NDZ - Bad Münder - 22. Oktober 2001
Marktbesucher probieren den Saft frisch aus der Presse des NABU
Bad Münder (ri).
"Auf zum Bauernmarkt nach Bad Münder, nach dem Besuch lebt man gesünder". Mit diesem Slogan warben über 20 Anbieter sowie einige Vereine im Bereich der Marktstraße um die Gunst der Käufer.
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Einen solch großen Besucheransturm - zeitweilig kamen die Gäste nur mühsam an den Ständen vorbei, oft war kein Durchkommen - den hatten wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht erwartet. Besucherschlangen bildeten sich vor allem auch am Stand des Naturschutzbundes. Dessen Mitglieder stellten die gerade erworbene Apfelpresse vor. Die Anschaffung war aus dem Erlös des diesjährigen Söltjerlaufes ermöglicht worden. Jetzt wurde das Obst, welches von den Streuobstwiesen des Vereins stammt, zerkleinert und sofort gepresst. "Viele Besucher wollten den puren Apfelsaft probieren und stellten fest, dass kein Apfelsaft aus dem Laden den Vergleich mit diesem Erzeugnis stand halten kann". meinte der Vorsitzende des Naturschutzbundes Matthias Großmann. Mit der Apfelpresse geht der Naturschutzbund in den nächsten Tagen in die Schulen. In naturkundlichen Fächern will man zeigen, wie man mostet.
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NDZ - Bad Münder - 10. Oktober 2001
Naturschutzbund: Kaiser Wilhelm in der Streuobstwiese erhalten
Eimbeckhausen (ri).
Roter Berlepsch, Kaiser Wilhelm oder Geheimrat Oldenburg: Diese Apfelsorten wird man in den heimischen Obst- und Gemüsegeschäften wohl vergeblich suchen. Sie sind den ertragsreichen Plantagenapfelsorten gewichen. Um sie aber nicht völlig in Vergessenheit geraten zu lassen, hat sich der Naturschutzbund, und insbesondere die Ortsgruppe "Sünteltal ", zur Aufgabe gemacht, solche alten Sorten, meist wurden sie früher in den häuslichen Garten gepflanzt, zu erhalten.
Die Naturschutzbundgruppe "Sünteltal" - sie hat über 400 Mitglieder - mit ihrem Vorsitzenden Matthias Großmann hat nun in den letzten Jahren mehrere Streuobstwiesen im Stadtbereich angelegt. Diese wiesen sind Ausgleichsflächen, die die Stadt Bad Münder für innerstädtische Baumaßnahmen schaffen musste. Sie hat solche Flächen in die Obhut des Naturschutzbundes gegeben. Meist  sind in solchen Wiesen um die 100 Obstbäume, auch Kernobst, die aus verschiedenen Sorten bestehen, angepflanzt worden. Eine solche Streuobstwiese befindet sich auch am Waldrand des Eilenberges. Sie wurde vor fünf Jahren dort angelegt. Den Sinn einer solchen Wiese erklärt Großmann: "Es sind mehrere Ziele, die mit einer solchen Anlage verfolgt werden. Dazu gehören alte Obstsorten, die zudem resistent gegen Ungeziefer sind, als die jetzigen hochgezüchteten Massenträger zu erhalten. Da die Bäume generell nicht gespritzt werden, sind sie ideal für Bienen. Weil die Wiese nur im Herbst gemäht wird, haben Bodenbrüter einen günstigen Nistplatz und die Früchte dienen im Herbst als Wildfutter."
Am vergangenen Sonnabend stand Rasenmähen als Arbeitseinsatz an. Weitere Mitglieder ernteten die ersten Früchte, denn sie sollen für kurze Zeit gelagert werden. "Aus dem Erlös des diesjährigen Söltjerlaufes haben wir eine Apfelpresse, für Demonstrationszwecke, gekauft. Diese Presse wird Ende Oktober in der Grundschule Bad Münder den Kindern gezeigt und es soll dann dort naturreiner Apfelsaft produziert und verkostet werden", begründete Großmann die Aktion. Wer als Erwachsener einmal frisch gepressten Apfelsaft aus dem Anbau auf einer Streuobstwiese probieren möchte, hat dazu ebenfalls Gelegenheit. Beim nächsten Bauernmarkt sind die Mitglieder des Naturschutzbundes mit ihrer Presse dort vertreten.

