25 bis 30 Tiere zwischen Hohenrode und Hameln auf.


Blässralle (Fulica atra) Standvogel

FOTOS: , Richard Barz,

Leo Veit und Siga (Quelle: Wikipedia)

Bild 1: Besonders auffallend an dem rundlichen, schwarzen Blässhuhn ...

Bild 2: ... ist die leuchtendweiße Stirnplatte mit dem weißen Schnabel.

FOTOS: NABU/Frank Derer

Das Blässhuhn ist eine Art aus der Familie der Rallen. Es wird auch Blässralle genannt und auch die alte Schreibweise mit „e“ (Blesshuhn, Blessralle) ist noch häufig anzutreffen. Regionale Namen sind Wasserhuhn, Rohrhuhn, Duckente, Belche, Blesse, Bölle, Böichn, Hurbel, Lietze, Zappe, Watertütje (Plattdeutsch) und Taucherli (Schweiz).

Das Blässhuhn verfügt über ein schwarzes Gefieder, das am Kopf etwas dunkler ist als am Rumpf; einen weißen, relativ spitzen Schnabel und einen weißen Schild auf der Stirn. Dieser Blesse verdankt der Vogel seinen Namen. Er erreicht eine Länge von rund 38 cm. Ferner hat das Blässhuhn rote Augen. Männliche Tiere, erkennbar am größeren Hornschild, erreichen ein Gewicht von bis zu 600 Gramm. Die Weibchen werden bis zu 800 Gramm schwer. Das Blässhuhn kann ca. 15 Sekunden tauchen.

Die tagaktiven Blässhühner sind gute Schwimmer und Taucher. An ihren kräftigen grünen (manchmal auch gelben und grauen) Beinen befinden sich drei Schwimmlappen an jeder Zehe (keine durchgehenden Schwimmhäute), mit denen sich der Vogel beim Tauchen gut abstoßen kann, um an tiefer wachsende Pflanzen u. a. heranzukommen. Das Tauchen wird jeweils durch einen charakteristischen Kopfsprung eingeleitet. Der Übergang zwischen Land- und Wasserbewegung erfolgt stetig und fließend. Die Tauchtiefe beträgt weniger als zwei Meter. Im Mittel sind Blässhühner weniger als zwanzig Sekunden unter Wasser.

An Land ähnelt die Bewegung des Vogels bis hin zum suchenden Picken teils dem Haushuhn, schnell laufende Blässhühner schlagen dabei mit den Flügeln. Schwimmend liegen sie relativ hoch im Wasser, beim langsamen Schwimmen erfolgt während der Schwimmbewegung ein Nicken, dies entfällt bei schnelleren Bewegungen. Auffliegende Blässhühner laufen zunächst auf der Wasseroberfläche oder festem Grund, können aber zur Not auch aus dem Stand starten und fliegen dann mit einer hohen Flügelschlag-Frequenz. Im Flugbild überragen die Beine weit die Schwanzspitze, der Hals ist vorgestreckt. Die Blässralle ist ein häufiger Brutvogel im Wesertal.

Teichralle (Gallinula chloropus) Standvogel

FOTOS: Andreas Trepte, http://photo-natur.de/,

Marek Szczepanek und Neill Phillips (Quelle: Wikipedia)

Bild 1: Das taubengroße Teichhuhn dagegen fällt durch ein rotes Stirnschild mit rotem Schnabel auf.

Bild 2: Und es hält sich häufig am Ufer auf.

FOTOS: NABU/Frank Derer

Die Teichralle, häufig auch Teichhuhn genannt, ist eine Art aus der Familie der Rallenvögel. Sie kommt in mindestens 16 Unterarten in den gemäßigten, subtropischen und tropischen Zonen Eurasiens, Nord- und Südamerikas sowie Afrikas vor.

Die wissenschaftliche Artbezeichnung Gallinula chloropus bedeutet übersetzt etwa „grünfüßiges Hühnchen“ und spielt damit auf die Beinfärbung dieser Ralle an. In der deutschsprachigen ornithologischen Literatur wurde im 19. Jahrhundert die Bezeichnung „Gemeines Teichhuhn“ verwendet. Anfang des 20. Jahrhundert nannte man es häufig „Grünfüßiges Teichhuhn“ oder einfach nur Teichhuhn – ein Name, der bis heute häufig verwendet wird. Zoologisch korrekter ist allerdings die Bezeichnung Teichralle, die sich heute allmählich durchsetzt, da diese Art ein typischer Vertreter der Rallen ist.