 

Hamelner Markt - 05. Oktober 2001
Neue NABU-Broschüre über Fledermäuse / Jäger mit großen Ohren
Hameln (hm).
Sie flattern lautlos durch die Dunkelheit und gelten als wahre Flugakrobaten: Fledermäuse. In seiner Buchreihe "NABU aktiv" widmet sich der Naturschutzbund den Tieren jetzt eine neue Broschüre.
"Fledermäuse - Flugkünstler der Nacht" lautet der Titel des informativen Heftes, das dem Leser phantastische Einblicke in das geheimnisvolle Leben der nachtaktiven Insektenfresser gibt. Auf der Jagd nach der Beute setzen die Tiere äußerst erfolgreich auf ihr perfektes Ultraschall-Echoort-System. Fledermäuse stoßen Ultraschallrufe aus und fangen das von den Insekten reflektierte Echo mit ihren großen Ohrentrichtern wieder ein. Dieses Echo liefert ihnen ein genaues Abbild der Umgebung.
Die 24-seitige Broschüre klärt sowohl über die Vorlieben der Tiere auf als auch über ihre Nöte in einer von Menschen "besetzten" Welt. Sie informiert über Wohnraumsuche, Winterschlaf und Wanderschaft, beschreibt so manches Geheimnisvolle aus dem Leben der flatterhaften Geschöpfe und erzählt auch von der Rolle, die ihnen seit alters her in Sagen und Märchen zugedacht wird. Darüber hinaus bietet das Heft eine Reihe von Anregungen zum Thema Fledermausschutz rund ums Haus. Das Gebot heißt hier Vielfalt. Insektenreiche Blumenwiesen, einheimische Wildsträucher, die ihre Blüten nachts nicht schließen, Einflugöffnungen an Häusern und Fledermausnistkästen helfen, die gefährdeten Arten zu schützen, ihre Lebensräume zu erhalten und so stabile Populationen zu schaffen.
Die Reihe "NABU aktiv" ist die richtige Lektüre für Menschen, die gern anpacken, serviceorientierte Informationen rund um den Naturschutz schätzen und an anschaulichen, kompetenten Anregungen für den eigenen Handlungsspielraum auf diesem Gebiet interessiert sind. (Gegen sechs Mark in Briefmarken kann die Broschüre beim Naturschutzbund, Calenberger Straße 24, 30169 Hannover, bestellt werden).

 

NDZ - Bad Münder - 10. Juli 2001
Sieben Äpfel hängen schon: Damit das Geschäft gut gedeiht...
Bad Münder (ri).
Sparkassendirektor Wilhelm Brüggemann will gar keinen Zweifel aufkommen lassen: "Trotz aller Globalisierung und Internet - die persönliche Beratung wird auch in Zukunft unersetzlich bleiben". Mit der Eröffnung des Sparkassen-Immobilienbüros werde dem einmal mehr Rechnung getragen, betonte der Vorstandschef der Sparkasse Weserbergland.
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Der Sparkassen-Vorstand nahm die Eröffnung zum Anlass, den vom Naturschutzbund gespendeten Glockenapfelbaum - eine ganz alte Obstsorte - im Garten der Sparkasse zu pflanzen. Damit revanchierte sich der Naturschutzbund für die Spende der Sparkasse aus dem Erlös des Söltjerlaufs. "Damit das Immobilienbüro für Bad Münder bald Früchte trägt, haben wir den Baum ausgesucht, der  bereits sieben Äpfel trägt. Und weil er von Fachleuten gepflanzt und angegossen wird, hoffen wir, dass die Äpfel die Umpflanzaktion gut überstehen", schmunzelte die Vorsitzende des Naturschutzbundes, Anneliese Zuzmann.

 

NDZ - Bad Münder - 29. Juni 2001
Eine Kiste voller Euro für den NABU
Bad Münder (ewi).
Beim 3. Söljerlauf legten 315 Teilnehmer am vergangenen Sonnabend 1 411 Runden zurück - das ist die enorme Strecke von 5361,8 Kilometern.
Da die Sparkasse Weserbergland für jeden Kilometer eine Mark als Spende zugesagt hatte, konnte der Leiter des Lauftreff vom SC Bad Münder, Detlef Erasmus die stolze Summe von 5362 Mark von Sparkassendirektor Wilhelm Brüggemann entgegen nehmen. Erasmus reichte das Geld jedoch umgehend an Anneliese Zuzmann vom Naturschutzbund (NABU) Bad Münder weiter.
Das Geld soll unter anderen für eine "Apfelkiste mit Apfelpresse" Verwendung finden. Außerdem soll von dem Geld im Bereich der Bergschmiede eine Informationstafel aufgestellt werden. Als kleines Dankeschön übergab Anneliese Zuzmann dem Lauftreff eine Kiste Apfelsaft als Durstlöscher und er Sparkasse einen kleinen Apfelbaum.

 

NDZ - Bad Münder - 10. März 2001
Kreisstraße wegen Kröten dicht
Nienstedt (gö).
Die Zeit der Krötenwanderungen steht bevor, und die Verkehrsteilnehmer müssen sich in der "Perle des Deisters" auf Verkehrsbeschränkungen einstellen.
Mit Beginn der milden Frühlingstemperaturen in diesen Tagen beginnt wieder die alljährliche Wanderung der Frösche, Kröten und Molche zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen die Tiere oftmals auch Straßen überqueren, was für sie vielfach den Tod bedeutet. Aus diesem Grunde wird, wie schon in den vorangegangenen Jahren, die Kreisstraße 61 von Nienstedt in Höhe des Schullandheims nach Messenkamp in den nächsten Wochen bis in etwa Mitte April in der zeit von 18.30 bis 7 Uhr morgens für den gesamten Fahrzeugverkehr voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Eimbeckhausen und die B 442 nach Messenkamp. Autofahrer werden seitens der NABU-Ortsgruppe gebeten, besonders auf die Hinweistafel in Höhe der Gaststätte Hanke in Nienstedt zu achten. Da auch an vielen Stellen im Deister-Sünteltal, an denen keine Schutzmaßnahmen getroffen werden können, Kröten und Molche auf ihren Laichwanderungen Straßen überqueren müssen, bittet der Naturschutzbund Deutschland alle Autofahrer besonders an feucht-milden Abenden und Nächten im Bereich von Wäldern und Wiesen um besondere Aufmerksamkeit und Rücksicht, um den Straßentod tausender Amphibien zu verhindern. Interessierte Einwohner aus Nienstedt, Eimbeckhausen wie auch der Kernstadt, die bei der Betreuung der Krötenzäune mithelfen möchten, sollten sich bei Anneliese Zuzmann, Telefon 6650, melden.

 

NDZ - Bad Münder - 09. November 2000
125 Meter Beton an den Deisterhang?
Von Stefan Suska
Bad Münder.
So ganz mochten die Mitglieder des Planungsausschusses der Stadt erst gar nicht glauben, was Diplom-Ingenieur Georg Böttner vom Büro Stadtlandschaft ihnen da berichtete. Doch sie hatten richtig gehört: Die Medikor-Gruppe möchte im Bereich Alter Hufenweg an die höchste Stelle des bebaubaren Deisterhanges ein Wohnhaus setzen, dass aus zwei Vollgeschossen besteht und eine Fassadenlänge von 125 Metern in Winkelbauweise aufweist.
Die Reaktionen waren entsprechend. Von Entrüstung bei Fritz Schnelle, CDU ("Wenn wir das genehmigen, lynchen mich die Münderaner") bis Verständnislosigkeit bei Otto Neuendorf, SPD ("Es kann doch nicht sein, dass der massigste Baukörper an die höchste Stelle gesetzt wird"). Der bemängelte auch, das in dem Gebiet plötzlich Flachdächer erlaubt seien und kündigte Widerstand an. "Das kann ich so nicht mittragen", sagte Neuendorf. Sylvia Sopart vom Naturschutzbund verschlug es gleich die Sprache. Zu solchen Planungen könne man gar nichts mehr sagen, war ihre Reaktion.
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NDZ - Bad Münder - 15. September 2000
Dunkle Wolken am Sonnenhang
Von Stefan Suska
Egestorf.
Egestorf ist zwar nachweislich eines der schönsten Dörfer Deutschlands, aber zugleich auch ein zerrissener Ort. Da gibt es den alten Dorfkern auf der einen und die Siedlung auf der anderen Seite. Weil jetzt ein Grundstücksinhaber am äußersten Zipfel der Siedlung noch weitere Baumöglichkeiten eröffnen will, gibt es Meinungsverschiedenheiten.
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Aus umweltpolitischen Gründen lehnt Silvia Sopart vom Naturschutzbund das Vorhaben ab. "Wie weit wollen wir denn noch an das dort gelegene Naturschutzgebiet heranrücken?" Eine Entscheidung traf der Planungsausschuss nicht. Er vertagte sich.