Die in Europa vorkommende Unterart der Teichralle ist mit einer Körperlänge von etwa 33 Zentimetern etwas kleiner als ein Rebhuhn. Die Altvögel sind an der Körperoberseite dunkel olivbraun und an Kopf und Hals sowie der Körperunterseite dunkel grauschwarz gefärbt. Sie haben eine rote Stirnplatte, einen roten Schnabel mit einer gelben Schnabelspitze sowie rote Augen. Der Schwanz ist kurz und hat eine schwarzweiße Unterdecke. Er wird oft nach oben gestelzt getragen. Auf der Unterseite ist das Gefieder schiefergrau, und die Flanken sind weiß gestreift. Die Füße und Beine sind gelblich grün; oberhalb des Intertarsalgelenks haben die Beine ein rotes Band. Der Vogel fällt auf, weil er beim Schwimmen ständig mit dem gestelzt getragenen Schwanz wippt und rhythmisch mit dem Kopf nickt. Das Teichhuhn ist ein regelmäßiger Brutvogel im Wesertal.


Haubentaucher (Podiceps cristatus) Standvogel

FOTOS: Marek Szczepanek,

Lukasz Lukasik und Mk5909 (Quelle: Wikipedia)

Großenwiedener Kiesteiche 2012 (NABU/Antje Rinne)

Bild 1: Haubentaucher haben ein schlankes, stromlinienförmiges Aussehen.

Bild 2: Und auch am auffälligen zweigeteilten Schopf kann man sie leicht erkennen.

Bild 3: Bei ihren bis zu einminütigen Tauchgängen ...

Bild 4: ... erbeuten Haubentaucher am liebsten kleine Fische.

FOTOS: NABU/Frank Derer


Der Haubentaucher ist eine Vogelart aus der Familie der Lappentaucher (Podicipedidae). Der etwa stockentengroße Vogel ist der größte, häufigste und bekannteste Vertreter dieser Familie von Wasservögeln. Er brütet auf Süßwasserseen und größeren Teichen mit röhrichtbewachsenen Ufern. Besonders auffällig ist sein Balzverhalten, das auf freier Wasserfläche stattfindet und gut zu beobachten ist. Zu den Balzelementen gehört ein heftiges Kopfschütteln mit gespreizter Federhaube sowie die sogenannte Pinguin-Pose, bei denen sich die Vögel durch rasches Paddeln der Füße fast senkrecht voreinander aus dem Wasser heben. Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) wählte den Haubentaucher zum Vogel des Jahres 2001.

Haubentaucher sind 46 bis 51 cm lang und haben eine Flügelspannweite von 59 bis 73 cm. Sie werden zwischen 800 und 1400 g schwer. Im Sommer sind die Vögel in ihrem Prachtkleid sehr leicht zu erkennen: Sie schwimmen häufig mitten auf Seen und verschwinden immer wieder zu bis zu einer Minute dauernden und 5 bis 20 Meter tiefen Tauchgängen. Haubentaucher haben einen langen, von vorne weißen Hals, ein weißes Gesicht, einen schwarzen Scheitel und eine braunrote und schwarze Federhaube. Nacken und Rücken sind braun. Beide Geschlechter sehen gleich aus. Die Haube wird bei Gefahr angelegt. Im Schlichtkleid fehlt die bunte Haube, und der Haubentaucher ähnelt manchen Seetauchern (Gaviidae), wie etwa dem Sterntaucher.

Haubentaucher rufen häufig und laut, ein schnarrendes Geräusch, das wie keck-keck-keck klingt. Sie erheben sich nach einem kurzen Startlauf aus dem Wasser. Der Flug ist schnell mit raschem Flügelschlag. Haubentaucher sind häufige Brutvögel an fast allen Kiesseen im Wesertal.

Gänsesäger (Mergus merganser) Wintergast

FOTOS: HBD; Quartl (2) (Quelle: Wikipedia)

Der Gänsesäger ist der größte Vertreter der Gattung der Säger aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Das Verbreitungsgebiet ist holarktisch und umfasst weite Teile des nördlichen Eurasiens sowie Nordamerikas. Es werden drei Unterarten unterschieden.

In Mitteleuropa ist der Gänsesäger ein verbreiteter, aber nur wenig häufiger Brut- und Jahresvogel. Im Winterhalbjahr ist die Art in Mitteleuropa als Durchzügler und Wintergast häufiger zu beobachten. Am IJsselmeer überwintern bis zu 20.000 Individuen und an den großen binnenländischen Seen sind gelegentlich Trupps zu beobachten, die mehrere hundert Gänsesäger umfassen.

Gänsesäger sind mit einer Körperlänge von 58–68 cm und einer Flügelspannweite von 78–94 cm deutlich größer als Stockenten. Im Ruhekleid sind beide Geschlechter einander sehr ähnlich. Zu unterscheiden sind sie dann noch am ehesten im Flug an dem weißen, durchgehenden Feld auf der Flügeloberseite des Männchens.

Das Männchen ist im Brutkleid (Spätherbst bis Frühsommer) durch einen schwarzen, teilweise grünlich glänzenden Kopf und Rücken gekennzeichnet. Diese kontrastieren zum weißen Gefieder des Rumpfes, das auf der Unterseite eine leichte lachsfarbene Tönung aufweisen kann. Dem männlichen Gänsesäger fehlt die für das Weibchen wie auch für beide Geschlechter des ähnlichen, kleineren Mittelsägers charakteristische, abstehende Haube; es hat einen kompakten, anliegenden Schopf.

Ruhe- und Brutkleid des Weibchens sind einheitlich und dem des Mittelsägers sehr ähnlich, mit grauem Rumpf und rotbraun gefärbtem Kopfgefieder. Im Unterschied zum Mittelsäger bildet die braune Färbung des Kopfes beim Gänsesägerweibchen eine scharfe Grenzlinie zum hellen Gefieder des Halses. Kinn und Kehle sind weiß.

Im Winter halten sich 25 bis 30 Tiere zwischen Hohenrode und Hameln auf, allerdings nur auf der Weser.

Mittelsäger (Mergus serrator) Wintergast

FOTOS: Ken Billington, Andreas Trepte, http://photo-natur.de/,

Alan D. Wilson (Quelle: Wikipedia)

Der Mittelsäger ist eine etwa stockentengroße Vogelart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Die Art gehört zu den sogenannten Meerenten. Anders als der Gänsesäger ist der Mittelsäger in Mitteleuropa ein Küstenvogel und im Binnenland nur sehr selten als Irrgast zu sehen. Die Wattenküste der Nordsee zählt für diese Art zu den wichtigen Winterquartieren. Hier versammeln sich im Januar bis zu 10.000 Individuen dieser Art.

Der Mittelsäger erreicht eine Körperlänge von 50 bis 60 Zentimeter. Die Flügelspannweite beträgt 70 bis 85 Zentimeter. Mittelsäger wiegen zwischen 950 und 1.200 Gramm.

Das Männchen hat im Prachtkleid einen schwarzgrünen Kopf, Hals und Nacken. Die auffällige Federhaube ist zweigeteilt und wirkt zottig. Der Halsring ist breit und weiß. Die Brust ist rostbraun - sie wird häufig auch als Brustband umschrieben. Der Rücken ist, abgesehen von einem weißen Streifen, schwarz. Im Schlichtkleid gleicht der Erpel dem Weibchen.

Das Weibchen ist an der Oberseite aschgrau, Hals und Kopf sind rotbraun. Von den sehr ähnlich gefärbten Weibchen des Gänsesägers unterscheiden sich die Weibchen des Mittelsägers durch das Fehlen des weißen Kinnflecks, den die Gänsesägerweibchen am Unterkopf haben. Wie das Männchen trägt auch das Weibchen eine abstehende Federhaube, deren Enden etwas zerschlissen wirken. Der lange Schnabel mit Lamellen erleichtert das Festhalten der Beute und erinnert an eine Säge.

Zwergsäger (Mergus albellus) Wintergast

FOTOS: Adrian Pingstone und Tony Wills (Quelle: Wikipedia)

Großenwiedener Kiesteiche 2012 (NABU/Antje Rinne)

Der Zwergsäger ist eine kleine, in Nordeuropa und Nordasien beheimatete Sägerart aus der Familie der Entenvögel (Anatidae). Der Zwergsäger ist nahe mit der Schellente verwandt, was unter anderem daran erkenntlich ist, dass beide Arten untereinander bastardisieren. In Mitteleuropa ist der Zwergsäger in der Zeit von Oktober bis April regelmäßiger Wintergast und ist in dieser Zeit häufig mit Schellenten vergesellschaftet. Die wichtigsten winterlichen Rastplätze liegen an der Küste. Im Binnenland ist er wesentlich seltener zu sehen.

Der Zwergsäger ist mit einer Körperlänge von 37 bis 45 kleiner und kurzschnäbliger als die anderen Säger. Die Flügelspannweite beträgt 44 bis 70 Zentimeter. Das Gewicht variiert zwischen 550 und 750 Gramm.