 

DWZ - Hameln - 26. August 2000
Auf zur Nacht der Fledermäuse / Heute Abend geht's mit dem Detektor raus
Magst Du Fledermäuse? Oder. Hast Du überhaupt schon mal gesehen, wie irre schnell die geheimnisvollen Nachttiere fliegen können, wenn sie nicht gerade in dunklen Tunneln von der Decke hängen? Und dass sie auch in finsterer Nacht nie gegen 'ne Mauer krachen, weil sie sich durch Ultraschall orientieren können? Falls Du neugierig auf die fliegenden Kobolde bist, solltest Du Dir heute Abend Deine Eltern oder Freunde schnappen und bei einer Fledermaus-Exkursion mitmachen. Heute findet nämlich die "4. Europäische Fledermausnacht".
Exkursionen werden in vielen Orten angeboten. In Hameln zum Beispiel geht's um 20.30 Uhr auf dem Werder los (Treffpunkt an der Gaststätte). Die Fledermaus-Exkursion führt am Weserufer entlang. Mit speziellen Ultraschall-Detektoren werden die Fledermäuse geortet und die Überschallrufe der Tiere für Menschen-Ohren hörbar gemacht.
Fledermaus-Fans in Bad Pyrmont treffen sich heute um 19.30 Uhr auf dem Parkplatz neben dem Tierpark. Von dort aus fahren sie zusammen nach Hameln und machen bei der Werder-Tour mit.
In Hessisch Oldendorf lägt die NABU-Ortsgruppe um 19.30 Uhr im Baxmannsaal des Werkhauses erstmal zu einem Dia-Vortrag über das Leben der Fledermäuse ein. Anschließend wird auch hier eine richtig gut ausgerüstete Fledermaus-Exkursion angeboten.
Ein richtiges Fledermaus-Kinderfest findet heute Abend in Holzminden statt. Dort können Menschen-Kinder erfahren, wie Fledermaus-Kinder wohnen und aufwachsen. Anschließend wird - mit Bat-Detektoren ausgestattet - die Verfolgung aufgenommen, wenn die Fledermäuse in der Dämmerung ihre "Wohnungen" verlassen. Das Fledermaus-Kinderfest beginnt um 19.30 Uhr in Kauffmannsgarten (Eintritt: 2 Mark, weitere Infos bei Imke Meyer, Telefon 05533/93139).
Die Teilnahme an den Exkursionen ist übrigens - wenn nichts anderes angegeben - gratis. Aber an eins solltest Du denken: Zieh Dich warm an, denn nachts ist es jetzt schon ziemlich kalt.
Noch mehr Infos gibt's im Internet unter: http://www.nabu.de  und http://www.batnight.de

 

DWZ - Hameln - 25. August 2000
Auf den Spuren der Fledermäuse
Hameln (ey).
Auf den Spuren von Fledermäusen ist der Naturschutzbund am morgigen Samstag. Grund: die "Europäische Nacht der Fledermäuse". "Sie wird in 27 Ländern veranstaltet", sagt Rainer Marcek. Und jeder darf mitmachen. Los geht's um 20.30 Uhr auf Hamelns Werder; Treffpunkt an der Gaststätte. Die Fledermaus-Exkursion führt entlang der Weserufer. "Wir haben ein Ultraschall-Detektor dabei, der die Laute der Tiere für uns Menschen hörbar macht", sagt Marcek.