Männchen und Weibchen des Zwergsägers haben deutlich unterschiedliches Gefieder. Das Federkleid des Männchens ist weiß mit feinen schwarzen Strichen. Das Männchen hat noch einen schwarzen Gesichtsfleck und die Federhaube ist aufrichtbar. Auffällig ist der schwarze Fleck zwischen Schnabel und Auge. Der Rücken ist mitunter schwarz. Im Ruhekleid ähnelt der Erpel den Weibchen. Der Rücken ist allerdings schwarz und er ist deutlich größer und fülliger als die Weibchen. Männchen können außerdem an ihrem größeren Schnabel identifiziert werden.

Das Zwergsägerweibchen hingegen ist schlichter gefärbt und hat deutlich kleinere Haubenfedern. Ihr Rücken ist dunkelgrau, die Flanken sind etwas heller. Der Kopf und die Halsseiten sind rotbraun.

Jungvögel zeigen einen bräunlichweißen Flügelfleck und zimtbraunen statt schwarzbraunen Zügel (zwischen Auge und Schnabelbasis). Kinn und Kehle sind weiß. Die Rumpffedern sind bräunlichgrau und heller gesäumt als bei adulten Vögeln. Die Küken sind in ihrer Färbung von Schellenten fast nicht unterscheidbar. Sie sind jedoch von geringerer Größe und haben bereits den typischen Säger-Schnabel.


Kormoran (Phalacrocorax carbo) Standvogel

FOTO: Frank Drerer, JJ Harrison,

Slawek Staszczuk und ProfDEH (Quelle: Wikipedia)

Der Kormoran ist eine Vogelart aus der Familie der Kormorane (Phalacrocoracidae). Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst große Teile Europas, Asiens und Afrikas, außerdem Australien und Neuseeland sowie Grönland und die Ostküste Nordamerikas. Die Nahrung besteht wie bei allen Vertretern der Gattung Phalacrocorax fast ausschließlich aus Fisch. Kormorane sind zu allen Jahreszeiten gesellig, die Brutkolonien liegen an Küsten oder größeren Gewässern. Bestand und Verbreitung der Art wurden in Europa durch massive menschliche Verfolgung stark beeinflusst, im mitteleuropäischen Binnenland war die Art zeitweise fast ausgerottet. In den letzten Jahrzehnten ist eine deutliche Bestandserholung zu verzeichnen. Der Kormoran war in Deutschland Vogel des Jahres 2010 beim Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Kormorane sind knapp gänsegroß, sie haben eine Körperlänge von 77 bis 94 cm und eine Flügelspannweite von 121 bis 149 cm. Männchen sind etwas größer und schwerer als Weibchen. Die Gewichte von Männchen schwanken zwischen 1975 und 3180 g, Weibchen erreichen 1673-2555 g. Männliche Brutvögel auf Rügen hatten Flügellängen von 334 bis 382 mm, im Mittel 358,5 mm, Weibchen erreichten dort 321 bis 357 mm, im Mittel 335,0 mm. Der relativ große Schnabel ist wie bei allen Arten der Gattung am Ende hakenförmig.

Im Prachtkleid ist das Gefieder der auch in Mitteleuropa verbreiteten Unterart überwiegend schwarz, bei Sonnenschein glänzen die Federn metallisch grün oder bläulich. Die Deckfedern des Oberflügels schimmern bronzefarben und sind glänzend schwarz gerandet, der Oberflügel wirkt daher geschuppt. Scheitel und Nacken sind mit feinen weißen Federn durchsetzt. Am Hinterkopf befindet sich ein Schopf, der durch etwa 4 cm lange, abstehende Federn entsteht. Am Schnabelgrund befindet sich eine nackte, gelbe Hautpartie, die breit weiß gerandet ist, außerdem zeigt der äußere Schenkelansatz einen weißen Fleck. Die Geschlechter unterscheiden sich bezüglich der Färbung nicht.

Im Schlichtkleid fehlen die weiße Befiederung an Scheitel und Hals sowie der weiße Schenkelfleck. Die weiße Partie am Schnabelgrund ist breiter, schmutzig weiß und weniger scharf vom ansonsten schwarzen Hals- und Kopfgefieder abgesetzt. Der Schopf ist nur angedeutet.

Der Kormoran ist im Wesertal recht häufig anzutreffen, hat aber hier keine Brutkolonie. 


Lachmöwe (Larus ridibundus) Standvogel

FOTOS: AxelHH, Hans Hillewaert,

"Urheber: Grand-Duc, Wikipedia" http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Grand-Duc

und Neil Phillips (Quelle: Wikipedia)

Bild 1: Die Lachmöwe trägt im Winter ein schlichtes Kleid.