 

DWZ - Hessisch Oldendorf - 14. August 2000
Wo die Welt für die Störche noch in Ordnung ist / Neuer Schaukasten der NABU-Ortsgruppe informiert Einwohner und Gäste mit vielen Details / Lob für das Projekt
Hessisch Oldendorf (anp).
Jetzt können sich Einwohner und Gäste in Hessisch Oldendorf in einem Schaukasten gezielt über das heimische Storchenpaar informieren. Ermöglicht wurde dieses Projekt von der NABU-Ortsgruppe.
Schon bei der Hauptversammlung der NABU-Ortsgruppe im März war dieses Thema eine genau so wichtige Frage wie die Umwandlung der Baxmann- und Blutbachquellen. Der Standort am Parkplatz zwischen Lidl und dem Bahnhof erschien damals allen als die beste Lösung - von dort aus kann man den Storchenhorst sehen. "Und für alle Besucher, die von weiter her kommen und aus dem Zug steigen, ist gleich zu erkennen - hier in Hessisch Oldendorf ist die Welt für Störche noch in Ordnung", so Hermann Faust, der gemeinsam mit Ortsbürgermeister Friedrich-Wilhelm Diers und Bürgermeister Hans-Joachim Grote gekommen war, um den frisch aufgestellten Schaukasten in Augenschein zu nehmen.
Alle drei zeigten sich erfreut über die Initiative des NABU, und Grote sprach der Ortsgruppe seinen Dank aus: "Die Störche werden schon jetzt mehr und mehr zum Wahrzeichen der Stadt, mit diesem Schaukasten erhalten sie noch mehr Bedeutung. Es spricht sich rum: Hessisch Oldendorf, das ist die Stadt der Störche".
Jürgen Wissel, 1. Vorsitzender der Gruppe, dankte der Stadt für die schnelle, unbürokratische Zusage für den Standort und freute sich, dass die Mitarbeiter der Jugendwerkstatt gute Arbeit geleistet hatten. Der Schaukasten ist aus Mitteln des NABU finanziert worden. "Der Kasten steht auch im richtigen Abstand zum Gehweg, so dass sich niemand beim Betrachten am kleinen Dach den Kopf stoßen kann!" erklärte er zufrieden.
Dietmar Meier, der Referent der Gruppe für Biotope und Artenschutz, in Hessisch Oldendorf aber eher bekannt als der "Storchenvater", hat für den Schaukasten allerhand Informationen zu den Nahrungsgebieten, Zugrouten, Winterquartieren und allgemein zu den Lebensräumen der Störche gut übersichtlich und zum Teil auch sehr kindergerecht zusammengestellt.
Schnell kann sich der interessierte Betrachter einen Überblick auch über die Geschichte der seit 1990 in Hessisch Oldendorf ansässigen Störche verschaffen. Auf das Lob des 2. Vorsitzenden Karl-Friedrich Alms erwiderte Meier: "Ich hoffe nur, das ganz viele das Angebot annehmen".
Das Interesse der Bürger an ihren Störchen ist groß, zur Brutzeit klingelt beim Storchenvater unentwegt das Telefon, und er steht Rede und Antwort zu den Fragen, wie es den kleinen Störchen geht.

 