Bild 2: Im Sommer ist sie dagegen durch eine markante braune Kopfmaske leicht zu erkennen.

Bild 3: Schnabel und Beine dagegen ...

Bild 4:  ... sind auffallend rot gefärbt.
FOTOS: NABU/Frank Derer

Die Lachmöwe ist eine Vogelart aus der Familie der Möwen (Laridae). Diese kleine Möwenart besiedelt weite Teile der nördlichen Paläarktis von Island und Irland bis Kamtschatka. Lachmöwen brüten in den Verlandungszonen größerer Gewässer vor allem im Binnenland, seit einiger Zeit jedoch auch zunehmend an Küsten. Die Art ist im nördlichen Mitteleuropa ein häufiger Brutvogel und verbringt auch den Winter in großer Zahl in Mittel- und Westeuropa.

Mit einer Körperlänge von 35-39 cm und einer Flügelspannweite von 86-99 cm ist diese Art die kleinste regelmäßig in Mitteleuropa brütende Möwe. Männchen sind größer und schwerer als Weibchen.

Im etwa von Anfang März bis Juli vorhandenen Prachtkleid ist der Kopf dunkel schwarzbraun, die Augen sind schmal weiß gerandet, wobei dieser Rand vorn nicht geschlossen ist. Der Rücken, die oberen und unteren Flügeldecken sowie die Oberseite der Arm- und der inneren Handschwingen sind hellgrau; der übrige Rumpf und der Schwanz sind weiß. Die äußeren Handschwingen sind überwiegend weiß, sie zeigen eine schwarze Endbinde sowie schmale schwarze Ränder an der Innenseite der Innenfahne. Nur die äußerste Handschwinge ist auch auf der Außenkante der Außenfahne schmal schwarz gerandet. Hierdurch entsteht auf der Oberseite des Flügels ein breiter weißer Keil, der dunkel eingefasst ist; im Flug ist dieses Merkmal oft schon aus großer Entfernung zur Artbestimmung nutzbar. Der Schnabel und die Beine sind rot. Die Iris ist dunkelbraun.

Im Schlichtkleid sind nur die Augenregion und der Ohrbereich diffus schwärzlich gefärbt, der rote Schnabel hat eine schwärzliche Spitze.

Im Jugendkleid sind Kopf, Mantel, Schulter- und Schirmfedern sowie die mittleren Flügeldecken bräunlich sandfarben. Der Schwanz ist an der Basis reinweiß und zeigt eine breite, scharf abgesetzte dunkelbraune Endbinde. Der Schnabel ist rosa bis orange mit schwarzer Spitze; die Beine sind ebenso gefärbt. Im Alter von zwei Jahren sind die Vögel ausgefärbt.

Lachmöwen kommen regelmäßig vor, haben aber als Koloniebrüter keinen Brutplatz im Wesertal.

Sturmmöwe (Larus canus) Durchzügler

FOTOS: Flugbild (NABU/K.Karkow) - Portrait (Andreas Trepke, http://photo-natur.de/) und Jungvögel (Donna A. Dewhurst) - Quelle: Wikipedia 

Schwimmend (Ruedi Aeschlimann/Vogelwarte Schweiz))

Die Sturmmöwe ist eine Vogelart aus der Familie der Möwen (Laridae). Sie ist zirkumpolar verbreitet, fehlt allerdings auf Grönland. Dagegen brütet sie in geringer Zahl auf Island. Ihre Brutgebiete liegen in der Subarktis.

Eine ausgewachsene Sturmmöwe sieht der Dreizehenmöwe sehr ähnlich, wird bis 43 cm groß und erreicht eine Flügelspannweite von etwa 120 cm. Sie wiegt 300 bis 550 g. Ihr Gefieder ist weiß und die Oberseite der Flügel grau gefärbt. Die Flügelspitzen sind schwarzweiß, der Schnabel und die Beine grüngelb gefärbt. Die Jungen haben erst nach dem dritten Lebensjahr diese Färbung. Männchen und Weibchen unterscheiden sich nicht in ihrem Gefieder. Sturmmöwen können ein beträchtliches Alter erreichen. Das höchste durch Ringwiederfunde belegte Alter (einer in Dänemark beringten Sturmmöwe) belief sich auf 33 Jahre und acht Monate; in Deutschland wurde zwei Tiere nachweislich 21 Jahre und elf bzw. 21 Jahre und sieben Monate alt. Ihr Ruf klingt in etwa wie "kiäh" oder "kiah".

Im Weserberland kommt die Sturmmöwe sporadisch vor, ist aber kein heimischer Brutvogel.

Beitrag erstellt: Hans Arend (2012)