DWZ - Hessisch Oldendorf - 27. Juli 2000
Meister Adebar feiert mit drei Jungen seinen zehnten Geburtstag / Lebensbedingungen könnten nicht besser sein / Population steigt leicht an
Hessisch Oldendorf (scho).
Das Storchenpaar feiert in diesem Jahr seinen 10. Geburtstag. Und "Storchenpapa" Dietmar Meier vom Naturschutzbund freut sich über drei flugreife Jungen von Meister Adebar.
Seit zehn Jahren ist das Storchenpaar das einzige in Hessisch Oldendorf - immer gut behütet von Dietmar Meier, Artenschutzreferent beim Naturschutzbund (NABU). Er sorgt dafür, dass das inzwischen tonnenschwere Nest auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei sicher befestigt ist und kümmert sich darum, dass bei neuen Baumaßnahmen der Stadt den Störchen alternative Nahrungsquellen geboten werden.
Dieses Jahr war der Kindersegen der Adebars besonders groß: "Insgesamt vier Junge sind geschlüpft, drei von ihnen haben überlebt und sind fast flugfähig", berichtet Meier. Das Elternpaar habe Glück gehabt, so der Storchen-Experte: "Sie kamen genau in der Zeit, als die Hitzewelle vorbei war und der Kälteeinbruch sich noch nicht ankündigte. So fanden die zwei die besten Bedingungen zum Brüten." Es ist nach 1994 das zweite Mal, dass es die Störche schafften, drei Junge groß zu ziehen.
Noch sind die jungen nicht sicher genug, um sich mehr als ein paar Meter vom Nest zu entfernen - in ein, zwei Wochen aber werden sie sich die Lüfte ganz erobert haben, weiß Meier aus seiner jahrelangen Beobachtung der Störche.
"Die Lebensbedingungen für sie könnten allerdings hier besser sein", gibt er zu bedenken. Zuviel natürlicher Lebensraum sei vom Menschen in den vergangenen Jahrzehnten bebaut worden - Beispiel Steinbrinksweg, wo die Störche noch vor fünf Jahren Maus und Wurm als Nahrung fanden und jetzt Fabrikschornsteine rauchen.
Wo der Storch lebt, ist die Natur intakt
Warum dr NABU den beliebten Vogel unter seine Fittiche nimmt, hat ganz prosaische Gründe: "Der Storch ist nicht nur ein sehr populärer Vogel, sondern vor allem ein Indikator für eine intakte Natur. Dort, wo er sich ansiedelt, kommen auch bald andere geschützte Tiere wie Zugvögel oder auch Frösche hinzu", weiß Meier. Wie trickreich sich Meister Adebar an die veränderten Lebensbedingungen angepasst hat, zeigt ein Beispiel: "Wenn der Storch sich in die Lüfte schraubt und unten einen Trecker sieht, weiß er sofort, dass er dort auch eine Maus zum Verspeisen findet", erklärt Meier. Noch besser funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Kuh und Storch: Wo Kühe grasen, findet der Storch oft leichte Beute bei den Nagern: Die Mäuse flüchten vor den Hufen der Kühe und laufen dem lauernden Storch vor den Schnabel.
Trotz Kindersegen bei Familie Storch ist Meier nur vorsichtig optimistisch: "Die Population zeigt zwar eine leicht steigende Tendenz, aber für eine positive Bilanz ist es noch zu früh. Wichtig ist, die Lebensbedingungen des Storches nicht weiter einzuschränken, denn er ist in der Anpassungsfähigkeit an seine Grenzen gekommen."

 

DWZ - Hessisch Oldendorf - 18. April 2000
Zum zehnten Mal heimgekehrt: Das Storchenpaar ist wieder da / "Adebar" und "Adele" richten ihr Nest her / Informationstafel für Interessierte
Hessisch Oldendorf (dm).
Am Sonntagmorgen kehrten die Störche "Adebar" und "Adele" aus dem Winterquartier Afrikas nach Hessisch Oldendorf zurück. Seit zehn Jahren kommen sie jeden Frühjahr zurück zur ehemaligen Molkerei.
Wenn die Hessisch Oldendorfer "Klappermänner" Mitte April einreisen, deutet das darauf hin, dass sie eine lange Zugstrecke zurückgelegt und wahrscheinlich die Wintermonate in Süd- oder Ostafrika verbracht haben. Es handelt sich bei "Adebar" und "Adele" um sogenannte "Ostzieher". Die westziehenden Storchenpopulation hingegen hat ihr Winterquartier in Spanien. Die Störche aus dem Kreis Minden-Lübbecke zum Beispiel zählen zu den im Westen überwinternden Störchen. Ihre Zugstrecke ist kürzer und sie treffen demnach früher, meist schon Ende März, an ihren Brutplätzen ein. Im Hessisch Oldendorfer Stadtgebiet wurden Mitte März die ersten Durchzügler beobachtet.
Das Nest auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei in Hessisch Oldendorf ist in der Winterzeit erheblich in Unordnung geraten. Starker Gras- und Sträucherwuchs hat sich dort ausgebreitet. Aber die Störche tragen beim jährlichen Nestbau neue Äste auf ihr Heim, so dass von den Gräsern jetzt nur noch wenig zu sehen ist - die Störche haben ihren Nestbau bereits begonnen.
Ihre Nahrung: Mäuse, Amphibien und Würmer
Die Voraussetzungen für die Nahrungsbeschaffung der Störche ist derzeit sehr gut. Niederschläge in den Wintermonaten haben die Altarmrelikte der Weser mit Wasser gefüllt. Dort halten sich viele Amphibien auf, die zusammen mit Mäusen und Regenwürmern die Hauptnahrung unserer "Klappermänner" ausmachen.
Vor zehn Jahren, im Mai 1990, siedelte sich das Storchenpaar in Hessisch Oldendorf an. Das wird als Wiederbelebungsversuch der Natur angesehen, denn davor haben jahrzehntelang keine Störche mehr im Stadtgebiet von Hessisch Oldendorf gebrütet. Letzte Meldungen über Brutstörche liegen aus den 30er Jahren aus Großenwieden vor, wo die Störche auf dem Kirchturm ihr Nest hatten. Anfang des Jahrhunderts brüteten Weißstörche auf dem Gut Stau bei Weibeck und in Heßlingen. Entwässerungsmaßnahmen und die intensive landwirtschaftliche Nutzung, welche vor allem mit der Umwandlung von Grünland in Ackerland einherging, ließen den Weißstorch aus dem Wesertal vollständig verschwinden.
Gegenüber den Störchen in Gebieten mit wesentlich mehr Feuchtgrünland ziehen diese Störche verhältnismäßig wenig Junge groß. Zur Erhaltung der Art muss ein Storchenpaar pro Jahr zwei Junge großziehen. Die Reproduktionsrate der Hessisch Oldendorfer Störche liegt jedoch durchschnittlich bei nur etwa 1,8 Jungen pro Jahr.
Zehn Jahre haben die Störche nun ihren Neststandort auf dem Schornstein der ehemaligen Molkerei. Das ist für den Naturschutzbund ein Anlass, eine Informationstafel für Bürger und Touristen aufzustellen. Die Tafel soll in der Nähe des Bahnhofs stehen - dort, wo "Adebar" und "Adele" in ihrem Nest gut zu beobachten sind. Auf der Informationstafel werden aktuelle Daten von den Hessisch Oldendorfer Störchen zu entnehmen sein. Brutbiologische Daten, die Anzahl er der geschlüpften und der ausgeflogenen Jungstörche werden für alle Interessierten auf dem Informationsschild angeschlagen. Anfang Juni will der Naturschutzbund die Tafel aufstellen.

 

DWZ - Hessisch Oldendorf - 20. März 2000
Steht die Finanzierung, gehen die Arbeiten am Barkser Bach weiter / Naturschutzbund will dem kleinen Gewässer sein natürliches Bild zurückgeben
Hessisch Oldendorf (anp).
Die Renaturierung des Barkser Baches steht auf dem Programm des Naturschutzbundes. Noch muss die Finanzierung geklärt werden, dann können die Arbeiten im oberen Bachlauf beginnen. Dem Gewässer soll soviel von seinem natürlichen Bild zurück gegeben werden, wie irgend mögllch.
Wie Hans-Jürgen Wissel, Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe ausführt, sollen die Arbeiten am Barkser Bach bis Ende 2001 abgeschlossen sein. Beim Naturschutzverband hofft man, dass auch Mittel aus dem Topf der EU für das Vorhaben fließen. Am unteren Teil des Barkser Bachs haben Mitglieder des Naturschutzbundes im vergangenen Jahr fleißig gearbeitet.
Seit 20 Jahren gibt es die Ortsgruppe des Naturschutzbundes in Hessisch Oldendorf. Viel konnte in dieser Zeit erreicht werden. Ein wichtiger Bereich der Tätigkeit ist der Biotop- und Artenschutz. Verantwortlich zeichnet dafür Dietmar Meier. In der Hauptversammlung des Naturschutzbundes ging er auf die neuesten Entwicklungen um die Schillathöhle ein und erklärte, dass die Freigabe der relativ kleinen Höhle ein Kompromiss gewesen sei. Zufrieden registriert man beim NABU, dass die aus Sicht des Naturschutzes wichtige Riesenberghöhle unangetastet bleibt.
Am Beispiel der Auskiesung erklärte Meier, dass die Stellungnahmen des NABU laut Niedersächsischem Umweltgesetz zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. Auch die Betreuung des Naturschutzgebietes Hohenstein, die der NABU im Auftrag der Bezirksregierung durchführt, bewertete er positiv. Erfreut stellte "Storchenvater" Dietmar Meier fest, dass die Bäche in der Stadt sauberer geworden sind, und der  Schwarzstorch, der viele Jahre dem Weserbergland ferngeblieben war, hier wieder anzutreffen ist. Meier betreut seit zehn Jahren den Weißstorch, der alljährlich auf dem Schlot der ehemaligen Molkerei in der Kernstadt Hessisch Oldendorfs horstet und der bald hier eintreffen müsste.
Sonja Wissel kümmert sich um die Jugendarbeit beim NABU. Der Kassierer Rüdiger Beiersdorfer präsentierte in der Hauptversammlung eine ausgewogene Finanzlage. Bei den Wahlen wurde Hans-Jürgen Wissel einstimmig im Amt bestätigt. Er kündigte an, dass er in vier Jahren aber nicht mehr zur Verfügung stehe. Der stellvertretende Vorsitzende Karl-Friedrich Alms wurde ebenfalls einstimmig wiedergewählt, wie der Referent für Biotope/Artenschutz Dietmar Meier und der Schriftführer Hans-Joachim Welteke. Ulrich Schaper gab sein Amt als Referent für Öffentlichkeitsarbeit an Sonja Wissel ab. Sie will sich weiterhin, wenn auch kommissarisch, in der Jugendarbeit engagieren, hofft aber darauf, dass sich ein Neuer oder eine Neue für das Amt findet. Dem Beirat gehören Ingrid Halbauer, Gustav Denzer, Heinrich Holste, Gerd Rehbein, Ulrich Schaper und Hans Arend an.
Wissels Dank an den Vorstand und an die Beiratsmitglieder war ein Statement zu den Mühen des Ehrenamtes: "Keiner fragt uns, woher wir die Zeit nehmen. Ich danke euch allen für die fruchtbare und gute Zusammenarbeit. Alleine kann ich es nicht leisten." In den nächsten Wochen werden vom NABU vogelkundliche Wanderungen und vom 26. bis 28. Mai ein vogelkundliches Wochenende in Sunder angeboten. Informationen dazu gibt es beim Vorsitzenden Hans-Jürgen Wissel (Tel. 05152/1444).

 

NDZ - Bad Münder - 21. Februar 2000
NABU setzt auf Österreich
Bad Münder (sus).
Zwischen den Regierungszentralen in Berlin und Wien herrscht im Moment Funkstille. Den Naturschutzbund Deutschland (NABU) interessiert das nicht. Österreichische Studenten werben derzeit für den NABU in Bad Münder um neue Mitglieder.
Als sich der Landesverband Niedersachsen des NABU vor mehr als fünf Jahren erstmals professionelle Hilfe bei der Werbung neuer Mitglieder bediente, war der Aufschrei groß. Unter dem Deckmantel des Naturschutzes würden drückerkolonnenmäßige Teams den Einwohnern an der Haustür Mitgliedschaft aufschwatzen, so der Vorwurf. Hans Arend, Kreisvorsitzender des NABU wies diese Vorwürfe zurück damals wie heute zurück. Die jungen Männer und Frauen sind im Auftrag seiner Organisation unterwegs. Sie alle verfügen einen Ausweis und die Beitrittsformulare seien mit Kontaktadressen des örtlichen NABU-Kreisverbandes versehen, so Arend. Niemand werde überredet und jedes fördernde Neumitglied setz die Höhe des Jahresbeitrages selbst ein. In Bad Münder lief die Aktion vor fünf Jahren mit großem Erfolg an.
Die Zahl der NABU-Mitglieder stieg von 150 auf 390. Zur Zeit seien es wieder nur rund 300 Mitglieder, so Matthias Großmann, der Vorsitzende der Sünteltalgruppe des NABU. Deshalb habe man sich entschieden, die Hilfe des Landesverbandes und der Firma Wesser in Anspruch zu nehmen. So werden in den nächsten Tagen an vielen Haustüren österreichische Studenten klingeln, um die Bewohner auf die Mithilfe im NABU hinzuweisen. Zu erkennen sind sie an den Sweat-Shirts mir der Aufschrift "Der Storch bringt's". Ulrich Franitzer ist Sprecher der Gruppe. Seine Erfahrungen in Bad Münder sind nach zwei Tagen Arbeit gut. Die Münderaner stehen dem Naturschutz sehr positiv gegenüber. Wie er selbst auch. "Ohne eine innere Überzeugung kann man eine solche Werbeaktion nicht durchziehen", sagt Franitzer.

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